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Zweiter Blatt
162. Jahrgang
scheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
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R. Lange, Dieven.
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• „Oietzener Sawnllenblärter** werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das , Krdfblott ftr den Kreis Eichen" zweimal lrichentlich. Tie ..LandwiNschattlichen Seit, fragen" erfcheinen monatlich zweimal.
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im Tienfte der Tyrannin Mode ertragen, übrigens gegenwärtig Lapis Lazuli: Perlen ihre von der Mode schon feit Jahren an- unh Günstlingsstellung.
Samstag, i. September 1912
Rotationsdruck und Verlag der Drübl'schen
^rcAuen-Fenilleton.
Intimes aus der Mode der galanten Zeit.
Die Mode der galanten Zeit jenes 18. Jahrhunderts, in dem Rode eine Weltmacht war. die über Krieg und Frieden mit« .tuten hatte: das ist immer ein höchst anziehendes Thema, und j besonders, wenn man sie als einen Faktor des ganzen >tultur« is der Zeit ins Auge saht. Tas bat Alsen in ieinem bem* it im Perlage Neues Leben (Wilhelm Borngraber) in Berlin ein enden Buck e ..Tie Mode der galanten Zeit" getan, und Fülle von reizvollen Zügen und Einzelheiten vergegenwärtigt Win diesem Buche Menschen und Moden dieses unrribcntcbhdicn
tiefe Atem. Jnsolgedessen kan.i die Frau nickst laufen und keine Bewegung ausführen. Deshalb verkümmert bas Fleisch unter dem Gerüst, und der Körper wird oben unb unten furchtbar birf, was bie Wasiingu schön finben. Sdjon int jungfräulidien Alter wird der Leib der Mädchen ringeschnürt. weil man fürchtet, sie könnten zu lange gesund bleiben. Ter beabfidjtigte Erfolg tritt auch ein: die meisten Frauen sind frühzeitig krank unb hinfällig, und mit einer gewissen Sdxibenireube sprechen die Männer bann von dem ..schwachen Geschlecht". Die Frauen bewegen sich in ihren Leibgerüsten wie aufrecht gehende Schildkröten. Du kannst es Dir gar nicht vorstellen, wie es aussieht, wenn eine Frau auf der Straste geht unb die Beine unter dem steifen Gerüst be- roegt. Und wenn sie erst bie bewegungslose Masse ihres Leibes auf einen Sih schiebt, wenn die Glieder hinunter hängen unb der Kopf hilflos bin unb her bewegt wirb, bann empfinbet ein gebildeter Neger etwas wie Mitleid mit solch mißhandeltem Geschöpf. Ich denke oft an bie biegsamen Gestalten bet Mädchen von Artara, wie ite sich über bie Feldsrüchte neigen, wie sie mit bauchigen Tonkrügen auf bem stopf einhergeh.m, und wie ihr Leib bie unruhige Last bcs wogdnden Wassers im Gehen zur Ruhe bringt."
kf. Lannen der Schmuckmode. Tie Extravakanzen der modernsten Mode drohen auch die Schmiickmode anzustecken.
Redaktion, Expedition unb Druckerei: bchul» (trabe 7. t?r Petition und Verlag:
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Ueber Jugendpflege
■je ten wir oon einem Lehrer auf bem Lande folzenbc
' büren, 12 Ellen Str st b n
Polisson". 3 Ellen Seidengaze . . . So geht es Tag für Tag mit den Einkäufen der Königin.
