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^u. Farben beiten tiefeln L'SS 50,16.5° ardt >ph'on 435
9 Uhr und Donnerstag »treffend:
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per Pfund Psg.
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Zweiter Blatt
Nr. 10Z
Erscheint tlgttch mit Ausnahme »ei Sonntag».
Dom lanöwirtschastlichen Lokalverein Giehen.
Tic jür Sonntag im Fclfenkeller anberaumte Versammlung bes Landw. Lokalvereins (ließen war sehr gut besucht. 2.er Vor U Lende eröffnete sie um 3y» Uhr mit einer kurzen Anzprache zum
Redaktion. OpwbtHtm tmb Druckerei: Schul- strotze 7. Erved.Non und Verlag: «aS dL. Rebahtorce^llfl. Tel.-Adr^ AnzetgerGtetzen.
Die „Oletzener KamllienblLtle^ werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, bal „KrdsMatt ffir den Kreis Sietzen" iroetmal wöchentlich. Tie „tanöroirl|d)aftlld?en Sell» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Dienstag, 7. Mai (9(2
R*?«rtonfbtud anb Verlag der Srüblichen UnwersikLiß - vnch- und Steinbrudcttt 9t Longe, Lietzen.
Au» Stadt und Land.
(dienen, 7. Mai 1912.
• ** Lehrerversonalien. Uebertragen wurde bent Schulamtsaspiranten Wilh. Balmerth aus Torndiel die Lehrer- itelle an der kath. Schule zu Erbach i. O. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Löwenstcin-Wertheim-Rosenberg und dem Fürsten und Grasen zu Erbach-Schönberg aus die erledigte erste Lehrerstellc an der Gemeindeschule zu Neustadt präsentierte Schulamtsaspirant Hch. Koch aus König: seiner der von deni Fürsten zu ytenburg und Büdingen in Büdingen auf die Lehrerstelle an der Gemcindeschule zu .Heegheim präsentierte Lehrer Gg. M a 11 h ä u s zu Kefenrod. In den R u h e st a n d versetzt wurde am 27. Avril d. I. der Lehrer August Lenz an der Gemeindeschule zu Arheilgen auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. Entlassen wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Bieber Johs. Kron auf fein Nachsuchen. . ,
** Pom Naturheilverein wird uns geschrieben: Der Lenz, der seinen Einzug hält, dringt neue Lebenshosf- nungeit, aber auch neue Gefahren: denn es ist eine bekannte Erscheinung, daß in den Seiten tief einschneidenden Temperaturwechsels im zeitigen Frühjahr und im Ausgang des Herbstes unser Organismus einer ähnlichen Revolution unterliegt, wie die Natur. Im Frühjahr wird gleichsam das Fazit gezogen über unsere Linterlebenswctse, und Erkältungskrankheiten, Stoffwechfelstörungen, Ausfchet- dungskranlheiten ufw. bedrohen den, der im Winter gegen die Gesetze einer naturgemäßen Lebensweise gesündigt bat. Tarum gilt es jetzt besonders, seine Aufmerksamkeit den Fragen der Gesundheitspflege zuzuwenden. Ter vom Natur- Heilverein veranstaltete Vortrag „F r ü h l i n g s k u r e n"
Okbädnm» des verstorbenen langjährigen Präsidenten und Ebren nutglicb» Ccfononucrat S d) l e n f c. Tie Versammlung ebne den Verstorbenen durch Erheben von ihren Sitzen.
Ten Vortrag des Tages hatte Prof. G i f c v i u S - Gießen übernommen, das Thema lautete:
„Die Produktionskosten von 1 Liter Mil ch".
