Ausgabe 
6.2.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

162. Jahrgang

Gießener Anzeiger

tdebetm »glich mti Au-nakme de- ConrnagB.

Sla1tt^

General-Anzeiger für Oberhejjen

ior Dr,

In einer anscheinend amtlichen

Paris, 5. Febr.

die

den

Die neue Zeit in China.

Gegen Schlutz des Schuljahres stellt sich, hauptsächlich bei rasch wachsenden Mäd­chen und Knaben, nicht selten Müdigkeit und Appetitlosigkeit ein. Vorsorgliche Eltern tun gut, diesem Zustande gleich zu wehren, wobei die Dar reichungvon Scotts Lebertran Emulsion, einem seit

Jahrzehnten erprobten Ltärkungsmit tel, vortreffliche Dienste leistet. In leicht verdaulicher, dabei wohlschmck- kcnder Form enthält sie krastbil- dcnde, appctitvcrbessernde Bestand­teile, deren günstige Wirkung aus den jugendlichen Körper unbestrit­ten ist.

vom italieni ch tiurischen Uriegöschauplatz.

Tet Zwischenfall von Hodrida in anderer Darstellung.

CrWflW

Sich.»

Universitäts-Nachrichten.

ss Marburg, 4. Febr. Dem Assistenten am hiesigen zoo- looaacben IluioeißiätH.Institut, Tr. Tön n iges, wurde der Pro- sessortitel verliehen.

Professor Dr. med. Emil Krückmann, der Direktor der Augenklinik in Königsberg i. Pr. hat einen Rus aus den Lehrstuhl der Augenheilkunde an der Berliner Universität als Nachfolger von Pros. v. Michel erhalten und angenommen. Der ordentliche Professor der 'nstematischen Theologie an der Universität (Greifswald, Dr. thcol. Karl Stange, hat einen Nut nach Göttingen als Nachfolger von Prof. P. Althausi erhalten und angenommen.

Hur rdit ett ' ''t SRcdtbea 3 c

bau ea:-r.?.<» bei _: tt» lOtu Sn^a^cul

Neue Prozesse gegen den Grafen Wolfs« Metternich.

Dienstag, 6. gebruar 1912

Ädtenonebnid und Vertag oei Vrüdl'lchen Unwersuäl» Buch» und eteinbruderet R. Lange. Äiefcen.

Eine dreiundzwanzigköpsige Diebes und Hehlerbande vor Gericht.

-- Fußball. Zum fälligen Retourspiel trafen sich aut Sonntag die ersten Mannschaften des B. f. D. Gießen und des Sportvereins o. 1900. Ter Verlauf des Spiels, in dem die Bewegungsspicler durch feines Zusammenspiel überlegen waren, war sehr in'.ercssanl, erst kurz vor Sck>luß gelang cs 1900 durch einen Durchbruch den Ausgleich zu erzielen. Durch dieses Spiel steht der B. T. B. mit einem Verlustpunkt weniger vor Gießen 1900 in der hessischen £iga.

O Ui di, 4. Febr. Wenn der Schneeiall m der Nacht au heute auch nicht gerade reichlich zu pennen, so hat er aber doch zum erstenmal in diesem Winter Gelegenheit gegeben, den lang ersehnten Rodelsport endlich ousüben zu können. Jung und Alt huldigten denn heute dem geiuuben Sport, der viele Zu­schauer an die Haupt rodel Plätze lockte, wo sich fin buntes und bewegtes Treiben abspiclte, zumal zum Schlittschuhlaufen heute l.icr keine Gelegenheit war. Die großen Eisflächen m der Nahe innerer Stadl sind nach dem ersten Froste im Januar alle ab geeist worden, so daß das am Freitag eingesetzte Frostwetter die Eisdecke wieder neu bilden mußte: bis morgen werden sie trag- fähig sein Rodelbahnen befinden sich hier eine ganze^Änzahl, besonder^ belebt sind die am alten Festungswall in der Lberitflbt unb einige größere Bahnen, die von der nahen Hardt abwärts führen. _____________

e<otte vwu'i.on Wirb von UN» on»i<faheW6 im flrofeci vrrlau't, nnt iit>ar nie lolc nach C6ewt<tt ober *ölar:. 'ou'crn nur tn ctrfieqelter Cr.ami.flc ifccn in Hanoi, mit unievr 2<6ii®maite (iZiILer mit Dem 2o,fd>) ecort & Sonne « rn. d. L'. ftranfnnt a. <R