Was aber die Königin bezahlen konnte, das stürzte viele in Schulden, denn das Mjtmackeu dieses Mobelurus war nur den AUerreichsten möglich. Wer konnte z. B immer neue farbige Lederhandschuhe laufen, die mit ihren Hellen Farben mit der Färbung der -Sckwhe harmonierten? Wer konnte die vielen zarten und vergänglichen Strümpfe erschwingen, die man als Tarne rou Welt tragen musste! Baumwollene Strümpfe ivrad)tete man, und die elegante Frau hüllte ihre Füste in bunte Seiden strnmpfe. die mit Gold und Silber gestickt waren oder gar kostbare Spi^eii trugen, durch bie man bie rosige 5?aut burchicksimmern sali. Tas gleiche Gewicht wie auf Strümpfe legte man auf Stninipfbänbcr; man begnügte sich nicht mit reiben bä nbern mit Schleifen, sondern sastte die Ränder mit Juwelen ein und hielt die Bänder mit Edelsteinschlössern zusammen, unb als Zeichen besonderer Zärtlichkeit galt es, wenn ein MiniaturbrldNis des Liebhabers auf bem Strumpfbanbsckstossc prangte Durste man das Bildnis nicht osien unb ehrlich tragen, so liest man es in einem Medaillon mit Gebeirnscklost anbringen, und die Juweliere jener Zeit hatten gute Tage, da die Aufträge aus Medaillons mit Gcheimverschlüfscn nicht gerade selten einliefen.
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— Gegen die Unnatur in der Frauentracht geh! in der ersten Seviernbernummer der Halbmonatsschrift „Ter Bor- tmpp" Verlag Georg Wigand. Leipzigs in sehr humorvoll-kräf- tiger Weise Hans Paasche vor, der ;um briticn Male einen Reger au» Zentralafrika seine Eindrücke über deutsche Sitten und Zustande rciebcrgeben läßt. Ter Neger Lukanga. der xtlcibuna phcrl aupt als eine Sckmach empnndet. beflogt sich, baß er sich [ein Urteil über die Gestalt der deutschen Frauen bilden könne, weil man ia nirgends nackte Frauen sehe „weder auf den e tränen, noch bei der Feldarbeit", schreibt an seinen König Ruoma von Kitara: „Nur abends, wenn die Wasungu gemeinsam offen und tanzen, sind die Mäddien so gut wie nackt, und nur ein Teil des Körpers ist von Kleidung bedeckt. Sie dürfen es nicht mag en, ganz ohne Kleider zu kommen, weil ihr Leib aus zwei teilen bestehet, die nur lose miteinander verbunden sind und durch ein Lusteres, starres Gerüst luiammengeholten werden. Dies Gerüst nun verdeckcn sie auch, abends durch ein wenig Kleidung. Aber natürlich nickt mehr als unbedingt notwendig ist. hätten die Frauen das Gerüst nicht, so würden sie zusammenNappen und könnten nickt aufrecht gehen. Tas Gerüst ist wahrscheinlich eine uralte Erfindung der Männer. Sie haben es. um trotz Trägheit und schleckten Lebensgewohnheiten an Ausdauer und Gesundheit überlegen sein zu Tonnen, den Frauen ausgezwungen Tas Leib- "-rüst ist io eingerichtet, daß die Frau nicht vollständig atmen farm Ter Leib wird an der Stelle, wo er sich ausdehnen soll, sest zusammengehalten, und ein Teil der Lunge fault innen und jhrbt, weil er gehindert wird, zu leben. Es fehlt ihr nämlich der
Manchen Pariserinnen ist der seitliche Schlitz, der zum letzten Tirektoirstile gehört, und der die Eleganz des Schuhwerkes und des Strumpfes so Pikant zur Geltung bringt, noch nicht kokett genug, und man liebt bei ihnen durch das dünne Gewebe des Strumpfes den Glanz eines feinen Goldreisens durchschimmern, der ihren Knöchel umschlicht Es ist nun freilich wenig Aussicht, bar, diese Laune der Schmuckmode sich die gute Gesellschaft erobert, da die Abficht, durch einen solchen Knöchelrrif die Blicke auf sich zu lenken, zu deutlich am Tage liegt, irm nicht zu verstimmen ?lber auch bie Tarnen ber Gesellschaft unterwerfen sich willig mancherlei wunderlichen Schmuckmoden. Die fünfte ist die. bar man bicht über bem Alenbogen einen goldenen Armreis trägt: und die Tarne, bie ganz auf der Höhe der modernen, erleuchteten 3eit stehen will, idrfiefjt in diesen Reif ein geheimes Amulett ein. Tiefer Armreif darf durch das Gewebe de- Musselin- ober Voile Aermcls nur eben schwach durchschimmern, und der Aermel muß so locker gearbeitet sein, daß er auf den .Reif keinen Druck ausübt. Sich an diese neue Sckmuckmode zu gewöhnen ist gar feine so leichte Ausgabe. Ter moderne Armring muß natürlich, um zu halten, ziemlich sest am Arme ansitzen, unb es dauert eine ganze Zeit, bis die Tarnen das Mistbehagen und die Beschwerden überwunden haben. Aber es gibt ja bekanntlich kein Leiden, das
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1, keinen Einfluß, natürlich
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unb BteuibrudereL
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iachtiingsv011 lidt, Tanzlebi«
und sonstige Neubildungen.
