schlu ß des Waffen st ill ft andes Adrianopel nachts nochmals angegriffen hätten.
Der Minister des Innern veröffentlicht folgende amtliche Depesche aus Adrianopel vom 4. Dezember: Der Feind, der vor Abschluß des Waffenstillstandes sich der Festung nähern versuchte, unternahm gestern abend neun Uhr mit allen Streitkräften an Infanterie und Kavallerie einen allgemeinen Sturm von der Westfront und der Ostfront von Marasch her. Unsere Truppen schlugen den Sturm mit äußer st er Energie ab. Unsere Borposten wichen nicht einen Schritt aus ihren Stellungen. Der Kampf dauerte sechs Stunden. Der Feind erlitt große Vertu st e und wich in Unordnung zurück. Siebzig .Kanonenkugeln, die gegen die Stadt gefeuert wurden, verursachten keinen Schaden. Heute wurde der Waffenstillstand proklamiert.
Ein Berliner Blatt meldet aus Konstantinopel: Ein im Automobil aus Adrianopel hier ein getroffener deutscher Geistlicher berichtet, Adrianopel sei reichlich mit Proviant versehen und die Haltung der Türken vorzüglich. Bei dem letzten Kampfe hatten die Türken 400, die Bulgaren 800 Tote.
Die Zahl der türkischen Kri'gsgefangenen.
Sofia, 8. Dez. Die Zahl der in Bulgarien b e f i n d t i ch c ti türkischen Kriegsgefangenen beträgt ungefähr 18000, darunter 350 Offiziere. Nicht mitgezählt sind die 6000 Gefangenen von Saloniki, die den Bulgaren hätten übergeben werden sollen.
König Peter erkrankt.
Die ,,Voss. 3tg." meldet aus Belgrad: König Peters Gesundheitszustand gibt zu großen Besorgnissen Anlaß. Häufige Ohnmachtsanfälle wechseln mit Schlafsucht. Auch Kronprinz Alexander kehrt krank aus dem Kriege zurück.
Ans Stafcf rind Land.
(Sie 6cn, 9. Dezember 1912.
Die Frequenz unserer Landesnniversität hat im Wintersemester abermals etwas zugenommcn, so daß damit die bis jetzt höchste Besucherzahl erreicht ist. Im vorigen Halbjahr wareir 1350 Studierende eingeschrieben, von denen 295 abgingen, während 273 zugingcn. Sonach beläuft sich die Zahl der Studierenden auf 1338. Der Anteil der Nichthessen an der Gesamtzahl nahm nicht unbeträchtlich zu, denn während 159 Dessen und 136 Nichthessen abgingen, betrug der Zugang 108 Hessen und 165 Nichthessen. Zu der Zahl der Studierenden kommen 5 Hospitantinnen, 107 Hörer und 75 Hörerinnen, so daß der Gesamtbetrag 1525 beträgt. Bon den Studierenden gehören der theologischen Fakultät 97 (darunter 83 Hessen) an, der juristischen 121 90 Hessen), der medizinischen 502 (177), und der philosophischen 618 (430). Von den Studentinnen studieren eine in der juristischen, 11 in der medizinischen und 12 in der philosophischen Fakultät. Nach Fächern studieren Medizin int engeren Sinn 296 (132 Hessen), Tierheilkmrde 205 (45), Zahn- Heilkunde 1, Philosophie 40 (12), Pädagogik 13 (5), Mathematik 62 (46), Naturwissenschaften 80 (68), Chemie 37 (15), Pharmazie 22 (6), Forstwissenschaft 29 (14), Landwirtschaft 64 (49)* Geschichte 20 (14), klassische Philologie 63 (48) und neuere Philologie 188 (153). Es studierten 732 mit Reifezeugnis vom Gymnasium, 239 vom Realgymnasium, 291 von der Oberrealschule, 21 mit Zeugnis für das Fach und 35 mit sonstigen Zeugnissetr. Von der Gesamtzahl der Studierenden waren 780 aus Hessen, 494 aus anderen deutschen Staaten. 343 aus Preußen, 64 Bayern, 17 Baden, 13 Sachscn-Koburg-Gotha, 13 Elsaß-Lothringen, 12 Württemberg, 10 Sachsen, 9 Oldenburg, 7 Hamburg, 4 Mecklenburg-Schwerin, 3 Anhalt, 2 Sachsen-Weimar, je einer ans Schwarzburg-Sondershausen, Waldeck, Reith j. L., Lippe-Detmold und Bremen. Aus anderen europäischen Staaten stammen 47, davon 31 aus Rußland, 4 aus Oesterreich-Ungarn, je 2 ans Großbritannien und Serbien, je einer aus der Schweiz, den Niederlanden, Italien, Belgien, Schrveden, Norwegen, Rumänien und Bulgariett. Von Nichteuropäern waren 3 aus Nord-Amerika, und 2 aus Japan. Von den 24 Damen wareir 7 aus Hessen, 3 aus Preußen, 10 aus Rußland, eine aus Schweden, eine aus Serbien und zwei aus Nord-Amerika. Int Sommersemester betrug die Gesamtzahl der Hörer 1505 und im Wintersemester 1911/12 1428.
