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Die heutige Nummer umfafet 12 Seiten.
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aufhäufte. Er hat sich all seine Begeisterungsfähigkeit bewahrt l Berickck wird gegen die Umvetsitaten der LZorwurs erhoven, oalz, und besitzt noch jene elementare Hingabe, das gesunde, Ursprung-»es chnen an, richtiger .GeschajtLmethode gebricht, daß rhre Lui»
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— Die Leitung der amerikanischen Universitäten wird in einem Bericht, der von der Verwaltung der Carnegie-Stiftung herausgegeben wird, einer eingehenden ftritir unterzogen, die auch mit Rücksicht auf die von uns mttgcteilten Vorschläge von Pros. Ostwald von Interesse ist. In diesem Bericht wird gegen die Universitäten der Vorwurf erhoben, daß
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Der Gründe sind gar viele. Nur zwei seien hier erwähnt. Wie mancher Vater, wie manche Mutter stehen v^l.ig ratlos vor ihrem Kinde, das trotz redlicher Mühe und ehrlichen Strebens, trotz aller Sorgen und Tränen nicht geraten, nicht einschlagen will. Unbändiger Drang zur Freiheit, zum Vaga- bondieren, unwiderstehlicher Hang zum N.-schen und Stthlln schier unausrottbare Lügenhaftigkeit, krankhafte Neigung zur Tierquälerei, zur Brandstiftung, selbst zu s.xuellen Ausschreitungen: das sind einige der auftretenden Charakter- fehler. Haus und Schule send mit ihren Erziehungsmaß- nahnten solchen Kindern gegenüber machtlos. Es ble bt nur eins: Anstalts-, Fürsorgeerziehung. — Liegt so der erste Grund für die Unmöglichkeit der häuslichen Erziehung auf seelisch-sittlichem Gebiets so ein anderer auf wirtschaftlichem: in der Wohnungsnot. Es brauchen keine Zahlen, keine Namen genannt zu werden^ überall in den Städten, aber auch auf dem platten Lande dies.'lben grauenerregenden Bilder!'Wer — im Geiste oder in Wirklichkeit — so manche Kinder unsers Volkes an ihre Schlafstätten begleitet, der kann nicht verdammen, wenn er den kühlen Gleichmut, die
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Line halbamtliche russische Erklärung.
Wenn wir gestern der Meinung Ausdruck gaben, auch die russische Regierung schweige zu den Verdrehungen des „Temps" und der „Nowoje Wremsa" über das deutsch- russische Verhältnis aus praktischen Gründen, um das fran- zöfische Empfinden zu schonen, so liegt heute halbamtliche Feststellung aus Petersburg Wolffsche Bureau meldet:
P etersburg , 5. Jan. Wie von zuständig klärt wird, sind die Mitteilungen, die der Berliner §
des Pariser „Temps" seinem Blatte über.das ^>mtanderommen der bekannten Erklärung des Reichskanzlers t m Reichstage machte, völlig erfunden. , Man wundert sich an maßgebenden Stellen, daß ein so ernstes Blatt lerne Spalten einem so phantastischen Märchen eröffnen konnte, das deutlich den Stempel der Erfindung trug. Auch die Mitteimnaen der „Nowoje W r e rn j a" über die Alttwortnote ber rupndjen Regierung auf die Anfrage der deutschen Regierung im Jahre 1907 entsprechen nicht den Tatsachen. Sie stehen vor allem in völligem Widerspruch mit den Anschauungen der rusüfäwn Regierung und verdienen in keiner Weise 'die ihnen geschenkte Beachtung. Im übrigen wird bei dieser Gelegenheit betont, daß. alle Preßtreibereien, die darauf geriästet sind, die deutsch- russischen Beziehungen zu trüben, bei dem vertrauensvollen Verhältnis der beiden Monarchen und der Kabinette völlig erfolglos bleiben mü.seu.
