m. 187
Zweiter Blatt
162 Jahrgang
trlcheml tLglich mit Ausnahme des Sonntags.
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Die Beteiligung der Arbeitgeber in umfassendster Weise >en Wahlen zu den Organen der Krankenkassen ist durch
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TM ..Gletzrver Stmillenblirttr" werden dem „Ufriorr* viermal wöchentlich beigelegt, das JCwtebltitt ftr den Kreis Gietze« ' zweimal Wöchentlich. Die ..r«ad»irlschaftlicheii Seit- fräsen'' erscheinen monatlich zweimal.
en, die auf nationalem Boden stehen, eingeleitet und erbeigeführt werden. In vielen Fällen werden dabei die cbeitgeber mit den Vertretern der christlicl)en und natio- alen Arbeiter- und Angestelltenverbändc, denen es durch
deutsche Touristen in England unter Spionageverdacht.
Während sich die Londoner Blätter in spaltenlangen Artikeln über die Berhastung von fünf englischen Touristen unter dem Verdacht der Spionage in Kiel entrüsten oder lustig machen, will es die Ironie des Schicksals, daß fast zur selben Zeit doppelt so viel deutsche T o u r i st e n unter demselben Verdacht in Dover festgenommcn wurden. Ter Verdacht war in diesem J-alle jedoch so lvcnig berechtigt, daß sic schon nach drei -stunden wieder entlassen werden konnten. Ein Londoner Ingenieur namens W. M. Perriman, der sich zur Sommerfrische in der Nähe von Tover ausbält, hatte die Festnahme der zehn T/ u t * s ch c n veranlaßt. Perriman und sein Schwager Arthur sharv, ein Unteroffizier der militärischen Polizei, der zurzeit aber keine Uniform trug, ergingen sich Montag abend gegen fünf Uhr in der Nähe von Shakespeare Cliff, als sic zehn Fremde gewahrten.
— Tie Huttasche. Eine originelle Huttaschenmode ist soeben in Paris geschahen worden. Eines der ersten Modehäuser hat Toaucmodclle hergestellt, die oben in der Kopfform einen durch eine Klappe verschließbaren Behälter aufweisen. Zn diese Hut- tascbe gehen mit Leichtigkeit eine Gelolwrse, ein Taschentuch und ähnliche Kleinigkeiten hinein. Ein Schlüsselbund dürste sich allerdings schon etwas unangenehm bemerkbar machen. Uebrigens ist die Einrichtung derart angebracht, daß man z. B. das Portemonnaie herausnehmen oder hineintun kann, während man den Hut auf dem Kopie hat. Originell ist diese Idee zweifellos. Ob aber auch so praktisch, wie die Erfinder behaupten, das ist noch die Frage, ,
issig
feinste währte Marke.
bit neue Reichsversicherungsordnung noch viel bedeutsamer A toorben. Sind diese Wahlen doch auch ausschlaggebend ftr die Besetzung der Ausschüsse und Kammern der Ver- sichcrungsbehördcn, der Versicherungsämter, der Obervcr- IsHeruiigsämter und des Reichsverficherungsamts. Wenn
es die Arbeitgeber nicht dazu kommen lassen wollen, daß die Vertreter der Versicherten und Arbeitgeber in diesen rcchtsprechenden und Verwaltungsinstanzen in dem Banne der Sozialdemokratie stehen, so müssen sie von vornherein
Samstag, 10. August 1912
Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universität» • Buch- und Steindruckerei.
9L Lange, Dießen.
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der Cognacbretwe^ Macholl tONN.
OTarke. überall efhäW/
Mächten vorzubeugen.
Uebrigens ist die Freilassung der englischen Spione lediglich auf Grund der amtlichen Untersuchung erfolgt. Tic Meldung englischer Blätter, daß Sir Goschen in Vorstellungen wegen der Verhaftung der angeblichen Spione erhoben habe, entspricht nicht den Tatsachen. Die englische Botschaft hatte bisher nicht einmal Erkundigungen bei den zuständigen deutschen Behörden eingezogen.
