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9.12.1912 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Montag, 9. Dezember 1912

162. Jahrgang

Bietzener Anzeiger

bis vormittags 9 Uhr.

Bübingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschästrstelle vahnhosstrahe 16a.

Nr. 290

Der Glestener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal roöcbentlirt) riestener^amilienblätler, zweimal roödientl.Kttis. blattfürben Kreis «liegen sDienstag und Freitag >; zweimal monatl. Land wirtschaftliche.Zeitfragen

Vezn aSvret >: inonatlich 75 BL, viertel- jährlich Btt. 2.20; durch 'Abhole- ii. 3ivcigftdlen monatlich 65 'Bi.; durch die Post 'Bit.2. Viertel­jahr!. ausschl. Bestella. Zeilcnvreis: lotallö'BL, ausivärl: 20 P'ening. b heiredakteur: A Goetz. Berautivortlich iür den politischen Teil: August ©oct',; für .Fetiille- ton', .Vermischtes' und ^Gctichtssaal^: R. 9leu- ralb; für .Stadl lind Land": E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck.

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BLS General-Anzeiger für Gberhessen

wr^dle'^Ta^conununcr Rotationsdruck und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- unb Steinbrudcrci R. Lange. Rebaftion, Lrpedition unb Druckerei: Zchnlstrahe 7.

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Die Erneuerung des Dreibundes.

Berlin, 7. Dez. Der zwischen den Souveränen unb den Regierungen von Deutschland, Oesterreich-Ungarn und Italien bestehende Bundesvertrag ist ohne jede Aenderung erneuert worden.

Es hat immer Leute gegeben, die von Zeit zu Zeit sich gedrungen fühlten, den Dreibund totzusagen. Nun erfreut sich der Dreibund noch immer des besten Wohlseins, unb ich denke und hoffe, es wird ihm gehen wie solchen Per­sonen, die fälschlich tot gesagt werden und nun erst recht lange leben." Diese Voraussagung hat Fii r st Bülow vor einem Jahrzehnt, am 8. Januar 1902, zu einer Zeit ge­macht, wo das Verbleiben Italiens im Dreibund in Frage gestellt zu sein schieit. Der frühere Reichskanzler hat sich als ein guter Prophet erwiesen, denn die soeben erfolgte amtliche Mitteilung bedeutet die Verlängerung des Dreibundes bis zum 8. Juni 19 20

Die Meldung selbst kommt nicht überraschend, aber bemerkenswert und höchst bedeutsain ist es, daß sie jetzt, schon jetzt, veröffentlicht wurde. Im Jahre 1907 war der Trcibundvertrag stillschweigend bis zuin 8. Juni 1914 ver­längert worden mit der Maßgabe, daß, wenn nicht bis zum 8. Juni 1913 eine Kündigung erfolgt, der Vertrag bis zum 8. Juni 1920 weiter laufe. Daraus geht hervor, daß eine Erneuerung des Dreibundes überhaupt nicht er­forderlich war, sondern lediglich der stillschweigende Verzicht auf die Kündigung. Wenn trotzdem jetzt in amtlicher Form, und zwar sechs Monate vor d ein Kündigungs- termin, die Erneuerung des Dreibundes urbi et orbi init= geteilt wird, so liegt es auf der Hand, daß damit eine demonstrative Absicht verbunden ist. In gewissen Kreisen der Tripelentente hatte man auf den Zerfall des Dreibundes spekuliert, und es fehlte nicht an Bemühungen, seine Aktionskraft gerade bei der gegenwärtigen Balkankrisis zu lähmen. Durch diese Versuche hat die Bekanntgabe der Verlängerung des Dreibundes aus weitere sechs Jahre einen dicken Strich gemacht.

Die besondere Bedeutung dieser Tatsache liegt darin, daß die Erneuerung des Vertrages ohne jede Aenderung erfolgt ist. In Italien bestand bekanntlich eine starke Neigung, den Vertrag mit Oesterreich-Ungarn in maritimer Hinsicht zu erweitern und ans das Mittelmeer- Mszudehnen. Es Ivar bekannt, daß bei der Begegnrlng zwischen dem Reichskanzler v. Bcthmann-Hollweg mit dein österreichisch-ungarischen Minister des Aeußern, dem Grafen Berchtold, in Buchlau, bei dessen Besuch in Pisa und bei dem Aufenthalt des italienischen Ministers Marquis di San Giuliano in Berlin über alle jene Fragen verhandelt worden ist, wie man jetzt sieht, mit dem Ergebnis, daß die drei Beteiligten es bei dem bisherigen Zustand bewenden lassen wollen, offenbar in der Erkenntnis, daß sie dabei auf ihre Rechnung kommen, eine Erfahrung, die ja Oester­reich-Ungarn und Italien gerade in der jüngsten Zeit ge­macht haben.

