Ausgabe 
9.1.1912 Zweites Blatt
 
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ihm übergebenen Betrage dient. Ein gleiches Annahme­buch führt jeder Inhaber einer Posthitssstelle für die bei dieser niedergelegten Wertsendungen usw. Es ist zweckdien­lich, daß die Aufgeber die Eintragung der Sendungen ukw. in die Annahmebücher eigenhändig besorgen oder sich wenig­stens bon der Buchung durch den Landbriesträger oder den Posthilfsstelleninhabern überzeugen. Ta diese Bestimmun­gen noch immer nicht ausreichend bekannt sind, werden sie erneut zur öffentlichen Kenntnis gebracht.

Landkreis (Sitarn.

-m. Steinb ach, 8. Jan. Ein schöner Fackelzug bewegte sich am Samstag abend durch unfern £rt. r5alt es doch, dem Gemeinderatsmitglied Geißler anläßlich seiner 2 5jährigen Wirksamkeit zum Wohle unserer Gemeinde ein Ständchen zu bringen. Nachdem das Lied Aus der Jugendzeit" verklungen war, hielt der Vorsitzende des Dürgervereins eine kernige Ansprache an den Gefeierten, in der er dessen unermüdlichen Eifer hervorhob und be­tonte, daß ihm vor allem sein fester, lauterer Charakter dies Ehrenamt so lange Jahre gesichert habe. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß es dem Jubilar vergönnt sein möge, noch lange Jahre dieses Amt zum Segen der Ge­meinde zu bekteiden. Ter Jubilar dankte für die ihm er­wiesene Ehre und lud die Veranstalter zu einem Glas Bier im Ritterwirtshaus ein, wo eine gemütliche Nachfeier stattfand.

--- Lich, 8. Jan. Nächsten Mittwoch abend veranstaltet der hiesige Volksbildungsverein seinen zweiten Unterhaltunasabend, in dem der rühtnlichst bekannte Bauers­mann und Volksschriststeller H. Naumann aus Nanz- Hausen bei Lohra über das ThemaHeimat und Heimatliebe"" sprechen wird. «j

-g. Hungen, 8. Jan. Ter hiesige evang. Kirchen­chor veranstaltete gestern abend im Saale derTraube* eine A b en d unte r h a l tun g, die gut besucht war. Zwei zur Aufführung gebrachte Theaterstücke fanden reichen Bei­fall. Frau Pfarrer Köriingrr auS Villingen trug durch den schonen Boetrag dreier Lieder mit Klavierbegleitung wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Dekan Hainer hielt verschiedene Ansprachen und mit Tanzvergnügen endigte die in allen Teilen wohlgelungene Veranstaltung.

Hessen-Nassau.

n Marburg, 8. Jan. Tie Stadtverordneten setzten den Voranschlag der elektrischen Straßenbahn auf 18 500 Mk. fest. Ta int ersten Betriebmonat über 8000 Mark Einnahme erzielt wurden, dürfte der für den weiteren "Ausbau der Straßenbahn bestimmte Sammelfonds bald über beträchtliche Mittel verfügen.

Gedenket der hungernden Vögel!

Gießener Strafkammer.

)( Gieße, den 5. Januar 1912.

Winterquartiere.

Ter Taqlöhner K. P. von Balkhausen und der Taqlökner I B. oon Breitenbrunn sind vom Schöffengericht in Vilbel zu Haitsirafen von drei Uiid vier Wochen wegen Beuelns verurteilt luovben. Ebenso ist der Metzgergeielle H. W. von Untergrün vorn diesigen Schöffengericht ivegcu der gleichen Uebertrelnng mit zwei Wochen Hast bestraft ivorden. Gleichzeitig ist gegen alle drei Angeklagte aus Ueberweisimg an die Landespolizeibehörde erkannt ivotben. Die Angeklagten haben Qjeruhing eingelegt. Es ist weniger die Strafe, welche sie beschwert, als die Aussicht, nach Verbüßilng der Strafe in ein Arbeitshaus geschickt zu werden. Tie Verlesiing der Vorstrafen ergab, daß die '2lngcf(a«iten häufig tnäbcionbeie noch wegen BektelnS bestreut worden sind. Ter eine von ihnen hatte nicht weniger als achtzig Vorstrafen erlitten. Tie Berltsungen iverden in allen drei Fällen als unbegrütldel zurückgewiesen.

Auf Abwegen.

