Ausgabe 
13.8.1912 Erstes Blatt
 
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* Wieder ein Rechtsanwalt aus Berlitt verschwunden! Rechtsanwalt Paul Bre de reck ist seit Donnerstag aus Berlin verschwunden. Er gab seinem Lv- Dr. Leps gegenüber an, er wolle verreisen und am 5am«tag zurückkommen, hat aber seither nichts mehr von ich hören lassen. Es wird angenommen, daß die Ursache seines Verschwindens in mißlichen Vernwgensverhältnisjen

i- Bcjirtsfeft öcs hessischen Athletenverbander.

Friedberg, 12. Aug.

Sport.

Fußball. Am Sonntag spielte die erste Mannschast deß^, Fußballklubs Viktoria gegen die gleiche Mannschaft dr; Fußballklubs Germania Gießen. Trotzdem Viktoria nur mit 10 Mann antrat, konnte sie mit 11:1 Sieger bleiben.

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Au» studt und fand«

Gießen, 13. August 1912.

* Au? dem Militär-Wochenblatt. Der Jn- cendantur-Sekretarlatsanwärtcr Below wurde als Militär- Jntendantur-Tiätar beim 18. Armeekorps angestellt. Der Geh. Kalkulator NechnungSrat Schallwig wurde von der Raturalkontrolle im KriegSministenum dem Proviantamt Mainz zur Dienstleistung überwiesen. Der Proviantamtsinspektor hintzen in Mainz wurde nach Frankfurt a. M. versetzt.

Titelverleihung. Ter Großherzog hat dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Oppenheim Dr. Kar Gebhard den Charakter als AmtSgerichtSrat erteilt.

NuhestandSversetzung. Der Grobherzog ha den Oberaktuar bei dem Amtsgericht Darmstadt I Joh. Gg. Franz Schnellbächer auf fein Nachsuchen in den Ruhe­stand versetzt.

Erledigt ist die Stelle des Niederlage-Verwalters beim Hauptsteueramt Mainz. Meldungen sind bis Sams­tag, 17. d. Mts., durch Vermittelung der vorgesetzten Behörde einzureichen.

** Landwirtschaft!. Kreis schau zu Gießen. Da der Seuchenstand wie im Deutschen Reiche, so auch in Oberhessen und im Streife Gießen in letzter Zeit gün­stiger geworden ist und aller Voraussicht nach die vom Land- wirtschastskammer-Ausschuß und dem Verbände mittel­deutscher Rotviehzüchter geplante Ausstellung in ihrem ganzen Umfange durchgesührt werden kann, sind die mit der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung be­trauten Ausschüsse nunmehr in volle Tätigkeit getreten. Die Ausstellung umfaßt als Kreisschau sämtliche Tier­gattungen, wie Pferde, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Geflügel; ferner Erzeugnisse des Ackerbaues und Obst­baues, landw. Maschinen, Geräte und Hilfsstoffe, Milch wirtschaftliche Erzeugnisse und wissenschaftliche Arbeiten. Sie wird also ein getreues Bild von 8em1 derzeitigen Stande der Landwirtschaft im Streife Gießen und her Leistungs­fähigkeit der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung liefern. Die Veranstaltung wird jedoch weit über die K'reisgrenzen hinaus das Interesse vieler Fachleute in Anspruch nehmen, weil zum erstenmale die verschiedenen Rotvieh- s chläge Deutschlands sich zu einem friedlichen Wett­bewerbe zusammenfinden werden. Erst nach Ablauf des Anmeldetermines, der für den 20. August festgesetzt ist, wird man genaue Angaben über den Umfang der Ausstellungs- beschickung machen können. Zunächst kann nur mitgcteUt werden, daß eine stattliche Beteiligung in allen Ausstel­lungsabteilungen sichergestellt ist. Die Aussteller werden die mit den umfangreichen Vorbereitungen stark beschäf tigte Ausstellungsleitung sehr unterstützen, wenn sie den Anmeldetermin pünktlich einhalten und es auf diese Weife ermöglichen, daß frühzeitig genug die Arbeiten auf be­stimmte Befchickungszisfern eingestellt und rechtzeitig be­endet werden können. Tie Anmeldebogen find bei den Vertrauensmännern der Landwirtschastskammer, den Zucht­vereinen und in den Orten, wo diese nicht vorhanden sind, auf den Bürgermeistereien erhältlich.

