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9.4.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

162. Jahrgang

Nr. 83

Erjchrtm kL-klch mit ®tt$n<bme deS SsnmagS.

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Von zwei

as Regenwaner i den Waldboden fnnn

usw. Tas welche der

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krankheitcn ein Ausstoß, so bei der Epilepsie, Hysterie Wichtigste ist die Aufklärung über die Schädigungen, Alkohol anrichtet.

Herm. Stolls Reifen in Island.

Bedenkt man, daß gegenwärtig ein großer Teil der Gelnrgs- obcrfläche, die der Aufforstung unterliegen würde, mit Bergweiden bedeckt ist, auf denen sich jahraus, jahrein viele Tausende von Schafen aufhalten, so tonn man schwer glauben, daß das dar­über herabfließende Regenwasser keimfreier sein srstle als das vom Waldboden aufgefangene.

Man mirb darauf gespannt sein dürfen, ob andere Fachmänner sich dem Urteil De Angelis anschließcn werden, der mit dürren Worten rät, cs bei den nackten, bäum- und strauchlosen Gebirgen Unteritaliens bewenden zu lassen.

der Irrenarzt Dr. E. Wittermann bemerkenswerte Ausfüh­rungen, denen u. a. folgendes zu entnehmen ist: In keinem. Gebiete der medizinischen Wissenschaft findet man so innige und weitgehende Wechselbeziehungen zwischen Erkrankung und Alkohol,, als in der Kunde von den Geisteskrankheiten. Tas kann einen, nicht wundern: dem Umstande, daß er in erster Linie ein Gehirn-' gift ist, verdankt ja der Alkohol seine Verbreitung. Andererseits- ist das Gehirn das zarteste und empfindlichste Organ unseres. Körpers, das auf Schädigungen prompt reagiert: auch auf Schädi-. gungen, die es nicht direkt erlitten bat, sondern die ihm ver­erbt wurden. So kommt^es, daß Irrenärzte schon früh über eingehende Kenntnis der Schädigungen durch Alkohol verfügten, und daß aus ihren .Kreisen zum Teil jene Männer hervorgingen, die der modernen naturwissenschaftlichen und sozialen Antialkohol- bewcgung das grundlegende Material lieferten. Tie scknveizerischeu Zahlen tränten dem Turchschnitte entsprechen, nach denen 21,2n der geistigen Erkrankungen der Männer und 3,8°/o derjenigen der Frauen rein alkoholischer Natur sind, foährenö bei 48,2<|o der Männer und 11,9 °'o der Frauen der Alkohol als Gelegenl-eits- Ursache mitspielt. Außer bei diesen Erkrankungen, die den Alkohol zur oircktcu Ursache haben, spielt der Alkoholismus noch bei den meisten anderen Geisteskrankheiten eine mehr oder minder große Rolle: indirekt dadurch, daß er eine .Keimschädigung verursacht, welche in vielen Jollen als Grundlage zur Entwicklung einer Geisteskrankheit anzusehen ist. Außerdem ist er bei vielen (Geistes-

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Arbeiterbewegung.

Tie Lohnbewegung im Schneidergewerbe

hat am heutigen Dienstag ihren Abschluß gefunden. Nach vierwöchiger Pause nehmen die Gehilfen die Arbeit wieder auf. Es "ist zu wünschen, daß die in Aussicht genommenen Verhandlungen zur Einführung eines Reichslohntarifs dazu führen, daß für die Folge derartig schwere Kämpfe nicht mehr geführt werden müssen.

Das Ende des cnglis len Ausstandes.

London, 6. April. Ter Beschluß der Konferenz des Bergarbeiterverbandes, die Arbeit wieder aufzunehmei^ wurde mit 440 gegen 125 Stimmen angenommen.

Ter Verlust an Löhnen für die Bergarbeiter beträgt 120 Mil­lionen, die Zuschüsse aus den Gewerkschastsfonds 40, der Lohw- vcrlust anderer Arbeit 160, der Verlust der Kohlenproduzenten und anderer Industrien je 200 Millionen, zusammen 720 Mil­lionen Mark, wozu noch 280 Millionen für nicht festgesetzte Schäden zu rechnen sind. Der Zustand der Kohlengruben gestattet nicht, wieder sofort mit der Kohlengewinnung zu beginnen. Ein Teil der Gruben steht unter Wasser. In anderen müssen die Stollen gestützt werden. Die Arbeiter über Tag wollen die Arbeit erst wieder ausnehmen, wenn auch ihnen der Minimall­lohn und Achtstundentag bewilligt wird. Die Südwaliser Grnben-- besitzet verhalten sich diesen Forderungen gegenüber ablehnend.

