Paragraphen 106 a bis 106 h unbedingt abzulehnen. Falls der Beschluß der Kommission auf Einführung eines Wasserzinses in der zweiten Lesung aufrecht erhalten roerben sollte, muß unbedingt eine völlig gleiche Behandlung der landwirtschaftlichen und der industriellen Unternehmungen gefordert werden.
Die zweite Entschließung erhebt Einspruch gegen die in den Paragraphen 45, 52 und 178 von der Kommission beschlossenen Erweiterung der Schcüxmersatzpflicht. Die dritte Entschließung legt Verwahrung ein gegen die im Paragraphen 24a geschaffene, weitgehende Bestimmung über die Verpflichtung zum Erfaß des durch unerlaubte Verunreinigung entstandenen Sdiabcn§. T-ie vierte Entschließung verlangt die Aufrechterhaltung des Berggesetzes in der jeweils geltenden Fassung. Das Recht des Bergwerk- Sesitzers, über die im Betrieb erschlossenen Wasser zu ver- ügen, ist in das Gesetz aufzunehmen. Die fünfte Ent- chlietzung hält an der Forderung einer.Zentralinstanz für <>ie Entscheidung der in Betracht kommenden Rechtsfragen fest.
Die zweite und dritte Entschließung wurde mit allen gegen eine Stimme angenommen, die übrigen einstimmig.
Ein Vorgefecht zum sozialdemokratischen Parteitag.
Von den „Sozialistischen Monatsheften" ist soeben für den Parteitag in Chemnitz ein Sonderheft erschienen. Seinen Anhalt bilden bemerkens »verte Anklagen gegen die Partei- Leitung und die Reichstagsfrattion oer deutschen S^ial- demokratie.
Dr. Leo Arons stellt die Frage: „Gibt Ls eine preußische Sozialdemokratie?"
Ein Bild vom Verhalten der Massen und ihrer Vertreter in Preußen falle „nicht grade glänzend aus". Dr. Arons ist iuisu- frieben mit dem Erfolg der Wahlbeteiligung der Sozialdemokratie bei den preußischen Landtagswahlen von 1008. Ihn befriedigt auch nicht die Wirkung des Schnapsboykotts. Er schreibt: „Was besagt das (bic Abnahme im Verbrauch von Trinkbranntwein), wenn wir erfahren, daß in früheren Jahrzehnten eine rein ethische, von bürgerlichen Steifen entfachte Bewegung zeitweilig »ocit größere Erfolge erzielte." Freilich, so fährt Dr. Arons fort: „soll ich glauben, daß roir ähnliches erreichen werden, wenn ich sehe, rtne führende Parteigenossen trotz Erinnerns öffentlich ibr Schnäpschen trinken und andere dazu ausfordern?" Von dem Verhalten der sozialdemokratischen Abgeordneten int preußischen Landtag ist, nach der Wiedergabe der „Voss. Ztg.", Dr. Arons erst recht nicht erbaut: „Sehr ernst zu nehmende Patteigenossen sind der Meinung, daß die Zwischenfälle, die sich schließlich bis zur gewaltsamen Entfernung des Genossen Borchardt aus dem Sitzungssaal stcigetten, zum großen Teil zu vermeiden gewesen mären und daß sie für die Gefamtpartei keineswegs fürder- l i ch waren." Sehr verbreitet ist, nric Ar. Arons hervorhebt, „die Ueberzeugung, daß die Fraktion durch allzu häufige und allzulange Reden nicht nur ihre Stellung im Abgeordnetenhaus, sondern auch die agitatorische Wirksamkeit ihres Auftretens nad) außen ab schwächt", zumal da „bic kleine Zahl der sozialdemo- kratisdien Redner eine besonders auffällige Eintönigkeit herbeifühtt".
