m. 289
Drittes Blatt
162. Jahrgang
Gietzener Anzeiger
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Oberhefjen
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen-
Tie „Lietzener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal ivöchentlich beigelegt, das „Brei,blatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „randwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Samstag, 7. Dezember M2
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unioers,tälS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Geschält mittel.
Mk.
51-54
47—50
85-91
50-55
89-91»
vermischte»
der Käuferinnen" hat
Namen Dr. Hommel.
36—41
30-35
111—116
98-108 88—96 84-86
84—86
80-82
66—76
60—70
83-88
85—94
höchsten höchsten
40-41
34—35
Mk.
95—100
93—98
66—68
59—64
53—57
49—52
42—45
44—49
Preise für 100 Md. Lebend- Schlachtgewicht
48-51
43-47
32—87
73-80
Börsen-Wochenbericht.
= Frankfurt a. M., 6. Dez.
Obwohl die Novemberliqurdation ohne jegliche Störung vor sich ging und die politische Lage eine Entspannung erfahren hat.
n Anfertigen von
D
rassen
67'/,-68»/, 87—88
67-677, 86-87
Gerrchtssaal.
Beuthen, 6. Dez. Tas Schwurgericht verurteilte nach dreitägiger Verhandlung den 54jährigen Kuksmrister Richard Podkonv aus Sck wientochlonntz znm Tode. Podkowo hatte in der Nacht zum 28. Juli in der Kokerei der Bothlemfaloahütte den ruthenischcn Arbeiter M a l i n i t s ch in einen Koksofen gestoßen, wo dieser vollständig verkohlte.
Aus den Reichstagsausschüssen.
Berlin, 6. Dez.
Der Wahlprüfungsausschuß.
beschäftigte sich heute mit der Wahl des Abgeordneten Dr. Becker «Hessen), (b. k. P.). Tr. Becker ist nur mit zwei Stimmen Mehr heit gegen den fortschrittlichen Gegenkandidaten Pfarrer >dorcll gewählt worden Die Prüfung wurde noch nicht zu Ende geführt, aber cs ist wahrfcheinlich, das; die Wahl für un gültig e r fl n r t wird, da bereits sieben Stimmen vom Ausschuß kassiert wurden, da sic von Wahlunmündigcn und Personen, die Armenunterstüfung empfangen, herrührcn.
Der Ausschuß für das Gesetz über die Zollerleichterung bei der Fleischeiufuhr
vertagte sich heute, ohne in eine Beratung einzutreten, bis zum Januar. Dieser Beschluß wurde mit 15 gegen 13 Stimmen der Linken gefaßt. Anlaß zur Vertagung gaben mehrere^sehr weitgehende sozialdemokratische Anträge. Sie wollten eine Erweiterung der Vich- c i ns uh r dahin, das; die Einfuhr lebenden Rindviehs und lebender Schweine aus den Niederlanden, aus Dänemark und Schweden iunter Wegfall der Quarantäne), Frankreich, Oesterreich Ungarn, Rusland, Kanada und Argentinien nach Schlachthösen mit Bahnanschluß und imtcr der Bedingung gestattet wird, daß das ein- geführte Vieh innerhalb 4 Tagen nach Eintreffen geschlachtet wer den muß. Die Mehrheit des Ausschusses erklärte, daß sich die Tragweite dieser Forderungen, nicht übersehen lasse, und da man vor Weihnachten mit diesen wichtigen Erörterungen doch nicht fertig werden würde, wurde die Vertagung beschlossen.
Der Ausschuß für das Gesetz über die Kindersaugflaschen vertagte sich bis zum Januar. Ter Regierung wurde aus- gegcben, in der Zwisck)?nzcit Material zu beschaffen, besonders über die Wirkung des französischen Gesches, sowie über den deutschen Export an Kindersaugflaschen.
tttinfle Mastkälber
Mittlere Man- und beste'Saugkälber * *
kernigere Mast» und gute Saugkälber . . . Geringere Saugkälber
S cha
Weidemastschafe
Mastlämmer und Masthammel Geringere Manhammel und Schale ....