Kammer, Oberbürgermeister Köhler, zum 'Schachmeister und Schriftführer Prof. Tr. Netzling gewählt. Weiter wurde beschlossen, als Mitglieder des Zentralvorstandes der narionaltiberalen Partei in Berlin die drei Vorstandsmit­glieder der Kammcrfraktion, die Abgg. Dr. Osann, Tr. Heidenreich und T i e h l zu ernennen. Im Hinblick auf den jüngsten Berliner Beschluß, zu beantragen, daß sämt­liche Mitglieder der nationalliberalen Reichsiagsfraktion zu Mitgliedern des 'Zentralausschusses ernannt werden und daß auch die nationalliberale Fraktion des preußisch n Ab geordnetenhaufes den gleichen Antrag für ihre Mitglieder gestellt hat, wurde beschlossen, zu beantragen, daß auch die Mitglieder der hessischen Kammcrfraktion in den Zcntral- vorstand ausgenommen werden.

e Rosa sens Juli agnum bonum dostrie > to dato rof. Weltmann assia

die entscheidende Frage, welcher Zeiträume es bedürfen werde, um ein Herabfinken der Quellpuntte herbeizuführen, das die Brauch­barkeit der' Leitung beeinträchtigen könnte, erfahren wir leider nichts. Wenn Jahrhunderte dazu nötig sein sollten, >'o dürfte man offenbar inzwischen sich von der in anderen Beziehungen so segensreichen Aufforstung nicht abhalten lassen. Ter italienische Gelehrte beruft sich allerdings auch auf ein anderes Argument, das manchem verwunderlich erscheinen wird Das Regenwasser soll ojn chemischer Reinheil einbüßen, lueint es 1 durchstießt, bevor es in die Spalten des Gesteins einsickern kann.

Redaktion, Ervedition und Druckerei: bchul- straße 7. Eroedttton und Verlag: 51.

Äeöa(tion:e^l 12. Tel.-Adr.:Al^elgerGiehen.

Dietefceiier Smailiewblitlef r»erb en dem «Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisbletl für de, Kreis «letzen" zweimal wSchentüch. Die .,tOTbrolrtfd)aftlid)en dell» freien" erscheinen monatlich iroetmaL

Aus Stadt und Lund.

Gießen, 9. April 1912.

Die direkten Staatssteuern

erbringen im Jahre 1912 18 556 602.58 Mk., nämlich die Einkommensteuer 14 098108.18 Mk. und die Vermögens­steuer 4 458 494.40 Mk. Tie Provinz Starkenburg erbringt an Vermögenssteuer 1 756 691.55 Mk., an Einkommensteuer 6 207 639.68 Mk., zusammen 7 964 331.23 Mk.; O b erh e s s e n an Vermögenssteuer 1 112 002.55 Mk., an Einkommensteuer 2 596 750.50 Mk., zusammen 3 708 753.05 Mk.: Rheinhessen an Vermögenssteuer 1589 800.30 Mk., an Einkommensteuer 5 293 718 Mk., zusammen 6 883 518.30 Mk. Von den ober­hessischen Finanzämtern erbringen Gießen 225 504.35 Mk. Vermögens- und 726 749.95 Mk. Einkommensteuer, zusammen 952 254.30 Mk.: Friedberg 244616.45 Mk. Vermögens­und 693 403.92 Mk. Einkommensteuer, zusammen 938 020.37 Mark; Lauterbach 93935.05 Mk. Vermögens- und 168 247.40 Mk. Einkommensteuer, zusammen 262182.45 Mk.; Hungen 97519.40 Mk. Vermögens- und 159842.56 Mk Einkommensteuer, zusammen 257 361.96 Mk.: Nidda 78937.40 Mk. Vermögens- und 174893.08 Mk. Einkommen­steuer, zusammen 253 830.48 Mk.: Butzbach 80574.25 Mk. Vermögens- und 147 218.06 Mk. Einkommensteuer, zusammen 227 792.31 Mk.: Alsfeld 73 308.65 Mk. Vermögens- und 146 850.55 Mk. Einkommensteuer, zusammen 220 159.20 Mk.: Büdingen 75907.85 Mk. Vermögens- und 143 879.97 Mk. Einkommensteuer, zusammen 219 787.82 Mk.: Grünberg 65 738.10 Mk. Vermögens- und 114 880.34 Mk. Einkommen­steuer, zusammen 180 618.44 Mk.: Schotten 39220.75 Mk. Vermögens- und 64 435.13 Mk. Einkommensteuer, zusammen 103 655.88 Mk.; Hom berg 36 740.30 Mk. Vermögens- und 56 349.54 Mk. 'Einkommensteuer, zusammen 93 089.84 9Jtf.