Das enstricht so ziemlich dem, was gestern über das deutsch-russische Einvernehmen gesagt wurde._____________
zu starken Organisierungen zusammengetan haben und die Lage natürlich für sich gleichfalls auszunutzen suchen. — Das wahre Elend dagegen ist jetzt in Burgund und in der Champagne zu suchen. Wenn es sich nod) um etwas Vorübergeheird.s handelte? Aber dort tritt viel Ernsthafteres hervor, nämlich eure ungeheure Verstärkung des Fortziehens vom flachen Lande in bie St.äbte. Wie Herr.Cunisset-Carnot bei dem Kongresse gegen bie Entvölkerung dec Cäte b'Or letzthin in Dijon feststellte, verlassen bie Winzer Burg u nbs, wie auch der Champagne, die infolge des sozusagen völligen Ausfalles der Lese im Jahre 1910 gänzlich mittellos geworden srnd, in Massen ihre Weinberge und ihre Felder, um sich in die Städte z u flüchten. Verkaufen können sie ihre Grundstücke zurzeit überhaupt nicht, da keine Bieter sich melden. So werden Felder und Weinberge brach liegen gelassen.. Dee Zahl der leeren Bauern- und Winzerhäuter rn diesen Gegenden soll' bereits in die Tausend e gehen. Dabei wird gleichzeitig eine revolutionäre Strömung mächtig, die ihren Ausgangspunkt ober besser ihren Vorwaird in bem Kampfe gegen die Weinfälscher findet und sich beionders in der Champagne in gefährlicher Weise entwickelt. Man steht da vor einer sehr ernsten und tief einschneidenden natlonaten Frage, bie nicht mit ein paar Beschwichtigungsphrasen und Ber- trauenstagesordnungen des Parlaments gelöst werden kann, sondern energisches Eingreifen und wett ausschauende Reformen seitens der Regierung und des Parlaments erfordert.
(Ein Charakterbild Andrew Carnegies.
Die neue Millionenstiftung, die Andrew Carnegie dem deitt- schen Volke gemacht Hat, rückt die Gestalt dieses großzügigen Mensck-enfreundes für pns in ein helles Licht. Ta wird ein Cl-arakterbild besonders intcrejieren, das einer seiner Freunde aus intimer persönlicher Kenntnis heraus in einem englischen Blatt von dem Maune entwirft, der von seinem ungeheuren Reichtum bereits gegen 700 Millionen Mark fort gegeben hat. „Tas Erste, was man von Carnegie sagen muß, ist, daß er in keiner Weise dem gewöhnlichen Bilde eines gelangweilten, ewig unruhigen und um seine ReickMmer besorgten Millionärs gleicht. Nichts an ihm erzählt von dem „Geldmann". Die ungeheuren Reichitümer, die er besitzt, scheinen in seinen Gedanken gar feine Rolle zu spielen und haben ihm in nichts ihren Stempel aufgeprägt. Er trägt seine Millionen so leicht, wie eine Blume im Knopfloch. Trotzdem er ein Vermögen besitzt und verwaltet, das sich nur in einer achtstelligen Zahl ausdrücken läßt, ist er iung geblieben und fröhlich und unbesorgt. In einem ganz unwahrscheinlichen Maße Ifat er sich Herz und Naturell frisch erhalten, frei aon jener morosen Grauhett, die Alter und Reichtum so oft über das „Immergrün" nvnferer Gefühle decken. Wenn Carnegie in seinem großkarierten Sportkostüm mit kurzen Hosen aus seinem Schloß Slibo auszieht, bie ttnaelrute ober ben Golsstock in der Hand, dann bietet er das prächtigste Bild eines jung unb vergnügt gebliebenen