F ).r Treiundfünfzigjährige seine Indisposition wahrend der rchweizerfahrt vollständig überwunden hat und mit welch
I eiserner Konsequenz er Programm und Stundenplan des
merner Konsequenz er Programm uno tsrunocnpian ocs Manöver- einhält. Wilhelm II. liegt dem Manöverdienst
von hessischer Töpser-Nunft.
Am Donnerstag der vergangenen Woche haben wir kn Kunstlöpfer Ludwig Kegler in Wicseck bc- craben. kir war ein Künstler von großer Begabung; und ta unser Lbcrhessen trog einer großen künstlerischen Dcr- cangenheit nicht gerade reich an Künstlern ift, so g^ ziemt es sich, daß auf die Bedeutung dieses Mannes auch einmal öfienilich hingewiesen wird, gezeigt wird, was er ivar, und damit was er uns noch hätte werden sollen.
Der Kai,er im Manöverdienft.
Man schreibt und:
Wenn der Kaiser im Manöver über Felder und Hügel mlef, so deutet die Purpurstandarte, die ein Leibgendarm rrrit der Rechten im Steigbügel hält, das Rahen des fccrr- icherS. Ter „Soldatenkaiser" ist wieder int Dienst. Zivi- chrenwelt und Militär ist überrascht und erfreut, wie rasch
begabter Handrvcrker, da ßsie ihr altes Handwerk nicht ver- ließen, sondern selbst unter Röten die Tradition aufrecht crbielren, daß sie weiter drehten, malten und brannten. In Lauterbach im Vogelsberg erhielt sich ein Mittelpunkt der edlen Töpfertunst. Leonhard Bauer soll unter den dorrigen Töpfern genannt sein.
Bon Lauterbach her kam auch Ludwig Keßler nach Wieseck, in die Rahe unserer Universitätsstadt. Erst der allgemeine Aufschwung des Kunstgewerbes in unseren Tagen — den ja die Initiative unseres Großherzogs durch seine Künstlerkolonie mit an erster Stelle oat heraufführen helfen — hat auch unseren Künstlertöpfern und ihrem schönen farbigen Gerät die ver- biente Anerkennung zu bringen angefangen — leider eben erst angefangen und darin liegt das Tragische von Ludwig Keßlers frühem Tod. Tie Früchte seiner stillen Arbeit sollten doch erst noch kommen. Ohne jebe Unterstützung von außen her hat der schlichte Mann ständig mit geradezu wissenschaftlichen Ernst an der Verbesserung seiner Technik gearbeitet. Ein großer neuer Ofen war eben über das VersuchSstadlum hinausgediehen. Bezeichnend für seine grüblerische, tiefdringende Art war es, daß er bis zuletzt tast daran experimentiert hat, den eigentümlich klingend harten, glatten und fcinfarbigen Scherben der römiichen terra , igillata wiederzu gewinn en. Seine Resultate daber sind mit die besten, die überhaupt erreicht worden sind uiid doch hat der bescheidene Mann stets chrer Der- offcntlichung gewehrt, weil das Erreichte ihm immer noch nicht gut genug war. 2ein still sich selbst genügendes Wirken m einer Zeit, als seine Kumt darnieoerlag, erinnert an jene Meister des 19. Jahrhunderts, ich will Runge, Friedrich, Blechen, Buchholz nennen, die uns durch die Zahrhunderiausftellung ISOb in Berlin erst richtig bo (amu wurden, die unbeachtet inmitten einer Versallzeit eine wirklich künstlerische lieber lief erung bewahrt haben.
