Ausgabe 
12.8.1912 Zweites Blatt
 
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m. 188

Zweites Blatt

162. Jahrgang

Erscheint t-glich mit Ausnahme bei Sonntag*.

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en. Der Nachfolger Tessalines, Chri- sich einfach König Heinrich I., umgab aber

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Selterswefl

tnb markieren ihre wüsten Orgien mit jenen alten primi- t ren Kultzeremonien, die sie unter dem Begriff Voodoo

ist, 74verheiratetund36ledig. Die Verheirateten hinterlassen 74 Witwen und 214 Kinder. Die Gesamtsumme der zu zahlenden Jahresrente beträgt 64 081 Mark, darunter Witwenrenten im Betrage von 18859 Mark und Kinderren­ten in Höhe von 44 531 Mark. Das Sterbegeld beträgt ins­gesamt 11 233 Mark.

Einschließlich der im KrankenhaufeBergmannsheil' Verstorbenen beträgt die Zahl der tödlich Ver unglücktenllO,davonsind,soweitfe st ge st ell

uenen:

Fran Elwine geb. Cm.

Herz erfreut, kein Nahrungsmittel und keineswegs eine Notwendigkeit zum langen Leben:denn diejenigen sind am ältesten geworden, die ihn nicht tranken. Ja, er kann als ein reizendes, die Lebenskonfumtion beschleunigendes Mittel das Leben sehr verkürzen, wenn er zu häufig und in zu großer Menge getrunken wird. Wenn er daher nicht

erfolgen.

Hier mögen ein paar Verse daraus hcrausgegrifsen und mit den entsprechenden Stellen der Makrobiotik ver­glichen werden. Im Abschnitte über das Wasser heißt es beispielsweise in Prosa:Das beste Getränk ist Wasser, dieses gewöhnlich so verachtete, ja von manchen für schäd­lich gehaltene Getränk. Ich trage kein Bedenken, es für ein großes Mittel zur Verlängerung des Lebens zu er­klären." Ter entsprechende Merkspruch der Makrobiotik in Versen lautet:

Tas Wasser ist der beste Trank

Es macht iürnmbr dein Leben lang. Es fühlt und reiniget dein Blut Und gibt dir irischen Lebensmut."

Ter Wein ist nach Hufeland, obwohl er des Menschen

man ihn nicht täglich und nie im Uebermaß trinken; je jünger man ist, desto weniger, je älter, desto mehr. Am besten, wenn man den Wein als Würze des Lebens be­trachtet und benutzt, und ihn nur auf die Tage der Freude und Erholung, auf die Belebung eines freundschaftlichen Zirkels verspart."

Was Hufeland hier in einem ganzen Absätze ausdrückt, hat er in derVersmakrobiotik" zu zwei Strophen gu* fammengedrängt:

Mit Milch fängst du dein Leben an. Mit Wein kannst du cs wohl beschließen, Toch fängst du mit dem Ende an. So wird das Ende dich verdrießen.

Der Wein erfreut des Menschen Herz, Zu viel getrunken macht er Schmerz, (£r öffnet sträflich deinen Mund, Und tut selbst dein Geheimnis funb." Ein paar weitere Verse der Makrobiotik in Versen lauten folgendermaßen:

Schlaf ist des Menschen Pflanzenzeit, Wo Nahrung, Wachstum baß gedeiht. Und selbst die Siel', vom Tag verwirrt. Hier gleichsam neu geboren wird."

Willst immer froh und heiter sein, Tenk nicht:Es könnte besser sein".

Arbeite, bet, vertraue Gott, Und hilf dem nächsten aus der Not." Halt deine Seele frei von Haß, Neid, Zorn und Streites Uebermaß, Und richte immer deinen Sinn Auf Seelenruh und Frieden hin." ,Licke, reine Herzensliebe, ,"rühre dich der Ehe zu, Tenn sie heiligt deine Triebe, Gibt dem Leben Tauer und Ruh'." Willst stecken ruhig ohne Scheu, So lebe deiner Pflicht getreu, Betracht den Tod als einen freund, Ter dich erlöst und Gott vereint."

TieWietzener $aeiilienblit1er" wecken bem .Anzeiger* viermal wöchentlich be,gelegt, bai Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tielandwirstchastlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Montag, 12. August 1912

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Untoerfudti - Buch- und Stenibrudeteu 9L Lange, Dießen.

