Nr. 135
Zweites Blatt
162. Jahrgang
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r,e „Eletzener LamNienblStter- werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beiqeleqt, da« „Krdiblatl fflr dev Kreis «letzen" zweimal wöchentlich. Die „londwlrtschoftlichen Lett» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
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maritimen Politik zu jener Beständigkeit komme, die in der auswärtigen Politik schon lange an der Taaes- ordnung sei. Im ganzen gesagt, sei England auf o, richtigen Wege seines Systems oer Landesverteidigung
Sie Pariser Presse äußert sich in bewertens.
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Dienstag, 11. Juni 1912
JUUetionlbnid und vertag der vrühl'schea UnchersitLtß - vnch- und Steindruckerei.
St. Lange. Gießen.
Redaktion. Expedition und Tnirfertl: Schul« stratze 7. Expedition und Verlag: fces* 6L Webaftiorcewll2. Tel..?lb^Anzeiger»leßen.
Line Kundgebung der weiblichen Angestellten zur Gehaltzsrage.
In Köln waren an den Pfingsttagen die Ortsgruppen des Kaufmännischen Verbandes für weibliche Angestellte <Siü Berlin versammelt, um neben der Beratung innerer Angelegenheiten auch zur Gehaltsfrage Stellung zu nehmen. Etwa 300 Vertreterinnen aus den verschiedensten Teilen des Reiches bc* teiligten sich daran. Tas Ergebnis der beiden dazu gehaltenen Vorträge, die ein reichhaltiges Material beidrachlen, war die Feststellung, daß d i e b c st e n G c h ä l t e r in den ganz großen Städten (Hamburg-Altona, Berlin- und in solchen unter ICO OOO Einwohnern gezahlt werden, während in den dazwischen liegenden Orten die Gehälter niedriger sind. Vergleicht man die Gehalts- höhe mit den notwendigen Lebensansprüchen, so zeigt sich, daß ein großer Teil der Angestellten ein ungenügendes Entkommen bezieht. Tie Gründe hierfür sind: die noch vielfach herrschende Anschauung, daß zur Ausbildung der Frau für einen Beruf keine hohen Auswenduttgen gemacht zu werden brauchen, die Benachteiligung des weiblichen Geschlechts in bezug auf die Fachbildungsmöglich keilen, die dem roeiblidxn Geschlechte anerzogene übermäßige Bedürfnislosigkeit, die meist in äußeren Gründen liegende Schwierigkeit der Organisation der Gehilfinnen
Eine Festsetzung von M i n d e st g e h ä l t e r n, die das Existenz. Minimum darstellen, ist für die meisten Arten von Angestellten möglich, wenn bestimmte Ausbildungsbedingungen und die Löhe der zum Leben erforderlichen Summe in den einzelnen Gebieten des Reiches festgestcllt sind. Solche Erhebungen müsse der Verband, der als die größte Organisation berufstätiger Frauen dies wohl vermöge, im Laufe der nächsten Zeil veranstalten. Normal- löhne hingegen lassen sich jetzt nur für einen geringen Teil aufstellen.
Solange nicht amtliche Interessenvertretungen jcidiaffcn sind, muß die Organisation selbst durch Ausbau der Zelbsthilse-Ein- rid)tungen zur Erhöhung des Gel-alts beitragen. Solche Einrichtungen sind: der Stellennachweis des Verbandes, der sehr leicht ausgestattet werden kann, da er schon jetzt mit jährlich IG OOO offenen Stellungen und ebenso viel Bewerbungen der größte feiner Art in Deutschland ist, ferner die Stellenlosen-Unterstützung, für die im abgeiaufenen Jahre 8000 Mark verausgabt sind, und der Bildungsaussdiuß, der eine angestrengte Tätigkeit ausüben muffe. Etwas Tüchtiges aber kann nut eine Organisation schassen, in der die Angestellten die Verwaltung selbst in der Land haben. Tie Vorträge werden im Druck erscheinen.
Zum Untergang der französischen Unterseebootes „verwemiaire".
Berlin, 10. Juni Aus Anlaß des Umcrgüligs des „Vendämiaire" ließ der st a t f e r dem hiesigen französischen Botschafter durch seinen Flngeladjntanten Kapitän z. S. von Bülow seine Teilnahme aussprechcn. Ter deutsche MarineattachS in Paris, Freiherr von Bibra, beg sich in das Marineministerium, um das Beileid des Staatsekretärs v. Tirpitz zum Ausdruck zu bringen.
Ein Artikel bet „TimeS" über eine britisch-deutsche Entente erklärt, daS Streben Deutschland nach wirtschastlicher Expansion fei rechtsmätzig sogar unvermeidlich.
