nicht, dann allerdings wäre die Neuordnung des^ Verhältnisses zwischen Kirche und. Staat, zwischen Kirche und Schule ^enk- lich, dann würde mir bangen vor der Revision des Volksschul- gejetzes, trotz der erfreulichen Zusicherungen des Herrn Ministers des Innern in Bezug auf theologische Fakultät.
Unseren Standpunkt zur Zollfrage haben wir ort genug onent - lich dargelegt. Korells Auffassung steht nicht nur un tznklang mit unserer Auffassung in Hessen, sondern auch^ rm Reich. lZu' ruf Gothein.) Es ist wirklich ein Glück, datz Sre sich an diese einsame Säule klammern können. Tie Entwicklung steht Nicht still, auch Lei uns nicht. .
Viel mehr als die Zollsrage können wir hier un Heimchen Landtag das Bodenproblem beeinflussen.
Man hat die Haltung unseres verehrten Führers Gutslestch zu dem Fideikommißstempel gegen uns ausgesprell. Erstens steht die Aeuycrung Gutsleischs gar nicht fest. Wenn der Antrag auf Erhöhung des Fideilommißstempels aufrecht erhalten worden wäre, hätte die Partei sicher danir gestimmt. Ganz entschieden ist aber der Zuruf von nationallibcraler Seite zurück^uwersen „eigene Angelegenheit des Empfängers". Darin liegt eine schlimme Verdächtigung des verdienten.Mannes. Die Herren Nationalliberalen reden immer von positiver Mitarbeit. Nun, wenn em Mann hier im Hause positiv gearbeitet hat, dann war ^r. Gutfleisch. ., . . .. , ,
Ein großer Nachteil für die Landwirtschaft lind die hohen Boden- und Pachtpreise. Tas schlimmste ist, daß sie im umgekehrten Verhältnis zur Größe der Flächen stehen. Bei Hos Hahna wird Gelegenheit sein, darüber zu sprechen. In Oberhessen ist ein Beispiel Lbbornhofeii .
In Lindheim sind die Bauern geradezu von ihrem Produktmittel getrennt. Es herrscht Landnot. Das Pachtland, das die Dorfbewohner früher vom herrschaftlichen Gut hatten, ist wieder ganz dazu geschlagen worden. Ersatz ist gar nicht oder nur zu sehr hohen Preisen zu schassen (70—90 Mark pro Morgen, während der Pächter des fürstlichen Gutes nur 23 Mark zahlt).
Nicht einmal Bauplätze können die Einwohner bekommen. Em Mann sollte für 890 Quadratmeter Bauland am Dorf 5200 Quadratmeter bestes Ackerland hergeben.
Abhilfe ist dringend not. Sie kann nur auf gütlichem Wege erfolgen. Hoffentlich geht der Herr Abgeordnete Bähr, der einflußreiche Mann der Landwirtschastskammer, Hand in Hand mit der Regierung und legt bei der fürstlichen Gutsverwaltung em Wort em für die Lindheimer.'
W i r sind einig in Bezug auf das Bodenproblem und totr sind auch darin einig mit unseren Nachbarn zur Rechten, wenn sie nämlich wirklich anders sind als der Bund der Landwirte in Osteibien. Hoffentlich erblicken sie mit uns. die Hauptaufgabe darin, den Kleingrundbesitz zu stärken. Hoffentlich suchen sie mit uns Mittel und Wege, der Weiterentwicklung des Fider- komrnißwesens entgegenzutreten und es schrittweise abzubauen. Da solls nicht nach der Melodie gehen: „Immer langsam voran."