Punkt in der croigcn Flucht der Erscheinungen mar der, hiß der eine immer nicht besser war als der andere, daß k.iner die Reformen, von denen er vorher so viel geredet, liirklich ausführte, daß die Kaiser, Könige und Präsidenten

Heber Vaur

Redaktion, Expedition und Truckerei: bckul- straße 7. Expedition und Verlag: S^Wbl. Redaknon: 112. TeU-Adr, AnzeigerEießen.

vrsammenfasscu. Ein Herrscher und Regent ist dem anderen ti diesen hundert Jahren gefolgt, und der einzige feste

Junge Mädchen in» I

Frauen

seiner Jugend große hatte. Tie Makrobiotik in

Mi

i Pfund 40

Landbuß Pfund 135 ' Couda-Käst Pfund 120 - Edame echter polla^ Pfund 110 ' I Eminent^

Pfund 130 -

afrikanische Neger blieben, die sich in einem Milieu von 'f rausanrkeit und Mord auf alle wilden und schrecklichen In­stinkte ihrer Rasse befatmen. Unter den goldgestickten Uni« fronen schlagen die Herzen mit der ungezügelten Wut i.ond Leidenschaft, wie sie nur irgend ein Häuptling eines ttiannibalenstammes im 'Innern des sckstvarzen Erdteils auf- Ihringen kann.

Tragikomische; aus der Schwarzen Republik Haiti.

Die an Unruhen und Aufständen überreiche Geschichic ber Negerrepublik Haiti ist um ein neues düsteres Blatt be­reichert Ter Präsident General Leconte t ft mit ieinemPalast durch ein Dynamitattentat in d i e Luft gesprengt worden. So tragisch auch dieser Vorfall ist, so bleibt es doch das eigenartige Vorrecht dieses fa­rmten Lperettenstaates, daß selbst die Tragt! im bunten Lichte d»rSonneninscl" und unter den kleinen Verhält- itiffett einen komischen An strick) erhält. Haiti, das Land der I französisch radebrechenden Neger und der Zigaretten ran , chenden Felbrnarschälle in Galauniform und mit schleppen dem Kavalleriesäbel, ist ja die klassische Heimat der Tragi komödie, weil unter seinen Bewohnern, diesen halbwilden Negern, die plötzlich zu Untertanen einer modernen Re gierung erklärt wurden, primitive Rol)eit und äußerlich auf* pcpsropfte Kultur eine heillose und wunderliche Vcrwir ning angcridytet haben.

Jedenfalls ist das Dekret des 'Pariser Nationalkonventes hon 1794, das den Sck)warzen in den französischen Kalo­rien gteidic Rechte mit den Weißen einräumte, für die I feine Insel besonders verhängnisvoll geworden. Seitdem s it dies lierrliche Eiland, das von der Natur mit den I srnnchwörtlichen Reichtümern des alten Golkonda ausge- f-attet ist und bereits das Entzücken seines Entdeckers, C hristoph Columbus, erregte, unablässig von schrecklichen Wechselfällen heimgesucht und von blutigen Revolutionen J durchtobt worden Als die Insel während der napolev-

So bot Hcriti das merkwürdige Schauspiel einer Art p'linberftube der 'Staaten, in der noch unreife und unerzogc ^aturkinder mit den sck)weren und gefährlichen Wafp

I mit den komplizierten Einrick>tungen der modernen Zivi­lisation spielten. Der erste, der sich nach der Vertreibung her französischen Soldaten zum Herren dieserPerle der I tlntillen" aufwarf, der sckstvarze General Tessalines, nahm I den Kaisertitel unter dem Namen Jacobs I. an. Ein Jahr | später bereits siel er dem Haß seiner politischen Gegner zum I ^pser, die ihm 'zunächst die Finaer abschnitten, um sich feiner I Tinge zu bemächtigen, und ihn dann Jangfam mit Axt- I hieben umbrachten

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhejjen

sickert. Hufeland hat diesem Buche viele Jahre seines Lebens gewidmet und hat es auch, was wohl wenige wissen, zum Teil in Verse eingefieibet, wie er denn überhaupt seit ) einer Jugend große Liebe zur Dichtkunst und zur Musik Versen hat Hufeland zu seinem

74. Geburtstage, dem letzten, den er erleben sollte, abge­faßt. Er wollte sie den geladenen Gästen bei der Geburts­tagsfeier überreichen. Tas geschah auch, allerdings konnte die Verteilung nur auf seinem Kranken- und Sterbelager

~ _ wichen Kämpfe von den Franzosen aufgegeben wurde, da

iluöfltlttfitr (Tb es herrliche Plantagen und Gärten, schöne Landhäuser

, id ein 'Netz wohlgepflegter Straßen; seitdem ist dieser suk MUelldkNi piradiesische Garten immer mehr und mehr in Verfall gc »rauen u.Md- r-,- rufen; die Neger, sich selbst ül»erlassen, sind degeneriert Wlleu nncuigelAM und Auskunii tu: t Beruieim allen Markivlatz U, D» nachniillags von t;, 7*/i Uhr.