*
Der kupferne Sonntag.
Am gestrigen drittletzten Sonntag vor dem Weihnachtsfeste herrschte in den Straßen unserer Stadt ein lebhafter Verkehr. Bei dem schönen trockenen Wetter war die Kundschaft aus der Provinz gekommen, um den Geschäftsleuten volle Kassen zu machen. Das Geschäft setzte im Gegensatz zum vergangenen Jahr schon am Vormittag flott eilt und fast alle Branchen hatten viel zu tun. ' Sehr stark war am Nachmittag der Andrang der Käufer in dem Läden der Neustadt, der oberen Bahnhofstraße und der Marktstraße, wo mehr die Landlundschaft einzukaufen pflegt. Aber auch in den Geschäften am Seltersweg, Kreuz platz, Mäusburg, Schulstraße und Marktplatz herrschte reges Leben. Unsere Geschäftswelt hat aber auch in diesem Jahre Außerordentliches in Auswahl und billigen Preisen der Waren geleistet und die teilweise glänzend dekorierten Schaufenster üben einen Reiz zu kaufen aus, dem niemand widerstehen kann. Im allgemeinen wird von unserer Geschäftswelt behauptet, daß bisher das Wintergeschäft nicht zu loben sei. Alte, erfahrene Kaufleute behaupten, daß ihre Mimben im Einkauf sehr zurückhalten und finden die Gründe dafür in den holn'n Lebensmittel- Preisen und teilweise auch in der vermeintlichen .Kriegs, gefahr. Es wurde verschiedentlich erklärt, daß die Monate Oktober, November mit ihren Einnahmen erheblich zu- rückgeblieben seien gegen die Umsätze in denselben Monaten des Vorjahres, dabei seien aber die Geschäftsspesen gewachsen und der Verdienst sei kleiner geworden. Es kann unserer Bevölkerung nur wieder wärm ans Herz gelegt werden, am Platze zu kaufen und unsere Kauf' leute und Gewerbetreibenden zu unterstützen, denn diese Stände haben sehr hohe Steuerlasten zu tragen und sind nicht kleinlich im Geben, wenn in Gießen etwas für die Allgemeinheit geschaffen werden soll.
*
** Tageskalender für Montag, 9. Dez. Stadt» 1 h e n t e r. Gastspiel P o s s a r t: .Freund Fritz'. Anfana 8 Uhr pes s. V etcmtfliinq für Volkskunde. Vortrag de§ P^rrers Nebel aus Laubach: Alt-Laubach. 'JlbcnbSS1; Uhr im eate isbel*
•
** Die Ernte in Hessen stellt sich in diesem >ahre gegen das Vorjahr wie folgt: Winterweizen: 31 680 Hektar Anbauflache (gegen 29 153 in 1911. ergaben 39 607 cf’»?“2 lmiSommerweizen: 1152
(2119) Hektar .Anbaufläche ergaben 2715 L4747) Tonnen,
Winterroggen: 73676 (70 868) Hektar Anbaufläche ergaben 162 648 (142 931) Tonnen, Sommerroggen: 95 (176) Hektar Anbaufläche ergaben 136 (277) Tonnen, Sommergerste: 47 638 (49 969) Hektar Anbaufläche ergaben 124 201 (118416) Tonnen, Hafer: 57 273 (581461 Hektar Anbau' fläche ergaben 97 873 (124 547) Tonnen, Kartoffeln: 68 153 (68 678) Hektar Anbaufläche ergaben 1207 018 (639 248 > Tonnen, davon waren erkrankt 3,1 (1,2) Prozent, Kleeheu: 22 229 (23 314) Hektar Anbaufläche ergaben 122 061 (97 704) Tonnen, Luzerneheu: 10 707 (10 304) Hektar An baufläche ergaben 69 669 (55 301) Tonnen, Wiesenheu: 93 738 (93 766) Hektar Anbaufläche ergaben 471 380 (338 125) Tonnen.
