. Der Grund der Differenz ist, daß Griechen
stellen
Mer wenn
Mittelalter bereits besessen habe.
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gen
Gebiete Beginn worden
land plötzlich bezüglich der eroberten türkischen größere Ansprüche für sich macht, als vor des Krieges zwischen den Balkanstaaten vereinbart war.
und beschloß, Nazim Pascha in seiner Stellung zu belassen. Der gewesene Arbeitsminister General Salih Pascha wurde zum Gehilfen des Generalissimus ernannt.
Ein türkischer $rrcöensDor|.t)lag an Bulgarien?
:/: Sofia, 8. Nov. (Priv.-Tel.) Hier geht das Gerücht, daß die Pforte der bulgarischen Regierung den Vorschlag gemacht habe, ohne Vermittelung in Friedensverhandlungen zu treten. Es wird nicht für wahrscheinlich gehalten, daß Bulgarien den Vorschlag annimmt, da der Balkanbund den Frieden in Konstantinopel diktieren will.
(Ein Streit zwischen Bulgarien und Griechenland?
Aus Belgrad wird berichtet, daß zwischen dem Oberkommando der bulgarischen und der griechischen Truppen ernste Zwistigkeiten ausgebrochen seien, die eine weitere gemeinsame Operation dieser beiden Balkan st aaten in Frage
Aus Staöt und CanO»
G ienen, 8. November 1912.
Straßeubahnwüusche.
Der Belgrader Korrespondent des „Ternps" hatte eine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Pa- sitsch, der auf die Frage, ob er an die Möglichkeit einer Verständigung mit Oesterreich glaube, u. a. gesagt habe:
Wir haben keinen besonderen Vorschlag von Ocsterrcich erhalten, aber von der Annahme ausgelfinw, daß es keine territorialen Vergrößerungen auf dem Balkan wünscht und daß es eoerbicn mit derselben Sympathie, wie die anderen Balkanstaaten behandeln w.ll, kann ich erklären, daß Serbien bei' kommerziellen Ausdehnung Oesterreich-Ungarns keine Hindernisse in den Weg legt und dessen gerechtfertigte wirtsebaftlichen Forderungen nicht ablehnen wird. Von einer Zollunion zwischen Serbien und Oesterreich kann letzt, wo Die Balkanstaaten ihre unabhängige Entwicklung verfolgen, nicht die Rede sein. Aber wenn Oesterreich Serbien hilft, einen Ausgang nach der Adria zu er laugen und hierdurch beweist, daß es Serbien gegenüber keine unfreundlichen Msickften hegt, dann ?ürbe dies die öffentliche Meinung für eine engere Bereinigung mit Oe,ter- reich-Ungarn günstig stimmen. Diejenigen, welche glauben, daß der Frieden durch die Errichtung eines u n a b.h ängigen Albaniens gesichert werden könne, täuschen sich. Die beste Lösung wäre die, wenn Albanien ivie im Mittelalter wieder zu- Griechenland und Serbien gehören würde. Tic verbündeten Balkanstaaten wünschten die Befreiung ihrer Stammesangehörigen von der Türkei, um hierdurch ihre unabhängige Entwicklung sichern zu können. Serbien 5. B. wünsche die Häfen von San Giovanni, Ales so und Turazzo, welche es im
Sitzung Vorlage machen, in welcher Weise das Geld am vorteilhaftesten zu besck>affen ist. — Der Bürgermeister teilt noch mit, daß der Vertrag mit Bad-Nauheim wegen gemeinsamer Ab- führung der Abwässer nunmehr abgeschlossen sei.
