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tle ..»tetzener ZamNienblSUer" werden dem „ttnictflct* viermal wöchentlich beigelegt. da« „KrelsNott fflr den Kreis -letzen" zweimal wöchentlich. Tie ..tandwlrtlchaflllchev Seit«, fragen" erjchemea monatlich zweimal.
162. Jahrgang
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen
Freitag, 8. März 1912
fRofaHenSbrutf and Verlag der Vrüblichen Univerfttä!« - Buch- und 6temörudci;cL DL Lange, Gießen.
Rednrinn^ Brreditton und Trnekerelr Schul- Urane 7. Cxpevltton und Verlag: 5L
Viedaktiowe^IIL rel.-Adr^Anze»gerS»eßen.
I r a f t ficgcbrn wird und iic astSschließlw' c.y.t
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Der ribichlutz des Lzenstochauer Klofterproseflcs.
sh. Pctrikau. <• Mar;
Anhaltendes -Stillen
Exz. Wolkow das
Urteil,
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Tann erhielt bic Angeklagte Helena Mazock das Wort. Aus die Frage, ab sie unter Ausschluß der £crfcittluf)Icit ihre Irr»
Der Etat des Relchsamfs des Innern. (Achter Tag.) v
__;__ Abg. Pens (Soz.) 5
Auch b'et ankikollektivistische Bauernschädel kvird die liUiigSlosigkcit der MittelstandSrelterei allmählich einsehen.
3mt t&t Bit bitter Mortl —
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bm Rennert ($ai des kroitichca v erfahren«.
Rede' sein. Ihre Familie gehöre den besten «reifen in^ Lodz an und sie sei nur durch den Angeklagten Mazock in den summ hmcingcratcn, in dem sie sich jetzt befinde <pie habe ihren Mann itarf und heiß geliebt und nach der Hochzeit ferne Beziehungen mehr mit Tamazy Mazoch unterhalten. Ten Mord billige ne nicht und sie ver'lucke heute den Tater (große Bewegung, denn eine Niederträchtigkeit, eine Gemeinheit sei damit begangen worden.
Abg. Graf Stnniti (Kons.)^
Ich freue mich, daß unsere Warnungen vor faulen a u S • ländischen Unternehmungen nickt ganz ungeliort ver
ist für die Mutter oft mit Beschwerden verbunden, ruft auch häufig Mattigkeit und Müdigkeit hervor als Folge von Unterernährung. Die Stillende tut gut, ui jolchm Zeiten zur Erftar- Kmg eine Zeülang
Scotts Emulsion
zu nehmen. Man hat in Kliniken dahingehende Versuche mit bestem Erfolge gemacht. Auch kostet
Mb. Deutscher Reichstag.
22. Sitzung, Donnerstag, den 7. März. 1 Uhr.
wonach gegen die Angeklagten aus folgende Strafen erkannt wurde: Tamasius Mazoch zwölf Jahre Zuchthaus, Pater Isidor Stare z em-ki iüns Fahre Zuchthaus, Pater Basilius L lei ins ki 21 2 Fahre Zuchthaus, Helena Ti azoch zwei Fahre Gefängnis, Fwei B l a s k i e w i c z der Alostcrschlosier> ein Fahr Gefängnis, der «utt'cher Pianka vier Monate Gefängnis und der Graveur Ey g an o ws ki eine Arreststrafe, die durch die Unlerfuchungshaft als verbützt erachtet wurde. Ter achte und letzte AngeNagte Pert- k i e w i e z wurde freigefprochen.
Tie Begründung des Urteils erfolgt, wie bereits mitgeteilt, erst später, da nach der russifchen Strafprozeßordnung die Be-
hinaus: Der Hansa-Bund hurral Alles, was ick bin, danke ich ihm! (Große Heiterkeit); und das andere: DaS Zen- trum ist eine konfessionelle Partei mit einem protestantischen Abgeordneten alS Feigenblatt. (Heiterkeit.) Es gibt viele Arten von Toleraiiz — oder Paritätsfeigenblättern. Herr Paasche war im Präsidium daö Feigen- blatt für den schwarzblauen Block. (Heiterkeit.) Herr Kölsch hat unsere Mittelstandsanträge mit vielem Nutzen gelesen. Sein Vorschlag, wir sollten in den Warenhäusern nicht einkausen, verdiente zu einer lex Kölsch ausgearbeitet zu werden; die könnte dann bei Tietz und Wert- heim als Warnungstafel aufgebängt werden: Konservativen und Zentrumsleuten ist der Eintritt verboten!