Lberheszen i|t besonders mir den glücklicheren der
garantierten bürgerlichen Gleichheit. Als der Kaiser zu ■ den Sieker Rekruten sagte: „Ihr tragt des Kaisers Rock, ihr seid dadurch anderen Menschen vorgezogen, ihr nehmt ' eine besondere Stelle ein", da wurde mit solchen Worten f die öffentliche Kritik herousgesordert. Jene Kaiserworte , waren aber doch eigentlich auS dem Zusammenhang gerissen Tenn weiter hieß cd: „Von manchen werdet ihr um den Rock, den ihr tragt, beneidet: haltet ihn in Ehren und beschmutzt ihn nicht! Worin liegt das Geheimnis, daß wir ost in geringerer Zahl den Gegnern überlegen sind? In der Disziplin! Was ist Disziplin? DaS einheitliche Zu- । sammenwirken, der einheitliche Gehorsam." Kaiser Wilhelm meinte also die „Bevorzugung" der Uniform nicht rechtlich und staatlich, sondern rein militärisch im Vollgefühle jenes Stolzes, der gern besondere Pflichten übernimmt, und den der schlichteste Zivilist empfindet, wenn er für ein oder zwei Jahre des Kaisers Rock trägt. Tann stimmt auch er freudig den Worten zu, die einst der jetzige Kaiser in jugendlichem Feuer ausrief: „Wir wissen in der ganzen Armee, daß wir lieber unsere gesamten 18 Armeekorps und -12 Millionen Einwohner auf der Walstatt liegen lassen, als daß wir einen einzigen Stein von dem, was mein Vater und der Prinz Friedrich Karl errungen haben, abtreten". Lder wenn er die Rekruten der Marine daran erinnert, daß „brave Seeleute mit den letzten Gedanken an das teure Vaterland und an die Flagge den Tod in den Wellen erleiden, daß Überall, wo ein deutscher Mann, in treuer Pflichterfüllung für sein Vaterland fallend, begraben liegt und daß, w oder deutsche Aar seine Fänge in ein Land geschlagen hat, das Land deutsch ist und deutsch zu allen Zeiten bleiben wird". Man hat über solche Rekruten- ansprachen und damit über des Kaisers Auffassung vom militärischen Dienst doch im Laufe der Zeit in allen Kreisen her Bevölkerung freundlicher und zustimmender denken gelernt. Und ein solcher Wandel der Anschauungen ist in ernsteren Tagen der internationalen Politik — in solchen befinden wir.uns doch wohl jetzt — nur zu begrüßen!
Coswig, 9. Sept. Ter Kaiser ist mit Gefolge heute früh 8.55 Uhr im Sonderzug hier eingetroffen. Auf dem Bahnsteig waren zur Begrüßung der König und der Kron- prinz von Sachsen erschienen, ferner der Generalstabschef v. Moltle. Dem taiserlichen Gefolge schließt sich hier Gc sandter u. Treutler als Vertreter des Auswärtigen Amtes an. Der Kaiser und der König begrüßten sich herzlichst und unterteilen sich längere Zeit Sodann wurde mit Auto- .mobilen die Fahrt ins Manövergeländc angetreten. Der .Kaiser fuhr mit dem Generalstabschef im ersten, der König und der Kronprinz im zweiten Wagen.
Mügeln, 8. Sept. Tie allgemeine Kriegslage für das morgen beginnende Kaisermanöoer ist folgende: Wahrend Blau gegen eine Westmacht kämpft, überschreitet Rot die blaue Lstgrenze und rückt durch die Neumark und das nördliche Böhmen vor. Nach einem entscheidenden Erfolge im Westei,, überführt Blau feit dem 6. September mit der Eisenbahn starke Kräfte nach Magdeburg und an die Saale. Blau hat Meldung von starker roter Kavallerie. Führer von Blau ist der sächsische Generaloberst Kriegsministcr Frhr. v. Raufen. Ihm bei- gegeben ist als Chef des Generalstabs Wcncralmaior Frhr. Fieytag-Lovinghoven. Auf beiden Seiten find höhere Kavallerie lommanöcure bestimmt, mehrere Kavalleriedivisionen einheitlich zu sühren: bei Blau Generalleutnant v. Hoffmann, bei Rot Generalleutnant Torganh. Ter Kriegszustand für diese tzeeres- kavallene beginnt am 9. September, vormittags 7 Uhr. Voraussichtlich gehl morgen eine starke rote Kavallerie aus der Gegend von Mal au gegen die Elbe zwischen Torgau und Dresden vor. Auf dieser Strede sperren blaue Reservetruppen. Tieic handeln
gemeinsam mit den Motorbooten des Jachtklubs von 2ai:id> land, welche mit Scheinwerfern und Maschinengewehren ausgerüstet find. Bet den beiderseitigen Aufklärungen wirken mehrere Tvlifacrabtcilungcn tu je sechs Fln neunen sonne " en k- lus tschifse mit, bei Blau ..Z. 3", bet Rot ,.P -ül' ter allgemeinen Lage entwickelt sich auf Grund von Erkundigungs- ergebntifen der beiderseitigen deereSkavallerten da» eigun-.me flanermanöoer berau» „3 3" wird schon morgen in ^ätigreit ein Für den Kaiser ist ein Barackenlager bei Bermtz errichtet zwischen Oschatz und Mügeln.