Kriegsminifter halöane über die britische Landesverteidigung.
Wie aus London muge.cilt wir., gab der Bürgermeister bon Marylebone, einer der Städte, die Grog-London^bilden, ein Tiner, bei dem der Kriegsmanister ~orb dane Ehrengast war und eine Red e hielt. .
Tarin betonte Lord Haldane die Süßlichkeit und o t m e n b i g E c i t jt a r t e r sJi ü ft u n g c n und ) g , -
die Flotre angeht, so müßte England unbedingt v \ ‘ ' ßch g/t zur See wahren Bald würde Zett » , do die Kolonien zu Lande und zu Kaiser sich I L
Hauptversammlung bes Deutschen $Iotten=Dereins.
~ Weimar, 9. Juni.
In Anwesenheit des Großherzogs Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar trat hier der Tcutsche Flottcnvcrcür^zu seiner 12. Ta gütig zusammen, zu der delegierte aus allen Teilen des Reiches erschienen waren. Auch andere nationale Vereine hatten Vertreter entsandt. Ferner war der frühere Präsident des Deut scheu Flottenvereins, Fürst zu Salm-Horstmar, erschienen. An den .Kaiser, den Prinzregenten und den Prinzen Heinrich von Preußen wurden Huldigungstelegrammc gesandt.
Nachdem der Vorsitzende, Großadmiral v. Koester, die Erschienenen, darunter and) die Vertreter der Presse, begrüßt hatte, gebad)te er der Toten des letzten Jahres und nahm dann das Wort zu einer
programmatischen Rede.
Er führte aus: Im Jahre 1917, also im Jahre des Ab- schllsises für unser Flottengesetz, wird Deutschland über drei aktive und zwei Reservegeschwader vcrsügen. Zum gleichen Zeitpunkt wird England voraussichtlich sechs Geschwader und zwei Reservegeschwader haben. In Frankreich werden zwei aktive und zwei Reservegeschwader mit acht Ausllärungsschisfen vorhanden sein. Tas russische Programm weist bis zum Jahre 1917 ein Geschwader an Groß-Panzerschissen und eins an großen Kren - zern aus. Unser Verhältnis zu England wird 1917 das von 1 : 2 fein, dürste sich aber noch zu unseren Ungunsten verschlech- tern. lieber die politische Lage und namcntlid) über unser Verhältnis zu England will ich mich hier nidjt ausiprechen, da jeder von Ihnen sid) ein eigenes Urteil gebildet haben wird. In Fran kreid) ist der EhauvinismuS wieder mehr erwacht. In Rußland hat der Minister- des Answärligcn fein Wohlwollen für Deutschland betont, dabei aber zum Ausdruck gebradit, daß die Ententemächte unter allen Umständen berücksichtigt werden müßten. Mit Freuden ist es zu begrüßen, daß die^Marinevor- lage im Reichstage einstimmig genehmigt wurde. Dagegen sind unsere Hoffnungen burd) den in Ausficht genommenen Zuwachs von drei Linienschiffen und zwei kleinen Kreuzern nicht ganz in Erfüllung gegangen. Mit der Schonung des dritten Geschwaders sind wir einverstanden. Unser Wunsch geht nun dahin, daß
die Persotialvermehrung
so reichlick) sein möchte, daß die Organisation des dritten Geschwaders möglichst bald zum Abschluß kommt. Ter Bauplan läßt die Panzerkreuzer ganz unberüdüdnigt, die von immer größerer Wichtigkeit werden. Sie sind auch bic, bedeutsamen Repräsentanten deutscher Kraft im Auslande, sd-ade nt es, daß das nad) Amerika entsandte Geschwader nicht vor Puebla eri'djcinen könne, um die Deuts ch c n m o r b c z u räche n. Wir wünschen also für fünf Jahre 5000 Mann mehr für die Reserveflotte und den
Bau von fünf Panzerkreuzern, die in den Jahren zu bauen wären, in denen kein zweites Linien- fchifs gebaut wirb. Teutfchlanb in ein wohlhabendes und obrer» williges Volk, unb es hat auch ben Iriegerifdren etnn, denen jcde große Ration bedarf, nodi nicht verloren. Wir wollen nur die Durd)sührung des Flottengesetzes, über 'einen Rahmen gehen wir nicht hinaus. Wenn wir barür wirken, werben un» alle vatriotifd)en Männer banken Anlialtender großer Benail.-
Es folgte eine lebhafte Aussprache, in ber bie Vertreter der verschiedenen Landesverbände ihre Zustimmung m den Aus- führungen des Großadmirals gaben. ^UIC ,^nt,d)lie^n^nrrouJ^ nicht gefaßt. — Aus dem Jahresbericht ging hervor, datz der Verein jetzt 313 000 Einzelinitglieder um.atzt 'erne Ge- famtgcfolgfdjaft beträgt 1050OOO. -ter Bericht Dirwabrt iid gegen den Vorwurf, daß der Verein vetzarbelt gegen ’^-mbe Staaten treibe. Er wirke nur aut klarend. — Zum Ort der nächsten Tagung würbe Bremen gewählt und daram dre Versammlung mit Tankesworieu des Voinoend^n g^a.- ^n.