Unfall. Der HilsSranglerer Hepp aus Dutenhofen geriet gestern am hiesigen Bahnhofe zwischen zwei Wagen und wurde an der Stuft gedrückt. Er wurde in die Klinik übergeführt; sein Zustand hat sich aber heute morgen derart zebessert, daß Lebensgefahr nicht mehr besteht.

Kreis Büdingen.

----Büdingen, 12. Aug. Vom 30. August bis 2. Sep tember wird derVerband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine" unter dem Ehrenvorfitz des Fürsten Wolfgang zu Ysenburg und Büdingen den 25. Deutschen Wandertag verbunden mit der Jahreshauptversammlung hier abhalten. Wie säst kein anderes Städtchen hat sich Büdingen im Aeußern fein mittel alterliches Gepräge durch die fast lückenlose Erhaltung der alten Stadtmauern und Wehrtürme bewahrt. Tiefer Um­stand, verbunden mit der einzigartig schonen landschaft- lichen Sage ist wohl auch die Veranlassung gewesen, daß Bü­dingen als Ort der Tagung für den. sich über ganz Deutsch­land erstreckenden Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine gewählt worden ist. Dieses Vertrauen zu

Dampsschissahrtsunternehmen ins Leben treten konnte. Diese Ein­führung der amerikanischen regelmäßigen Dampfschiffahrt ver­danken wir, wie der Historiker der Technik, Privatbozent Dr. E. M a t s ch o ß in derZeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure" mittdlt, dem unternehmungslustigen Schotten H c n r i B e l l. Nach einem reich bewegten Leben landete Bell schließlich in einem kleinen Seebadestädtchen an der Elvdcmündung in HclcnSburgh, wo er eine kleine Badeanstalt erwarb. ES lag nun in seinem Interesse, den Bootsverkehr Zwischen Glasgow und HclcnSburgh zu verbessern. Dieses Bedürfnis führte ihn dazu, die Dampf- kraft anzuwendcn. Ein Maschinenbauer aus Glasgow. John Robertson, unterstützte ihn dabei, und Bell ließ in Glasgrno ein kleines Schiss, denEomet" erbauen. Tie Maschine ent­sprach zunächst noch recht wenig den Anforderungen, zum Beispiel war der gußeiserne Steffel viel zu klein für die Maschine. Nach einigen Verbesserungen sand die erste Versuä)sfahrt desComet" Ende Juli 1912 statt, und wenige Tage darauf, in den ersten Augusttagen 1812, konnte derComet" mit zwanzig Fahrgästen an Bord seine erste öffentliche Fahrt antreten.

Ff. Eine Audienz bei Pauline Borghese. Tie jungst veröffentlichten Memoiren her Herzogin von ESears ent' halten einen Berich i über eine höchst fcltfnme Au di ein, die sie bei Pauline Borghese hatte. Als Feindin der Napoleoniden war die Herzogin nach Nizza verbannt worden. Tort wünschte Pauline Borghese sie zu sehen. Mehr der Vernunft und dein Zwange als dem eigenen Triebe gedoränrnd, entschloß sie sich schiv.-ren Herzens dazu, vor der Sdm'ester be*Menschenschilachters" Napoleon zu crfrfk'ineii. Von dieser Audienz gibt fi- folgende Schilderung: Ich konnte nicht umhin, sie «Pauline Borghese) hübsch zu finden. Und dazu hatte sie sich mit äußerster Eleganz aekleidel. Als Edrendame war Frau C. aiuuefenb. Ich bitte, die Wahrheit dessen $u glauben, was ich von dieser Frau jetzt erzählen werde Diese Fran E. lag während der Audienz auf dein Boden. Die Prin zessin setzte die Fuße auf ihren Hals und benutzte diesen so als Fußbank Der Präfekt von Nizza, ber zugegen war, konnte sich nicht enthalten, die Bemerkung zu machen:Ader gnädige Frau, Ihre Lage muß doch recht erntübenb sein." -O, nein'" bekam er zur Antwort,daran bin ich gewohnt". Währenddessen planbi-rre die Prinzessin mit mir, und sie fragte mich and), welche 5ivmcr- stücke ich am meisten bevorzuge.Die Tragödie", ernriberte ich. Und ich, ich liebe die Tragödie amü, lvcil sie die Seele erhebt", warf Frau C. da plötzlich mit krächzender Stimme in unsere Unter daltung ein. Der Truck der Füße schien e» ihr unmöglich zu machen, bessere Töne bervorzubrrngen Das machte die Phrase noch amüsanter. Ich hegte große Lust, ihr zu sagen:Deine >secle, Unglückliche! In welcher Lage spricht du von Erhebung

