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7.5.1912 Erstes Blatt
 
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dreien etc.

auf ausgelegt

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der von seinen Kameraden getötet wurde, weil er im Verdacht stand, die .Gemeinschaft hintergangen und sich Vorteile verschasst zu haben, die den anderen versagt geblieben waren.

Aber es wäre wohl auch denkbar, daß der säst siebzig­jährige Freiherr v. Marschall, der es an Tatkraft mit jedem Vierzigjährigen aufnimmt, dazu berufen sein könnte, die Verhandlungen mit England von einer anderen Stelle, nämlich von Berlin aus, zu leiten. In hiesigen politischen streifen wird nämlich das Gerücht kolportiert, welck)es wir mit allem Vorbehalt wiedergeben, daß Freiherr v. Marsä)all nicht als der Nachfolger des Grasen Wolff-Metternich, son­dern als der des Herrn v. Kid er len Wächter in der Leitung des Auswärtigen Amtes ausersehen sei, während als Botschafter in London der gegenwärtige Vertreter in Washington, Gras Bernstorfs, und als Nachfolger Mar­schalls in Konstantinopel entweder der Gesandte in Athen, Freiherr v. Wang e nheim, oder der in Bukarest, Tr. Rosen, in Betracht kommen soll. Auch die Meldung vom Rücktritt des Herrn». Kiderleu-Wächler ist ja nichts weniger als neu: ob sie sich diesmal mehr als bisher be­wahrheiten wird, bleibt natürlich abzuwarten. Endlich sei, um der Ehronistenpflick)t zu genügen, mit noch stärkerem Vorbehalt das Gerücht verzeichnet, daß Freiherr v. Mar­schall für einen noch verantwortungsvolleren Posten, nanu üch für den des deutschen Reichskanzlers und preußischen Ministerpräsidenten in Aussicht genommen sei. Aber diese Stellung ist bekanntlich noch nicht vakant, und Herr von B e t h m a n n -H o l lw eg ist schon so oft für amtsmüde oder demissionsreif erklärt worden, daß es ihm am Ende gehen könnte wie den Totgesagten, denen man bekanntlich ein besonders langes Leben zuschreibt. Einige Berliner Blätter erörtern zum Geburtstag des deutschen Kron­prinzen, der am 6. Mai sein 30. Lebensjahr voll­endet hat, auch wieder die Kanzlerfrage. Ter Kaiser soll mit dem Fürsten Bülow in reger Korrespondenz stehen und auch diesen um Rat in schwierigen Fragen gebeten haben Die Nachricht ist unbestätigt, es wäre aber durch­aus nicht unnatürlich, wenn sie der Wahrheit entspräche. In auswärtigen Fragen hat Fürst Bülow doch wohl ein Diel weiteres Urteil als der heutige Kanzler.

Marschalls Zrühlingsurlaub.

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Wie wir hören, roirb der Reichskanzler v. Beth- maitN-Hollweg sich Ende dieser Woche nach Karls- . ruhe begeben, um dem 5t a i f*c r über einige schwebende politische Fragen Vortrag zu halten. Es gehört nicht allzuviel Kombinationsgabe dazu, umschwebende Fragen" zu ermitteln, in Bezug auf die der leitende Staatsmann das Bedürfnis fühlen konnte, sich über die Meinung des Monarchen zu unterrichten. Man braucht nur an die Wehr- Dorlagcn zu denken, deren Tecknng angesichts der scharfen Gegensätze zwischen rechts und lims über die Etatsaufstel­lung und die Branntweinltebesgabe noch ganz erhebliche Schwierigkeiten verursachen dürste, und an die Jesuiten- frage, deren von der bayerischen Regierung verlangte Neu­regelung den Bundesrat vor ein recht heikeles Problem stellt. Aber als nicht minder ivichtig und dringlich dürf­ten dem verantwortlichen Staatsmann in dieser Zeit des chronischen Szenenwechiels auf dem Welttheater die Fragen der auswärtigen Politik erfchelnen, und daß diese den 5,'auptgegenftalid der Audienz bilden werben, dafür scheint die Tatsache zu sprechen, day der deutsche Botschafter am Goldenen Horn, Frhr. Marschall v. Bieber- slein, Konstantinopelauf Frühlingsurlaub" ver­lassen hat, und daß er, wie gemeldet roirb, mit dem Kaiser in Süddeutschland, also voraussichtlich in Karlsruhe und vermutlich in Gegenwart des Reichskanzlers, zusammen­treffen roirb.