Die Erbschaftssteuer bedeutet ein Hineinlenchten in die Geschäftsgeheimnisse des Mittelstandes. (Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Don einem konfessionellen Boykott ist unö nichts bekannt, aber die Boukolts der Gegner könnten un-3 veranlassen, den Spieß umzudrehen. Ter Dortrag des Abg. Kerschen st einer über Erziehungspolitik war ge- wiß sehr interessant, aber lieber als die Philosophie ist mir die Wahrheit. Seine Ansichten werden sehr angefochten. Fch will das Wort Spielsckule nicht anwenden. o. c die v ei wiegende Mehrzahl der Lehrer ist einig darin, daß eine Technik der Hand feinen Platz mehr in der Volksschule finden kann. Herr Ker'ckenstetner scheint vergessen zu haben, daß in der Fugend das P licktgefuhl erzogen werden mutz. Wir treten für eine rcligto'c E r- Ziehung ein, getragen von einem großen Altruismus der ver- föhnlichen Nächstenliebe. (Beifall int Zentrum und rccktS.)
not. Der Hanfa-Bund bat solch einen verdienstlichen Organ!« aiiouSversuch unternommen.
Der neue Mittelstand hat sich diese Erkenntnis schon viel bester zunnutze gemacht. E» ist sozusagen geboren mit dem OrgainiationSgedankcii, cntstaiiden un OrganisationSze,tatter. Er bat blühende Berufsvereine geschaffen. Aber dazu ist erforber« lick. Sickerung und Ausbau des KoalitionSrecktS. die sozialpolitische Forderung deS Tages. Der Staatssekretär bat uns neulich gewarnt vor einer gesetzlichen Neuregelung deS KoalitionSrecktS — quieta non movere! Aber die Praxis deS wirtschaftlichen Lebens redet eine andere Sprocke. Olebcn Sie hinein m die Gewerkschaftsversammlungen der Arbeiter, in die Dereinöversammlilngen der kausmänni'cken und teckniichen Angestellten und Heien Sie die ständigen Klagen über grobe Verstöße gegen d-a- KoalstionSreckt, den gesetzwidrigen Mißbrauch deS wirt» sckastlicken UebergewicktS, Zwang zlim Austritt au» der Organs- sotion, dann werden Sie die Lust verlieren, dem Staatssekretär zu folgen und die Entwicklung abzuwarten. Die von den Konservativen gewünschte .Reform' des KoalitionSrecktS freilich können wir nickt mitmacken, und wir danken dem Staatssekretär fiir sein quod non! Eine foldie Gesetzgebung bedeutet Gefährdung des KoalitionSrecktS und würde viel unerfreulichere Zustande in den modernen Wirt'ckaftSkäinpsen herbeisühren. Tie beutige Zersplitterung der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung ist schon bedauerlich genug.
Dagegen liegt uns die Förderung der Tarif» bewcgung und Schaffung von Einig ungSäm ter n mit obligatorifchem BerhandlungSzwang sehr am Herzen. Dir sehen darin nicht eine Garantie deS sozialen Friedens, aber den Zustand des bewaffneten Frieden», der dem ewigen qui vivel-Rufcn des veitragStofen Zustandes weit vorzuziehen ist. Solange freilich den zwischen den Organisationen ab- geschloßenen Friedensverträgen keine gesetzliche B t n d u n a S»
gründung schristlich zu erfolgen hat. Tie Angeklagten nahmen das Urteil durchweg gefaßt entgegen und behielten jid) ihre Erklärungen vor. Zu bemerken ist noch, daß die zu Zuchthaus vcr» urteilten Angeklagten zum Verlust der bürgerlichen ^grentechte verurteilt sind, und daß die Zuchthausuraw anstelle dec früher üblichen Zwangsarbeit tritt, nachdem Rußland nicht mehr in der Lage ist, feine zu Zuchthaus verurteilten Verbrecher nach der inzwischen von den Fapanern eroberten Insel Sachalin zu transportieren.
es Erwachsenen keine Mühe, die leicht verdauliche, sahnige ScottS Lebertran-Emulsion zu nehmen.