Schweine
Toll fleischige Schweine von 80—100 ü» Lebendgewicht
Vollsleiichige Schweine unter 80kg Lebendgewicht Vollflelschige Schweine von 100—120 kg Vebenö-
Sewicht.............. 697,-70*/, 87-88
• 4 fc. Frankfurt a. M., 1. Dez. Heu- und Stroh markt. Angefahren waren 13 Wagen Heu, 0 Wagen Stroh. Bezahlt wurde iur ven 3,00—3,50 Pik., Stroh (Lornlangstroh) 0.00-0.00 Mk.. Wirrstroh 0,00-0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft ruhig. Tie Zufuhren waren aus den Kreisen Dieburg, Hanau und aus dem Obertannus.
Bei Appetitlosigkeit
Dr. Hommel S Haematogen
20 jähriger Erfolg I
Warnung! Man verlange ausdrücklich den
Märkte.
F.C. Wiesbaden. Vlehh ok.Mark tbericht vom 6. Dez. Au'trieb: Rinder ' 6 (Ochsen 15, Bullen a Kühe 51), Kälber 63, Schafe 32, Schweine 143.
„Anweisung für die Berichterstatter des G. *?(." entsprechend ab gefaßt Letterer schreibt u. o vor: Aus Gemrinderaissitzungen ist nur das Wesentliche muzuteilen. > Tie Länge des Berichtes darf in der Regel 30 -40 Zeilen nicht überschreiten.) — Tas als eilig bezeichnete B a u g e s u ch der Eisenwerke wird genehmigt. — Der Geflügel und Vogel;uchtverein Lollar und Umgebung beabsichtigt am 8. und 9. Februar 1913 int Saale bet „Germania" in Lollar eine Bezirksausstellung abzuhalten. Zu dem Bezirk gehören Alten-Bnscck, Trohe, Rödgen, Annerod, Wiesest, Lollar, Ruttershausen, Staufenberg mit Friedelhausen, Mainzlar, T-aubringen 'mit Heibertslrausen, Treis, Beuern, Großen- Bnseck und Oppenrod, sowie von prcußisckicn Orten Wißmar und Krofdorf.
Kreis Alsfeld.
— Teckcnbach, 6. Dcz. Hier findet nm Sonntag nachmittag int Gcmcindesaal ein Vortrag über .Welche Art der N i n d o i c h h a l t u ng ist für den bäuerlichen Betrieb die zweckmäßigste, Zucht oder einseitige Milchviehhaltung". Redner ist LaudwirtschaftSlehrer Kunkel- Alsfeld.
Kreis Friedberg.
m. Rieder-Mörlen, 6 Dez. Tie Bade- und Kur- verivaltuug Bad-Rauheim hat für die von unserer Gemeinde gepachtete G o l fp i atzw i es e 100000 Rtark geboten. Tie (Gemeinde Hal dies Angebot abgclehnt und verlangt für die 35 Morgen haltende Wiese 120 000 Mk., also nicht ganz 2 Mk. für den Quadratmeter. Ter Staat hat im Frühjahr für ein der Wiese gegenüberliegendes Gelände für Anlegung des WgsserbassinS der Gemeinde 7 Mk. gefordert; das Gelände hatte die Gemeinde seinerzeit für 40 Psg. für den Quadratmeter an den Staat verkauft. Dies mag auch wohl der Grund sein, warum unsere Gemeindevertretung nicht ohne weiteres auf das immerhin annehmbare Gebot dcS Staates eingeht.