5taOt und
Wiegen, 11. Juni 1912.
L.-U. Dr. phil. Felix Jentzsch, der sich an bet Landesuniversität für das Fach der Physik zu habilitieren wünscht, wird am Mittwoch, ben 12. Juni, um 7 Uhr nachm., in der kleinen Aula seine Probeoorlefung ,lieber die allgemeine Gravitation" halten.
** Eisenbahnperfonalien. Ernannt: Wiliäidjafi’ ner Adolf Walter in Friedberg zutn Schaffner, Hüssrangiee führer Schäfer in Bebra zum Rangierführer. Tie P r ü f u n g hat bestanden: Unter An ist ent Bernhard in Gießen .im Eifendahnasfistenten. B e l o h n u n g e il haben erhall.n u.icn- bahn-Praliitant Wehner in Fulda, weil er einen Eifenbahnfrevler feftgenommen unb zur Anzeige gebracht hat: Rangiet- führet btnlHmonn in Gießen wegen Anwendung einer Bc- triebsgciahr. V ersetzt wurden: Eisenbahnassistcnt Rehs von Franlsurt nad) Gelnhausen, Tegen Hardt von GelnlmiN' N nad) Franliuri. Bahiimenleraipirant Bomie von Friedberg nad) lirs heim, rwlomotivheizer M o ck c n h a u p t von Betzdorf nach Gietzen. Dcn Lchlosserlehrlingen Steiner, Landfiedel unb Bardenhaier in Frankfurt a. M. ist die von dem König von Preußen für besonders slcißige und tüd)tige Handwerkslehrlinge der Ltaatseifenbahttwerl> stätten gestiftete Medaille verliehen worden und zwar dem er|t- mnannten die Medaille in Silber, ben anderen die Medaille in Kupfer.
** Z u m Loewe- Abend wirb uns geschrieben: Der Berliner MusitsdMiftsteller und Herausgeber von Loewes Werken, Tr. Max R u n z e, spricht sich über Loewe folgendermaßen aus: „Man muß immer wieder von neuem ftaunen über die Arbeitskraft unb Schaffensfreudigkeit, sowie über bie unvergleichlid-e Vielseitigkeit dieses gottbegnadeten Meisters: was er mit dem Hauche feines Geistes berührte, wohin er feine Kunstlerhand streckte, da erwachten künstlerische Gebilde: der hehrste Bcgnif war ihm nicht zu unenblid), nicht zu unfaßbar: bet simpelne, alltäglichste Gegenstand war ihm nicht zu gewöhnlich, nicht so ganz poesielos, er wußte beiden Ton unb «lang zu verleihen uno mit feinem Ton unb Strang bas Ding an sich, die Sache selbst aus da» fravvaiiteste zu treffen; seinem Können fügte sich alles! Tas Erhabenste, das Ewige führte er uns menschlich naher, — bas Schlichteste unb scheinbar Hausbackenbste adelte er mit~ seiner Kunst unb zog es gleichsam verklärend in die Höhe." Schöner unb treffenber kann tatsächlich die Kunst Loewes, die diesen Freitag am Loewe-Abenb des Alld. Verbandes kennen zu lernen Gelegenheit ist, kaum gekennzeichnet werben.
•• Taubstummen-Gottesblenst. Am Sonntag, den 16. Juni, ftnbet nachmittags um 2 Uhr im Stonfirmanbcn- saale ber LukaSgemeinbe, Liebigstraße 66, Gottesdienst für Taubstumme statt. Auswärtigen ulittellosen Taubstummen wirb von ber Eisenbahnverwaltung Fahrpreisermäßigung gewährt; dec hierzu erforderliche Ausweis ist von dem Leiter des Taubstummen-GotteSdiensteS, Pfarrer BechtolSheimer in Gießen, zu beziehen. Nach beni Gottesdienst soll ein gemeinsamer Spaziergang nach der WellerSburg gemacht werden.