Kurze Nachrichten and Kunst und Wissen- schäft. Johannes Trojan begeht am 14. d. M seinen füutundnebzigften Geburtstag in seinem jetzigen TuSkuluin zu Warnemünde. -icr gegen ben Direktor Halm vom Neuen <?chau,pielhaus in Berlin ge,teilte Antrag auf Eröffnung des Konkurses wurde zurückgezogen.

Schwergewicht-Stemmen: 1. Preis Dilb g^uir cv , u. R. ülub Gießen, mit 82',.» Punkte. 2 Joh Sdxiefer Ath> '<5h Vs^ln Marburg. mn 75'3 Pkt. 3. Jul. Michel. St-'n R nlub Gtctzen und Gg ^taubaä. Äthl. Sv Vercrn Gießen mit 70» . Pkt

Mittelgewicht Stemmen. 1. Pr.:> ' Rich m .7..Y .Achl.-Sv. Verein Gießen, mit 82 Pkt. 2. Ernst Fleck, Athl

A Frankenberg, 12. Aug. In dem ganzen Ge­net der Edertalfperre herrscht rege Tätigkeit. In olge ber günstigen Witteruugsverhältnisse sind die Arbeiten recht weit vorgeschritten. Die Sperrmauer, die zwischen deut 422 Meter hohen Michelskopf und Hemfurth erbaut wird, ist etwa zur Hälfte fertiggestellt. Bis zum Herbst 1913 soll der Bau der Mauer vollendet sein. Wohl an 500 Arbeiter, Deutsche, Polen Italiener, Kroaten sind dabei beschäftigt. Die Mauer wird 50 Meter hoch und umfaßt 285 000 Zentimeiermauerwerk; sie wird an der Sohle 35, auf der oberen Plattform! 6 Meter stark. Die Mauer wird an )cn beiden Seiten in die Felsen metertief eingelassen. In -er 35 Meter starken Grundmauer bleiben 23 Meter breite Durchlässe, bic später Turbinen für Siraftzwecke auf­nehmen können. Als Baumaterial dienen Grauwacke- und Trafsekalkmörtel. Von den drei Dörfern, die ganz dem Wasser des Stausens tneichen müssen, ist Berich bis auf einige Familien geräumt. Eben ist man daran, die Kirch e abzubrechen, sie soll in Nauberich wieder errichtet werden. Jrt Bringhausen ist ber größte Teil der Einwohner noch onfäjfig. Aus Asel sind bis jetzt 10 Familien abgezogen, drei Hofreiten sind abgebrochen. Von den Dörfern Nieder- Werbe und Herzhausen bleiben nur noch die hochliegenden Häuser stehen. In bett unteren Dorfteilen sind schon Ge Höfte verschwunden oder sie stehen leer. Bei Herzhausen arbeiten 50 Sträflinge an Wegebauten. Außer ben ge­nannten Dörfern sind auch die dem Untergang geweihten Einzelgel)Öfte, z. B. Vorithagen, Stollmühle, Berichcr Hütte und einige Mühlen an der Werbe und dem Aselbach zum Teil verlassen. Tie Bewohner siedeln sich meist in der Umgebung an, nur wenige gehen nach Posen.