m. Bad-Nauheim, 7. Nov. Schon vor der jetzt durch geführten Feldbereinigung hatte der .hessische Staat (d« Badedirektiow ungefähr 200 Morgen Land in der Gemarkunc käuflich erworben. Nach der Zusammenlegung erhält der Staat nach D"r Wetter zu ein zusammenhängendes Svück von ungefähr 100 Morgen. Davon werden aber 50 Morgen zu fß ar Fanlagen am Goldstein (gegenüber dem Bahnhof) angepflanzt.. Autzerdcm sind die rechtsseitigen Wiesen zwischen Bad-Nauheiir., und Friedberg dem Staat zugesallen. Auf diesen Wiesen wirt' der neue G 0 l fspi e l pl a tz angelegt. Infolge der Massen* * •• ankäusc des Landes durch Staat und Gemeinde sind die Grunde stücke für unsere Oekonomen schon rar geworden. Dies zeigte sich bei der Verpachtung der gemeinheitlichen Grundstücke. Deq Morgen Land, der früher 20—30 MF. kostete, wurde jetzt mit 60—90 MF. Pacht versteigert. Trotzdem hat die Gemeinde noch nicht überall den Zuschlag erteilt. Beim Verkauf der.Massen« grundstücke wurden Preise erzielt, wie sie hier noch nie gezahl: worden sind. — Mit dem Bau der gemeinschaftlichen Kanalisatüm Bad-Nauherm—Friedberg ist begonnen worden. Hunderte vor? Arbeitern sind bereits mit den Ausschachtungsarbeiten beschäftigt. — Tie Brücke für den neuen 22 Meter breiten Städtewe; Bad-Nauheim—Friedberg ist in voller Arbeit und man denv. im Herbst nächsten Jahres mit dem ganzen Chausseebau ferch zu sein.
— Kirchgöns, 7. Nov. Der Geflügel- uni Kaninchenzuchtverein hält am nächsten SamStag uni Sonntag seine 3. L oFa lauSstellun g im Saale der Frau I. Müller Witwe, verbunden mit Verlosung und Konzert, sowie Tanzvergnügen, ab.
DSteinfurth,7. Nov. DerGesangverein „Frvhsinn" wird im nädtflen Juli des Fest der Fahnenweihe begehai
Starkenburg und Rheinhessen.
R. B. Darmstadt, 8. Nov. (Priv.-Tel.) Gestern abend fand hier eine von der Hessischen Fluqstudiengesellscha'r und dem Lustflottenverein veranstaltete Versammlung statt, in der die Frage der Erbauung einer Luftschiffwerst in Darmstadt besprochen wurde. Auf der Werst sollen Flugapparate nach dem Sstem Kondor und Luftschiffe nach dem System des Ingenieurs Buchner gebaut werden. Nach einem Vortrag des Syndikus N 0er über die wirtschaftliche Seite der Luftschiffahtt sprach Ingenieur Vorreiter über die Konstruktion des Buchnerschen Luftschiffes. Da§ Luftschiff stellt eine Vereinigung deß starren und des PrallsystemS vor. ES sicht wie ein flacher, linsenförmiger Drachen oder Fisch auS und ist tm Innern mit Drahtseilen in Form der Speichen cineS Fahrrades durchspannt.
*♦ Tageskalender für Freitag, 8. November: Stadt- t h e a t e r: „Ter Biberpelz/ Anfang 8 Uhr.
♦* Unser Erbgroßherzog wird heute sechs Jahre alt. Aus diesem Anlaß hat eine Anzahl öffent-- licher Gebäude Flaggcnschmuck angelegt.
** Verwaltungsgcrichtsbof. Der Großherzog hat den Kreisrat des Kreises Alzen, Herrn. Fr c i h c r r n S ch c n ck zuSch Weinsberg und den Oberlandesgerichtsrat Max S ck i l l i n g - T r h g 0 p h 0 r u s für die Tauer des dermalen von ihnen bekleideten Amtes zu Mitgliedern des Berwaltungsgerichtshofs ernannt.
* K 0 l 0 nial fest. Zn dem am 13. November in SteinS Garten stattfindenden Kolonialfest sind die Vorbereitungen in vollein Gange. Der große Saal wird eine charakteristische Ausschmückung erhalten, die uns in eine Niederlassung in unsere Kolonien versetzt. Aus Togo, Samoa, Ketmanshoop usw. sind bereits Hütten und Zeltbauten unterwegs, unter denen gastliche Büfetts eingerichtet werden sollen. Unter Palmen und BambuSstauden wandelnd, wird man Gelegenheit haben, mustergültige Vorführungen zu sehen und sich das Herz an den Weisen einer Kapelle erfreuen zu können. — Zu den Arbeitsausführungen haben sich mehrere Gießener Geschäftsfreunde in entgegenkommender Weise bereit gefunden. TaS Ganze verspricht nach den getroffenen Anordnungen ein äußerst lebhaftes Bild abzugeben, so daß es sich für jedermann empfiehlt, einige vergnügte Stunden in unserer Kolonie in SteinS Gatten zu verbringen.