Dienstag, 9. April M2

Rotationsdruck und Verlag Der Br üblichen UniaerfttätS - Buch- und Steinbruderei

R. Leuge, Gießen.

Ein einzigartiges Autographenalbum. Von einem wenig bekannten kostbaren Schatze der französischen Nattonal- bibliothck berichtet Jean Ehantavoine in einem Pariser Blatte: von dem Album Tau tau, das bem Musiksorsck-er manches wertvolle Material bietet. Tantan, der 1800 in Paris geboren wurde, war von Beruf Bildhauer, zugleich aber ein leidenschaftlicher Musikfreund, der fast mit allen musikalischen Berühmtheiten seiner Zeit persönlich oder brieflich in Berührung kam. Er hatte sich ein Album angelegt, in das fast alle zeitgenössischen Größen der musikalischen Welt ihren Namen, eine Widmung, ein paar Takte, ja lrisweilen sogar ein ganzes Musikstück eigenhändig eingetragen haben. So finden wir eine Eintragung vom 17. Juni 1835, die von Rossini unterschrieben ist: eine Ariette im Zweivierteltakt, Allegretto, die der Meister selbst in dies Album eintrug: von C h e r u b i n i einen Kanon in drei Stimmen, von A u b e r ein kleines Allegro agitato für Klavier in Treiachteltakr, von 'Ul e n e r- beer, von einem Brief begleitet ein Allegro im Viervierteltakt, Liszt stiftele für das Album Tantan eine prächtige Variation, 'S c r I i o 5 einFragment des Tuba Mirum", T o n i; e t t i cm Iuipromptu für Klavier. Auch Chopin ist mit einer längeren Noteneintragung in dem Album vertreten, Thomas gibt den Anfang einer ArieTraum einer Sommernacht". Die Blätter aber, die in diesem Album Offenbach gewidmet sind, bringen eine mfantc Note: man findet hier einen Brief Offen­bachs, auf das Briefpapier seines Verlegers Gerard geschrieben, ein paar Takte mit der UeberschriftTres modere" und darunter die lakonischen Worte als Text zu den Noten:Meine neue Partitur wird 20 000 Franken kosten." Und dahinter, ohne Musik­begleitung:Honorarerhöhung und Fortsetzung in der nächsten Partitur. Iagues Offenbach."

U cb c r Alkohol und Geisteskrankheiten macht in derQuelle",, Monatsschrift für Körper- und Geistespflege,

liMiiitil mit der Flagge

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Behuf- Schirmei LW

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Entwaldung und Trinlwasser.

Aus Rom wird uns geschrieben: Es ist bekamtt, daß die un­günstigen wirtschaftlickjeu Zustände NMeritaliens samt den in ihrem Gefolge ausgetretenen sozialen und politischen Mißständen in letzter Instanz auf die Verschlechterung der klimatischen und Boden verljältnisse durch Entwaldung der Gebirge, verheeerende Wir­kungen der Bergwasser und Versumpfung der Niederungen zurück- gcführt welchen. Die Notwendigkeit der Wiederaufforstung ijt daher seit Mensck>eilalteru ein Hauptthema der öffentlichen Er­örterung und der innerpolitischen Programme, ohne daß bisher Taten den Worten gefolgt mären von ganz unbedeutenden An­fängen abgesehen Befremd! icherweise kommen gegenwärtig noch wissensckxmliche Stimmen zu den Hindernissen hinzu, die sich in der Unschlüssigkeit, Energielosigkeit, den widerstreitenden ört­lichen und privaten Interessen und dem Mangel an Geldmitteln einer ivirTfantcn Aufforstung entgegenstellen.

