Deutsche» Netch
Frankfurt a. M. 12 239 000 Ml. oder
einer hiesigen Waschanstalt in der Nöterstraße, nainenS Schmidt, vergiftete sich gestern nachmittag mit Arsenik. — Im vergangenen Jahre hatte Wiesbaden insgesamt 1 7 8 7 68 Kursreinde, davon zu längerem Aufenthalt 57 860 und zu kürzerem 120908 Personen. Im Jahre 19OL betrug die Fremdenzahl 193 407 und Zwar zu längerem Aufenthalt 76 764 und zu kürzerem 116 643 Personen. Gegen das Jahr 1909 hat sich demnach die Zahl um ca. 15 000 verringert.
•• Der Lan deSverband hessischer freiwilliger Feuerwehren beabsichtigt für ferne Mitglieder bei einer großen deutschen Lebensversicherung^ - Gesellschaft eine Kollektiv-Versicherung abzuschließen. Verhandsungen mit den Kreisfeuerwehr-Inspektoren haben bereits stattgefiinden.
** DaS Ehrenze ichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung des GroßherzogS Heinrich Herchenröder zu
bestellt.
** Die DerkehrS-Einnahmen auS dem Per- sonen-undGüterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung für die Eisenbahndirektionsbezirke
' - onn. und Mainz: im Oktober 1910
12 239 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 623COJ Ml. — 4,4G Prvz, in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 84 3780U0 Rtk. oder gegen das Vorjahr mehr 4 4350JO jlRL = 5 55 Proz; für die Preußisch-Hessische Eisenbahngemern- schast: im Oktober 1910 183 320000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 13 944 000 Mk. - 8,23 Proz., in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 1216 446 000 Mk. oder .gegen das Vorjahr mehr 77 396 000 Mk. = 6,79 Proz.
** Ordensverleihungen. Der König von Preu- ßen hat den nachbenannten Offizieren die Erlaubnis zur Anlegung der ihnen verliehenen nichtpreußifchen Orden erteilt und zwar: des Russischen St. ötanislausordens erster Klasse: dem Generalmajor Hahn, Generaladjutanten deS GroßherzogS von Hessen; des Russischen St. Ännenordens zweiter Klasse: dem Rittmeister Fceiherrn von Massen- dritten Klasse desselben Ordens: dem Oberleutnant von bad), Ftügeladiutanten des Großherzogs von Hejs.n; der S ch r o e ü e r, Flügeladjutanten des Großherzogs von
4- Grogen-Linven, ö. Fan. Fm Jahre 1910 hnitv den am hiesigen Standesamt eingetragen: 29 Eheschließungen, 54 Geburten, 5 Totgeburten und 27 Sterbe- älle.
Kreis Fnedberg.
x Dad-Nauheim, 5. Jan. Einen interessanten Abend bot heute im Svrudel-Hotel der Dorlragsverein feinen Mitgliedern und Freunden. Kapellmeuter Hans Phil. Hof- mann, der bei den Bayreuther Feilsvielen in diesem Sommer mitwirken wird, sprach über Richard Wagners „D i e M c i itc r- inger von Nürnberg". Er gab eine Erklärung des In- Halts und der Leitmotive und erläuterte seine mit viel Beifall aufgeiwmmenenen Ausführungen durch den Vortrag von.Bruchstücken für Gesang und Klavier. — Im Aildungsverem gibt das Rhein-Mainische Verbandstheater am nächsten Dienstag Jbieiis „Stützen der Gesellschaf t".
44: (»riebe l, ö. Ion. Tie Verpachtung unserer 886 Hektar Feld und 157 Hektar Wald umfassenden Gemeindejagd hatte ein überraschendes Ergebnis. Bisher zahlte eine Jagdgesellschaft, die auS hier ansässiger Mitgliedern bestand, eine Iahreßpacht von 1150 Mk. Bei her Reuverpachtung blieb em Herr auS Preungesheim bei Frankfurt mit 2451 Mk. HüchNbietender, der auch jedenfalls von der Gemeinde den Zuschlag erhält. — Heute hielt dir seitherige Jagdgesellschaft ein großes Treiben ab, bei dem mehr als 800 Hasen und 12 Die he zur Strecke gebracht ivurden. Tie seitherigen Pächter der Jagd haben diese allerdings, in der Voraussetzung, daß sie sie wieder pachten würden, seither sehr geschont.