Ter 3. Bezirk des Hess. Athleten Verbandes hielt am 10 und 11. August fein 4. BczirkSfcst hier ab, das sehr gut besucht war. Nach einem Slonrmers am SamStag abend, begannen am Sonntag vormittag die Wettkämpfe in Schwergcivichtslcmmcn Ein- arniig Rechen und Stoßen, zweiarmig Drucken und Stoßen) und Swleuderball, Slugel schocken und Laufen £ 9 Uhr eröfmere der Bezirkovorsitzcnde wu einer Ansprache die PreiSverwilung, bie folgendes Ergebnis

Reichsgerichtsbricf.

(Nachdruck verb.) js Leipzig, 12. Aug.

Das Kündigungsrecht desAlten Herrn".

Eine studentischeVerbindung ist in rechtlichem Sime als Vercm ober als Gesellschaft gemäß § 723 bes Bürger liehen Gesetzbuchs aufzufassen. In bciben Fällen finben auf iic - tote bas Reichsgericht jetzt in einer grunbsätzlichen Enischeibumk sestgestclli hat mit Rücksicht auf § 54 des Bürgerlichen Gesch. buchs bic Vorschriften über bie Gesellschaft Anwenbung Dam.i, kann jebe auf unbestimmte ober auf Lebenszeit cingcgangene icllschaft jeberzeit von jebem Gesellschafter gekündigt werben. Eine solche Münbigung wirb and) ohne Beschluß der übrigen Gesellschafter r c ch t s w i r ks a m.

Auf Grund ber nachstehenben Streitigkeiten hat das Reichs, geeicht deshalb auch anerkannt, daß derAlte Herr", berge- lünbigt" hat, nicht mehr burd) Ausschließung bestraft werben kann. Dagegen hat bas Reiä)sgcrid>t eine Feststellung darüber abgelelnn, daß derAlte Herr" ehrenvoll ausgefchieden ist. Ter Rechtsstreit interessiert noch mit folgenden Einzelheiten:

Ter Diplomingenieur 3£. in Darmstadt, der dem Korps R h c n a n i a in Darmstadt alsAlter Herr" nn gehörte, ist durch Beschluß des A. O. A. H. E. vom 28. Novem- ber 1909 wegen wissentlich falscher s2Übgabe seines Ehrenwortes mit der Strafe der verpetuellcn Dimission und Absprechuna ber SatiZsaktionssähigkeit belegt worben. Wegen bieses BcschluffcZ hat berAlte Herr" Klage erhoben unb Feststellung begehrt, baß ber Beschluß ungültig sei, weil er schon am 12. September 1909 feinen Austritt aus bem K orps orbnungsmäßig angezeigt babe. Weiter verlangte er Feststellung, baß er am 12. September 1909 aus bem Korps orbnungsmäßig unb ehrenvoll ausgeschieben fei

Das Landgericht Darm stabt nahm an, daß ber Kläger einseitig nicht habe aussd>cibcn können unb wies feint Klage ab. Dagegen hat bas O b c r l a nb es g e r i cht Darm- t a b t anerkannt, baß ber Ausschließungsbeschluß bc-3 Storps zu Unrecht erlassen worben ist, im übrigen aber bic Silage abgewiefen.

Das Reichsgericht ist noch weiter zu Gunsten des Klägers gegangen. Es bat entschicbcn, baß nicht nur ber Beschluß M A. O. A. H. C. des Korps Rhenania vom 28. Novr-rnber 1909 gegen den Kläger zu Unrecht ergangen ist, sondern auch anerkannt, bau der Kläger mit bem 12. September 1909 rechtswirkfam au#- geschieben ist.