•• Marineleute in Gießen. Eine Abordnung deS Linienschiffes „Hessen- ist heute vormittag zur Teilnahme an den Festlichkeiten des MarinevereinS eingetroffen
** Hessen i st f a st s e u ch e u f r e i. Nachdem die Maul- und Klauenseuche schon vor einigen Wochen erloschen ist, ist nach ber letzten amtlichen Zusammenstellung am
Wenn im nächsten Jahre die Erweiterung unserer elektrischen Straßenbahn nach Wieseck und Krofdorf erfolgt sein wird, treten für die Benutzer dieser Außenstrecken erhebliche Vergünstigungen durch die Einführung billiger Abonnements ein. Nach Lage der Verhältnisse wird die Verbilligung hauptsächlich den Bewohnern von Wieseck und Krofdorf zugute kommen. Das legt den Gedanken nahe, auch für ine regelmäßigen Benutzer der Straßenbahn innerhalb des Stadtgebiets billige Abonnements karten einzu- führen, da es doch unbillig wäre, die Fahrer aus Gießen schlechter zu behandeln als die aus den Vororten. Ein Einnahmeausfall ist aus dieser Einrichtung um so weniger zu erwarten, als die für die Lösung von Abonnementskarten in Frage kommenden Kreise bei der jetzigen Einrichtung zum größten Teil die Straßenbahn nur ausnahmsweise benutzen. — Auch einige Fahrplanwünsche haben sich in der letzten Zeit herausgestellt. So ist es z. B. mißlich, daß morgens der Wagen ausfällt, der 8 Uhr 15 Min. am Bahnhof einzutreffen hätte, nachdem die zwei Wagen vorher mit 7i/2 Minuten Abstand verkehren. Dadurch ist schon manchmal ein Zug versäumt worden. Abends wird es besonders schmerzlich empfunden, wenn der fahrplanmäßig um 10 Uhr 6 Min. von Frankfurt hier eintreffende Schnellzug nicht von dem letzten, ohnedies nur bis zur Moltkestrgße fahrenden roten Wagen erwartet wird. Der Schnellzug hat sehr häufig Verspätung und die ankommenden Reisenden Haden das Nachsehen. Es sollte mindestens bis i&ll Uhr gewartet werden. Zur Beschleunigung der Fahrt nach dem Schützenhaus wäre zu wagen, daß der von dort nach der Stadt fahrende Wa, etwa eine Minute früher ab fahren würde. Damtt würde für die nach dem Trieb gehenden Wagen der fast regelmäßig eintretende längere Aufenthalt an der Kreuzung zunächst der Kaserne vermieden werden.
31. Oktober auch die Schweineseuche und Saüveinepest tm Lande so weit zurückgegangen, daß in feder der drei Provinzen nur noch je ein Gehöft verseucht ist.
*♦ Der städtische Seefischmarkt verlief gestern nachmittag in gewohnter, lebhafter Weise. Es waren elf Zentner Schellfische, Kabeljau, Seelachs, Schollen und grüne Heringe vorhanden, die sämtlich verkauft wurden. Ter Verkehr des kaufenden Publilums regelte sich insofern besser, als der Andrang im Anfang nicht so groß war und ich besser auf die Verkaufszeit verteilte. Das bot vor allen Dingen den Vorteil, daß die Käuferinnen nicht so lange warten mußten.
