Ausgabe 
7.8.1912 Erstes Blatt
 
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(Eine Programmrede zur UmversitätLresorm.

Bei der Friedrich-LüilheLni-Feier der Bonner Uni* versitLthat Professor Dr. Eller eine Festrede gehalten, die sich von den üblichen Reden in mancher Hinsicht stark unterscheidet und in energischen Reform forderungen nicht nur des Bonner, sondern auch des allgemeinen Hoch­schulbetriebs gipfelte. DemBonner Generalanz." zufolge führte der Redner etwa folgendes aus:

Seit 22 Jahren stehe er an dieser Stelle, obschon jahraus und iahrein das Bild wechsele, alljährlich ein neuer Rektor und neue Dekane gewählt würden, eins bleibe unwandelbar im Bilde der akademischen Feier: die Pedelle und der Profenor der Eloquenz. Die Frage ist, ob die gegenwärtigen Einrichtungen noch mit den heutigen Änforderungen im Einklang »landen und ob nicht manches nottue, >vas die Vergangenheit leicht entbehrt habe Dar, die Universitäten reformbedürftig seien, liehe nutzer aller Frage, vor allem sei die Uebersüllung cm Uebeluand. Lo könne es nickt weitergehen. Ter Unterrichts betrieb sei vielfach eine Unterhaltung geworden, die Vor­lesungen ein Lichtbildtheater, an Kincma. Alle Arbeit werde weggenommcn, alle Fähigkeit lonzemrienen senkens crichlaise. Und ein großer Teil der Studenten mache von den Vorle,ungen keinen Gebrauch. Sie gingen in den Lcußerlichkeiten des Ver­bindungswesens aui oder infolge ihrer mangelhaften Vorbildung verfehlten sic ihr Ziel. Die Kollegien würden nur des Examens wegen mehr belegt, aber nicht gehört. Die Einheit der Wipen- iton sei zur Phrase geworden. Die heutigen <y a f uj t ate n seien ganz antiquierte Einrichtungen ^ie Ver- jassung und Verwaltung der Universität leide unter dem Tradi- noncüismus^^ 6eflagtc dann die Raumnot im Unlverfitäts- oebäude Auskömmliche Auditorien fehlten. Manche würden in polizeiwidrigem Maß: überbenutzt. Es mangele an Prurungs- zimmcrn, und oft müßten in nur zwei Zimmern gleichzeitig Duyeiidc von Srudemen geprüft werden, xas»-. in nne t^uat

schusse- unparteiischer Sachverständiger mit großen Bollmacklln, um genaue und zuverlässige Unterlagen zu bcidxmcn. Das gegen­wärtige Darisamt sei gänzlich unzulänglich in bezug auf Voll­macht und Wirkungskreis. Der deutsche Tat i f a uSs cl> u ß biete ein glänzendes Vorbild. Der Zolltarif müsse Position für Position revidiert werden, um dem Geschäft Schläge zu er­sparen, die es ins Schwanken bringen. Es müsse ein Geld- umlaufshsicm angenommen werden, das dem Kredit größere Elastizität gäbe und Rückschläge und Paniken erschwere.

In den auswärtigen Angelegenheiten müßten die Vereinigten Staaten sich gegenüber den anderen Nationen gerade so verhalten, wie ein ehrenhafter Privatmann gegenüber anderen. Der Panamakanal müsse befestigt und die Kanalzölle auf den überseeischen Handel für alle Nationen einschließlich der ameri­kanischen festgesetzt werden. Die amerikanischen Küstenfahrzeuge Müßten jedoch den Kanal frei passieren, aber das sei keine unter- sckiättiche Behandlung fremder Nationen. Er schloß mit dem Hinweis, daß alle Macht, die er je besessen, ihm vom Volke übertragen worden sei. Er rief das Volk auf, im Geiste der Brüderlichkeit für die Förderung des Wohls der Nation ein- zutreten. .

Der Wahlprüfungsausschuß hat mit 17 gegen 16 Stimmen beschlossen, N c g c r d c l e g i c r t e nicht zuzulassen. Die Neger beabsichtigen deshalb an Roosevelt zu appellieren.

der Riviera, der Zauber Nizzas treten in den Hintergrund, man nimmt das bißchen herrliche Natur als unvermeidlich mit in den Kauf, der eigentliche Grund ist daS Spiel und immer häufiger hört man:Ich gehe nach Monte . . ."