•• TaS Gaswerk hat sich infolge der Einführung des Einheitspreises für Leucht- unb Kochgaö im letzten Jahre gedeihlich weiterentwickelt. Die GaSproduktion hat sich von 2 095 364 cbm auf 2163 810 cbm erhöht, b. h. eS wurden 1911/12 68 446 cbm ober 3,27 % wehr produziert. Ter Verkauf an Private belief sich im letzten Jahr auf 1 646 038 cbm gegenüber 1589 882 im Jahre zuvor, so daß 66 156 cbm mehr verkauft wurden. Tie Straßenbeleuchtung erforderte 308550 cbm GaS (1910/11 303 007). Ter Selbstverbrauch des Werkes belief sich auf 68 272 cbm (62169 cbm), Verdichtung und Verlust ergaben 141 950 cbm — 6,55 % bet Produktion (140 306 — 6,69 %)• Die Einnahme aus Gas belief sich 1911/12 auf Mk. 317561 (Mk. 293060). Durch bie Vereinheitlichung des Gaspreises war allerdings eine größere Anzahl Gasmesier überslufsig geworben, wodurch sich ein Ausfall an Gasmessermiete in Höhe von Mk. 3118.— ergab. Die stärkste Gasabgabe brachte der 9. Dezember 1911 mit 8900 cbm gegenüber 9111 cbm am 17. Dezember 1910. Am geringsten war die Gasabgabe 1911 am zweiten Pfingsttage, nämlich 3420 cbm gegenüber 3010 cbm am gleichen Tage des Vorjahres.
•• Turnklubseiche. Im Hangelstein, neben der ,Schönen Aussicht, hatte d:e Gesellschaft Turnllub am Sonntag ihre Mitglieder nebst Familie versammelt, um eine von
werter Weise zu dieser Rede Haldanes. So schreibt der Gaulois über die Rebe des englischeti Kriegsmittisters, in der dieser Anspielungen auf bie allgemeine Wehrpflicht machte: Ein englischer Kriegsminister könne sich, velche Tendenz er auch immer haben mag, von der Politik einer Regierung nicht trennen, besonders wenn diese von der Mehrheit des Lanoes gebilligt werde. Es liege überdies auf der Hand, daß die militärischen Abmachungen, die im Laufe des letzten Jahres von den französischen und englischen Generalstäben abgeschlossen wurden, nicht ohne Zu- timmung des Oberhauptes der englischen Armee erfolgen tonnten. TeShalb brauche man der Reise Haldanes nach Deutschland keine allzu große Bedett- tung beizumessen. Tie jüngst vom deutschen Reichstag bewilligten neuen Heeres- und Marine-Kredite und dte Worte !>es englischen Kriegsministers genügen uns, um unsere Besorgnis zu zerstreuen, wenn wir welche empfunden hätten.
Haldanes Ernennung zum Grohkanzler.
London, 10. Juni. Wie das Reutersche Bureau erfährt, ist der Lordgroßkanzler und Groß siegelbewahrer Earl Loreburn zurückgetreten und Kriegsminister Haldane zu feinem Nachfolger bestimmt worden.
Eine spätere Meldung brachte die Bestätigung:
Ter Rücktritt des Lordgroßkanzlers und Großsiegelbewahrers Earl Loreburn und die Ernennung Lord Haldanes zu seinem Nachfolger werden amtlich bekannt- gegeben. Lord Haldane hat sein neues Amt bereits angetreten.
Berlin, 11. Juni. Lord Haldanes Ernennung zum Großkanzler und Präsidenten des Oberhauses wird nur erst von wenigen Morgenblättern besprochen. Das „Bert. Tagebl." sagt: Die Ernennung trage in jeder Beziehung ben Eharatter einer Beförderung. In der Frage der deutsch-englischen Verständigung könne Lord Haldane in seinem neuen Amte, wenn die übrigen Bedingungen günstig bleiben, sich intensiver betätigen als an der Spitze eines Ressorts, das die ganze Kraft seines Inhabers in Anspruch nähme.
Das Königspaar von Bulgarien in Berlin.
Berlin, 10. Juni Gestern abend besuchten der König und die Königin von Bulgarien in Begleitung des Prinzen und des Ministerpräsidenten Ge- ch o w mit Gefolge die bulgarische Gesandtschaft, wo ihnen )ie hiesige bulgarische Gesandtschaft vvrgestellt wurde. D.e Majestäten unterhielten sich Icuticlig mit ben Erschienenen Ter Gesandte Geschow hielt eine Rede, die ergriffen an gehört und mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Majestäten und die gesamte Dnnastie auSll.ing.
