Llaatsbürger gcroorben. Tie (Entnrirflung schreitet eben langsam voran.
Ter Landtag solle nicht darauf podrtn, bafi die Sozialdemi traten icpt ein kleine- Häuslein bilden, baß ihr eine -nor M b heil gc icnübmifbi, ..ach wie bald, schmndet 2<6önfr it mr ©eftalt". 5Sir dürsen die klugen nidtt zuschließen, wir düricn nid Mtinen. daß wir die „rote Flut' nid« eindämmcn und b ei durd) gefährlicher madrn dürfe, sondern daü man sie ausdal len und in Rinnsale ablciten müsse, damit sie nidn verderb li^ sondern befruchtend nnrfe. Eine enorme fttafl rribe in den sozialdemokratifdicn Volksmafsen Zuruf aus dem Zentrum Frankreich' Za id) halte die Tat des französischen Staates, die er mit Hilfe der -Sozialdemokratie erzogen hat. für den größten Erfolg.
Abg. Henrich (Fortschr Vv> spricht über die Bcrbandlungev zwischen Darmstadt und dem Kreisamt Groß-Gerau bezüglich der Stromversorgung im Ried.
Baurat schöber antwortet ihm und legt nochmals die seinerzeit geführten Verhandlungen dar.
Geheimrat süssert: Es waren hier Befürchtungen aus gesprochen, es würde eine Verbesserung der Schulgesetze kaum hfrnu5Tommcn. Das ist ein Irrt um. Ich habe die Erklärung al'rugcben, daß wir an den Grundlagen unseres Vc>lk.sdnlge>'ev . feft fiel len werden Id) habe auch zu erNären. daß wir and) an der Simultansd ule fcsthalten ans nationalen Gründen, aus tech njschen und erzieherischen Gründen. Wir werden sieden Angriff aus das Schulgesetz avlchnen. Ein Ideal ist die Simultansdniie allerdings and, nidit Das befprodicnc RoseggerBuch sei in die Sd-ülerbibliielbel eingestellt worden mit dem Bemerken, daß es an katholische Binder nicht verliehen werden dürfe. Was nun das Bud) von Andres angeht, das gestern hier zur Sprache kam. so bitte ich Sie, nidjt zu hart urteilen zu wollen unb den guten Willen anzuerkennen.
Abg. Bach Rtl.» wendet sid) scharf gegen die Ausführungen des Abg. Nebel, der in seiner Etatsrede behauptet hatte, ein beträchtlicher Teil der Inhidicn Lehrersehast gehe mit feinem Unglauben und seiner linksliberalen Gesinnung hausieren. Die g. samte hiiifd)e Lehrerschast nimmt das Wort des Triiberen Staats Ministers Finger für sid) in Anspruch, daß die schule christlich sei und djriülid) bleiben solle, daß sie aber simultan sei Das 3cntmm müsse anher en Leuten gegemib'r tolerant sein und ihnen das Recht einräumen, gegen die Konfessionsschule zu kämpfe.> Diese Toleranz vermisse man aber. Tas Zentrum stelle nur aus taktischen Gründen seine prinzipiellen Gründe zurück. Das Ze» trum maße sich an, darüber zu entscheiden, was gläubig und was ungläubig sei. Sozialdemokratisch dürfe aber kein Lehrer fein, sonst könne er den Eid nicht halten. Die gesamte Lehrerschaft Hessens, soweit sie nicht dem Zentrum angehire, stehe auf liberalem Boden Schließlid) verweist der Redner auf die unerhörte Intole ranz, die darin liegt, daß der Vlbg. Hebel die Gehalterhöhung der Lehrer nur um desjenigen Teiles der Lehrer willen bewilligen wolle, der ideal, national und korrekt religiös gesinnt sei. In der Frage der Cfienbadter Schülerbibliothek begrüßter die Ent scheidung des Ministeriums, wonach in Zukunft der Schulvorstand in feiner Gesamtheit, nicht aber ein einzelner Geistlicher, über die Anschaffung der Bibliotheksbüch.-r beschließen solle.