Starkenburg und Rheinhessen.
in. Offenbach a. M., 6. Dez. Tie Gehälter der städtischen Beamten, Lehrer und Bedien steten sollen nach dem Beschluß des Sonderausschusses vorläufig und vorbehaltlich der endgültigen Neuregelung aufgebessert werden und 'zwar die Einkommen von 800—1200 Mk. um 'S Proz., von 1300—2000 Mk. um 10 Proz., von 2100 -3000 Mk. um 8 Proz., von 3100 bis 4000 Mk. und vbn 4100—500 Mk. um 6 Proz. und darüber hinaus um 4 Proz. Tie Erhöhungen, die 65 000 Mk. ausmachen, sollen vom 1. Oktober 1912 berechnet werden. Ausgenommen von der Erhöhung sind die Beamten und Lehrer, deren Bezüge erst in letzter Zeit aufgebessert wurden, ferner die Beamten der Gehaltsklasse A. Bei Beamten und Angestellten mit nicht jährlicher 'Gehaltsfestfetzung soll besonderen Anträgen entgegengesehen werden. Tie Erhöhungen sollen für die ersten vier Monate, Oktober bis einschließlich Januar, noch vor Weihnachten ausbezahlt werden.
— Tic wahre Kunst des Einlaufens. Eine „Liga dcr Käuferinnen" hat sich in Paris gebildet: sie stellt sich die Aufgabe, den Tamen, die schwere, gera.de jept zur Weihnachtszeit so nnckstigc Kunst beizubringen, verständig unb richtig ein;ulausen. Nur wenige Grundwahrhritcn sind es, die die Anhingerinnen dieses gemeinnützige Bundes als unoerbrück-liche Gesetze befolgen sollen. Aber diese wenigen Regeln werden, so meinen die Gründer dcr Liga, ein tiefgreifendes Uebcl in unserer Frauenwelt heilen, viele fdjünmc Stunden verhindern und Ströme von Tränen trocknen. Die erste dieser Wahrheiten ist die, sich immer vor klugen zu halten, daß jede unserer Handlungen Folgen hat. Wie leicht vergißt das die Dame in der berauschenden Atmosphäre des eleganten Ladens, in dem momemancn Entzücken über irgend etwas, in der Hitze des Kaufens. Und dann bekämpfe man die Unschlüssigkeit, dieses ewige Schwanken, dieses gualvoUe Hin und Her, das Schreckensgespenst der Verläufer und die Qual des Begleiters. Wer sich zwingt, ruhig zu überlegen und dann entschieden zu 'handeln, dcr wird vor den Etrttäusehungen nackcher, vor den raschfolgcnden Gewissensbissen so ziemlich geschützt sein. Und dann ihr Frauen, so rüst die Bundesregel, laßt-euch die Einkäufe nickt auf den letzten Augenblick, bestellt eure Toiletten nicht zu spät, geht nickst nach Geschenken auf die Suche, wenn dcr Gabentag bereits angebrochen ist! Welche Verwirrungen und Sorgen winden nicht in den Geschästen durch die gebieterische Hast der Käuferin
Ochlen.
VoNßesschige. anSgemästete. höchsten Schlacht- ^wertes im Alter vozr 4—7 Jahren .... -ie noch nicht gezogen haben iunaejocht) . . Fuvge, fleischige, nicht anSgemästete und ältere auSgemästeta
Bull en.
Spielplan der vereinigten Xranksutter Stadttheater.
Dpcrnhaus.
Sonntag, den 8. Dezember, nachmittags 3'/, Uhr: .Der Zigeuner- baron." Abends 7 Uhr: .Die Jüdin." Montag, den 9. Dezember abends 7'/, Uhr: .Rigolelto." Dienstag, den 10. Dezember'): .Tie Dame in Rot." Mittwoch, den 11. Dezember, abend 7% Uhr: .Earmen." Donnerstag, den 12. Dezember: .Ter Rosenkaoalier.«' Freitag, den 13. Dezember, geschlossen (6. Museums - Konzert). Lamstag, den 14. Dezember: .Ter Widerspenstigen Zähmung.' Sonntag, den 15. Dezember, nachmittags 37, Uhr: .Tie lustige Witwe.' Abends 7 Uhr: .Der Kuhreigen." Montag, den 16. Tez. "^ends 7'./, Uhr: .Der kerne Klang." Dienstag, den 17. Dezember' -Ter Troubadour.' Mittwoch, den 18. Dezember, abends 7'/, Uhr: „Fidelio." ,
Schauspielhaus.