Tie nach jahrzehntelangen Bemühungen endlich in Gang ge­kommene Erbauung des Aquedotto Pugliese, einer 260 Kilometer langen Wasserleitung von den Quellen des Sele, des antiken Silarus in Eampaulcn, bis nach dem äußersten Süden Apuliens Hot dem Professor Gioacchino Te Angelis, einem namhaften Geologen und Hydrographen, Anlaß gegeben, vor der Neu-' bewaldung des ausgedehnten Quellgebietes, aus dem die Wasserleitung gespeist werden soll, zu warnen. Nach seiner Meinung würde die Gräte des Wassers darunter leiden, es könnte selbst mit der Zeit die Leitung unbrauchbar werden.

D c Angelis will durch seine Untersuchungen festgestellt haben, daß die atmosphärischen Niederschläge in dem Maße, in dem sie die Hruirus schicht en des Waldbodens zu durchsickern haben, an der Fähigkeit, das .Kalkgestein des Lkpennins aufzulösen, zu- nehnten, daß infolgedessen die Spalten, in die das Regenwasser einsickert, in erhöhtem Maße ausgenwfchen, erweitert und vertieft werden müssen und daß dadurch im Laufe der Zeit die Quellen an immer tiefer gelegenen Stellen hervortreten werden. Uebcr

** Ordensverleihungen. - Ter Großherzoß lyat dem Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher unj) Standes­beamten Jak. Schneider \ II. zu Ostheim die Mrone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen und der Verkäuferin Wilhelmine G c i ß, in Diensten der Hosfilbcrwarenfabrit E. L. Viktor in Tarmstadt, die Sil­berne Verdienstmedaille des Ludewigs-Ordens verliehen.

** Gerichtspersonalicn. Der Groß Herzog hat den Oberamtsrichter beim Amtsgericht Gernsheim Iritz £> a n st c i n unter Verleihung des Eharakters als Amts­gerichtsrat zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Tarm­stadt II, den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Reichels­heim Adolf Wolz zum Oberamtsrichter bei dem Amts­gericht Gernsheim, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Wald-Michelbach Tr. Karl Werner zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Reichelsheim, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Pfeddersheim Ludw. Neuroth zum Amts- richter bei dem Amtsgericht Tarmstadt I, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Grün berg Johs. Gläser zum Amts­richter bei dem Amtsgericht Groß-Gerau, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Alzey Gust. Weiß zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Nteder-Olm Dr. Wilh. Weiffenbach zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Pfeddersheim, den Amts­richter bei dem Amtsgericht Wörrstadt Fritz Kopp zum Anttsrichtcr bei dem Amtsgericht Oppenheim, den Gerichte- assessor Gust. Wahl aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herbstein, den Gerichtsassessor Dr. Pet. Paul L i eb i ng aus Mainz zum Amtsrichter bei dem Amts- gericht Alzey und den Gerichtsassessor Franz Specht aus Hutzdorf zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Grünberg ernannt. 1

" Forst Personalien. Der Großherz o g hat den Forstassistenten Ernst Eckhard zu Forsthaus JägerSburg zum Oberförster der Oberförsteret Jägersburg, den Forst- assisteuten Johs. EggerS 511 Bad-Nauheim zum Oberförster der Oberförsterei Kirtorf, die Forflassessoren Hch. Kendel zu Nidda und Gust. Baader zu Lollar zu Forstassistenten ernannt.

Erledigt ist je eine Reallehrer st elle an der Realschule zu Gernsheim und an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen. Mit der Stelle in Gießen ist Zeichenunterricht uerbnnben.

