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13.10.1911 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

161. Jahrgang

Nr. 241

Srlcfietnl täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Stratzen- und GrundftuckSangklegknhkitkn.

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TieElthene» LamilienblStter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Kiclsblstl |ür den Kreis Liehen" iroeimal wöchentlich. Dierandwirlschastlichen Seit- frage»" erscheinen monatlich jweunal.

der sehr nur hält und

Stadlv. W i n n ist der Ansicht, daß man die Sache genehmigen solle. Es handle sich bei dem Baublock um die Errichtung billiger Einzelwohnhäuser, für die unstreitig ein Bedürfnis vorhanden sei.

Beig. Keller führt aus, bei der Entscheidung der Bau- deputalion sei die Rücksicht auf die Gestaltung des Städtebildes maßgebend gewesen. Tie Fassade des geplanten Hauses werde von der Marburger Straße aus nicht vorieilhaft aussehen.

Ter Vorsitzende meint, man könne auch billig und doch hübsch bauen. Wenn derartige Däuser nicht an eine Hauptstraße gebaut würden, könne man eher darauf eingehen.

In der sich anschließenden längeren Ausiprache sprechen sich die Stadw. L ö b e r , Urstadt, Dr. Ebel und Huhn für die Genehmigung aus, während die Stadw. Petri, Wallen­fels, Daubach und Dr. Haberkorn im Sinne der Bau- deputalion sprechen, wobei Stadw. Petri anheimgibt, die Ge­suchsteller möchten das Daus etwas anders gestalten.

Der Antrag der Baudeputation wird mit großer Mehrheit angenommen.

Franz Brück will an der Marburger Straße einen Holz­schuppen und ein Gartenhäuschen errichten, wozu gegen den üb­lichen Revers die erforderliche Genehmigung unter der Bedingung erteilt wird, daß das Gartenhäuschen 7 Meter und der Schuppen 15 Meter von der Straßenfluchtlince entfernt errichtet wird.

Philipp Wagner III. erhält für sein in der Licher Straße beabsichtigtes neues Daus die Genehmigung, den oberen Stock in Fachwerk mit Schieferbekleidung auszuführen.

Philipp Nicolaus will Seltersweg bl nach der Süd- Anlage zu ein Wohnhaus errieten, das mit dem bereits gebauten Daus ein Doppelhaus bilden wird. Nachdem man bereits früher fein Einverständnis dazu gegeben hat, rotrb das Baugesuch ge­nehmigt und die wegen der Schieferbetleidung des oberen Stockwerks und der Erker erforderlichen Tispeme werden befürwortet.

Stadw. Eichenauer spricht den Wunsch aus, daß in Zu­kunft in solchen Lagen keine Doppelwohnhäuser mehr genehmigt werden, da durch |ie der villenartige Charakter der Straßen beseitigt wird.

Tie Doch- und Tiefbaugesell schäft erhält die Ge­nehmigung zur Anlage eines Wintergartens am Dause Bahnhof­straße 65 ß, dessen Fenster nach städtischem GeländeDer Wies eck zu) angelegt werden.

A. u. W. Tenninghoff wollen an der Nord-Anlage eine Automobil-Dalle errichten, wozu die erforderliche Genehmigung erteilt wird.

Ter Doch- und Tiefbaugesellschaft wird die nach­gesuchte Genehmigung zur Anlage einer Straßenüberbrückung in der Marburger Straße erteilt.

Sie Bahnverwaltung will die oberhessische Werkstätte entwässern und ersucht um Erlaubnis, Regen- und Schmutzwasser zusammen abzuführen. Entsprechend dem Antrag der Baudepu­tation wird dies abgelehnt.

Stadtv. Tr. Ebel fragt an, ob dann die Entwässerung der Werlstatte durch den Schmutzgraben bleibe, was der B o r s t tz e n d e verneint.