6. Zweifelhaft bleibt, ob ber Beruf auf den Selbstmord pon EinfNist liLtcrl)|irf)reit im (t er über 60 Jahre nimmt naturacinäst bedeutend zu. Bon den Todesursadxm. die im er werlisfäk.igen Alter eine Roll spielen, verlieren uiandv ihre Bedeutung, dagegen tritt die Alter-.-schi-ache m die Reihe der wichtigsten Todesursacken ein. Rückschlüsse auf den Änflust der sozialen Lage sind aber dieser Todesiirsad,.- ,iegenübcr mdnuert, da tm I-oben Alter häufig mehrere Krankdeitc n zusammentreNeu unb oft nur bie am leid,testen erfcmibarr in die To> >bcidknniguna ein geschrieben wird Ebenso ist bei den Todedtn-sdwinigimgen auS Viesen Altersstufen vielsad, nickt zu ersehen, ob "ttd inwieweit die bei reffenden Person nod) berufst.mg nur In .Inbettackst buirr Fchlcrauellen lassen fick Line festen ^ckrlüsie Ziehen, namentlich nid- in beu Fällen, wo Altersschwache als Todesursache angegeben ist. Soweit es sid, um die übrigen Todesursachen handelt, .werden im allgemeinen bie Ergebnisse bei Absdmittes über bas erwcrbs- tätige Alter bestätigt.
Ans Qcffdit.
An Bermogensstenkr im Grohhkrzoqtnm heften sind nach ber amtlichen Statistik für bad Stcucriabr 1012 zusammen 1 458 491 Mk. veranlagt worben, was liir das ganze (9roßbcriog- tnni ein steuerbares Vermögen von 4 693 152000 WF bleutet. Tcr Ertrag hat sich bemnad) gegen baS Bonahr um 51 900 Mk.
1 i8°o gesteigert, das entspricht einer BermögenSzunahme von 54 632000 Mk Diese Zunahme entfällt and» jetzt gleich nne int Vorjahr ausschließlich auf die beiden Provinzen Starken bürg unb L)berHessen. welche gegenüber bem Voriahr cm Mehr von 54 566,10 Mk. an Vermögenssteuer aufbringen, tväh- rcud in der Provinz Rheinhessen gegenüber bem Vorjahr der Ertrag der BermögciiSsteuer um 2665,70 Mk^0J7>) und bemgemäß das steuerbare Vermögen um 2 806 000 Mk. zurück- gegangen ist. m .
Dieser bedeutende Rückgang des VermogensstcucrertrageS in der Provinz Mlbeinbch'en ist ausschliestlich auf die Mnahme des steuerbaren Vermögens im Bezirk der Finanzämter Mainz I unb Mainz III. und zwar in ber Stadt Mainz selbst, zurückzuführm. Dabei wurde dieser Rückgang im rocfcntlidKn dadurch vcranlastt, vast ein industrielles Unternehmen, welches seither als offene Handelsgesellschaft betrieben wurde und dessen Fnhabcr außer halb Hessens wohnen, inzwischen zu einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgcivanbclt würbe, so daß das darin arbeitenbe Ver^ mögen nicht mehr zur Vermögenssteuer in Hessen berangexogen - werden kann. Im einzelnen ist ber Ertrag der Vermögenssteuer im Finanzamt Mainz I um 2323,70 Mk. fO,51°,o'i und int Finanzamt Mainz III um 9827,75 Mk. (12,54»'.) .zurückgegangen.