Zur Begrünbung führt bas Reichsgericht auS: Ms nicht» rechtsfähiger Verein kann bas SkorpS gemäß 8 50 Z. P. C dct- klagt werben; es hat bann bic Stellung eines rechtsfähigen Vereins, ber burd) seinen Vorstanb gesetzlich vertreten wirb, (k# icnügt, baß nach § 54 B. G. B. aus Vereine, die nicht rec^Sfähig ind, die Vorschriften über die Gesellschaft Anwendung finden. Dann aber ilt bic rechtliche Grunblage in ben 88 724, 723 de- Bürgerlichcn Gesetzbuchs gegeben. Würbe man mit bem Beratung-- gendjt in ben Satzungen bcs Siorps ein Verbot beS cim'eiiigtn An­tritts zu finben haben, fo würbe bieses wegen Verstoße» gegen 723 B. G. B. unverbinblid) sein. Wenn bas Bcrufungsgerubl in bem im Tatbestanbc seines Urteils im wesenUichen Teile nncbcrgcgcbencn Briese bcS Klägers vom 11. September 1909 eine AuStrittserNäruna bcs Klägers finbet, so kann bieS nicht bcanstanbet werben. Mit bem Augenblick, in bem diese Erklärung bem beklagten Korps zugegangen ist, ist nach bem Obengesagken der Austritt vollzogen. Der Kläger hat aber ein rechtliche« Interesse baran, daß bie Bcenbigung feiner Zugehörigkeit ju bem Ztorps alsbalb feftgcftdlt werbe. Denn gegen über einer dem Verein nicht mehr angehörigen Per­lon kann der Berein kcine Gerichtsbarkeit mehr aus üben, xamit erweist sich der erst nach bem Aus­tritte bes Klägers gegen diesen ergangene Beschluß de« Korps als rechtsungültig, ohne baß cS ber von bem Berufungsgericht bafür gegebenen Begründung bedarf. Dagegen uand dem Gericht nictt die Befugnis der Feststellung zu, ban brt «lagerorbnungsmäßig", alsoehrenvoll" ausge'chicbcn fei, da Ine» eine Beurteilung enthalten würbe, bie über bie Rechtsfrvgc nnauogchl, ob ocr >tlägcr wirksam ausgeschieben sei.

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wartenden zahlreichen Wandergästen frohe Tage zu ver­schaffen. Eines großen Interesses wird sich die mit dem Verbandstag verbundene, reich besdsickte A u s st e l l un j mit Erzeugnissen aus bem Gebiete des Vogelsbergs und bodenständigen Reiseandenken aus dem Gesamt'Verbands­gebiete zu erfreuen haben, für die in dem städtischen Schu - Hause hohe, Helle Raume zur Verfügung stehen. Während ber Freitag und Samstag nachmittag mehr dem geschäft­lichen Teil der Tagung gewidmet sind, setzt mit dem Sams­tag abend ein von der Stadt veranstalteter Festkommers das eigentliche Wandersest ein, das am Sonntag, 1. September, den Höhepunkt erreicht. An diesem Tage, dessen Abschluß bas vom Fürsten veranstaltete Schloßfest bildet, werden sich die V.-H.-E.-Aweigvereine in Büdingen ein Stelldichein geben und es wird naturgemäß mit einer großen Anzahl Cöäfte zu rechnen sem. Fürst unb. Bürgerschaft werben in Verbindung mit der rührigen Festleitung, unter Kreisrat Boeckmann, alles aufbieten, um allen billigen Wünschen gerecht zu werden.

Kreis Friedberg.

U. Bad-Nauheim, 12. Aug. In hiesigen Handels­und Geschäftskreisen wird e8 immer mehr als ein großer Mißstand empfunden, daß die hiesigen staatlichen Groß­betriebe, wie z. B. das Salinenrentamt, noch kein Reichsbank-Girokonto besitzen und deshalb große Be­träge oon hier nach Darmstadt und umgekehrt geschickt werden müssen. Man will durch die zuständige HandelSlammer ver­suchen, diese Institute zum Anschluß an die Reichsbank zu bewegen, damit sich auch hier der Verkehr in flotterer Weise als sonst bewegt.

m. Ober-Mörlen, 12. Aug. Unsere Wasser­leitung ist soweit fertiggestellt, daß sie nach Vollendung der Hausanschlüsse am 1. Oktober in Betrieb gesetzt werden kann. Das Wasser wird aus dem nördlichen Winter­stein bezogen. Auch erhalten wir in diesem Jahre noch elektrisches Licht aus der Ueberlandzentrale Wölfers­heim. Angeschlossen haben sich vorerst 109 Teilnehmer.