Starkenburg und Rheinhessen.
m. Offenbach a. M., 5. Jan. Die erste Sitzung der Stadtverordneten im neuen Jahr brachte die
♦♦ Der Bürgersteig zwischen W i es e ck und G i e ß e n ist seit einigen Tagen wegen der Eis- und Schneemasscn ast unpassierbar. Eine Bestreuung mit Sand oder Kies wäre )ringenb am Platze.
** Selbstmord. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr wurde beobachtet, wie ein gut gekleideter Herr an der Wiß- marer Straße m die Lahn sprang und in den Fluten ver- chwand. Ueberzieher und Hut hatte er am Ufer abgelegt und eS konnte festgestellt werden, daß es sich um einen hier wohnhaften Privatier handelt. Die sofort aufgenommene Absuchung der Lahn an der UnsaUitelle blieb ergebnislos, die Leiche konnte bis jetzt nicht aufgefunden werden.
Erstickt sind unmittelbar vor Neujahr 91 Stuck Hühner in einem Stall am alten Schisfenberger Weg Wegen der Kälte wurde der Stall geheizt und es entstand infolge davon nachts ein kleiner Brand, durch dessen Rauch die Tiere erstickten. Von dem Bestände des Geslugelhofes blieben nur 10 Hühner am Leben.
"DasLängerwerdenderTage wird im DolkS- munbe durch Sprichwörter angedeutet: „Ter Tag um einen Schritt, zu Neujahr vorwärts tritt", „Vom heutigen Dreiköiiigstag um einen Stundenfchlag" sagt ein anderes. Während die Vormittage in der ersten Hächte des Monats nur 7 Minuten zunehmen, beträgt in der zweiten Halste die Zunahme bereits 21 Minuten. Größer ist bie Zunahme der Tageslauge in den Nachmittagsstunden, sie steigt von 19 auf 29 Minuten. Ueberhaupt sind bie Nachmi.tage mäyrenb bes ganzen Monats langer als die Vormittage, in der ersten Hälfte beträgt bet Unterschied 8 und in der zweiten Hälfte des Monats 28 Minuten.
'* Maul- und Klauenseuche. 91 eue Ausbrüche der Seuche sind gcmclöct aus 91 irm, RegicrungSbeznk Aachen; Herne, Regierungsbezirk AmSderg; Lutten, Großherzogtum Oldenburg.
Landkreis Gießen.
Klein.Linden, 5. Jan. Ter Arbeiter W. Schwarz glitt auf dem Glatteis der Frankfurter Straße zu Gießen aus und mußte hcmigcfahren werden, da er sich erheblich verletzt Halle.
Dcrmifcbtcs.
♦ Zu dem Erd b eben in Turkestan erhalten wir noch folgende Drahtmeldung aus Taschkent unterm 5. Jan.: In P i s ch p e k sind durch das Erdbeben viele Häuser zerstört worden. &vci größere Dörfer sind voll, ständig vernichtet. Tie Zahl der Umgekommenen ist un- bekannt. Prschewalsk ist vollständig abgeschnitten, do die Straßen durch Bergstürze unwegsam geworden sind. "Nähere Nachrichten fehlen, weil die Telegraphenverbindungen unterbrochen sind.
♦ Beim Barbier. Kunde: „Also ich will nur rasiert werden. Weiter nichts! Ich wünsche weder daS Haar geschnitten, noch den Hopf gewaschen, noch den Schnurrbart auS- gezogon. Iw brauche lein Haarwasser, keine Bartwichse, tar Parfum und keinen Kamm. So —! — —*' — Barbar: „Bitte sehr, mein Herr. Aber leiben Sie vielleicht an Hühneraugen?"
» Begriffsstutzig. „Mein Daby läuft schon acht Monate l — „So! Wird es denn da nicht müde?"
Kleine Lageschronik.
In einem Berliner Po st amt verübte gestern abend ein junger Mann einen Raubüberiall aus einen Hausdiener einer Handlungssirma. Er streute dem Hausdiener, der ein Wertpaket Don mehreren 100 Mark ausgeben wollte, Psesfer in die Äugen, riß das Wertpaket an sich und flüchtete aui die Hilieruse des Uebersallenen. Ter Räuber flüchtete in ein RebenhauS und wurde dort aus dem Boden ergriffen. Tas Wertpaket wurde der Frrms wieder zugeslellt.