Ter Vortragende betonte, daß die ungünstige Witterung des Jahres 1911 einen Futtermangel geschaffen habe, der sich den aanzen Winter über fühlbar machte uird die Vtehhaltung und Milchproduktion erschwerte. Tie Aussichten auf ausreichende Früh- lahrsfuttcrmengen seien durch die Ungunst der Witterung eben- falls zu Nichte gemacht, so daß auch im kommenden Jahr die Viehhaltung sich äußerst schwierig gestalten und die Milchpro- duknoil immer teurer werde. Aeltcre Berechnungen, von denen der Vortragende die von Luke, Paterhansen, amührt, geben den Pro- duknonspreis pro Liter auf 16 bis 17 Psg. an. Andere Bered>- nirngcn, wie die von öaalc und Schneider, die in vcrsch>c> beiicu Gebieten gewonnen worden sind, kommen auf einen Produktionspreis von 16Vi bis 18 Psg. Tie Produktionskosten sind nut Rücksicht auf den allenthalben herrschenden Futtermangel heute beträchtlich gestiegen, so daß diese Zahlen meist als zu niedrig anzusehen sind. Tie Produktionskosten stellen sich in verschiedenen Wirtschaften verschieden. Es muß diesbezüglich unter- chieden werden die reine Avmclkwirtt'chaft von der Wirtschast mit Zickassung der Kühe und ttdlberoerlauf und diese von der Abmelkwirtschait mit Aufzucht. Tie reine Abmelkwirtschaft erfordert starke Fütterung, weil neben der Milchleistung zugleich Mast angeftrebt wird. Sic bringt weiter große Verluste durch die Preisdifferenz zwischen den frischmelkenden und fetten Kühen. Der Einkaufspreis und Verkaufspreis der Kühe und weiterhin der Futterpreis find also von Bedeutung jür die Rentabilität dieser Wirtschaft. Beide Faktoren haben sich im Laufe der letzten Zett dauernd ungünstig gestaltet, da der Einkaufspreis der und der Futterpreis stark gestiegen ist. Als Vorschlag zur Verbilligung der Produktion ist anzuiühren ein teilweises Decken der Kühe um so den Wechsel im Kuhstall zu verringern. States hin die Gruppen: uhrung. Um die Futterkasten herabzusetzen, ilt es । starken Acker utterbau durchzuführen damit die Sommcrjüttcrung möglichst als Grünfütterung durchgefährt wird, die WimcrlUttcrung möglichst unter Verwendung von Heu. Futtermißwachs wie int lauienden Jahr fann die Einschränkung dieser Futlerkostcn oft möglich machen. .Am leichtesten ilt eine Einschränkung der Futterkosten zu erreichen bei der Anlage von Weiden, die aber nur in genügend fcuastem Klima möglich sind. Ein anderer Vorschlag zur Verbilligung Der Milchpeoduktion geht dahin. Auszuchiwirtschaften mit der Milchwirtschaft zu verbinden. Tie deutsche LaiiDwirlschaslsgesellschaft berechnet, daß bet saa gemäßer Haltung, Pflege und Fütterung die Produktions- di ein brt jähriges Rind mit 'i-11 500 Mark ;u veranschlagen sind. Bei dieser Form der Milchwirtschaft geht zwar die Milchleistung etivas zurück, aber die Fleischproduktton wird vermehrt, zugleich gestaltet sich die Fütterung billiger, weil hier Die Gruppensütterung sehr gut möglich ist Voraussetzung für diese Wirtschaftsform sind brauchbare Jungvieh w eiben. Es muß daher im Interesse der Viehhaltung und Milchproduktion aui die Ausgestaltung der Viehweiden, die entweder als Ge- nojsenschastsweidcn oder als Weiden landwirtschaftlick)er Korporationen der größte Wert gelegt werden. Für die nächste Zukunft wird gerade die Milchwirtschaft mit Zulassung der Kühe oder die Milchwirtschaft mit Aufzug die größte Bedeutung für die Landwirtschaft haben, und es wird empfehlenswert lein, daß jeber Landwirt im Interesse der Rentabilität seiner Milchwirtschaft sich die Frage vorlegt, welche von diesen Wirtschaftsformen er mähten will. Gegeben sind als feststehende Faktoren die Vieh- und Futterpreise, wenn es gelingt, einen oder den anderen bi ei er Faktoren auf die eine oder andere Weise für eine Wirtschaft herabzusetzen. so wird dadurch die Produktion in der Regel rentabler werden. ... , . ,