Die Einführung des

FottbildungSschnlzwanges für weibliche Angestellte im Handelsgewerbe, vom faufm. Verein weiblicher Angestellter in einer Ein-

Faber, Friedberger, Dabenicht, Tr. Daberkorn, Haubach, Deiche!- heim, Helm, Duhn, Jann, Leib, Höbet Loos, Orbig, Petri, Plank, Schaffstaedt, Simon, Tr. Sommer, Troß, Urstadt, Vetters, Wallen­fels, Dr. Wimmenauer, Winn.

Mitteilungen.

Straßcnmeister B o m m e r s h e i m dankt für seine Versetzung in beit Ruhestand und für den ihm gewährten Ruhegehalt.

Der Vorstand des Konzertvereins dankt für den ihm bewilligten Beitrag.

Ter Verein für Bewegungsspiele hat zu der am Sonntag stattfindenden Einweihung seines neuen Sportplatzes eingeladen.

Vom Elektrizitätswerk ist ein Schreiben bei der Bürgermeisterei eingegangen, daß eine Anzahl Hausbesitzer in den für e le k t r i s ch e Beleuchtung vorgesehenen Straßen, besonders im Selters­weg, nicht in wünschenswerter Weise der Stadt entgegenkommt. Deshalb lann die Beleuchtungsanlage im Seltersweg vorerst nicht in Angriff genommen werden und es ist ausgeschlossen, vor Weih­nachten überall mit den Arbeiten fertig zu werden.

Stadw. Troß regt an, unter Diejen Umständen dafür zunächst die Neustadt mit elektrisck)em Licht zu versehen.

Stadw. Leib hält es für im Interesse der Sache liegend, wenn die Namen derer, die Schwierigkeiten machen, mitgeteilt würden.

Ter Vorsitzende hofft, daß die heutige Mitteilung genügt, um die Betreffenden zu einer Aenderung ihrer Haltung zu ver­anlassen. Wenn bis zur nächsten Sitzung nicht alles erledigt sei, werde er die Namen mittcilen.

Stadtv. Petri tragt, warum in ber Bahnhofstraße, wo die Leitung fertig sei, die Legung der Oberleitung so lang dauere.

Ter Vorsitzende erklärt dies damit, daß die Masten zu spät geliefert worden seien. \

Baugesuche.

Die Hoch- und Tiefbaugesellschaft will an Marburger Straße ein einstöckiges Wohnhaus mit einem hohen Dach errichten. Nach § 26 ber Bauorbnung sind mindestens zweistöckige Häuser zulässig. Die BauDeputotion die Errichwng eines einstöckigen Baues dort für mißständig beantragt, den nachgesuchten Dispens nicht zu erteilen.

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, 12. Okt.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum: die Beigeordneten Kel- und Emmelius; die Stadwerordneten Tr. Ebel, Eichenauer,

Redaktion, Expedition und Tntcferei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: eo5L Rcdaklion:L^112. Tel.-AdruAnzeigerDwben.

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Sreitag, 15. Moder 1911

Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen UnioerfitätS - Luch- und Steindruckerei.

R. Lange, Dießen.

Mpalm te Qualit., Mk. 5.00 v. ? i. TiirbcchstavlaittM

Deutsches Neich.

In der Bun d es r a i » 11 u u u g wurde der Vorlage, be- treffenb das Abkommen mit Belgien über den Verkehr mit Branntwein an der deutsch-belgischen Grettze, der Vor­lage betreffend die Anträge auf Erhöhung des Turchschinttsbrandcs aus § 66 des Branntweinsteuergesetzes, dem Entwürfe des Schntz- truppengesetzes, c^r Vorlage beireue.io Du* Deittiwrtsl zum vandels- umb Schisfahrtsvertrage mit Japan und der Vorlage betreffend die Zulassung des Lothringer .vnitteitwreuTy Aumetz-Friede in L rüffel zum Börsenterminhandel die Zustimmung erteilt.

