Ausgabe 
12.8.1912 Erstes Blatt
 
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cn Flotte zusammen

illgrabes

| o Verfügt z. B. Art. 31 bei Einführungsgesetzes zum kl Deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch:Unter Zustimmung des

am

08

Flotte hcrbcisührcn.

Ter russische Flottenbesuch in Teutfchlaud .aufgeschoben"!

Petersburg, 12. Äug. Ter Besuch des russi- schcn O stscegcschwaders in Deuts chland ist auf- geschobcn worden, weil, wie von informierter Leite berichtet wird, die russischen Lchisfe nicht fahrtbereit finh. In russischen nationalistischen Kreisen wird als Grunddes Aufschub - die bevorstehende U n t e r z e i dy nung der Marinekonvention angesehen.

Dazu meldet noch derBerliner Lokalanzeiger" auS Petersburg: Ter ursprünglich zum 25. Juli ds. 3'3, dann für Mitte August oorgcfelKiie Besuch russischer Kriegs, schiffe in deutschen Häfen ist endgültig auf gehoben worden.

i&e tat jundt,on

geführt:

Man kann nicht daran zweifeln, daß die deutsche Flotte

An Paul Wallot!

In guten alten Becken ward ein Pair

Gcrichiet immer nur von seinesgleichen;

Der ihm mdjt ebenbürtig, mugic weichen Aus der Corona. Tas ist lange her.

Und jene stolze Regel gift nicht mehr. Dir stehen unter entern anderen Zeichen? Cs wagr ein varlekin mit Pritschen st reichen Sich an den Kitter in der Eisenwehr.

Tu großer Meister mußtest cs erfahren.

Man kruisiertc heme .'tunst mit Diven, .

Tie billiger als Daldesbeeren sind.

Das tut's? sprachn du Tas kenne ich seit Jahren:

Gin Bau, noch so soltd, hat ein paar Ritzen, Turch die dann truunphierend pfeift der Dind.

Tie Leiche Prof. Wallots wurde nach Oppenheim Rhein übcrgeführt, wo die Beisetzung erfolgt.

2Iustau|d):$pione.

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Am 10. August, nachmittags 5 Uhr. wurde in Leipzig her wegen Spionageverdachts verhaftete russische .? a u p t m a n n K o st e w i 1 s ch au-3 der Haft entlassen. Im gleichen Tage und fast zur gleichen Ltunde ließ man in Warschau den wegen spionageverdachts internierten deut- ich en Leutnant Ta hm vom Niedersächsischen Feld- crtilleriereaiment Nr. 46, der zur Vervollkommnung seiner russischen Sprachkenntnisse nach Rußland beurlaubt war und als vermeintlicher Spion festaenommcn wurde, frei Für beide Offiziere wurde zur Haftentlassung die gleiche .-tdution in Höhe von 3OOOU Mark verlangt. Beide Ent­lassenen hatten ehrcnwörtlich zu versichern, daß sie zur n'erichtsverhandlung rechtzeitig erscheinen werden

Ter Zusammenhang der Hafteiitlassungen kann nicht geleugnet werden, wird auch von den Behörden nicht :.iehr bestritten, nachdent allerdings das Berliner Auswär- uge Amt bisher auf alle Anfragen über den Leutnant Tahm bie Auskunft erteilen ließ, es sei nichts, aber auch gar nichts über den Grund der Verhaftung tu Wirballenhter- otts" bekannt. Der Grund des Vorgehens der russischen

Rußland aufstellen soll. Rußland scheint auf dtesc Vor- schlage nicht etngcgangen zu sein. Es erklärte, daß es zu den genannten Zwecken keine Anleihen brauche Eine ihm an* gebotene sehr günstige Anleihe würde eS aber immerhin annehmeti. ., n, .

Paris, 10. Aug TerFigar o" lchreibt über den Besuch des Ministerpräsidenten PoincarS in Petersburg:

Tas Programm ist g.ändert worden Mimsterpräsident Pom- cars verbringt nicht nur einen, sondern »wct Taget» unmittelbarer Nahe des Zaren in Pelcrhof. ne« foine der sehr warinc Ton brr runudxn Blätter ist der BcwnS, daß das Blindnis in den btiben Ländern heule ebenso fest ii n b volkstümlich ist wie lemals.