SrücnDt' k fteinfiet Mcvttmal-Leber«,an 1 0,0, vnma ^(oiertn

JO/i.uri- t-oiDbor-gfau er ßalf 4-3, unten»hi6Pt|onQiourt6Jialtcn 2*1 pul» Troßanr su. fernher arab. Wumm, puls. ZX», 0-iflet 12-,0 Mitobol i /> Hi.rzu aromoti|d?c Smulftoa mu ßlmu MJtanoeU uiw yaulihtnaöl je t Tro.fru.

Die »Gtehener LmokUendlSNer" werden dem .Anzeiger' viermal roödienilitb beiqelegt. das Mreiiblan für den streit Sieben «roetmal wöchentlich. Die .,£anba>irild)aitlid)ee Seit- fragen erscheinen monatlich zwei mal.

I SVird' könne nur das Spielgeld von 120 Tagen beatisprudcn, l dos ihm auch gewährt worden sei. S» imirbc aber den L viel plan ungünstig beeinflussen, wenn die Ok'jellitfcah aus nir beftuumte Anzahl ran R.st len hlr einen Schauspieli-r ieftgelcgt würde. Da> Gerickit schloß fidi dieser Anschauung an und wies d,e st läge

Eiei man auch im j1'dinier bei ü. >»e durch das jad 'ttvu. allgemein jclruitcr Aflßw slerniann,Haupt 'chlmiud, schic,di n.luO; 'jjlit bei r.ljabeidjöiebe- Ulell. Zch habe« nerll.Lia,v.öadi ^nöeCtLunim ib.jkui.U2^er, nnöieitag. fla dTiercsehrun,.d.ai eiall fehl lalt iit; J- beule doch L ipki ifiu.

WHmitltfc iginb. ö-üitcrungu. mde gesund u. leii lui u. tinleüung .Ißnllniide.lr rcii, Marktplatz i: WM merstng 4bl»6n Hin

Gerichtrsaal.

Ein interessanter Thcaterprozeß.

* Frankfurt a. M., 1. Febr. Ter Schauspieler Richard Kirck» der Mitg.i.'d der D-cutichen Lühnengenossenichaft i.t, 'rmirbe von der Neuen Theater A.-G. FrinkiuN für zehn Jahre engagiert unter der Garantie, daß er lähr ich 130 Mal auszutreten habe Zn den letzten beiden Jahren mürbe Sind) nur 22 Mal und'68 Mal beici äitigt. Ter Ldmuspicler behrupt. i nun, datz Diese geringe Lesd-äitigung eine Folge inner Tangke t als Bühnen- gctu>s,enschafter sei und strengte, da er nicht öfters auitrcUn

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OLOSSEÖ Thcatcr-Varlel' Dir. Karl Ohm. t,ho« 645 W.IH«* KÄLZ;

