Ausgabe 
11.1.1912 Zweites Blatt
 
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, der auch im Bülowblock mit den 5^0 servat den und

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Unsere Gegner Können nicht bestreiten, daß auch in unseren Hochburgen die freisinnigen Versammlungen ruhig durchg^führt werde« konnte«. In freisinnigenHochburgen" sieht es leider anders aus. . M .

Und in freisinnigen Flugblättern und Versarnrnlungsberichten toivb geflunkert, dast es eine 41 rt har.

war die allezeit für Wucher-, schrankenlose Gewerbe- und Aktienfreiheit eintrat! , ___

Die Mittelstandsorgane (Kolonialwarenzeitung, Handelsgärtner, Mittelstandszeitung usw.) schreiben darüber ganz ander .

Wer hat denn für alle Mittelstandsgesetze gestimmt und wer dagegen?

Nun, der anffteklärte Wähler weis; Bescheid I . n m .

10 Die Wähler werden gruselig gemacht mit den behaupteten 44%, die der Großgrundbesitz in Hessen von a em run UN o en, nach ** 'Sich- «... d°"*-** "-»"? is-

dHen Grund und Boden einschließlich Wald mitrechnet, so besitzt er in Hessen 55 000 Hektar 9,6 c, alle anberen ^sitzen § ' jy

aHen Laßt man den' Wald weg und rechnet nur landwirtschaftlich benutzten Boden einschl. Weinberge, Garten und Weideland, so kommen auf dre Großen nur 19000 Hektar = 4,76%, auf die Kleinen aber 408000 Hektar --- 95,24%. srtMn n*

Aber vielleicht haben die fortgeschrittenen Rechenkünstler den Großgrundbesitz viel früher- etwa von 20 Hektar an gerechnet' dann stellt sich wenn man nur den landwirtschaftlichen Besitz wie vorstehend zahlt, der Brotzbesitz auf 65000 Hektar =18%, der klemb sitz A ^2 000 Hektar = 82%. Auch hier fau.cn also keine 44 «o heraus. Wie kommen die Freisinnigen zu ihrer interessanten und pikantenWahrheit ? Rechnen sie den 0(8rotzbesitz vielleicht noch früher, etwa von 20 Morgen an?

Neichstagswähler! Glaubt ihnen nichts mehr:

Ihr wißt nun Bescheid!

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Hier die Beweise:

1. Man wirft der Wirtschaftlichen Vereinigung vor, sie sei eine Fraktion Kraut und Rüben. Was ist die Wahrheit?

Unsere Fraktion stimmt in allen wichtigen Wirtschaftsfragen geschlossen. Was beweist das, wenn in einzelnen Fragen einzelne anders stimmen? Kommt das nicht bei jeder bürgerlichen Fraktion, bei den Freisinnigen aber,am allermeisten vor?

Wie war es doch bei der Gesamtabstimmung über die Rrichsvcrstchirungovrünung . Fre ft "t. 24 ja, 10 nein, 14 Khlen.

Wo war denn die Einigkeit im Freisinn bei der Frage der t'oljnämtcr, beim ^e.marbeitogejetz, bei den Schrnahnsabgabrn usw..

2 Ter frfitoartblaue 'Block. Er spielt in den Reden des Freisinns die allergrößte Rolle, desselben Freisinns der,, wie Bebel IM Reichstage noch vor kurzem sagte, 1<> Iah c lang mit dem Zttimi flemoge't bot, bei auch im Bülowblock mit den Ko'rrva^ven und Antisemiten" (!!) zusammensaß und dessen Redner noch heute das Scheitern dieses Bülowblocks beklagen, weil der Freisinn mit diesem (leider) das beste Bes^^(ft e die freisinnigen Abgeordneten Julius Kopsch und Fischbeck die (so schriebK-pschselber an "si^n Hentrumspfarrer^

dem Zentrum immer freundli«, g>genüberstande»? Will man das ...cht wiffen? Und sagte nicht selbst der freisinnige Abg. vausirnann, als bet der elsaß-lothringischen Derfassungsfrage das Zentrum mit der Linken ging, er wuu siche sich einen iolchen «lock (--'"le "vdZ> "tr"rn) für die uüchsteu ReichSlagSwahleu? Bon einem fchwarzblauen Block ist aber keine Rede. Jede Fraktion stimmt so ab, wie sie es für

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3.DerAutiiemitismus" hat abgewirtschaftet." 3ft's auch wirklich wahr, oder geht er nicht eher zu Grunde, bis er überflüssig wird? Warum macht mau denn so ungeheure Anstrengungen, um einenabgewirtschafteten" Gegner zu bekämpfen.