Tie französisch-russische Floitenpolitik.

Donsachkundiger Leite" wird im ,,C £ c c l H o r" nbci die deutsche, die französische und die russische Flotte aus*

Verfahren, vor dem schädlichen Scftimb ltiert oatorrllobm zeichnet sich burw ,roste Bekömmliche

»akete

$5 90«

der französischen und ru,, überlegen ist, und ztvar wegen ihrer tionjentration unb wegen der Hebungen ihrer Mannschaucit unter einem enijigen Kom­mando Tod) kann eine enge Verständigung der beiden Flotten im Westen und Osten Teuifdilanb» eine beträchtlichere Wirkung haben als die bloße Bereinigung der einen und der anderen. Leit einigen Jaknen konzenttiert T.ulscbland die Gesamtl>eit seiner Panzcrsdnsfe m der Nordsee und die Citfce war verlaiien. Ate ftanzöiiüi ruiiiidK Marinekonvention kann einen Cinfluß auf den Plan der deutschen Rüstungen l-aben und A e n b c - ruiiflcn in der gegenwärtigen Ausstellung der

ehe» ilbleinei Angebot juaHtflt Meter 1.20 Meter 1.25

& Co.

Parvereinigung.

«, i. Ieiepbo« y.

Der sranzösiiche Minifterprafident in Petersburg.

Petersburg, 11. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin empfingen heute mittag im großen Petershofer Palais den französischen Ministerpräsidenten Porncars. Nach dem Empfang verließ die Kaiserin das Palais. Nach­dem dem Kaiser die Begleiter Poincarös vorgestcllt waren, wurde das Frühstück serviert. Rechts vom Kaiser saß Poin­carS, links der französische Botscl-after. Anwesend waren Ministerpräsident Kokowyow und der Minister des Aeußern Sasonow, der russische Botschafter in Paris Iswolski sowie die Begleiter PoincarsS. Der Kaiser verlieh PoincarS den Mcxander-Newskyorden.

Poincare legte gestern am Grabe Alexanders III. im Namen der französischen Negierung einen Kranz nieder und besichtigte sodann das Voltshaus und die französischen Dohltätigkeitsanstalten. Nach dem Frühstück auf der Bot­schaft hatte er eine Unterredung mit dem Mini­ster des Aeußern Lasonow und sodann mit dem Ministerpräsidenten Kokowtzow. Poincars stattete dar­auf den Botschaftern Besuche ab und empfing gegen tfbenb die französische Kolonie. Abends sand zu Ehren PoincarLS im Ministerium des Aeußern ein Tiner statt, an dem Ministerpräsident Kokowtzow, sämtliche Minister und der französische Botsckzafter teilnahmen.

Dien, 12. Aug. In informierten Kreisen verlautet nach derBoss. Ztg", Poincars habe Jkußland 1500Mil­lionen Francs zum Ausbau der russischen Kriegsflotte, der transpersischen Bahn und zum Bau der strategischen Bahnen im Westen und Lüden Rußlands angeboten, wofür Ruß­land das fünfte Armeekorps wieoer an die preußische Grenze vorschieben und ein neues Armeekorps im Westen von

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Ein Heinedenkmal. DieDerl. Morgen­post" meldet aus Halle a. S.: In einem Vergnü­gungsetablissement wurde gestern das e r st e veinedenkmal in Preußen, das vom Halleschen ^eincbund gestiftet ist, enthüllt. Tie Büste stellt beit Tächter in den letzten Lebensjahren dar.

!i. Das iino die Dardanellen? äne,e Frage haben kürzlich em paar imdige Reporter in London einer Anzahl von Pcrwncn vorgclegt, die r.c, ohne eine vcmrnotte Auswahl zu treuen, au - Dem Slraßeiwcrkehre herausgegrmcn haben. Tie Antworten, Die itc erhielten, waren jumuü recht luftig. Ein Taxameter- luticher sagte entschlossen:Tas ist Der Name einer AAbaten- geicllschau, die ich m Liverpool gesehen habe." Em Mädchen antrootuu. .,Lo heißt cm türkisches u.giment, das sich mit den Italienern sa.-gt.' cm Briefträger meinte:Es sind türfnefa Zigaretten", aber ein Telephonm wußte Bescheid: ,^Ich weiß, oatz cs ein Lee ist, aber ich wer» mcyt, wo et liegt"; und ein Kommis m einem Leidcngeschaitc wat sogar darüber unterrichtet, vav die Taroanellen eme Straßeda unten im Süden" |inb, die von Zeu zu Beil geschlossen wird.