Meißen, 9. Sept Ter Kaiser, her König uno der Kronprinz von Sachsen sowie das gesamte kaiserliche Hauptquartier sind um 9.35 Uhr, von Coswig kommend, hier eingctrossen. An der allen Glbbrüdc hatten die gesamte Manöverleitung mit dem Prinzen Waldemar von Preußen und eine Anzahl von Herren des Motoriach- llubs Aufstellung genommen. Eine große Menschenmenge begrüßte die Fürstlichkeiten. Der AuiomobUzug hielt etwa 20 Minuten. Der Kaiser begrüszte die Herren des Motor- sachitlubs und beobachtete von der Elbbrücke aus die Durchfahrt von sechs stromaufwärts kommenden Motorbooten. Darauf fuhr der Automobilzug in der Richtung auf Lsd-atz
Zu einem Zusammentressen beträchtliclicr Streitkräfte der beiden Parteien kam es heule vormittag naturgemäß nicht, doch wurde das westliche Elbufer von Meißen bis Riesa von blauen Posten besetzt, welche auf rote Kavallerie- Patrouillen feuerten, die auf den Höllen des Westufers erschienen. „ . . .
•heute nachmittag und abend überschritten die roten, Truppen an verschiedenen Punkten die Elbe Tie > blauen Reserven am linksseitigen Ufer wurden verschie- deutlich außer Gefecht gefetzt. Am spaten Abend trat die Artillerie in Tätigkeit. Auch die Flieger arbeiteten am Nachmittag. Der Kaiser war auch nachmittags im Gelände und gedachte im Son Verzüge bei Riesa zu übernachten. Tas Wetter ist besser.
Trcsden, 9. Sepi Der K r o n p ri nz und Prinz S n r il 1 von Bulgarien traten abends zu den Maifermanboern hier ein und nahmen im königlichen Residenzschloß Wohnung. Im Lauic des morgigen Tages werden ferner erwartet der Großherzog von Baden, der Großherzog von M e ck l e n b u r g - s ch w e r i n , Prinz Friedrich Leopold von Preußen, die Prinzen Lud- ivig und Leopoldvon Bayern,der Verzog von Sachken- Koburg und der Erbprinz von S a d) i c n • M e t n i n g e n.
i V.UHUUVIV LUIII/Ull. 41. llt-m Vtlll
i mit demselben Ernst und Eifer ob, den er vom letzten seiner R fruten fordert. Seit Jahr und Tag dieselbe Unermüdlich-
I Irit und Unerbittlichkeit in der Durchführung des mili-
politische Lagesschau.
Zum prcutzlschen Wafsergesetzentwurf.
Ter Zentralverband Deutscher Industrieller, dm Deutsche Handelstag, der Verein zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands und der Wasserwirtschaftliche Verband nahmen am Montag abeno in einer Versammlung zu Berlin zu dem preußischen Wassergesetzentwurf, der dem Wasserrechts-Ausschuß des Abgeordneten Hauses zur zweiten Lesung vorlicgt, Stellung. Unter den 300 Anwesenden befanden sich namhafte Persönlichkeiten, 1# Herren der Wajserrechtslommission waren erschienen. *Tie fünf eingebrachten Entschließungen befaßten fich mit der Regelung der Eigentums- Verhältnisse an den Wasserläufen, der Verleihung, der Ab- wäfserfrage, der Stellung des Bergbaus im Wassergesetz und der Behördenorganisation.