4.Die Wirtschaftliche Bereinigung vertritt den (Sroftgrnndb.sitz". So? Wo liegen denn unsere Wahlkreise? Im Iunker- lande? Wer sind denn unsere Wähler? Großgrundbesitzer oder kleine Leute? Sehe man sich doch die Wirtschaftliche De^imgung des Reichs ages an! Kleinbauern, Han werter, Kaufleute, Arbeiter, Beamte bildeten ihren Bestand. Sind das Junker? In welcher Partei sitzt aber der Fiveikominiftdefitzer R-ichsgraf vou ^othmer mit 12 000 Hektar Land? Wo dieneuen" ^t-oftgru-dtn jist r vom Borsenadel . J.o Ritter- gutsbesitzer Becker-Lachrnannshagen, Domänenpächter Fegter? Bei uns? Rein, in derFortschrittlichen Lolkspartei.

5.Die Wirtschaftlich> Vereinigung hat für die neuen Steuern gestimmt uud das Vot belastet."

Ja, wollten denn die Freisinnigen nicht sogar noch 5)0 SAillioueu indirekter Steuern mehr bewilligen. . ->

Wollten sie nicht den Tabak doppelt so hoch besteuern, als er besteuert worden ist, und zwar nach dem Gewicht statt nach Wert.

6.Die Wirtschaftliche Vereinigung hat gegeu die Aufh düng der Züudholzsteuer gestimmt."

Auch das ist unwahr! Um eine Abstimmung hat es sich am 10. und 11. Januar des vergangenen Jahres gar nicht gehandelt, sondern um eine Interpellation, bei denen bekanntlich eine Abst.n mu> g nicht stattsindet. Wenn unser Abgeordneter Lattmann am 1L Januar dafür sprach, daß an Stelle der Zündholzsteuer die Dividenden- und Kotierungösteuec treten mochte, so beweist das, wie wir zu dieser Angelegenheit stehen.

7.Wie steht Dr. Werner zu den Konsumvereinen?" . . ,

Nun sein und unser Standtpunkt ist zur Genüge bekannt. Die Konsumvereine sind nicht in der Lage, billiger zu verkaufen als die Fach» aesckäfte. Sie'sind überall da überflüssig, wo, wie z. B. in Gießen, leistungsfähige Firmen genug ^oroandeu sino^

Und die Landkonsumvereine? Ja, wer liefert denn diesen die Waren? Der meist freisinnige flädkuche Großhändler, und reser begründet auch zahlreiche neue Vereine auf dem Lande, um neuen Absatz zu haben. Uns ist ein solcher Grossist bekannt, oer

acht Konsumvereine in Landortcn selber begründet hat.

Was nun die Besteuerung der Konsumvereine mit offenen Läden anlangt, so tritt unser Kandidat !ür ihre stenerliche Gleichberechtignng ein, aber nicht wie das vielfach der Fall, für chre steuerliche Bevorzugung gegenüber dem selbständigen Mittelstand, der nicht verschwinden darf.

8.Das angebliche Warenhaus des Bundes der Landwirte; Offiziers- und Beamteuwarenhäuser."

lllun, wenn taftächllch eM^olch^s Warenhaus besteht, warum lassen denn die Freisinnigen nicht ordentlich die Steuerschraube anziehen? Warnm stimmten denn die Freisinnigen im Pieustljchen Laudt'g einmütig gegen die WarenhauSsleuer.

9.Wir sollen Feinde des Mittelstandes sein?"

Das sagt die Partei, die , _

gegen jede Stcucrbclastung der Börse

Wählt den Mann der schassenden Stände in Stadt und Land

Dr. friiiiiiiiiiii Wmtt in Öntilmdi.

Der Wahlausschuß.