Siebzigers. So ausgelassen und leickstfertig stapft er dahin wie ein Spatz, freut sich über ben schönen Blick in btt Ferne von seiner Terrasse aus und erzählt seinem Begleiter, was er alles gepflanzt und gebaut hat an bieserund an jener Stelle, >unü mie er noch verbessern und verschönern will überall, und er plaudert mit einer Begeisterung und einer Natürlichkeit, wie ein Junge am ersten ^aa der Ferien. Man findet oft, daß Amerikaner, die Großes geleistet haben, trotz all ihrer gewaltigem; Erfolge und reidten Lebenserfahrung im Grunde ihres Herzens reckst einfache, unkomplizierte Menschen geblieben sind. Einen solch einfachen Menschen möchte ich auch Carnegie nennen, nicht
nur in feinem Geschmack und seinen Vergnügimgen, sondern auch in der instinktiven Haltung, die er gegen Dinge und ebenso gegen Mensck-en einnimmt. Er kann einfach gar nicht anders, als von jebem unb allem das Beste zu hoffen und zu glauben. Seine Seele ist ihm nickst abgestumpft worben, Herz unb Gefühl würben ihm nickst verhärtet unb eingeengt in der Zeit, da er die Dollars
aufdringliche Frechheit 15—16jähriger Dirnen, wenn er das rohe und gemeine Wesen 17—18jähriaer Zuhälter sieht, sondern Mitleid erfaßt ihn mit diesen Jugendlichen, denen Hunger, Lebensnat und Daseinsjammer das Paradies, das goldene Märchenland der Kindheit geraubt, und in seinen Ohren klingt das düstere Lied des Dichters: „Mutter, unser Haus ist ein Totenhaus. Das Licht unb die Helle liegt hier begraben. Mutter, ich möchte die Sonne haben! Mutter, ich will hinaus! — Mutter, warum kommt die Sonne nicht? Mutter, ich sehn' mich nach Wärme und Licht. Hier ist es inster, ich fürchte mich; halt' meine Hand und schütze mich!" —
Ja, halt' meine Hand und schütze, erziehe mich! Allein viele Eltern, ob sie es wohl wollten und auch könnten — sie haben keine Zeit dazu. Man trifft ja heutzutage elten einen Menschen, her Zeit hat, ohne das immer tragisch zu nehmen; doch welch furchtbare Klage und Anklage liegt darin, wenn Vater und Mutter erklären müssen: Der Kampf ums Dasein läßt uns für die Erziehung unserer Kinder feine Zeit! Millionen von Frauen — Mütter! — sind g zwungen, durch Beschäftigung in Fabriken sich ihren Fam.lien zu entziehen; zwei-, dreimal soviel Millionen Kinder sind daher mehr oder weniger sich selbst überlassen. Wieviel verkümmerte, freudlose Jugend verbirgt sich hinter dieser Zahl; wieviel Veranlassung zur Verwahrlosung, zum Verbrechertum, die dann eben nur das Schlußgfted einer engver- schlungenen Kette sind, das letzte Wort eines Satzes, den das ganze Leben des Kindes niederschrieb. —
Nicht wollen, nicht können, keine Zeit: Diese Dreiheit zeigt aufs deutlichste, wie immer wieder mit nachhaltigem Ernst auf Mittel und Wege gesonnen werden muß, die Familie in den Stand zu setzen und zu befähigen, daß sie ihre hohe erziehliche Aufgabe erfüllen kann. Ist das wieder weit mehr als bisher erreicht, so wird damit die Fürsorgeerziehung nicht überflüsftg, aber doch aus einen bescheidenen Umfang zurückgedrängt werden._________________________
Vas schlechte Weinjahr und seine folgen.
