Die Jesuiten müßten zurück und die Frauen vom heiligen Herzen Jesu; das Jesuilengesetz müsse aufgehoben werden. (Lebhafter Beifall.)
Weihbischof Müller (Köln) wünschte den Arbeitervereinen unter deni Schutze Gottes eine weitere gedeihliche Entwickelung und erteilte der Versammlung dann den bischöflichen Segen.
Hierauf nahm Tiözesanvräses Müller Aachen) das Wort zu seiner Festr ede, die sich im wesentlichen als Gedächtnisrede für den Kardinal charakterisiert.
Die Begrüßungsfeier.
Um 8 Uhr abends strömten die Manen der Katholikentag bcsucher von allen Seiten in die große Festhalle, in der die otfr zielte Begrüßung der Tagung durch den Vorsitzenden des Aachener Ä»kalkomitecs und den Vertreter der Stadt erfolgen sollte Ter Saal und die Tribünen waren überfüllt: die Tribünen hakt, man zur einen Hälfte den Tarnen, zur artöeren den katholischen Studenten eingeräumt. Auf den Emporen der Halle hatte außer dem ein gemischter Chor, der sich aus 350 Männern, 200 Frauen und 150 Knaben zusammensetzte, Aufstellung genommen. Zunächst sang der Massenchor unter der Direktion des Kanonikus Mons. Nekes eine Festbymne in Begleitung eines aus einer Militärkapelle zusammengesetzten Orchesters. Hierauf begrüßte bei erste Vorsitzende des Lokalkomitees Tr. med. Wienands (Aackrcn bi? Versammlung und sagte u. a.: Wir Katholiken Teutschlands erneuern heute im Angesichte unserer Bischöfe bas Gelöbnis, r Autorität zu gehorchen, i Stürmischer Beifall» Gehorsam nb Liebe unserer, von Gott gesetzten, kirchlichen Obrigkeit zu er- veisen. ^Erneuter großer Beifall.- Und noch eine andere öffentliche Erklärung haben wir abzugeben, in unseren Tagen, wo das Wort Klerus allein schon manche Menschen um ihre Ruhe bringt, wo alles, was man mit Verdrehung und Verleumdung nur erdichten kann, unserem Klerus angehängt wird, wo man vielfach glaubt, der Mensch sei von dem Tage an vogelfrei, wo er kraft besonderer Weihe seine Hand zum Segen des Volkes erheben darf, da wollen wir es laut und deutlich aussprechcn, daß wir Katholiken wünschten, daß Klerus und Laien die Hände feftcr noch ineinander legen. (Beifall.) Wir stehen fest zu Kaiser und Reich! Wir lieben unseren Kaiser, wie unser hochseliger Kardinal und Erzbischof es getan, dem Se. Majestät so recht herzlich zugetan war, weil er echt und wahr patriotisch toar. Gleich wie aber der Heimgegangene, geliebte Tote die Liebe zu Kaiser und Reich verband mit unwandelbarer Treue gegen den heiligen Stuhl und mit herzlicher Liebe zum heiligen Vater, so stehen auch wir deutsche Katholiken in Treue fest zu »Ham.
Ter Redner schloß mit folgender
Huldigung vor dem Pap st e:
„Euere Heiligkeit! Edler Priesterpreis auf Petri Thron, den die Pforten der Hölle nicht überwältigen werden, dir danken wir auss neue, daß du uns des wahren Glaubens Gut so treu beroalyrt, daß du unsere Hoffnung so fest gegründet, in dem du uns und unseren Kindern das heilige Safrnmmt der Liebe näher brachtest, das im schweren Kampfe für uns köstliche Labung ist, uns stark macht und unüberwindlich. Deutschlands katholische Männer und Frauen, Deutschlands katholische Jugend, stehen treu und unwandelbar fest zu dir in Liebe, Dankbarkeit und Verehrung." (Stürmischer Dcisall.) Und wenn wir uns jetzt erheben und des Papstes und des Kaisers gedenken und die Hände erheben, so sei es wie zum Sckwure vor der ganzen Welt, daß wir bleiben wollen, was wir sind, treue Katholiken und treue Deutsche.
Tie Versammlung hatte sich inzwischen erhoben und stimmte begeistert in ein Hoch auf Papst und Kaiser ein.
Namens der Stadt Aachen begrüßte deren Oberbürgermeister das Herrenhausmiiglied, Geheimer Oberregierungsrat Tr. Velt- ntann (Aacl)en) die Versammlung.