Michaelis ging nach Enghien, in diesen Pariser Vorort, in dem das Badelcben für |o manchen nur einen Vorwand für seine Spielerinteressen bildet. Am Donnerstag voriaer Woche begann er im Kasino zu 'spielen und verlor 15 OuO Franken am ersten Abend. Zn den nächsten Tagen versetzte er sämtliche Preziosen einer befreundeten Dame sowie alle eigenen Wertsachen und verspielte daS Geld. 3000 Mark, die per Postanweisung aus Berlin kamen und weitere 3000 Mark der Dame gingen denselben Weg. Dann griff der Berliner Anwalt zum Revolver.

Michaelis ist nicht nur das Opfer seiner Spielverluste So einfach ist die Tragik des Spielers nicht. Ter Tod dieses Mannes ist der traurige Endpunkt einer scl-einbar glänzenden, in Wahrheit wirtschaftlich und moralisch schiefen Laufbahn. Es wird im Berliner Älubleben häufig beob­achtet, daß gerade die, dieper Saldo" gewinnen, am ehesten unlergehen. Sie schätzen den Wert des Geldes nicht mehr, ihre persönlichen Bedürfnisse steigen ins Ungemessene, das übertrieben üppige Klub leb en verwischt die Distanz zwischen Einnahmen und Ausgaben, sie ballen die goldene Quelle, die ihnen vom grünen Tisch in den Schoß rief Ht, für unerschöpflich. Sie leben lustig und sorglos in den Dag hinein, bis eines Tages der Fehler in der Rechnung nicht mehr gut zu machen ist. An diesenGlückskindern" offenbart sich erst recht Die Tragik des Geschickes. Auch Michaelas hat durchaus nicht immer verloren. Er hat oft beneidens- loerteöiege" am Kartentisch davongetragen. Aber das Saldo war der Bankerott eines allzu leicht und toll dahin- gclcbtcn Lebens. Wie sagte doch der Oberstaatsanwalt im Harmlosenprozetz:Möge man hieraus die richtige Lehre ziehen: das war le bernier coup, rien ne va plus!"

Das Naturtheater im Zcheitniger Part.

DorNänge zur Breslauer Hundertjahrfeier.

Aus Breslau wird uns geschrieben: Tie lange ver- lanntc und in der Entwicklung etwas zuruckgetretene Oder- slLdt trifft ihre Vorbereitungen zu der großen Hundertjahr- feier und Ausstellung im nächsten Jahre, bte sw unter den deutschen Großstädten wieder mehr m den Vorder- qrund rüden soll. In dem gewaltigen Kuppelbau der Ausstellungshalle wird ein Festraunt errichtet, der tn der ganzen Welt nicht seinesgleichen hat und der sich auch uir vornehme Musikfeste vorzüglich eignen durste; wie verlautet, wird u. a. eine Hans - Pfitzner - #et er ge­baut Ebenfalls in Scheitnig, nur zehn Minuten vom .'lusstÄlungsgelände entfernt, ist nun ein Naturtheater großen Stils eröffnet worden, in dem großzügige, zeit­gemäße, künstlerische Darbietungen helfen sollen, dem Unter daltmiasbedürfnis der zu erwartenden Fremden zu ge­nügen. Die Naturbühne verdankt ihre Entstehung dem Jaaeraut Alfred Bernaus, des Direktors des ^.eutichen Theaters in Köln und früheren jugendlichen Helden des IßieSlauer Schauspiels. .

Bor einem etwa 3500 Köpfe zahlenden Auditorium - die leider etwas zu flach ansteigende Tribüne sagt -000 Per­sonen faiid am Sonntag die Eröffnungsvorstellung statt. ShakespearesS o m m e r n a ch t s t r a u m", das unsterb- liebe Waldpoem mit der Musik Felix Mendelssohns. x\c Seaie Alfred Bernaus bot viel des Jnterenanien, ob- schon seine Auffassung dazu neigte, mehr das Aeuszerliche, wzusaaen Opernhafte der Szenen hervorzitlebren. konnte man nach Reinhardtschern Muster zu Beginn einen rentablen Reiterumzug mit den obligaten Fackelträgern genießen. Zu den Elfenreigen erstrahlten von den Baumen rit Hintergrund nicht 10, sondern 100 Glühwürmchen- .Körperchen", meistens auf einmal. Die Elsen und §een t rinnet t en eher an Opemballetteusen als an dustige -vald- Dcifter, und Die schöne Musik wurde manchmal an Dura'- vu.s ungeeigneten Stellen durch kreischenDe stimmen über» tönt. Lieb erbauet, es fehlte die Märchen,ummung, das keimliche Raunen und Flüstern der Geisterscharen, auch bührend des Nvcturnos, das im geschlossenen Thcat».r so dundersam ergreift. Zum Teil trug Die schuld daran Die P.Ll zu grelle Beleuchtung, die nur ihren Scheinwerfern

Ein Spielerenöe.