Abg. Schott lNtl.) ertiärt, daß die Parteien, die bisher in diesem Hause zusammengearbeitet hätten, dies auch weiter tun werden, seine Partei mache den Ruck nach links nid)t mit Die Nationalliberalen mit ihrer großen Vergangenheit werden nicht untergeben. Seine Partei sei Anhängerin der Simultansdiule auf dniftlicher Grundlage.
Abg (Sifin er t (soz.): Freisinnige und Sozialdemokraten hätten nichts miteinander gemein. Uns ist nicht die Staatsform das roefentlidie, sondern o»c Wirtschaftsform. Wir wollen keinen gewalttätigen Umsturz. Wir stehen auf dem Boden des Gesetzes. Wir sind nicht der Meinung, daß Schule und Religion zusammen gehören. Wir können uns sehr wohl eine Schule ohne Religion denken. Nicht der Lehrer soll den Religionsunterricht erteilen, sondern der (Geistliche und zwar außerhalb der Schule. Ter Redner wendet sich dann den Effenbadjer Verhältnissen zu und erhebt Vor würfe gegeji die Regierung, die der Essenbacher Bevölkerung nid)t wohl gesinnt sei.
Es tritt dann eine Pause von 30 Minuten ein
Abg. Wolf-Stadecken (Bbd.): Die Reden hier haben einen persönlichen Charakter angenommen. Wir müssen uns vertragen. ?4f) selbst habe Zentrumsstimmen bekommen, und ich bin stolz daran) Ter Redner polemisiert gegen die Fortschrittliche Volks vartei und wendet sich gegen die Preßangriffe dieser Partei, die gegen ihn erhoben worden sind. Der Redner geht dann auf die Aussülwungen des Abg Korell-Königstädten ein, dem er vorwirft, daß er Unfrieden gestiftet habe Er hoffe, daß Abg. Korell alles tun werde, um den konfessionellen Frieden im Kreise Bingen-Alzey wieder herzustellen.
Geheimrat Best spricht gegen die Angrine. die der Abg Eißneri gegen bie Regierung bezüglich Erfenbach* gerichtet bat Die Regierung hätte nie gegen die Essenbacher Stadtverwaltung Mißtrauen gehegt. Früher bestandest Hebelstände, die aber jetzt beseitigt seien
Abg. Raab Soz.): Tie Aufregung der Herren vorn Bunde der Landwirte über die Bemerkung, bafi ihr? Politik zemeingesähl lick sei, sei durchaus unbegründet. Derselbe Vorwurf fei uns ja auch gemacht worden, ohne daß sich jemand darüber entrüstet hätte. Der Abg. Grünewald habe sich eine Reihe von Behauptungen geleistet, die er nicht untendnriben könne Er habe gesagt, daß man die Sozialdemokratie am besten durch eine volkstümlich Politik bekämpfe. Das wäre ta der beste Erfolg der Sozialdems fratie. W nn man die Sozialdemokratie zur Mitarbeit heranzieh würde man sehen, daß sie genau dasselbe leisten könne, wie die inderen Parteien Dann würde >'id) auch zeigen, bafi alle Ve-. ungerecht seien. Ter Redner wendet fid) dann den Belt immun gen der Reid>sverficherungsordnung zu und macht detaillierte Bor sch,läge Er gebt dann int einzelnen auf die Krankenkassen rin
Abg Hebel Zentrum : Der Abg Bach habe in seiner Rede die Begriffe durcheinander genrorfen. Tas Zentrum flehe auf dem Boden der Konfessionsschule Auch der Profanunterricht müsse von religiösen Gefühlen durchdrungen fein. Wir hallen die Konfessionsschule für das idealere. Wir wissen, daß unter den gegebenen Umständen in Hessen die Einführung der Öomeifiom idnile nicht möglich sei. Man wird bie Tatsack' nicht aus der Well schaffen können, daß in der Tal ein großer Teil der Lehrer ichgil burdi ihre liberalen Ideen das M-.ßrrauen der Bevölkeruna erregen. Das ist christlich? Christlich ist das. was Christus als Schöpfer der chnülidrcn Kirck». gelehrt bat Was nickt mehr auf diesem Boden fleht, sei nicht mehr christlich zu nennen. Ein verbessertes" Christentum fände aber nickt den Bci'all der Br völkeruna. Der Aba Back sei mr dogmenlofe Komessionsschulen eingetreten. Aba. Back: Tas ist nicht wahr.'