Das Programm für den besuch der Kaifers in der Schweiz
ist heute erschienen. Der kaiserliche Sonderzug wird am Dienstag, den 3. September, nachmittags 3 Ulyr 35 Minuten, in Basel eintreffen, wo sich sogleich die zu der Person des Kaisers kom- maiibicrtcn drei schweizerischen Offiziere vorstellen werden. Eine Abordnung des Regierungsrates des Kantons Basel-Stadt und ein Vertreter der schweizerischen Bundesbahnen werben bem Kaiser voraestellt. Um 3,45 Uhr erfolgt die Abfahrt nach Zürich, die Ankunft dort auf dem Hauptbahnhof um 5,30 Uhr, wo der Kaiser durch eine Delegation des Bundesrates (der Bundespräsident, der Vorsteher des Militärdepartements und dessen Stellvertreter, begleitet von den Züricher Behörden), begrüßt wird. Dann begibt sich der Kaiser nach der Villa Rietberg, das Ab- steigeguarlier des Kaisers. Tie bundcsrätliche Delegation nimmt Wohnung im Hotel Baur au lac.
Abends 7,30 Uhr findet im Hotel Baur ein Tiner statt. Am Mittwoch, 4. September, etwa 61/2 Uhr morgens erfolgt die Abfahrt von Zürich nach W h l, die Ankunft dort nm 7y2 Uhr. Hieran schliesst sich eine Fahrt im Automobil ins Ma- u ö v e r g e b i e t. Um U* 1,'» Uhr ist das Manöver beendigt und es folgt eine Automobilfahrt nach der Karthause I t i n g e n bei Frammseld, um 3,30 Uhr Abfahrt von Frauenfeld, 4,22 Uhr Ankunft in Züri ch und Fahrt ins Absteigequartier. Um 7 Uhr Abfahrt des Dampfschiffes und eine Fal/rt aus bem Züricher See mit Seenachtsest ans bem See.
Am Donnerstag, den 5. September frühmorgens Abfahrt mach Wyl, banach im Automobil ins Manövergebiet, 9' _> Uhr vormittags Schluß des Manövers, 10,55 Uhr Abfahrt des bundes- rätlichen Zuges von Wyl nach Bern, Ankunft dort um 2,15 Uhr. In ©ein Empfang des Kaisers durch den Bundesrat, begleitet von den Präsidenten deS Nationalrates, des Ständerates und des Bundesgerichts, sowie von Vertretern der Berner Behörden. Es folgt der Besuch deS Bundeshauses und um 3 Uhr nachmittags eine Fahrt durch die Stadt. Auf der deut- feben Gesandtschaft verabschiedet sich der Bundesrat vom Kaiser. Nach dem Besuch aus der Gesandtschaft begibt sich der Kaiser mit Gefolge nach dem Hotel Berner Hof, wo um 6y2 Uhr abends Empfang der in Bern beglaubigten Missionschefs durch den Kaiser staitsindet. Diesem Empfange folgt ein offizielles Diner. Um 9,15 Uhr abends Abfahrt nach Interlaken, Ankunft dort 10,25 Uhr. Ter Kaiser steigt im Hotel Viktoria ab.
Freitag, 6. September, 7,55 Uhr Abfahrt nach Jungfrau- joch, Ankunft dort 11,03 Uhr, Abfahrt von dort 11,44 Uhr, Ankunft in Eismeer um 12 Uhr, Lnnch daselbst Um 1,10 Uhr Abfahrt von Eismeer über Grindelwald zurück nach Interlaken, Ankunft dort 4,15 Uhr ©ei ungünstigem Wetter wird die Fahrt nur bis Eismeer a it s geführt. Tie Rückfahrt nach Interlaken würde dann »,4 Stunbc früher erfolgen. Um 7» s Uhr abends Tiner im Hotel Viktoria, um 9 Uhr abends Konzert int Kursaal und Feuerwerk.
Samstag, 7. September: Um j Uhr morgens ein Aufzug, welcher das Alpenleben in der Vergangenheit und d e r G e g e n w a r t b a r ft c H t. Um 9,20 Uhr von Inter taten über Br ünig nach Alpnastad t. Fahrt mit dem Dampf sd'iif nach Luzern, Ankunft dort um 1,40 Uhr, Lunch int Hotel National, nm 3,50 Uhr Verabschiedung auf Bahnhof Luzern und Abfahrt des kaiserlichen Sonderzuges nach Basel. Tie Ankunft in Basel erfolgt nm 5,42 Uhr.