Unser Berlin er Mitarbeiter schreibt uns: Der in weiten Kreiselt bekannte und beliebte Ber- | tmet Anwalt Iustizrat Paul Michaelis hat in I 'nghien bei Paris Selbstmord begangen, nachdem er nn dortigen Kasino einen Berzweiflungskampf mit dem 5pielglück versucht hatte, um seine zerrütteten Verhältnisse -.u sanieren", eine kurze Notiz, eine Unglüdsdepesche, | jpic täglich so viele andere. Und doch entrollt diese Nach- l richt das ganze traurige Bild eines Spielerlebens und J lenes ausgearteten Klubtreibens, wie es gerade in ' Berlin gezüclstet unb gepflegt wird, ein Herd namen- ' losenglänzenden Elends" mit tragifdjem Ausgang. M., der f seit 30 Jahren in der Reichshauptstadt die Llnwaltspraxis ausübte und persönlich ein überaus liebenswürdiger und angenehmer Mitbürger war, spielte seit vielen Jahren lauptsächlich in den vornehmen Klubs. Schon vor etwa 15 Jahren hatte er dabei so erhebliche Berluste erlitten, toß er sich trotz einer Einnahme von 100000 Mark in 'Uten Jahren (seine Bilanz ergab im vorigen Jahr 150000 DJlart Reingewinn) finanziell nicht wieder erholen konnte.

Michaelis war eine Autorität in Theaterprozessen und letocate sich gesellschaftlich ganz besonders in den Kreisen Mr Bühnen berufe. Daß gerade in diesen Zirkeln die 5pielleidenschaft tiefe Wurzeln geschlagen bat, ist eine alte Tatsache. Als tn Berlin der Klub ,ür Schauspieler gegründet wurde, widmete man ihn in schönen Worten nach äugen hin nur idealen Zweden, um denMittelpunkt für die zer- itreuten Kärrner vom Thespiskarren zu schaffen". So stand ickwarz auf weiß gebrudt unb wer, stolz au, Den Besitz, die Statuten nad> Hause trug, der glaubte wohl an Die Wahr­heit des verkündeten Vereinszweckes. Wer aber die Probe l auf das Exempel machen wollte unb in den Klub (Unter : icn Linden) hinausging, der fand, daß dort nur für Spieler lalles da war", Pokertische, Baccarat, Tarock und Klabrias | (wegen der vielen Oesterreicher). Bis and) dieser Klub sein intimes Skandälchen hatte und das Bacspielen verboten Irurbe. Aber sonst blieb alles beim alten, und cs wurde zuweilen um höchst bedenklich Summen gespielt. Das gleiche ' Md zeigte sid) in einem der größeren Schriftstellerklubs im besten, der Stadt. Aud) dort wurde recht bravgearbeitet". Mud) dort würben die Nächte zu Tagen gemacht. Ter lebens­lustige Rechtsanwalt Michaelis war immer dabei.

DaS Klubleben und Spielunwesen hat in Berlin Aus- « luchse gezeitigt, Wit sie in manchmal so schlimmen unb f «bedenklichen Formen nirgends anders im Reiche Vorkommen. I tzllle Kreise der Berliner Gesellschaft werden davon um­faßt, Aristokratie und Börse, Industrie und alle akademi­schen Berufe, Theater und Schriftsteller, ja man kann sagen, alle, die das Einjährigen-Examen bestanden und eine einigermaßen mögliche 'Position haben, bilden die Elemente, aus denen fid) die Klubs zusammensetzen. Auch die lieben Frauen l-aben sich zusammengetan und sind ihre ur- eigensten Wege in der Emanzipation von den männlichen Gründungen gewandelt. Die Outsider, die Hochstapler unb Glücksritter selbstverständlich nicht zu vergessen. Dem Ein­fluß der Klubs ist es aud) zuzuschreiben, daß in der letzten Seit viel stärker in den Familien gespielt wird als früher, I meist Poker, und neuerdings gehört es ein fad) zum guten ion, jedes Jahr ein- ober zweimal auf 34 Wochen in tlII richtiges Spiclerparabies zu reifen, um endlich einmal ben großen Eoup zu landen. Die landschaftlichen Reize

(Eine programmiere Roosevelts.