„Heraus ans dem toten Gleis" ruft der Fiih(- ter der 'badischen Revisionisten Kolb seinen Parteigenossen im Reich zu:
„Im einzelnen machen sich die 110 soz i al d e m o kratische n Mandate (int Reichstag) wohl bemerkbar, ihr Ein- f l u ß auf die politische G e s a m t b c i t dagegen ist außer ft gering, sofern man von einem Einfluß überhaupt reden kann... Ihre politische Macht ist in der Hauptsache negativ-abwehrend, positiv kann sie solange fick) nicht in entsprechender Weise durchsetzen, als die 'Sozialdemokratie au ihrer chwndsätzlichen Negierung des heutigen Staates festhäll." Wer sich heute unterfange, innerhalb der sozialdemokratisd)en Partei den politischen und wirtschaftlichen Problentcn in unserer praktischen Politik „tiefer auf den Grund zu gehen unb durch seine Studien mit den Parteidogmcn in Widerspruch kommt, muß sich entweder von der aktiven Politik zurückziehcn, oder er läuft gar Gefahr, daß ihm der Stuhl vor die Tür gesetzt wird". Mit dieser „ebenso einfachen »vie bequemen Methode, Politik zu treiben", hat es die bcutfd)c Sozialdemokratie, wie Kvlb mit Recht betont, „nur so weit gebracht, daß die sozialdemokratische Partei trotz ihrer imposanten Stärke politisch ftd) auf einem toten Gleise bewegt und in fast allen großen Fragen der allgemeinen und Wirtschaftspolitik keinen festen Boden mehr unter den Füßen bat."
Mit der Haltung der Partei in der Kolonralpolittk ist Ludwig Qu ess el ebenso unzufrieden, wie Abg. Süde- f um mit der Stellungnahme der Reichstagsfraktion gegenüber dem Scl)utz der Deutschen im Ausland. Auch in dem tors gefolgt ist. Zum ersten Male imrtbc die vielbesprochene Stilbühne, über die wir fd>mt oft berichtet haben, auf ihre Wirksamkeit hin erprobt.
Aber nicht allein an die Spielleitung »verben hier hohe An- forderungen gestellt, denen nur ein feiner Zkunft- und Farbensinn gerfd-.t werden kann, auch den Solisten fallen im Rahmen der Stilbülme Aufgabeii zu, die sid, nicht sofott restlos lösen lassen. Die Hilfe der Kulissen ist ihnen hier so nut wie völlig genommen, all ihre Beivegnngen treten scharf umrissen hervor, bic plastische Wirkung ist bis zum Höckrstrnaß gesteigett. Jebe schematische Geste wirkt daher doppelt unaugenelyn. Aber die Darmstädter Künstler lwben mit girtem Erfolg an der Lösung ihrer Aufgaben gearbeitet. Herr Becker war heute ftimmlid) und darstellerisch ein hervor- ragenber Achilleus. Sein glanzendes Material sclndnt an Kraft und Ausdrucksfähigkeit gewonnen zu haben. Ihm zur Seite stand der Agamemnon des Herrn Weber, der besonders in der großen Szene des lebten Aktes ein ungewöhnliches Können an den Tag leche. Zart itnb au ntnndKit Stellen von tief eurpftindcner Innigkeit war die Jphigenia des Frl. G e y e r S b a d> Frau o. Sugh als Klvtämnästra überwand die gesanglichen Schwierigkeiten ihrer Rolle leichter als die darstellerisdn'n. Vollste Anerkennung verdienen die Chöre. Auch dac Orchester unter.Herrn Kapcllmeifter de Haan ließ keinen Wunsch unerfüllt.
Die erste Vorstellung der Darmstädter HofbüVne stand auf einer Höhe, die nur ernfte Arbeit und außerordeiüliches Können erreichen kann.
— Die Goldenen Medaillen der Großen Berliner Kunstausstellung. Anläßlich der Großen Berliner >bunstausstellung wurde die große goldene Medallle für Kunst verlieben den Malern Professor Hans Looschen (Berlin), Karl Larsson (Sundlwrn, Sdnveden^, dem Maler und Radierer Frank Brang- wvn (London , die goldene Medaille für Kunst dem Bildhauer Ebei'lwrd Emke (Berlin), dem Radierer Proscssrn Ernst Seger (Berlin», dem Architekten Professor Hennann Billing (Karlsruhe, bau Maler Alsrcb Ri ohrbutter (Berlin).