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sh. Hamburg, 3. Febr. Vor der Strafkammer IV des hiesigen Laiidgcrichts gelangte in den letzten Tagen ein Riesen eiebstahls- und L>el)lereiorozeß gegen eine wtilverzweigte Diebes und >>el; crl ande zur Verh.indlnng. Es sind 23 Personen, teils wegen Diebstahl, teils wegen Anstiftung hierzu, teils wegen gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Hehlerei angeNagt. Die >?auptangeklagten sind oer 19jährige jt'ontorfrotc Leopold Stracke <m8 Hamburg und oct 2Ijähtigc Arbeiter Friedrich Neunzig aus M.^Gl.idbach, beide wegen Diebstahls schon vorbestraft. Die Anklage besduildigt sie, in fünf Fällen Gegenstände im Werte von über 200 000 Mk. ge ftoh'.cn zu haben. Die Einbri'cher schlickten sid> meist in u- ol-erhalb der Gesckwste bcfinblidten Stockwerke, b?lyrten burdt Fußboden Löcher und stiegen oonn mittels Strickleitirnn in die Lokalitäten hinab, aus denen ft? dann sorlsdiafften, was sie er langen konnten. Erst auf Ofrunh einer anannmen Anzeige nrurbm Oie beiden Täter im Oktober 1910 in Last genommen Nackt aiisänglick em Leugnen gaben sie di? ihnen zur Last gelegten Ein bruch^diebstähle zu. Die Angeklagten behaupten, sie seien von dem Psandleihlzändler Bnbr zu den Diebstählen angestistet wor­den, dem sie auch den größten Teil der Beute verkauft hätten Die Verhandlung nahm fünf Tage in Anspruch. Tas Gericht verurteilte schließlich Stracke zu fünf fahren Zuchthaus und sechs Jahren Ehrverlust, Neunzig zu der gleichen Strafe, die Frau Stracke zu fünf Monaten Gefängnis, Buhr zu neun Monaten Gefängnis, den Vater Neunzig zu drei Monaten Gefängnis unb dessen Ehefrau zu sechs Monaten Gefängnis: die übrigen Mit glicder der Band? wurden zu Gefängnisstrafen von sechs Wockzcn bis zu fünf Monaten verurteilt. Der Vater Stracke und drei andere Mitglieder wurden freigesprochen.

Peking 5. Febr. Tas Edikt, das Y u a n s ch i T a Beauftragt, ine Republik zu errichten, wird vor aussichtltch erst veröffentlicht werden, wenn die Vorberei

Rebaftten, Eroedition und Tnuferet: ©ibu!* ftrane 7. Eroev non und Verlag 51. Sieöafnome^N 112. ieL-2lbr.:2liuctflcr(BieBen.

ocrg, vor dessen Schöffengericht sich der Gras wegen Beleidigung einer Tclephonißi.i zu verantworten hat. Beim zweiten Prozeß i anöelt es sich nm eine Anklage wegen Körperverletzung und Widerstande- gegen die Staatsgewalt, deren sich der OiraT bei feinem JlucntlKiIt im Gefängnis bezw. während der Untersuchungslnst idmlbui gemacht haben soll. Der tritt.- Prozeß tn.d ^oi iw-nchk ad; innianflteidK Enthüttungen über ir internationale ^pieier- und Lebcwelt bringen. Im Hintergrund? dieses Prozesses erscheint die Person des grössten internationalen vochstopiers, der gegen wärlig die verschi.denen Erdteile unsicher macht, der mintcriöi? Baron tiorff-ftbnig". Die Verhaud ung wird wieder die erste Straslammer des Landgericht-.' I bcfd;äftinen T<u Vorsitz wird, wie im ersten Wolfs Metternich Proz?ß Landgerichtsrat i-chmio' Phren: aud) her Vertreter der Anflage ist derselbe geblieben: Sta?.tsann>a1tschastsrat Porzclt. Die Verteidi nuig der Angeklagten liegt ui den fänden der Reckstsanwälte Dr. Alsberg, Dr. Sdiwindt utä> Dr. Jafs6.