0 Paris, 4. Januar.
lieber die Mißernte im allgemeinen unb über die unglückliche Weinlese im besonderen sinb in französischen Blattern sckwn wahre Tintensttöme vergossen roorbrn. Indessen ist es bisher noch Niemandem recht gelungen, die Folgen dieser ungeheurm Ausfälle scharf hervortreten zu lassen. Zunächst muß natürlich bie Hausse ber Weinpreise ins Auge gefaßt werben. Diese erklärt sich nicht nur aus der Dürftigkeit der Lese, sondern auch aus ben geringen Bestäub en der angesammelten Vorräte. Tie Preise von 30 unb 35 Francs für ben Hektoliter allergewöhn- lichstep Weins, die in ben Jahren des Mehltaus, der Reblaus unb anberer Krankheiten, 1852 bis 1856, 1887 bis 1890, gefordert worben waren, werden dieses Mal noch ganz bettächtlich Übertritten. Man muß dagegen halten, daß in der Periode 1904 bis 1909 ber Turchschnittspreis für biese Weine nur 5 bis 9 Francs für ben Hektoliter betragen hatte. Daraus kann man sich eine Vorstellung von den Rückwirkungen dieses Leseausfalles auf die kleinen Weinhäudler, Restaurateure usw. machen, denen es unmöglich ist, ihre Detailpreise in gleichem Verhältnisse zu erhöhen. Natürlich sind nunmehr mit einem Schlage die seit Jahren anwährenden Klagen des Südens über die Absatzlostg- feit seiner Reben-Erzeugnisse verstummt. Man erinnert sich wohl, daß diese südlichen Winzer wahre Revolutionen wegen dieser Unverläuflichkeit ihrer minderwertigen Weine organisiert hatten, die 1907 zu sehr bedenklichen Berwickluiigen, sogar Truppen- meutereien führten. Tenn der Süden ist bei der allgemeinen Verheerung durch den Mehltau im Jahre 1910 noch verljältnis- mäfjig gelinde davongekommen, da er eine allerdings schwache Mittelernte aufzuweisen hat. Er kann jetzt seine Weine, die er 1907 kaum zu 5 bis 7 Francs unterzubringen vermochte, leicht für 40 F-rancs unb barüber verkamen. Allerdings haben dafür bie südlichen Winzer viel Sorgen mit ihren Arbeitern, die sich
liche Empfinden für ben reizenden Schimmer unb die Schönheit ber Welt. Stets ist um ihn eine eigene Stimmung, ein besonderer Duft, wie er von Amerikas Jugend und Jugendkraft ausgelst. Carnegie ist Demokrat. Ich habe gesehen, wie er ui einer Gesellschaft,'die die höchsten Kreise des vereinigten Königreichs in den Mauern von Schloß Skibo versammelte, auf das Podium im Rauchzimmer hinauflief, als einer seiner Diener eine Anzahl prächtiger schottischer Tänze vorgeführt hatte, dem Manne entzückt die Hand scksttttelte unb ihn mit Komplimenten überhäufte. All das geschah ganz impulsiv, ohne daß man das Gefühl irgend einer Leutseligkeit ober Herablassung hatte, einfach rote ein Mann dem anderen seine Bewunderung ausspricht. Als ich einmal nachmittags mit Carnegie unb einigen hohen Herrsckstiften, bar- unter einem Grafen unb einem früheren Minister, spazieren ging, sprang er plötzlich von uns fort auf einen jungen Mann 3u, ber ihn grüßte. Es war der Sohn eines kleinen Pächters. Der Millionär plauberte wohl fünf Minuten angeregt mit dem Knaben, und als er wieder zu uns tarn, gab er uns einen ausführlickwn Bericht über bie Pächtersfamilie unb erging sich in einer glühenben Lobrede über bas Talent bes Jungen für Holzsckmitzerei. Man kann roirtlid) nicht einen Tag in Skibo verbringen, ohne das Gefühl, daß es nickst ber Millionär ist, ber hier Ansehen geniesst, sondern der Mensch selbst, mit seiner Zugänglichkeit, seiner Shmpathie und Menschenfreundlichkeit für alle bie, bie ihn umgeben und von ihm abhängig sind, mit seiner Liebenswürdigkeit, ben alle Leute um ihn her lieben. Es gibt eine Fülle von herrlichen Dingen in Skibo, ein Heer von Automobilen, ein wundervstles Schwimmbad, bie schönsten Fischereien, ein prächtiges Jagbrevier, eine» Golfplatz, eine Yacht, eine Orgel, bie ein musikalisches Wunber- ivcrt ist usw. — aber das Beste ist bod> ber kleine, weißlmarige, blauäugige Mann mit dem rosigen Gesicht unb bem kraftvollen Kinn, so berühmt unb boch so einfach, so reich unb babei ganz frei von jeber Eitelkeit, so gewaltige Unternehmungen leitend unb babei boch stets bereit, sich für alles zu interessieren, was den anderen angebt."