Abg. Schmitt (Zentr.): Wir sind von den Wählern nicht hierhergeschickt, um Reden zum Fenster hinaus zu halten. Wir sollen positive Arbeit leisten und wir haben sie geleistet. Die seitherige Zusammenarbeit der Parteien war dadurch möglich, daß jede Partei, ohne ihren prinzipiellen Standpunkt auszugebcn, sich sachlich an den Verhandlungen beteiligte. Wir werden den Herren der Linken die Freude nicht machen und einen. Antrag für die Konfessionsschule einbringen. Unsere Volksschule ist simultan und soll christlich bleiben. Deri Redner beschäftigt sich nun ausschließlich mit dem Abg. Korell-Königstädten. Dieser Abgeordnete hat Roseggers „Waldbauernbub" erwähnt, den man aus den Schülerbibliotheken entfernt habe. Das Buch in Ehren, aber es sind Stellen darin, die geeignet sind, das religiöse Gefühl katholischer Kinder zu verletzen. Ich will Ihnen zur Erheiterung aus einem Buche vorlesen, das in den Fortbildungsschulen benutzt wird im staatsbürgerlichen Unterricht. Dm Buch hat zum Verfasser einen Herrn Heinrich Andraes. Abg. Schmitt verliest Stellen aus diesem Buche, die die einzelnen Parteien im Reichstage und ihre politischen Anschauungen ohne jede Sachkenntnis behandelii. Redner kommt dann wieder auf den Avg. Korell-Königstädten zurück. Wenn ich mir überlege, von welcher schwindelnden Höhe seiner geistigen Warte er auf seine minderbegabten Gegner sieht, so muß ich lagen, daß ihm jedes Urteil dafür abzugehen scheint, welche Stellung er in diesem Hause einnimmt.» Ich bm lange Jahre in diesem Hause, habe aber noch von keinem politischen Neuling solche überhebenden Reden gehört. Wir haben uns stets von jeder Diskussion serngehaltcn, sobald es sich um irgendeine Angelegenheit handelt, die die evangelische Kirche betrifft. Wir würden uns nie einmischen, wenn vielleicht vom Oberkonsistorium ein Erlaß ausgeht. Wenn ich mir nun vorstelle, wir hätten einen Geistlichen in unseren Reihen, so würde es derselbe aus Gründen der Delikatesse — und vielleicht auch aus taktischen Gründen — unterlassen hier eine Rede über eine Angelegenheit zu halten, die mit der evangelischen Kirche auch nur in losem Zusammenhänge steht, wie es Herr Korell-Königstädten bei der Generaldebatte gemacht hat. Wenn es der katholische Geistliche aber doch tun würde, |o würde ich ihm sagen, halten Sie Ihren Mund, das geht Sic nichts an. Das ist unsere Auffassung. Wir wollen den Frieden. Nun zu dem Motuproprio. Der Gedanke, daß der Klerus einen besonderen Gerichtsstand habe, muß aus- scheiden. In allen Beziehungen, die mit irgendeiner staatlichen Funktion zusammenfallen. hat der Gedanke des Motuproprio keine Geltung. Man räumt dem Oberhaupt unserer Kirche mit Recht einen so großen Einfluß ein, daß schon die Drohung, aus der katholischen Kirche ausgeschlossen zu werden, genügt, den Staatsbürger vor Zwang zu bewahren. Der Abg. Korell-Königstädten aber ist von allen am wenigsten geeignet, diese Frage zur Sprache zu bringen. Diese seine Ausführungen waren von Mißtrauen eingegeben. Daß seine Brust von Mißtrauen erfüllt ist, diese Bescheinigung hätten wir ihm auch so ausgestellt. Wir haben für sein Urteil über unsere Gläubigkeit keine Verwendung. Vom Standpunkt der Gläubigkeit soll man die Ehre seiner Mitmenschen nicht antaften. Und als Gläubiger muß man auch wahrhaftig sein. Abg. Schmitt weist nun auf die Greupnersche Broschüre hin, die eine heftige Kampfschrift gegen Korell-Königstädten ist. Auch den beleidigenden Zwischenruf des Abg. Ulrich („Das hat Ihnen wohl die Mutter Maria suggeriert") berührt der Redner noch einmal und rügt das Verhalten des Abg. Korell-Königstädten, der, nachdem der Abg. Hebel am Tage vorher diesen Zwischenruf nochmals erwähnte und ihn unparlamentarisch als gemein bezeichnete, dem Abg. Ucbel unchristlichen Sinn vorwarf. Tenn ein rechter Christ dürfe nicht Scheltwort mit Scheltwort vergelten. Zum Schluß seiner Rede weift Abg. Schmitt aus den Kalender „Die Scholle" hin, in der ein Artikel steht, in dem die Bombe in der Hand eines Attentäters als überaus nützlich bezeichnet wird. Für diesen Kalender zeichne der Abg. Korell als Mitherausgeber.
Schluß der Sitzung 1 Uhr. Fortsetzung 3 Uhr.
Au» Sta&t uub Land.
(A>iefeen, 8. März 1912.
Aus der Sitzung der Stadtverordneten.
