Ausgabe 
6.7.1912 Fünftes Blatt
 
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Nr. 157

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Schifsahrts

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Erscheint 1S-llch mit Ausnahme des Sonntags.

DieSietzeuer $«ntliciblätter werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, da- Mrdsblott f«r den Kreis Hieben" zweimal wöchentlich. DieLandwirtfchastliche« Seit, freflfi" erscheinen monatlich zweimal.

Zum Grubenunalück auf ZecheOsterfeld".

Essen (Ruhr), 4. Juli. Der Zustand der in hiesigen Krankenhäusern untergebrachten, auf der ZecheViktoria Matthias" verunglückten sechs Bergleute ist verhältnismäßig

Wartburg.

Christlicher Verein junger Männer, jedem Sonntag, abends 8 Uhr: Versammlung und Vortrag.

Gemeindehaus, Kirchstr. 9;

Börsen-Wochenbericht.

--- Frankfurt, 5. Juli.

gut. Wie die Verwaltungen der Kraniennanfer miutuun, besteht bei keinem Lebensgefahr. Nach Mitteilungen der Verwaltung der ZecheOsterfeld" hat die Untersuchung über die Ursache der Schlagwetterexplosion folgendes ergeben: Der zum Schießen berechtigte Ortsälteste war in der Schicht nicht zugegen. Don den anderen beiden Gesteinhccuern ivar keiner zum Säst eßen berechtigt. Es ist deshalb ein Sriney- meister aus einer anderen Abteilung zuni Abtmi der -schussc in den betreffenden Aufbruch gerufen worden. Aus den Ausgabebüchcrn für Sprengstoffe ist zu ersehen, das; der Schießmeister noch gegen Ende der Schicht Dynamit sur den Aufbruch genommen hat. Es waren fünf Bohrlöcher angesetzt, die zunächst durch Gestein uiid dann bnrd) das 40 Zentimeter mächtige Flöz nachMatthias 2" gingen und 50 Zentimeter weiter in das Hangende weiter getrieben waren. Die Schüsse wurden vom Schießmeister mit Zeit­zündern abgetan. Als Sprengmaterial ist Dynamit, nicht Sicherheilssprengstosf verwaiidt worden. Das Unglück kann nur durch die Schuld des Schießmeisters oder der an der Schießstelle beschäftigten zwei Bergleute entstanden seiw Ta ein Kohlenflöz durchbohrt worden war, so durfte nach den bergpolizeilicyen Vorschriften nicht mit Dynamit ge- chvssen werden. Entweder haben die Leute dem Schief;- ineister nicht mitgeteilt, daß das Kohlenflöz bereits durch­bohrt war, oder der Schießmeister hat trotzdem Dynamit verwandt. Kohlenstaub hat bei der Explosion nicht mit- > gewirkt.

Samstag, 6. Juli 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brühfschen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Scbul- straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Kirchliche Nachrichten.

LoangcUjche Gemeinde.

Sonntag, den 7. Juli, 5. nach Trinitatis Hsttesdienst.

3n der Stadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Zugleich Christenlehre für die Neukoufirmierten aus der Markus« gemeinde. ,

Vormittags 9X Uhr: Pfarrafüsteut Schorlemmer.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die MatthauSgcmemde.

Pfarrassistent S ch o r l a in m e r.

Nächstkünstigen Sonntag, ben 14. Juli, findet im HauptgotteS- dienst Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markus- geinemde statt. Anmeldung vorher beim Pfarrer jeder Gemeinde erb 3n der 3ohannerkirche.

Vormittag« 8 Uhr: Plärrer B e ch t o l S h e i m e r.

Zugleich Christenlehre für die Neukonsirinierten aus der LukaS- gemeinde.

Vormittags 97, Uhr: Pfarrer AnSseid.

Vormntags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer AuSkeld.

Jeden Mittwoch, nachmittags, Handarbeitsunterricht von 2-4 Uhr für die Kinder der Lnkasgemcinde im Lukasfaale und von 4-6 Uhr für die Kinder der Johannesgemeinde im JohanneSsaal.

Nächstkünstigen Sonntag, den 14. Juli, als am >!. Sonntage nach TrmitatiS, findet Beichte und heil. Abendmahl für die LukaS- und Johannesgemeinde statt. Anmeldungen vorher bet dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

vibelkränzchen für Schüler höherer Lehranstalten un Konfirmandensaal der Iohannesgenieiiide.

Mittwoch, den 10. Juli, abends 6 Uhr, für die längere Abteilung. SainStag, den 13. Juli, abends 6 Uhr, für die ältere Abteilung.