Unter den übrigen Finanzämtern, in denen sämtlich mehr Der- ■ mögenssteucr als im Vorjahr veranlagt worden ist, steht in abfo* ■ luter Beziehung das Finanzamt Darmstadt I mit einem Zugang : von 13 300 Mk. Vermögenssteuer ,2,38'»i an der Spitze, hinter
An erster Stelle Älter bie Tnberk
Geschlechtsorgane .. , , . •
3 <<in nnluü der sozialen SteNuu.i ,n mdr ^tennvar dci Tnpbae. mrel» unb Nenblldungen unb bei Vcrunalndungen
4. Ter Berni bezw. die Berufstätig eit '"von Bedeutung für Tuberkulose, svv uell Lungentu^^ose, «ranktznten der Atmungsor.ian'. und zwar lür beide 4 ode»liriackk ugrupprm mehr als die foziale 5tdlung. terncr Tür ym "ud Gc .iUrank- beiten, Mran’l eiten des Nerv enst,neinnnttribar auch für MTanr- bciten der Verdauungsorgane und Krankheiten der v^rN' UNb GeslÜechtsorganc. m befonbero l ohcm^ Matze für Benin gl uckungcn unb in einigen wenigen Fälttii für Tvlckus. .
b. time Einfluß ist der Beruf auf Shnbbcttficber UM., mtcW
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderheflen
frage, Jahreszeit ober sozialen Stellung ber Eltern, unb vor allem die graste Untersuchung des Kaiserlichen Statistischen Amts an der Hand der Statistik ber Ortskrankenkasse Leipzig Als Vorbild und Vorläufer diente eine 1877 erschienene Untersuchung von Eonrad über Einfluß von Lebensstellung unb Beruf am bie Sterblichkeitsverhaltnisfe, zu der gleichfalls amtliches Material der Stadt Halle aus den Jahren 1855—1874 benutzt war.
'Jlue der Einteilung des Stoffes nad) den Altersstufen ergeben fid) in der vorliegenden Arbeit 4 Hauptabsdmitte: Säuglingsalter, Kindesalter von 1 15 Jahren, erwerbsfälliges Atter von 15 60 Jahren, Alter über 60 Jahre, lieber bie L.odes Ursachen, roddie das Kindesalter von 1—15 Jahren in erster Linie geiährben, ergibt sich nad) den vorliegenden Unter suchungen, baß Masern, Keuchhusteii, Lungentuberkulose, Lungen entzündung und Berbauungserkrankungen durch ungünstige soziale Lage gefördert werden, dagegen ist ein Einflust der ungünitigeii sozialen Lage im Kiickesalter nicht erkennbar bei Tuberkuloie im allgemeinen, bei Erkrankungen ber Atmuiigsorgaiie, loroie zHl-rz- ober Nervenleiden. Bei manchcn Kinder-Jnfektionskraiik- beiten, namentlid) edwrlad) und Divhterie weisen die unteren C'.esellsdwftsklasseu sogar günstigere Zahlen auf. Ein Emflust ber Lebensstellung der Eltern auf bie Zalsi der löbhd)cn lln glücksfälle ist sehr wahrscheinlid), da hier baS Vorlwndeniein ober Nichworhanbensein ungenügender Aufsicksi am meisten ausschlaggebend ,st. Bei soldzen Unglückssällen weisen bie Knaben höhere Zahlen auf als bie Mäbchen, während im übrigen bei der Sterblichkeit im Kindesalter ein Einflust des Geschlechts nickst hervortrat. ,, ....