Graf Oskar von P laten- Haller mund, Kontre- admiral, wurde zum H o f m a r s ch a l l des Kaisers er­nannt

Brot ßr. Sönbbroi ivhlschmeckend. bekömmt und nahrhaft (au pMptlmtkcl schnitten verPakctlOi- Laib25M.,p.Dose50i^ Mchai echter Friedrichsdorfer per Palet 20 Pfg. Itiil Hi Bahnholstr.27 FenisprJ.

beschloß gestern abend einstimmig die Gründung einer ba^o rischen Reichspariei. Von auswärts waren erschienen: Reichslagsabgeordneter Tr. Arendt als Vertreter des Vorstandes der Deutschen Reichspartei, Konsul Schin- zinger - Freiburg (Breisgau), Rechtsanwalt Dr. Boppe- Tarmstadt als Vertreter der reichsparteilichen Bewegung in Baden und Hessen.

Tie Partei will, so bekunden ihre Anhänger, zu ge­meinsamer politischer Wirksamkeit diejenigen sammeln, die es als Bürgerpflicht erkennen, am öffentlichen Leben teil­zunehmen, die aber nicht im Kampfe aegen irgendeine Der bürgerlichen Parteien, sondern in Zusammenfassung aller Kräfte des Bürgertums zur Ueberwindung seines ausgesprochenen Todfeindes, der Sozialdemokratie, die erste

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesjen

gäbe erstrebt wird, hat die Versammlung schon früher beschäftigt. Tie zu einer gutachtlichen Aeußerung aufgefordertc Handelskammer hat sich auf Grund des Ergebnisses einer Rundfrage bei den Geschäftsleuten für die Einführung des Zwanges ausgesprochen. Es kommen zurzeit int ganzen 69 weibliche Angestellte unter 18 Jahren in Betracht, von denen die meisten nur die Volksschule besucht haben. Tas eingehende .Gutachten der Handetskammer weist darauf hin, daß für viele Frauen der kaufmännische Berus eine Lebensstellung bedeute und eine gründliche Vorbildung ihnen auch im Falle der Heirat von Vorteil sei. Auch vom sittlichen Standpunkt aus sei es empfehlenswert, wenn die jungen Mädckzen noch eine Zeit lang dem Schulzwang unterworfen blieben. Die Einrichtung komme auch den männlichen Angestellten zugut, da durch eine bessere Vorbildung die Preisdrückerei durch die weib­lichen Angestellten vermieden würde. Ter Detaillistenverein hat sich gegen den Fortbildungsschulzwang ausgesprochen, da dem Bedürfnis nach besserer Vorbildung der weiblichen Angestellten durch die vorhandene Fachschule genügt werde und durch die Einführung Störungen im Geschäftsbetriebe eintreten würden. Auch die hiesige Ortsgruppe des Teutschnationalen Handlungs- gehilsen-Verbandes hat sich gegen den Zwang ausgesprochen, da jie dadurch eine vermehrte Konkurrenz für die männlichen An­gestellten und Lohndrückerei befürchtet. Ter Schulvorstand, die Schuldeputation und der sozialpolitische Ausschuß beantragen ein­stimmig, im Sinne des Gutachtens der Handelskammer sich für die Einführung des Fortbildungsschulzwanges auszusprechen und eine entsprechende Ortssatzung auszuarbeiten.

Eine Anfrage des Stadtv. Troß, ob der Besuch einer Fach­schule die Mädchen von dem Besuch der Fortbildungsschule befreie, bejaht der Vorsitzende.

Stadw. Heichelheim hält die Einführung des Schul­zwanges für unbedingt notwendig. Auch die Prinzipale würden davon Vorteil haben. Er bittet, dem Antrag zuzustimmen.

Beig. Emmelius. hütet um Auskunft über die finanzielle Seite der Frage.

Stadtv. Tr. Ebel möchte die Abstimmung nicht von der Koftenftage abhängig gemacht haben.

Ter Vorsitzende führt aus, die Fortbildungsschule habe der Stadt 1909 3417 Mark gekostet, danach könne man sagen, daß die Sache nicht mehr als 1000 Vkark kosten könne und weilt daraus hin, daß die bessere Vorbildung auch zahlreichen späteren Geschäfts- frauen zugute kommen werde.