Bas Unglück bei Gerthe.

Gerthe, 11. Aug. Bereits l>eute wurde die vom Kaiser gespendete Summe den Hinterbliebenen der 58er- unglückten durch Zechenbeamte übergeben. Jede Familie erhielt einen Betrag von 1OO bis 150 Mk.

Alle Verunglückten sind bis auf zwei ge­borgen.

Bochum, 11. Aug. (W. B.) Wie uns von der Knapp- schafts- und Berufsgenossenschasl mitgeteilt wird, ist es ge­lungen, das Entschädigungs-Verfahren für bic Hinterbliebenen der bei dem Massenunglück auf der ZecheLothringen" verunglückten Bergleute so zu beschleu­nigen, das; bereits heute innerhalb drei. Tagen nach dem Unfälle die Anweisung der Hinterbliebenenrente erfolgen konnte. Noch vor der morgen stattfindenden Beerdigung er­halten die Hinterbliebenen Mitteilung über die Bezüge, die ihnen aus der öffentlich rechtlichen Unsallfürsorge zustchen.

seiner ersten Audienz nach feiner Heimkehr der König und er einander wortlos und mit Tränen kämpfend entgegen­getreten seien.

Alle Verdienste des großen Arztes Hufeland um den Fortschritt der Heilkunde sind seit langem weit überholt. Seine Makrobiotik dagegen, dieKunst, das menschliche Leben zu verlängern", die es zu seinen Lebzeiten auf fünf Auflagen brachte, gilt heute noch als grundlegendes Werk auf diesem Gebiete und ist wohl von Hufelands Lebens­arbeit das Werk, das seinem Namen die Unsterblichkeit

Süstezirkulaiion. hl ichtu. Blutarm»! tn-l uuMhig. Icittil : I hmach und biniäQi: I lülien Altbochbon % larksprudel *i nelle trinken, (firr I 'm einigen Vtam g 1 ,meist, um die 'tim I

:obiinn il Lebens«« v cmtoycetx zu lai"c | i^x.^xoieiioiTniLiil Imucnbbtfliilnditct''. ' id.UnivcrntätS^tM um gold. öngck a i Drogerien C. Stikl iilbinncr,,2lU9.?ifL rckaafu-broltM,

mit unnachsichtlicher Grausamkeit seinen Würdenträgern zu kosten gab.

Tie Herrlichkeil des Königs Heinrich hatte bald ein Ende; nun nahm der Präsident Bover die Regierung in die Hand Toch die Verschwörungen und Revolutionen dauerten fort. 1847 hebt das Schicksal den Negergeneral Soulouque zum Präsidenten der Republik empor Unter Bover >var er Kapitän gewesen und hatte den Dienst bei Mlle Joute gehabt, einer dronzef arbeit en Pompadour, der drei oder vier Präsidenten nacheinander huldigten Ziem ltch spät wurde er General, wenigstens für die Vdättnissc wo hum sonst die höckgtc n <

mit derselben Schnelligkeit erlangt, mit der sich die Bege tation dort entwickelt Die Gunst, deren er sich bei der Favoritin erfreute, war ihm jedenfalls nützlicher als fein Generalstitel, und so ward er denn durch denWillen des Volkes" zum Kaiser Faustin I. proklamiert.

Damals entfaltete sich das Lperettenkaiserreich zur schönsten Blüte mit allem grotesken Pomp und Prunk Freilich war die allgemeine Heiterkeit etwas gezwungener Natur, denn der neue Kaiser hatte eine große Angst vor Verschwörungen und vor Gift und brachte lieber sich selbst um, als daß er sich der Gefahr aussetzte, itmgebracht zu werden Um sich der Person, die sein Mißfallen erregten, zu entledigen, hatte er eine besonders sinnreiche Methode erfunden: er ließ in dem Fauteuil, auf dem er das Cpfer liebenswürdig zum Setzen einlud, eine Nadel anbringen, deren unsichtbare Spitze mit einem sehr starken, unfehlbar tödlich wirkenden Gifte bcftrid)en war Einer feiner Mi­nister war von dem Webanfcn an diese qualvolle Todesart so ergriffen, daß er sich selbst beim Besuch von fremden Kriegs« schiffen nur auf Rohrstühle setzen wollte. Die Offiziere, die das wußten, machten sich den Spaß, ihm nur Polsterfitze anzubieten, aber er lehnte energisch ^ib und holte sich selbst irgendwoher einen ungesährlick>en Stuhl.