m. Nieder-Mörlen, 12. Aug. Im Herbst wird mit dem Bau bes neuen Pfarrhauses begonnen. Es kommt hinter die Kirche auf ben alten Friebhof zu stehen. Tas jetzige Pfarrhaus wirb in ein Schwesternheim mit Kleinkinberschulc um- gewanbelt. 10 000 Mk. hierfür hat bas Ehepaar Pct. Jak. Mobs gestiftet. Die Wasserleitung ist fertiggestellt. Fast ohne Ausnahme hat sich unsere Einwohnerschaft baran beteiligt, trotzdem bic meisten gute Ziehbrunnen haben. Für das elektrische Lickst Haven sich viele Teilnehmer genielbet, baß es fick) für bic Zentrale Wölfersheim lohnt, eine Blockstation hier zu erricksten. Be­züglich des kürz lick) hier erfchosfen aufgefunbenen Bankbeamten Koch ist nod) zu bemerken, baß bessen Vater mitteilt, fein Sohn lstibe 7000 (nicht 70 000 Mk.) bei sich gehabt unb er könne sich nicht umgebracht haben. Wie nun ermittelt worben ist, war ber junge Mann mit seinem verschwunbenen Freunb einige Tage auf bem Frankfurter Sclstitzensest; cs ist anzunchmen, daß baS Gclb bort verjubelt würbe unb ber junge Mann sich schämte, ohne Gelb nach Hause zu kommen.

Starkenburg und Rheinhessen.

rnt. Darmstadt, 12. Aug. Das Sck)ießen um den Kais er preis fand heute auf dem Truppenübungsplatz Darmstadt zwischen den hier Kompagnien je eines Regi mentes statt, die innerhalb des 18. Atmteekorps am besten geschossen hatten. Beteiligt waren die Regimenter Nr. 117, 118, 80 und 87. Den Preis errang wie im vorigen Jahre wieder die dritte Ko rn pa gn ie'des Jnf.-Regts. Nr. 117, Garnison Mainz. Die Kompagnien kamen heute früh mit ber Bahn hier an und wurden am Nachjmittag Nneder mit der Bahn nach ihren Garttisonen gebracht.

w. M a in z, 12. Aug. Der Unter bem1 Protektorat des Großherzogs Ernst Ludwig stehende hiesige Verband für Flugwesen veranstaltet sm kommenden Jahre einen R u n d f l u g durch Hessen.

w. Alzey, 12. Aug. Gestern nacht hat der 63jährige Maurer Jakob Lang seinen Sohn mit einem Tranchier­messer erstochen.

w. Oppenheim, 12. Aua. Die Beisetzung des Geh. Baurats Prof. Paul Wallot findet am Mittwoch, 14. August, nachmittag 3y2 Uhr, in Oppenheim statt.

Hessen-Nassau.

irg, mit 72,9 Pkt. 3. Karl Hartmann, St - u R, lub mit 69,8 Pkt 4. Ludwig Sommerlab, 3t« u

Gießen, mit 68,8 Pkr. 5. Hrh. Hcng, St.- u. R.-Klub Friebberv mit 66,3 Pkt.

Leichtgewicht-Stemmen. 1. Preis: Attur Rütiq,- Athl.-Sv.-Verein Marburg, mit 74,5 Pkt 2. Lubw. Üunbcrf Athl. Sv Verein Gießen, mit 74 Pkt. 3. Karl Schm-.O!, u. R Mlub Gießen, mit 73,8 Pkr. 4. st ort r. Paul, Arhl.-Sp.-Ber ck» Marburg, mit 65,4 Pkr. 5. Jos. Fcgbeucl, Athl.-Sv.-Derc"7 Gießen, mit 63,5 Pkt.