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das Reckt, ohne BundesratSbeschluß nach freiem Ermessen und selbständig zu handeln. Von diesem Recht hat man nun in Berlin Gebrauch gemacht, indem man gegen die Verhaftung TahmS deutscher,eitS ebenfalls die politische Vergeltung nntuanDtc, und Herrn Kostewitsch nicht eher reiließ, btS durch diplomatische Verhandlungen bie Garan­tie gegeben war, daß Dahm in Warschau gleichzeitig frei- gegeben wurde. Ja, der Obcrreichsanwalt in Leipzig hat, wie wir hören, bie Einwilligung des Austvarligcn Annes zur Entlan'ung Kostewiffck^s abgekartet und erst, alS sie ihm gegen 4 Uhr nachmittags ausgehändigt war, überließ er den russischen Haupttnann dessen Gattin, die ihn in banger Sorge und mit vielen Blumen erwartete.

Und das Reichsgericht? wird man vielleicht ver­wundert fragen. Haben nicht die Richter ganz allein die oberste Gewalt, zu binden und zu lösen? Kann der höchste Staatsanwalt des Reiches den HaftentlafsungSbeschluß des obersten Gerichtes aus Zeit oder etwa gänzlich unwirl- sam machen? Dir befinden uns hier tatsächlich auf einem sehr heiklen Grenzgebiet zwischen der Unantastbarkeit richter­licher Anordnungen und einem Opportunilätsprinzip der politischen Macht. Zur Rechtfertigung des Verhaltens des Oberreichsanwalts spricht jedenfalls, daß nach unserem Ge­richtsverfassungsgesetz (8 148) dem Reichskanzler hin­sichtlich des Oberreichsanwaits und der Reichsanwälte das Recht der Aussicht und Leitung zusteht und daß auch nach den weiteren Bestimmungen der Gerichtsverfassung der Oberreichsanwalt von den Wünschen und Winken berReicks- regterung besonders abhängig erscheint. Trotzdem möchte man die Hoffnung aussprecheu, daß durch die Affäre Koste- witsch-Tahm fein Präzedenzfall geschaffen ist und daß der GrundsatzHaust du meinen Spion, hau ich deinen Spion" nicht als bauernde Maxime in die Beziehungen der Groß­mächte eingeführt wird.

Bundesrats kann durch Anordnung des Reichskanzlers bc- ttmmt werden, daß gegen einen ausländischen Staat sowie »essen Angehörige unb ihre Rechtsnachfolger ein 23er- veltungSrecht zur Anwendung gebracht wird"; die­selbe Bejnmmung finden wir im Elnführungsgefetz zur -Zivilprozeßordnung und in der deutschen Kontursordnung, une aljulidje in der Gewerbeordnung (8 64 Abs. 3).

Aber bei diesen gesetzlichen Vorschriften handelt es sich um allgemeine Maßnahmen, die gegen einen ganzen Per- fonenkreis angewendct lverden sollen. JiO einem Einzelsall wie dem Kostewitsck)-Dahm hat Dagegen Die Retchsregierung

Neuer aus der Turlei.

Konstantinopel, 1U. Aug Tie BlätterTa< nin" undHakl" stellen ihr Erscheinen ciu. Einige jungtürkische Beamte haben vorgezogen, ihre Stellen niederzulegen, um bie von der Regierung geforderte Er­klärung nicht unterzeichnen zu müssen Tic Polizei hat Recherchen nach in Der Stadt versteckten Bomben eingeleitet.

An der türkisch -montenegrinischen Grenze dauern die Sck;armützel fort. Auf die diesbezüglichen neuen Schritte des montenegrinischen Geschäftsträgers antwortete der Minister des Stengern, daß vermutlich Die Befehle des ztriegsministeriums, das Feuer einzustellen, den .Grenz- behörden noch nicht zugegangen seien.