Nach der Abdankung dieses Scheusals hat eine Unzahl von Präsidenten die Jnfel beglückt bis auf den vor einem Jahr zur Herrschaft gelangteii Leconte. Ein solcher Auf­ruhr, wie wir ihn jetzt wieder erleben, ist etwas durchaus nichts Ungewöhnliches auf derInsel der Sonne und der Revolutionen", reine Privatsache der Neger, die die Weißen i abei nicht 'belästigen, sondern die in ihren Köpfen gärende Hitze nach bewährter Methode untereinander austoben lassen.

Haupts eier

für die Festzugteilnehmer in der großen Festhalle wurde durch den Reichstaasabgeordneten Sittarb iAachen) eröffnet. Tann über­nahm den Vorsitz bet Ehrenpräsident Graf D r o st e - V i s ch e - ring. Er gedockte einleitend des verstorbenen Kardinals Fischer und fuhr fort: Leider seien noch zahlreiche Hemmnisse, nament­lich für die Entwickelung des katholischen Lrdenswesens vorhanden.

stophe, nannte sich einfach König Heinrich L, umgab aber Dafür seine Monarchie mit allem nur möglichen Pomp. «Er ließ sich sehr feierlich krönen, schuf eine Unzahl von Prinzen, Herzögen und Grasen und errichtete einen regel­rechte,i Hofstaat mit allen Hofchargen. Puder, Degen und Spitzenjabot wurden anbefohlen: das Zeremoniell schrieb tausend Kleinigkeiten vor und alles war auf das schönste ge­ordnet. Aber leider behielt dieser frühere Casökell ncr, der sich auf den wolligen Kopf diese Fasckmgskrone gesetzt hatte, nicht immer das königliche Szepter in der Vanb, sondern er legte es ab, um statt dessen einen trif­tigen Stock aus Kokösholz in die Hand zu nehmen, den er

Die Eröffnung des Deutschen Kattyolifentags.

Aacken 11. August

Mit einem Geläute sämckicker katdolisckrer Airdvn der Stadl und einem Pontifikalamt im JÄünftcr, der Ruhestätte Karls des Großen, wurde am brütigen Sonntag die 59 Hauptversammlung der Katdoliken Teutfcklands in Aacken eröffnet. Um 11 Uhr rermittags trat dann int großen Saale deS Kurhauses die

erste geschlossene Hauptversammlung zusammen.

Zum ersten Vorsitzenden wurde Justizrat Schmitt (Mainz) gewählt. _, ...

Tie Versammlung schritt dann zur Wadi der 3 E h r c n p r a , »- de n t eii Mit besonderem Beifall mürbe die Wahl des Uber- landesgerichtspräfidenten ReickSlagsabgeockneteu < v fl b n be­grüßt Die weiteren Ebrenvraiidentenstellen erhielten AmtS- gcricktSrat Gugel en Osnabrück . der Neste WindthorstS und rabrikbeiitzer Brandts (M. Gladbach. Zu Vizepräsidenten wurden gewählt Graf Henckel - Donnersmarck und das Mitglied des VcrbandeS katholischer Kaufleute Jacob Weber .'Iran).

Die Versammlung ehrte sodann daS Andenken an den ver­storbenen Lberhirten der Diözese Kardinal Fischer (Köln) durch Erheben von den Plätzen.

Ter Vorsitzende schlägt hieraus vor, an die Träger der Autorität in Kircke und Staat, den Papst und den Kaiser, HuldiaungStele- gramme abzusenden Tie Versammlung stimmt dem PoNchlag.' unter stürmischem Beifall zu. DaS Telegramm an den Papst bat folgenden Wortlaut: _

Die zur 59. Generalversammlung der Katholiken zcutidp lands in der alten Kaiserstadt Aacken versammelten Scharen vieler Tausender katholischer Männer richten am Beginn ihrer Tagung ehrfurchtsvoll ihre Blicke nach Rom zu Dir, Heiliger Vater, dem Stellvertreter Gbrifti auf Erden und dem von Gott eingesetzten Lehrer der Christenheit Sie legen Dir in un- ericbfltterlidKr Liebe und Treue das Gelöbnis des Ge­horsams und der felsenfesten Anhänglichkeit an d i e h e i 1 i g e K i r ch e zu Füßen und erflehen von Dir, Heiliger Vater, ehrerbietigst den katholischen Segen für alle ihre Be- ratungen."