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so schlccklcn Anleikestand haben, kann 6on einer Befriedigung unsere» einheimischen Kreditbeduifnisfe» keine Rede fein. Ta kann man auch eine andere Organisation unserer EmissionSbe Hörden nicht einfach von der Hand weisen. Erwägenswert ist die Einsetzung einer Kommission, die daS ganzcBankwcsen im Deutschen Reich im engen Einverneh men mit der ReickSbank überwacht. E» fällt un» nicht ein, alle möglicken Zollsätze erhöben zu wollen; aber Amerika und Frankreich tun e». Der Redner spricht gegen die Langfristigkeit der Handelsverträge und für Maxi- mal» und SM i n i ni a (t a r i f e. Ick freue nick, daß Herr Gothcin nickt für einen allmählichen Abbau der Zolle, also ein ftuckweiscS Abbackcn de» HundesckwanzeS ist, sondern die Zölle auf einmal abschasfen will. (Abg. Golhein ruft: Stimmt aber gar nicht!)
Eine Teuerung der landwirtschaftlichen Produkte besteht nickt soweit hohe Preise sind, ist der Zwischenhandel schuld. (Widerspruch link».) Dir bedauern da» ungeheure An» schwellen der Bodenpreise in den östlichen Provinzen. (Hört, hörtl links.) Woher kommt das? (Zuruf link»: Don den Zöllen!) Rein, da ist die Ansiedlung»- k o in m i j f i o n schuld und daS F a g d v e r g n ü g e n der reichen Handels, und Jndustrieherren. (Zustimmung recht», Lachen links.) Wenn irgendwo ein roter Bock in einer Jagd gesehen wird, bann ist der Morgen in diesem Gute gleich hundert 2*?arf mehr wert. Mit den Zollen haben die Güterpreise absolut nicht» zu tun. (Widerspruch links.) Die angeregte Enquete zur Fest» it c 11 u n g d e r W i rk ung deS Schutzzollsystems lehnen wir ab; da» wäre eine sehr unsachverständige Koinmisfion, wenn da dw Parteien nach ihrer Starke vertreten wären. Ter Frei- handel hat die englische Landwirtschaft ruiniert; fetzt, wenn beim licTilennrf’ciieriircif die TranSvortmittcl lahmgelcgt werden, droht England Die Hungersnot. (Beifall rechts.)
Abg. Gotting (Nntl.)x
Der Abg. Pens hat hier Neste der alten DereIen - dungStheorie ausgesprochen. AIS Derireter des größten Teil» dec deutschen Sparkassen mutz ick) dem widersprechen. Ter Redner beweist an der Hand eines reichen statistischen Mate- rialS, daß die Einlagen der dculsck'cn Sparkassen fast ständig im Zunehmen begriffen sind. Tie Sparkraft unseres Volkes wiro also immer besser. Die Spckrkasten üben, dein Macxis- mus zum Trotz, eine wohltätige Wirkung auS, die daS Empor- steigen der kleinen Existenzen ermöglicht. Wenn ^hre (zu den Soz.) Kleinarbeit nichts hilft, ^dann überlasten Sie doch uns diese Arbeit. (Widerspruch bei den Soz., 3uruf: Warum tun Sie es denn nicht?) Wir tun es ja. Neun Milliarden Sparkasseneinlagen sind das Resultat unserer, Arbeit. Selbsthilfe »st immer noch der beste Weg. Wir hoffen, auf diesem Wege am ehesten das soziale Problem zu lösen. Auch auf Dem Wege der inneren Kolonisation sind die Kräfte am Werk, ohne daß ein Eingreifen der Gesetzgebung nötig wäre. Wir wünschen gewiß eine Erhöhung der Löhne von Herzen. ?lber ob daö nur dem Wege der M i n d e st lohne zu erreichen fein wird, das erscheint uns doch sehr zweifelhaft. (Beifall.)