In wenigen Ländern weist das Frauenleben so kraße Gegen- sätze auf wie in Abessinien. Und zwar beruht das auf der Ver- schiedenheit der Religionen, denen die einzelnen Völker, die Abcsfi nun heule bewohnen, huldigen. Selbstverständlich spielt die Frau des ambari>ch<'u, topnick-cn Christen eine ganz andere Rolle, wie die des Islarniien: einmal, weil ihre Religion ihr mehr Indi rüdualnät und ein Heraustrelen vor die Menschen erlaubt, während der Islamire seine Frau verbirgt, dann aber auch, weil die Kopten die Partei der Eroberer und Herren des Landes darstellcn. lieber die Am ha rin weiß Fr. von Stockmayer im neuesten Hefte des „Kosmos" eine Fülle von interessanten Einzelheiten zu erzählen, die er aus persönlicher Anschauung gewonnen hat.
Das ambarifebe, christlich 'optische Togma schreibt die monogame Ehe vor, doch gibt es eine zivile und eine kirchliche Ehe. Tie Zivilehe ist eine Art von Gütergemeinschaft, die vor dem Richter eingcgangen und von diesem getrennt wird. ^Ehezwisrig- ' iteti loiiimen stets vor dem Rick.tcr zum Austvag. Tie kirchliche Ede wird dagegen in der Kirche und vor dem Priester geschlossen und durch das empsangeue Abendmahl besiegelt: sie güt — wie in der römisch-katholischen Kirck-e — als unlösbar. Ta die Beteiligten in einer meist vorhergehenden Zivilehe genügend Cfc- lcgenheit hatten, einander auf Her; und Nieren zu prüfen, so sind Enttäuschungen auch sehr selten. Eine Frau, die sich, in ziviler El>- getraut, schriden laßt, büßt darum in ihrer sozialen Stellung nid4 das geringste ein, und so kommt es, daß manche zehnmal geschiedene Frau ohne tveiteres zum elftenmal geheiratet wird, wenn sie noch über die nötigen Reize verfügt. Ueberhaupt ist das Charakteristikum der Abessinier die Habgier. Aus Habgier werden Kinder sehr oft iwch vor der Geschlechtsreife verlobt. Sie leben dann schon zusammen, und daher kommt es denn auch, daß man in Abessinien nicht selten elfjährigen Müttern begegnet. Mag das frühe Gebären die Tochter für ihr^ ganzes ferneres Leben ruinierens das ist den Eltern gleich. Tie erste Ehe der jungfräulichen Tochter bringt Geld ins Haus, und es jut, das Geld so bald als möglich in der Hand zu -coen gnv.omci yuuv, ---- -°s später kommt, kann man nitfc wifsew Also ist
ganz c n R a ch l a ß d e n E r b c n ■ es besser, man ic&t die Ware ab, tolange ,ic noch gut vertausch ist.
? durch Beteiligung an der Wahl vorbeugend wirken. Es ^fieht außer Zweifel, daß die Sozialdemokratie zurück- Ot wird, wenn die Arbeitgeber in dieser Beziehung ückit tun, und wenn bei den Wahlen zu den Ver- Ißchcrungsbehörden die Arbeitgeber der verschiedenen Kassen- trten, Orts-, Betriebs-, Jnnungs- und Landkrankenkassen sowie der andern Versicherungsträger, der Berufsgenosscn- schäften und Versicherungsanstalten, zusammenstehen. Dies i von den politischen Verbänden in den einzelnen Be
ll b; „ich beginne mein Geschäft mit einem Defizit von 30 000 Mk ". Ihre Sorge war fortab darauf gerichtet, den Kunstiverken Anselms würdige und dauernde Stätten zu bereiten. Am schwersten ward es ihr nm der A m a; o n e n s ch l a cht gemacht, die sie schließlich 1888 der Stadt Nürnberg schenkte, „^.as Bild wohnt hier; es ist nicht ausgestellt", schrieb sie Neumann damals.
Nun ward es um die ehrwürdige Greisin immer einsamer. Selbst der weiße Angorakater, der ihr Gesellsckxift geleistet hatte, sand feinen Nachfolger. Im Frühjahr 1886 trat sie in Leipzig noch einmal mit Brahms zusammen und hörte in Berlin unter Joachim die ihr gewidmete „Nänie". Achtzigjährig ist sie am ö. August 1892 entschlafen. *
Frauenlebcn in Abessinien.
ufs
Redaktion. Expedition und Truckerei: Schnl- ftreibe 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion:«^ 112. Tel.-2ldr.: RnzeigerLieven.