' Abg Dors ck Bbd. wendet sich gegen die Angriff der Fon schritllicken Bolkspartei gegen den Bund der Landwirte. Die Fortschrittliche Bolksvartei habe nichts für bie arbeitende B. nölferung getan.
Abg H o u ck Bbd. richtet sich in längeren Darlegungen gegen die Politik der ^rei'innigen und unterstütz! die Ausführungen des Abg. Lutz über bie L hrfreiheit in der Theologie.
Schluß der Sitzung 3 Uhr Fortsetzung Dienstag vormittag 10 Hhr.
Der Haubaiöröcr Dejcmonn vor dem Schwurgericht.
Mainz, 8. Marz. Am 24. Dezember v. I kurz vor 1 Ubt wurde an der Frau des Zigarrendandlers L i r b i n g ein Rauo- i ordoersuck v.ru t Der Taler, her es anscheinend auf die Laden- kaffe abgeft I :i hatte, schlug die Fran mit einem Instrument zu Boden und perleJ sie j.b.inr am Kopse. In biefem Augenblick imrbe er durch das Tienstmaddien gestört und ergriff bie Flucht. Polizeiinspekior M ramer P.rflänbigtc s fort die StaatSanivattfdiass und verwend te die gany zur Verfügung stehende Polizei zum Äussuchcn des Teters säml.iche Tore der Stadt wurden besetzt, ebenso bie Bahnh.-fe. das Rhcinufer und die Rheinbrücken: der Töter war aber bereits entlommeit. Ein Passant battc^ ihn aber crf.uint unb bezeichnete ihn als den angcblid) am 31. Juli 1869 ui Sckwhz geborenen Damenschneider Heimarbeiter) Martin Anrou Bucler. bei int We. hergarten wohnte. Die Sudre nach dem B. verlief zunächst ergebnislos. VIdn Tage nad) der Tat kam die üLcrrafdhnbe Nackridit hierher, daß Bueler in Frankfurt a V.U a i n verhaftet worden fei. Gleichzeitig wurde bekannt, daß der Name Bueler falfd) war und der Taler nut feinem eigentlichen Namen Dezmann hieß Er n»ar bei feiner Verba stung vollständig gebrodren und legte sofort e i n G estandniS ab, will aber die Tat in der Verzweiflung begangen haben. Bei feiner Verhaftung wurden in feinem Besitz nur 6 Pfennige in Kupfer unb ein Fingerhut öorgeinnbeu. Ville Abrißen übertr. benen Berichte in den Franlmrler Nadinckten über Massen und Di^ridtz-, die D e z m a n n bei fid) geführt und der bramatifdx Vorgang bei der Familie Winkler enlfprang der übereifrigen Phantast eines Frankfurter Berichterstatters Die Ermittelungen haben folgendes ergeben: Dezman», ein gelernter lamenfdmnber, war am 16 Juli 1897 von dem K Ins Regt Nr. 17 in Klagenfurt fahnenflüchtig geworden Er trieb sich feit dieser Zeit unter dem falsd>en Namen Bueler in München, Ludwigshafen. Mannheim und Frankfurt herum. Am 1 Ehoher 1910 beglückte er Mainz mit seiner Anwesenheit unb arbeitete für verschiedene ßröficre Firmen Er mr- öiente wödtentlid) 50-100 Mark. Mit diesem reidilidien Einkommen kam er aber nicht aus. Dezmann war gcfudit alö tüchtiger Arbeiter, bod) lieft er gegen Ende des Jahres 1911 mit feinen Leistungen plötzlich nad) und verdiente sehr wenig. Heute Hal fid» Dezmann vor dem SdiwurgeridU wegen R a u b in o r b »c r f u ch s zu verantworten. Tie VInfiagc vertritt Staatsamvall Dr. V.'kaycr» dem Angeklagten steht als Effizialverteidiger Redstsanwalt Dr. Ehrhard zur Seite. Eine große Anzahl Neugieriger hat fid) ein- gefunden, aud) vor dem Juftizpalast halten fid) Hunderte vor Menschen auf.