Tie an diese Ausführungen anschließende lebhafte Aussprache bewegte sich teilweise um die Frage der Anlage und Benutzung von Weiden, teils um die zweckmäßige Verwendung und Auswahl billiger Markfutterstosfe und schließlich um die tyrage der güniügften Gestaltung der Zucht. Ueber die Auswahl der «yuttcr- mittet unter Berücksichtigung der heute herrschenden Kauffutter- preise gab Herr Tr. oltceberger eingehende Auskunft. An der Aussprache beteiligten sich die Herren Klein, Wetz, Weil, Fenchel u. a. Im Laufe der Aussprache wurde von dem Vorfttzciiben Herrn Kaiser ermähnt, daß nach Zeitungsmeldungen die Ausgestaltung und selbst der Fortbestand
des L a n d w i r t s ch a s t l i ai e n Instituts an der Landes Universität Gießen
in Frage gestellt seien. Er richtet daher an Herrn Prof. Gisevius die Anfrage, in wieweit diese Meldungen richtig seien. Prof. Gisevius erklärte, daß er bereit sei, Auskunst über bieie tfrage zu erteilen und daß diese Zeitungsinelbungen im wesentlichen auf Verl andlungen im Finanzausschuß der Zweiten Mamin er und un Plenum der Zweiten Kammer zurückzufähren seien. Da biejc Verhandlungen in der Lcfsentlichlcit viel erörtert men, ,v lei es feine Indiskretion, wenn er hier auch seine Ansicht mitt eile. Zunächst fei in der Zweiten Kammer die Bebauptung auTgeiteiit worben, daß das Institut Gießen nicht genügend auegebautjci, um die volle Ausbildung des Landwirts sickerzustellen. -tieje Bemerkung sei unzutreffend, denn an dem Landw. Institute in Gießen werden alle Vorlesungen gehalten, die zu einer hur- reicWnben Ausbildung der Landwinschafts l ehrer notwendig find. Es w'i z. B. auch die Behauptung ausgestellt worden, daß an dem Landw. Institut in Gießen feine .stulntrtechnik gelesen werde, auch diese Behauptung fei unjutrefienb, weil Pros. Gisevius 1 eiter, Der als Kulturtcchniker ausgebildet ist und das^ kulturtechnlichc Examen bestanden hat, diese Vorlesung abhaltc. Tie übrigen Vorlesungen, soweit sie bqs Gebiet der Landwirtschaft betreffen, werden in Gießen genau in der selben Weise abgehalten, rote an anderen Instituten für Landwirtschaft an deutschen Universitäten. Bezüglich bet Laboratorien habe bas Landw. Institut keinen -uxus aup zuweisen, Die Räume feien klein, aber zureichend, und bei gutem willen lasse sich in ihnen genau so viel arbeiten, rote in den luxuriös ausgestatteten, vielfach mehr der Repräsentation als den Arbeiten dienenden großen Räumen mancher anderen Institute für Landwirtschaft. An Versuchsfeld seien z. B . augenblicklich 73 Morgen vorhanden, eine Fläche, aur der sich jeber Versuch in fast beliebiger Ausdehnung Dor führen laue. An fachlicher Ausrüstung fei das Gießener Jmtirut überhaupt völlig auögcftanct. Die Jnintttte Göttingen und Jena, die jedermann für vollständig ausgebaut halte, hätten sogar geringere Etats für sachliche Ausgaben als Gießen. Die glückliche Verbindmig des Instituts mit der Wirtschaft des Herrn Bichler erivare dem Jnftttut die Anlage eines teuren Rassestalles, eigner technologisch^ Etn- richning, wie Bierbrauerei und Brennerei und gestatte auch jeben Fütterungsversuch in fast beliebigem Umfange durckzuiMren. -tie Verbindung mit großen Milchwirtschaften wie z. B. Klemm Winnerod gestatte auch Versuche und vtatnidx Arbeiten am diesem Gebiete in Gießen, wie sie auch jetzt schon von xr. Kle- berger seit Jahren ausgemhrt werben.
