Ausgabe 
5.3.1912 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

m. 55

Zweites Blatt

162. Jahrgang

Erscheint tLgttch Ausnahme bei Sonntags, rkGießener LaniilienblStter- werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich betgelegt, daß Krtliblati für de» Kreis Gießen" jroetmal Wöchentlich. TieLandwirtschaftlich«, Seit» fragen" erscheinen monatlich iroeunaL

Wietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesjen

Dienstag, 5. März 1912

Retotton»druck unb Verlag der Srühllche» Untoersuäl* - Buch- und S'etndruckeert.

Ä. Lange, Gießen.

Refaktien. Expedition und Trudettt:dnd» ftrafee 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion:e^K UL. Le1,-Sldr^Anjeiger»lesen.

Provinzial-Ausschus; der Provinz Lbcrhcffcu.

05 i c b e n , den 2. März.

Anwesend: Der Vorsitzende Gehcimerat Dr. Usinger, vier ordentliche und drei Ersatzmitqlicder

1. Gesuch des Karl MalkmuS zu Alsfeld um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft

Hause Ludwigsplatz 6. Malkmns will in einem t'ofai Wirtschaft betreiben, das früher bereits zum gleichen zwecke gement hat, dessen letzter Inhaber aber in Konkurs geriet. Der Gemeinderat von Alsfeld hat die Bedürfnis frage bejaht. Der Kreisausfchusi des Kreises Msfeld ver­jagte aber die Genehmigung, weil er der Ansicht war, das; die fragliche Wirtschaft bei dem früheren Inhaber nicht rentiert habe unb das; deshalb ein Bedürfnis für sie nicht vorliege. Gegen das Urteil des Kreisausschusses verfolg- ini die Anwälte des Gesucktftellers Rekurs an den Pro- vinzial-Ausschust. Dieser entschied, das; die nachgesuchte Konzession zu erteilen sei, nachdem Malktnus ausdrücklich erklärt hatte, daß er auf feine seitherige Konzession in der Marburaer Straße verzrchte.

2. Reklamation gegen die Beigeordneten­wahl zu Heisters. Bei der Wahl entstand Stimmen aleichhert und der Vorsitzende der Wahlkommission ließ des halb losen Das KreiSamt Lauterbach beanstandete dies aber und ordnete an, daß zunächst eine Nachwahl stattzn finden habe. Erst wenn bet dieser wieder Stimmengleich deit eintrete, könne das Los entscheiden. Bei dieser Nach­wahl erhielt H. Seibert drei Stimmen mehr wie sein tiegner und war somit gewählt. Nun reklamierten K. Sei­pel u. a. gegen die Wahl und behaupteten, bei der ersten Äahl habe ein gewisser Kaspar Schneider abaestimmt, der kurz zuvor seine rückständige Steuer bei dem Bürgermeister hinterlegt habe. Da der SJnrpcrmeifter zur Empfangnahme aber nicht bercckstigt und die Steuerzahlung nicht recht­zeitig erfolgt sei, wäre die zweite Wahl ungültig. Ter Kreisausschus; Ivies diese ReÜamation ab, mb ent er sich auf den Standpunkt stellte, daß die Zahlung rechtsgültig erfolgt sei, weil Schneider infolge Mwesenheit des Rechners feine Gelegenheit gehabt habe, seine Steuer anderweit zu zahlen. Den gegen diese Entscheidung erhobenen Rekurs verwarf heute der Provinzial-Ausschuß als unzulässig, hob die Entscheidung des Kreisausschufses auf und erkannte zu Recht, daß die Reklamation als verspätet eingelegt zu- lückzuweisen sei. Tie Reklamation richte sich gegen ein bei der ersten Wahl geschehenes Vorkommnis, es hätte sonach gleich reklamiert werden müssen.

3. Klage der Frau Forstmeister M. C. Leo Vwe. zuBtidingengegen dieLandwirtschaftS- kämm er. Frau Leo besitzt einen Hausgarten, in dem auch einige Obstbäume stehen, deren Ertrag sie in guten Jahren zum Teil verkauft Aus diesem Grunbe wurde sie von der Landnnrtschaftskammer zu deren Umlagen her- augezoaeit, wogegen sie Klage erhob. Der Provinzialaus- schuß entschied gemäß dem Klageantrag, daß Klägerin nicht zu den genannten Umlagen heranzuziehen sei. Er erachtete die Voraussetzungen der Veranlagung in diesem Falle nicht für gegeben.