Die nach- hap-jia -in«! am Sonntag, 10. Miirz 1912, »•teilenden tivl Lilv von 1Um nuitHir- bst- ihr nacut« nur für dringende Külte sich r Hnzniretlen: D */,
l>r. Richter. Frankfurter Stra'sac 4.
l>r. Sclinrter, Blockstrasse 9.
Märkte.
Gießen, 9. Mörz. 1'1 n t( tb eri d)t. 9hif heutigem Worben* markte ioiictc: Butter das Pfund 1,20—1.30 l'<fN Hühnereier 1 stück 9 Bfg., 2 Stück 17 Pfg., Gnteneier das Stück 10 Plg.; Mäfe baS Stück 6—8 Pfg, 5läfematte 2 Stück 5—6 1 fg., In üben pr Pr. 0,80—1,00 Pik., Hühner pr. St. 1,00—1,60 V'iL, Hahnen pr. Stück 0,80—1,80 P.k., Cnten pr. St. 1,80—2,20 Ulf., O'änfe das Pfd 75—80 t-fg., Echfenfteifch pr. Pid. b6—94 ‘Ug„ •hinbfleifct) pr. Pfund 84—8G Ifg., Muhfleifd) 70 iMg., Schweiiie- Heifcl) pr. Pfund 64—86 Pfg., .'(albfleifrf) pr. Pfd. 84—88 Pfg., Hammelfleisch pr. bfo 60—88 Pfg., Martoflelii pr. luO Ng. 8.50 bis 9.00 Pik., Weißtraiit das Stück 15 bis 80 Pfg* Ziviebel» per Qtr. 12,00—15,00 VJtf., Piilch das t'iter 22 Pfg., Vtep'cl per Ztr. 15 biS 20 21k., Vlüffe 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 0—00 2irw Birnen das Pfund 20—25 Pfg. L'larktzeit von 8—2 tthr.
F.C. Wiesbaden, i’ lehh oi -M art tbe rt ch t vom 8. Plärz. Austrieb . Rinder 72 (Echsen 17, Kühe 55, Bullen 0), Halber 113, Schafe 18, Schweine 187.
Marktverlaui: Allgemein inittleies (>)efcha>t, deiGrofivieh bleibt Uebcrftanb, Schweine und Kleinvieh langsani geräumt.
Tendenz: Rinder, Halber, Schafe, Schweine mäßig rege.
Preis für 100 Pfd.
L'ebeub- Schlachtgewicht
Ochsen. Mk. Mk.
Dollsteisckige, ouSgemästete, höchsten Schlacht-
wertes un Alter von 4-7 Jahren ... 50—53 89—92
Tie noch nicht gezogen haben tungejocht) . . 48 -52 87—92 Junge, fleischige, nicht auSgemästete und ältere
auSgemäftete............ 45 —48 81-87
Bullen.
Dollfleischige, auSgew, höchsten Schlachtw. . . 44—47 72—78
Dollfleischige, jüngere 40—48 67—71
Läri c n. fl ü I) •.