Aus obigen Gründen fei es möglich gern ei en, unter persönlichen Opfern den Betri eb des landw. Institutes mit einem verhältnismäßig niedrigen Etat aufrecht zu erhalten. Es fei falsch, aus biejem
Zweiter internationaler hansdefitzer-ttongreh.
~ Berlin, 6. Mai.
In Anwesenheit von zahlreichen Vertretern^ verschiedene Reichs- und Staatsbehörden begann heute der 2. Jnlerrunionatt Hausbesitzer-Kongreß im Kaisersaal des Landwehroffizierkasinos seine Verhanblungen Nach einer Begrüßungsansprache des Geb Oberregierungsrats ft r c n Bien Dom preußischen Laiibwirtschaits- ministerium wurde in die Tagesordnung eingetretcn. Ter Heu tige Tag war dem Thema
„H e i m st ä t t e n r e ch t" gewidmet. Ter Generalberichterstatter Tr Walter Müller Leipzig) schilderte zunächst bas amerikanische Heimstattenwescn und die amerikanische Heimstätten Gesetzgebung, die aber auf deutsche Verhältnisse nicht übertragbar sei Er legte dann der Versammlung Leitsätze vor, in denen ausgesprochen wird, das; Der mo Derne Staat sich wegen der wirtschaftlichen und hygieniscten Vorzüge der Heimstätten sich mit der Lösung dieses Problems befassen möge. Eine Gesetzgebung aber, die sich auf Beschränkung Der freien Verfügung des Einzelnen über die Heimstätte und des ZugriffSrechts des Gläubigers beschränke, sei verfehlt. Nur ^burd) wirtschaftliche und steuerpolitische Maßnahmen könne ber Staat unter Umständen auf die Verhältnisse so einwirken, baß die Be grünbung von Heimstätten tatsächlich begünstigt werbe. Wünschenswert sei jedenfalls, daß diese Maßnahmen nicht bloß am die landwirtschaftlich benutzten Grundstücke beschränkt werden, sondern sich auch auf gewerblich benutzte Grundstücke und Wolmstatlen im allgemeinen, insbesondere auch auf die Verhältnisse der Städte erstrecken.
Gegenberichterstatter Justizrat Dr. Baumert (Spandau untersuchte die Frage, ob die Heimstätte nur auf ländliche Grund stücke ober auch auf
städtische kleine Wohnhäuser erstreckt werden solle. Er kam zu dem Schlüsse, daß wie für den Landbesitz so auch für den städtischen derartige Maßnahmen wun schenswert seien. Tie Heimstätte ober bas Eigenhaus soll aber nicht größer sein als eine für eine Familie sackgemäge Wolp nung zu bieten. In Preußen habe man feit länger als einem Menschenalter immer nur Gesetze geschaffen, bie jebe Ansiebelung erschweren, so daS Ansiebelungsgesetz und das Fluchtliniengesetz Ter Redner legte der Versammlung schließlich folgenden Antrag vor:
„Will man die Kleinansiedelung auf dem Lande und in kleinen Städten begünstigen, so empiiehlt es sich in erster «Linie, die die Neuansiedelungen beschränkenden Gesetze zu ändern, ivu daS Attsiedelungsgesetz und bas preußische Fluchtliniengesev. tnsbcsoiibere aber ist die vianbfreic Abschreibung eines kleinen Grundstückes gegen Zuschreibung Der Grundrente auf das Gru - buch des Hauptgutes ohne Genehmigung der Hypothekengläu biger gesetzlich znzulassen." e
Tic übrigen Vortragetiden, Geh Justizrat Prof. Tr. K o h l e r (Berlin), Prof. Tr. Grünberg (Wien), Prof. R a g o t Paris) und Präsident S t u c d> i (Mailand) hatten der Versanimlutt^ schriftliche Ausführungen vorgelegt.
