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6.11.1912 Zweites Blatt
 
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Zweiter Blatt

162. Jahrgang

Erscheint tigllch mit Ausnahme beS Sonntags.

DieEtetzener Seeiilienblätler werben bem xSnjtetfler* Biennal wöchentlich beigelegt, baS Krdsblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit» fra-en" erfchemen monatlich zweimal.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Mittwoch, 6. November 1912

£RotanonSbrucf und Verlag ber Brübl'schen Üntöcrfnäts * Buch- und Ltembruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Qrrpebition und Druckerei: Schul* (trage 7. Exvedttion und Verlag: 51.

Redaklion:«^S 112. Tel.-Abr.:AnzeigerGietzen.

Kämpf wieder gewählt!

Berlin, 5. Nov. Reichstag sersatzwahlBer- lin I: Kämpf (Fortschr.)^ erhielt 4888, Düwell (Soz.) 3840, Ulrich (Kons.) 587 und Erzberger (Ztr.) 174 Stimmen. Kämpf ist gewählt.

Der fortschrittliche Kandidat Dr. Kämpf vereinigte . diesmal 52,29 Prozent aller abgegebenen gül­tigen Stimmen auf sich. Die Sozialdemokraten haben einen Verlust von 12,8 Prozent zu verzeich­nen.

DerBerliner Lokalanzeiger" schreibt zu dem Ergebnis:

Zur allgemeinen Ueberraschung hat die Ersatzwahl im ersten Berliner Reichstagswahlkreis gleich im ersten Wahlgang die Ent­scheidung gebracht. Tie Fortschrittliche Bvlkspartet Hal ihr Man­dat behauptet. Kämpf ist wiedergewählt! voraussichtlich wird ihm auch die P r ä s i d c n t e n w ü r d e wieder übertragen werden.

*

In dem Wahllokal des 18. Bezirks des Reicl)s- tergswahlkreises Berlin I erschien heute vormittag um s/4ll Uhr kurz nach Eröffnung des Wahlaktes der Reichs- kanzler in Begleitung des Staatssekretärs v Kider- len-Wächter, dem Unterstaatssekrclär u. Eisenhart- Rothe, um ihr Wahlrecht auszuüb-en. Außerdem übten bis 11 Uhr das Wahlrecht aus die Staatssekretäre Krä t ke unb Dr. Liaser, Justizminister Dr. Beseler und Ober­bürgermeister Wermut l>.

Bei der. Wahl im Januar d. I. hatte Kämpf 4657, Düwell 4408, Gädtke (Dem.) 1395, der Zählt and idat der wirtschaftlichen Vereinigung 482, der des Zentrums 169 und der der Polen 37 Stimmen erhalten. In der Sticl)- wahl wurde Kämpf mit 5588 Stimmen gewählt, während auf Düwell 5579 Stinrmen entfielen. Im Jahre 1907 erhielten Kämpf 6067, Dr. Arons (Sozdern.) 5042, der konservative Kandidat 972, ein Bodenreformcr 780 und ein Zcntrumskandidat 271 Stimmen In der Stichwahl siegte Kämpf mit 8053 Stimmen über Dr. Arons, der 4618 Stimmen erhielt. Bei der Vergleichung der Wähler- Äffern ist zu beachten, das; die Zahl der Wahlberechtigten rn dem Wahlkreise rasch abnimmt, da immer mehr Woh­nungen zu Gesckäftslokaleu umgewandelt werden. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug z. B. 1903: 17 505, 1907: 16 286 und 1912: 13 407.

San Gulliano in Berlin.

Berlin, 5. Nov. Heute vormittag empfing San Guiliano etwa 30 deutsche, österreichische, eng­lische und französische Journalisten, erklärte aber, es widerspreche seiner Gepflogenheit, politische Interviews zu gewähren. Der Mi­nister sprach mit den Journalisten in ihrer Muttersprache und antwortete auf eine Frage, datz er über seine Reise nach Wien erst beschließen könne, sobald die Kammerdebat­ten über die auswärtige Politik abgeführt sein würden. Der Empfang dauerte 30 Minuten.