Tem Antrag wird in der Abstimmung fast einstimmig zuge­stimmt.

Tic Gelandeerwerbskosten für die Bahn Lollar-Londorf

betragen nach der nunmehr vorliegenden Abrechnung für Gießen, das nach dem Urteil 36,34 Prozent zu tragen hat, 99 318,42 Mk. Ter Finanzausschuß beantragt, die Rechnung nicht zu beanstanden und das Geld von der Landeshypothekenbank, die seither es schon dem Konsortium vor gestreckt hat, zu entleihen. Ter durchschnittliche Zinsfuß des zu verschiedenen Zeiten aufgenommenen Kapitals beträgt 3,742 Prozent. Tie Tilgung soll lährlich auf 2 Prozent zuzüglich der ersparten Zinsen bemessen werden, so daß die Tilgung etwa 28 Jahre erfordern wird.

Stadtv. Winn regt an, die Tilgung langsamer zu gestalten, jedoch findet der Antrag des Finanzausschusses Annahme, nach­dem sich Stadw. Heichelheim für ihn ausgesprochen hat.

Verschiedenes.

Die Rechnung des Realgymnasiums und der Ober- real schule für 1910, die infolge erhöhter Schulgeldeinnahmen anstatt der vorgesehenen 48 839 Mk. Zuschuß aus der Stadtkasse nur 40 119,18 Mk. erfordert, wird gutgehrißen.

Tie Gesuche des Franz W i g a n ö t für Asterweg 13), des Wilhelm Weber (für Steinstraße 76) und des Franz Wühelm s er (für Seltersweg 31) um Erlaubnis zum Schankivirtschasts- betrieb, werden befürwortet.

Alle Klinik und Rathauk.

Stadtv. Winn erinnert daran, daß die Frist, die man für den Verkauf der alten Klinik vorgesehen habe, abgelaufen sei und fragt an, in welcher Weise man nunmehr das Gebäude verwerten wolle.

Ter Vorsitzende erwidert, er habe ja Vorschläge gemacht, vielleicht konnten von der Versammlung noch andere Vorschläge ge­macht werden.

Tie Lieferung von 1500 Kubikmeter Aussüll material . s.s? verlängerte Blei chst ratze zum Preis von 70 Psg. für den Kubikmeter frei Baustelle durch Emil Hör st wird gut- gehcißen.

15. C*1? §o«nta;Ac^! Aliendor' .

Iio»'en ßwiiin6tt\r? 5-

Jn der Nord-Anlage ist teilweise statt des vorgesehenen Kleinpflasters Asphaltpflaster angelegt werden Die Vergebung der Arbeit an den Wenigstn.'hmcnden, Metz-Franksurt, für 500 Mk. wird nachträglich gutgehcißen.

Stadtv. Eichenauer bittet, bei der in Aussicht genommenen Herstellung der Ludwigstraße vor Dem Realschulgebäude und der Aula dasselbe Pflaster anzulegen.

Einige Ankäufe von Straßenland usw. werden ge- nelmigt, so von E. H. Müller für Straßengelände für Die Schillerstraße jenseits der Steinstraße, von W. Plank II. und Plank III. für Gelände an der Sckwnen Aussicht, von Ritter Erben für einen Acker jn gleicher Lage, für den 28 872 Mark bezahlt werden.

Schlachthofangklegcnheilkn.

Tie Lieferung von E i s m a s ch i n e n s a l z für die Kühlanlage durch die Firma Karn wird nachträglich gutgeheißen.

Tie Abgabe des von den Metzgern nicht benötigten Eises aus der städtischen Eissabrik war ohne Erfolg ausgeschrieben worden, weshalb es dann an die Brauerei Jhring in Lich zum Preis von 60 Pfg. für den Zentner abgegeben wurde. Tie Versammlung erklärt nachträglich ihr Einverständnis damit.