In der sich daran anschließenden 'Aussprache führte Rechtsanwalt Cohen (Hamburg) ans, daß diese Frage viel zu schwierig sei, als daß ste nebenher gelöst werben tonnt. Er warnt vor Ucbcrtragung bes französischen Rechts am beut)de Verhältnisse, da man sonst in baS Fahrwasser des Erbbaurechts komme. Tic schwierige Frage der Ablösung der nicht cebbercd1 tigten Abkömmlinge fei nur dadurch zu lösen, daß die Auszahlung dieser Abkömmliiige aui dem Wege langfristiger Amortisationen erfolge. — Ingenieur Burelle Lyon) i’d'Ubert Die Bestimmungen deS französischen Heimstättengesetzes. — Tirektor Krüger (Hamburg) meint, die eingehende Behandlung dieser Frage an erster Stelle des Internationalen Hausbesitzerkongresses zeige, daß die Hausbesitzer der Ansicht seien, daß jeder Familienvater tunlichst seinen eigenen Herd im eigenen Hause besitze. Es sei aber ratsam, diese Frage auf rein gesetzlichem Wege zu lösen. — t£ine Abstimmung fand nicht statt. Tie Verhandlungen wurden bann auf morgen vertagt. ......
Am Nachmittag fanb eine Besichtigung von ftadtifchcn Werken statt, unb abends waren die Kongreßnittgliebcr von Der Stabt Berlin zu einem Begrüßungsabenb ün Rathaus ein geladen. i
Haus- unb Wohnungsbau.
Während der Hausbesitzerkongreß sich mit Der wirtschaftliche unb rechtlichen Seite bes Wohnungsproblems beschäftigt, ivill Di: in den Ausstellungsl-allen des Zoologischen Gartens uiitergcbracfaic Ausstellung ,Haus und Wohnungsbau" die technische <>rage des Wohnungsproblems beleuchten unb zu lösen versuchen Ein L»ang burd) bie Ausstellung zeigt, baß es sich nicht etwa Darum hanbelt, ju zeigen, welch verschiedene Arten von Heimstätten es gibt, fondern nur darum, wie ein modernes Wohnungsbaus und insbesondere ein Haus, wie es die Stadt fordert, bpgienisch^errichtet, erhalten unb verbessert werben lann. Architekt und Techniker, Künstler unb Maler, Hygieniker, kurz alle Fachmänner, bie mr einen Hausbau in Frage lammen, zeigen, roeidi: Rieseiisortidirltlc unser moderner Hausbau gemad’t bat. Aber auch die Städte haben sich an der Ausstellung beteiligt. So zeigt Altona an Hand von Plänen, wie Baublöcke nad) neuzeitlichen Grundiatzen ausgestellt werden sollen, Bremerhaven zeigt einen modernen Bebauungsplan für ein Stadtviertel, währeno Halberstadt einen solchen ftir ein in einem Park auf zu s chl ie ß end e s Villengelände bietet. Interessant ist auch der Bauklasienplan der -stabt Magbeburg, sowie die Pläne über bie Sanierung ber Altstabt unb über bie Versuchskläranlage ber -stabt -Stuttgart. In bie Umcrgninbbauten führt ein Plan ber -stabt i a n z t g, bte an einem anberen Wobei! zeigt, wie ein \straF,cnDurd)brud) burd) bie Altstadt mit modernen Vkitteln durchgeführt werden kann. Daneben zeigen die verschiedenen Vororte Berlins, welche enorme Leistttiigen sie auf dem Gebiete der Ztleinwohnungen und Vtllen- lolonicu schon vollbracht haben. Von den Einzelausstellungen erregt insbesondere das Musterhaus für G a s ve^r we r t u n g der Zenttal: für Gasverwerrung in Berlin großes entere,,c, nt dem gezeigt wird, wie trotz des Triumpfzuges des elekirt,chen dickstes, das Gas immer noch feinen Platz oehauptet. Auch Heilmittel gegen die Krankheiten des Hauses, gegen Hausfchwamm, holz- zcrstörende Pilze, gegen Feuchtigkeit werocn m Hülle und 'Fülle zur Schau gestellt. Unb gerade im Hinblick auf bas schwierige Problem, wie man zu leisten Zeiten die Temveratur in einem Hause erniedrigen kann, dürfte ein Haus, bas bis zum Parterre vollständig unter Wasser steht, ohne daß in das Innere des.vau^s auch nur ein Tröpfchen Feuchtigkeit bringt, großes ttuftehen erregen. .. .