In der ersten Entschließung heißt es u. a.:
Tie Bestimmungen über das Privateigentum an der fließenden Welle bleiben unannehmbar. Ter Wasserzins ist auch ui der von der Kommunon vorgeiclila,en.'n Form bcr Gebühren nach oem Landesbaupftladt näheren Provinzen Starkenburg und Rheinhessen verglickstm, ein benachreiligter *für tue Kunst noch harter Boden — wer ihn beackern muß, weiß ein Lied davon zu singen. So Hal auch Ludwig Keßler, um Dürers Worte zu gebrauchen, lange „nach der Sonnen gefroren", erst zuletzt hat er sich freuen dürfen, daß die Schönheit der Formen seiner Gefäße, der Glanz und die Kraft feiner Farben, die Freiheit und Feinheit der Lrna- mente, die seiner starken Phantasie entsprangen, besonders auch die technische Güte seiner Stücke berufener Beurteiler Anerkennung fand. Es ist in letzter Zeit so ost aus berufenem Munde verkündet worden, von welch großer volkswirtschaftlicher Bedeutung „Qualitätsarbeit", o. i. die Veredelung der angewaiibten Kunst, unseres Kunstgewerbes ist. Tas Buch „Tie Turä-geistigung der deutschen Arbeit", das der deutsche Werkbund herausgibt, ist ein wertvolles Dolument dafür. Gerade die künstlerische Gestaltung unserer Wohnungen und unseres Gerätes sind doch für unsere Kultur besonders wichtig Louis Keßlers seingezierte Schöpfungen aus dem an fich so unscheinbaren Material sind in diesem Sinne durchgeistigt und damit zu hoher Qualität gesteigert. Eine Vase von ihm sein geschwungen und fein bum gestimmt, mit Feldblumen gefüllt, Kaffeegeschirr von ihm in kräftigen Tönen bemalt auf weißem Tischtuch kann das verwöhnteste Auge bcfrieoigen und einen Schimmer von Schönheit auch in das Haus tragen, dem Meißener oder 9chmphenburger Porzellan unersch.ving« lieh ist.
Uns möge der frühe Tod dieses Mannes eine Mahnung sein, daß wir die wenigen Künstler, die unter uns in Qber- yessen leben, nach Kränen fördern und daß wir der St unff überhaupt bei uns bester en Boden bereiten sollen. Den jungen Lohnen Ludwig Keßlers aber, die mit frischer xrait des Vaters Verkslatle in seinem Geiste weitersühcetr wollen, rufen wir ein fröhlich Glückauf zu.
Christian Rauch.
Eröffnung öe$ Darmstädter Hoftheaters.
Darmstadt, 9. Sept.
In Glucks „Iphigema in Aulis" bciigen wir ein altes, oft gespieltes, aber ooch wenig bekanntes Meiuerwerk.
Tcr ticie ätnorud, cen das Werk bet seiner gestrigen Erst- aufsührung himerließ, ist in der Hauptsache bet Regie des Herrn Valdek zuzuschrciben, der den Anregungen des neuen oeneralDcnb-
Einst Itiar die Töpferkunst eine wahre Volks- in st. Ter Bauer und der Bürger legten Wert darauf, faß sein Gerät aus Ton, das er so mannigfaltig brauchte in Haus und Hof, in der Küche, auf seinem Tische, im Hellet im Stall', von schöner Form und schöner Farbe war. Gerade m unserer Gegend, besonders im hcaffnuer Land, hat die Töpc.rinnst, am kräftigsten im i 17. Iat-rhnnderi geblüht und ganz Deutschland mH ihren Erzeugnissen versorgt: vom „Kannebäcker-Ländchcn" sprach inan draußen damals: Noch eben habe ich im fernen Emden im Museum Stücke dieser Nas'aucr Kunst gesehen; durch alle beutidien Gaue sind Die Händler mit den Wagen teil dieser Irdenware gezogen, die den Tiscy der Reichen Ito-.c der Armen schmückte. Besondere Prunkstücke Diejcr ituni't waren im schmucke ihrer farbigen Glasuren die llc-acnamitcn Hirschvogel-Krüge — die aber nicht allein t>cu den Hirschvogel in '.Nürnberg, sondern auch in vielen i anderen deutschen Landschaften gemacht wurden — und bi: nid;t minder farbenprächtigen großen Kachelöfen mit V reiche in sigürlickiem Schmuck. •
Gine neue Belebung erfuhr das Töpferhandiverk uann lieber, als man versuchte, das chinefische Porzellan in üiüscm Ton material nachzuahmen Tie Teifter Fopence » ist inner diesen Erzeugnissen besonders berühmt gewor- ! bau. Die älteste deutsche Fabrik der An war im nahen i'.anau; ihre interessante Geschichte wird eine demnächst : erscheinende Gießener Tokwrarbeit behandeln.