Abg. Meinhausen (Vp.) gibt am Schluß der achttägigen sozialpolitischen GeneraldiSkussion einen Rückblick auf die zahlreichen Reden. Ten breitesten Rau>n haben die M i t t e l st a n d s r a g e n beansprucht, insbesondere der alte Mittelstand. Ter Grund ist leicht zu finden: Gewisse Parteien, die die M i t t e l st a n d S f u r s o r g e t n Erb packt zu haben vorgeben, haben diesmal bei den Wahlen mit den Bauern, Ha:idwerteru und kleinen Kaufleuten scktimme Erfahrungen gemacht. (Lacken rechts.) Eie stehen, wie ein agrarischer BundeSagitator sagte, vor einem Abgrund. Trese Parteien hoffen nun durch verdoppelten Eifer in mitlel|tanb6- freundlichen Reden und Anträgen ihre fahnenslücktigen Stern- truppen wieder zurückholen zu können. (Sehr wahr! links.) Aber ich glaube, der Eindruck im Lande entspricht den Hoffnungen dieser Politiker auf der rechten Seite des Hauses nicht. Die Handwerker und kleinen Kaufleute haben eben am eigenen Leibe erfahren, daß sie durch die Wirtschaft S- und Steuerpolitik der seitherigen Mehrheitsparteien dreifach gestraft sind: Mit Verteuerung ihre» PrivathaushalleS, Schwächung der Kaufkraft ihrer Kundschaft und Preiserhöhung aller Rohmaterialien. (Beifall links.)
So ist der Zug nach links entstanden, und so hat sich ein Drittel Million neuer Wähler um die Fahne der fortschrittlichen AokkSpartei gefebart und allen Verdächtigungen zum Trotz die von uns immer vertretene Mittelstandspolitik unterstützt, flögen immer weitere Kreife deS Mittelstandes aus diesen Debatten lernen wieviel wirksamer alS Lamentieren und Petitionieren der Weg der S e I b ft 6 i l f c ist. Mögen sie von ihren vor- geblieben Hauptfreunden, den Agrariern lernen, daß am Anfang dcö Erfolges die Organisation stebt. Nun fehlt cS ja beute nickt an Organisationen im Handwerk und unter den selbständigen Kaufleuten. Im Gegenteil, man kann sich in der Vielheit und Unterschiedlichkeit oll der Mittelstandöprcgramme der vielen Gruppen und Grüppcken nickt mehr zurecht finden; daraus entsteht dann die Vielheit ber taktischen Grund'ätze in in i t t e l st a n d S f r e u n d ' . ck e n F n r b ’ r u n g c n , die wir
Tie übrigen Angeklagten begnügen sick damit, in kurzen Dorten ihre Unschuld zu beteuern. Für den erkrankten Angeklagten Epganowski erklärt dessen Berteioiger, daß er durch bie Aufregung, welche die Verhandlung für ihn gehabt habe, wohl genügend bestraft erscheine.
Unter atemloser Spannung des Publikums verkündet dann um 4 Uhr nachmittags der Präsident des Petrikauer Kreisgerichts
günstig.
Die gestrigen Ausführungen des Abg. Kolfck gingen darauf iuS: Der Hansa-Bund hurral Alles, waS ich bin,
sogenannte Streben nach Steuergerechtigkeit bei den Konsurnver einen ist die stärkste Ungerechtigkeit, denn man verschweigt dabei, daß der sogenannte Reingewinn Der Konsumvereine gar kein Prosit ist. Besser gefällt und schon das System, das Kcrschenstcincr zur Rettung des Mittelstandes empfohlen hat; aber feine Erzichungc- Politik wird erst auf dem Boden des Sozialismus möglich; die individuelle Ausbildung widerspricht durchaus nicht unserem Programm. Ein PersönlichkcitSlibcrattSmus, wie der Kcrschensteincre kann unmöglich mit der Reaktion zusammengehen. Der Redner polemisiert gegen GiesbertS. Der Terrorismus der Arbeiter ist berechtigt, weil er nützt, der TcrroriLmitS der Arbeitgeber ist unbc. rechtigt, weil er schadet. Tie Klassenjustiz beruht in dem man- gelnden Verständnis für die Berechtigung der Organisation. Ter Redner behandelt ausführlich die Resolutionen seiner Partei zur Landarbeiter- und Gesindefrage. Tas Wohnungswesen muß man, wenn man die amtlichen Berichte der Gcwerbeinspcktorcn liest, vielfach geradezu als eine Schweinerei bezeichnen. TaS einzige Mittel dagegen ist eine kräftige Organisation der Arbeiter, die zu fördern AnsiandSpslicht der Unternehmer wäre. Aber den Unter nehmern ist der Arbeiter am liebsten, der ain meisten säuft. Bis- her haben wir die Industriearbeiter wirksam vertreten; wir hoffen, daß wir jetzt auch bald die Interessen der Land- arbeiter ourck an ge st eilte Beanite wahrnehmen können, um die Lanoarbcitcrvcwcgung in |O» zialdern o.kratische Bahnen zu lenke li.