Um ben Wetteifer ber Aussteller anzmvornen, fino von ver- schiebenen Städten Ehrenpreise gestiftet worden, so von Altenourg, Berlin, Ebarlottenburg, Dresden, Elberfeld, Lichtenberg, Magdeburg, Neuköln, Potsdam und Stuttgart. Ferner haben zahlreiche Hausbcsitzerverbände und Vereine Eeldpreise gcmittt.
162. Jahrgang
Giehener Anzeiger
Genera!-Anzelger für Gderhesjen
niedrigen Etat einen Schluß auf die geringe Leistungsfähigkeit deS, Instituts zu sieben, nicht Die großen Geldmittel, nicht bie große Zahl ber Versuche, bewirkte« bie Bedeutung bes Instituts, sondern die Verwendung ber Mittel unb Die Qualität ber gelieferten Arbeiten sei ausschlaggebenb für die Bewertung seiner Tätigkeit. Man habe bas Institut mit den landw. Hodn'dmlen, Bonn, Berlin usw. verglichen, habe aber babei den Fehler begangen, Nicht zu bvrüdiidrtigen. Daß diese Institute als b.'sonbere „H o d)J d) u 1 c n" alle naturwi,jenschanlichen und lanoroiriid)aft* licken Spezialfächer neben dem eigenen Gebiet ber Lanbwirtsdmst umfassen. Solcke Einridstungcn seien in Giehen nickt notlvenbig, weck die Universität den gqamtcn naturwinenschas opparat für bas Studium der Landwirt,ckait m vollkommenster Weife darbietet. Außerdem biete das Forstinstitut unb Veterinärinstitut bic Möglichkeit, tincr Ausbildung Der Landwirte auf diesen Gebieten wie sie Die anderorts bestehenden landwirtschaftlichen Hochschulen niemals gewähren konnten, so daß bic Lage bes Instituts Gießen in biefer Hinsiclst als ganz besonbers günstig angesehen werben könne.
Es sei auS bic,‘em Grunbe eine Verlegung beS Instituts nicki als crwünsckst anzusehen, zumal bic Verbindung des Instituts mit ber lanbwirtschaftlickien Versuchsstation in Darm stabt für biefen Verlust keinen Ersatz bringcit könne und außcrbern in Gießen stets eine Professur für Laubwinschaft als Hilfsprofessur für Forst 1 unb Veterinärwisfenschaft vorhanben sein müsse.
Eine Verbindung des Instituts nm einer Versuchsstation iöm:r ür beide Jnstttttte wolst segetisrcick) sei, sie sei ober duraiaus „n i d) t" die Vorbebingung für beren erfolgreiches Arbeiten. S a ch- 1 id) fei bas Landwirtschaftliche Institut in seiner jetzigen Ausdehnung unb Zusammensetzung fer tig unb zur Ausbilbuna d o n Landwirtschaft S- lehrern geeignet. Es reiche in feiner jetzigen Form selbst- ür einen Besuch von 100 bis 120 Studierenden aus. Die Personalfrage dagegen bedürfe wohl einer Erörterung.