Ter Vorsitzende teilt noch mit, ivenn die Ausschreibung im nächsten Jahre wieder keinen Erfolg habe, werde die Stadt genötigt sein, den Vertrieb des übrigbleibenden Eises, an die Kon­sumenten selbst vorzunehmen.

Tic Vergrößerung der Schlachthosanlage soll bis 1919/20 fertig sein. Tie Großviehschlachthalle war schon für dieses Jahr vorgesehen, konnte aber noch nicht begonnen werden, da der Bau, der Schweineschlachthalle sich etwas länger hinaus- zog als ursprünglich vorgesehen war. Ter Bau der Großvieh» schlachthallc muß im nächsten Jahr unbedingt begonnen werden und im Zusammenhang damit soll die Verbindungshalle verlän­gert, sowie auf Wunsch der Metzger der Großviehstall und das Häutelager jetzt schon errichtet werden. Tie jetzige Großvieh- schlachthallc soll als Pferdestall und Untersuchungshalle verwen­det werden. Tic für den Neubau crforbcrlidjcn 315 000 Mark, die die städtische Betriebsrechnung nicht beeinflussen, werden be­willigt.

Für die Aufstellung xincs Fleischdämpsers und die Einrichtung eines Aufcnthaltsraums, für die Arbeiter werden 2100 Mark bewilligt.

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Die Revolution in 5üd-Lhina.

AuS der chinesischen Provinz Hupch kommen auch heute sehr ernste Nachrichten. Nicht nur das Militär, sondern auch die Benvaltungskörpcrschasten machen mit den Revo­lutionären gemeinsame Sache. Der Vizekönig, der einige Bombenfabrikanten hatte lnnrichtcn lassen, ift geflüchtet. Weiter heißt es, daß der General T s ch a n g P i a o, der von vielen Leuten als der beste und geschickteste Führer der chinesischen Armee angesehen wird, und Der eigentlich nach Szetschuan gehen sollte, aber in Wnlschang zurückgehalten wurde, weil dort Unruhen drohten, bei Der Explosion einer Bombe getötet wurde.

So ist die Sorge um das Schicksal der Fremden sehr gerechtfertigt. Im BerlinerLokalanz." lesen wir, daß, was Deutschland anbelange, das Flußkanonenboot Vaterland" vor Hankau liege. Tas Flußkanonenboot Otter" sei von den Stromschnellen zwischen Jtschang und Tschunking auf der Fahrt nach Hankau. Ferner soll Das KanonenbootTiger" alsbald vor Hankau eintrcffcn. .Der KreuzerLeipzig" liege vor Schanghai.

Der Ministerrat in Peking hat Truppen ins Aufstands­gebiet beordert. Die Sorge in der chinesischen Hauptstadt muß sehr groß sein. Am 17. Oktober sollten große Ma­növer zwischen Peking und Schan Hui Kuan beginnen, und dreißigtausend Mann aus dem Norden des ' eich es sind dort schon versammelt. Diese Truppen könnten nn Notfall ziemlich schnell nach Wutschang gebracht werden.

Folgende Meldungen sind heute zu verzeichnen:

Hankau, 12. Okt. Aus Wutsch ang wird gemeldet: H a n i) a n g ist in die H ä n d e d e r A u s st a n d i s a) e n ge­fallen, die auch die Eisenwerke und das Arsenal von Hanyang in Besitz genommen haben. Tie Regierungs- iruppen befanden sich beim Kampf in der Minderzahl. General Chang-pao ist entkommen, die Mitglieder der Lokal- dchörde zerstreuten sich.

Ter Führer der Aufständischen in Hupe kündigte an, laß die Bevölkerung wie die Armee die Mandschu-Regierung Kürzen uiiD die Rechte der Ehincsen wicdcrherstellen wolle. Die Bewegung gewinnt schnell an Ausdeh- ir ung, auch mehrere Städte der Nachbarschaft sollen in bie Hande der Aufrührer gefallen sein. Die Brand­stiftungen dauern an.