** Die Beerdigung des Geh. Justizrats Theophil Bai st fand gestern nachmittag unter ungemein zahlreicher Beteiligung auf dem alten Friedhof statt. Es hatten sich dazu u. a. eingefunden Geheimrat Dr. Usinger, Regie- rungsrat Welcker, Oberbürgermeister Mecum, Beig. Em- melrus. Geh. Kommerzienrat Gail, zahlreiche Angehörige des Offizierkorps usw. Der Turnverein hatte eine Abordnung mit der umflorten Vereinsfahne entsendet. Bei der Trauerfeier in der Friedhofskapelle hielt Pfarrer Ausfeld die tiefergreifende Trauerrede. Am Grabe legten unter entsprechenden Ansprachen Kränze nieder für die hessische Anwaltskammcr und den oberhessischen Anwaltsverein Geh. Justizrat Metz, für den Verein für Armen- und Krankenpflege Pfarrer Ausfeld, ein Vertreter der Gießener Korps und für den Turnverein Redakteur Heß.
** Haltlose Gerüchte über das Gießener Duell werden in einer Zuschrift an uns wie folgt geschildert: In der auswärtigen Presse sind in den letzten Tagen Mitteilungen über das in letzter Zeit viel besprochene Duell erschienen, die geeignet sind, den Hergang dieser Angelegenheit in durchaus falschem Licht erscheinen zu lassen. So brachte die Kleine Presse die unerhörte Verdächtigung, daß einer der Beteiligten Herrn Leutnant a. D. Jttmann anfgefordert habe, nachdem Herrn Fighiera aus Versehen der erste Schuß losgegangen war, „den Franzosen doch niederzuschießen". Es ist in hohem Maße bezeichnend für die genannte Zeitung und ihren Berichterstatter, die anscheinend mit ihrer ganzen ^Oenlüngsweise den in Frage stehenden Verhältnissen unendlich fern stehen, ein derartiges, den Stempel der Unwahrheit an sich tragendes Gerücht zu kolportieren und dadurch die Gesinnung der beteiligten Kreise nnb Personen in einer offensichtlich tendenziösen Weise zu verdächtigen.
** E i n W i n t e r s p o r t z u g zwischen Gießen und Schotten, der bei dem in den letzten Jahren außerordentlich augcwachseuen Winterverkehr nach dem Vogelsberg freudig begrüßt ro erben wirb, wird voraussichtlich schon in der nächsten Zeit eingeführt werden. Der Vorsteher der Bctriebsinspettion, Regierungsbaumeister Dr. Walloth, dem der Gießener SchiUub seine Vorschläge als der zuständigen Stelle unterbreitet hat, steht der suche sehr sympathisch gegenüber und wird dankenswerterweise die Einführung des Zuges beschleunigen. Es handelt sich dabei in erster Linie um die Rückfahrt von Schottert nach Gießen, die der Zug jedenfalls als beschleunigter Personenzug zurücklegen wird.
* * Brand. Gestern nachmittag 5>4 Uhr entstand Feuer lärm. Im Hause Klinikstraße 22 war ein Zimmer b r c n b aus gebrockten, der sich sehr rasch ausbreitete, so daß die Feuerwehr einschreiten mußte. Der Hausfrau mar eine brennende Petroleumlampe zu Boden gefallen, das Petroleum sing Feuer und Teppiche und Betten mürben vom Feuer ergriffen. Zwei Zimmer brannten aus. (Die Feuerwehr mußte, wie uns mitzetült nirb, beim Ausrücken 12 Minuten lang (!) an dem Bah.: Übergang in der Farnkfurter Straße warten, worauf dann im langsamsten Tempo ein langer Güterzug vom Bahnhof her die Strecke passierte. Wenn man bedenkt, wie sehr 's bei einem Brande daran? ankommt, daß die Feuerwehr rasch zur Stelle ist — es können doch auch Menschenleben in Gefahr jein — mirb man dieses Verhalten her Bahrt unbegreiflich finden. Red.)