Tie Forderungea der Albaner.

Saloniki, 10. <iug Tie Führer de r Arnau- ten übergaben Ibrahim Pascha ein Schrift­stück, welches 12 Forderungen enthält, deren Be­willigung die Arnauten verlangen. 1. Erhebung und Fest­setzung von Steuern und Abgaben sowie Organisation der Finanzgebarung auf Grund der für Albanien maßgeben- den Verhältnisse. 2. Leistung des Militärdienstes nur in ben rumelifchen Provinzen, ausgenommen im Kriegsfälle, wo bie Arnauten auch in anbere Teile bes Reiches gehen wollen. 3. Ernennung ehrlicher, bie Lanbcssprachekenncn-

das ja so o,l als Wallotbau zitiert wirb, linier lbJ Ent­würfen wurde bei bem allgemeinen Wettbewerbe im Jahre 1882 Der von Dattot für bie beste Leistung erklärt. Neben einem Gelbpreise von 15000 Mk. bekam er auch unb bas mag ibn wohl am meisten befriedigt haben am 18. Ium 1883 den Auftrag zur Ausführung feines gekrönten Entwurfs. Mehr als ein Jahrzehnt vom 9. Juni 1884, an welchem Tage Kaiser Wilhelm I. den Grund,lein legte, dis zum 3. Tezember 1894, an welchem Tage bie feierliche Schlußsteinlegung durch Kaiser Wilhelm II. stattfand hat-Wallot demdem deutschen Volke" geweihten Palaste gewidmet. Mit großen Lchwierigkeiten hatte er bei der Ausführung seiner Pläne zu kämpfen. Wiederholt mußte er ,cinc ursprünglichen Entwürfe gründlichen Umgefial- inngen unterziehen. Schwer hielt es, bie Form unb die innere Gliederung des gewaltigen Bauwerkes mit allen Daran gestellten Anforderungen in bezug auf feine Bestim­mung unb auf feine architektonische Erscheinung in Ein- Hang zu bringen. Schwer war es aber auch, es all Den berufenen uno unberufenen Kritikern recht zu machen. Selten war," wie Ludwig Pietsch einmal sagte,einem modernen Baumeister, eine fchwerere, allbefriedigend zu lösende Aufgabe gestellt worden." Wohl hat Wallot die Genugtuung gehabt, nach so vielen Hindernissen und Hem­mungen nicht nur viele enthusiastische Bewunderer, sondern auch fachverstandige Freunde in Menge zu finden. Die ihm ihre Anerkennung zuteil werden ließen. Wallot war auch Ehrendottor der dniter,iiät Gießen. Tie philosophische Fakultät ernannte ihn dazu 1894 aus Anlaß Der Einweiyung L>es Reichstagsgebäudes. Aber auch roieciel unbelehr­bare Gegner und herbe Tadler! Das hat wohl den Meister nicht zuletzt bewogen, Berlin Den Rucken zu leljren und une segimsreichc Tätigten in Treiben zu en. falten. Zn ,einer Verbitterung mag Wallot em Sonett wohlgetan haben, das der ritterliche Friedlich Spieiyagen, der stets ein Mänipjer sur das Verbienft: des Genies und des jid) burchjetzenben Talents war« ihm zu Ehren verjatztc, und das also lautet;

Paul Wallot t-

Langenschwalbach, 10. Aug. Heute nacht ist der in Langenschwalbach zur Kur tocilenbc Geheime Bau- rat Professor Paul Wallot, ber Erbauer Des Reicks- tagsgebäudes, im Altervon71Jahrengestorben.

Paul Wallot wurde am 26. Juni 1841 in Oppen­heim a. Rh. geboren, besuchte die Real- und Getverbe- 1 (falle in Torrn,t ab t, bie Universität Gießen, an ber er am 28. November 1862 immatrituliert wurde und 1863 das Fakultätsexamen machte, ferner das Polytechnikum in Hannover und kam 188* nach Berlin, wo er seine Studien auf ber Bauakabemie forrsetzte unb später bei Gropius, tucac unb Hitzig arbeitete. 1868 unternahm er eme ^tuDien- reise nach Italien unb Englanb, und 1869 ließ er sich tn Frankfurt nieder, wo er eine lebhafte Tätigkeit auf dem Gebiet des Privatbaues entfaltete. .