Ke Crftndung des Porzellans durch Böttger tat ; Mnächft dem Töpserhandwerk nur wenig Abbruch: roir es doch das Material einer Hoskunst, aua> bann noch rLs das arcanum das Geheimnis Heiner Herstellung durch mid Meißen geslolieue Arbeiter erraten ward und bald ::):s Land und Ländchen seine Porzellan-Manufattur
nt. 213 Erstes Blatt - 162. Jahrgang Dienstag, 10. September 1912
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hatte. Erst die fabrikmäßige Herstellung des Porzellans im 19. Jahrhundert und schließlich auf dem Lande besonders der Massenverkaus emaillierten Blechs haben das Töpfer- bandwcrk als Kunst zu Grunde gerichtet, weil ihm so die Erwerbsgrundlage entzogen wurde. Die meisten Töpfer-Oefen Jinb in unserer Zeit für immer erkaltet.
Ta war es nur bas Berbionst einiger weniger besonbers
Il tcrifdicn Pensums! Tiefer Wesenszug im Charakterbild || Lilhelms II hat erst allmählich seine ehrliche Anerkennung H ui Volke gesunden.
Es ist noch nicht lange her, da war die Stimmung ganz -| iwders, wenn der Kaiser von Manöverfeld zu Manöverselb, : v»n einer Besichtigung zur anderen zog. Ta wurde geangelt und gewitzelt über die Häufung „sportarliger Kon- fiirrenzvorstellungen", von denen Claussen in seiner Bro- II foiire „Slillgeslandeu" sprach, über die Vorliebe jür Para- | b:n, für Manöver, die angeblich nicht einmal den Schein I b-:s Kriegsmäßigen aufrecht erhielten, für Reiterattacken, | |i.T Paradegrifse im Stile Friedrichs des Großen, und ein | Zreihsrr v. Guhlen prophezeite. „Tie deutsche Nation wird ! Die imposanten Kavallerieattacken der Kaisermanöver mit » bmt in Strömen fließenden Blut seiner Söhne zu bezahlen | haben!"
Tiese in früheren Jahren Ijäufigc Beurteilung und 93er- I itteilung seines militärischen Tienftes in seiner Eigenschast ^ödjftfüntmanbierenber des Heeres u"t vom Kaiser nicht | itTbeachtet geblieben, und er hat sie sicher oft bitter emp- | jnibcn. Schon am zehnsährigen Gedenktag feines Regie- | rriigsantritteS gab er solchen schmerzlichen Gefühlen Aus- I Duid: „Mit schweren Sorgen übernahm ich die Krone: | ihcrall wurde an mir gezweifelt, überall stieß ich auf | irtsche Beurteilung. Nur eine hatte zu mir Vertrauen, | nir eine glaubte an mich . . ." Damit meinte er die : ilumcc. Zu ihr sprach er in seiner inneren Verstimmung | sc«sl bei jeder Gelegenheit. Als die schwere Krisis infolge dr'r Entlassung Bismarcks drohte, wandte er sich an die itncrale; sie versammelte er um sich, als im Jahre 1892 md) der Ablehnung der Militärvorlage der Reichstag aui (v löst wurde, ihnen zitierte er das Wort, das in bitterer -Hunde sein Großvater von den Offizieren zu Koblenz sprach: „Dies sind die Herren, auf die ich mich verlassen kenn". Und als zwei Ialfre spater sein Gemüt von neuem bedrückt ist und wieder der Vergleich mit den trüben Tagen brr Konfliktszeit vor ihm heraufzieht, da spricht der Kaifer: „Im Jahre 1861 als mein Großvater die Reorganisation । jenner Wachen vornahm, mißverstanden von vielen, an- strsochten nod) von mehreren, wurde er in Zukunft g(än- jenb gerechtfertigt: rote damals, so auch jetzt herrschte ,' oietracht und Mißtrauen im Volke" — und Wilhelm II. jucht feinen inneren Frieden in dem Gedanken: „Die einzige Säule, auf der unser Reich steht, war das Heer! So auch heute!" Ein ander Mal derselbe Gedanke: „Je mehr in .in sich hinter Schlagworten und Parteirücksichten zurückzieht, desto fester und icherer rechne ich auf meine Armee".
Diese Betonung Der militärischen Macht ging theo^ , re lisch polnisch bis an die Grenze der versa,sungsmaßig