Es gilt als ein offenes Geheimnis, baß dieserUrlaub" kein Urlaub ist, sondern daß Frhr. v. Marschall sich nur noch nach Konstatitinopel zuiückbegebeu roirb, uih dem Sultan fein Abberufungsschreiben zu überreichen. Trifft diese Version zu, bann müßte es freilich außerorbentlick)es Erstaunen erregen, daß der Botschafter von seinem Posten geraoe zu einer Zeil abberufen roirb, wo bie Orientfrage infolge des italienisch-türkis ch e n Krieges und der durch die italienischen Flottenbiverfionen im Aegäischen Meere sich ergebenben Schroierigkeiten, bie bcfonberc Auf­merksamkeit ber Diplomatie in Anspruch nimmt, und es wäre dies natürlich nur dadurch begreiflich, daß Frhr. D. Marschall, der ja den begrünoeien Jtuf des befähigften deutschen Diplomaten genießt, für eine noch roid)tigerc Mission in Anspruch genommen werden soll.

Welches diese Mission fein roirb, bar auf scheint bie noch nicht amtlich beglaubigte Melbung hinzudeuteii, daß Der Rücktritt des deutschen Botschafters in Lon­don unmittelbar bevorstehen soll. Tas Gerücht ist sreilich nicht neu, beim über bie chronische Erfolglosigkeit des Grafen Wolff-Metternich, dem schon seit Jahren nachgesagt wurde, daß die englische Regierung besonderen Wert auf sein Bleiben lege, da |ie sich davon für bie eng­lischen Interessen viel verspreche, ist schon früher viel ge­sprochen worben, während die Freunde des Botschafters Diefeu stets in Schuh genommen und feine Mißerfolge der Macht der Verhältnifie zugefchrieben haben-. Jedenfalls würde, wenn die Meldung von ber Ersetzung des Grafen Wolff-Metternich durch den Freiherrn v. Marschall sich bestätigt, daraus hervorgehen, ivelch außerordentlicher Wert von deutscher Seite auf die bisher stockend verlausenden Verhandlungen'mit England gelegt roirb. Zweifellos wäre Freiherr v. Marschall, wenn er dazu bestimmt wäre, als der offizielle Vertreter Deutschlands jene Verhandlungen in i London fortzusühren, der rechte Mann am reüften Ort, \ uni so mehr, da ja hierbei auch die orientalqdjen Fragen, vor allem die ber Bagdabbahn, eine höchst bebeutfame Rolle spielen.

Die Italiener aus Rhodos.