An ähnlichen Instituten wie z. B. in Jena unb Göttingen seien je 3 Professoren als Lehrkräfte tätig. In Gießen habe er ^Pros. Gisevius)^sid) mit Rücksicht auf bic Finanzlage bes Laubes seither mit ber Tätigkeit zweier Privatdozenten beholfen. Tiefer Notbehelf fei auf die Tauer nicht durd-führbar, da der eine der Herren bereits eine anderweitige Stellung angenommen Hobe unb auch ber Weggang bes anberen, fchon feit 8 Jahren in Gießen tätigen Herrn, in nächster Zeit zu befürchten sei. Es sei also erwünscht, baß hier tzwei Stellungen als anßerorbentliche Pro- essuren geschafsen würben, die enoa einen Kostenanswanb von 5000 Mark pro Jahr verursachen würben. Ta aufcerbem noch zwei Assistclltenstellen für bicse Professuren nötig sein würben, so würbe ber Betrag für ben etwa in nächster Zeit erwünschten Ausbau bes Institutes etwa 7400 Mark Mchttosten pro Jahr verursachen. Tamit seien aber auch für lange Dauer alle Bedürfnisse des Instituts vollkommen gedeckt.
Er selber habe keine uferlosen Pläne bezüglich der Ausgestaltung des Instituts und er betone ausdrücklich, daß diese Anregungen, die in der Kammer gegeben worden seien, ohne seine Mitwirkung zustande gekommen seien.
Er könne nickst glauben, daß die Zweite Kammer das Institut, dessen Entwicklung sie z. Zt. selbst gewünscht habe und das ferne Lebensfähigkeit durch die Steigerung der Frequenz, die jetzt 80 Hörer betrage, bewiesen ljabe, neuerdings aufheben wolle unb er habe baher bie ganz bestimmte Hoffnung, baß bie Regierung unb bie Kammer, bie seither noch alle seine Dünsche erfüllt hätten, nicht einen Ausbau bes Institutes, fonbern seinen Fortbestand unb seine Entwicklung burd) ben für abfebbare Zeit geniigenben, jetzt aber auch sehr nötigen persönlichen Ausbau herbeiführen würben.
Die Herren Weik, Klein, Brenner, Cftlbert und der Landtagsabgeordnete Fenchel betonen in ber sich an biefe Ausführung anschließenden Besprechungen, baß cs sowohl im Interesse bet Lanbwlrtschaft der Provinz Oberhessen wie auch im Interesse der Landwirtschaft des ganzen Hesseiilandes liege, wenn das Institut m Gießen erhalten bleibe unb an ber Hebung ber praktischen Lanbwirtschaft wie auch an der Lösung wissenschaftlicher Fragen mitarbeite. .Der Vorsitzende Herr Kaiser schlägt daher vor, folgende
Entschließung, die in ihrem genaueren Wortlaut von einem hierzu gewählten Ausschuß sofort aufgesetzt wurde, an die Zweite Kammer zu' senden.
„Tie heute am 5. Mai 1912 im Lenz'sche» Felsenkeller z u Gießen tagende, zahlreich besuchte Versammlung des Landwirtschaftlichen Lokalvereins Gießen richtet an die Zweite hessische Kammer das Ersuchen, das an der Landes- Universität bestehende Landwirtschaftliche Institut zu erhalten und die für seinen Aus bau nötigen, mäßigen Mittel bereit zu stellen, da die Tätigkeit des Instituts nicht nur im In- teresse der Wissen scha ft, sondern auch im Interesse der praktischen Landwirtschaft die größte Bedeutung hat."
Tiefe Entschließung fand einstimmige Annahme. Mit dem Ausdruck des Tankes an den Vortragenden und die zahlreich erschienenen Landwitte schloß der Vorsitzende Herr Kaiser gegen 7 Uhr die angeregt verlaufene Versammlung.