— P a p i e r - I n d u ft r i e - A u s st e l l u n g , Berlin 1913. Der Zentrnlverband ber Papier unb Schreibwaren - T elail listen TeuffchlandS, E. B. (Sitz Berlin), hat, angeregt durch Fabrikanten- unb Interessenten Kreise, beschlossen, eine größere .vadiausftellung der gesamten Papier-Industrie, verbunden mit Buäigcwerbe, Budümndcl, ^hidibiitberci, Vlakatkimde. Bureau - bedarf und Srhreittvaren zu veranstalten. Sie finvel in den Tagen vorn 3.—14. Mai nächsten Jahres in ben Gesamträumen der PbUlnrrmonie, Berlin, Bernburger Strass statt. Ausstellungsanmeldungen sind an den ftellvcrtrttaiden Vorsitzenden Zentral- verbände 5, Ceorg Krügel, C-birlottcnburg, Schill erst r. 29, zu ridnni, wo auch auch die ausftibrlichen Bestimmungen erl-alllich'sind
— Kurze Nachrichten nu5 Kunst und Dissen- schäft. Rolf Gunvlt, der in der Spielzeit 1909—1910 Hm unferm Sladttbeater als Ebarakterdarsteller vcrpflicknet war rst für die Wintersaison nm Deutschen Schauspielhaus in Berlin engagiert. — In Heidelberg ist der vor uw: Fadren in den Ruhestand getretene lnngfädrige KreiSi'chulrat Geheimer Hofral Hermann Strnebe im SS. Lebensjahre gestorben
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dauern kann man nur, daß auch den talentvollen Bildner, Pau Besen va l, das gleiche Schicksal erreichte.
Es wäre ein Zug hervorragenden Taktes gewesen, wenn nun die französischen Abordnui^cn wieder nach Hause reiften nachdem ihr Zweck verfehlt. Das wird aber nicht der Fal
sein. Auf Verfügung des russischen Hosministers werden sie in einem Sonderzug nach Borodino reisen. Tort werden sie die trauernden Helden darstellen. Mer auch den Festlichkeiten in Moskau werden sie beiwohnen, auf dem Kremel die Hclden- I innen ihrer Vorfahren finden, in Gestalt von Säbelhieben an den russischen Heiligtümern.
Heer und Flotte.
Das auf den Vulkanwerften erbaute Linien- chtf.f „Friedrich der Große" fähtt am 17. Sept, nach 5uxhavcn, um am 18. September die Probefahrten in der Nord- cc auszunehmen. Die Ucberführung nach Wilhelmshaven cool gt am 21. September.
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Deutsches Reich.
Äer neue Hamburger Sürgermcifter.
Hamburg, 10. Sevt. Zum regierenden Bürge r m e i st e r für den Rest des Jahres wurde Bürgermeister Dr. Schroeder gewählt.
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Der Kaiser spendete für die Armen der Stadt Bern 6000 Franken.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 10. September 1912.
** Lehrerpersonalien. Der Großherzog hat am 7. September b. I. den Oberlehrer am Ludwig-Georgs- Gymnasium zu Darmstadt Profesior Dr. Wilhelm Matthäi auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 an in >en Ruhestand versetzt unb ihm bic Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Ruhestandsversetzung. Der Großherzog hat am 4. September d. I. den Kreisgeometer Ernst Bücking u Butzbach auf fein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung einer Gesundheit mit Wirkung vom 1. September 1912 ab n den Ruhestand versetzt.
** Schulangelegenheiten. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrcrstelle an der Gemeindeschulc zu Groß.Hansen, Kreis Bensheim.
** Berufswahl unb Jugendpflege. Die Berliner „Germania" siliert einen neuerdings vom preußischen Kultusminister hcrausgcgebcncn Erlaß, in welchem zu der Frage der Berufswahl und Jugendpflege Stellung genommen wird. Der in Frage kommende Teil des Erlasses lautet: „Tie wirtschaftlichen und, sozialen Verhältnisse lassen eS als notwendig erscheinen, daß die Schule das übernimmt, was Familie und Haus in der Regel nicht mehr zu leisten vermögen. Daß einem beträchtlichen Teile der Großftadtiugend die planmäßige Anleitung zur körper- lidjen Erziehung febk, die rechte Arbeitsfreude unbekannt ist, zeigt sich vor allem bei der Berufswahl. Hand wett und Industrie beklagen den Mangel gelernter Arbeiter Dagegen ist der Andrang zu ungelernter Arbeit außerordentlich groß. In Berlin machen die Lauf unb Arbeitsburschen mehr als ein Drittel der erwerbstätigen männlichen Jugend aus. Die Arbeitsstelle wirb rasch unb oft gewechselt, wie es Gelegenheit unb Laune - mit ich bringt. Ter Arbeitgeber kümmert sich nur ausnahmsweise um sie. Vor allem wird der junge Mensch viel zu früh von der «amilic unabhängig. Die ungelernten Jugendlichen gehören vu der am meisten gerabrDcten Schicht: sie stellten den größeren .teil der krurforgezöglinge. Die Erziehung dieser Massen jugendlicher, ungelernter Arbeiter ist eines der schwierigsten Probleme
. gngtt6b l >cnnta9 rour r , : ßtgtnb- [ x htimgtsl L itdriimntm1 E u5f, ido er sö unb o L iomotjl der k E.itn ber Loka ELbn Wkt M r, Men. Die Ljrf Halle er | ödbbetrag i r »ff Cpur.