Die Besetzung ber Insel Rhodos durch bie Italiener hat, wie heute gemeldet roirb, das türkische Volk nicht im gering­sten aufgeregt. Das Mutterland am Goldnen Horn weiß es, daß aus Rhodv.' nicht viel zu holen ist, roeber Gelb noch Gut, noch Ehr und Herrlichc'eit. Der Hafen ist ver­sandet, die 26000 Einwohner, oie sich aus 16 700 Griechen, 5000 Juden, 4000 Türken und 300 Westeuropäern zusam­mensetzen, bilden keinen Elitebeftandteil des türkischen Volkes. Tie italienische Berichterstattung brüstet sich heute damit, daß ber 3000 Mann starke Feind am Samstag mehrmals geschlagen worden sei und sich ins Innere zu­rückgezogen habe. Vielleicht werden diese armen Menschen dort nun ausgehungert, was die Italiener dann zu einer neuen Siegespost veranlassen wird. Die türkische Ver- nmltung, die noch in den Kinderschuhen des neu erwachten Reiches steht, hat für die an sich fruchtbare Insel bisher wenig getan und daher immer mit einer Unterbilanz ge­arbeitet. Die Türkei, deren lebhafter, neu erwachter natio­naler Geist nicht mehr verkannt iverden darf, krankt vor­läufig noch an sehr schlechten Finanzen. Das beweist auch die heute vorliegende Meldung von einer neuen Anleihe. 9hir zwei Millionen für Bedürfnisse des striegel sieht diese Anleihe vor. Damit ist freilich wenig zu leisten. Nach einer Mitteilung berKöln. Ztg." aus tionftantinopel er­wartet man, daß die Italiener demnächst zur Lust den Dardanellen zu Leibe gehen, nachdem sie auf den Inseln im Aegäischen Meere sich die nötigen Stützpunkte

kommen nicht in Betracht, weil bei ihnen bie Ernährungsfrage unlösbar bleibt. Aber der Hund frißt alles, frißt Nobbcnhaut, Fische, Beeren und Mosämsvchfen und näljrt sich auch noch von den Knochen seiner toten Kameraden. Seine Urahnen gaben ihm Kraft und Gelehrigkeit: die Straft und die Zähigkeit stammt vom Wolfe, die Gelehrigkeit und der Gehorsam vom Hund. Und die Frucht dieser Paarung, der echteMalamute" wie die Eskimos ihn nennen übertrifft sich selbst. Sechs dieser Hunde schleppen über Schnee und Eis eine Last von 800 Pfund in einer Stunde elf Kilometer weit, ja sie legen an einem Tage oft 90 Kilometer, wenn nicht mehr zurück. Einen Schnelligkeitsrekord haben die Schlittenhunde des Leutnants Schwapka einst aufgestellt, als zur Nachtzeit über 15 Kilometer entfernt ein verlassener Matrose gesichtet wurde. Zwei Eskimos zogen sofort mit einem Gespann von 40 Hunden aus, und bie 15 Kilometer wurden in nicht ganz 22 Minuten zurückgelegt.

Unschäpbar sind diese Eskiinohuitoe aber als Jäger, bann loht ihr Temperament auf, die Wildheit des Wolfes bricht wieder Durch und feine menschliche Kraft wird einem Eskimohund von dem Sturm auf die Beute abhalten. Furcht kennt der kleine zottige Geselle nicht, ja er greift sogar den Baren an, er ist eine Kämpfer­natur durch und durch. Das müdeste, abgespannteste Rudel Hunde vor dem schweren Schlitten lebt wie durch Zauber plötzlich zu frischer Kraft auf, wenn wett' weit im Schnee ein dunkler Punkt ein jagdbares Tier verrät. Tann fällt ihre Erschöpfung ab, wie der Wind braun das schwere Gefährt über den Schnee und der Mensch miib sich schleunigst auf den Schlitten werfen, um nicht einsam in __ben Eiswüsten zuruckgelassen zu werden. In dem glühenden Temperament dieier Tiere lebt aber auch die Eisersucht und das Mißtrauen gegen die Kameraden. 3iott erzählt ein merkwürdiges Beispiel Dafür: eines Tages wurden nur einige Hunde zu einem Ausflug mitgenommen. Als sie zurückkehrten, wurden sie von den Genossen zornig und verächtlich empfangen. Durch welche Intrigen mochten diese A?unDe ihre Auswahl zum Aus­flug erreicht hoben ? Welche Vorteile haben sie vielleicht genossen, während die anderen daheim blieben, welche Beute vielleicht er­langt.-' Etn paar Tage spater führte dieses Mifztrauen zu Tra­gödien. Ter oührerhund des damals bevorzugien Gespannes war von dem Tage ,einer Rücklehr an bei den Genossen verholzt: wie freuDig er auch bellte, wie freundlich er auch mir dem iSchweise wedelte: it war schon nn SttUen zum Tode verurteilt. Und bei Dem erften kleinen Fehltritt entstand im Hundelager plötzlich ein t'iirm, die ganze Menet fiei über Den armen unfajulDigen Gesellen Ijer, ein wildes El-aos eniftaird und als man em paar Minuten fpaier endlich wieder Herr über Die wüste Gesellschaft geworden war, lag agj ZzodM der .L8LW zerfleischten Hundes.