4. Klage des Ortsarmenverbandes Gießen gegen den Laudarmcnverband Gießen wegen Unterstützung des E. PH. Es handelt sich in diesem Falle um die Unterstützung eines Mannes, der an Unter­schenkelgeschwüren leidet und aus diesem Grunde auch eine Invalidenrente bezieht Er war im Krankenhaus in Lim­burg in ärztlickier Behandlung, wurde dort als gebessert entlasseil, mußte aber nach 6 Wochen in der Klinik in Gießen wieder ausgenommen werden. Weil er landarm ist, fordert bet hiesige Ortsarmenverband Ersatz der von ihm vorge- regten Pslegekosten von dem Laudarmcnverband Gießen. Dieser weigerte sich und vehauptete, die hier ausgetretene Erkrankung sei eine Fortsetzung der in Limburg bestandenen. 3n der Verhandlung vor dem Provinzial-Ausschuß vom '.V September 1911 beantragte der Vertreter des Ortsarmen­verbandes Gießen die Vernehmung des Unterstützten dar­über, wie er sich in den 6 Wochen zwischen der Entlassung in Limburg und der Aufnahme in Gießen ernährt habe. Allein trotz eingehender Recherchen konnte der Aufenthalt des PH. nicht ermittelt werden. Ta der Landarmenverband beweispflichtig für seine Behauptung war, einen Beweis aber nickst führen konnte, gab der Provinzial-Ausschuß heute der 5tläge statt unb erkannte, baß der Landarmenverbanb i die entstandenen Kosten zu tragen habe.

Die Klosterbrüder von Lzenstochau vor Gericht.

sh. Petrikau, 3. März.

Im Verlaufe seiner weiteren Vernehmung wird der Zeuge Pius Przcdiccki tmmerzurückhaltender. Der Olenchtshof gewinnt den Em druck, daß er nichts Kompromittierendes gegen die Klojtcrbrüder unb das Leben im 5t1ofter aussagen will. Ter Zeuge überlegte ndi jedes Wort sehr genau, die meisten Fragen beantwortete er ganz urj mit Ja oder Nein. Er fdyeint von Oben die Anweisung er­halten zu haben, sich in feinen Aeußemngen der größten Kürze u befleißigen. Er erklärt auch offen, er wolle nicht mit pro- anen Hauben an das Heiligtum rühren, nachdem drei Unglück- iche Brüder gefallen seien. Ter Vertreter der Anklage wrack eine Verwunderung darüber aus, daß der Zeuge letzt viel weniger wisse als in der Vorimtersuckmng. Ter Vonitzende Exzellenz bolkow fragte den Zeugen, ob er nicht irgendwelcheilufflarungcn Über den Kleinodienraub an dem Mutter-Gottes Bilde geben könne. Ter Zeuge verneinte das, er habe darüber nur durch Erzählungen aaberer etwas in Erfahrung gebracht. Bei feiner weiteren Ber- ti-bmung übt der Zeuge wiederum seine Schweigetaktik aus. xer Vorsitzende rügt dieses Verfahren in scharfer Form: er fei hier ris Zeuge geloben und habe die Pflicht alles auszusagen, loas er frih'e, irgendwelche Rücksichten gebe es da nicht. In Jeiner tret

Vernehmung äußert sich der Zeuge über die Entstehung des s^misckj-katholischcn Panlanerordens und die Autgaben, die er heb gestellt hatte, nämlich die Ucbcrwackung und die Pilege des £;enitod)auer Klosters mit dem historischen Mutter-Gottes-Bilde. Ueber seine drei ehemaligen Mitbrüder, die Angeklagten, äußert l*d) der Zeuge dahin, daß er sich über ihren Charakter nickt ouslasfen könne, da er dazu zu wenig persönlich mit ihnen öerfebrt habe. Ae drei hätten sehr zusammengehangen und ge- ttisscrmaßen eine Dreieinigkeit gebildet.