Kreis Friedberg.
h. Friedberg, 7. Nov. Aus dem freien Gelände zwischen den Zufahrtsstraßen nach dem neuen Bahnhöfe, zw.scheu Hanauer- und Bismarckstraße, beabsichtigen Geor Ulrich eine Anzahl von Wohnhäusern mit 250 Wohnungen und Läden aller Art zu errichten. Dic Gesamtbausummc ist auf 2,5 Millionen Mark berechnet. Der nach einh itlickum und in erster Linie künstlerischen Gesichtspunkten cmroor.en: Plan ist von Rcgierungsbaumeister Stork aus Darmstadt cntwotten worden. ~
L. Friedberg. 7. Nov. Sitzung der Stadtverordneten Vor Eingang in die Tagesordnung entspinnt sich eine längere Aussprache darüber, in welcher Weise sich eine raschere Ford er u n g der gcolautcn städ11sck e n Arbeit e n, erzielen lasse. Der Bürgermeister wird ersuckü, in der nächsten Sitzung entsprechende Vorschläge zu machen. Da es sich meist um Bauarbeiten handel!, wird die Annahme eines Architekten in Aussicht genommen, der den Bürgermeister entlasten sott. — Bei den Baugefuch.cn wurde Th. Morschci der Plan zur Erbauung einer Villa an jein em Grundstück in der Mainzettor-Anlage und dem Maurermeister K. Ber g die Erbauung zweier Wohnhäuser am Städkcrwcg genehmigt. — 'Der Fußsteig in der«Fr i tz - R e u t er- ft r a ß e sott um 1 _> Meter verbreitert werden und der westtichc Fußsteig an der Fauerbacher Straße sott Plattenbelag erhalten, soweit sich die Angrenzer zu den erhöhten Kosten beizutragen verpflichten. — In der A u g u st i n e r s ch u 1 e soll in die Turnhalle und Phvsiksaal elektrische Beleuchtung eingeführt 1 verben. Nach einem Voranschlag des F. Fünd- ling würden die Kosten 900 Mark betragen. Die Arbeit soll Fündling übertragen werden, sofern ihm auch die staatliche Arbeit in der Schule übertragen wird. — Auch im Feuerwehrmagazin sotten 3 elektrische Lampen angebracht werden. Die Kosten, 70—80 Mark, werden bewilligt: die Arbeit wird ausgeschrieben. — Von brr Stadt wird ein für sie nidjt verwertbares Stückchen Gelände an Großh. Fiskus abgetreten. — Tin dem Armensonds gehörendes Stück Gelände von 370 Ouadrat- meter sott für 90 Pfennig der Quadratmeter an die Bahn verlauft werben. — Bei den Arbeiten zum Umbau der alten Gewerbeschule erhalten die Wcnigstfordemden den Zuschlag und zwar Glaserarbeit Jordis, Schreinerarbeit A. Frank, Weiß- binberarbeit I. W. Zimmermann, Anschlagarbeit^ R. Trott, Li- noleumliescrung A. Kögler. — F. Röschen im Stadtteil Fauerbach ersucht um Schadenersatz, der ihm bei Einführung^der Wasserleitung entstanden sei. Tie Stadt ist für derartige Fälle btt der HaftpflickMetticherung Wilhelma versick)ert und soll bitte auf- gefordert werden, den Schaben zu ersetzen. — In der Fortbildungsschule haben sich etwa 50 Schüler zur Teilnahme am Turnunterricht gemeldet. Ter Unterricht sott in 2 Abteilungen an je einem Wochentag, abends 8—91/? Uhr, in ber Turnhalle ftattfinben. Die Kosten hierfür, 120—150 Mark, werden bewilligt. — Dem Gesuch des H. Kern um Nachlaß der Gewerbesteuer kann grundsätzlich nicht stattgegeben werden. — Ein Gesuch des Kirchenvorstandes im Stadtteil Fauerbach soll dahin erledigt werden, daß das Läuten, sowttt es ber politischen Gemeinde zu kommt, von den Bediensteten der Stadt bttorgt werden soll. — Tic von der Stadt abgttchlosscne Haftpflichtversicherung, soll auch auf die Elektrizitätsanlage ausgedehnt werden. — Btt bem mit ben Abnehmern von clektrischem Strom ab» zufchließenben Vertrag erhalt ben §3 (Hausanschlüsse) dm Zusatz: Tic Stadt haftet den Hauseigentümern für jeben Streben, der durch die Aufstellung von Leitungsmast n ufro. entsteht; Wünsche ber Hauseigcnttlmer sollen tunlichst berüttfidüigt werden. — Tie Vorschriften für die Gebäudttnstattatton werden nach denen der Provinz beschlossen. Zur Deckung der notwendigsten Ausgaben, die sich zusammensetzen au£: Gebäude- und Geländxerwerbskosten 73 000 Mk., Elektrische Anlage 187 000 Mk., Aich- und Steuer» amtsgcbäude 67 000 Mk., Umbau der Gewerbeschule 35 000 Mk, Kanalisierung am neuen Bahnhof 68 000 Mk., Kanalisierung ber Mainzettor-Anlage 25000 Mk., Beitrag zur Kvttsstraßc nach Nauheim 25 000 Mk., Tieferlcgnng der Bismarckftra^, Willrelmstraße, für das Gaswerk und ben Wasserturm 70 000 Mk ist bic Aufnahme einer Anleihe in Höhe von etwa 500 000 Mark erforderlich. Der Bürgermeister sott bis zur nächsten
Siege und Verluste bei Luelc-BurgaS und Bunar-Hissar.