(!) Neue römische Funde in Mainz. Lius dem Grundstück der Rheinischen Baugefellschaft wurde em Begrab- nisplatz der römischen Garnifon Mainz aufgebedt. Tie auf« gesandelten Grabsteine dürften aus dem erften Jahrhundert stammen.

Ein Gemälde von Raffael entdeckt. Der fran» zösifche Kunstkritiker Boyer T'Agen hat, wie der Figaro bc richtet, vor kurzem ein hervorragendes Werk von Raft'ael entdeckt. Bei den umfangreichen Vorarbeiten für em Werk überRaffaels Korrespondenten" kam er an die verschiedensten Orte, in denen er Beziehungen zu dem großen Meister aufzuspüren hoffte, und auf diesen Wanderungen konnte er in L a Rochelle die Hand auf eines feiner Hauptwerke legen, das man feit langer Feit verloren glaubte. Es handelt sich um das Bildnis von Elisabeth Gonzaga, Herzogin von Urbino, ein Bild, von dessen Vorhanden­sein man wußte, dessen Spuren aber verloren waren. Ter Herzog Guidobaldo von Urbino hatte dieses Gemälde mit anderen Geschenken nach London gesandt, um den König Heinrich VII. feinen Tank dafür abzustatten, daß er ihn zum Ritter des Hosen bandordens gemacht hatte. Boyer d'Agen vermutet nun, daß Safob II. das Bild mit sich genommen habe, als er während seiner Verbannung in Frankreich in La Rochelle landete, und das; das Werk dann in dieser Stadt zurückgelassen worden sei. Jeden falls scheint das Gemälde durchaus authentisch zu sein Es trägt die Signatur Raffaels von Der Hand des Malers selbst mit dem Datum 1505; irgendein unbekannter Künstler hatte jedoch em Stück Leinwand über diesen Namenszug geklebt und feinen eigenen 91amen daraufgeseyt. Das Bild ist vor kurzem feinen bisherigen Besitzern für eine verhältnismäßig bescheidene Summe abgcüum worden und wartet nun auf seine weitere Bestimmung.

Kurze Nachrichten aus 3t u n ft und Wilsen- schalt. Eine S o n b e r a u s ft e 11 u n g < ü t Schrift wird in Dresden vom 4.-25. August 1912 veranstaltet. Schrift und Schristunterrlcht lautet das Thema, das den internationalen Kongreß für Kunfiunierricht, Zeichnen und angervanbte Kunst, Dresden 4.-25. Augun 1912 beschäftigen wird. Neben Der Ausstellung von Schülerarbeiten wird eine SonDeraiisstellung für Schrick eingerichtet werden, in der Schriftwerke freischaffender Künstler und "c.aer zeigen jollen, nach welchen Zielen oie netizeitliche Schriftbewegung führen will.

ingsverleg'ung! im 15. Mai der fc SditaW- 'ottsrie

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an Abzug zu gewinnen, ick Mk. 10.- sind zu haben ichacker, Neuen Baue 11 rstrasse N. 3231

Die wahren Helden der Pole.