Ans ficHcn.
Da8 Gesetz tibrr die Handelskammern.
rb. Darmstadt, 11 Aug. Das Gesetz über d i e Handelskammern soll int Hinblick auf das am 1. April
1913 in Kraft tretende neue Gettreinbeumkagengesetz verschiedenen notwendiaen Aenderungen unterzogen werden. Nach bem jetzigen Gesetz ist die Wahkberechtianng und die Wählbarkeit zur Handelskammer u. a. von oer Veranlagung 1: einer der vier ersten Klassen der Gewerbesteuer abhängig. Im neuen Gemeindeumlagengesetz bestehen nun diese Gewerbesteuerklassen nicht mehr und deshalb bestimmt der Entwurf, daß die Wahlfähigkcit wie bisher den gleichen natürlichen und juristischen Personen usw. wie bisher, zu stehen soll, ohne daß aber die Handelskammern an eine bestimmte Steuergrenze gebunden sein sollen: eine gesetzliche Festlegung dieser Grenze erscheine, wie es in der Begründung heißt, abgesehen von den damit verbundenen Schwierigkeiten auch im Hinblick auf die Verschiedenartigkeit der wirtschaftlichen Verhältnisse in den einzelnen Handels- kammerbezirken nicht zweckmäßig. Dagegen joll dem Ministerium die Möglichkeit gegeben werden, das Wahlrecht auf Antrag oder nach An hören der Handelskammer nach ihren besonderen Verhältnissen von einer bestimmten Mindesthöhe des gewerblick>en Steuervermögens, abhängig zu machen, um zu vermeiden, daß allzu kleine Betriebe, die an der Tätigkeit der Handelskammer nur geringes Interesse nehmen, als Wahlberechtigte zur Beitragspflicht heranzuziehen. Es soll deshalb im Art. 3 des alten Gesetzes bc stimmt werden: „Das Ministerium des Innern kann nach Anhörcn oder auf Antrag der Handelskammer bestimmen, daß für deren Bezirk Wahlrecht und Beitragspflicht außer von den Erfordernissen des Absatz 2 von einer bestimmten Mindesthöhe des rauhen Wertes das dem Gewerbe dienenden gesamten Vermögens oder, falls eine Gemeinde von der ihr zustehenden Befugnis des Art. IG des Gesetzes, die Gemeindeumlagen betreffend, Gebrauch gemacht hat, von einer bestimmten Mindesthöhe der durch die Ortssatzung vorgesehenen Merkmale für den Umfang des Betrieos bedingt sein sollte."
In dem zweiten der drei Artikel des vorliegenden Gesetzentwurfs wird eine Neufassung des Art. 18II bezweckt, dessen Vorschriften mit Art. 63 Des Gemeindeumlagengesetzes in Einklang gebracht werden. Daher soll anstelle der Worte „Gewerbesteuerkapitalien" und „fixierte Reinerträge vom Gewerbebetrieb" gesagt werden „Steuerwert des gewerb lichen Anlage- und Betriebskapitals". Im Art. 3 des Entwurfs und Art. 23 des alten (Gesetzes werden entsprechende Bestimmungen getroffen für den Fall, daß Gemeinden für ihren Handelskammerbezirk von der ihnen nach Art. 16 des Gemeindeumlagengesetzes zustehenden Befugnis Gebrauch machen. Weiter wird darin bestimmt, daß ent- spreckiend einer diesbezüglichen Bestimmung des Landwirtschaftskammergesetzes auch für den Ausschlag der Beiträge zu den Handelskammern zukünftig die Verzeichnisse der Umlagepflichtigen und ihre umlagepslichtigen Steuerwerte, sowie die Heberegister und die Anfvrderungszettel, gegen entsprechende Vergütung, von den Finanzämtern angefertigt werden.
*
AuZban der Nebenbahn Weliihrim.Flrrtli bis Reichelsheim.