Ter Arbeiter Ph. K. von Vilbel hatte sich von seinen Eltern getrennt. Bald geriet er auf AlFivege. Am Abend des 1. Juli v. I. tarn er von Frankfurt nach Vilbel und hatte keine Unterkunft. Er drang unbefugt in den Lagerraum eines Kohlenhändlers ein und nächtigte dase.bst. Am anderen Morgen nahm er einen fremden Regenschirm mit. Am Nachmittage des 27. August verübte er einen Einbruch in einem alleinstehenden Hause bei Vilbel. Er fand hierbei aber nur 1011 Mk. lares Geld und einige Kleidungs­stücke Mit Rücksicht auf seine Jug.nd und bi.hwige Unbescholten- Heck kommt der Ang.stagte mit einer Gesamtstrafe von 4 Monaten und einer Woche durch.

Tas schöffengerichtliche Urteil bestätigt.

Ter Schreiner K. M. von Lauterbach ist vom dortigen Schöffen­gericht wegen Bedrohung in drei Fällen zu 60 Mk. Geldstrafe verurteilt wurden. Ta der Angeklagte wegen ähnlicher .Ver­gehen vorbestraft ist, hat die Staatsanwaltickraft Berufung ein­gelegt, um eine Freiheitsstrafe herbeizuführen. Tie Beweisauf­nahme ergab, daß der Angeklagte ein leicht erregbarer Mensch ist, der besonders unter dem Einfluß des Alkohols sich zu Drohungen hinreißen läßt. Er wird vielfach gerad zu herausgefvrdert uno «eine Drohungen werben meistenteils als nicht ernst aufgefaßt. Tus Gericht hielt deswegen die ausgesprochene Geldstrafe als ausreick)ende Sühne und wies die Berufung zurück.

Zweikämpfe. Eine Frau zu Festungshaft ver­urteilt.

Ende Juni v. I. wurden auf der Kegelbahn des Restaurants Alt-Heidelberg"' zu Baü-Nauh.im eine Anzahl Zweikämpfe von Studierenden der G.werbeakademie in Fried, erg ausgefochten. Es waren drei Forderungen aus Säbel mit Binden und Bairdagen lotoie eine Schlägerm nsur, die zum Austrag kamen, Sämtliche vier Zweikämpfe v rii f n ungew hnlicherwe'se^fast unblutig. Die Duellanten f lbst, die Gewerbeak derniker Fr. Schümann urto Kiel, K. Gg. Falscher aus Laaenau,^Jos. Zimmermann aus Freiburg, Gust. Hammer ans Sörth, K. Fr. Schmi del aus Niederwürschnitz, K. Lösche aus Ebersdorf und Ad. Borchert aus Schwerin, haben >ich heute strafrechtlich zu verantworten. Das Urteil lautet gegen F., we.cher am gleichen Tage zweimal gefochten hat, auf 3 Monate eine Woche Festungshaft, gegen die übrigen Duellanten auf je drei Monate Festungih-ast. Außerdem wurde der Diener Wilh. Fi. ter- nagel von Friedberg, welch r die Paukanten anbanda^ien hat, und der Kutscher Karl Witzel von Friedb rg, welcher die Waffen usw. zur Stelle gefahren hat, wegen Beihilfe zu je 26 Tagen Festungshaft verurteilt. Unter dem gleichen Gesichtspunkt er­hielt noch die damalige Inhaberin des Lokals, die Wirtin Luise Fiedler, zurzeit in Frankfurt a. M., 26 Tage Festung, da sie den 'Duellanten ihr Lokal zum Austrag der Zweikämpfe zur Ver­fügung gestellt hatte. Daß eine Frau zu Festungshaft verurteilt wird, dürste ein äußerst seltener, wenn nicht einzig dastehender Fall sein.

Eine erfolgreiche Berufung.

Der Handelsmann A. N. von Büdingen war vom Schöffen­gericht daselbst zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt worden, weil er trotz Gehöftsperre zu Ninderbügen einen Viehstall betreten hat.e. Ter Angeklagte legte Berufung ein und berief sich daraus, daß sein Bruder, der gleich ihm im Geschäfte des Vaters tätig sei, etwa 14 Tage früher vom Eigentümer zwecks Ankaufs einer Kuh bestellt worden sei; die betrestendc kreisamtiiche Verordnung treffe nic^t die Fälle, in denen eine Bestellung vorliege, sondern nur den Hausierhandel. Das Gericht erkannte den Standpunkt des Angeklagten als richtig an und sprach ihn frei.

Ein Bild umsonst.