Eine arbeitsreiche Sitzung brachte gestern vor allem die Voranfchlagsbercrtung zu Ende. An den Zahlen des Voranschlags wurde nichts geändert, und was an Wünschen vorgebracht wurde, war verhältnismäßig nebensächlicher Bedeutung, so daß die Beratung trotz der im hohen Rate herrschenden Redelust, die allerdings in den meisten Fällen nicht bis zu Wortmeldungen gedieh und sich sozusagen inoffiziell Luft machte, recht flott von statten ging. Ertraglos war sie deshalb doch nicht. Manche beachtens- n-erte Anregung wurde gegeben und wenn auch der Vorsitzende den löblichen Eiser mit dem Hinweis auf die vorher nicht angelündigte Avsicht der Anfrage abzuwehren suchte, so mußte doch vieles notiert werden, um demnächst aus der Mappe des Oberbürgermeisters fröhliche Auferitehung zu feiern. Am meister sprach man über den Vogelschutz und dieser Gegenstaird gab Veranlassung, auch der Feldbereinigung zu gedenken, was allerdings von den
meisten nicht mit allzuviel Liebe geschah. Auch eine kleine Auseinandersetzung über den Wert oder vielmehr Unwert der Reichswertzuwachssteuer gab es, ohne daß irgend etwas praktisches dabei herauskam. An den Zahlen des Voranschlags wurde nichts mehr geändert, so daß auch die Steuersätze nicht geändert zu werden brauchten. Außerhalb der Voranschlagsberatung kam es zu einer interessanten Aussprache über mancherlei Kunstbestrebungen. Stadtv. Tr. Sommer hatte nämlich angeregt, eine st ä d t i s ch e Kunstsammlung ins Leben zu rufen, und mit den Sammlungen der Universität in einer Kunsthalle — etwa der Bürgermeisterei — zu vereinigen. Der Gedanke wurde sympathisch ausgenommen, wenn auch eine Bewilligung zunächst nicht erfolgte. Jedenfalls wird er das Gute 5eiligen, daß man sich in der Bürgerschaft mit der Frage, wie Gießen zu einer Kunststadt zu machen ist, beschäftigt und wie in anderen Dingen die private Opferwilligkeit der Stadt die Wege dazu bahnen* hilft.
** Tageskalender für Freitag, 8. Marz. Stadttheater: „Tie Bilosmiutzer", „Ter Barbier von Bernac', .Göttchens Geburtstag". Au'aug 8 Uhr.
Naturheilverein: Bortrag von Herrn E. Peters - Neueiihagen: Liebe und Ehe. Abends 8l/i Uhr in Steins Garten.
♦* Mit dem II. Kurs und Kongreß für F a - miliensorschung, Dererbungs- und Regenerationslehre, der vom 9. bis 13. April 1912 in Gießen stattfindet, ist eine Ausstellung verknüpft, die diese Themata mit Beschränkung auf das menschliche Gebiet behandeln soll. Tie Art der Ausstellung soll den Abteilungen I bis VIII des Programms entsprechen, nämlich: 1. Methodik und Vererbungsregeln, 2. normale und geniale Anlagen, 3. abnorme Anlagen, 4. kriminelle Anlagen, 5. Erforschung bestimmter Familien, 6. Vererbungslehre und Soziologie, 7. Vererbung und Züchtung, 8. Regeneration. Es wird gebeten, geeignete Gegenstände, Stammbäume, Ahnentafeln, Familienchroniken, Uebersichten betr. Heredilätserscheiiiungen im Gebiete des Normalen, Genialen, Psychopathischen und L?rimi- nellen usw. für die Ausstellung bis spätestens Ende März einzusenden an die Klinik für psychische und nervöse Krankheiten in Gießen, und Prof. Tr. Sommer alsbald für den anzulegenden Katalog einige Notizen über das zu erwartende Material zu senden.