Peking, 12. Okt. Meuterer aus Szetschuan be­setzten H s u t s ch o u und marschieren auf Tschungking. Der Zweck ist augenscheinlich, die Hauptpunkte auf dem lenken Ufer des Jangtse-Kiang zu be,etzen.

Mahnahuien der chinesijchen Negierung.

Durch ein Ediit wird befohlen, daß zwei Armee­korps unter dem Kricgsminister unverzüglich nach Wu- t j d) a ii abgchen sollen; ferner wurde die Abfahrt von »riegsschifsen nadj Wntschaug angeordnet. Tie Stärke bar Regicrungstruppen wird auf 5000, die der Aufrührer aus 60u0 Mann geschätzt. In der Eingeborencnstadt von hankau sollen heute früh 20u b i s 300 Man - d> s ch us getötet worden sein. Die Aufrührer in Szetschuan besetzten gestern Suifu.

Der General-Gouverneur von Wutschang wurde seines Amtes enthoben und ihm vorgeschrieben, vorläufig noch auf seinem Posten zu bleiben, um Maß­nahmen zur Wiederherstellung Der btuhe in Wutschang zu treuen. Wutschang selbst wird von einer chinesi­schen Flottille beschossen. Wie aus Hankau ge­meldet wird, befindet fick) das Chinesenviertel in der Hand der Aufständischen.

Feuergesechte.

Die gesetzgebende Verjammlung der Pro­vinz Hupe hat sich von der kaiserlichen Regie­rung l o s g e s a g t. Die Ausständijd-en in dieser Provinz, 10000, nach anderen Berichten 15000, sollen dreißig moderne Geschütze erbeutet haben.

Tas Feuergefecht zwischen den Aufständischen von Wutschang und einem treugcbliebenen chinesischen Kriegsschiff wurde nach kurzer Tauer eingestellt, nach­dem die britischen und japanischen Konsularbeamten er- flärt hatten, daß durch die Geschosse die fremden Nieder- ^ssungen gefährdet würden.

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Ausland.

Ter französische Marineminister Telcasss ver- iu jte, daß in Zukunft Die Kriegsschiffe nur Pulver führen büttfen, D as noch nicht vier Jahre alt ift. Mit Der Aus- ^rung Dieser Verfügung wird man sofort beginnen und nach urD nach Damit fortfahren. Tie Magazine werden das Pulver ber Kriegsschiffe, Das- vor 1908 fabriziert wurde, aufitehmen und csi aus ihren Vorräten ersetzen.

Ter französische F i n a n z m i n i st e r verlangt im Bud- gt3 für 1912 einen Kredit von 20 000 Franks zu Vorarbeiten zur Vorbereitung einer W ertzuwachs ft euerauf Grund stücke.

Ter japanische Kn eg sm mist er h.,t mit Genehmigung beS Kaisers im Ministerium einen Gesetzentwurf eingebracht, eine betftä nbig e A r m e e in Korea z u schaffen. Die aus zwei Torsionen bestehen soll. Dazu ift ein Kredit von 50 Millionen fc; 7 Jahre erforderlich.________________

Die Gründung einer bayerischen Reichrpariei.

München, 12. Ort. Eine aus verschiedenen Landes- fehlen und allen Bevölterungslrcisen gut besuchte Ver- jammlung unter dem Vorsitz des Freiherrn v. Pech mann

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wichtigste Aufgabe der Gegenwart erblicken.

Arbeiterbewegung,

lieber die Arbeiterbewegung in der west­fälischen Zigarrenindustrie wird gemeldet: Ta die von den Vertretern der organisierten Tabakarbeiter bei der Geschäfts­führung des Westfälischen Zigarrenfabrikantenverbandes eingelei­teten VerhaMungen zur Aufhebung des Ausstandes und der Kündigungen bisher zu keinem Ergebnis führten, tritt die Aus­sperrung aller organisierten Arbeiter und Mitglieder des Ver­bandes mit Ablauf dieser Woche in Kraft. Es kommen 7000 Arbeiter in Betracht.

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