Der Reisende Fr. W. aus Dortmund ist für eilt Frankfurter Gesckzäft tätig. Er läßt sich Plwtographien yeben und fertigt darnach ohne Vergütung eine Plakette an, die zu nichts ver­pflichtet. Gefällt aber das Bild, so fertigt das Geschäft nach der Plakette Broschen, Manschettenknöpse usw. auf Bestellung au, und hierbei findet der Geschäftsinhaber und der Reisende seine Rechnung. Bei dem Schuhmacher K. in Freiensteinau g.ficl daö Bild nun nickst und der Eigentümer forderte seine Photographie zurück. Der Reisende ließ sich aber aus nichts ein. Als ihm schließlich die Türe gezeigt wurde, kam er auch dieser Auffor­derung nicht nach, und als man ihn gewaltsam entfernen wollte, er mit in. (Je ist d-swegen vo u S f-Jn V-Met« IQ Tagen GesLngniL Rtürfeilf lSorffen. Auf lemk

Berufung wandelte das Gericht die Freiheitsstrafe in zwei GÄd- strafen von 15 Mk. wegen Hausfriedensbruchs und von 10 Mk. wegen Bedrohung um.

Hochwasser vnd Schneestürme.

Trier, 8. Jan. Die Mosel sührt Lochioasser. Der ..'.eget stand heute früh 4,50 Meter. Auch ixe Nebenslüise^ Ruver, Sauer und Kgll sind über die Ufer getreten. it Samstag herrscht in der Eifel starker Schnee all. Aus Merzig cl. d. Saar wird gemeldet: Tie Saar führt reißendes Hvckkwaüer. Hier ist der gan e Swdtpark überschwemmt. J9et Dettingen^steht das Wasser bis an den Tamm der Bahnstrecke SaarbrückenTrier. Verschiedene Wege sind unpassierbar geworden. Bei H i I - bringen wurde ein. K iesschiff durch die Gewalt des Hochwassers gegen eine Brücke gelrieven, wobei es sank.

Im Mosel gebiet richten die .Hochfluten große Ver­heerungen an. Der Verkehr zwischen zahlt ichen Onschai c:r ist unterbrochen. Im S i e g g e b i e t riß der ho: ehende Fluß rneb- rere Dämme weg. Am Nied er-Rh ein r: ß'en umfangra e V Ehrungen gen en das Hochwasser aetroßen werden. Im Bayerischen Wald ist so starker Schneefall ring ehr. ten. daß der Wagenverkehr teilweise eingestellt werden mußte. In der Rhön herrschen heftige Schneestürme.

Seenot

Aus Washington wird unternt 8. Januar gemeldet: Hier herrscht ernste Besorgnis um das Schicksal bc5 Torvedo- bootzerstörersTerr n" und seiner 8t Mann jtar.cn Be­satzung. Wie sunkentelegraphisch gemeldet wird, tr ibt das D liff hilflos bei schwerer See zwischen Neunorl und den Ber­mudasinseln. Es wird angenommen, daß ihm das Kriegsschiff South Carolina" beisteht. Don Norfolk sind Scki fe zur Hilfeleistung gegangen. Von daher wird auch gemeldet, daß fast jedes Schift der Atlantischen Flotte, die nach Kuba unterwegs ist, vom Orkan beschädigt worden ist: befon- sonders schwer wurde der KreuzerSalem"" mitgenommen, von dessen Besatzung zwei Matrosen ertranken und sech« zehn infolge des starken Seeganges verletz: wurden.

Für Schulkinder.

Daß viele Kinder in der Schule nicht recht

wilkommen, unaufmerksam und matt sind, ist gar oft auf eine zarte Körperkonstitution zurück- zuführen. Anregung d vielfach darniederliegenden f Eßlust und besjereErnährung ist hier unbedingt am Platze. Nichts ist hierfür besser geeignet, als die seit Jahrzenten erprobte Scotts Em nlsion. Längere Zeit hindurch regelmäßig . genommen kräftigt sie Mädchen u.

urett mit Wer Knaben fo erfreulich, daß ihnen die -°d-m ts Schule uijb das Lernen bald wieder Itiä'rt bet ' co'.r»

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Scotti Emulsion wird von nn» nuef<6(itfifi<6 im fließen »rrfaufft und zwar nie loft nach Uciuitftr ober sondern nai in Dcrfitflelten Drifliuaifloicbcn in parken mit nuferer Schutzmarke (*,ifd)cr m:t dem Dorsch) Lcoit L Bownc Ql. n:. fr. t>. ftranksu.t a. .'.'i

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