Zamilienerziehung und Msorgeerziehmig.
Der „Korrcsp. des deutschen Lehrervereins" entnehmen Wir folgende Betrachtungen:
Die naturgemäße Erziehung des Heranwachsenden Geschlechts geschieht in der Familie. Sie, die „Urzelle aller menschlichen Gemeinschaft", ist ein Gotteswerk, das nicht nachgemacht werden kanr^ In dem Verhältnis zu seinen Eltern geht dem Kindc vle Sonne auf, die dxr jungen Menschenpslanze Wachstum und Gedeihen spendet. „Tas Vaterhaus", sagt Pestalozzi, „ist der Urgrund aller wahren Naturbildung der Menschheit." In der Familie muß das Herdfeuer der Erziehung gehütet werden, damit es von hier aus Schule und Nation erleuchte und erwärme. Nur erglänzend, helfend, stellvertretend darf neben der Familienerziehung die öffentliche, die Fürsorgeerziehung eingrftfen Warum ist sie überhaupt erforderlich? Weil „aufs erste etliche Eltern nicht so fromm und so redlich sind, daß sie es täten, ob sie es gleich könnten; aufs andere, so ist chn großer Haufen der Eltern leider ungeschickt dazu und nicht wissen, wie man Kinder ziehen und lehren soll; aujs dritte obgleich die Eltern geschickt wären und wollten's gern selbst tun, so haben sie vor anderen Geschäften und Haushalten weder Zeit noch Raum dazu." Alte Lutherworte, denen die Gegenwart ihren besonderen Stempel aufdrückt! •
Sie wollen nicht. Da künden uns die Berichte der Erziehungsvereine, daß wohl jede elterliche Sünde, jede Art elterlicher Pflichtverletzung vertreten ist; von der rohen Gleichgültigkeit gegen das Wohl des Kindes bis zum schauerlichsten Verbrechen; von gewissenloser Liederlichkeit bis zur teuflischen Quälerei. Bald ist es Haß (besonders gegen voreheliche oder mit aeistigen oder körperlichen Fehlern behaftete Kinder), bald zügellose Brunstgier, die sich an der Jugend vergreifen; bald erzeugen Stumpfheit, Trägheit, Trunksucht, Sittenlosigkeit eine A mosphäre des Hauses, die jede edle Entfaltung der kindlichen Seele hindert, alle Blütenknospen welken und sterben läßt. So manche Gerichtsverhandlung zieht die Decke fort, und ein arelles Blitzlicht fällt in eine aufgewühlte Gruft von Grausamkeit, Unmenschlichkeit und Gemeinheit. Und heißes Erbarmen ste gl in uns auf mit den kleinen Märtyrern, und wir hegen nur den einen Wunsch: Heraus mit solchen unglücklichen Kindern aus ihrer Umgebung und hinein in gesunde und gesund- machende Verhältnisse.
Andere Eltern können ihre Kinder nicht erziehen.
Atts Hessen.
Der sozialdemokratische Abg. Raab hat zum Hauptvoranschlage für 1911 in der Zweiten Kammer folgende Anträge gestellt:
Ich beantrage: Von dem der Regierung zur Versü- mtirg stehenden Fonds für öffentliche und g.'m.i inützige Zwecke ist seitens der Regierung jährlich die Summe von 5000 Mark zur Förderung der Volksbibliotheken zu verwenden.