Um 1 Uhr fand in der italienischen Botschaft ein Frühstück in engern Kreise statt, dem der Reichs­kanzler, der K r i e g s m i n i st e r, Oberstallmeister Frhr. v. Reischach und andere beiwohnten.

Reichskanzler von B c t h m a n n - H 0 l l w c g machte am Montag nachmittag dem italienischen Minister des Aeustern Marquis d i Sa n G i n l i a n 0 auf der italienischen Botschaft einen Gegenbesuch. Er verweilte dort eine halbe Stunde. Darauf empfing der Minister in der Botschaft den Besuch des Staatssekretärs v. Kiderlen- W ü ch t e r.

Der Kaiser empfing den italienischen Minister des Aeußern und verlieh ihm den Schwarzen Adler- ordcn. Um 8 Uhr fand bei den Majestäten ein Diner statt, an dem der Minister teilnahm.

Sin Ausstand,in Liberia.

DieVoss. Ztg." weidet aus Hamburg: Nach Privat- tzneldungen aus Monrovia ist an der Basra-Küste in Liberia ein Aufstand ausgebrochen. Deutsche Fak­toreien sollen geplündert und die farbigen Angestellten gefangen worden sein. Unge­fähr 20 deutsche Landwirte a u f den in das Innere des Landes vorgeschobenen Faktor­eien sind von der Außenwelt abgeschlossen und in Lebensgefahr. Ein deutsches Kriegs­schiff soll nach Liberia beordert worden sein.

Die freie Negerrepublik Liberia liegt an der Pfefser- intb Körnerküste Oberguineas, sie wurde 1822 von befreiten Negersklaven aus Nordamerika gegründet. Das Land ist ausserordentlich fruchtbar und ist das heißeste der ganzen Erde.

Graf Botho Eulenburg.

Ter inaktive preußische Staatsminister Graf Botho zu Eulenburg ist, wie ein Telegramm aus Berlin meldet, heute früh 41/2 Uhr in seiner Wohnung an Herzschwäche gest 0 rben. Graf Eulenburg stand im 82. Lebensjahre. Er war ein Sohn des bekannten Präsidenten des Wgeordnetenl^auses. Aus seiner wechselvollen Beamtenlausbalm seien hier folgende Angaben ge­wacht: 1869 war er Regierungspräsident in Wiesbaden, kam 1872 als Bezirkspräsident nach Metz und 1873 als Oberpräfidrnt nach Hannover, 1878 wurde er der Nachfolger seines Oheims, des Grasen Fritz Eulenburg, als Minister des Innern. Dieser hatte seine Entlassung geironrmen, als Bismarck der Ausdehrmng einer Städte- und EKnneindeordnung auf die westlichen Provinzen nicht Sustimmte.

Ms Minister hat Graf Botho Eulenburg, der stramm konser­vativer Gesinnung war und auch Mitglied derckonservativen Frak­tion des Abgeordnetenhauses gewesen war, sehr bedeutsame Auf- gaben erledigt. Er fiat das Sozialistengesetz ausgearbeitet und im Reichstage verteidigt. Weiter widmete er sich in seiner Ministerzeit der Fortführung der Verwaltungsreform, über die sein Vorgänger gestolpert war. Auch er kam dabei in Konflikt mit dem Reichskanzler, dem er zu nachgiebig schien. Im Februar 1881 kam es zwischen ihm und dem Kanzler zu der mit er dem Namen R 0 in inelei bekannten Szene im preußischen Herren- Hause, aus der Graf Botho Eulenburg die Konsequenz seines Rücktritts ziehen mußte. Nock in demselben Jahre siedelte er als Oberpräsident von Hessen-Nassau nach Wiesbaden über.