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Arttkek von Eduard Bernstein über die Ausschließung des Schriftstellers Hildebrand kommt ftarfer Unmut über die eigene Partei zum Ausdruck. Das ganze Heft mutet, so schließt die „Boff. Ztg." ihren Bericht, wie eine.Anklageschrift an.
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Tie Borodino-Feier unb Frankreich.
Der Untergang des für das Schlachtfeld bei Borodino bestellten französischenDenkmalsindenFluten der Ostsee erscheint als ein geradezu tragisches Ereignis.
Es war, so schreibt Gras v. Pfeil in der „Tägl. Rdsch", eine Ueberhcbung, den, zum Verbündeten geworbenen, einstigen erbitterten Gegner, burch biplomatifche Schachzüge, berechnet au bas weiche Herz bes Zaren unb auf die Englanbliebe der Kaiserin, zu t>er unglaublichen Genehmigung zu bewegen, die russische Volksseier von Borodino zu einer russisch-französischen der Franzosensreunbe zu machen. Tie Einweihung bes französischen Tenkmals ist in bem Entwürfe zur russischen Feier taktvollerweise nicht erwähnt. Jetzt hat sie eine höhere Hand im letzten Augenblick abbeftellt. Währenb französische Festaborb- nungen von ber sranzösisdien Regierung unb ffttegeroereinen, an ihrer Spitze ein sranzösischer Korvsbefehlhaber unb bekannte politische Namen, ordens- unb festeslüstern in Petersburg eintrafen, versank das Denkmal in russischen Gewässern. Es war eine Pyramide aus dem Marmor der Bour- gogne, an deren Spitze, in Bronze, der weit spannende französische Adler. Tie Aufschrift lautet: „A u r morts de la Grande Arm sc, 7. septembre 1912." In wunderbarer Form hat sich das Tenkmal ben Toten ber „Großen Armee" zugesellt, wie diese ist es von der Bildfläche verschwunden. Herzlich bc-
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Die Erinnern ngsfeier in Rußland.
Moskau, 9. Sept. Heute nachmittag 2 Uhr fand eine glänzende Prozession vom großen Kreml-Palast aus bis zur Uspenskij-Kathedrale statt. An der Prozession nahmen teil her Kaiser, bic Kaiserin, bic kaiserlichen Kinder, bic Großfürsten, bic Hofchargen aller Klassen, bic Minister unb Würdenträger, bic höheren Offiziere, bie Spitzen der Zivil- behörden, die Vertreter des Adels, der Semstwoi ber stäbtischen Verwaltung unb bie Deputationen, bie. an ben Borobino- ^eierlichkeiten teilgenommen haben. Als ber Kaiser nnb bic Kaiserin aus bem Palast auf bie Treppe traten, verbeugten sie sich vor ber bei bem Kreml-Palast tausenbköpfigen Volksmenge, biL in begeisterten Jubel ausbrach. Nach einem Gottes- !)icnft in ber Uspenskij-Kathedrale begaben sich der Kaiser und bic Kaiserin mit ihren Kinbern, ben Großfürsten und bem Ge- olge in das Tschudow-Kloster, von wo aus sie im Wagen lang- am, überall von einer dichtgedrängten Volksmenge begeistert begrüßt, zum Kreml zurückkehrten.
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In einem Handschreiben sprach der Kaiser Franz Josef )em Ministerpräsidenten Grafen Stürg kh feinen Dank für dessen erfolgtetd)C Tätigkeit fürdasZustandckommenderWehr- aesetzc und der Militär st rafprozeßordnung aus. Er verlieh ihm als Zeichen seiner Anerkennung unb fortbauernben Vertrauens das Grvßkreuz des St. Stephan-Ordens.
Der deutsche Konsul in Ciudad Juarez (Mexiko), Weber, über dessen Verschwinden auf einer Ermittelungsrcise nach Montceuma besorgniserreyende Angaben in die Presse gelangten, ist wohlbehalten wieder ein getroffen. Er befindet ich Kurzeit in Douglas im Gebiet der Vereinigten Staaten.
Das amerikani/che Marinedepartement gibt die Absicht bekannt, ein Schlachtschiff zu bauen, das ein Deplacement von 30000 Tonnen erhalten unb den Namen „Pennsylvania" fuhren soll. Es ist das einzige ScÄacht- 'chift, das in ber letzten Session des Kongresses bewilligt worden ist.