Ohne die Eskutwhunde würde Die Geschichte Der Pole nie er­zählt werden," darin gipfelt der Lobeshymnus, den der Nordpol- cmdecker Peary auf seine treuen vierbeinigen Rcisegenossen an» stimmt, denen das American Magazine einen fesselnden Aufsatz über diese wahren Helden der Pole iviDmet. Tie Entdecker und isvrschungsreisenden finden fast immer nach ihrer entbehrungs­vollen Fahrt durch das ewige Eis den Weg zur Heimat wieder, iie kehren zurück: aber die Eskimohunde, Die draußen in Den Eis­wüsten Die treuesten und wertvollsten Freunde und Gehilfen der Menschen sind, kehren fast nie wieder, nur wenige von ihnen überleben Die Expedition, die meisten gehen als treue Schildknappen im Dienste Der Wissenschaft in einen sicheren Tod. Wenn sie am Wegrand sterben, bilden sie für Die überlebenden Kameraden noch ein Frstgerrchi, wenn Der Forscher ihrer nicht mehr bedarf, kracht ein Schuß, der Hund hat ausgelitten und er nährt mit seinem Fleische unb seinem Blute Den grausamen Herrn.

Ämundsen hat ein Loblied auf Die Freuden eines Hunde­bratens gesungen, und als Peary vom Nordpol Heimkehrte, brachte er nur wenige, nur ein paar seiner Hunde mit beim: Die letzten üeberlebenben einer großen fröhlichen Schar, Die lustig bcllenD auf Abenteuer ausgezogen waren. Der Eskinwhund ist nad) Dem Urteil Pearys zum mindesten ebenso intelligent wie irgendein Öunb unserer zivilisierteren Zone, aber er ist zugleich tauienofach nützlicher^ Ter zottige Geselle verdient sich sein lleocn, ernährt stch selbst und verachtet die Beauemlichleiten eines mnhcio>en hebens. Taher vermag er sich auch nicht in Der Zivilisation lange ist erhalten; wenn sein lieben feine Arbeit mehr ift, wenn keine Anstrengungen kommen und keine Ubenteuer locken, wenn nur Müßiggang und Bequemlichkeit Den s,ag Tüllen, Dann legi Der Eskimohund itd) in die Ecke und stirbt. .Iber draußen auf dem Marsche über Eisuippen und Schneeselder, tagelang 1/ungernö, abgemagert, nur noch ein Schatten seiner selbst, dort erllimmt der Polarhuitd den Gipfel seines Gebens, Don gibt er, <ag um -tag vor dem ichwerbeladenen Schlitten eingeschitri, ein rrgrenenbeö unD wundervolles Beispiel von Zähigkeit, Tatkraft und Willensstärke, cm Beispiel, an dem der muDe Mensch »ich grüner wieder aufrichtet, wenn feine letzten Kräfte zu Deriagen vr ohM.

. . seltsame Verknüpfung einer fast grenzenlosen Leistungs- ajjigteit mit einer Anspruchslosigkeit, die immer wieder wie em ^unDcr anmutet, macht Den EslimohuuD auch zu dem wertvollsten -uo einzigen Gefährten, Den das Tierreich Dem PolarTt>r,cyer i>Geniai lann. icott scheuerte, bei ieinen; Verstich aur LuDpol, -«U a Udl typ tenuier^

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geschaffen haben. In dieser Beziehung sind die Italiener ikren Feinden natürlich auch weit Überlegen. Aus der türkischen Fliegerschule, Die bei S. Stefano eröffnet worden ist, sind unter der Leitung englischer und französ.scher Flieger zwar einige Leute ausgebildet worden. Die jetzt darauf brennen, dem Feinde die Stirn zu bieten. Tic Jia licner haben dagegen schon eine ansehnliche Luftflotte. Tas würde ein interessantes, zugleich auch sehr trauriges Schau- spiel für die Welt werden, wenn die neuen Waffen in der Luft eine große Feuerprobe zu bestehen hätten.