„ Abg. Dr. Pfcisfcr (Zentr.):
Unser T h e a t e r g c s e tz c n t w u r f soll Tinge in Fluß ürlngcn, die recht dringlich sind. Hier im Hause setzen sich auch VolkSpartei und Sozialdemokraten für daS Theatergcsctz ein, drauhen im Wahlkampf haben ihre 'Jlgitaloren gegen mich in dec unglaublichsten Weise gehetzt. Ta hat eö geheißen, dah ich mit t o i l c t t c n st r o tzc n d c n T h e a t e r d o m e n meine parlamentarischen Mußestunden verbrächte. (Zurufe linkS: Namen nennen!) Taö war der Herr Rechtsanwalt Kühn aus Nürnberg. (Abg. Tr. D! it l l e r - Meiningen ruft: Ich hoffe, daß Sie das auch außer- hall) des HauscS wiederholen werden!) Don sozialdemokratischer Seite waren cS Herr Hirsch und dann Herr Hügel aus Dayreiith, Mitglied dieses Hauses. Solche Anwürfe halten mich nicht ab zu rufen: Hurra, vorwärts mit dem Reichstheater, gefetz! Der Redner begründet weiter die Resolution des Zen- trums zum StellenvermiltlungSgcfetz. Sie fordert gesetzliche Festsetzung, daß die Gebühren zur Hälfte vom Arbeit- geber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer getragen werden und vaß etwaige dem cntgegenstehende Vereinbarungen in Zukunft nichtig fein sollen, soweit sie für den Arbeitnehmer ungünstiger sind und daß in solchen Fallen der Vermittler bestraft werden soll. Zurzeit ist die Judikatur für den Arbeitnehmer sehr un-
sh. Pctrikau, 7. Mär; , ' unb rief dann in
Nach neuntägiger Verhandlung ging heute der Mazoch-Prozeb ^oßer Erregung dem Gericht ;u, sie fei im Laufe der Verhandlung zu enb?pn^ieVru9^ hatte sich em äußerst zahlreiches Publikum 9 ciner Tirn-^eäempelt wordem fonne^er lerne
zu den Verhandlimgen cmgcrunbin, die noai o .inr nuu Mittags wieder ausgenommen wurde, nachdem das Gericht dt. ganze Nacht und den heutigen Vormittag 3ur -öeratimg m. utteils gebraucht hatte. •„ rtrnfcl.r (?rrenunn
Tie Angeklagten befanden .uch lamtltdi in.grob_ r ^n^ung. Der Kutscher Piauko meinte heftig, ab der Gerichtshol im erschien. Auch Tamazy Mazock »ar ,ehr bew» «k» d e »ngefiagte yetena A!°,°ch. Sic am ersten Tage °°UMmdig gc brocken dafaß ist beute vollkommen gefaßt. rtc trugt tu
Äncib« unb um Sen
Eie hat inzwischen durch ihren Verteidiger dte Grttarung av gegeben, das; fte sämtliche Klemodlenund n 21C,;C'
Ire von Ptazoch erhalten hat, zuruckml en wer.c. -ti tc Gärung hat eine gewisse Sensation erregt. pnanten ^ck
Vor der Beratung dee- Urteils war den Ang^lagten nom «n letztes Wort gestattet morden. AngeNagte. Dama-y.^^^ ioch erklärte dabei, datz er Nck ro^nn diese Tat
?trübt zu haben und hab er es doppelt dedauer, >^rcke
die Interessen des polnischen.Volkesund der ka^^chen^..^^ zefchadigt habe. Das polin'che Volk und d Verzeistlmg. Christenheit bitte er in dieser letzten -tui AngeNagte
Eiliges Schweigen, tciliueije Gelachter . ~ .änacret Rede nue-. 3libor Starezemski ließ ^ ebenfalb m ^^'ei^aumahme Er stand unter dem Eindruck der vor -mlH? Lfr • m feigem Don dem Staatsanwalt beantragten „nerrorbeHtliii' be-
besitz auf gefundenen Tagebuches, t-a-.- stch ab >er . .
lastend für ihn erwies. Fu die,em ^gebuch 'tgt iim^ fjrf) geklagte als ein außerordentlich grober 3mn •tr' ” eines neben vielen anderen Dingen auch noch der - 9nmftänbcn blieb unschuldigen Mädchens rühmt, llnter dm Eindruck. Seine Bitte um eine mildere Beurteilung ohne reden E^norua.