* * Einmietedieb. Bei einer Witwe in der Hammstraße mietete gestern ein angeblicher Monteur Otto Voigt aus Hehlen- selb ein möbliertes Zimmer unb bezog es gleich. Die Witwe ging nachmittags zur Kirche nnb als sie nach Haus kam, sand sie den neuen Mieter nicht mehr vor, mit ihm waren aber auch aus dem verschlossenen Vertikow 75 Mk. verschwunden. Dec angebliche Voigt ist 35 Jahre alt, von mittlerer Gestalt, trägt dunklen Anzug, grauen Ueberzieher und schwarzen, steifen Hut.
Landkreis Gießen.
ch Saasen, 7. Dez. Das Fuhrwerk eines hiesigen Landwirts wurde am verflossenen Freitag abend bei dem Ueberfahren bcS von unserem Bahnhof ungefähr 500 Meter entfernten, mit Schranken versehenen Bahnüberganges kurz vor der Vorbeifahrt des von Gießen kommenden Zuges eingeschlossen, der 6,23 Uhr in Saasen ahgeht. Die scheu aewordeneit Pferde konnten von bent Fuhrmann nur mit Mühe festgehalten werdett, während sein Begleiter die Schranken in die Höhe hob, so daß ein größeres Unglück verhütet werden konnte. (Der Vorfall malmt dazu, die aufsichtslosen Ueber- gänge mit Wärtern zu besetzen; es ist in der Tat ein Wunder, daß noch fein Unglück passiert ist, Auch würde dadurch das oft recht lange Warten bei Passanten an ben Bahnübergängen abgekürzt. Bei ben hohen Ueberschüssen ber preußisch-hessischen Staatseisenbahnen biirfen Ersparnisrücksichten hierbei keine Nolle spielen. Neb.)
- - Steinbach, 9. Dez. Tas Ehepaar Gastwirt .Karl Gerhard feierte gestern im Kreise seiner Familie nebst Angehörigen silberne Hochzeit. Das Jubelpaar wurde von allen Seiten mit schönen Geschenken bedacht. Der Gesangverein Eintracht brachte ihm ein Ständchen.
Kreis Lauterbach.
-r. Lau ter back), 7. Dez. Ter l a n b w i r t s ch a f t - tirfie Bezirksverein hielt heute im Verein mit bent Kreisrinderzuchtverein hier eine Hauptversammlung ab. Die Rechnung des Bezirksvereins für 1911 schließt in Einnahme mit 1979.45 Mk., in Ausgabe mit 1452 Mk., die des Zuchtvereins mit 1958.59 Mk. Einnahme und 966.60 Mk. Ausgabe ab. Die Voranschläge beider Vereine für 1913 balanzieren mit 1750 bezw. mit 1791.99 Mk. In letzterer Borausc'-lagssumme finb zum erstenmal 250 Mk. für einen künftig iyier einzurichtendeu Zuchtviehmarkt eingestellt, der abwechselnd mit dem in Alsfeld bereits bestehenden abgehalten werden soll. Darnach hielt Landwirtschaftslehrer Schwarz-Gießen einen Vortrag über „Z w e ck der L a n d w i r t s ch a f t s k a m - mer und der landwirtschaftlichen Vereine"
Kreis Friedberg.
ll. Friedberg, 8. Dez. Heute abend sand im Saale des Hotel -irapp das zweite Konzert des Musikvereins gemischten akademischen Gesangvereins statt. Zur Aufführung kamen Backi- fche Kantaten. Das Orchester wurde gebildet durch Mitglieder des Frankfurter Theaterorchesters und andere Künstler Die Zuhörer spendeten reichen Beifall. Tie Leitung des Konzerts hatte Tirigcnt Fritz Usinger.
8 Bad-Nauhelin, 8. Dez. Zwei Theatervorstellungen veranstaltete heute der Bildungsverein
Schwag<
Füi
von lang
Heppenh
* Brüning verhaftet.
seinen Mitsckyllbigcn hält.
Tie Verhaftung ist, wie der „Loka!-
Anzeiger
berichtet, dadurch ermöglicht worden, daß der Unt:-
nrüffen.
Brüning
nommcii haben.
ist baßer kein Glauben beizumessen.