Mit Paul Wallot, demDeutschen Reichsbaumeistcr', ist einer unserer ersten Architekten, dessen Ruhm auch weit i ber die Grenzen Deutschlands hinausgedrungen ist hat ibn doch San Francisco sogar zu feinem Ehrenbürger ernannt bahingeschteben. Tie letzten Jahrzehnte ,eines Lebens verbrachte Wallot als Lehrer an Der Dresdener Kunstakademie unb Technischen Hochschule Als er Damals rad) Dresden kam, ward er vor eine nicht leichte Aufgabe gestellt: bie altbewährte Augustusbrucke, die dem modernen Sailffahrtsoertehr auf Der Elbe ein nickt mehr zu über» Diiidendes Hindernis geworden war, sollte umgebaut wer- len, ohne das typische Bild, das sie im Verein mit der Ärühlschen Terra,fc, Der katholischen Hofkirche und dem tzofiyeater bildete, zu zerstören. Wahrlich! ^r.ie Au, gäbe t.;ar eines Meisters wie Wallot rourbig. Was er dann gc- jajajfen aus Der alten Augustusbrucke, Das bat feinen .tarnen Lenen jener großen Architetten und bildenden Künstler tngcremt, denen TrcsDen ,eme künstlerische Pyy,idgiiornie Uerdauki. Als Wallot im Jahre 1894 nach Tiesden ging, ita yaite er fchon das Werk gefchaffen. Das Die Krone jeir.i- Krfolge bilDct: Das Haus Des T c u t, ch e n Re tch s l ag e s.

Behörden war aber ben maßgebenden unb gcfchästsführen' .en Persönlichkeiten bes Auswärtigen Amts sofort bekannt jr war, wie jetzt feftsteht, nichts anderes als die Antwort mf die seinerzeitige Verhaftung K o st e w i t s ch s in Berlin ttn der Newa hat man eben einmal nach dem bekannten schönen Grundsatz:Haust du meinen Juden, hau ich deinen .-udeii" gehandelt, einem Grundsatz, der mit Recht und Justiz nicht viel zu tun hat, sondern auf politischem Gebiet liegt. Trotzdem, d. h. obwohl bie ganze Tvppelasfäre so von vorneherein vom strafrechtlichen und prozessualischen Wege abgebrängt schien, mutzte sie doch auch im Verhältnis ter Staaten untereinander nach ganz bestimmten Rcchtt-- I Grundsätzen, nämlich nach solckeii des Völkerrechtes, aus- I getragen werden. Tas Vorgehen der russischen Behörden »koar em echter rechter Fall von Retorsion oder auch ..Vergeltung" genannt. Tiefe besteht darin, daß eine als unbillig angesehene Maßregel durch eine andere Unbillig­keit erwidert wird; und ihr Zn»eck geht dahin, die Beseiti- einig der ersten Maßregel herbeizuführen.

Deshalb werden auch die russischen Behörden jetzt ohne weiteres zugeben, daß bie Verhaftung Dahms keine Folge on Fluchtverbacht ober eines sonstigen rechtsprozesjua' . ijchen Grundes war, sondern lediglich ein politisches Mittel

ii dem politischen Zwecke, den Fall Kostewitsch zu bcein- lluffcn unb die rasche Haftentlas,unb Kostewitschs dnrchzu- V [len. Die öffentliche Meinung beider Länder fragt sich 1 mounbert, ob unb wie so etwas denn nur möglich sei. üs ist eben möglich! Und alles ^vtoralisicren und Lpinti- fieren Ijilfi Da nichts. Die Anordnung solcher Vergeltungs- mafjregeln ist nicht Sache Der Justtz, sondern ber Ltaats- neivalt. Tie Anordnmig kann zwar durch bie nationale Gesetzgebung an bestimmte Voraussetzungen gebunden fein;

Hr. 188 Erster Blatt 162. Jahrgang Nontag, 12.3uguft W

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General-Anzeiger für Gderhefsen

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