Der Abgeordnete M erg e l l hat in der Zweiten Kammer seinen früheren Antrag betr. Nebenbahn Weinheim-Fürth bis Neichclsheim wieder eingebracht:
Großh. StantSregierunq wolle den Ständen wegen Turchbaus der Nebenbahn von Fürth nach Reichelsheim nut Staatskosten noch in diesem Hcrbst Vorlage machen, alsbald aber mit der Eisenbnhn-Gemeinschaftsverwaltnng wegen Ucbernahme dieser Bahn und der weiter zu evbnucnbcu Strecken Heppenheim-Fürth und Wahlen-Jürth m die Betriebs- und Finanzgemeiufchaft in Verbindung treten.
Mnit>erfitnt$<ltacbricbtch.
— Professor D r. in e b. Karl Hirsch, Direktor der medizinischen Klinik in Göttingen hat einen Ruf an die Universität Tübingen als Nachfolger von Prof. v. Romberg erhalten. Prof. Hirsch ist 1870 zu Oppenheim a. Rh. geboren. Am Gymnasium zu Darmstadt vvrgebildet, widmete er sich bem Studium der Medizin in Heidelberg, Gießen, Jena und Leipzig, bestand 1895 das medizinische Staatsexamen und promovierte 1896.' Tann war er als Assistent an den Krankenhäusern Hamburg-Eppen dorf und St. Rochus zu Mainz tätig. 1897—1907 war er Assistent Cnrschmcnms an der Leipziger medizinischen Klinik und habilitierte sich ebenda im Jahre 1900 als Privatbvzent. Im Jahre 1905 wurde er a. 0. Professor und erster Assistent an der Leipziger Klinik. Februar 1907 erhielt Hirsch zunächst einen Rus als Direktor der Poliklinik nach Jena, folgte aber schon März desselben Jahres einem Rufe nach Freiburg i. Br. als Ordinarius und Direktor der Poliklinik und des Hilda-Kinberhospitals als Nachfolger von Prof. L. Thomas. Am 30. Oktober 1907 erfolgte seine Ernennung zum Ordinarius und Direktor der medizinischen Klinik in Göttingen als Nachfolger von Prof. Wilh. His.
Gießcncr Strafkammer.
Gießen, 9. August.
Wegen dreier Diebstähle
wurde der Zögling des Ohlhstifts in Grafenhausen, der G. K. von Worms, zu einer Gesamttzrase von 8 Monaten Gefängnis, in der noch eine vom Großh. Schöffengericht Grünberg erkannte Strafe wegen eines weiteren Diebstahls enthalten ist, verurteilt. Ten ersten Diebstahl hatte er um Weihnachten 1911 in Hattenrod begangen, indem er sich in den Laden des Wirts und Krämers H. D. einschlich und den Betrag von 6 Mark aus der Ladenkasse nahm. Die beiden anderen Diebstähle verüble er im Februar 1912 am gleichen Ort in derselben Weise. Er schlich sich wieder in den Laden des H. D. ein und nahm sich 20 Mark aus der Laden lasse, außerdem nahm er zwei Zigarrenetuis und eine Uhr aus dem Schlafzimmer mit. Der Bestohlene erwischte ihn aber 51p fällig und nahm ihm das Geld wieder ab. Der Angeklagte wartete darauf eine Zeitlang in der Nähe der Hosreite und schlich sich bann im Dunkeln roicberum in den Laden ein und nahm ungefähr 15 Mark aus der Ladenkasse. Mit bem Geld reifte er nach Cassel und ging als Lanbarbeiter auf ein Gut, wo er verhaftet würbe. In der Hauptverhandlung war er geftänbig, die große Unverschämtheit, mit der besonders der letzte Diebstahl begangen worden ist, siel jedoch bei der Strafzumessung sehr zu feinen Unguuften ins Gewicht.
In 2 Strafsachen wegen Viehseuchenvergehens wurde die Hauptverhanblung ausgesetzt, da die Staatsanwaltschaft noch Ermittelungen darüber ;u erheben hat, ob die Angeklagten, der Viehhändler und Metzger S. F. von Bübingen und ber Viehhänbler G. G. von Hungen den Viehhanbel im Umherziehen oder nur im stehenden Gewerbebetrieb betreiben.
Wegen eines Diebstahls, der nahe an Raub grenzte, wurde der Schmied T R. von Klein- Steinheim zu einer Okfängni
Wochen der erlittenen Unteriudiungvbait angerechnet wurden, ver
urteilt. Er batte dem Zeugen H. F. von Grünmgen in einer Wirtschaft die Uhr mit der Kette aus der Hand gerissen, war damit sortgelausen und hatte sie später verkauft. Straserhöhend kamen die Zahlreichen Vorstrafen des Angeklagten in Betracht. Die Großh. Staatsanwaltschaft und der Angeklagte erkannten bas Urteil an.