Sonntag, den 8. Dezember, nachmittags 37, Uhr: .Glaube und Heimat." Abends 7 Uhr: .Belinde." Montag, den 9. Dez.') - .Ter Störenfried." Hieraus: .Tie Tienstbolen." Tienstag, den 10. Dezember: „Belinde." Mittwoch, den 11. Dezember: _Ter Storenkried " Hieraus: .Die Dienstboten." Donnerstag, den 12. Dez. abends 7", Uhr : .Renaissance." Freitag, den 13. Dezember, abends 77, Uhr : .Tie Räuber." Samstag, den 14. Dezember: .Ter Kaufmann von Venedig." Sonntag, den 15. Dezember, nachmittags 3^ Uhr: .Tas Prinzip." Abends 7 Uhr: .Moral." 'Montag den 16. Dezember: .Belinde." Dienstag, den 17. Dezember: .Renaissance." Mittwoch, den 18. Dezember: .Belinde."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends umf 7 Uhr.
Vollfleischige, ausgew^ höchsten Schlachtw.
Vollfleischige, jüngere Färi en. Kn h^
Vollfleischige ausgemästete Färsen
Echlachtivertes .
Vollflelschige auSgemästete Kühe
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren . .
Wenig gut entwickelte Färsen
Aeitere ausgemäslete Kühe und wenig gut ent
wickelte jüngere Kühe
Mäßig genährte Kühe und Färsen
K ä l b ei
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. Bestellungen M Torten, Kueil bnntePlattenfle werden pönktil ,ud gewissere ■ ansgeW ■
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r.sir.» I
hervorgerufen: wie werden die Geeiste unb die Arbeiterinnen, die die eine Halste des Jahres wenig zu nm haben, in dor »anderen Hälfte überlastet und gedrängt. Man unlwdrücke die kindliche Sucht, stets mit dcr Hetzpeitsche hinter dem Lieferanten zu stehen. Anstatt die eigene Verspätung zu vermeiden, läßt man sic den anderen entgelten. Endlich als Wichtigstes: Käuferin, bezahle gleich deine Schulden! Läßt man Rechnungen anstehen, dann werden die Preise unnötig in die Höhe geschraubt. Man tauft teurer, wie man durch das Hetzen schlechter gearbeitete Sachen bekommt. Vor allem aber entsteht durch die Rechnungen im Budget der Dame eine Ihttn-bmmg, deren sie schwer Meisterin wird: sie hat keinen Ueberblick mehr über Ausgaben und Einnahmen, und es folgen all jene peinlichen Szenen und Verlegenheiten, die den Katzenjammer des Eintauftausches darstellcn. Tas etwa sind die goldenen Regeln der neuen „Liga der Käuferinnen".
* Welträtsel. Der kleine Hans hatte eben von seinem Vater Prügel bekommen. Wehklagend lief er zur Mutter und fragte sic: „Hat Vater, als er noch klein war, vom Großvater auch Prügel gekriegt?" — „Gewiß, mein Junge!" — „Und Großvater vom Urgroßvater?" — „Ja." — „Und Urgroßvater von seinem Vater?" — „Ja, Kind." — Kleine Pause, der Knabe denkt nach. — „Mutti," beginnt er dann wieder, „nun möchte ich nur wissen, wer eigentlich zuerst auf so einen dummen Gedanken gekommen ist!"
* Einwurf. 'Junger Ehemann: „Seit unserem Hochzeitstage warte ich darauf, daß du mir diesen Rock flickst!" — „£) — also deswegen hast du mich nur geheiratet!"