Chicago, 6. Aug. Auf dem Konvent ber Fort­schrittspartei entwickelte Roosevelt heute sein Programm. Er betonte nachdrücklich, daß eine neue Partei nötig sei: die Kon­vents von Chicago und Baltimore hätten schlagend gezeigt, wie wenig das Volk unter den jetzigen Verhältnissen regiere. Tas Volk, nickt die gesetzgebenden Versammlungen, sollte über diese Grnndzüge der Polrnk entscheiden. Das Volk müsse die Kontrolle über jeden Zweig des staatlichen Dienstes beibehalten. In Bezug aus die Trnps kritisierte Roosevelt das Verfahren der herrschenden Republikaner und Demokraten i.nd empfahl, daß die in der Frage der Transportgesellschaften angenommenen Grundsätze auf alle Jndnstriekon-.erne, die mit dem zwischenstaatlichen Handel zu tun hätten und darin das Monopol über die Marktkontrolle hätten, angewcndct würden. Roosevelt empfahl die Schaffung eenes na­tionalen I n d u st r i e a u s s ch u f f e s mit der Befugnis, die großen industriellen Unternehmungen zu kon­trollieren und darauf zu achten, daß die Verfügungen über die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen befolgt werden. . _ ., n ,

Ferner sprach sich Roosevelt für bic Errichtung von Lohn- ausschüssen zur Festsetzung von M i n i m a 11 ö h n e n aus, sowee für die Einführung von Bestimmungen über Schutz und Ersatz bei Unglücksiallen, für Verordnungen über die Erziehung unb Pflege der Kinder und Krankheiteir des Alters und für Verhinderung der Nachtarbeit von Frauen und Kindern. Roose­velt erklärte sich zugunsten des Frauenstimmrechts.

Was den Zolltarif betrifft, so glaubt Roosevelt, daß das amerikanische Volk für den Schutzzolltarif sei, aber sich gegen die ungerechte Anwendung dieser Politik und gegen frühere Mig- bräuche auflehne. Er empfahl die Bildung cmes ständigen Ans- selbft den mitternächtlichen Wald tagcshcll beschien, wäh­rend der wirkliche, abnehmende Mond allein viel besser gewirkt hätte. Auch die Anordnung des Schauplatzes, durch die der Palastvorbau des Theseus unverhüllt stehen blieb, störten die Stimmung im Waldakt. Kapellmeister Barth- Rcichcnberg hielt Orchester und Chor straff zusammen; fein Orchester litt wie das vieler FreUustbühncn an den weitaus au schwach besetzten Streichern. Das Publikum applaudierte am Schluß lebhaft. Tr. M. E.

Der Kaiser in Sroincmünöe.

Swinemünde, 6. Aug. Der Kaiser hat vor­mittags dem Schießen in See auf schwimmende Scheiben von ber Festung beigcwohnt. Hierzu waren aud) der Ge­neralinspekteur General der Artillerie Lauter und In­spekteur Generalmajor Borkenhagen eingetroffen. Die Abreise nad) Wilhelmshohe erfolgte um 11 Uhr 30 Min. Der Reichskanzler reiste um 11.22 Uhr nach Hohen­finow.

Die Einnahme von Zuara durch die Italiener.

Rom, 6. Aug. Ueber die Operation zur Einnahme von Zuara, die gestern glüdlid) beendet wurde, tele­graphiert General Garioni folgende Einzelheit«!: Ad­miral B o r s a und die Division der Marine-Akademie be­siegte die Feinde ohne ernste Sck)Wierigkeiten auf dem Ge­biete östlich der Oase und nahm um 1 Uhr nachmittags Die fast unverteidigte Stadt ein. Zuara ist nahezu vollstän­dig von den Bewol)nern verlassen, die in die denadcharte Oase geflüchtet find.