Ein Ehaufseur in Charlottenburg fand im Dezember 1909 in seiner Autodroschke eine Tasche mit 40 OüO Rudeln in Bar und für 50 000 Mk. Diamanten, Perlen und Gold- geschmcide. Da der Eigentümer sich bisher nicht gemeldet hat wurde der Ehaufseur jetzt von der Behörde au|gc|oti>eri, dcn ganzen ivunb abzuholen.
tim 5. Januar, abends 8>/, Ubr, fuhr nach einer amtlichen Meldung bei der Durchfahrt durch den Bahnhof BuboroM der 0-Zug Kopenhagen - Berlin auf einen an der Gleis- Verbindung zwisckxm dem LafegleiS und dem Hauptgleis stehen gebliebenen Viehwagen. Lokomotive und drei Wagen entgleisten, der Viehwagen wurde zertrümmert. Zwei Zugbeamte und ein Postbeamter wurden leicht verletzt. Beide Hauptgleise sind gesperrt. Der Personenverkehr ivird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Ein Gleis wird voraus- lichtlich bis 6 Uhr morgens wieder frei.
In R o m wurde am Donnerstag der von einem Hamburger nach dem Muster des Tierparks in Stellingen angelegte Zoologische Garten erösinet. .
3n Triest herrscht seit mehreren Tagen nn ungewöhnlich heftiger Sturm. Zahlreiche Personen wurden in der Stadt vvn dem Orkan zu Boden geschleudert: dreizehn erlitten schwere Verletzungen, zumeist Knochenbrüche und 1 mußten inS Spital gebrach! werden. Aus verschiedenen Orten in ’ Oberitalien wird starker S ch n e e st u r in gemeldet, du nuchrjoch Verkehrsstörungen zur Folge hatte.
•* Dem hessischen Gesandten in Berlin, Freiherr Maximilian von (Sagern, widmet bie „Nvrdb. Allgemeine Zeitung" folgenden Nachruf: „Das Hin- scheiden deS verdienstvollen deutschen Staatsmannes ruft sowohl in seiner Heimat wie in der Reichshauptstadt, dem One seiner letzten amtlichen Wirksamkeit, tiefes Bedauern hervor. In der verhältnismäßig kurzen Z.it, b.e Frhr. von Gagein an der Spitze der hiesigen Großherzoglich Hessischen Vertretung stand, hatte der nun Verstorbene sich hohe.Acl)- tnng und Verehrung in weiten Kreisen erworben. Die Mitglieder des Bundesrats im besonderen brachten sowohl seiner gewinneiiden Persönlichkeit wie seiner b.e Arbeiten dieser Körperschajt stets tatkräftig förbernben Tätigleit hohe Wertschätzung entgegen."
»* F n Audienz empfangen wurden vom Großherzog am Mittwoch u. a. Pfarrer Hechler von Asien- heim, Professor Dr. Fink von Gießen und Professor wt. Eck von Gießen.
•• Der Kliniksvertrag. Zu unserer gestrigen Noliz über die am 3. d. Mts. zwischen Vertretern des Staates, der Universität und der Stadt Gießen gepflogenen Verhandlungen ist noch nachzntcagen, daß hieran äuget den bereits genannten Herren noch teilgenonimen haben: vom Ministenuin des Innern RegiernngSrat Hechler und Nech- nnngsrat Götz, von der Universität die Pcofesioren Tr. VossinS, Dr. Poppert, Dr. von Franquö, Dr. Von und Tr. SievcrS, von der Stadt Gießen: Beigeordneter Keller und Stadtverordneter Wallenfels.
** D i e Kämpfe bei B r i a r e , die im Dezember 1870 imb Januar 1871 Ruhmestage unseres hiesigen Kai,er Wilhclm- Regimcnts waren, jähren sich in öicien Tagen zum vierzigsten R^alc. Um das Andenken an tcnc |ür alle Tert nehm er uiili- lärijdj und persönlich denkwürdigen .Tage gemeimam zu begehen.