Wegen Unternehmens der Verleitung zum Meineid
wurde der 71 jährige Schlosser A. P. von Höchst an der Nidda <u einem Jahre Zuchthaus, auf welche Strafe die llntersucknings- haft angerechnet wurde, verurteilt. Er hatte es unternommen, einen Zeugen ;u einer falfchen Aussage in einem vor dem Großh. Amtsgericht Altenstadt von ihm geführten Zivilvrozeß zu verleiten, indem er für; vor bem Termin zu dem Zeugen ging und zu ihm sagte, er solle etwas sür ihn Nachteiliges nicht ausfagen, sonst reite er ihn hinein und dem anderen halte er die lange. Tc diese Aeußerung des Angeklagten in der Beweisaufnahme zweifelsfrei festgeftellt wurde, mußte der Angeklagte zu der genannten, gesetzlich gebotenen Mindeststrafe verurteilt werden.
Wegen Religionsvergehens waren sechs Studierende au bet Gewerbeakademie in Friedberg angeklagt. Sie hatten nach einer durchzechten Nacht morgens 'wischen 8 und 9 Uhr in Friedberg einen Umzug per- anfic.ftct, in bem mehrere Zeugen Die Verhöhnung einer Prozession erblickt hatten. Tie 'Behauptung der Angeklagten, daß sic nicht an die Verhöhnung eines Gebrauchs der katholischen Äircbc gedacht hatten, konnte nicht einwandfrei widerlegt werden, da die Haupt- belaslungszeugin M. H-, der gegenüber einer der '21ngcriaaten das Zeichen des Kreuzes gemacht haben sollte, in ihrer Aussage schwankenb wurde, unb mehrere Zeugen bekundeten, daß sie sich bei dem Umzug ebensalls nichts gebucht hätten. Ohne Zweifel aber haben die Angeklagten durch ihren Umzug öffentliches Aerger- nis erregt unb waren deshalb wegen groben Unfugs ju bestrafen. Eine Geldstrafe von je 50 Mark wurde als angemcn'cne Sühne erachtet. jj
= Bad-Nauheim, 9. Aug. Vom 5. bis 8. August sand hier ein Golf-Turnier statt, das einen sehr besriodigenden Verlaus nahm Es dürfte interessant sein, zu erfahren, daß ber einzige deutsche Spieler, Konsul Nolte aus Bremen, zwei Preise erzielte. Konsul Nolte ist Vorstand des Bremer Golf-Klubs. Mit drei Preisen ging Mr. Fagan (London) aus dem Turnier hervor, einem 1. Preis und zwei 2. Preisen. Fagan weilt mit seiner Familie hier zur Kur. Ter Gewinner im 1. Spiel, Mr. Colston (Cincinnatti) war Oberst und bat als Mitkämpser ber amerikanischen Südarmee den linken Arm,dicht unter der Schulter verloren, was aber seine Leistungen im Golftviel nicht beeinträchtigt. Er ist seit zehn Jahren Prä,ident des Cincinnatti- und des Queen City Golsklubs. Ein sehr guter Spieler war auch Mr. Fordes (Smnnta), der den 3. Preis am 2. Tag gewann. Er begibt sich von hier nach Oberhof, um dort bem Golsspiel in dem neuerbauten Golfklub Heim weiter obzuliegen. Tr. Keegan, der im Ap- proaching den 1. Preis gewann, ist ein Arzt aus Rochester. Ten 1. Hauptpreis brr Kurverwaltung gewann Mr. Jazz (London«, der mit feinem Konkurrenten Mr. Liebmann ('Jicm Dorf, mehrere Male unter gleichen Punkten den Kurs absolvieren mußte. Ter 2. Hauptpreis, ber Mr. Liebmann zusiel, war von Juwelier Rabe (Bad Nauheim' gestistet. Besonders verdient um den guten Verlauf des Turniers haben sich der chairnian, der.Bad Nauheimer Arzt Tr. H 0 nan, der sich auch am Spiel selbst beteiligte, tzowie der hier zur Kur weilende amerikanische Augenarzt Dr. Croß (Ein- cinnatti) und Mr. Perkins (Cincinuattij als Schiedsrichter genracht.
inartte.
le. Frankfurt a.M. Diel, bo'-Marktber ich t vom 12. Aug. Auftrieb: 1412 Rinder^ darunter Ochfen 49'», darunter auS Oesterreich 13, Bullen L9, Kühe und Färsen b78, Kälber 296, Schafe 156, Schweine 2fi57.