Das Bestreben des Operationskorps gegen Zuara war, den Gegner zu beschäftigen unb ihn zu hindern, sich zu kon­zentrieren. Das Kommando des Armeekorps bestimmte da­zu einen Teil ber Truppen von Ainzara und Gargaresck). Die Maßnahmen gelangen; starke Gruppen ber Türken unb Araber würben zusammen gezogen, traten jeboch halb den Rückzug an unb ließen eine Linie Posten zurück. Die italienischen Truppen blieben nachts in ihren Stellungen, um morgens ihre Bewegungen fortzusetzen. In den srühesten Morgenstunden erschien ein Landu ngsko rp s vor Zuara unb begann die Landung. Zuerst ging ein Ba­taillon Matrosen, sodann die unter dem Befehl t^s Ge­nerals Tassoni stehenden Truppen an Land, wahrend zu Lande eine von Sidi Ali kommende Kolonne auf Zuara losrückte.

Admiral Borsa meldet über den Fortgang der Ope­ration: Der Platz wurde morgens von Matrosen unter dem Schutze von Schiffen besetzt. Die Landung des ge­samten Korps war um >/210 Uhr beendet. Die Matrosen besetzten ein Heiligtum, die Kolonnen Tassoni für Den Prüfenden und für den Prüfling. Die Studenten hallen keinen einzigen Raum im ganzen Univerfitätsgebäude zum Aufent­halt, zur Arbeit, fein Lesezimmer, kein Spielzimmer, nichts. Ta- her stamme auch zum Teil die heutige Zc r sp l i t t er ung der Studentenschaft, ihre Auslösung in Korporationen und Ver- biiidungen. Gerade diese Zersplitterung bllde einen Hauptgrund für untere politische und gesellschaftliche Zerfahrenheit. Die Uni­versität könne nicht zugleich Volkshochschule und wisienschastliche Hochschule sein. Alles müsse von ihr serngehalten werden, was den geistigen Wissenschaften fremd fei. Wer in ber Wilsemchast etwas leisten wolle, müsse erst arbeiten lernen. Die For- schungsinstitute dürften nicht von der Universi­tät losgerissen werden, denn mit dein Fortfall der For- schungsmöglickkeil werde der Forschungsgeist verschwinden. Obenlcr Gruiwsatz sei, daß Die Universität ein Institut Der Forschung unb der Verbreitung der Wissenschaft sei. xve Geist es w 11 je n- fdjaft befinde sich im Gegensatz zur Nalurwis,ens<1)all im Ruck» ,tand und der akademische Betrieb ber Geisteswif,enscka,ten ,ei mehr als vorsintflutlich. Entsprechende Einrichtungen fehlten tast vollständig. Namentlich fehle es an Büchern. Sie seien zwar auf der Universitätsbibliothek, aber in nur einem Exemplar, und bas sei meistens verliehen. Es fehle ein JmtiMt, in dem alle Urkunden und alle Bücher vollständig vorhanden seien. Es exi­stierten wohl Seminare und ihr segensreiches Wirken dürfe nicht vergessen werden, aber wie die Professoren mit 17o Studenten im Proseminar Hebungen abhalten sollen, das erscheine mehr als fraglich. . ,

Prof. Elter faßte feine Forderungen dahm zufammen, Daß ein großes geisteswissenschaftliches Institut ge­schaffen werden müsse, das sich in so viele Unterabteilungen zu gliedern habe, als heute Seminare vorhanden leien. Tag wr Tag müßten Kurse abgehalten werden mit höchstens 2o Teil­nehmern. Dafür seien reichlich Arbcus- und Uebungszunmer zu schassen. 'Jhir eine Reform an Haupt unb Gliedern tonne helfen, nicht em Flickwerk. Er hoffe, daß eine eimichnge Unterricht- Verwaltung ihre Hilfe nicht versagen -oerde und baß nd>en den prächtigen Neubauten des geolognchen und phynkalischen Jnftituts sich bald ein größeres, alles umfaffendes ZnstiWt, das erste königlich-preußische Unioersitäisinstitut tut Geisteswissenschaften er­heben werde. ,

Ter Deutsche Photographen-Verein, I. P., Sitz Weimar, der vom 12. bis 16. August d. Js. seine 41. Wanderversammlung in Meiningen abhält, erläßt ein Preisausschreiben für militärische Aufnah­men aus dem Flugzeug, Lenkluftschiff, Frei­oder Fesfelballon und Drachen, für welches vom Königl. Preuß. Kriegsministerium drei Preise von

.lr. 184 Erstes Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 7. August (9(2

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