Vermietim
Für die Teilnahme bi sprechen wir c herzlichsten T
der und
Die vom Tra
suchnngsrichter durch monatclange Briejsperre über all» Vci- wandten Brünings einen Briefwechsel mit dessen Schwager Hal in dem Torfe Engter bei Osnabrück entdeckte unb so auf b
Im Namen bi
Käi
Es würde sich bcmnaC Mitglieder des Klul» der Verbreittmg un;in
Hessen-Nassau.
hk. Kirchkstain, 8. Dez. Seit bent 1. Dezember ist bic Automobil Verbindung Kirchhain — Kirtorf- Ehringshausen in Betrieb genommen unb bic bisherig kurze Erfahrung hat gezeigt, daß die Verbindung wirklich einem Bedürfnisse entsprochen hat. Tie Wagen sind bei fast jeder Falci dicht besetzt. In nächster Zeit wird ein größerer Wagen ein treffen und es ist dadurch die Möglichkeit gegeben, alle Passe giere zu befördern. Tie Strecke Kirchhain — Gemünden wird am 1. April eröffnet werden.
Letzte Tlacforicbtcn
Die griechischen Delegierten.
Athen, 9. Dez. Während der Abwesenheit des nisterpräsidenteu V e n e z i e l o s , der morgen vormitlo? mit dem Delegierten Knludis nach London abreisen wird, wird der Minister des Acußeren K'oromilas die Geschäfte des Ministerrats leiten unb Marineminister Stratos do? Kriegsportefeuille übernehmen. Ter griechische- Genen stabschef Danglis reist übermorgen nach London ick, während der griechische Gesandte in Wien Streit morgen von Wien nachl London fährt.
Athen, 9. Dez. Amtlich wird gemeldet, daß ber Professor der Rechte Nikolaus Pott'ts in Paris zim Delegierten Griechenlands bei den Friedensverhandlunse« in London bestimmt wurde.
Aus Konstantinopel
Konstantinopel, 9. Dez. Tie ehemaligen jungtürkischen Minister H a d j i a d i l und Emrullah Ä a tri sowie der ehemalige Abgeordnete C a r a s s o, der Genen!- sekretär der Kammer und drei ehemalige ?lbgeordnett sowie sechs andere Jungtürken wurden gestern in Frei- heit gesetzt.
Gestern wurden 102 Erkrankungen an Cholera festgestellt, von denen 25 tödlich verliefen.
Eine Beruhigungsrede des Statthalters von Galizien.
Lemberg, 9. Dez. Der Statthalter Dobrzynski fr* antwortete gestern in der Vollversammlung der pol« nischen Landtags- und Reichstagsabgeordnetei eine Anfrage folgendermaßen:
Auf Grund der Ermächtigung seitens des Ministerpräsidentti bin ich in der Lage, folgende autoritative Aeußerung abtugebf«: Tie internationale Lage erfuhr in den legte« Tagen feine Veränderung, die Gerüchte über eitfl Ver schärsung der auswärtigen Lage sind unleck gründet. Unsere Beziehungen zu Rußland fin>i normal, ben Gerüchten über eine bevorstehende Kriegsgesurl
Nachrichten entgegen konstatieren, daß angefid^ sich vor allem tü
Der Kassenbote Josef Br» n in g, der im Juni der Dresdner Bank 260 000 Mark gcftohlrn hat, ist in W inuipeg in Kanada verhaftet worden, mit ik zugleich ein Mann, der sich Berman nennt und ben man ifc
et'
HifZj. Mob
vermischtes.
* Im Wahnsinn. In Benrath im Rheinland ' tötete der geisteskranke Werkmeister Bernhard Krappcl seine Ehefrau durch zwei Messerstiche und verletzte seinen | zu Hilfe eileuden 13jährigen S o h n durch zwei Revolver, schüsse lebensgefährlich. Tas fünfjährige Töchterchen erhielt einen Streifschuß. Krappel verwundete sich selbsi durch einen Schuß ins Kinn. Ter Täter wurde in die Irrenanstalt Gräfenberg übergeführt.
Spur Brünings kam. Durch Vermittltmg des Auswärtigen Ami- bei ber Regierung in London ist bic Verhaftung erfolgt; bu Auslieferung wird folgen: Der beschlagnahmte Briefwechsel ergibt auch, daß in Engter noch 140 000 Mart verborgen ftn müssen. Brüning sott nur 30 000 Mark mit ins Ausland ge*
'ÄÄ
MW
treten würde. Weiter ist zu
der herrschenden Beunruhigung ___ ____
den Kreisen der Jugend eine Bewegung geltend macht hat, deren national patriotisck>er Charakter nicht verkaim. werden sott, die aber im Hinblick auf die gleichzeitig aufttctemV falschen Voraussetzungen über die Heranziehung dieser Kreh'e W
. «ob n. »men M-
WD w
empfehlen, wenn von Seiten mäßigend eingewirkt verlässiger- und unzutreffender
durch das Rhein-Mainische Verbandstheater. Nachmittag! wurde unter viel Beifall als Kindervorstellung „Der ve-' wünsche ne Prinz^ von I. v. Plötz, abends mit viel L- /»Ig Beaumarchais ,Fiaaros Hock, reit* aeipielt.