Bollsleischige auSgemäftete Warfen höchsten
Schlachtivertes . ......... 47—51 84—92
PoUfletjchige auSgemäftete Kühe höchsten
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 39—41 72—75
Wenig gut enhuidcltc Iärsen 40—43 77—83
V.eitere auSgemäftete Kühe und wenig gut ent* iDidelte lungere- Kühe 35—88 65—70
3)1 äßig genährte Kühe und Färsen 30—34 60—68 St äl b ec.
feinste Mastkälbec 62—65 103—106
Mutiere Mast- und beste Saugkälber .... 55—60 91 —KX) b,ewigere Al ast» und gute Saugkälber . . . 5)—54 84 — 90 (geringere Saugkälber 44—47 74—79
scha '
Weideinastichase:
Plastlämmer und •l'mitbammel 40 — 00 84—00
Schweine.
Tollfleischige Schweine von 80—100 Lebend- gewrcht 51-52'/, 65—37
'L oUsteischstze Schweine unter 80lc^ Lebendgewicht 50'/,-51'/, 64—66
PoUsleischige Schweine von 100—120 kg Lebend- gewicht 52-53-4 65—67
Vollstenchige Schweine von 120 — 150 kg Lebendgewicht 49'/,-51'/, 62—64
eetiidiroeine über 150 kg Lebend gewicht . . 43'/,—45 56—57
fc. Frankfurt a. M., 8. Mär^ Heu- und Stroh markt. Angefahren waren 12 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 4.00—4.40 P k., Gtroft (Romlangfttoh) 0.00 — 0.00 ‘Slf., Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Keichäst flott. Tie Zufuhren waren aus Eberheften und auS den Rreifen Tieburg und Hanau.
Ems er Wasser
Hei.bewahrt bei Katarrhen, Husten Heiserkeit. Verschleimung Magen- säure. Jnfluenza u-folgezustände Überall e’-hältlicfj in Apothe^n, Qr egen-and Mineralwasser Handlungen
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8. März.
9'/. Hhr.
Hombergk unb
hessische Zweite Kammer.
bs. Tarmstaöt, Der Präsident Köhler eröffnet bie Sitzung um
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Am Reaierungstifch Minister des Innern von Ainanzminifter Dr. Braun.
Erster Punkt der Tagesordnung: Weiterberatnng des Haupt Voranschlages, Kapitel 23, Ministerium des Innern
Abg. Grünewald Fortschr Vp): Tu gelinge Debatte Stabe den peinlichen Eindruck bei ihm hinterlassen, bau der Zen :rumssührer nicht fid) beschrankt habe auf den politischen Angriff und nicht Halt gemacht habe vor der perfönli en Ehrenhaftigkeit onbern planmäßig mit wohlerwogenen Worte i die (ihre d.s Herrn Korell angegriffen und herunter geriffen bebe, den er. Ml ebner, mit feinen Freunden als ehrenhaften und von idealer Vluffaffung erfüllten Menschen wie als Politiker gleichermaßeii schätzt n 3eine heutige Darlegung werde der VLiiUärung des Verhalinisses der Parteien zueinander unb damit der Verständigung dienen Trr Abg. Brauer habe die Freisinnigen als Stiefbrüder der Sozialdemokraten bezeichnet und wenn man auch keinen Grund labe, fid) der Verwandtschaft mit einer politischen Partei zu schämen, die fid) auf dem Boden der Gesetze bewege, so müsse er toch feststellen, daß eine solche Verwandstchast nicht nur nicht bc stehe, sondern daß im Gegenteil die s yii b.motratiidx Anschau ing und bie freisinnige in ihrer Wesen./eil burckaus verschieden
ssien. Es unterfd)eibet sie die Stellung zur Staatsform, bc ■ liglich rocld)er grundsätzlich die Fortschrittspartei ani dem Boden
<r Monarchie stehe, es unterfebeibe sie die Tatsache, daß fie ie heutige .Staats und Gesellsd)astsordnung nur zu ändern ■atrebt sei auf gesetzlichem Wege. Seine Partei fei g a n z zu neden mit den Zuständen, der Unterschied bestehe nur in der Wahl her Mittel und in dieser Hinsicht jongliere die sozialdemokrat idx Jartei immer nod) eventuell mit der Vlnrocnbung revolutionärer Mittel.