Seitdem der Semesterwechsel überwunden ist, atmet die Börse wieder etwas erleichtert aus. Neue An r eg u n g erhielt sie durch die Hoffnung, daß der Krieg zwischen Italien und der Türkei nicht mehr lange währen werde, durch die bc» ricdigcnden Ernteberichte und die günstigen Meldungen aus der Industrie. Ter Meldung, daß die preußische Staate eisenbahn-Vekwaltung wegen Anschaffung von Guter­wagen über den vorgesehenen Bedarf hinaus verhandelt, legte man Bede u tu eng für das Urteil in Regierungskreisen über die Ent­wicklung des Verkehrswesens bei und tatsächlich sprechen ja auch noch viele Anzeichen dafür, daß die starke Beschäftigung in der Industrie noch länger andauert. Bei der Ausdehnung, die unsere Industrie genommen hat, ist sie naturgemäß wesentlich auf den Weltmarkt angewiesen, aber daß dieser Achatz Nolt ist, ergibt sich ja aus den ansteigenden Ziffern unseres Außenhandelv. Einzelne Industriezweige haben ihren Absatz nach dem Auslande wesentlich gesteigert, so sind, um ein Beispiel herauSzugrenen, im Mai etwa 70 Pro;, mehr als im, Vorjahre elektrotechnifche Erzeugnisse exportiert worden: auch Maschinen sind in der gleichen Zeit über 20 Proz. mehr als im Vorjahre ausgeführt worden. Unter diesen Umständen ist es begreiflich, daß die günstigen Urteile überwiegen. Dennoch war die Bewegung, die die Spekulation inszeniert hat, nicht von langer Dauer, das Publikum hat sich zu wenig daran beteiligt. Schon mit Rücksicht auf die 23er- sassung des Geldmarktes ist es gut, wenn die Spekulation sich nicht wieder zu sehr belastet, denn wenn auch der Geld stand leichter geworden ist, so darf man sich doch keiner Täuschung darüber hingeben, daß der Geldbedarf der Industrie noch recht groß ist und daß wir zum Herbst voraussichtlich hohe Zinssätze bekommen. Am meisten Interesse zeigte sich für einzelne I n - du striepaPiere. So wurden Kleyer-Akticn von der L-peku- lation sehr umschwärmt. Zur Unterstützung der Aufwärtsbewegung find Fusionsgerüchte in Umlauf gesetzt worden, die aber lediglich der Phantasie entspringen. Ernster sind schon die Gerüchte zu nehmen, daß zum Frühjahr wieder eine Kapitalserhöhung bevor­stehe. Zwar hat erst kürzlich die Verwaltung erklärt, daß ein solcher Plan nicht bestehe, aber wir haben schon wiederholt erlebt, daß durch das Vorgehen der Spekulation die festesten Grundsätze umgestoßen werden und Anträge, die man den Verwaltungen macht und die für den Augenblick einen reichlichen Gewinn vcr- spreck>en, akzeptiert werden. Der starken Kurssteigerung von Kleyer- Akiien schlossen sich Daimler und Dürkopp an, auch Gritzner- Maschinen wurden höher bezahlt. Elektrizitätsaktien wiesen Avancen von mehreren Prozenten aus, besonders Akkumulatoren, weil eine Kapitalserhöhung erwartet wird. Von Aktien chemischer Fabriken waren besonders Höchster und Mbert gefragt. Naphta Nobel stiegen über 25 Proz. Hoch- und Tiefbau und Heidelberger Zement konnten sich erholen: Kunstseide waren auf den un­günstigen Ausgang des Patentstreites in erster Instanz erheblich niedriger. Montan papiere lagen ziemlich fest, Buderus

Mit großer Freude werden ungezählte Väter diese Nachricht begrüßen; verkündet sie doch für unser gesamtes Leben in Handel und Wandel eine Neuerung, die mir segensreich wirken kann. Und dies nicht nur für die Schüler löherer Lel/ranstalten, die aus irgend einem Grunde noch nit 1415 Jahren in Quarta oder Untertertia saßen und frühestens mit 1718 Jahren den Einjährigenschein er­langen konnten, ganz gleichgültig, ob sie nun auf der 5chule verblieben oder nach entsprechender privater Vor­bereitung sich der Prüfung vor der Kommission unter­zogen. Für diese bedeutet die Aenderung der Wchrord- ming einen Zeitgewinn von 11 Ve Jahren. In erster Linie jedoch kommt sie den Absolventen der Volks- und Mittelschnlen zugute. Diese können sich mmmehr rem theoretisch genommen sofort nach dem Verlassen der Schule der Prüfung unterziehen. Allerdings wird ja erst noch in den meisten Fällen eine besondere Vorbereitung, hauptsächlich in den Sprachen und Mathematik, nötia fein. Doch rechnet man auch hierfür längstens ein Jahr, so hnn ein solcher Schüler mit 15 Jahren den Berechtigungs- schein erlangen, also zur selben Zeit, wie dem Schüler Oberer Schulen derwissenschaftliche Befähigungsnach­weis" auögeljänbigt wird. Er gewinnt also zwei xVat)re. Außerdem kommt hinzu, daß nunmehr nach Beendigimg brr eigentlichen Schulzeit gleich weiter gearbeitet werden frmn früher wurde häufig, um eben keine Zeit zu ver­lieren, die Vorbereitung erst nach vollendeter Lehrzeit vor- renommen, und nicht erst in jahrelanger Pause Ge­schmack und Lust am schulmäßiaen Lernen verloren geben ober der Schüler, was ganz selbstverständlich ist, das Meiste ton seinen Schulkenntnisfen vergißt, und chm deshalb die Wiederaufnahme per Studien wesentlich erschwert ift.