Die Agence Bulgare veröffentlicht folgenden Bericht über die Kämpfe auf der Linie Luele-Bur- , gas —Bunar-Hissar zwischen dem 29. Oktober und - 2. November:
Die türkische Armee war über 129000 Mann - Infanterie stark und zählte 65 Eskadronen und 300 Geschütze. Während der fünftägigen erbitterten Kämpfe griff der türkische recht eFlügel unaufhörlich 1 den linken bulgarischen Flügel an. Den Bulgaren gelang es jedoch, durch einen tapferen Angriff und dank der mächtigen Artillerie den Feind zum Rückzug zu zwingen; er wurde von einem mörderischen Feuer verfolgt. Am dritten Tage nahm das bul- garische Zentrum, von der Artillerie unterstützt, energisch die O f f e n s i v e auf. Die Infanterie ging mit einem Bajonettangriff gegen die uneinnehmbar scheinenden Befestigungen vor. Es gelang ihr, diese zu besetzen. Hierauf machte sie sich an die Verfolgung des Feindes, der unter dem Feuer der bulgarischen Artillerie sich in Panik zerstreute. Am fünften Tage ging der linke bulgarische Flügel, durch frische Truppen verstärkt, zum entscheidenden Angriff vor uird zersprengte den Feind auf der ganzen Linie, so daß dieser seine starken Stellungen aufgab und flüchtete. Die Bulgaren erbeuteten 48 S ch n e l l f eu e r g e s ch ü tz e, mehrere Fahnen, 150 Waggons mit Lebensrnitteln und Munition, zwei Lokomotiven und machten 2800 Gefangene. Die bu gotischen Verlustt belaufen sich auf 15 000 Tote und Verwundete, die der Türken auf mehr als 40000. In dieser Schlacht, die sich mit ber bei Mukden vergleichen läßt, wurde die türkische Armee fast völlig vernichtet. Durch die Niederlage deprimiert und ohne Artillerie wirb die türkische Armee schwerlich die Hauptstadt halten tonnen.
von der bulgarischen Hauptarmee.