Zur haftenttaffung der Engländer in Eckernsördc
schreibt der „Tag":
Tie Untersuchung gegen die der Spionage verdäckstigen, in Eckernförde festgenommcnen Engländer hat kein belastendes Ergebnis gezeitigt, so daß die Freilassung der fünf Verhafteten erfolgt ist Immerhin wurde festgestellt, daß die Reisenden eine große Anzahl von Aufnahmen der Anlagen des Kaiser-WiU-elm Kanals und aus den Kriegshäsen in ihrem Besitze hatten. Dazu muß mau den« doch bemerken, daß es von einem etwas ungewöhnlichen, man kann fast sagen, frivolen Leichtsinn zeugt, wenn Bergnü- gungsreisende ohne jede Befangenheit solche Dinge phata- graplneren. Im Interesse der politischen Beziehungen ist es gewiß durchaus unerwünscht, daß fremde Staatsangehörige grundlos unter Spionageverdacht verhaftet werden, aber Beamte, welche Personen festnehmen, die so wie die hier in Rede stehenden Reisenden verfahren, handeln nicht nur durchaus torrekt, sondern sie würden sich einer Unterlassung schuldig machen, wenn sie anders handelten. Diese Unbefangenheit, mit der vielfach von Reifenden bei uns verfahren wird, ist wesentlich eine Folge unseres unzulänglichen SpionagegcsetzeS. Nach dem Wortlaut des englischen Gesetzes würde z. B. die Handlung des Photographierens im Kaifer-Wilhelm-Kanal für sich allein schon ohne jeden Zweifel vollendete Spionage darstellen, ganz gleich, ob Absicht dazu oder Ausführung erwiesen wird. Solche Bestimmungen, wie England sic besitzt, mögen hart erscheinen, sie sind aber das wirksamste Mittel, um so leichtfertigen Handlungen von „Bergnügungsreiscndcn" und damit auch unliebsamen Weiterungen zwischen den
. d. Lab" "'s der '»Eis-r fiinp- gflducnb.uicr K-runell,
Die Wiederherstellung der Nutze in der Türkei.
Konstantinopel, 9. Aug. Der türkische Gesandte in C e t t i n j e, der bereits nach Cattaro abgereift war, hat Befehl erhalten, nach Cettinje zurückzukehren.
Ter Ministerrat bat wegen der Beamten frage beraten und veröffentlicht zwei Erlasse, in denen bic Ge- r ü d) t c dementiert werden, die Beamten würden des Amtes entsetzt werden. ES wird versichert, die Beamten würden nach Gesetz und Rechten im Amte be-
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Einen vortrefflichen Typus der arnharischen Frau stellt in dieser Hinsicht die Kaiserin Eteje Tai tu dar. Sie war chön und dank ihrer Schönheit heiratete sie sich, obwohl sie aus niederem Stande war, durch das ganze Heer durch: ste wußte ihre Reize da immer ins beste Licht zu setzen, wo der politische Wind für ihren augenblicklichen Watten am günstigsten wehte. Als Meneliks Stern im Aufgehcn begriffen war, hielt sie sich an ihn und als das Volk dann begann, ihn anznerkennen, da ließ ie sich, um die Bande unauflöslich fest zu schlingen, kirchlich mit ihm trauen. __ . „ .
Was die Amharin an wirklichen Fraueneigenscharten vielleicht in sich hat, wird durch die Habgier und den Mangel an Moral ertötet. Ausgaben zu erfüllen hat sie nicht: die Kinder wachsen nahezu völlig selbständig auf. Tie Arbeit aber besorgen die Sklaven. So ist denn die Hauptbeschäftigung der Amharin die , Körperpflege", die in der Anwendung von allerlei kosmetischen Mitteln besteht. Von Natur aus in sie fast durchweg schön: und so lange dies irgend möglich ist, sucht sie eben begehrenswert und lieblich zu bleiben. Tie Körperhaare werden ausgezupft, Hand- i,nd Fußnägel, sowie Hand- und Fußflächen mit Hemiah leuchtend orangerot gefärbt, eine kunstvolle Frisur wird sorgfältig aufgebaui, wobei das Haar mit Salben aus frischer Butter unter Zusatz von aromatischen Kräutem tüchtig eingerieben wird. Tas hat zwei Zwecke: Tas Fett tötet nämlich die Läuse und duftet lieblich — allerdings nur für abessinische Nasen.