Tendenz: Rinder rege, bleibt Ueberstand, Kälber belebt, geräumt, Schate ruhig, geräumt, Schweine gedruckt, bleibt liebet»
stand. Preis für 100 tzfd.
Lebens- Schlag»
gewi-üt Ochsen. Mk. Mk.
Vollfleifchlge, ouSgcmäftcte, höchsten Schlacht-
wertes, 4—7 Jahre alt 55—60 100—106 die noch nicht gezogen haben lungejochte) . 50—54 91—99
Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere
ausgemästete............ 45—49 81—91
Bullen.
Vollfleilchige, ausgewachsene, höchsten Schlachtiv. 51—55 85—98
Vollsleischige, jüngere . . 45—50 78—86
Färsen, K ü l, e.
Vollfleischige ausgein. Färsen höchst. Schlachtiv. 48—52 86—93
Vollsteifchiae ausyemästeteKühe höchsten Schlacht*
wertes bis zu 7 Jahren 48—52 89—98
wenig gut entwickelte Färsen 44—47 85—90
ältere auSgemäslete Kühe 40—47 86—88
'Mäßig genährte Kühe unb Färsen 83—40 66-80
Gering geirährte Kühe imb Färsen 26—80 59—67
R al b e r.
Mittlere Mast* und beste Saugkälber .... 56—GO 95—102
Geringere Mast* und gute Saugkälber . • . 51—55 83—93
6 dm 1 e.
Stallmastschafe:
Mastläm'ner unb jüngere 'Masthammel . . . 41—00 86—00
Schwein:.
Doll fleischige Schweine von 8C—100 k<
Lebenbgeivicht 66.00-68.00 85.00-86.0)
DoUNetjctnge Schweine unter 80 k?
Lebendgewrcht 66.00—67.00 65.00—86.»
DoUi-ciscyige Schweine von 100 —120k<
Lebendgewicht 67.00—69.03 85.1U-86.»
DoUfteijchige Schweine von 120—150 kg
Lebendgewicht 66.00-69.00 85.00-8640
ic. Frankfurt a. M., 12. Äug. (Criq.-Telegr. Del „tfMes.
Anz.') Amtliche Notierungen der heutigen Frucht nrarktvretle. Weizen (hiesiger» 21.25—21.40, Kurhesslscher Mk. 21.25—21.4^ Wetterauer 'Mk. 00.00—00.00. Roggen (luefiger) Mk. 17.25 bil 17.10, Gerste (Wetteraner) 'Mk. 19.50—21.50, Weifte, Franken, Pfälzer. R,ed Mk. 19.50-21.50, Hafer Mk. 20.75—22.00, Mai4 'Mk. 15.00 bis 15.25, '2. cizenniehl 0 Mk. 32.50—32.75, Weizenmehl I
Mk. 30.50—80.75, Weizenmehl HI Mk. 27.25-27.5 ■.
mehl 0 Mk. 27.75—28.00, Roggemnehl 0/1 Mk. 26.50—26.75, Roggenmehl I Mk. 00.00-00.00, Weizenkleie 9Jlf. 13.50-13.75, Weizen,.-baten Mk. 1.<25-12,50; Roggenkleio l’lf. 15.00-16.25. Malzkeiine 'Mk. 14.00—14.50, Biertreber 15.00—15.60, RapS Mk. 31.ÖU—32 00. Altes per 100 Kg. ab liier.
ko. Frankfurt a. M., 12. Aug. Mrig.-Telegr. des .^iei- AnzeigerS*.) Kartoffel ina r k t. Man notierte: Kartoffeln in WaggoiiS 9)lf, 5.00—5.50, im Kleinhandel Alk. 6.50—7.00, für je 100 Kg.
Briefkasten der rredaktion.
Stammtisch Stadt Marburg. Am 1. Juni 1912 waren 71 221 Personen bei der Firma Krupp beschäftigt.
Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischte-":
I. V.: August Goetz.
Jede echte Osram-Lampe muss die Inschrift „OSJiAM" tragen. - Überall erhältlich. Auergcsellschaft Berlin O. 17
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