ZM
vermochte sich neue Unternehmungslust nicht einzustellen. 'SDehi- lation und Kapitalisten üerbarren in Zurückhaltung und allgemein herrscht das Bestreben vor, neu eingegangenc Engagements bald wieder glatt.zustellen und die erzielten Kursgewinne i" Sicherheit zu bringen. Tic politische Lage ist noch nicht gcTüigenb geklärt, uni sich neuen Geschäften hinzugcbcn und größere Unternehmungslust zu entfalten. Man war nm so weniger dazu geneigt, als die Wiener Börse noch große Vcrstinnnung zeigt. Hand in .vanb mit der unsicheren volitisckn'n Lage ging die Zu- Ipitzung der Verhältnisse am Geldmarkt. Der Ausweis dcr Reichsbank von Ende November gab ein deutlichs Bild von dem Umfange der in der Bankwelt herrschenden Gcldkalatnität, und wenn auch wieder größere Rückschlüsse erfolgt sind, sieht man doch mit Bangen dem weiteren Verlause entgegen. Wenn auch die Reichsbanllcitung bestrebt sein wird, dem Lande eine Verteuerung der Zinssätze zu ersparen, so wird dies nur möglich fein, wenn sic darin durch die Geldsuchenden genügende Unter-’ ftüfung findet. Viel dürfte dazu beitragen, wenn tn die große Masse des Publikums die Einsicht käme, daß man dem Lande einen schlechten Dienst erweist, wenn man durch nutzloses f)lus- speichcrn von Bargeld dem Verkehr die nötigen Mittel entzieht. Xie Furcht vor plötzlichen Ansorderimgen zwingt die Banken und Lvarkasscn, auf die Bercitlwltung größerer Bestände bedacht zu sein und das alles wirkt zusammen, den Geldmarkt zu verengen. Auf eine größere Erleichterung wird man vorerst kaum rechnen können, denn in nächster Zeit werden sich die Folgen des letzteir Kriegsjal-res in großen Anforderungen äußern. Dazu kommt, datz mit einem Nachlassen des Geldbedarfs für die Industrie vorertt nickst zu rechnen ist, da Anzeicheir für eine Abscktwäckmng der Konjunktur nock) nicht vorliegen. Alle Berichte lauten hoffnungsvoll und man rechnet nach endgültiger Erledigung aller politischen Fragen eher mit einem neuen Aufschwung. Ob damit allerdings eine jieue Belebung der Börsentäigkrit einsetzcn wiri», ist eine andere Frage. Es wird einer geraumen Zeit bedürfen, bis das Publikum wieder neues Vertrauen zu spekulativer Betätigung finden ivirb. Ohne diese sogenannte zweite Mäufm'dxift dürfte aber ein Vorgehen der Spekulation keinen sonderlichen Erfolg haben. TaS Kursniveau hat sich unter geringen Schwankungen nur wenig verändert. Privat-Tiskont 5,;7,G Prozent.
Apolitische Tagesschau.
Veteranen und Petroleum.
Man schreibt uns:
Die Absicht der Reichsregierung, 'beit Veteranen in Zukunft erhöhte Beihilfen und in erweitertem Umfange zu gewähren, hat bei 'den Parteien im Reichstage volle Anerkennung gefunden. Großem Widerspruche begegnet aber der Gedanke, diese Erhöhung mit dem Petroleum- Monopolgesetzän Zusammenhang zu bringen und sie von der 'Annahme dieses Gesetzes abhängig zu machen. Im Reichstag hat diese Absicht bei den Parteien direkt verstimmt, zumal das Reichsschatzamt in letzter Zeit nicht nur allein den 'an sich berechtigten Standpunkt einnimmt, für neue Ausgaben auch neue Deckungsmittel zu fordern, sondern neue Ausgaben von der Bewilligung bestimmter Vorlagen, die mit dem Zwecke der Ausgabe in feinem Zusammenhang stehen, abhängig zu machen. Man erblickt hierin einen Druck auf die Entschlüsse des Reichstags, der in seinen Konsequenzen unerträglich werden kann.