Was den Inhalt des am 7. Oktober 1879 abgeschlossenen Vertrages zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn be trifft, so verpflichtet Art. 1 beide Staaten für den Fall, daß eines der Reiche von Rußland angegriffen wird, ein­ander mit der gesamten Kriegsmacht beizustehcn und den Frieden nur gemeinsam und übereinstimmend zu schließen. Art. 2 verpflichtet jeden der beiden Staaten, wenn er von einer anderen Macht als Rußland angegriffen wird, min­destens wohlwollende Neutralität zu beobachten, wenn jedoch Rußland den Angreifer unterstützt, mit ganzer Hee- resmacht dem angegriffenen Verbündeten beizustehen bis zum gemeinsamen Friedcnsschluß. lieber den Inhalt der am 2. Mai 1882 zwischen Deutschland und Oesterreich Ungarn einerseits und Italien andererseits abgeschlossenen Verträge ist Authentisches nie bekannt geworden. So viel man indessen weiß, verpflichtet der Vertrag zwischen Deutschland und Italien beide Staaten zur gegen­seitigen. Hilfeleistung für den Fall, daß Frankreich einen Angriffskrieg gegen Deutschland bezw. Italien unternimmt. Ter Vertrag zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien soll eine noch weitergehende Bindung enthalten, indem er jede der beiden Mächte zur Hilfeleistung für den Fall verpflichtet, daß die andere Macht überhaupt von irgend einer Seite einen feindlichen Angriff erfährt.

Man ersieht hieraus, daß alle drei Verträge einen durchaus defensiven Charakter haben, und das ist auch in dem Vertrag vom 7. Oktober 18<9 zum Aus­druck gebracht worden in der Wendung:In Erwägung, daß ein inniges Zusammengehen von Oesterreich-Ungarn und Deutschland niemanden bedrohen kann, wohl ober- geeignet ist, den durch die Berliner Stipulationen geschaf- -scnen europäischen Frieden zu konsolidieren " Diesen Cha­rakter einerVersicherungsgesellschaft, nicht einer Erwerbs- gcnossenschaft" um ein Wort des Fürsten Bulow zu gebrauchen hat der Dreibund in den 30 Jahren fernes Bestehens gehabt und wird ihir auch in Zukunst bewahren, so daß sich niemand, auch die Tripelentente nicht, durch diesen Bund bedroht sühlen iann. Da sich aber auch rn Dieser Cntente die Friedenstendenzen unverkennbar erheblich ver­stärkt haben, so bedeutet das im Verein mit der von beiden Seiten ostentativ verkündeten Verbesserung der deutsch­englischen Beziehungen eine Friedensgarantie, die zwei­fellos stark genug sein wiro, um dafür <-orge zu tragen, daß das Balkanproblem auf dem Bau an gelost wird.

Eine amtliche deutsche Erklärung.

Zur Erneuerung des Dreib unhhe r trag es schreibt die N o r d d e u t s ch e Allgemeine Zeitung :

Der Dreibund Hot sich icir ieiner Errichtung al6 cm dauernder Faktor in der Grupoieruiig der Luropailckxn ..c achte ciugclebt

und sich durch seine Festigkeit als ein entschiedenes Friedenselement bewährt. Seine Erneuerung dürfte nirgends eine Ueberrafchung bieten. Immerhin können wir es als ein erfreuliches Anzeichen betrachten, daß seine formelle Erneuerung gerade jetzt erfolgt ist. Es ist dies ein Beweis, daß die drei Verbündeten von seiner Wirksamkeit befriedigt waren "

Weiter schreibt das Blatt in seiner Wochenrundschau:

Auch sonst haben die Holsnungen auf einen schließlichen Erfolg der diploinalischen Friedensarbeit trotz der Fortdauer maudwr noch ungelöster Schwierigkeiten auch in der letzten Woche neue Nahrung erhalten. In der Erklärung, die der N c i d: stanzl c r am 27. Dezember vor dem Reichstage über Deutschlands Stellung zu den Orientfragen gegeben hat, und in der Rede des jrau zösischen Ministerpräsidenten P i o n c a r 6 am 3. November vor dein Kammerausschnß für die auswärtigen Angelegenheiten be­gegnen wir dem gleichen Ausdrnck des Vertrauens auf günstige Wirkungen eines weiteren Meinungsaustausches der Mächte, wie er bisher ohne Störung und unter guten Vorzeichen durchgeführt worden ist. Die bisherige und ausgleichende Hervorhebung eiirv- päischer Gesichtspunkte wird dadurch nod) gefördert werden, daß eine Vereinigung von Botschaftern danlit betraut wird, ein einl^lliges Auftreten der Mächte in den einzelnen nod) strit tigen Fragen vorzubereiten. Mit dem Zusammentritt einer solchen Versammlung und der atlgedeut.ten Begrenzung ihrer Tätigkeit laben sich, wie verlautet, sämtliche Großmächte bereits einver standen erklärt. Sollte die Versammlung der Botschafter in London tagen, so würden ihre Arbeiten zeitlich und örtlid) mit den in der britischen Hauptstadt zwischen der Psorte und den B a 1 k a u st a a t e u geplanten F r i e d e u s ver­hau d 1 u n g e n z ii s a m m e n f a 11 e n , die, wie man annimmt, noch vor Verlauf dieser Woche beginnen icherden.

Die östcrrcichischtn Blätter besprechen mit großer Genugtuung die unveränderte Er­neuerung des Dreibundes, der im gegenwärtigen Augenblick erhöhte Bedeutung zukomme. DasF r c m d c n b l a 11" schreibt, der hervorragende friedliche Charakter des Drei­bundes lasse die Verlängerung dieses Vertrages als ein für die Aufrechterlstiltung der Ruhe in Europa außer­ordentlich wichtiges und erfreuliches Ereignis erscheinen. Wenn der Dreibund eine Lebensdauer erreichte, wie sie keiner derartigen politischen Konstellation bisher bcschie den war, so sei dies ein Beweis dafür, daß die Staaten der Tripelallianz in diesem Bundesverhältnis den wirk­samsten Schutz ihrer Interessen und die sicherste Gewähr für eine ungestörte wirtschaftliche Friedensarbeit erblicken. Die Kontinuität des Dreibundes sei die wertrwllstc Garantie für die Kontinuität des Friedens.

Eine italienische Stimme.

DieTribuna" schreibt:

Die Nachricht von der Etneueruiig des Dreibundes wird nie­manden überraidym. Er ist die Garantie für alle unsere Interessen, unb wegen seiner Natur als Defensivbündnis eine Friedens Garantie für Europa. Italien weiß, daß niemand gewillt ist, es anzugreifen, aber es bildet immer einen großen Sicher Heils faktor, zu wissen, daß Italien nid !. allein märe, wenn es die Unverfehrthcit seiner Gebiete verteidigen müßte, über die seine Fahne wett. Ter Dreibund hatte also nid", nötig, eine Ver­änderung zu eriahmt, und wird, wie bish.'r, sortsahren, sried- lid-.e defensive Siele zu verfolgen, welche gute und herzlich' Bc- ziehungen mit den dem Bündnis fernstehenden Mächten nid:t nur nickst ausschließen, sondern sogar mitumfassen.

Die Pariser B ätler

tragen in ihren Erörterungen über die Erneuerung des Dreibundes die größte Ruhe zur Schau und be­tonen dabei insbesondere, daß nach ber von Teleassö im Jahre 1902 in ber hämmer abgegebenen Erklärung über die französisch- italienische AnnäherungItalien in keinem Fall das Werkzeug oder ber Gehilfe eines Angrif fs^g egen Frankreich werden kann." DerTemps" sagt, durck) die Erneuerung des Dreibundes werde nicht die geringste Aende­rung herbeigeführt. Sicher sei nur das eine, daß die Dreibund- mäckte durch die vorzeitige Ernenerung des Vertrages ihre Soli­darität in der gegenwärtigen Krise bckräsrigen wollten. Der Dreibund sei übrigens von Anfang an friedlich gewesen und nichts bestätige die Annahme, das er diesen Charakter verlieren könnte, besonders, da durch das Gegengewicht des fi-anzösisch russischen Bündnisses unb der Triple-Entente ein dauerndes Gleichgewicht gcsichert sri. ____________________________________________________________

Die Hnedensberatungen.