■ Starkenburg und Rheinhessen.
rm. 5) a r m ft a b t, 8. Dez. Em naaitlidKr Raubanfall nnrt* in der Nacht auf Samstag auf einen reisenden Schriftsetzer in | Schwanheimer Wald verübt. Der in den vierziger Jahren Reber,*; Schriftsetzer traf in einer Bensheimer Wcrlschast einen anbe:cit ■ Wanderbruder unb beide verabredeten sich, in der Nach: nit * Darmstadt zu marschieren. Ter andere war bereit, die Führe, z | zu übernehmen, doch führte er ben Schriftsetzer irre durch bal Schwanheimer Wald. Unterwegs erklärte ber Fremde vlötzl.la, daß er nun weit genug gegangen sei und wieder zurück geh' ( der Freund solle ihm nur sein Portemonnaie usw bcrgebii ■ für die Wegführung. Als der Schristietzer sich weigerte, nah« ’ ihm der Fremde mit Gewalt das Geld, etwa vier Mark, mit W Portemonnaie nnb verschiedene Wertsachen ab und vmdiroanb. Ta I Schriftsetzer machte nach seiner Ankunft in Tarmstadt Auzei^W unb die Nachforschungen ergaben bic Richtigkeit seiner Mm D teihtngen. Tie Bensheimer Polizei nahm am Samstag abenl N den Sckuveizer Ed. Oldenburg fest, der der Beschreibung nach ■ der Täter ist, obwohl er leugnet.
\ 4 Zimm
. schöne geräumt «ardcnwolilinng, mit8ubehör nn rul Mbalb ob. später M Stevbanstr.
* Grobfeuer int Pariser Elektrizitätswerk Ein gewaltiger Brand, ber am Samstag abend um 5 Uhr in bent Pariser Elektrizitätswerk von Saint Denis aus brach, hatte für Paris sehr unangenehme Folgen. Das El-.k trizilätswerk nt -saint Denis versieht einen großen Teil der Statt Paris mit Licht unb Kraft, unb besonders die Pariser llntergnuib« bahn ist auf dieses Werk angewiesen Aus dieser Bahn blicbrn plötzlich alle Züge in dem Tunnel |t eben unb M Licht in den Zügen und im Tunnel verlos ch. Eine grof Panik bemächtigte sich auf allen Linien des Publikums, bas sj nur sehr langsam beruhigte, als bic Ursache bekannt wurde, tz war außerordentlich schwer, bas Publikum in ber Finstern aus dem Tunnel nach ben Ausgängen zu befördern, doch gclan es, die Strecken der Untergrundbahn ohne Zwischenfall zu ent leeren. In ber Pariser Straßenbeleuchtung machte sich ber Lichtmangel weniger bemerkbar, da die Straßenbeleuchtung itn Straft anderweitig bezieht. Dagegen versagte das elettrische LiÄ in vielen Gastbösen, mehreren Theatern unb vielen Privot Häusern Die Feuersbrunst, deren Ursache noch nicht bekannt in, konnte spät nachts gelöscht werden.
Kleine Tageschronik.
Am Samstag abend stieß das Automobil des svani'ck» U n t e r r i ch tsminister § in der 9läbe von Madrid mit einem anderen Geiahrt znsanunen. Ter Minister wurde an! die Strase geschlendert. Er blieb mit einem gebrochenen A r >n unb Schnittivtlnden im Weficbt am Wege liegen und wurde erst noch einer Sltmdc aitfgefnnben und in seine Wohnung gebracht.
Wetteraussichten in Dessen für Dienstag, den 10. Dez. 19 Rachlirou, vielfach Morgennebel, ivolkig, vereinzelt Schnees etivas milber.
2 Zimm
»aiier Allee 9 'wki ichöne Mm,,'
uneben, (ücorn J
»In 0Ö«Pat- K> ve
IVerschied
^eaiis febr neeta ^'^!?gklpsad^ »cltersweq
l^Wr_Hostcr
«n
^^L^dla
hobelt