Ter König von Bulgarien stiftete aus Anlast seines hiesigen Besuches für die Berliner A r m c n 10 000 Ml
Tie Königin von Bulgarien ist heute vormittag 8 Uhr 30 Minuten vom Stettiner Bahnhof nach Laug Hagen abgefahren.
Der König der Bulgaren mit den Prinzensohnen verließen heute vormittag 11 Uhr Berlin.
Das deutsche Geschwader in Neuqork.
Neu hort, 10. Juni. Tas deutsche Besuch s - geschwader wurde auf dem Wege nach Neuyork außer von vier Schlachtschiffen von fünf Torpedobooten eskortiert. Graf Bern stör ff fuhr dem Geschwader auf Eor- nelius Vanderbilts Jacht „North-Star" entgegen. Viele Tausende wohnten der Ankunft am Ufer bei. Tas Emp- fangskomitee, in dem sich u. a. Bürgermeister Low, Morgan jr., der Verleger der „Neuyorker Staatszeitung", Midder und der Polizeichef Walde befanden, hießen Kontre- admiral v. Rebour-Paschwitz im Namen der Stadt herzlich willkommen. Bürgermeister Low erklärte in einer Ansprache, die Bevölkerung Neuyorks hoffe, daß der Aufenthalt der Schiffe in Neuyork zu den angenehmsten Erinnerungen der Besuchsfahrt zählen würde. Tas Komitee verblieb eine haibe Stunde an Bord des „Moltke". Später waren Vanderbilt, Graf Bernstorff und andere Gäste des Kontreadmirals zum Tee. Nachniittags von vier bis sechs Uhr war der „Moltke" zum Besuch des Publikums freigegeben. Taufende drängten sich, um das Schiff zu besichtigen. Abends besuchten die Mannschaften das Theater, lleberall wurden die Deutschen herzlich begrüßt, v. Rebour-Paschwitz erklärte, der Empfang der deutschen Flotte sei glänzend, und die amerikatiischen Offiziere seien unbeschreiblich liebenswürdig. Abends fand ein Tiner der deutschen Offiziere im deut- scheu Verein statt, nachdem v. Rebour-Paschwitz am Nacknnittag den Deutschen kriegerbund empfangen hatte.
Tie Stadt steht vollständig unter dem Zeichen des Besuchs des deutschen Geschwaders, wodurch heute wieder Hunderttausende angelockt sind. Tie allgemeine Stimmung geht dahin, daß durch den Flottenbesuch bie amerikauisch- beutfehen Beziehungen sich weiter befestigen. Etwa 10000 Personen besuchten den „Moltke". Tie Blätter widmen der Flotte seitenlange Artikel. Sie betonen die Herzlichkeit des Empfanges und das Interesse des Publikums, das größer fei, als es bei der letzten amerikanischen Flottenschau gewesen sei. Tie Botschaft des Admirals v. Rebour-Paschwitz an die Neuyorker, in der er ausführt, er habe dem Präsidenten Taft die Grüße des Kaisers überbracht und überbringe Grüße des Prinzen Heinrich an seine Neuyorker Freunde, der Prinz gedenke mit Freuden des Empfanges, den er in Neuyork genoffen habe und in welcher v. Rebour- Paschwitz schließlich den Dank für die herzliche Gastfreundschaft ausfpricht, erreichte hier den herzlichsten Widerhall. Auf zahlreichen Wolkenkratzern, so vom Singerturm, weht die deutsche Flagge.
Tie Offiziere des deutschen Geschwaders besuchten gestern nachmittag den Regierungsschifsbauhof in Brooklyn, w§ die größten Vorbereitungen getroffen waren. Heute machten Admiral v. Rebour-Paschwitz und der Offiziersstab dem Bürgermeister G a y n o r in City Hall ihre Aufwartung. Eine vieltausendköpfige Menschenmenge harrte dort der deutschen Gäste und begrüßte sie herzlichst. Am 'JZad)mittag erwiderte Gaynor den Besuch aus dem „Moltke".
UtenEiperimentie'- auf Grillrost ,is= Uber««'" iU
verteidigen würden. Tas würde Enaland von schweren Lasten befreien. So würden die England zur Verfügung tehenden Streitkräfte für bie Verteidigung der eigenen Heimat frei werden und das sollte England in kurzer Zeit zur mächtigsten Land- und Seemacht machen, die es jemals gegeben hat. Für den Augenblick hätten die Engländer über ihre natürlichen Inseln zu wachen unb ihr Bestes zu tun, mit den Hilfsmitteln, bie zu ihrer Verfügung stehen. Worauf man am meisten achten müsse, fei, daß es auch in der militärischen wie
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
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