Was aber vor allem die beiden Richtungen trenne, sei die liberale Weltanschauung, deren Träger die Fortschrittspartei fei \ unb roeldje die Msichten der sozialdemokratisd)cn Partei aus eine \ rnfeitige Bevorzugung der Arbeiterinteresfen bekämpfen müsse, j ter Liberalismus wolle alle Staatsbürger gleichmäßig beteiligen I a i den Pflichten des Staates und an dessen urteilen. Er, Redner, ! fri von der Heberzeugung durchdrungen, daß niemals fid) der Kol I Irktivismus, die Vergefellfchaftung der Produktionsmittel, er I reichen lasse, das sei eine blanke Utopie.
Er, Redner, lege nicht viel Wert auf solche Zurufe, wie ihn ■ trauer getan habe, er fei schon vor 25 Jahren ein „Reicks I frinb" gewesen, damals aber nicht wegen Zusammengehens mit I Dm jetzt hoffähig, salonfähig unb ftaatscrhaltcnd genannten Z e n I leum. Er habe fid) nicht geändert, er fei der Alte geblieben
Während auf der einen Seite die freisinnige Partei als mit I km Proletariat verbrüdert bezeichitet werde, solle fie anderer I üits aud) die Partei des Großkapitals sein - Feuer und । Baffer in einem Topf! Er wolle nicht etwa die Frage der Svn I »kate unb Kartelle behandeln — bemerke aber, daß das R o h I elfen f h n b i F a t und der Stahlwerksverband das Rück [ rat unseres Wirtschaftslebens bilden und daß von ihrer Eristenz | )e Konjunktur abhängig fei, von der tviedemm unsere Fi imzen abhängen. werde übrigens die Nachweise erbringen, 11 reichen Parteien die Kirdorf, Thistsen ufto. angchören.
An der fozialdemokratifcken Bewegung, die 4 250 000 Stim- iten gebracht habe, könne man nicht vorübergehen, man müsse I Stellung zu ihr nehmen: das Prinzip der Repression fei Nsch und habe versagt, es werde von der Fortschritts < Jartci verworfen: er erinnere an daS Sozialistengesetz, an bie Köllerschen Erlasse, an die Zuchthausvorlage. Druck erzeuge 4eqendmck, das lehre die Geschidste aller Zeiten, die Sklaven lufftänbc, die Bauernkriege^ die französische Revolution! „Vor xm Sklaven, wenn er die Kelte bricht, vor dem freien Mann, er- iltierc nicht."