Wenn auch über Wert und Unwert des einjährigen Dienstjahres au sich die Ansichten heutzutage sehr aus- einandergehen, so ist es doch eine nicht zu leugnende Tat- soche, daß der Besitz des Berechtigungsscheines für den hingen Mann, besonders den angehenden Kaufmann, in beinern ganzen Fortkommen von größtem Nutzen ist. Des­halb ist es wenn es auch früher schon Möglichkeiten »ab, vor dem 17. Jahre die Prüfung zu machen: durch eine besondere Eingabe an pen Zivilvorsitzenden der 3. Instanz oder Teilnahme au der Schlußprufiing einer 6-klasiigen berechtigten Realschule freudig zu begrüßen, daß durch die kaiserliche Kabinettsorder die Erlangung des Dienstscheines so wesentlich erleichtert bezw. vielen über­haupt erst ermöglicht ist. H-

fünftes Blatt 162. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Neuregelung der SerechtiguiMprüsung zum einjährig- freiwilligen Dienste.

Man schreibt uns:

Nach den bisher geltenden Bestimmungen der Wetzr- ordnung durfte die Berechtigung zum einjährig-freiwilli- ien Dienst vor vollendetem 17. Lebensjahre nur bann nachgesucht werden, wenn es sichnur um einen kurzen Zeitraum" handelte. Diese Bestimmung hat vielfach zu r'arten für solche jungen Leute geführt, die die wissen­schaftliche Befähigung durch Ablegung der Prüfung vor einer Prüfungskommission nachweisen wotlteii. Nament­lich sind hiervon Schüler von neunstufigen Mittelschulen betroffen worden, die nach ordnungsmäßigem Abschluß des Lehrganges die Schule mit dem 15. oder 16. Lebensjahre verlassen. Diese verloren hiernach ein ober zwei Jahre für ihren späteren Beruf, wenn sie erst mit oder kurz vor vollendetem 17. Lebensjahre zur Prüfung zugelassen wurden. Zur Vermeidung derartiger Härten sind wie tair von besonderer Seite hären, durch kaiserliche Kabinetts­order die <8eftimmun gen jetzt dahin geändert worden, daß tne Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst kunftig- friin auch vor vollendet ein 17. Lebensjahr nachgefncht wer-

aftitn lagen reckst fest, in Bahn werten blieb bad Geschäft ruhig, auch der Anlagemarkt war trotz bc* starken Kurs- tcrmins nur vorübergehend etwas belebter. Privatdickonl «>'. u10-

An jedem Dienstag, abends 8'/, Uhr: Bibelstunde, Wcßsteinstr. 38; Mittwoch, , 8 , Turnstunde, Turnhalle der

' Stadtknabenfchule:

Donnerstag, , 8 Lese- und Spielabend, Weh-

" steinstraße 38.

Gäste, besonder? die Neukonfirmierten aus allen Gemeinden, stets herzlich willkommen.

Katholische Gemeinde. Gottesdienst.

SamStag, den 6. Juli:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Leicht. , _

Sonntag, den 7. Juli, 6. Sonntag n a ch P f i n g st e nr Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur hi. Beicht.

, um 7 Uhr: Tie erste hl. Messe.

, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

_ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

, um 11 Uhr Heil. Messe mit Predigt.

Nachmittag? um 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.

Tie schöne Wertform muß daS Ziel der funftbanb- merklichen Schöpfung sein! In diesem Sinne zeigen meine neu hergerichteten roiebereröffneten Schaufenster, Ecke Brandplatz, Schloßgasse und Kanzleiberg, Interessenten die anerkannt vollendete Ausführung meiner Neueinrichtung. Unverbindliche Besichtigung, auch meiner an den Laden an­stoßenden Fabrikations- und Ausstellungsräume, durch drei Stockwerke und Hinterhaus, enthaltend Einrichtungen in jeder Preislage, sowohl für Arbeiterheim als auch für bte verwöhntesten Ansprüche ist für jeden Interessenten von Wichtigkeit und Vorteil. Ebenso, die nach Entwürfen von Architekt Hofmann, Herborn, in Arbeit befindliche Innen­ausstattung für Empfangssalon der höchsten Herrschaften im Fürstenpavillon, Stationsgebäude Gießen, einer Ein­richtung für ein Schloß in Oberhessen, Luxusbaderaum Bad- Nauheim sowie Inneneinrichtung Eleonoren-Kinderklrnik Gießen nach Entwurf Architekt Hans Mayer hier. a*/6 Hofmöbelfabrik Th. Brück, Gießen. Gegr. 1858

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