Man wird nach amtlichen Ankündigungen in London zweierlei zu unterscheiden haben: Tie Beratung von Dele­gierten der Kriegsparteien über den Friedensschluß und die Botschafterkonserenz der Großmächte, die sich um die Aen bening der Landkarte bekümmern will. Beide Verhand­lungen werden zeitlich aufeinanderfallen; man darf aber wohl annehmen, daß die Botschafter der Großmächtedas Heft in die Hand bekommen" werden. Die Fäden werden herüber und hinüber fließen, und an Jntriguen wird es voraussichtlich nicht fehlen. Schon heute heißt es in Wie­ner Kreisen, Oesterreich wolle sich dagegen wehren, daß die Konferenz in die Länge gezogen werde und erhebe von vornherein Einspruch dagegen, daß die serbisch-adriatische Frage die Konferenz entscheidend beschäftigen solle. Ta- neben ist auch die griechische Frage noch ungelöst, und in der italienischen Kammer hat der Minister des Aus­wärtigen vor aller Welt festgestellt, daß Italien die Fest­setzung der Griechen in Valona unter feinen Umständen sich gefallen lassen werde. Neue kriegerische Ereignisse zwischen der Türkei und Griechenland sind noch nicht vor­gekommen; der Hauptzweck der Griechen soll nach neuen Verlautbarungen sein, im stillen Einverständnis mit ihren bisherigen Verbündeten durch Ueberwachung zur See zu verhindern, daß die Türkei auf dem Seeweg die Lage zu ihren Gunsten ändert. Die Hauptschlachten scheinen aber in der nächsten Zeit auf den diplomatischen Feldern geschlagen zu werden.

Wir haben heute folgende Meldungen zu verzeichnen: Tic Londoner Konferenz.

London, 7. Dez. Tie Sitzungen der Londoner Frie­denskonferenz werden im et. I am es-P a l a st e abge­halten.

Konstantinopel, 8. Dez. Der türkische Botschaf­ter in London, Tewfik Pascha hat aus Gesuirdheits- rücksichten abgelehnt, als Bevollmächtigter an den Friedens Verhandlungen t e i l z u n e h m e n und um Urlaub gebetet^ Der M i n i st errat beriet über die Ernennung eines Ersatzmannes, sowie über die In­struktionen, die den Bevollmächtigten erteilt werden sollen.

Der BerlinerLokalanzeiger" melbct au» Wien: Laut Ofen- pester Meldungen desPesti Naplo" wird Dr Danew an geblich folgende Vorschläge in London unterbreiten: Ru­mänien tritt dem Balkaubund in einer führenden Rolle bei. Bulgarien verzickUet auf die Tobrnlscha. Als Kandidat e n für den albanesischen T hrou werden von Bulgarien Prinz Boris und von Rumänien Prinz Karol der Botschaster- konferenz unterbreitet werden.

DasBerliner Tagebl." meldet aus Wien: Oester­reich werde erst dann zur endgültigen Aktion gegen Serbien vorgehen, wenn es auf der Bot- s ch a f t e r k o n f c r e n z volle Klarheit darüber er­halten habe, wie sich die übrigen Mächte, besonders R n ß- taub, zu den österreichischen Forderungen stellen, zu denen bisher nur Deutschland unb Italien offiziell Stellung ge­nommen haben. as Wiener Kabinett werde darauf b e st e h e n , daß sich die Botschafter- k o n s e r e it z u i ch t in die Länge zieht. Es ist bisher von Serbien nicht über dessen Pläne informiert worden. R 1 and wird nach verschiedenen Anzeichen Serbiens Hafeiiforderungcu nicht mit Waffengewalt unterstützen. Serbiens Hoffnungen auf die Serben in Oesterreich-Ungarn dürsten sich nicht (erfüllen. So erklärte der klerikale Slowene Abgeordneter Sustersic in einem Artikel, die freie Benutzung des Hafens von Antivari sei eine leicht zu regelnde Ange­legenheit Serbiens und Montenegros.

TieDeutsche Tageszeitung" meldet aus Rom: Die B a l k a ii st a a t e n sind v o m D r e i b n n d d a r ü b e r v c r* ständig! worden, daß Serbien einen Zugang zum Adria- tischen Meer nicht durch eignes Territorium, sondern nur durch eine internationale Zone erhalten könne und daß der Handelsweg von Oesterreich Ungarns Grenze nach Sa- liuki ohne Einschränkungen und Sonderlasten frei zu blei­ben habe.

Tie Absichten Griechenlands.