über ihn häufen. - -

Can^ivirtidiafL

** Schafzüchter- und S ch ä s c r v e r s a m m l u n g. Um ich über die Stimmung der sck)aszud)tlreibenden Bevölkerung zu unterrickuen, bei letzteren Belehrung zuteil werden zu fassen und gevigne.c FörderuiigLmaßnalgnen auf dem Gebiete der schai- ,udn gemeinsdmstlich zu beraten, hatte der Laiidwirtichaitskammer- Ausschus; an die 170 oberhefsischen Gemeinden, die noch schote l,allen, Einladungen zu einer Versammlung hierher ergeben lafcn. Diesem Rufe folgten die Interessenten außerordentlich zahlreich, selbst aus den enckegendsten Crtcn der Provinz fanden sie fid) ein und strömten in Scharen nach dem Easö Ebel, denen Saal die große Zahl bc: Versammlitngsleilnehmer nicht fasfen konnte. Diese gegen alles Erwarten starke Versammlung ist ein chlaginder Beweis dafür, daß unter dem Einsluß der besseren Monjuntturen für die Scktäsereiprodukte das Interesse für das feilherige Aschenbrödel unterer Haustiere wieder mächtig erwacht ist, und die seither von vielen vollständig unterschätzte i^chas judit wieder allgemeinere Anerkennung und Bechtuug sich er­worben l)at. Nach Begrüßung der Anwesenden durck) den Vor- itzenden des Landwirtsdiaflstammer-Ansschufses, Li-tonmnicrai Morell-Angenrod, ergriff Rcgierungs- und Oekonomierat CI b c n b ii r g -- Sondershausen das Wort zu feinem Vortrag über Die wirtschaftlid^ Bedeutung und zweckmäßige Betriebsweife der Schafzucht im bäuerlichen Betriebe". Als genauer ,'lcnner der Verhältnisse und alter Praktiker in der Schaszücht lieferte er an der &anb statistischer Ermutelungen den Nachweis, daß die Schal- zücht unter sehr vielen Verhältnissen des deutschen Neick)es ihre volle Berechtigung bat, für die Versorgung des inländischen Fleiicki- Marktes von brr größten Bedeutung sei, erläuterte b;c Gründe Tür den seitherigen Rückgang und gab Winke, wie aus ihr bei geeigneter Betriebsweise eine besriedigende Rente erzielt werden könne. Sekretär Schwarz schild.ite die bisherigen Förderungsmaß nahmen des Landwirlschastslammer-Ausschusses, besprach Zucht ^cl, Zuchtrichtung und Zucktutc:Hoden in den Stammschäfereien und deutete die Aufgaben an, welch? auf dem Gebiete der Schal zücht nocki zu lösen seien. Die Ausführungen der beiden Redner wurden mit großem Beifall ausgenommen. In der Besprechung wurden die Bestrebungen des Landwirlschaftskainmer-Ausschulles mit der Versicherung allgemeiner Dankbarkeit gntgebeißen und besonders der Wunsch ausgesprochen, daß in den einzelnen itreiien iobatb wie möglich kleinere Versammlungen abgehalten werden mochten, in benen besser die lokalen Verhältnisse und Bedürfnisse erörtert und geprüft werden können. Außer den bis jetzt ange­wandten Mitteln soll der Landwirtschaftstämmer-Aussdniß seine ganz besondere Iursorge der veranbildung und Erhaltung eines tüchtigen S ch ä f e r st a n d c s zuwenden, was durch Veranstal­tung von Ausbildungskurfen für Sckwferlehrlinge, Prü­fung von Sdiäscranwärtern, Stellennachweis für gedrillte odjafer, Prämiierung ganzer Sck>afHerden und Auszeichnung besonders tüchtiger Schäfer geschehen lönne. Vor allem würde jedoch eine Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Sdxifer anuiftrebcn sein, damit bei ihnen wieder mehr Berufssreudigtert einkehri Auch die Beschickung von ?kusstellungen wird als wich> kige Ausgabe erachtet, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Schaszuchtbestrebimgen zu lenken, durch Vergleich des angc- fleilten Zuchimaterials die Zuchtziele zu klären und gute züchte­rische Leistungen zu belohnen. Sehr schätzenswerte Anregungen brachten die Auslührungen der beiden Bürgermeister Fendt-Bü­dingen und Fendt-Öungew

Das ötuifdj-franjöfifdje Abkommen im französischen Senat.