Wir erhalten folgende Nachrichten:

Tie Agencia Stefani meldet von Rhodos vom 5. dS.: Ter etwa 3000 Mann starke Feind wurde gestern mehrmals geschlagen und bis unter die Maucrii von Rhodos zurück- geworfen. Nachts zog sich der Feind in kleinen Gruppen ins Innere der Insel zurück. Tie Italiener hatten sieben Verwundete, von denen einer gestorben ist. Der Feind hatte 23 Tote und 48 Verwundete: 57 Türken, darunter ein Offizier, wurden gefangen genommen.

Heute früh wurde die Ucbergabe der Stadt binnen einer Stunde unter Androhung d e s B o m b a r Dementi» im Falle der Weigerung gefordert. Um 8 Uhr erschien der interimistische Gouverneur im italienischen Kläger, um die Unterwerfung cmzubieteii. Um 9 Uhr be­setzten die Truppen und Matrosen Die StaDt; sie rourDen von Der Bevölkerung gut ausgenommen. General Amealio erließ sofort eine Proklamation und traf Vorkehrungen für Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit.

K o n ft a n t i n o p e l, 7. Mai. Dem Kriegsministerium find Durch Vermittlung Des optischen Telegraphen Einzel- heilen über Die UanDung Dbr Italiener auf RhoDos zugegangen. Die im wesentlichen nichts neues be­sagen. Tie italienischen Verluste werben an Toten aus zwei Arüllerieossiziere unb mehrere Solbaten angegeben. Ein italienischer Artillerieoffizier ist ge­sungen genommen worben. Ter Verkehr burch opti­schen Telegraphen Dauert ununterbrochen fort.

TerBerliner Lokalanzeiger" melbet aus Konstan- tin Opel: Wie Dem Kriegsministerium aus RhoDoS ge» melbet roirb, würben bei ber Laubung zwei voll be­setzte italienische Boote burch türkische Gra- naten zum Sinken gebracht.

Konstantinopel, 6. Mai. Die Presse zeigt sich gegenüber ber italienischen üunbung aur RhoDos indiffe­rent. Selbst Die Besetzung sämtlicher Inseln Des Archipel»,- schreiben einige Blätter, werbe ben Krieg nicht beenbigen. Mit jebem Tage wachse bas Vertrauen Der Ottomanen.

Es verlautet, Daß Die Regierung mit Der Banque Otto­mane und einem anDeren französischen Institut wegen einer Anleihe von 11 Millionen verhanDele, von Denen 5 Millionen Francs zur Deckung Des Defizits im Budget, 2 Millionen zu Verkehrszwecken und je 2 Millionen für Bedürfnisse des Krieges und der Marine verwendet werden sollen.

S a l o n i f, 6. Mai. Vier Kriegsschiffe kreuzten gestern vor Enos und trafen nachts vor Tedeagätsch ein. Tie Schisse setzten ihre Scheinroerser in Tätigkeit, verschwanden aber bald wieder. Der TampferThasvS" der Khedivial-Kom- panie wurde vor Rhodos von den Italienern beschlagnahmt. Tie Beseitigung der schwimmenden Mmeu aus deu Dardanellcn.

Konstantinopel,?. Mai. Nach authentischen Nach­richten ist mit derBeseitigungderfchwimmenden Minen in Den Dardanellen heute vormittag be­gonnen worden. Es wird angenommen, daß Die Durchfahrt am 8. Mai wieder frei sein wird.

Nr. 107 ____Erster Blatt 162. Fahrgang Dienstag, 7. Mai (9f2

Der Siietzener Anzeiger tih WT A Veznfldvrets:

erscheint laflüÄ, an&er ÄA-/ CV monatlich75P^viertel-

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wirtschaftlicheSeUfra-en B ~ V V ~ c5defndakteur:A i'ck>etz.

Feriisprech -Anschliiiie: Verantwortlich für den

tnr die Reaktion 112, e < politischen Teil: Auanck

8® Seneral-Anzeiger für Oberhesse» £»£

st.r"Ä"'T^'!snüm!ue! Hotofionsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion. Erpedttion und Druckerei: Schulstrahe 7.

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>der teilweise Pension im Hauu