Noch einmal wurde er, int Jahre 1892, als der damalige

'JiCKtefansIcr Chraf Caprivi aus Anlaß der parlamentarißhrn Kämpfe um den Entwurf eines Volkssckulgesetzes das preußische Mmisterpräsidium uicberlegtc, zum Ministerpräsidenten ernannt. Zunächst Minister ohne Portefeuille, erhielt er nach dem Rücktritt des Ministers Herrfurth vom Ministerium des Innern im August 1892 das letztere. Ministerpräsident blieb Gras Eulenburg bis zum Jalrre 1894. Im Oktober diese? Jahres traten zwischen ihm und dem Grasen Caprivi erheblich? politische Meinung > Verschiedenheiten hervor, die schließlich dazu führten, daß der Kaiser die Entlassungsgesuche beider Staatsmänner genehmigte.

Seitdem lebte Graf Botho Eulenburg, nachdem der damals eine Zeitlang ernsthaft erwogene Plan, ihn als Nachfolger des zum Reiäiskanzler und preußisclien Ministerpräsidenteti ernannten Fürsten Clodwig Hol>enlohe-Sckillingfürst zum kaiserlichen Statt Halter in Elsaß-Lotbrtngen zu ernennen, wieder fallen gelassen worden war, in Jnaktivität zu Berlin. In den letzten Jahren ist Graf 'Eulenburg seines hohen Mbers wegen wettig an die C offen b* lichkeit getreten.

Aus fteficti.

Ter Geseh-ebungs-Aurschuß der Zweiten Kammer wird, wie unser rb.-Mitarbeiter in Darmstadt uns mitteilt, am nächsten Freitag, 8. November, zu einer Sitzung zusammentroten und fick mit der Beratung des hessischen Ausführungsgesetzes, betr. die Bestimmungen über das neue landwirtschaftliche Reicks- versicherungsgesetz, beschäftigen, das bekanntlich schon am 1. Januar in Kraft treten soll und deshalb auch bis dahin noch von beiden Kammern verabschiedet werden must.

Die BeauttenbesoldungSvorlage.

rb. Darmstadt, 5. Nov. Bezüglich der neuen Besoldungs­vorlage über dieorganischeRevisionderBesoldungs- ordnung wird heute in Regierungskreisen die bestimmte Nach­richt weiter verbreitet, daß sich der endgültigen Fertigstellung der Vorlage noch starke siitanztechnische Schwierigkeiten entgegen­stellten. Es müsse «deshalb als sicher erscheinen, daß der Abschluß und die Ueberweisung der Vorlage an die 2. Kammer erst im Lause des Dezembers erfolgen werde. Damit müßte jebe Aus­sicht, die Besoldungsreform noch vor der Budgeiberalung, resp. bis zum Beginn des neuen Etatsjahres, 1. April 1913, fertig­zustellen, begraben werden.

Deutsches Ucid).

Berufsgenossenschaft Tür den Detail handel.

DieNorbbeulicke Allgemeine Zeittmg" meldet: Am Montag fand im Reichsversicherungsamt unter dem Vorsitz des Präsi­denten Dr. Kaufmann die G r ü n d u n g s v e r s a m m l u n g der Berufsgenossenschaft für den Detailhandel statt. Es waren 142 Vertreter der Handels-, Handwerks- und Gewerbe­kammern erschienen.

Ausland.

Das Verhältnis Englands zu Deutschland.

Der englische Parlamentsuntersekretär A e l a n sprach in Ed­monton bei London und kam dabei auf die jüngste Rede Lord Roberts zurück. Lord Roberts, sagte er, erklärte nicht nur, daß Deutschland U ns angreifen wolle, sonderti er sagte etwas Schlimmeres, nämlich, daß wir in der Lage sein müßten, Deutsch­land anzugreisen, ehe es in einer Zeit tiefsten Friedens und ohne Ursache uns zertrümmere. Dieser Vorschlag ist grundschlecht (wicked) und nur das deutsche System einer zweijährigen Dienst­pflicht würde uns dazu in den Stand setzen. Ein solches System würde eine ungeheure Vermehrung des Heeresetats bedeuten und damit den Flottenetat schädlich beeinflussen. Es würde sich zeigen, daß England nicht in der Lage wäre, zugleich eine überlegene Flotte und eine Armee kontinentalen Stils nach Roberts Vorschlag zu erhalten. Solch eine enorme Vermehrung würde zugleich allen Plänen zu sozialen Reformen ein absolutes Ende bereiten, und es würde schließlich ein geradezu verbrecherisches Vorgehen und eine Herausforderung gegen alle Länder der Welt sein.