Malerisch ist auch die Nationaltracht der arnharischen Frau. Sie befiehl aus einem weiten Hemd, das um die^Lenden durch einen langen Mousselinestreisen festgebunden wird. Tarüber wird die Schamma, ein großes, rechteckiges Tuch, togaartig um- geworfen. Von der Sklavin auswärts bis zur Kaiserin ttagen alle grauen denselben Schmuck, der aus einer dunkelblauen Schnur mit in Lederetuis verborgenen Sprüchen und Versen auf Pergament beftebt. Tie großen körperlichen Reize der arnharischen Frau, verbunden mit ihrem Talent, sich in jede Rolle zu fügen, vermögen auch den gebilbeten Europäer iu fesseln, und so leben denn viele Europäer in ?0>efjinirn, die sich in ihren fretzm Ehen mit amharn'cben Frauen auverordenllich wohl fühlen.
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Die Arbeitgeber in den ©rtsfrantenfaffen.
Wie bekannt, stehen die meisten Ortskrankenkassen, | namentlich die großen allgemeinen Ortskrankenkassen, völlig ! rnter sozialdemokratischem Einsluß. Tie Vorsitzenden si„> ■' l^rrorragimde Parteigänger, die Angestellten gleichfalls vei offen", «owcit es möglich ist, wird aud) sozial- ||Hntffaitifd)c Propaganda unter den Versicherten getrieben 7i - meisten Arbeitgeber, die nach dem Krankenversicherunge s-ietz hiergegen nichts machen können, haben fid) mißmutig im ber Mitarbeit in den Organen der Kassen zurückgezogen bD lassen den Dingen ihren Lauf. Die neue Rcichs- versicherungsordnung bringt, so schreibt die „Köln gtfl", in diesen Beziehungen jebod) einige gewichtige Aende runpen, die geeignet sind, diese Sachlage in we|entlidicn W-rznchungen wieder zu bessern. Die Redste der Arbcil- II jeher sind gestärkt worden. Bei der Walst des Vorsitzenden gift auch die Zustimmung der Arbeitgeber erforbedid): im I andern Falle bestellt das Versidierungsamt den Vorsitzen ■ ber Auch bei Anstellung der Kassenbeamten haben die IIIcbeitgeber ähnlichen Einfluß.
Die Arbeitgeber müssen sich nun wiederum an der Verwaltung der Ortskrankenkassen beteiligen, damit diese gesetz- Rüchen Bestimmungen aud) verwirklicht tverden können. Zu Inächst kommt es darauf an, geeignete Persönlichkeiten in die Organe der Kassen zu wählen Es Tann damit gerechnet H werden, daß die Sozialdemokratie mit allem Nachdruck > rersuchen wird, auch Genossen als „Arbeitgeber" in den -orstand und Ausschuß der Kassen zu bringen, was ihr bd der in dem neuen Gesetz vorgesehenen Verhältniswahl unter mannigfachen Verhältnissen, vor allem in den Groß- Lidten, nickst allzu schwer fallen wird. Die national gefilmten Arbeitgeber müssen daher vollzählig zu den Wahlen rfd) einen!