Hier ereignete sich ein charakteristischer Zwischemall. xer Mirichtsdiener Grabowski, der im Gericktssaale Tür bie Crb® Ang zu sorgen hat, bemerkte, daß verschiedene Damen, bie im Äuhörerraum in der ersten Reihe saßen, ihre Hände aur die

Schranke gelegt hatten, die den Rickterraum vom Zuhörerraum trennt. Er machte die Tamen daraus aufmerksam, daß cs fick nickst fckickte, bie bloßen Hände auf bie Barriere zu legen, überhaupt nicht, mit bloßen Händen vor Gericht zu erscheinen. Der harmlose Vorgang drohte, fick zu einer großen Haupt- unb Staats- attion auszuwachsen. Schließlich nehmen aber dock die Damen die Hände von der Scknanke

Zeuge Klosterbruber Olszewitsch ist anfangs in seinen Bekundungen zurückhaltend und geht erst mehr auS sich heraus, als ihm ber Vorsitzende droht, daß er eine schwere Strafe zu gewärtigen habe, falls er das Gericht belüge. Er bekundet dann, daß Mazoch im Kloster ein sehr ausschweifendes Leben geführt habe und fast immer betrunken war. Auch die beiden mitangenagten Mönche hätten ein sehr ausschweifendes Leben geführt. Tie Sckmuckgegenstände, die bei der Helene Mazock beschlagnahmt wurden, gehörten nicht zu den Kleinodien, die dem Mutter-Gottes Bilde gestohlen mürben. Zeuge Jos. Wierrucki bekundet, daß Helene Mazock bei ihm verscknedene Schmucksacknn kaufte, die sie oder ihr Vater bezahlte. Zeuge Schenzinski. erklärt, daß bei ihm bie Rendezvous des Mazoch mit der Helene "tattfanben. Auch Wenzel Mazock habe in seinem Hause verkehrt. Mazoch habe für seine Geliebte viel Geld aufgewendet, was ihm chlicßlick verdäckstig vorkam, so daß er das Liebespaar aus einem Hause entfernte. Als Wenzel die Llbsicht äußerte, die Helene zu heiraten, hat ihn der Zeuge davon abgeraten, denn er kannte sie als Lebedame. Am Tage des Mordes hat Wenzel dem Zen­ten erzählt, daß er seinen Vetter Tamazy besuchen wolle. Wenn der ihm nicht ein anständiges Stück Geld gebe, werde er ein großes Geheimnis des Damazy an die Oesfeistlichkeit bringen.

Zeuge Klosterbien er Morzykowski bekundet, daß Helena ein häufiger Gast in der Zelle Mazochs war. Sie erhielt vom Kloster Lebensmittel geliefert und wurde durch die Klosterdiener bedient. Zeuge .Klosterdiener Malz ergänzt die Angaben des Vorzeugen. Der Prior Reimann habe dem Angeklagten Mazoch öfters Vorwürfe wegen seiner häufigen Abwesenheit vom SU oft er gemacht Mazock habe bann gedroht, daß er evtl, bei der Re­gierung die Schließung des 5höfters und die Konfiszierung des Klostervermögens beantragen werde. Zeuge Klosterdiener Kar; marcf hat mitunter in der Nacht die Mönche von heimlick)en Ausgängen zurückkehren sehen. Er sah einmal zu feinem Er- tannen die Türen offen stehen, die zum Schatze führten. Ihm inb bann auch Befürchtungen aufgeftiegen, daß der Schatz be kohlen werden könnte, er bat aber nicht geglaubt, daß die Mönche den Diebstahl ausführen lönnten. Zeuge Klostertischler Macky, dersli hat von Olesinski b.-n Auftrag erhalten, die Türen aus iubeffern, die zum Schatze führten. Es wurden auch neue Schlüssel zu diesen Türen angefertigt. Es kommt hierauf zu einem Zwischenfall, weil die Verteidiger an den Zeugen verschiedene Zwifck)enfragen stellen, die der Vertreter ber Anklage beanstandet. Mit der Vernehmung dieses Zeugen war die Zeugenliste aus dem Kloster C-enstochau erschöpft.

Der folgende Zeuge, ein Kaufmann Adam Jeezcw'Ski, gibt an, daß Damazy Mazoch und Helene öfters in seinem Haufe verkehrten. Er und seine Frau bekamen von dem Liebespaar verschiedene Geschenke, u. a. er eine goldene Uhr und seine Frau einen Brillantenring. Als der Mord verübt war, gab Mazoch seiner Geliebten Verhaltungsmaßregeln über die Flucht unb zwar durch Telegramme, die an den Zeugen adressiert waren. Mazoch habe neben ber Helene noch andere Liebesverhältnisse unterhalten. Zeuge Gefängnisaufseher Prut hat in der Untersuchungshaft den geheimen Briefwechsel zwischen Mazock und StarczewSki entdeckt. Die Briefe mären zum Teil in lateinischer, zum Teil in polnischer Sprache geschrieben, StarczewSki bat bann feinen Mitangeklagten Mazoch, er möge doch um Gottes willen nicht etwas aussagen, das auf seine. Starczewskis Beteiligung an dem Morde und den übrigen Verbrechen hinbeuten könnte Den Zeugen Gefängnisvorsteher Grabski hat der Angeklagte StarczewSki nach Aufdeckung des Briefwechsels flehentlich ge­beten, die Briefe zu vernichten, um ihn nicht unglücklich zu machen. Er ist dem Zeugen zu Füßen gefallen, hat ihm die Hände geküßt und ihn immer wieder gebeten.