Wenn die Regierung eine Erhöhung der Beihilfen der Veteranen für nötig erachtet, so müssen die neuen Mittel durch laufende Etatsmittel gedeckt werden, dies wird sehr gut möglich sein, da 'die Etatsergebnisse des letzten Rechnungsjahres bisher gute sind. Veteranen und Petroleum lassen sich nicht verquicken. 'Es ist an der Zeit, daß der Reichstag Front macht, auf diese Weise wirtschaftliche und sozialpolitische Materien zu verschmelzen. 1
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Aus 5ta$t und Land.
Gießen, 7. Dezember 1912.
** Landkrankenkassen. Das Ministerium beabsichtigt, Landkrankenkassen überall da zuzu- ckassen, wo im Bezirke des betreffenden Versicherungsamtes mindestens 250 Pflichtmitglieder für die Landkrankenkasse vorhanden sind. Es werden dadurch nicht nur die landwirtschaftlichen Arbeiter und Dienstboten, sowie die im Wandergewerbe Beschäftigten den Landkrankenkassen zu- geführt, sondern es werden auch die Hausgewerbetreibenden den Ortskrankenkassen entzogen.
•• ©oang. Bund. Mitglieder und Freunde des Bundes seien nochmals auf den morgigen Fa uriliena bend in Steins Garten hingewiesen. Im Mittelpunkt des Abends wird der Lichtbilder-Vortrag von Pfarrer Haupt- Grüningen : „Das Evangelium in Kärnten und Dalmatien" stehen, und der Redner wird aus mehrjähriger eigener Erfahrung über das wichtige Thema sprechen. Gesangliche und musikalische Darbietungen des gemischten Chores des evang. Arbeitervereins werden die Feier verschönern.
**JhrsilbernesGeschäfts-Jubiläum feiern morgen die beiden Tachdeckermeister K r ö ck u. Müller. Tie in ihren Berufs- und Baukreisen geschätzten Handwerksmeister vereinigten sich vor 25 Jahren zum Betrieb eines eigenen Geschäftes, nachdem sie schon vorher zehn Jahre lang als Lehrlinge und später als Gesellen zusammen gewirkt hatten. Heute werden die Jubilare durch die beiden erwachsenen Söhne des einen Meisters in ihrem gefahrvollen Beruf tatkräftig unterstützt.
Landkreis Gießen.
— Großen- Buseck, 6. Dez. Der Svielverein Kappenklub verteilt am Sonntag im Vereinslokale aus seiner Weihnachtskasse 1800 Mark an die Mitglieder. Die Familienfeier dcS Vereins findet am 29. Dezember statt.
5. Lollar, 6. Tez. (G cm e i n d er a t S fi tzu n g.) Anwesend Bürgermeister Schmidt, die Gemeirrdcräte Ringleb, For bach, Back, Schupp, Scktmitt, Römer und Hofmann. Tie Satzung über die Benutzung derViehwage wsrd nach Vorlesung durch den Vorsitzenden als genügend erachtet und genehmigt. — Ge meinderat Schupp kritifiert die letzteniBerichte über Gemeinderatssitzungen im Gießener Anzeiger, besonders den Fall zwischen Bürgermeister Schmidt und Gemeinderat Römer. Er betont, die Handlungsweise des Römer müsse mehr an den Pranger gestelli werden, um dadurch den Bürgermeister mehr zu entschuldigen. Ter Bericht fei viel zuskurz gehalten. (Ta es dem Berichterstatter vicht erlaubt itnrrbe, sich zu rechtfertigen, so möge es an dieser Stelle geschehen. Wenn Gemeinderat Schupp verlangt, solche unliebsame Vorkommnisse mehr in die Oeffentlichkeit zu bringen, so hat er wohl nicht die Mehrzeit der Lollarer Leser hinter sich. Es ist nicht jedermanns Sache, sich an persönlichen Anfeindungen, die in letzter Zeit nur zu oft vorgekommen sind, zu erfreuen. Man sollte lieber derartige Sachen ins Meer der Vergessenheit versenken, als sie in Zeitungen breitzutreten. Der betreffende Artikel war wahrheitsgemäß, ohne Umschweife, dem Punkt 6 der