Der Kriegsberichterstatter der Wiener „R ei ch s p 0 st" bei der bulgarischen H a u p t a r m e e meldet aus dem Hauptguartter der zweiten Armee vom 5. November:
Der linke bulgarische Flügel besetzte nach heftigem Kampfe die Höhen östlich von Strandza und warf den türkischen rechten Flügel in das Waldgebiet westlich des Kossees. Die Bulgaren zichen über Strandza und Jenit'öi starke .Kräfte nach, um hier einen Stoß gegen Tschataldscha imi) die Stellung südlich des Kossces zu führen. Tas Zentrum und der rechte Flügel der Bulgaren drangen der geschlagenen türkischen Nachhut entlang der Eisenbahn und über Tschanta energisch nach und wollen einen Angriff auf die türkische Position in der Nähe von Tschataldscha durchführen. In den bisherigen Kämpfen unterstützte die türkische Artillerie die Infanterie nicht genügend und harrte nur selten bis zum letzten Augenblick aus. Die geringe Wirkung und der frühzeitige Rückzug der türkischen Artillerie gab die zurückgehcnde türkische Infanterie schutzlos den Angriffen der nachdrängenden Bulgaren und dem Feuer der bulgarischen Batterien preis, so daß der Rückzug fast stets m eine regelrechte Flucht ausartete. Vor Adrianopel versuchen die Türken den bul- garischenRingzusprengen. Die Bulgaren unternehmen trotz der türkischen Scheinwerfer häufig nächtlicheSturman griffe. Auch bei K a r a G a t s ck auf dem rechten Maritzaufer^ wird fast täglich gekämpft und das Bombardement mit großem Erfolg fortgestcht. Das Mißlingen des letzten, von zwei türkischen Divisionen mit starker Artillerie und zahlreichen Mitrail lensen unternommenen Ausfalles, des vierten seit der Zernierung, scheint die Widerstandskraft der Besatzung gebrochen zu haben. Man rechnet hier mit dem unmittelbar bevorstehenden Fall der Festung.
Wcitcre bulgarische Erfolge.
Sofia, 7. Nov. (Agence Bulgare.) Die Bulgaren besetzten am 5. November die Stadt Drama. Die Dörfer in der Umgebung sandten an den Trnppen- fommanbant Abordnungen, in denen Bulgaren, Griechen und Türken vertreten waren, die erklärten, die Waffen niederzulegen, indem sie ihre Unterwerfung anboten. Die Türken zerstreuten sich nach verschiedenen Richtungen. Tie meisten türkischen Soldaten liefern freiwillig die Waffen aus und suchen ihre heimatlichen Stätten auf.
In Dim 01ika wurde am 3. Nov. für den König und die bulgarische Armee eine Messe zelebriert. Die Truppen wurden mit unbeschreiblichem Enthusiasmus empfangen. Die gcnize Stadt war mit Fahnen in den bulgarischen Farben flefchmiidt. In dem ganzen Gebiet wurde eine bulgarische Verwaltung eingerichtet. — Die bulgarisch e n Armeen in Thrazien rücken unauchalt fam vor Gestern wurde Rodosto besetzt und an den Ufern des Marmara -Meeres die bulgarische Fahne entfaltet.
Die Belagerung von Adrianopel.
Konstantinopel, 7. Nov. Tie türkischen Blätter veröffentlichen Privatdepeschen aus Adrianopel, nach denen die Garnison am gestrigen Xüqc erfolgreiche Ausfälle unternahm Die Artillerie ber türkischen Position Dassitepe beschoß die Stellungen der Bulgaren bei
Marasch, zerstörte die bulgarischen Kanonen und ein Le- bensmitteldepot. Ein türkischer Fesselballon unternahm gestern einen Rekognoszierungs-Aufstieg.
Bon der türtischen Weftarmee.
Konstantinopel, 7. Nov. Nach einem gestern hier eingetroffenen Telegramm des Ober st kommandierenden der Westarmee, Risa Pascha^ wurden die Kriegsoperationen in der Umgebung von Soro- witsch von türkischer Seite erfolgr.ich for g se t. Außer Waffen und Gefangenen haben die Türken fünf Munitions wagen und drei Kanonen genommen. Der Feind hatte sich in der Richtung auf Kajalar zur Flucht g wandl und vier Kanonen sowie eine große Menge Waffen. Munition^und Sanitälsmaterial zurüctgelassen. Tie türkischen Truppen haben die Verfolgung ausgenommen.
Das Vordringen der Griechen.
Athen, 7 Nov. Der K r S n p r i n z als Oberbefehlshaber telegraphiert aus Kirdzalar vom 5. ds. Mts.: Wir bereiten den Uebergang über die Warda vor. Ter Feind zieht sich nach teilweiser Zerstörung der Brücken zwischen Jenidje und Ward ar auf Saloniki zurück. Wir fanden viel Munition und anderes Kriegsmaterial des Feindes vor.
Sie Wünsche Serbiens.