Eine ganze Reihe weiterer Zeugen, in erster Linie Verwandte der Angeklagten, machten unwesentliche Bekundungeii über deren persönliche Verhältnisse. Hervorzuheben ist damuS nur die Aus­sage des Zeugen Szimanski, eines Verwandten des verstorbenen Möncks Galvelczik. Er erklärte, daß sein Verwandter von dem Angeklagten noch mehr betrogen worden fei, als die Anklage amiehme. Damit war die Zeugenvernehmung beendigt und bad Gericht trat in die Prüfung der beschlagnahmten Briefe ein, bie am Gerichtstische von Hand zu Hand gingen. Darauf wurden die Sachverständigen, bie Aerzte Dr. Kauer und Grubski vereibigt. Ilw Gutachten ging bahin, daß Maczlaw Mazoch während des Schlafes ermordet wurde und zwar mit einem ei fernen scharfen Gegenstände. Die Anzeichen an ber Leiche deuten darauf hin, daß sich der Ermordete in sehr losem Zustande befunden haben nkuß. Die Angeklagten Mazoch unb StarczewSki erkannten bie ihnen vorgewiesenen Kassiber als von ihrer Hand geschrieben an. Da­gegen leugnete Pietriewicz, einen ihm vorgehaltenen Brief ge­schrieben zu haben. Hierauf wurde den AngeNagten vom Vor­sitzenden das letzte Wort oerftattet. Darnach Mazock) erklärte zu­nächst, daß seine Geliebte Helene keine Ahnung von dem Morde hatte. Als er ihr die Nachricht brachte, daß ihr Mann geftorben sei, fiel sie in Ohnmacht und meinte dann laut auf, sie ließ sich nur mit Mühe beruhigen. Damazy Mazoch gibt weiter zu, daß er nack dem Morde bei dem Mitangeklagten StarczewSki beichtete unb biesem seine Tat cingeftanb. StarczewSki erteilte ihm barauf bie Absolution. Weiter gab Damazy Mazock noch zu, baß er bie Nachschlüssel zu den Kirchcntüren bestellt habe, freilich nicht direkt, ionbent durch den Mitangeklagten Starkiewicz. Ter Angeklagte Blafikicwicz behauptet, überhaupt nichts von dem Morde gewußt zu haben. Ma^ck bestätigt ihm, daß nicht er das Sofa in bie Mönchszelle hineintrug, sondern daß ihm dabei der Kloperdiener Zaloga geholfen habe. Zaloga habe ihm überhaupt erst den Rat gegeben, das Sofa als Hülle für den Leichnam zu verwenden, nachdem sich herausgestellt hatte, daß eine Kiste, bie dazu zuerst in Aussicht genommen war, zu klein war. Zaloga fei ber einzige gewesen, der von Anfang an die Tat unb ihre Ein^lheit kannte.

Tie Gerichtsbeteiligten standen unter dem Eindruck, daß Ta- mazy Mazock mit dieser Erklärung feine Mitangeklagten, vor allem feine Geliebte Helene nach Möglichkeit entlasten wollte. Der Angeklagte StarczewSki gab nur zu, von Damazy und Ole- finski Klostergelder bekommen zu haben. Er erhielt von Mazoch so viel, wie er nur immer forderte.

Der Angeklagte Llefinski ging in einer längeren Erklärung nochmals auf die Gepflogenheiten im Kloster ein. Er behauptete, baß nach altem Gebrauche daS Geld für das Messelesen sofort unter die Mönckc verteilt wurde JnfolgÄessen sei er immer im Be­sitze von Geldmitteln gewesen und habe nicht nötig gehabt, den Klostenschatz zu bestehlen.

Tie AngeNagten Blankiewicz und PianL) gaben nur die kurze Erklärung ab, daß sie unschuldig seien.

Hierauf bemerkte der Vorsitzende zu ber Angeklagten Helene Mazock: Sie haben vielleicht Intimitäten auS Ihrem Verkehr mit Trrmazy Mawch dem Gerichte mitzuteilen. Damit Sie sich nicht geniert fühlen bei Ihrer letzten Erklärung, werbe ich ver- anlm'fen, ben Saal zu räumen.