Sehr eingehend sind die Sterblichkeitsverhaltnine im erwerbsfähigen Alter untersucht Tiefer Abschnitt macht auch räumlich den überwiegenden Teil des Werkes aus. Ta das jüngere Alter teilweise durch andere Todesursachen bedroht ist als die reiferen Jahre, so machte sich hier auch noch eine gesonderte Betrachtung nad; den Altersstufen 15—30 und 30 bis 60 Jahre notwendig. Ebenso genügte hier nickt bie Einteilung in die oben genannten 7 BerufSgruppen, sondern eine viel gesondertere Einteilung nach Berufen war notwendig.^ Im allge- meinen ist die Gefährdung des Lebens im erwerbsfähigen Alter beim männlichen Geschlecht höher als beim weiblichen: für das Verhältnis bei den einzelnen Todesursachen oder Gruppen von
■ Zuaendpsiege — Jugendfürsorge ist daS Schlagwort unserer , r Organisationen, Ausschüsse werden gebildet. Ausschreiben
|itn; der Büchermarkt ist beinah überflutet von Werken über l»t manchem neu erscheinende Oiebiet. Es ist aber feine Frage:
oor 20 Jahren Haden auf bas Volkswohl bedachte Pfarrer
Lehrer Jugendpflege getrieben: neu ist an der ganzen Er- ' fcrvng nur das rege unb tätige Interesse der Behörde, die : i: trenn «ruck etwas spät, von der Notwendigkeit der Fürsorge k । in die Flegeljahre eintretende Jugend überzeugt hat.
I st le Bestrebungen lassen sich nun m. E- in zwei g roste Äarpen bringen: 1. Die Jugendwehren unb 2 die Turn Mite. ES liegt die Frage sehr na
i die bessere unb empfehlenswertere sei. Um darüber ein Irm. abgeben zu können, gehört jedenfalls Erfahrung auf den fcri Gebieten dazu Ich habe, bevor ick an die Gründung des t. i er eins ging, mit meinen Jungen Kriegsspiele unb Wange tirebt, an schulfreien Nachmittagen sogar gemeinsam mit einem fftz-wrkollegen gearbeitet. Die Begeisterung war anfänglich groß, tet aber allmählich ab. Ja, wenn wir Geld gehabt hätten, v rns Zelte, Uniformen, stessel uiw anzulegen, wenn wir viel !efjt rinmal eine Nacht brausten biwakiert hätten: mag sein, k man heute nod) Feuer unb Flamme wäre, (ßelbnot das t| tat große Uebel, an bem wir auf dem Lande besonders leiden. Mnianb gibt uns etwas: die Negierung hat wohl einige Tau-
bewilligt: das fließt in bie Hände der Oberleitung für )Hc-tfntfd)äbiguiigcu, Gehälter unb sonstige Unkosten, unb dock Motmnen die, welche bie Kleinarbeit besorgen, nicht einen Pfennig L> rnj mit Siecht: die Jungdeutschlandbewegung ist eine Sache V: 1. iliömuö unb bezahlten Jbealismns gibt es halt nicht Bki wir haben noch mit einer zweiten Schwierigkeit zu kämpfen. Eeftrt Bauernjungen arbeiten sich in der Woche so müde, daß i? LonntagS wenig Lust haben, größere Wanderungen zu unter ■reu, geschweige, baß sie etwa Samstags schon abkommen Knm, um eine Nacht brausten zu kampieren.
Diese Tatsachen beftimmten mich, meine Jugendpflege in ebem Weise zu treiben; wir gründeten einen Turnverein Än < ud) hier bekam ich nicht alle Dem einen wurde der Beitritt i Hinblick auf bett „hohen" Beitrag verboten, dem andern Per k e eine überängstliche Mutter unb einem anbern der Vater, K i ' von dem Nutzen des Turnens nicht überzeugen lassen et' Aber es ist mir Kar: eine einseitige Pflege der Turn fefi ist noch lange keine Jugendpflege. Wir schufen daher ein litt clbi n g von Iugendwehr und Turnverein 3r.it unseren Satzimgen finden regelmäßig einmal im Monai Kbrningen in die nähere unb weitere Umgebung statt. Im
er wird Eissport getrieben unb damit neben dem Körper h: ^ift nicht vernachlässigt tverbe, ist jede Woche im Winter -in üeseabend. Ferner werden während dieser Jahreszeit 3—4
Ädrige gehalten. c
W In diesem Turnverein gefällt cd den Jungen. Jeden sonn Tu Nackmiittag, den sie sonst im Wirtshaus znbrachten, ver
lint sie jetzt auf dem Schulhofe. Aber wir turnen nicht Ed:, wir spielen auch unb da ist es eine Freude für jeden, zu
i, mit welcher Hingabe diese 14—20 jährigen Menschen sich Spiele widmen. Weithin frftallcn ihre munteren Stimmen: j Spiel hat sie wieder zu Kindern gemacht. Zuletzt gehen tei ili den Schulsaal, da fingen wir alte Volkslieder. Aus titrr Sammlung suche ich von Zeit zu Zeit ein neues heraus
V' bereichern wir allmählich den Liederschatz ber Gemeutde.