Paris, 5. ^cbr. Haus und Tribünen sind dicht besetzt. In der Diplomatenlogc sieht man unter anderen auch den deutschen Geschäftsträger F..iberrn von der Lancken. Die Rede des Royalisten 361.«notier, welcher die Aussprache eröffnete, bildete einen überaus scharfen Angriff gegen das republikanische Rcgierungssystem. Wie die Anarchie im Innern, so habe sich bei der letzten, unter so gewöhnlichen Umständen erfolgten Ministerkrise auch die Anarchie in den Beziehungen Frankreichs zu dem AuS- lande gezeigt. Sehr lebhaft kritisierte Jsnouvrier die Ver­handlungen, welche Eaillaur durch die Verinittlung ver­schiedener Finanziers, insbesondere auch des kolonial Unternehmers Fondöre mit dem deutschen Botschafter und Frhrn. von der Lancken geführt habe. Noch scywerwiegeii der sei die Tatsache, daß Eaillaux Ende Juli mit dem hiesigen Bankier Baron Oiünzberg, einem internationa­len, aber vor allem deutschen Finanzier, über die deutsch- französischen Verhandlungen eine Unterredung gehabt habe, in welcher die Grundlagen für eine deutsch-französische Bet ständigung in den afrikanischen und den europäischen Fragen gelegt werden sollte, eine Verständigung, welche notge­drungen die Verschiebung der Achse oer äußeren Politik Frankreichs zur Folge haben mußte. Für diese Verstän digung seien folgende Bedingungen verlangt worden: Erstens, Frankreichs Beistand für die B a g d a d b a h n , zweitens Zulassung der Bagdadbahn-Obligationen und der deutschen Rente an die Pariser Börse, drittens, Abtretung des g e s a m t e n f r a n z ö s i s ch e n K o n g o bis zum Alima sluß, viertens, allgemeines Uebereinkommen zwischen Frank, reich und Deutschland, welches seinen endgültigen Verzicht auf eine Abänderung des Frankfurter Vertrages enthalten sollte. (Rufe rechts:Das verdient eine Versetzung in den Auklagezustand!" Rufe rechts:Worauf begründen 5ie ihre Behauptungen, wer hat sie angeboten ?" Iönouw riet: Der damalige Ministerpräsident Eaillaux!" Rufe links:Wer Tann das beweisen?" Jönouvrier:Der damalige Minister de Selves hat das entdeckt!" de Selves: Ich habe die Anerbieten, von denen Sie sprechen, nicht ge° tonnt!") .

Jönouvrier fortfahrend: Wenn Sie die Wahrheit er­fahren und Beweise haben wollen, dann ordnen Sie eine Untersuchung an. Zu diesem Zweck beantrage ich eine Er­klärung, wonach der mit der Beratung des deutsch-fran zöstschen Ablommenö betraute Ausschuß in einen Unter 's u ch u n g s a u s s ch u ß umgewandelt werden soll, welche! über die geheimen Verhandlungen Licht verbreiten und die daran beteiligten Minister zur Verantwortung ziehen möge.

Iönouvrier erklärte zum Schluß, er werde gegen den Vertrag st im men, welcher kein Werkzeug des Fnedells, sondern des Krieges sei, der ein Stück des nationalen Ge­bietes ohne Kampf an Deutschland preisgegeben habe, wel­ches den Franzosen schon E l s a ß-L o th r i n g e n ent­riß, einen Vertrag, durch welchen Deutschland einen Zu­gang zu Belgisch-Kongo erhalte, Belgisch-Kongo, das zwar nicht gekauft, aber doch genommen werden lönne (Protest- > rufe links) und welchen der Reichskanzler v. Be t h m an u - tzollw eg dahin gefenn^eiebnet habe:Erstens: Wir geben in Marokko nichts auf, was wir nicht schon aufgegeben haben, zweitens: wir erhalten ein beträchtliches französisches Ge- biet, und drittens: es ist das erstemal feit 50 Jahren, daß wir mit Frankreich einen solchen Vertrag abschließen." (Bei fall rechts.)

Hierauf führte der ehemalige Ministerpräsident Charles Dupun aus, daß er für den Vertrag stimmen werde, weil er ihn als eine Notwendigkeit der äußeren Politik ^rank- reichs ansehe. Der konservative Goulaine erklärte, er werde gegen daö Abkomtnen stimmen, durch welches die Ehre Frankreichs wahrlich keinen Zuivachs erhalte.

Darauf wird die Sitzung geschlossen. Fortsetzung der Aussprache morgen nachmittag.

republikanische ^Regierung in Nanking zu überreden, rlyrc Macht auf ihn zu übertragen, damit er ganz China regieren lann, bis der Nationalkonvent eine permanente Regierung eingesetzt und eine Verfassung gegeben hat Es ist zweuel- ba t, ob die Republikaner auf diese Forderung eingehen tverden. Man nimmt vielmehr an, dag oorlaufig zwei provisorische Regierungen nebeneinander regieren merben.