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I Der Gegenwan Hier helfend unD bencrnD cinjugreucn, ma^ : vor allem Ausgabe ber Fortbilbungsschule unb Zugcndv'le-^ An ihnen läge es, durch Rar, aber auch Durch Tat etmh*
' auf die Eltern unb Kinber au^uüben. Rechte Beratung bei Berufswahl ist ein dringendes Bedürfnis und wirb manchem mehr leisten."
** Pilzvergiftungen und bie Ausstellung „Der Mensch". In den letzten Tagen haben sich die Nachrichten über Pilzvergiftungen wieder gemehrt, die zuni größten Teil au5 der mangelhaften Kenntnis des Publikums
. über bic giftigen Pilze herrühren. Es wirb beshalb con Interesse sein, wenn wir barauf Hinweisen, baß die Darm-
: städrer Ausstellung „Der Mensch" auch auf dieses Gebier . ihr Augenmerk gerichtet hat. Die große Abteilung „Nah. rungsmittcl" enthält eine Untergruppe „Gifthaltige Pflanzen", in der neben anberen giftigen Gewachsen auch die Pilze berücksichtigt werden. Man zeigt ben allgemeinen Nährwert ber eßbaren Pilze, wobei gesagt wirb, baß ^war bie Bezeichnung „Fleisch bes Walbes", bic ben Gehalt der Pilze an Nährstoffen bezeichnen soll, nicht gan$ zutreffend ist, daß aber die Pilze wegen der leichten Art, in der he zu beschaffen sind, für die Ernährung eine wertvolle Rolle spielen. Tic Pilze werden uns in einer kleinen Sammlung l vorgesührt. Naturgetreue Nachbildungen mit genauer 9ia. mensnennung und mit ber Bezeichnung „Eßbar" unb „Gis. I tig" werben gezeigt, unb zwar, was besonbers wertvoll ist, 1 teilweise mit ber sie umgebenben Vegetation Wir sehen I also bie Pilze auf bem Boden wachsen, wir lernen die Be I schaffenhoit dieses Bodens und die übrigen Pflanzen, bte-'l in der Nähe wachsen, kennen, so daß sich mit den Unter ] scheidungsmerkmalen ber Pilze selbst gleichzeitig eine Art'I Gesarntbtlb bem Auge einprägt. Eine Besichtigung bieia I Sammlung, bie anschaulicher als manches Lehrbuch in tue I Kenntnis Über bie Pilze einführt, ist baher empfehlcnswcr: Auch ber Pilzkenner wirb mit Vergnügen feine allbekannten I Lieblinge mitten unter ben giftigen Gesellen, bie ihm so I oft beim Suche« bic Sammelfrcube störten, betrachten.
" Tie freiwill. Sanitätskolonne vom Rote, I Kreuz hielt am Sonntag ihre Schlußübung ab. l Ucbungslage war angenommen, ein größerer Neubau sei tut- gestürzt und die Kolonne zur ersten Hilfeleistung unb Berging der Verschütteten alarmiert worden. Ter UebimgSplatz war fa Neubau des LupusheirnS. Nachdem bie Kolonne angerüdt ipq:. wurde das teilweise nod) vorhandene Gerüst derart ergänzt, btj die Verletzten auf den Tragbahren von Stock zu Stock des 9t> rüstes heruntergereicht werden konnten. Ter Bau und bie Ehrst sie mußten ohne Leitern erklettert werben. Mit größter Ruh und Sicherheit führte die Kolonne ihre 'JLufgahc aus. Ein Iti der Mannschaften war währenddem beschäftigt, aus allem verfts baren Material Notbahren hcrzustellen. Ter Vorsivcnde bei Zweigvercins vorn Roten Kreuz betonte in der Schlußkritik u. a., daß das beste Lob der Kolonne dadurch zuteil geworden sei, tag ein hervorragender Sachverständiger unter den Zuschauern sch voll höchster Anerkennung ausgesprochen habe. Trotzdem dic Liebling des schlechten Wetters wegen eingeschränkt wurde, ft» wannen die Zuschauer den Eindruck, daß die Ausbildung her Kolonne ganz vorzüglich ist, und daß sie im Ernstfall ihre schwere Aufgabe mit Geschick und Sicherheit erfüllen wird, (ja Oktober wird die Kolonne unter ärztlicher Leitung einen neuen Ausbildungskursus eröffnen, an dem fick) Männer aus allen 8t- völkerungsschichtcn beteiligen können.