Die Literaturkonvention.

Aus Petersburg wird gemeldet: Der Ausschuß, der über die Literaturkonvention beriet, hat den deutschen Vor­schlag betr. Festsetzung einiger Vergünstigungen bei der Tran­skription von Musikwerken, der Reproduktion von Klischees, der llebersetzung einiger Werke usw. für unannehmbar befuru den. Der deutsche Vorschlag, den Konventionsentwurf einer Kon­ferenz von Vertretern beider Regierungen zu unterbreiten, wurde angenommen. Hinsichtlich des Abkommens mit Belgien und Dänemark wurde beschlossen, als Muster den Tert der russisch- sranzösischen Konvention vorzuschlagen, wobei Dänemark auf- gefvrdert werden soll, einen Spezialvaragraphen übet die Be­nützung von photographischen Aufnahmen einzufügen.

54. Jafyresfeft öes Gberbeisischen Vereins für innere Mission.

Gießen, 5. Nov.

1. Tag.

Das Fest begann heute morgen mit einem durch Kirchenrat D. Schlosser- Gießen mit einem kurzen Gebet er^ öffneten Versammlung der Synodal Vertreter für innere Mission. Man besprach zunächst die Nottvendigkeit der Anstellung von Jugendhelfern und -Helferinnen, wie sie in anderen Gegenden Deutschlands bereits in Tätigkeit sind. Sodann sprach Pfarrer Knott- Wallenrod über die Einrichtung von F a in i - licnabcnben auf dem Lande, die dort nichtpuir nötig, sondern auch möglich sind. Sie dienen zur Erhaltung und Förderung kirchlichen und nationalen Lebens und zur Bekämpfung der Land­flucht.

Ein weiterer Gegenstand der Derbondlungen war die Frage der kirchlichen Preßarbeit in Oberhessen, über die Pfarrer Satt­ler- Staden berichtete. Sie wird von demEvangelischen Nach- rid.-tcnDerbanb für Hessen" in mustergültiger Weise geleistet, be­darf aber noch sehr der pekuniären Unterstützung durch die Kirchen- gemcindcn und fleißiger Mitarbeit von Faclüeuten. Man beab­sichtigt die Gründung einer evangelischen Preßorganisation für Oberhessen im Anschluß an denEvang. Nachrichtenverband".

In der am Nachmittag abgehaltenen Mitgliederversammlung erstattete Kirchenrat D. Schlosser den Jahresbericht. Da er bereits in den Monatsblättern des Landesvereins gedruckt vor­liegt, konnte sich der Redner kurz fassen und wies nur auf einige Hauptpunkte hin, die Sorge für reisende Handwerker, das Eleo- norenlwspiz in Bad-Nauheim, die Entstehung eines neuen Ge- meinbcblaties in Hitzkirchen-Wenings u. a. Pfarrer Schwabe- Gießen empfiehlt die vom Landesfrauenverein eingerichtete Aus­bildung von Nothelferinnen, die in abgelegenen Gemeinden segens­reiche Dienste leisten können. Im Anschluß hieran machte er aus die Versicherungspflicht der Krankenpflegerinnen und Dekauats- schwestern aufmerksam, die durch die neue Reichsversicherungs­ordnung für die nicht Pension beziehenden "Schwestern'Gesetz wird. Die Hauptverhandlung des Tages drehte sich sodann umI ung- deutschland in Stadl und Land". Zunächst besprach Pfarrer Schwabe die städtischen Verhältnisse. Er führte fol­gendes aus: Die Jungdeutschlandbewegung nrirb vielfach mit den einzelnen Jugendvereinen, Wander-, Wehr-, Sport-, Zürn»