Vuanschikai bekämpft die Verlegung der Hauptstadt und befürwortet die Berufung eine.' Natw- nallonvents für Nordchina. Die Republikaner wünschen, daß Nanking Hauptstadt werde. Augenfcheinlich besteht ein enges Einvernehmen zwischen duanfchikai und den Republikanern, die ihm von Neuem die Pra,ident,chaN an- geboten haben. Die Uebertragung der Gewalt ist der Sesfentlichkeit nicht bekannt, aber bic geschickte Art, rot. sie auSgesührt wird, läßt keinen Raum sur ernfthaste B. fürchtungen. Viele de r kaiser lich en P r^i n z e n ver­lassen Peking. Tie Prinzen Zung und su haben sich nach der Mandschurei begeben, wie man argroohitt, um Die dortige Stimmung zu ergründen. Der Vizeiöutg -iicbaacrv hu en ist bereit, die Republik auzuerkeimen, aber Lichangl- schunlin, der Befehlshaber der Truppen in starke von

L2000 Mann, bleibt unerbittlich.

London, 5. Febr. TieTimes" meldet aus L.uis vom 1 Februar: In Japan herrfdst erhebliche BcforgntS um dcu Ausgang der rhinefischeii Krisis. Man erkennt das G e ' cn i a Vuanschikais an, fürchtet aber, daß ihm die Herricher igen s'haften fehlen, die für eine gedeihliche Wirkiamkeil des neuen Systems notwendig wären.

Peking, 5. Febr. Eine Abteilung R e v o l u t i o - är e landete an der Mündung des Valuflusses und brachten Len aus Mukden gegen sie entsandten M a i f e r 11 d) c n aine Niederlage bei. 20 Revolutionäre und 80 Äai)cr* üd)c sind gefallen. Desgleichen haben die Revolutionäre

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im ßranlsorle.

Die Armee des Bizekönigs von .stwaugtung und Kwangtsi, l «trste, eine Zivi Vage liegcn die oncn n,or

- -1-'- 1 1 1 -i 1 ' udrtrtc lick) gegen den Intendanten Elin. .'Haar als BertreUl e.i

werden sollte, den ."Uäger als Scvamvi.-ler innctbilb I.ibrcS- trift bis umi 31. Cftobcr 1912. an welchem Tuge .üicd) aus dem Verband der Gesellschaft auSscheidet, an mindestens 120 Tagen nur

.. v.. . . , oer Bühne auitreten ;u lassen. Die Thcner-G. fellschast wendet da-

Zeitungsmeldung wird ausgeführt, daß die 15 i f c n b a h n ' qcnen cm, daß fic fiird: nur deshalb n».Niger befd)6uigt habt, weil von ö o b e i b a ein türkisches Unternehmen ist, | der Gesckniack tA PiidlilümS sich geändert hab;, das in neu euer an dem nicht nur französische, sondern auch italienische Zeit an krnssischen Stücken sticht mehr fo großen G l stlen find- Kapitalisten beteiligt sind. Uebrigens werde iu dem bice- bezüglichen, vom turliscben Parlament genehmigten Kou- zcsiiousvertrag ausdrücklich erklärt, daß bie Vertu ft e u n I " Schäden, die an dem Bahnunteriiehmen durd) einer Aufstand oder einen Krieg verursacht würden, bei , r ^5 Q f, türkischen Regierung 3 u r 2 a ft fallen. Die Bahn gefellfdjait müsse benmadi fiir die etwa durch ein italic | nisches Bombardement erlittenen Scktädeu von der tür I tischen Regierung Ersatz erhalten. Es Ijanblc sich also I anscheinend nidit um einen frcmzöfisch-italieuischen, sondern f um einen italieniscki-türkischen Zwisd)eufall. Die Türleu tonnten die Frage des Bombardement von Hodeida immer­hin vor das Haager Schiedsgericht bringen.

Der Schwächere muß eben immer, das zeigt ^sich au di hier wieder, alles Unrecht hinnehinen, das die Stärkeren

Berlin, 5. Febr. Eine neue Reihe von Prozessen ! gegen den Mannten Grafen Gisbert Wolfs-Melternich, der vor [urgent nad Verbüßung seiner Strafe ir.gen Betruges das Ge I'ängnis wieder mit der Unterjud'iingshait vertauscht l-tt, beginnt I heute mit einer Perliantstung vor d.ni Amtsgericht Berlin schöne'