** Menschen, jbic ,das Ausbrüten von Forelleneiern verstehn. In .einer amtlichen Bekamst- I machung vom 3. September, .unterzeichnet: der Bürger- I meister v. Zengen in Wetzlar, wird mitgeteilt, daß End« Tczember ein FischzuchtlchrkursuS bei der Rheinischen < Fischzuchtanstalt in .Kraft stattfindet. Den Teilnehmern I wird freier Unterricht und eine staatliche Beihilfe v» J 25 Mark gewährt. Dann heißt es wörtlich weiter: ir 1 erster Linie werden Förster, Lehren, — hauptsächlich ar Personen berücksichtigt/ welche bereits ir. öffentlichen In ter esse Forelleneicr ausgc brütet t/abert ünd noch nicht Teilnehmer an einem üuri'u- waren. Personen, bie Forelleneier ausbrüten, dürften neu sein.
"Automobilsport, i Am Sonntag vormittag fand int Hotel ^rotzherKog von Hessen eine Vcrtretersitziing b« Allgemeinen Deutschen Automobilklubs Gau 3, Hessen unb Nassau, statt. Es handelte sich bei den Beratungen in bc: Hauptsache um eine Teilung des Gaues in einen Nord- unb Südbezirk, die schon längst beabsichtigt ist. Die Sßertrotr waren sich nach eingehender Darlegung der Gründe cimp. daß diese Heilung im Interesse des Automobilsports « Gau notwendig sei und beschlossen, der nächsten Generalversammlung bie Teilung zai empfehlen.
*♦ Die Lahn droht nut Ueberschwemmung, das Wafsrr steht schon bis zum Rande dcö Flußbettes.
** Die Hessische Missionskonferenz kann ii September dieses Jahres auf ein zehnjähriges Besteh» zurücksehen. Die Jahrestagung findet am 9. Oktober ix Darmstadt statt. Morgens um yt 11 Uhr hält Mission-» Inspektor WeiShaupt-Leipzig einen Vortrag über ,8r» ziehungsaufgabcn und Erziehungserfolge ber Mission, br onders in mieten Kolonien". Mittags iL3 Uhr wird Mittelschullehrer L. Müller-Frankfurt a. M. über bai Thema sprechen: „Wie können wir die MffsionSgedankrr. )cr Apostelgeschichte für die gegenivättigrn MifswuSansgaben im Religionsunterricht fruchtbar machen?"
Landkreis Gießen.
--D eu chelhc im , 9. Scpl. Der Wiederaufbau deS Dmd- Hofs geht feinem Ende entgegen. Der Saal ist bereite untef IM — Die Kartoffelernte hat nun begonnen. Die Haferernte iM >urch das anhaltende Regcnwctter zum größten TeU vernicht.
ZX Alten»Buseck, 9. Sept. Ein neue- Schulhau« oll hier erbaut werden. Kürzlich weilten die Vertreter bd lrcisamtS Gießen und des KrciSgefundheitSamt» hier. 3« Herbst 1913 soll mit dem Bau begonnen werden.
-a- Hungen, 8. ©epi Die Pnva4beamte» von Hungen und Umgegend versammelten sich heute hier, um über die Wahl der VertrauenSmänner unb dm Wahlort zu verhandeln. Die Versammelten waren sich 4* nächst darüber einig, daß eine Wahl in dem vom Kceisami verfügten Wahlort Gießen, insbesondere auch die ungüniug gelegte Wahlzeit, auf die in gewerblichen Betrieben beschäl- tigien. Angestellten sehr erschwerend wirke. EI wird daher beschlößen, bei dem ÄreiQamt vorstellig zu werden, daß bie Wahl für den ArntSgerichtSbezirt Hungen in Hungen ooc- genommen werden kann. Ferner soll versucht werden, mit Den Angestellten anderer Bezirke deS Kreises Gießen sich die Aufstellung einer gemeinschaftlichen Vorschlagsliste ms Benehmen zu setzen. Mit den erforderlichen Schritten hierzu wurden Bureauoorsteher L. Schneider in Hungen unb Buch' Halter F. Scholz in Trais-Horloff beauftragt. Für die m die Vorschlagsliste aufzunehmenden Personen wurden einigt Herren benannt
Kreis Büdingen.
= Nidda, 9. Sept. Der gestrige (Sonntag, an itxraflC Regen lag, brachte uns ein fteudiges Fest bas uns die IW*