Tas Telegramm an den Kaiser lautet:

Viele Tausende katholischer Männer, die zur 59. General­versammlung der Katholiken Teutschlaiids in der alten Kaiserstadt Aacken, der Stadt Karls des Großen, versammelt sind, bringen Eurer Majestät ihre Huldigung und das Gelöbnis ihrer u n - verdrück licken Treue zu Kaiser und Reick dar Erfüllt von den Gefühlen der Liebe und der Ehrung für die erhabene Person Eurer Majestät gedenken sie dankbar, mit Cure Majestät in dieser altehrwürdigen Stadt s i ck zu m Kreuze Christi bekannt haben und beten zu Gott dem Allmäcktigen, er möge in feiner Huld Eurer Majestät langt Jahre einer rcidjgeiegncten Regierung zum Wohle unseres deut- scheu Vaterlandes schenken."

Den ganzen Vormittag über war daS Wetter veränderlich. Noch als sich die Scharen der Festteilnehmer zum

Festzuge sammelten, in der zweiten Nackmittagsstunde, ging ein sckwereS Genntter nicbcr. Dann aber klärte sich der Himmel aus und der Zug begann in vollem Sonuensckwin. Er mürbe eröffnet von den Jugendvereinen, deren Zahl sich auf verschiedene Tau­sende belief. In gleidwr Stärke erschienen die Beamtenvereine, zum großen Teil in gleichmäßige Uniformen geHcibet. Sie führten tebene Musikkapellen mit fick, darunter eine "

lediglich von Forst beamten gebildet rourbr Es folgten die sozialen Vereine und die Arbeitervereine. Die große Anzahl der Teilnehmer brachte es mit sich, daß der Zug in zwei Kolonnen geteilt werden mußte.

Aus dem Friedrich-Wilhelm Platze war eine prächtige Tri­büne errichtet, von der aus die Geistlichkeit und die Ehrengäste den Zug beobachteten. Die Zahl der Zugteilnehmer schätzt man auf 40 000.

Nach Beendigung des Zuges fanden für die Teilnehmer her- : schiedene Parallelvmammlungen statt.

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Sum 150. (Seburtstagc hufeland;.

Am 12. August jährt sich zum 150. Male der Geburtstag £br. Will) Hu'fclands. Ter berühmte Arzt wurde 1 '62 geboten. Aus einer angesehenen Arztfamilie stammend sein Vater war Leibarzt bei Anna Amalia und Marl August erwarb er in kurzer Zeit den Ehrentitel als (Arzt der Großen". Goethe, Schiller, Herder und Wieland zählten zu seinen Patienten. Aus einer ihm nickt zu sagenden Tättgkeit an der Universität Jena berief ihn 1 tu feiner Freude, aber zum lebhaften Bedauern Goethes, Friedrich Wilhelm III im Jahre 1801 nach 'Berlin. Gleich anfänglichhöchst gnädig und ermunternd" empfangen, gc wann er in Preußens schwerster Zeit das Vertrauen und bic Freundschasl der Königin Luise. Ihm wurde die Ehren pflicht, vier Tage nach der Schlacht bei Jena die Königin mit ihren ändern auf der Flucht nach Memel ^gclcitem Er unterzog sich ihr freudig, trotzdem er feine yrtau uru fiebert unerwachsene Kinder schutzlos zurucklalfcn mutzte. Tiefe an Entbehrungen reiche Reife lehrte die Königin hat Wert des einzigen Marines so sckfätzen. datz er fortan neben seinem offiziellen Hofdienst jeden Tag von ihr zum Tee zugezoaen wurde. ,

1808 übersiedelte er mit bem Hof nach Königsberg, wo es ihm gelang, in Verbindung mit Stein und Wilhelm v. Humboldt entscheidenden Einfluß auf die Gestaltung btr neu zu gründenden Universität Berlin zu gewinnen. 1^09 begleitete er das Königspaar bei der festlichen Etn- lwluna durch die Berliner Bürgerschaft am Kopenicker Lor daS von diesem Tage an den Warne«Komgstor erhielt Das Verhältnis zur Königin Luise, in Deren Bibliothek seine Werke srandenGuter Rat an Mutter über dtewick- tägften Punkte der physischen Erziehung der Kinder in bK'n ersten Jahren" und seineMakrobiotik, eine Schrift A'gen denUnfug des Sterbens", bliieb bis zum. Ente ungetrübt und herzlich. So traf es ihn besonder.' boag er der Königin nicht die letzten ärztlichen -iienfte I.ästen konnte, da er mit Genehmigung seines Herrn nach tzaarlem zu Louis Napoleon, dem König von Holland, zur ÄöTÄ tzüseän'd kBebd des Lebens werden soll, s° nm6