ruhen, haben sic nur beschränkten Wert, cfl bleibt das Mißtrauen. Tie Rechtsfähigkeit der Berussvereine kann der Staatssekretär ja jeden Augenblick hier im Reichstage haben, er brauckt nut ernstlich zu wollen. Wenn wir, wie er empfiehlt, auf die Judikatur des ReichsgerichlS warten sollen, dann brauchten wir die sozial- vclitiscke Gesetzgebung überhaupt nicht weiter zu betreiben. Auch die Stckaffling von EinigungSämtcrn mit obligato. rischem DerhandliingSzwang lehnt der Staatssekretär ab. Er beruft sich auf bic guten Erfolge, die in der jüngsten Vergangenheit einige solcher frei gebildeten EinigungSinstanzen unter behördlicher Mitwirkung gehabt haben. Diese Erfolge sollen nicht geleugnet werde», und wir danken dem Staatssekretär für sein zugesagieS Entgegenkommeii in künftigen ahiilichen Fällen. Aber nachrnglischem Beispiel sollte er nickst zusehen, wie die Dinge sick von selbst cntwickctti, bic Regierung sollte sich ihres Einflußes nicht freiwillig begeben. ES handelt sich vcr allem auch um die Verhütung zahlreicher kleinerer Kämpfe durch Schaffung einer gesetzlichen Handhabe zu EinigungSverhandklingen.
Ein Schulbeispiel au? dem praktischen Leben ist äugen, blicklich der Kampf auf bet Schichau-Werft in E l» hing unb Danzig. Sckon im vorigen Iahte hat bie Verwaltung in Danzig jed» Derhanblung mit ben Arbeitervertrctern auf8 schroffste zurückgewiesen, unerössnet bie ihr überreichte^. Arbeitcrsorberungen zurückgegeben, jebe Vermittlung von privater Seite, auch bc8 Oberbürgermeisters von Danzig, fehtoff abgelehnt, bie streikenden Arbeiter unb ihre Familien rücksichtslos au» ben Werftwohnungen exmittiert; auch bicßmal scheint man in ber- selben rücksichtslosen Weise vorzugehen. DaS schafft Erbitterung unter ben Arbeitern, ertötet jebc ArbeitSfrcubigkcit unb toanbclt auch bie sogenannten WohlsahrtSeiiiricktung.'n in orückenbe Ketten. ES w'iderspricht ben guten Sitten, bic sich allmählich im wirtschaftlichen KampseSleben herauSgcbilbct hal'en. Wie anbcrk wäre ter Verlauf, wenn wir in Danzig unb Elbing Einigungsämter mit DcrhanblungSzwang hätten! Leiber ist ber Fall nicht vereinzelt. Im Bergbaurevier an ber Ruhr ist bas vielfach so. Solche Fälle macken Aufklärung b.-r öffentlichen Meinung unb Beschleunigung ber so'ialpolinschcn Gesetzgebung zur Pslicht. Unb deshalb bedauere ick die Ausführlichkeit tiefer Debatte nickt. Möge sie allen erwerbstätigen Schichten neue Anregung geben und die w'ttfckiaft. lick? und soziale Entwicklung unseres Vaterlandes fordern. (Leb» Hafter Beifall links.)
Mit dieser Rede ist die achttägige sozial- unb wirtschaft»- politische Debatte beim GchaltStitcl des Staatssekretärs bcs Innern beendet. TaS Gehalt wirb bewilligt. Tie Abstimmung übet bic 76 zu biefem Titel vorliegenben Resolutionen wirb in ber britten Lesung beS Etats erfolgen.
Bei bem Titel, bet Zuschüsse für internationale Ausschüsse verlangt, tritt Aog. PeuS (Soz.) für ein intet- nationales Weltsprache na mt ein. ES könne auch einmal etwas für das Esperanto geschehen.
Abg. Tahlem (Zentr.) beklagt sich über die Rauchentwicklung ber Nheinoampfer, die die Wein, unb Obst- anlagen fchäbigtcn.
DaS Ha US vertagt sick Freitag 1 Uhr: Präsidentenwahl unb Fortsetzung ber heutigen Beratung.
Schluß 5*4 Uhr. ,