In Wiener diplomatischen Kreisen wird erklärt, es sei möglich, daß Ci r i e ch on 1 a n d den Waffen- st i l l st a n d s v e r t r a g im Einvernehmen mit B n 1- garien nicht unterzeichnen werde. Durch bie Aufrechterhaltung des Kriegszustandes mit der Türkei ver­möge Griechenland die türkischen Küsten weiter zu blockie­ren und durch das Recht ber Durchsuchung fremder Schiffe nach Kvh'le, die Kriegskvntrebande sei, werde der Betrieb auf den anatolischen Bahnen und somit die Truppen­transporte für Tschataldscha sehr erschtvert.

Aus Konstantinopel wirb gemeldet: Die Griechen ton oben, als sie versuchten, nach ber F c ft ung Gallipoli zu mar feileren, von den Türken znrückgefchlagen.

'.Jari. Meldungen des Wall von S in u r n a haben die Gric - d) en aut Chios den Bereich der im Hafen liegenden Flotte nicht verlassen. Die türkischen Stellungen seien sein: stark.

Athen, 7. Dez. Die Agenec d'Ätheue wendet sich in einem entschiedenen Dementi gegen die in rumäni­schen und anderen Blättern veröffentlichten Meldungen, daß griechische Truppen gegen die Kutzoloa-- l ach en in Mazedonien schwere Ausschreitungen begangen hätten. Ter rumänische Gesandte in Athen pro­testierte auch gar nicht gegen die von den Blättern er­wähnten angeblichen Metzeleien. Er habe einzig unb allein die Aufmerksamkeit ber griechischen Regierung auf bie Verhaftung einiger Kiitzowalachen unb darauf gelenkt, daß einer von ihTlen verschwunden fei. Tie griechische Re­gierung leitete unverzüglich eine Untersuchung in die Wege, deren Ergebnisse ungesäumt veröffentlicht würden.

Der Protest gegen das griechische Vorgehen.

Rom, 7. Tez. lKammer.) Ter Minister des A c u s; e r n erklärte auf Anfragen der Abgeordneten Salandra und Galli wegen der Beschießung von Valona und der Besetzung der Insel 5 a i f c it o durch die Griechen, daß die italienische Regierung der griechischen freundschaftlich aber bestimmt erklärte, daß, n'enngleich sie die Freiheit der mili­tärischen Operationen der Kriegführenden achten wolle, sie den- nock) niemals ihre Zustimmung gebe, das; die Bucht von Valona und die den integrierenden Teil derselben bildende Insel Safscno zu Griechenland gehören und daß sic in einen militärischen oder Flottenstützpunkt umgeivandelt werden. (Sei» fall. Ein gleicher Schritt fei von der österreichisch-ungarischen Re­gierung, mit der sich Italien in einer innigen Uebcreiiiftimmuiig befände, unternommen worden. lBeifall.) Ter Minister fügte hinzu: Wir haben Gnind anzunehmen, das; unsere Beziehungen zu Ölriechenland sich immer melyr festigen und entwickeln werden. Der ovvosittonclle Salandra erklärte, er sei von den aus­führlichen Erklärungen des Ministers San Giuliano befriedigt. Diese Frage habe wahrlich ein großes nationales Inter- c s s e, weil, wenn sich di.' Bucht von Valona in den Händen einer Seemacht ersten oder zweiten Ranges befände, der Zugang zur Adria schwer bedroht wäre. Salandra hob hervor, Valona liege vollständig außerhalb des Epirus, den Griechenland haben wolle, die Insel Sasseno habe nichts mit den Jonischen Inseln zu hin. Schließlich drückte Salandra die Zuversicht aus, daß Oie Regierung nicht den Standpunkt, den San Giuliano ausein­andergesetzt habe, ausgeben und stets energisch die Interessen und Rechte Italiens wahren werde. lBeifall.) Der Deputierte Galli erklärte sich gleichfalls von der Antwort San Giulianos zu- sricdengestellt. Er erwähnte die alten festen Bande der Svmpathie, die Italien und Griechenland einten und drückte die Zuversicht ans, daß die Regierung bei aller Wahrung der italienischen Jntcresien wie sie es bisher getan habe, nicht die Verwirklichung der Hoffnungen der hellenischen Nation verhindere, soweit sie nicht den italienischen Interessen widersprächen.

Tcr letzte Sturm auf Adriauopel.

Konstantinopel, 8. Tez. Wie dem Vertreter des Wolffbureaus im Ministerium des Aeußern mitgeteilt wird, beabsichtigt die Pforte Protest einzulegen, weil die Bulgaren vier bis fünf Stunden nach Ab-