** W a hl e nz u r L a n d w irt s ch a f t sk am m e r. Zur Leitung der am 27. April vorzunehmenden Wahl der Mit­glieder zur Landwirtschaftskammer und zu den Ausschüssen der Landwirtschaftskammer >für die Provinzen hat das Mi­nisterium in L b e r h e s s e n folgende Wahlkommissäre er­nannt: 1. Wahlbezirk Gießen: Regicrungsrat Wclcker zu Gießen. 2. Wahlbezirk Groß en-Bu scck: Kreisamt- mann Regierungsrat L angermanu zu Gießen. 3. Wahl­bezirk Lich-Hungen: Kreisamtmann Regierungsrat Dr. Merck zu Gießen. 4. Wahlbezirk Grünberg.Hom- berg: Regierungsassessor -Irecherr Schenck zu SchweinS- berg zu 'Gießen. 5. Wahlbezirk Alsfeld-Groß-Felda: Kreisamtmann Dr. Seyferth zu Alsfeld. 6. Wahlbezirk' Lauterbach-Schlitz: Kreisrat v. B e ch t 0 l d zu Lauter- dach. 7. Wahlbezirk H e r b st e i n - U l r i ch st e i n: Kreisamt­mann Dr. Heß zu Lauterbach. 8. Wahlbezirk Gedern: Kreisamtmann Dr. 'Probst 511 Schotten 9. Wahlbezirk Schotten-Laubach: Kreisrat 'Dr. Kranzbühler zu Schotten. 10.'Wahlbezirk Nidda-Echzell: Regierungs­assessor Stumpf zu Büdingen. 11. Wahlbezirk Büdin­gen-Altenstadt. Kreisamtmann Fröhlich zu Büdin­gen. 12. Wahlbezirk Vilbel: Kreisamtmann Herberg zu Friedberg. 13. Wahlbezirk Friedberg: Kreisrat Schliephake zu Friedoerg. 14. Wahlbezirk Bad-Nau- Heim: Kreisamtmann Regierungsrat Mu hl zu Friedberg. 15. Wahlbezirk Butzbach: Regierungsassessor Freiherr von Senarclens-Grancy zu Friedberg.

Eilzüge Gießen Geln Hausen. Auf der Bahnlinie GießenGelnhausen gelangen vom 1. Mai 1912

Reisen, die der Schweizer Herrn. Stoll in den Jahren 1910 und 1911 im Innern Islands ausgeführt hat, ist namentlich die jüngste von großer Bedeutung, da er bedeutende, bisher unbe­tretene Strecken durchqueren Tonnte. Nach kurzem Besuch der Halbinsel Reykjanes machte er, wie wirPeterm. Mittlg." ent­nehmen, zunächst einen Ausflug nach dem Langjökull und den benachbarten Seen und Gletscherflüfsen. Tann untersuchte er die Vulkanspalten, Seen und Gletscher am Südwestabhang l>.'5 Vatna- jökull, die Eldsa, den Langisjör und den Merkenjölull und durch­querte weiter die Insel auf der Strecke Iungnafelsjökull, deit er zuerst bestieg, Lavawüste Odadahraun, Askja, Myvatn. Nach der Bereisung der nördlichen Halbinsel Melrakkasljetta trat er die Rückreise zu Lande nach Reykjavik an.

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H. Trechsler

Aus Hessen.

Eine Erklärung der freien landerkirchlichen Bereinigung.

Der Vorstand der freien landeskirchlichen Vereinigung im Großherzogtum Hessen verbreitet zum Falle Traub fol­gende Erklärung:

Pfarrer Traub-Dortmund ist wegen der scharfen Kritik, trie er in Wort und Schrift an der gegenwärtigen evangelischen Landeskirche Preußens, ihren Behörden, Einrichtungen und ihren geistlichen Amtsträgern geübt hat, vom Königlichen KonfiNorium zu Breslau auf dem Disziplinarwege zur Strafversetzung verurteilt worden.

Die dem Verfahren zu Grunde liegende Anllageschrist erkennt ausdrücklich an, daß der Angeschuldigtein seinem Amt mit Treue, großer Aufopferung, regem Eifer unter Hingabe seiner ganzen Persönlichkeit seine Pflichten erfüllt, insbesondere, daß er es im hohen Maße verstanden hat, durch seine Predigten, Bibelstunden Borttäge und Diskujsionsabende sowohl die Gebildeten wie die entkirchlichten Arbeiter zur Kirche zurückzuziehen und bei ihnen religiöses Empfinden zu wecken, daß er nachhaltigen Einfluß auf seine Konfirmanden ausübt, daß er außerordentlich tätig und rührig in der Seelsorge, in der Armen- und Krankenpflege ist und daß er sich um den äußeren Ausbau der Gemeittde sehr verdient gemacht hat".