Febcrgcwicht (Stemmen). 1. Preis: Karl D.'in- traut, Mhl.-Sp Verein Marburg, mit 78'. Pkt. 2. Ludivi» Lorenz, 6t u. R 'Hub Gießen, mit 69'i Pkt. 3. Henn. Lor.n, 2t.- u. R Klub Gießen, mit 69 Pkt. 4. Hch. Becker, St - u R ' Stlub Friebberg, mit 68 Pkr. 5. Theobor Erb, Sl.- u. R -SNub Gießen unb PH. Simon, St.- u. R Klub Gießen, mit 66 Pfs 6 Pcter Jager, St.- u. R.-Klub Gießen, Karl Hanstem, St - u R. Klub Friebbexg unb Heinr. Harbttvann, St u R Miyk Gießen, mit 63'. Pkr. 7. Ph. Muller, St.- u. R.-Klub Gießn« mit 63 Pkt., 8. Simon Schweiger, Athl.-V. Marburg mit 62 9. Karl Srbmibt, St.- u. R -Kl. Friebberg mit 60' - Pki 10 -Qilh Keller, Athl.-Sp Verein Gießen, mit 60 Pkl. 11. Otto Valentin Athl.--Sv Verein Gießen, mit 59' 2 Pkt

Leichtathletik: 1. Preis Albctt Henze, Athl.-Sv -B Marburg, mit 44/s. 2 Heinr. Staubach, Athl Sv B Giesen 41'7. 3. Karl Hormel, Athl.-Sp V Marburg, 36"/,» 4. Jiibcn Lemmer, Athl.-Sp.-P. Marburg, 36"/,«,. 5. Gg. Linb, Athl -Sv. V. Marburg, 33%. 6. Heinr. Rühl, Athl.-Sv B. Aiirbberq 33'3. 7. Karl Schneider, St. u. R.-Kl. Friebberg, 331 f Deiwr. Roth, Kraftsp.-V. Wetter, 31'/,. 9. Wilh Sd.cercr, Krastsp 1 V. Wetter, 3V/«>. 10. Joseph Fritsch, St. u. R. >il. Friebdn, 24%. 11. Heinr. Schecrer, Kraftsp.-V. Wetter, 224 12. Jakob

Schweiger, St. u. R.-Kl. Friebberg, 20-'/,. 13 Karl Frieden-« bäuser, Athl.-2p. V. Marburg, 18' . 14. Joh. Günther, Slrartip. V. Wetter, 17/15. 15. Hubctt Van Tankeren, St.- u. R.-iii Friebberg, 16%..

Schwergewichtringen: 1. Preis Wilh. Wolf, St- u. R.-Kl. Gießen; 2. Gg. Staubach, Athletiksportv. Gießen; 3 Karl Gcrstenberg, St.- u. R.-Kl. Gießen.

Mittclgewichtri naen: 1. Preis Karl Hormel, Atbl- Sp.-V. Marburg; 2. Willi Müller, St.- u. R.-Kl. Friebberg; 3. Karl Hartmann, St.- u. R.-Kl. Gießen; 4. Heinr. Staudacd' Athl.-Sp.-V. Gießen; 5. Job. Günther, Kraftsp.-V. 'S etter- 6. Ernst Fleck, Athl.-Sp.-B. Marburg; 7. Rich. Sklaue, Alhl V. Gießen. ,

Lcichlgewichtringcn: 1. Preis Heinr. Roth, Krast- Sp.-V. Wetter; 2. Albett Lemmer, Athl.^p.-V. Marburg: 3 Artlmr Rübiger, Athl.-Sp.-V. Marburg: 4. Stonrab Paul, Athl. Sp. B. Marburg.

Febcrgewichtringcn: 1. Preis Pcter Jäger, St.» u R.-Kl. Gießen; 2. Herm. Lorenz, (5t- u R.-Kl. Gießen; 8 einton Schweiger, Athl.--Sp.-V. Marburg; 4. Heinr. Becker, St. u. R.-Kl. Friebberg; 5. Karl Schmibt, St- u. R.-Kl. Friebberg- 6. Slarl Friebertshäuscr, Marburg; 7. Karl Weinttaut, Albi« Sp.-V. Marburg.