Vilbel.
♦♦ Ringkampf-Konkurrenz int Kolosse um. Bei gut besetztem Hause wurden gestern die Kämpfe fortgesetzt. Als erstes Paar rangen Eggeberg und H i tz l e r. Zwar konnte Eggeberg seinen Gegner mehrnials in Gefahr bringen, jedoch gelang es Hitzler, seinen Gegner schließlich unter ungeheurem Jubel aus beide Schultern zu werfen. Dann rangen Iakson und Cody Bill. Beide hatten wahrend der Konkurrenz durch thr unschönes Ringen den Unwillen des gesamten Publikums erregt. In der gestrigen Vorstellung zeigten sich beide von ihrer schlimmsten Seite. Jakson erwies sich schließlich als der Bessere und siegte nach acht Minuten. Das größte Jitteresse nahm dann der Entscheidungskampf E b e r l e - N u r l a h in Anspruch. Unter lebhaftem Ringen war der erste Gang ergebnislos verlausen. Im zweiten Gang gelang es Eberle, den 156 Kilo schweren Türken mit Untergriff von hinten zu erheben und ihn glatt aus beide Schultern zu werfen. Heute finden die Schlußkämpje statt. Alle noch ausstehenden Kämpie müssen bis zur Entscheidung ausgekampst, werden. Nach den Ringkampsen findet die Preisverteiluiig statt. Die Prämie von 3000 Rlark zerfällt in vier Teile von 1200 Ml., 800 Mk., 600 Mk. und 400 Mk.
** Jeder Land briefträger führt auf seinem De- stellgang ein Annahmebuch mit sich, w lcksis zur Eintragung der von ihm angenommenen Telegramme, Wert- und Einschreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnlichenPa- keie, Nachnahmesendungen und Z.ttungsbestellungen sowie der zur Frantteruna der Sendungen, zur Benelluna der Zeitungen und zur Beschaffung von Wertzeichen ihm übergebenen Beträge dient. Ci:i gleickjes Annahmeb.'ch führt jeder Inhaber einer Posthilsstelle für bie bei biefer niedergelegten Wertsendungen u>w. Es ist zweckdienlich, daß die Aufgeber bie Eintragung bet Senbungen usiv. in bie bc- zeichneten Annahmebücher eigenhänbig besorgen ober s.ch wenigstens von ber Buchung b.trch den ^anoLrieft.ägeu oder den Posthilsstelleninhaber überzeugen.
Einführung der neugewählten Stadtverordneten in ihr Amt. Bevor Bürgermeister Dr. Dullo zur Verpflickitung der Neugcwählten schritt, hielt er an diese eine Ansprack-e, daß diese am Schluß eines schweren Wahlkampfes, luu dies in Offenbach üblich sei. eintreten. Sein Wunsch geh, dahin, daß mit ihrem Eintritt der Kampf beendet fei, daß sie nicht in den alten Stadtverordneten den Gegner erblicken, sondern nur die Mitarbeiter. Der Bürgermeister kam bann auf bie Verwaltung zu sprechen unb hob hervor, baß bie Versammlung in ber nächsten Zeit einen tieferen Einblick in biefe burch bie Errichtung sog. Par la men- larischer Ausschüsse erhallen werben. Er hoffe, baß baburch bas wechselseitige Vertrauen ztoischen Bürgermeisterei unb Slabtverorbneten immer mehr wachsen wirb. Alsbann nahm ber Bürgermeister bie Verpflichtung bet 16 neuen Stabtverorbneten vor, von fcen 2 ber freisinnigen Vottspartei unb bie übrigen ber sozialbemokratischen an- gehören. Alsbann würbe bie Wahl ber Ausschüsse unb Deputationen vorgeuommen, von benen einzelne iubezug auf bie Mitgliederzahl erhöht nnirbcn. Es würbe babei an- geregt, bie Slabtverorbneten bei Submissionen und stäbtischen Lieferungen a u s z u f ch l i e ß e n. Tie Ausbehnung bes Geltungsbereicks ber Porto - Orts- tage auf Frankfurt und Offendach wurde gemäß den Ein- gaben ber Handelskammern von Frankfurt und Offenbach befürwortet.
m. Osfenbach, 6. Jan. (Tel,) In der letzten Zeit sind hier und in Frankfurt zahlreiche Fünf- und Zwei-Markstücke an» gehalten worden. Nun gelang eS, den Falschmünzer in Frankfurt festzunehmcn. — Die Arbeiter Franz Kern von hier und Zeitzel aus Ehemuitz wurden wegen Verübung zahlreicher Ein- bruchdiebstähle hier verhaftet.