♦* Gießener Jugendwehr. Am Mittwoch nachmittag sand im Konferenzzimmer des Realgymnasiums eine Besprechung statt, die die Gründung einer Jugend- wchr-Vereinigung für Gießen bezweckte. Es hatten sich dazu zahlreiche Herren aus den verschiedensten Ständen eingefunden, Vertreter des Osfizierkorps, der Lehrerschaft der hiesigen Schulen und von Vereinigungen, die seither schon sich in der Jugendpflege betätigt haben. Tie Anwesenden erklärten sich sämtlich mit der Begründung einer Gießener Jugendwehr einverstanden. In der Jugendwehr soll die Heranwachsende männliche Jugend körperlich und sittlich gekräftigt und auf Ausflügen und Uebungsmärschen herangebildet werden, so daß sie später ersolgreich ihrer militärischen Dienstpflicht genügen kann. Politische Bestrebungen sind in der auf vaterländischer Grundlage stehenden Vereinigung unter allen Umständen ausgeschlossen. Den anderen, sich mit der Jugendpflege und Jugenderziehung befassenden Vereinigungen (konfessionellen Lehrlingsvereinen, Turnvereinen usw.) soll kein Wettbewerb gemacht werden, man will mit ihnen Hand in Hand arbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Die Jugendwebrvereini- gütig wird demnächst sich mit einem Apfruf an die breite Oeffentlichkeit wenden. Sie ist auf breitester Grundlage gedacht, weshalb man den Mindestbeitrag auf 1 Mk. jährlich festgesetzt hat. Den jungen Leuten, denen die praktische Arbeit der Vereinigung gilt, wird kein Beitrag angesonnen werden. Der Vorstand der Vereinigung wurde zusammengesetzt aus Oberst von Trotts genannt von Treyden (Vorsitzender), Major Großmann ^Stellvertreter), Hauptmann Stephan als Uebungsieiter, Hauptmann Schwendy (Stellvertreter), Professor Geyer (Schriftführer», Redatteur Heß (Stellvertreter), Lehrer Lotz (Kassenwart), Kaufmann Vaubel (Stellvertreter), Professor Fuchs, Gewerbelehrer Schramm und Pfarrer Schwabe (Beisitzer). Außerdem wurde eine Anzahl Führer gewählt. Tie Tätigkeit der Jugendwehr wird mit dem neuen Schuljahr beginnen.
" Der Prüfung für KreisamtSgehilfen und Kreisamts-Burea u 0 or st e her haben sich u. a. unterzogen und bestanden die Aspiranten Hrch. Muller und Otto S e t t e g a st.
** Die Bewaffnung unserer Schutzleute. Man schreibt uns: Auf den Artikel im Gießener Anzeiger Nr. 67 vom 7. März über die Bewaffnung der Hess. Gendarmerie möchten wir Ihnen ergänzend mitteilen: Das inJhrem Artikel über die Bewaffnung der Gendarmerie Gesagte trifft vollständig zu. Aber wie sieht es bei der hiesigen S ch u tz m annschaft in Bezug auf Bewaffnung aus? Sie ist von amtswegen nur mit dem Säbel bewaffnet, auch im Nachtdienst, der in der Stadt bedeutend gefährlicher ist als auf dem Lande. Also ganz ohne Schußwaffe. J^der Einbrecher der heutigen Zunft ist m* den modernsten Waffen, Browningpistvle usw. bewaffnet, und der Schutzmann, der feine Mitmenschen vor solchen Menschen schützen soll, steht ihm mit dem Säbel in der Hand, ohne Schußwaffe, machtlos gegenüber. Auch hinter dem Schutzmann steht die Familie. Es wäre längst an der Zeit, die Schutz- mannschasi, hauptsächlich im Nachtdienst, nut einer Schußwaffe (Browningpistole) auszurüsten, um für sich und ihre Mitmenschen die nötige Sicherheit gewährleisten zu können.
** Ter Bauersche Gesang-Verein, der am Sonntag, 10. März in der „Neuen Aula" seinen diesjährigen Liederabend abhallen wird, zählt zu den besten hiesigen Gesangvereinen, der numerisch stärkste ist er unbestritten. Stets hat er sich zur Aufgabe gestellt, sein Programm von Mittelware frei zu hatten; so ist auch diesmal von dem Guten das Beste erwählt worden. Namen wie Fr. Langer, M. Filte, A. Kirchal, A. Methfessel, Fr. Schubert, um nur einige herauszugreifen, zählen zu dieien auf dem Gebiete der Männerchor-Literatur und da unterliegt es keinem Zweifel, zumal die Eintrittspreise durchaus bescheiden sind, daß dem wackeren Verein, der sich so oft erfolgreich in den Dienst anderer stellte, nun auch für ein eigenes Unternehmen freundliches Entgegenkommen gebracht wird.