Die llntcrbrürfungdthcorie habe Fiasko gemacht, die V e r - I 'Unb i g u n g mit der Sozialdemokratie und ihre H e r a n z i e h- SUng zur Mitarbeit' sei nad) Ansicht der Fortschrittspartei die •eftcre Methode Man soll die Quellen verstopfen, ans denen )ie Unzufriedenheit fließt, die der Sozialdemokratie ihre Re- fruten liefert, kurd) eine volkstümliche, liberale Politik, die alles ermeidet, was Märtyrer schafft unbJ»cr Sozialdemokratie neue rvmpathien schafft; man soll die Sozialdemokraten nickt als ninberiucrtige Bürger behandeln, die <so$ialbcmofratie^fei auf ■an Punkte angelangt, so groß geworden, habe so viele Stimmen mb Abgeordnete, daß positive Leistungen, nicht Wedstel aut ine ferne Zukunft von ihr verlangt würden. Auf jiie heffisd)e Bolitif angewandt bereite dies eine Beseitigung des Systems der i üchtbestätigung sozialdemokratischer Gemeindebeamten, dasselbe tebe im Widerspruch mit der Verfassung und sei geeignet, Ber | üttcrung zu erzeugen: dies sei aud) schon vom Ministertitche F ms anerkannt mürben. Zuruf: das war einmal!) Pas war inmal und soll roicberfonnncn, jedenialls werde er dazu bei ragen, daß man aufhöre, die sozialdemokratische Parte, nicht ' ;ered)t unb mit der Achtung zu behanbeln, bie parteipolitischer f ärrocgunq gebühre. , r , m
Bei ber Beratung der Frage, ob die Essenbacher Polizei W u verstaatlichen sei, werde man sich über diese xinge des näheren b u unterhalten Iwbcn; sei bie Maßregel als eine gegen die sozial- L rmofratiidjc 'Vartei gerid)tete gedacht, so tverde er dagegen stimmen, ■ 'n er jedes Gesetz und jede behördliche Mastnalnne baraut an | tk, ob es zur Verständigung mit der sozialdemokratischen Partei 1 irnlid) sei. In Gießen habe man übrigens keine guten Ur ■ ihrungen mit den jungen Assessoren gemacht, die ut rchcker -volgc ■ mb ohne sich in die Kenntnis von Personen unb Verhältnissen ■ iitarbeiten zu können, erschienen seien. Einer habe iogar ge ■ Men lasse),, baß bie Polizeiakten als Makulatur verkauft wor ■ en feien. Jetzt sei ein älterer unb erfahrener Beamter ba, der ■ »ffcntlid) bleiben werde. ,
Redner führte, von zahlreichen Zlirmen unterbrodxn^ eine Wseihe von Politikern zu seiner Ansicht an Baisermann, Stre,e ■pnn, Kindermann, Delbrück, Posadowskn , Okladner bei den ■lationallibcralcu unb im Zentrum und hob heraus, baß, oh ■ mtcr Bülows Leitung) and) nur v o r u b e t g c h en b c in Wäschen liberal regiert würbe, die Zahl ber ,ozial ■ demokratischen Mandate um die valste zuruck-
nit&eS beweise eklatant die Richtigkeit seiner Auffassung, daß -e Wurzeln der Sozialdemokratie abgeidnutten nnirbtii durch eint WStümlidK Politik, bie nidit alle Lasten aus bie sckwacken ^fe^Souälbenwfratie müsse freilich aufhöreii, ihre revoh
?o*närcn Ideen zu hegen, sie solle aut dem Boden d^rGeictze Ä meinetwegen zu einer reformierenden Vlrbeiterpartci entmid Ii, Revolutionieren solle sie den Portugie,en, Türken unb Chi An den" Rauheiten, Rohheiten der Sozialdemokraten solle sid) nicht stoßen, man solle bedenken, bau etne rajcb a
«tiegene und zur Macht gelangte Untenthidn it1 Ät f oicfin eU in b Jarmen unb Regeln parlamentarisch unb geielssckamim em
' ivie bie Vertreter der Klassen, die.nmhzeltigtchonm die <Qt8fiunbe geschickt worden sind. Man |olle nck ennnern, .nc -nere Vorfahren, die Bürger unb Bauern von 1848 am t. -
.. 2»« Jahres an bem Ständelxuis getobt unb Laub uiW ^treu «dangt bebe — tato tvas füib wir Tür nette ~eutc unb braoi
162. Jahrgang
ühWer Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesien
Nr. 59 Zweites Blatt
Erscheini klßrich mit Ausnahme des €onntagL
tte „th(|fner LamillenbläNer- werden dem ,Anje'«er' viermal wöckeuilick deig-Ieql, das „XrtMten fflr den Kreis «letzen' iroeunal »öchenilich. Die ..r«ndwirt|chaktlich,n öctb fragen" erscheinen monatlich iwennal.
Samstag, 9. März 1912 ftaationtbnirf und 6n1es der vrüdt'lchen Universums • B ich- unb Steindruckerei.
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