Hcfjen-Nassau.
w Wiesbaden, 5. Ian. Dec 57 Jahre alte Inhaber
Au» Stadt und Land.
Gießen, 6. Januar 191L
•• Tageskalender kür Freitag, 6. Ian. Stadt- »bea ter: .Das LeulnaniSmündelE. Antang 8 Uhr.
Vortrag von Frt. Dr. Alice Salomon aus Berlin über »Mutterschutz'. Abends 8 Uhr in der neuen Universitatsauta.
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Hessische Gesandtschaft in Berlin. Der Vroßherzog hat den stellv. Bevollmächtigten zum Bundesrat, ß)cf) Staatsrat K r u g v. N i d d a, bis auf weiteres mit der Führung der Geschäfte der Gesandtschaft am Preußischen Lose beauftragt und den vortr. Rat im Ministerium des Innern, Oberregierungsrat Dr. Ernst Weber, bis auf weiteres zum stellv. Devollmächtigten zum Bundesrat
''YTtmen Overst z. D. Weimer unv KreiSfeuerwehrimrmot Dey- berget ju Ni§d- alle Mitkämpfer von Briare zu einem A p p e l I auf dem vorderen Teile des Trieb auf Sonntag, den 1 5- 3 a - nuar, mittags 12 Uhr, ein. An den Appell ichttetzt sich cm kameradschaftliches Zusammensein auf der Liebigshöhe an.
* Reichskommers der Gießener und Marburg er B u r s ch e n s ch a f t. Zur Feier der Wiederiehr des Gründungstages des Deutschen Reichs feiern bie hiesigen Bimmen- chaften „Alemannia", „Frankonia" und „Germania" zusammen mit den Marburger Burschenschaften „Alemannia", „Arminia" und „Germania" den traditionellen „Reichskommers , und zwar dieses Jahr in M a r b u r g. Am Vorabend des Reichsgrundungs» tages, am 17. Januar, versammeln sich die sechs Burichensckiaften mit ihren Verkehrsgasten. Gästen und den alten Burschen'chattern nach einem Umzug durch die Stadt in den Marburger „Stadttalen" u einem Kommers, der von der zurzeit der Marburger Du,chen- chast Vorsitzenden Burschenschaft „Alemannia" geleitet wird. Der „Reick>skommers" erfreut si ch'seit Jahren des regsten Zuipruchs aus Burschenschasterkreisen.
** Die Obsternte des Kreises Gießen. Die Kreisstraßen des Kreises Gießen lieferten im letzten Herbst 3300 Zentner Obst. Es wurde dafür ein Preis von rund 16 000 Mk. erzielt, eine Summe, wie sie bisher kaum erreicht mürbe. Die erzielten Preise gingen meistens über die Schätzung hinaus, nur an den Straßen Lich-Nieder- Bessingen, N.-Bessingen-Münster-Kreuz und Hungcn-Jn- Heiden blieben sie zurück. Aus letzterer Strecke waren bie Gebote so nichtig, baß ber .Kreis bie Versteigerung nicht genehmigte unb bas erstklassige Obst selbst erntete. Tie Schätzung bes Obstes am Daum betrug um Gießen, Klein» Linben, Großen-Linben 4 Mk., um Lich, Hungen bis Rris kirchen 3,50 Mk., bei Grünberg unb in ber Rabenau 3Mk. für ben Zentner. Dank ber vorzüglichen Obstsorten, bie von ber Kreisstraßenverwaltung abgeerntet unb im Kreisamts- keller verkauft würben, stellt sich ber Durchschnittspreis für ben Zentner auf 7,50 Mk. Die besten Apfelsorten fofteten 8, 9 unb 10 Mk., bie besten Bimsorten 12 unb 15 Mk. im Zentner. Die Kreisstraße Klein-Linben-Gießen^Linben brachte letzten Herbst allein 1750 Mk. ein. Die letzten Jahre brachten folgende Einnahmen: 1904: 10 224 Mark, 1905: 3610 Mark, 1906: 14 304 Mark, 1907: 4345 Mark, 1908: 16156 Mark unb 1909: 8123 Mark. Diese Zahlen werben sich immer noch steigern, ba jetzt von sämtlichem Baum» bestanb nur etwa ein Drittel ertragfähig sinb. Im letzten Herbst erfolgten wieberum Neuanpflanzungen unb zwar zwischen Lindenstruth unb Grünberg, Göbelnrob unb Beltershain, Eberstabt unb Oberhörgern nach bem Bahnhof.