•• Die Mitglieder-Versammlung des Lesehalle. Vereins fand dieser Tage statt. Tr. Markert trat an Stelle deL auSscheidenden Geh. Jufuzrats Prof. Tr. Bieriuann in den wiedergewählten Vorstand. Der Vor- atzende Prof. Tr. König berichtete über die allgemeine und ivirtschafttiche Lage des Vereins und dankte den Gönnern. Ter Schriflsührer Tr. Fritzsche stellte fest, daß sich die AuS- leihe nach manchen Schwankungen im erfreulichsten Aufstieg befindet. Der Plan eines Kunsiznnmers am SelterStor wurde
erörtert; sodann wurde der Beschluß gefaßt, in den nächurn Monaten für eine beträchtliche Summe Bücher anjui.t affen und den Katalog neu zu drucken. Durch die freundliche Zuwendung eine? angesehenen Mitbürgers sieben dem Verein für diese notwendigen außerordentlichen Ausgaben die Mittel zur Verfügung.
•• 93ertrag Keller. Man schreibt un8: Am nächsten TienStag wird der bekannte Pastor Samuel Keller a.,z Freiburg i. B. zwei Vorträge in SteinS Garten halten. S. Keller ist nicht nur als Schriftsteller (unter dem Namen E. Schrill) weithin bekannt, sondern auch als der Verfasfei der von der Stadtimssion in Berlin hecauSgegebenen sonntäglichen Predigt weiten Kreisen unserer Stadt kein Fremder mehr. (Näheres siehe Anzeigen.)
” Die Mitteldeutsche Kreditbank, Filiale Gießen, ist wegen eines Trauerfalles morgen bi5 2 Uhr geöffnet und am Nachmittag geschlossen.
•• Ein in Amerika verstorbener Gießener. In Brooklyn ist un 79. Lebensjahre der aus Gießen gebürtige frühere Blechschmied Karl Lö ber, eine namentlich in Säng.r- unb Schützenkreifen bekannte Persönlichkeit, gefiorbcn. Ter Verstorbene, der schon in jungen Jahren nach den Veremigien Staaten auSgewandect ist, war bis an sein Lebensende em treuer Freund aller.deutschen Bestrebungen.
"Brand. In einem Garten am Eichweg brannte gestern mittag ein Gartenhäuschen vollständig nieder. Tie Eruntlelungen ergaben, daß ein löjäferiger Bursche von hier den Brand vecurfacht hat. Er hatte mehrere Garten- Häuschen, darunter a»,ch das niedergebrannte, erbrochen und daraus Handwerkszeug und sonst Begehrenswertes entwendet. Rach seiner Angabe hatte er sich in dem GartenhäuSchen eine Zigarre angezündet und das brennende Streichholz in das Stroh gciuorfen. Mit Absicht will er das Häuschen nicht in Brand gefetzt haben. Ec wurde verhaftet.
Landkreis Gießen.
---- Langsdorf, 6. März. Gestern abend hielt der Zweig- verein des E v g. Bundes im überfüllten Saale des „Teuinyen Hauses" einen Familienabend. Pfarrer Fritsch- Ruppertsburg hatte einen Vortrag über den Kampf Luthers mit dem Erzbischof Albrecht von Mainz übernommen. Ausgehend von einem Originalbrief Luthers aus dem Familienbesitz des Vortragenden, der auf jenen Kampf Bezug hat — der Brief ging von Hand zu Hand — wußte Pfarrer Fritsch packend jenen Kampf zu schildern, in dem der einfache Mönch zu Wittenberg den mächtigen Erzbischof zu Mainz au Boden rang. Später erzählte der Redner noch von seinen Reisen, die ihn an manche historische Stätte geführt, so an den Genfer See, nach Linz, Böhmen usw., wo einst der Kampf der Evangelischen mit sJloin gekämpft und das evangelische Leben niedergetrelen worden war durch die Gewalt der Gegenresormation. Viel zum Gelingen des Abends trugen die Vorträge des Gesangvereins und die lebensvollen Deltamationen der Schulkinder bei. Mit Tankes, trotten und einem warmen Appell, die Sache des Evaug. Bunde- zu uiiterstützen, schloß Pfarrer Mahr den schönen Abend.
-ch. Hungen, 7. März. Bet dem a-l u ßs a) r eiben des hiesigen Stenograph en Vereins Stolze- Schrey für den Anfänger- und Fortbildungskursus erhielten im Korrektschreiben: Herm. Diehl den 1., Fr. Weitzel den 2., Adolf Schneider den 3.. Preis und im Schnellschreiben bei 160 Silben Karl Enders den 1. Preis.
Kreis Alsfeld.