‘.'.Vit allem biesen ist aber für mich ber Inhalt der Jugend- ■flrjc noch lange nickt erfckwPft Wer in einem Dors mit Por- Biiembev Arbeiterbevölkerung wohnt, wird auch schon ott beklagt Wil da st die 13- 'unb 14 jährigen Schüler den ganzen j ag Ms brr Strafte herumlungcrn. Es gibt kaum einen bencren Be- £ |ur die Wahrheit des Sprichwortes: „Müssiggang ist aller Ker Anfang", als diese Gassenjungen. Fast täglich laufen über
rinen ober andern Klagen ein. Endlich kommen sie aus der Bfiir: sie sollen jetzt arbeiten und haben cd doch nickt gelernt. 'M machen sie ihrem Elternhaus und fick selbst tvenig Ehre:
■ keinem Platz halten sie lange aus, immer wieder lieht man v iu Hanse. 2siich hier must Jugendpflege getrieben werden, rii in gewißem fonbem in loahrem Sinne des VJortev
UntcTfud)!ingen über die
fähigen Atter werden, wie folgt, unnmincngctai.t:
1 Turck eine ungünstige foiiale rage werben naroteilig oe rinflufu: Tuberkulose, speziell Lungen.nberkuloie. Krankheiten der AtmunaSor tone, im höheren Alter <elbuntoib und tn geringerem Grade Minbbtttncber und andere Folg n bet
2 Tnrd. ungünstige soziale Perhultntue «rbtii gefördert Herz unb Griästkraukb t u, Mraitl:K:tctt .<ervcn- snstems. Kranklieitcn der VerdauungSorganc unb der .Varn- und
HlWSflPc ! ab in ben' ’klinik 'assel ltagS U. öftrer
WM iklini Koeppc «ässe I icn fiinbtdlir l-l Mr.
H I ahrhunderts. ' . . ,
i Welche Pltantasie, Originalität und Laune mürbe damals
i: un Dienste der Mode ausgeboten? Allein die Mobetarben: it.n- des Pferdesust s Heinrickis IV., .Heiteres Landlebei: .‘Ipiel- ii mit blauen Streifen . Rinnstein, Londoner Raum, Nonnd>.-n- Kfr, Asfensckwanz, Vergifteter unb Sterbender Asie, Traumgc « jrrinnen Sturere Eingeweide. Vernop tentarbe tm Id'jicbcr Alter Floh, Junger Hol?, Flohkops, Flohsckenstl und Strücken. Kann man sich törichtere und zugleich trcssendere itsiiibezeickututtgeit überhaupt denken?