ff er Kaiser folgte am Donnerstag abend enter Einladung fe Ministers bes Innern zu einem Essen, zu dem auch bie anwesenden Ober Präsident en geladen waren.
Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Die „Neue Gesellschaftliche Korrespondenz" behauptete, es siehe lesi, daß in der O ftmarkenpolitik das EnteignungS- g e s e tz nicht zur Anwendung gelange. Diese Nachricht ist s e l b st- detstündlich falsch. Die Sta-atSregierung trifft keine aH- lormetnc Entsck-eidung, durch welche ein von ihr selbst herbei- jgesührieS Gesetz annulliert wich. Beschlüsse über spezielle
2 l l e, in denen die Anwendung bti. fSntrigmmgsrochts Pi ^rage kommt, stehen noch aus.
Die Eintragungen in das Reichsschulobuch erreichten am 4. Januar eine Milliarde Mark, das ist 22 Pritzenl t>et gesamten einttagsfähigen Reichsschuld.
Jluslanb.
Bukarest wird gemeldet: Der Ministerpräsident Dratino überreichte bem König ben Rücktritt des Ge- a mtiii5 Brüssel wich gemeldet: AuS Orten deS linken MaaS- ufers trafen heute 4000 ausständige Bergarbeiter m Lüttich ein und zogen durch die Straßen der Stadt, doch wurde die 9tuhe nicht gestört. Die Lage un AusstandSgebitt ist im übrigen unverändert. .
Aus Toulon kommt folgende Meldung: Tie Handwerker- kompagnie des 10. Artillerie-Regiments hat am Tonncrstag nach- mittag wegen schlechter Nahrung die Arbeit verweigert und später die Abendmahlzeit abgelehnt. Nach einer Inspektion des Obersten war um 9 Uhr abends die Ordnung roieber hergestellt.
Der französische Marineminister hat angeordnet, daß bei Toulon, ebenso wie in Cherbourg und Bi>erw, eine Station für Flotten-Aeroplaue errichtet werden wird, ein ÖUU Quadratmeter großer Aufs lug splatz hergestellt werden soll.
Ter K ö n i g v o n S p a n i e n ist in Begleitung des Munster- Präsidenten Canalejas und be5 Kriegsministers Aznat nach Melilla abaereiiL Am Bahnhofe waren die Königliche Familie, die Minister, die Vertreter der Behörden und des diplomatischen Korps awvcsend. Der spanische Gesandte in Tanger ist gleichfalls nach Mclllla ab gereift Auch der französische Dbcrfomnuiiar an der algeriich-marokkanischen Grenze, General Tontoe begibt sich nach Plelllla, um den König Alfonso im Namen der französischen Regierung zu begrüßen. . ,
In der Konferenz der tungtürkischen Karnmerabge- vrdneten stellten der Minister des Innern und der Finanz-
Minister bie Vertrauensfrage. Die Konferenz sprach nach längerer Aussprache ben Ministern ihr Vertrauen aus.
Ter persische Finanzminister erklärte am Donnerstag in Medschlis, baß bie Regierung infolge ber Opposition einer Anzahl Abgeorbneter arbeitsunfähig sei und daß bas Kabinett bcsbalb bem Regenten bei feiner Ankunft iem R u ck t r i t t s- gesuch unterbreiten werbe. Wenn der Medschlis es wünsche, werde bas Gesuch bem Regenten telegraphisch übermittelt merben. Die Minister verließen nach den Reden einiger Abgeordneter das Haus. Tas Medschlis kam zu keiner Entscheidung, doch düiste diese zuungunsten des Kabinetts aussallen.