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhellen
die Verhältniswahl an manchen Orten möglich sein wird, auch ihrerseits Vertreter in die Kassenorgane zu bekommen, Jfyinb in Hand gehen
Der Hauptverband der Ortskrankenkassen steht gleichfalls völlig unter der Leitung der Sozialdemokratie. Es ■gift sehr fraglich, ob diesem Verbände und seinen Provin- tzalverbänden Beiträge ans Kassenmittcln überhaupt zu- |ten>aubt werden dürfen. Sollte dies der Fall sein, so vljabeii es die Arbeitgeber in der Hand, die einzelnen Kassen -ilbcr sozialdemokratischen Beeinflussung durch diesen Ver i|bint> zu entziehen, indem sie ihre Genehmigung zu der
die auf der Spitze des Felsen» einen pbotogrflpbiidwn Apparat auf- gestellt bauen, her au» die „Ciladel Baitcrv", eine brr w i <v t i g ü r n Befestigungen Tover-, gericknet ivar perriman und der Unteroffizier beobakbietcn die Frerndeii durch fvcrnglJ|ct und Tamai schließlich zu dem SckKnsfe, daß es emone Kin müm<-n. Tie Fremden hatten drei Aufnahmen gemacht. Als Pernman und Sharp sich ihnen nähenen, richteten sie den Apparat aut den Haien. Tas beseitigte alle Zweifel in den beiden englndwn Patrioten, die ihr Vaterland in t> -ahr falKn, und sie be,chUmen. die fremden Eindringlinge feftzunebmen Tie alniunasloien ,vrem- d,n ließen Sharp und Perriman ruhig IxranTommeu, a»iworleten auf die mit offizieller Wichtigkeit gestellten Fragen, dtiß sie deutiax Touristen seien, und fetuen Iach?nd hinzu, da« sie sich um den Taufend Pstind-Preis eines Londoner Blattes für die besten Ämateurpbotoqrapt irn bemutnen. Alle fprackcii ziemlich geläufig Engtiiä' Von dem Fort auf wurden die Deut scheu nach dem Polizeipräsidium von Dover abgmihrt uno dort einem dreistündigen Verhör untern'orfen, dem Odern Biltleston, der Kommandant der südößlicteu Küsien-Verteidigiingüiverke, und Major Toddington, ein Stabsoffizier, beiwohnten Tie Aussagen der Tauschen bestätigten sich nach jeder Richtung, to datz die Militärbehörden sich gezwungen sahen, die Griindlosigki-it des Vcrdaclns der Spionage zuzugebeti und Freilassung der Verhafteten an zuordnen.________________________
politifebe Cagcsfcbati,
Tie firnuhnuerfiterung der Ttenstboten.
Eine Korrespondenz hatte gemelvet, daß eine Befreiung der Tienstboten von der reick-sgesetzlichen Krankenversicherung zulässig sei, wenn die Dienstboten ut einem Verftckie- rungsverein versick)ert sind, dessen Leistttngen den staatlichen Mindestleistungen gleichkommen.
Wie man uns schreibt, trifft diese Meldung nicht zu. Im Reichsversicherungsaussckmß hatte^die Regierung einen anderen Standpunkt eingenommen. Sie erklärte damals, daß für Dienstboten eine Befreiung von der reickisgesetzlickien Krankenversicherung mir zulässig sei, wenn für Dienstboten bis zum 1. August 1911 eine l an d e s r e ch t l i ch e Fürsorge eingeführt sei oder wenn der Arbeitgeber einen Antrag auf Befreiung stelle: in diesem Falle muß aber die Dienstherrschaft die volle Unterstützung aus eigenen Mitteln übernehmen. Ter Tienstbote muß also bet Erkrankung einen Rechtsanspruch auf Unterstützung bei der TienstHerrschaft haben, der den Leistungen der Krankenkasse gleich- kommt. Tie Leistungssähigkeit des Arbeitgebers muß ohne Rücksicht auf Rückversicherung sichergestellt sein. Tie Versicherung bei einem Versicheruugsverein stelle eine sicher» heit nicht dar. — So sprach sich die Regierung im Ausschuß aus. Amtliche Aufklärung wäre in dieser Frage durch-
Beitragsleistung an den Verband versagen (§ 414 RBL Es wäre aud) an der Zeit, wenn von berufenen Stellen erwogen nnirbc, ob es nicht angebracht ist, schon in dieser Zeit diejenigen Ortskrankenkassen, deren Leitung und Verwaltung im vaterländischen Sinne geschieht, in einen Per baut» zufcnmnenzuschließen. Zunächst käme es darauf an, daß sich die Verbände der christlichen und nationalen Arbeiter und Angestelltenschaft hierüber schlüssig werden und die Gründung mit Entschiedenheit betreiben. Tie Arbeitgeber und ihre Verbände würden sicherlich diese Bestrebungen tatkräftig fördern. Alsdann dürften die bisherigen mißlichen Verhältnisse in den Ortskrankenkassen bald gniud lich abgeftelll sein und auch die Ortskrankenkassen auf einer Grundlage stehen, die sie als durch ftaatlidte Gesetze geschossene Einrichtungen immer hätten haben sollen!
Ein deutsches Museum in China.