Tie Oefsentlichkeit wird darauf auch für die Presse ausge­schlossen.

Helene Mazock gestand auf Befragen ein, daß sie bis zu ihrer Verheiratung mit Waczlaw die Geliebte Damazy mar und von bic'em gewissermaßen als seine Ehefrau betrachtet wurde Der Angeklagte Damazy Mazoch kam zur allgemeinen Verwundening mit bei Behauptung hervor, daß er mit der Helene Mazock nie­mals intim verkehrt habe.

Tie Verteidiger befragen noch die ärztlichen Sachverständigen, ob bei Damazy Mazock etwa ein Erregungszustand in Frage kommen könne, der die freie WillenSbestimnumg ausfchließe. Die Sackverstänbigen verneinten aber bie Frage

Am heutigen Montag beginnen die Plädoyers, die zwei Tag« in Anfpruck nehmen dürften.

handel utiö Verfemt, Volkswirtschaft.

** 4 proz. neue Wiesbadener Stadtan leihe. Tie Bank für Handel und Industrie legt eine neue 4 pro». Wiesbabener StnbMnh i v im ®ctranc von G 150000 Mk. zum Kurse von 99.60 Proz. zur Zeichnung auf. Die An­leihe ist im ganzen Deutju-en Reicye munoelsrcher und bis zum 1. Februar 1922 unkündbar. Tie Zeichnung findet am 11. März 1912 statt.

§ EltingShaufe n, 2. März. Bei der im hiesigen Geineindewald am 22. v. MtS. vorgenommenen Snb- inisjion von Bau- und 9iutzholz wurden folgende Preise für den Festnieter erzielt: Fichtenstäinme 2. Kl. 25,50 Mk., 3. Kl. 25,30, 4. Kl. 25, 5. Kl. 21,30; Kiesernslämmc 2. Kl. 26,50, 3. Kl. 22, 4. Kl. 20, 5. Kl. 14; Eichen,lamme für sämtliche Klassen (4., 5. unb 6. Kl.) dnrchschnittlich 12; Fichtenberbslangen 10,61. ES wurden insgesamt etiva 22 000 Mk. gelöst, während der Erlös für Brennholz etwa 5000 Mk. betrug.