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Vereinigungen u. a. verwechselt. Jungdeutsckland ist aber die große Vereinigung, die fd»n beste Horde Jugendvercinigungen zusammen- fassen will. In den ersten Reck n dieser Bewegung stehen die evangelisch-kirckliäjen Jugendnereme. Die Kircke und innere Mission müssen auf die bestellenden Not stunden in dem Leben unserer Jugend l)iniüci|cn. Sehr zu be­grüßen sind die Veranstaltungen der Jugendwehren, welche die Stählung des Körpers der Jungen mit Reckt im Auge hat. Doch wird hierbei der- religiösen EntwicUnng der Jucund zu wenig Spielraum gegeben, ja es werden die gottesdieirstlicken Veranstaltungen gestört. Jugenbpil'ge muß aber stets auch Ge- sinnungspslege sein Diese treiben besonders die kirchlichen Jugend- vereine, iveldx: äsristliche Cl-araktere heranbilden wollen und so Diele Bausteine zum Ausbau unseres Vaterlandes liefern und zrvar nickt die schlechtesten. Ist es nun auch nötig und möglich, diese Bewegung aus das Land zu übertragen, wo die kirchliche Sitte noch fest besteht? lieber diese Frage machte Psarrer F rits a>- Rupperteburg aus eigener Erfahrung interessante Ausführungen. Er verglich die Jugend auf bem Lande mit gärendem Most, der in gute Schläuche gefaßt werden muß. Die Landjugend bat c-5 dringend nötig, daß man sich ihrer an nimmt wegen der ihr drohenden vielen Gefahren. Hier zeigt .^Fungdeutschlanb" die Wege. Pfarrer, Lehrer u. a. geignctc Persönlichkeiten, die ein Herz für die Jugend haben, müssen an die Arbeit gehen, dann wird ber Not der Jugend abgehoben werben können. Doch darf dabei das religi ic Moment nicht vergessen tverben. Auch ber Alkoholgenuß mui, ansgeschaltet werden. Dazu iväre, wie in ber Aussprache von La's > icktsdirektor Schmeckenbecher ^Gießen bär­ge! egt würbe, bic ng von kirchlichen Gemeindeltäusern ein dringenbes Btckürsnic. sack kann die (tyrünbinig von Jung- deutscklandvereinen auch ohne das versucht werben, wozu die Anwesenden ermuntert wurden.

Ans Sraöt nnd Land.

Gießen, 6. dlovember 1912.

' Evang. Psarrdien st-Nachrichten. Ernannt wurden der Psarrassislent für Jugendpflege an der Stadt­gemeinde Darmstadt, Lallten sch lag er, zum Pfarrassistenten an der NiartinSgemeinde zu Darmstadt; Pfarrassiilent MüIler an der Martmsgemeinde zu Darmstadt zum Psarrassistenten für Jugendpflege an der Stadtgemeinde zu Darmstadt; Pfarr­vikar Werner zu Seligenstadt 311111 Pfarrverwalter ui Hopf- mannsseld (seine Ernennung zum Pfarrvikar in Angersbach wurde wieder zurlickgenommen). Gestorben ist der Pfarrer Karl Boell zu Ober-Eschbach. Zur Wiederbesetziing wird aiisgeschrieben die Pfarrstelle zu Ob er-Ofleiden, dem Gesamtbause SolmS steht das PrasentationSrecht zu.

Kath. P farrpersonalien. Der Pfarrer,Geisig lick)er Rat und Dekan Jos. E n g e l cha r d t zu Bingen wurde zum Domkapitular ernannt und der Pfarrer Dr. Friedr. Stock zu Neckar-Steinach zum kath. Pfarrer von Zorn­heim liestellt.