Ich beantrage den Betrag von 5000 Mark in Ans gäbe mehr einzustellen, zum Zwecke der Gewährung des Wohnung s a e ld z u s ch u s s e s an die Beamten der ehemaligen Main-Neckar-Eisenbahn, w e er den Staatsbeamten nach dem Gesetz vom 10. März 1907 zusteht.
Dichtungen nicht auf ber Höhe ber Zeit stehen unb ba& sie in vielen Fällen eine grüübliche Reorganisation benötigen.. Von dieser idjarfen Kritik wirb allein bie Colmnbia-Univertttät ausgenommen, ber im Gegenteil nachgesagt wirb, baß sie vor-> züglich organisiert sei unb baß bie Geichäftsgebahrung nichts zu,' wünschen lasse. In ben meisten ameriL'anüdten Universitäten' wirb die Leitung durch ein Professoren-Komitee gebildet, ein., System, gegen bas sich ber Bericht entschieben aus>pricht. Tl^ Einstellung ber Professoren auf Lebenszeit wird geradezu als ein liebel hingestettt. Die wissenschaftlichen Forschungen ber Professoren beeinträchtigen bem Bericht zufolge ihren! B e r u f a l s L e h r e r, da sie ftch ben ersteren zu. ausgiebig widmen^ Der Verfasser des Berichtes weist auf einen ihm bekannten Fall hin, wo sich ein Universitätsprofefsor zwei Jahre lang tüiijnv- sckraftlichen Spezialforschungen hingab, bie beträchtliche Kosten für bie Universität verursachten, unb nach Ablauf biefer Zeit stelltet es sich beraud, baß bie gemachten Forschungen vollkommen teerte los waren. Ter Verfasser schlägt bemzufolge vor, baß unbebingt ein Ausschuß ins Leben gerufen werben müßte, ber mit ben Aufgabe betraut sein müßte, Einsicht in ben Fortgang ber For- sckpingen ber Professoren zu nehmen, bamit Verschwendung an' Zeit unb Gelb, wie oben erwähnt, vorgebeugt werben könnte^ Währenb z. B. an ber Harvarb-Universität eine jährliche Ausgabo von 1400 Pfunb Sterling für wissenschaftliche Forschungen vorgesehen sei, werde dieser Bettag in ganz verhältnismäßiger Weis« Überschritten, da jährlich melyr als 5000 Pfund Sterling aus- gegeben würden. Auch über bie Unpünktlichkeit ber Universitätsprof essoren wirb in bewegten Worten Klage geführt. Sv z. B. wird ein Fall aus der sonst als tadellos hingestellten Columbia-Universität erwähnt, wo die Studenten eines Kursus in einem Hörsaal nach Beginn ber für ben Vortrag des Professors festgesetzten Zeit sich darüber unterhielten, ob sie 5 oder 15 Minuten auf ben säumigen Professor warten sollten. Als ber Herr Professor auch na du Ablauf her Viertelstunde nichts erschien, beschlossen die Studenten, nicht länger zu warten unl> verließen den Hörsaal.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Der älteste ber Greifswalder Juristeufakultät, Professor für Kirchenreckst, Straftecht und Strafprozeß, Geh. Justizral Dr. jur. et tljcol. Emst 'Sterling, Mitglied des Herrenhauses, begeht am 7. Januar seinen 70. Geburtstag. Er ist in Zittau geboren. Seit Mick)aeliS 1901 ist er wegen eines Augenleidens von bet?" Verpflichtung zu Vorlesungen entbunden.
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Nr. 5 Erster Blatt W. Jahrgang Freitag, 6. Januar M
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Annahme' von Anzeigen und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinöruderei R. Lange. Redaktion, Expedition vnd Druckerei: Zchulstratze 7. Land": C.He'h ^'ür den
bis von,tttV's'üE' Expedition für Büdingen: Bahnhosftrahe 16a. - Telephon Nr. 50.______________________ Anzementeck: H Beck.
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