In nächster Zeit wird in $finanfu in Verbindung der deutschen Schule ein deutsches Kultur-, Handels und Industriemuseum eröffnet werden, bas ein Bild von der Leistungsfähigkeit des deutschen Gewerbefleißes geben wird. Namhafte Firmen haben sich um die Ausstattung des Museums verdient gemacht. Man erhofft viel Segen von diesem Museum für den beutfdxn Exporthandel, da der Chinese nicht durch Worte, sondern nur durch Augenschein von der Güte von Waren zu überzeugen ist
(Hit Bildnis Henriette Feuerbachs. (Zu ihrem 100. Geburtstage, 13. 9lugust.)
Mit Ester, ja fast mit Seibcnidwft bat sich Henriette Feuerbach dagegen gewehrt, daß die Oeffenttichkeit iid> mit ihr bc ■'(bärtige, aber an ihrem 100. Geburtstage richtet sich dennoch vis sie die Erinnerung des beutfdn’n Volkes, das ihr die hingebende unb bochsinnige Fürsorge für Anselm Feuerbach nie und mmmer dcrgesscn wird. Selbst reick) begabt, hat sie dennoch intern ^obne, Hinern Werke und feinem Ruhme den cigcnthdKn ^nhatt ihres lebend erblickt, und auch, als er vorzeitig dem Leden und edmnen saittissen worden war, blieb es ihr Anfelm, ber ihr -tuiei« ausfullie ler treffliche Göttinger Kunsthistoriker Karl R c u m a n n, der »llgcpers Feuerbach Biographie herausgegeben und Frau Hen nette im Jahre 1887 kennen gelernt hat, hat ans die,er Zeit ein tened und feines Bildnis von ihr envvorfen, das die,e seltene Rauengcftalt lebendig vor Augen stellt.
Tie „Fran Hosräiin Feuerbach", bamal» 7;> Jahre all, war kt 1880 in die Heimat, wo das väterliche Pfarrhaus genanden falle, zurückgekehrt und inohnte in Ansbach, roo jic die Bneie des kvdnes ordnete Ihre Hoffnungen „lagen am dem Johannes icchhof in N-irnberg", desfeu teures Grab sie, wie sie nch trottete. Un Ansbach ans in 50 Minuten errcirixm konnte, rie ivohnl 'n vorletzten Hause der Stadt, Diese und Wald vor Augen, rften ihrer Wohnräume stand ein Flügel: der zweite war, wie Inimann sagt, von Abgeschiedenen bewohnt. Hier hing tn einem dämpften Lichte, was der allen Frau noch von den Wetten des ; ohnes geblieben war — als Hauptstück die Zeichnung einer khendeii Iphigenie, die ihr „Altarbild" war. Johanne.^ Brahms jtte als Verehrer von Anselms Kunst ihr die Konwontton von chillers „Nänie" zugeeignet, und sie begann dies ionmerr vor km Oki ft e zu spielen. Tie Schlußzeilen des )dwernniiig/n Ge mges lauten: „Siehe, ba_ meinen die Gotter, «s weinen die 'öiiinnen alle Daß das schone vergebt bau da* Voll komm, ne irbt. Auch ein Klagelied »u ,eui im Mund der Geliebten, i)t krrlich, Tenn das Gemeine geht klanglos zum r_rkus hinab. Vei diesen Worten sckncn die Frau am Flügel rm ichwarzen Gewand, k.-n schwarzen Schleier auf dem weißen Haar, nicht mehr bteielbe. He sie eben gewesen Tie hohe Gestalt, nach vorn gebeugt. Der loren in den Klang der Töne und Erinnerungen - war es nicht He tragische Muse selbst, unb war es nicht ein Vchichalslied, was
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Eine außergewöhnlicktc Frau m icbcm Betrachte ist Henriette Fsterbach gewesen lieber zwei tranknche dichter des 18. >>attr '^ibert-3, Uz und Cronegk, hat ne ein teines Buch geichn.ben Mi Kriegs jähre 1870 bar ne ,rck in »eibclberg u btr k 7 ankenvfleae ausgezeichnet hervorgetan. Als das Uner artete geidwh und Anselm vor ihr ins Grab flrteg, lebte ue bad ut iicbci x ÄÄeSwerk an ihm, dem sie ihr Leben gewidmer batte ungeororfun haou «üer fort Sie kaufte den c--i - Erden'.- ben
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