** Lehrerpersonalien. In den Ruhestand ver­setzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Heubach, im Kreise Dieburg, Karl Daniel G u y 0 t auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treue« Dienste. Der Groß­herzog hat ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klasse, des Verdienstoroens Philipps des Großmütigen verliehen. Ucbertragen wurde der Schulaspirantin Katharina S ch u l - merich aus Ebersheim eine Lehrerinstelle an der Gemeinde- schule zu Bretzenheim, dem Schulamtsaspiranten Friedr. Tho­mas aus Alsfeld eine Lehrerstelle an ber Gern einbeschule zu Groß-Hansen. Bestätigt würben ber von dem Grafen zu Erbach-Fürstenau auf bie Lehrer stelle an der Gemeinbeschnle zu Rehbach präsentierte Schnlamtsaspirant Abam König aus Bals­bach unb ber von dem Grafen zu Solms-Laubach auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Utphe präsentierte Schul­amtsaspirant Jul. Biedenkopf aus Zeilbach. Erledigt sind bic mit einem kath. Lehrer zu besctzenbe erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mainflingen. Mit der Stelle ist Organistenbienst verbunden. Dem katholischen Psarrer unb dem Ortsvorstand zu Mainflingen steht das Präsentationsrecht zm Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinbeschnle zu Nordheim.

Lehrerversammlung. In der gestrigen Ver­sammlung der hiesigen Lehrerschaft, an der nicht nur die Lehrer und Lehrerinnen der Volksschule, sondern auch die der höheren Mädchenschule und die Lehrer des Gymnasiums teilnahmen, kam, gleichwie in der Versammlung der städt. Beamten die tiefe Äiißstimmung zum Ausdruck über den un­erwarteten Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung, die Eingabe um Gehaltsaufbesserung abzulehnen. Die Versamm­lung beschloß, eine erneute Eingabe an den Stadt­vorstand zu richten. Es wurde dabei besonders auf das Vorgehen der Stadtverwaltung in Darmstadt hingewiesen, die den berechtigten Wünschen der dortigen Lehrerschaft in vollem Maße entgegenkam. Allseitig wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, es möchte eine Form gefunden werden, nach der noch in diesem Jahre die Angelegenheit zur Zufriedenheit der Lehrerschaft geregelt werden könnte.

" Handelskammerwahl. Der Kaufmännische Verein beschäftigte sich gestern in einer Versammlung seiner zur Handelskammerwahl berechtigten Mitglieder mit der in der nächsten Woche stattfindenden Wahl dre'er Handelskainmer- mitalieder für Gießen-Stadt Nach langer Aussprache wurde beschlossen, für die ausscheidenden Handelskammermitglieder Friedberger und Grünewald einzutreten und anstelle des verstorbenen Direktors fDhinfcr Direktor Wenner von dem Gießener Braunsternbergwerk vorzuschlagen.

** Liebig-Museum. In erfreulicher Weise macht sich das Interesse für die Einrichtung des Liebi-Museums in immer weiteren Kreisen bemerkbar. Eine große An­zahl von wertvollen Erinnerungen an Liebig ist dem Mu­seum bereits zur Verfügung gestellt worden. Berlags- buchhändler Alfred T ö p e l m a n n in Gießen bat dem Liebig-Museum in dankenswerter Weise eine fast mckenlose Serie des Liebigschen Jah-resberichtes zum Geschenk ge­macht. Die Bände sind nunmehr in dem Arbeitszimmer ovn Liebig untergebracht worden. In diesem Raum wurde ein großer Teil der in den Jahresberichten veröffentlichten Arbeiten verfaßt und niedergeschrieben. Möge das Bei­spiel noch mehr Anhänger finden, daß die Einrichtung des Liebiglabvraloriums immer vollständiger werden kann!

** Volkskonzerte unserer Regiments­musik. Ueber die Künstlerin, die im ersten Volkskonzert mittmrft, lesen wir in einer Darmstädter Zettung: Frau