Tie Anllage stützte sich demgemäß fast ausschließlich aus seine außeramtliche journalistische und rednerische kirchenpolitische Betätigung.

Traubs Kritik ist scharf. Doch wird kein unbefangener Be­urteiler nach Kenntnis des Anklagematerials bem Eindruck sich entziehen können, daß sie auch da, wo sie Personen angeht, von durchaus sachlichen Gesichtspunkten geleitet ist. Sie ist getragen von Liebe zu unserem evangelisck>en Volk und von Begeisterung für die hohen Ausgaben der evangelischen Kirche in diesem Voll und sic ist geschehen in Wahrung der Interessen der evangelisck>en Landeskirche Preußens selber und des gesamten deutschen Protestan- ttsmits

Gerade als Geistlicher der evangelischen Landeskirche durfte sich Pfarrer Traub zur schärfsten sachlichen Kritik an deren Ein­richtungen nicht nur berechtigt, sondern mußte sich zu ihr geradezu verpflichtet fühlen. Tie Kirche, die den Anspruch erhebt, alle anderen Lebensgebiete an den christlichen Maßstäben der Wahrheit und Wahrhaftigkeit zu messen, darf ihren eigenen Grundsätzen nicht dadurch ins Gesicht schlagen, daß sie auf ihrem Gebiet die Anwendung jener Maßstäbe zu hindern und eine fachlich begründete Kritik prophetisch vorwärts weisender Geister und sei sie noch so scharf zu unterbinden sucht. .

D i e religiöse Krisis b er Ge genwart liegt offen ?, u J a ge. Nicht minder die Tatsache, daß diese Krisis aum guten Teil in M äugeln des kirchlichen Mesens mitbegrün- vet ist. Man sollte alle Ursache haben, sich der Männer zu freuen, trie angesichts der Schwierigkeiten der gegenwärtigen kirchlichen Lage die Kraft und den Mut in sich fühlen, freimütig ihre Stimme zu erheben für eine zeitgemäßere und zweckentsprechendere Gestal­tung der kirchlichen Einrichtungen und der kirchlichen Verkündigung.

Auf dem Boden des evangelischen Christentums können kirch­liche Eiltrichtungen, kirchliche Behörden und geistliche Amtsträger nur als Mittel, nicht aber als Zweck, nur als je nach den Umständen brauchbare ober unbrauchbare Werkzeuge, nicht aber als unantastbare und heilige Jnstttutionen gewürdigt werden. Wo man bestreiten will, daß sie nicht immer wieder einer sittlich lauteren Kritik unterzogen werden dürften, ja mußten, da ver­leugnet man die Grundsätze der Reformation.

Wir brtlagcn es, daß nun schon zum zweiten Male in Jahres­frist durch Vorgänge in der preußischen Landeskirche die evangelische Freihi'U ernstlich bedroht und die Sache des deutsck)en Protestan­tismus schwer geschädigt worden ist. Wir bedauern es, daß zum zweitenmal im Verlause eines Jahres eine deutsche evangelische Kirchenbehörde störend und zerstörend in das aufblühende kirchliche Leben einer evangelischen Gemeinde hineingreift und ihr den Seelsorger entreißt, dem diese sich in inniger Zuneigung verbunden weiß Wir protestieren aufs schärfste gegen ein Verfahren, das den Kamps um die Wahrheit auf dem Wege eines Disziplinar- vm'ahrens wegen Beleidigung erledigen zu können meint.

Von bet nationadiberalen Partei.

rb. Darmstadt, 8. April. Der geschäftsfüh­rende Ausschußder nationalliberalen Partei im Großherzogtum Hessen hielt am Samstag abend eine Sitzung ab, in der die neue Konstttuierung auf Grund der Wahlen des Landesausschusses vom 31. März d. I. erfolgte. Zum Vorsitzenden wurde wiederum M>g. Dr. Osann, zum stellvertretenden Vorsitzenden der Präsident der 'Zweiten

Gießener Anzeiger

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