i'a? von den Farbenbezeichnui'g.n tut allgemeinen gilt, gut "Farben unb Mustern einzelner Bestandteile der Kleidung nock t sie sind ein Gemisch von überraschender eimnalligfcu und hit zugleich. Dafür bringt Alsen in se.nem Bucke .chlagende etfc indem er bie Namen vcrickiebener Bänder aunubrt. xc it man Venusseuszer, Verzweiflung des OpalS, ^r
tunq, Traurige Klagen, Unterdrückte Semzer, Berichmahte . Götttick e Verzückung, Birnmlticke Treue, Regenbander. Ban Die nach Personen genannt wurden, wie z B. läagliostro er, ober solche, die auf Zectereigniste anipieltcn: am 4. Mai wurde der Rhein überschritteu, und alsbald kam an iana
. ans das den Namen Taffetas du Passage du Rhm trug
■(tä Band zeigte Wellenlinien und trug einen weißen ober Urin (blauen Musketier zwischen einem weißen und einem rubm * imaragbfarbenen fielt als Muster. Aehnltches findet sick)
^Königin war es natürlich, bic in Dingen der MH die we rittcnc Führung inne batte, r e Ausgaben, die ihr -
eo^e. ' IMSi verursad . J'' n
bebenfr, d ist täglich Einkäufe macktt v P^«er*d><l$^i<ntin war ihr „Mobeminister'. Ro,e Bertin. Jedock nc
r war cs auch Madame Elorie, bei der ste eiukaurtt. ^ ll- ^u Geschäftsbuck) bringt Alsen einen kurzen Auszug Ber'me^- >;e kaufte d-e Königin am 1. Januar öuumJörafe, ba^bt^
i I» an zweiter Stelle in Berrackst kam, eine eile Jllcncon^inpe . E 'Ichöner Bordüre, bie zu Manicketten venvandt werden ohtc ■ »2. erstand sie 12 englische Fickus iinbjb Ellen Setdenbanb, : AL Januar einen Mantel aus weißem Tanctas mtt .-L>enga^^ miiert, am 4. Januar 2 Ellen Gaze d Italic, b ^Ucn Jit-ncon-
Arbrit. Aber wie soll das geschehen.-' Tie Antwort ist nickt Iridn, aber Lei gutem Willen ist cS möglich, eine Reihe von Arbeitsgelegenheiten für bie Jungen zu haben. Am Abdang eines unbebauten HügelS läfet sich eine Rodelbahn anlcgcn. Wochenlang sind bie Buden an schulfreien Nachmittagen damit be- diäftigt Nur nebenbei sei bemerkt, datz i'ick bei dieser Arbeit geemcirische und phmikaliiche Kenntnisse praktisch verwenen Iahen. Im Früluahr gebt e» auf bie Gemrinbewiesen. da werben Maul- wurishaufen weaaemachi unb die Herbstzeitlosen gerupft. Na »Ürsich tverben diese Arbeiten be^aWt: da» Gelb erhält die Sckule. die dafür enri einen Ball oder sonst einen gewünschten Gegen tanb lauft ,
Ich halte diese Art von Jugendpflege für bester als alle die fiunftftüddKn, bie mau mit ben Schulentlassenen anstellt. Wer arbeiten gelernt hat und arbeitet, der ist gegen manches geleit, dem der Nichtstuer unterliegt. Luther sagt mit Recht: -lie Leibes Übungen macken sein grickickte Gliedmasten, erhalten ben Leib gründ unb verhindern Zechen, Unzucht unb Spiel
Beherzigen wir das bei der Jugendpflege, trachten wir da nack. aus beu uns Anvertrauttm sittlich starke unb arbeitsame Menschen zu erziehen.
Der Sinflufl von Beruf und Lebensstellung auf die Coöcsurfatheu
wird untersucht in einer Arbeit, bie bas Satistifche Amt der Stadt Halle a. S- hcranogibt Als Zahlenunterlage der Arbeit dienten bie in Halle in den Jahren 1901—1909 bei ber standesamtlichen Meldung vorgelegten ärztlichen Totenscheine. Im ganzen banbelt es sich um 25 375 Sterbefälle, die eiugehend so wobt nach Altersstufen wie nach den Hauptkrankheiteti un Hinblick am die verschiedenen Berussgruppen unterrichtet werben. Verglrick»swcise wurden auch einige anberc Arbeiten über Mranl heits- und Lterblichkeitsvcrhälttiisse für Deutschland und bas Ausland bfrangeiogen, z. B verschiedene Soubenuitersuchiingeii über Minbi*Tfterblid)fcii im Zusammenhang mit der WohnungS'
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