m. Friedberg, 4. März. Unter großer Beteiligung von Viehhändlern, Landwirten und Metzgern fand gestern eine V e r- sammlung des Mitteldeutschen Viehhändler- Bundes statt. Der Zweck der Versammlung war, .Klarlegung der gesetzlichen Handhabung des Seuche ngesetzeS zu erftreben. Herr Daniel- Dirdorf führte aus, daß erst jetzt, nackidem die Landwirtschaft am eigenen Leibe die rigorosen Dor- schriften verspürt habe, die Viehhändler in ihr einen guten BiliideS- genoffen gefunden habe. Im Bundesrat sei erörtert wordm, daß für die Zukunft bei Beratung der Novelle des Reichsseucken- gefetzcs neben landwirtschaftlichen Sackverftändigcn auch Vieh­händler hinzugezogen werden sollen. Er sei der Ansicht, daß die BeobachtungSbezirtc weit größeren Schaden verursacht bätten, als die Seuche selbst. Im preußischen Osten sei man so weit ae^i kommen, daß die Händler mit Ferkeln den Tierärzten nachfuhren und die Tiere nach der Besichtigung am Platze totgeschlagcn wurden. Dies seien Zustande, die auf die Tauer unhaltbar seien. Er wisse, daß man in anderen Teilen Preußens kein Entgegen­kommen sinde, jedoch feien die Zustände, itne sie in Hessen herrschen, selbst in dem bureaukratischen Preußen nicht zu finden. Die Erhaltung der deutschen Viehbestände liege im allgemeinen Inter­esse Die Tuberkulose sei die größte Geißel der deutschen Land­wirtschaft. Nun habe man auch in die neuen Seuchenbestimmiingen Schiveinepest, Rotlansscuche, Schweineseuche, Geflügelcholera ufw. aufgcnommen. Das neue Seuchengesetz wird, bei ber Maul- unb Klauenseuche auch für bie Zukunft, besonberS bei ben Sammel- mo(Tereien viel Mißstimmung erregen. Ehrenwerte Leute, ins- bcfonbcrc Lanbwirle seien vielfach zu entehrenden Gefängnisstrafen verurteilt worden. Der Erreger ber Maul- unb Klaiicnsenck^ fei trotz gegenteiliger Zeitungsberichte bis heute noch nicht gefunden. Durch die Verseuchung des Berliner Viehhofes wurde der Viehhof nicht allein gesperrt, sondern auch noch als Beobachtungsgebiet erklärt. Das neue Viehscuchengesetz bringt den Großstädten eine unberechenbare Gefahr: denn sie könnten wohl gegen die Seuche abgefperrt werden, aber nicht für die Zufuhr, auf die sie nicht verzichten könnten. Hier in Hessen werden von den verfchiri>enen KreiSämtern verschiedene Verordnungen erlassen. Er wolle keine Verhetzung gegen die Behörde treiben, sondern nur nicht mit ber Wahrheit hinter bem Berg halten. Durch die ReickSvieh- feuchcngesetzgebung könne viel gutes geschaffen werben Welcher Wibcrspruch liege in ber Anstellung ber Tierärzte, ber Staat stelle sie wohl an, aber bie Lanbwirte und bie Händler müßten sie unterhalten. LandwirtschaftSkammermitglieb Adolf Hensel- Doriclweil erklärte, daß kein Mitglied ber Lanbwirtschaftskammer bei dem Zustandekommen bezw. der Beratungen der Verordmingen und Seuckenbestimmungen zugezogen war Auch sprach er sich in schärfster Weise gegen die rigorosen Bestimmungen unb beten Handhabung in Hessen aus. Gerade hierin könnten Handel und Landwirtschaft geschlossen vorgel)en, denn beide verfolgten hierbei ein gemeinsames Ziel Viehhändler Klein fragte an, wie es komme, daß zehn Schweine nur 7 Tage, zwanzig Schweine zwölf' Tage und fünfzig Schweine zwanzig Tage unter Quarantäne ge­stellt werden. Es wurde beschlossen, von einer Entschließung Abstand zu nehmen, jedoch solle darauf hingewirkt werden, daß sämtliche Landwirte und lmidwirtschaftliche Organisationen, Metz-- qcr und Viehhändler, gemeinsam Vorgehen, denn nur einmütiges Zusammenwirken könne zum Ziel stchren

Zch have

vom Jammr d. I. bis jetzt Scotts Emulfim regrlmaßkx» genommen und dadurch eine entschiedme Hebung und Stär­kung meines Allgemeinbefindens erzielt. Besonders hat sich ter Appetit bedeutend gebessert, das Essen schmeckt mir wieder, und insolged<sen kann ich eine ständige GewichtSzunah r. : scststelleu (innerhalb sechs Wochm reichlich sechs Pfund,. Auch mit meinem Aussehen und meiner Verdauung bin ich sehr zufrieden und kann im ganzen wirllich nicht anders sagen, als daß ich mich jetzt viel kräftiger fühle. Ich glaube, daß iebem abgespannten unb überarbeiteten Menschen, wie man sie gegen Enbe beS Winters fo viel antrifft, ein paar Flaschen Scotts Emulsion, regelmäßig genommen, von größtem Nutzen fehl würden.

lUtnfc e om mtrlette, Lripziz, ?.ar!er-WUH«l«ftr. 9, M. Lpril 1910.

ES ist klar, daß Scotts Emulsöm, welche, regelmäßig genommen, die Eßlust sehr anregt, auch das Körpergewicht beeinflußt. Llüudige ©etoid'thunabmen gehen mit dem Einnehmm von Scotts EmMon Hand in Hand, und es ist dies gewiß em vorzüglicher Beweis, welch vortreffliches Krästigungs- und LtättungSmittet Scotts Emulston bari. elIL

Scotir enralfloe rcirb »en mit n-rs-liehtt- im grvtzm verkant, enb zwar nie leit ned) ®erotd,t oderOloft. fimtmt nm in Dttfltgelttn Originalflaffta in Aarton nut unfern TLutzmackt 'Filchtr mU ben Lorlch). Btott * »om«, v. m. b. H., Frar.Nuri a. vk.

BeßnnMeüe; Ftinfttr Mtdizinnl-Librrtran 160A «ran vltzrerät VOO, mrter- vbobvhrng'nurrr Kalk M, nmm-!;oip!)on;iauTtt Natron riüo. Lragant Ifi. innftei arab. 6nomi piUv. J f>. Wasltr in ft, »Uohol 11 ft. Hierzu «omattsche tuulfioa gu Ziml-, Mandel- und »aullhrrmdl je 3 XmtOL