— Mücke, 7. März. Schon längst trug man sich hier mit dem Gedanken einen Zweigverein des Vogelsberger Höhen-Clubs zu gründen. Um diesen Gedanken zu verwirklichen, ließ Lehrer Roth-Flensungen Einladungen an Bewohner von Mücke und Umgegend ergehen. In großer Zahl erschienen die Geladenen und so konnte die Gründung des Vereins vorgenommen werden. 30 Mitglieder schloffen sich dem Verein sofort an. Zum 1. Vorsitzenden wurde Herr Schmidt-Lardenbach gewählt, zu weiteren Vorstandsmitgliedern die Herren Wittich-Mucke und Noth-Flensungen.
Kreis Lauterbach.
~ Grebenhain, v. März. Auf ein falsches Gerücht, das sich gestern vormittag in der hiesigen Gegend verbreitete, wurden im Laufe des Tages mehrere Gendarmen telephonisch hierher beordert, um gemeinschaftlich mit bewaffneten Bewohnern eine Streife n a 4 Zigeunern zu unternehmen, die am Morgen im Walde von Waldarbeitern gesehen worden sein sollten. Sie und der Förster Kaiser aus Bermuthshain hätten in einer Schutzhütte, in der sie ihre Eßwaren ausbewahren wollten, beim Betreten dieser Hütte drei Zigeuner aufgestöbert, die eiligst durch ein Fenster gesprungen und das Weite gesucht hätten. Jrn Verlause der Streife stellte fick aber heraus, daß die ganze Sache nur aufgebauscht und eine Persönlichkeit, die die Zigeuner gesehen yaben wollte, überhaupt nicht zu finden war. Tie Gendarmen wurden am nächsten Morgen, nachdem sie von der Streife ermüdet zurückgelehrt waren, wieder auf ihre Stationen entlassen,
Kreis Wetzlar.
— Ehringshausen, 7. März. Ter Andrang zu der Krankenabteilung des Kaiserin Vikloria-KrankenhauscS ist so groß, daß eine sofortige Vergrößerung oorgenommen werden muß. Negierungsbaumeister Mai-Steglitz hat schon die Baupläne der Regierung oorgelegt und die Arbeiten sollen io gefördert werden, daß der Betrieb im Erweiterungsbau spätestens am 1. Mai 1913 eröffnet werden kann.' Tie AuS- sührung. ist in der Weise geplant, gleich dem Westflügel einen Anbau nach Osten zu errichten.
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tuitidMffabrt.
Frankfurt a. M., 8. März. Nun besitzt Frankfurt endlich einen eigenen ständigen Luftschiffhafen mit großer eiserner Halle für ein Zeppelin-Lmtschiss Tatz Frankfurt, nach dem bahnbrechenden Schritte der Luftschifsahrts-Ausstellung im Jahre 1909 nicht zu den ersten Städten zählte, die einen Luftschiffhafen errichteten, dürfte in erster Linie an der schwierigen Plavfrage gelegen haben. Nun wird man täglich das große schöne >-chm mit all seinen Einzelheiten aus nächster Nähe betrachten, die vielseitigen Vorbereitungen zu einer Abfahrt, Aufstieg und Landung verfolgen können. Ter Luftschiffhafen am Rebstock, der dem Publikum von früh 8 Uhr bis zu der Tunkelheit zugänglich ift, verfügt über eine geräumige Terrasse mit Ausblick nach dem Fluggelände. über Erfrischungsräume usw. Tie Kassen befinden sich an Der Zugängen, auch Wagenkarten werden wieder ausgegeben: die Zufahrt ist wieder, wie bei früheren Veranstaltungen, über Bocken- heim und durch den Siegroalb.
GerichtssaaU
Graf wolsf-Metternich wegen Zalschspielr vor Gericht.
sh. Berlin, 7. März. Zu Beginn der Sitzung gibt der Zeuge Kriminallommissar v. Manteussel auf Veranlassung des Voriitzenden Auskunit Bakkarat und Ecarts. — Es gelangt hier aus Der Fall Tippe zur Erörterung Tippe hat beim Si'ick nut König und Bujes, Den er unter dem Warnen v. Henrich leuncn gelernt Halle, innerhalb kurzer Zeil 80 000 Mk. verloren, wonach
?,r6aitg« , Mädchen, vinltn Mb • j werden. Ässenn.vl' um wieder ^ädriger^ 2{unfi De
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