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4.2.1911 Erstes Blatt
 
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161. Jahrgang

Erstes Blatt

Ht. 30

nach religiöser heutigen Zeit seine Vorzüge, umsomehr, da. ihm dema Materialismus I gogische Agitation und Verhetzung auch auf dresem Gebiet hing begriffen, offenbar zuwider ist. Ter nahonallrberalcn harter und

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easschrfsc im dortigen. ^sse'nschaft, der zwar noch nicht im politischen Kampfe ,ehen gewesen smd. ^wnden hat, der aber, wie seine gestrige Rede zeigte, iihprmnha der deut- u. > , . , ' ..... -rin Ciprz-ptt frönt

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lust. Zu allen gröberen Geschäften werden Muste-ausstcllungcn veranstaltet, die die Leistungsfähigkeit der britischen Industrie

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Verhältnisse mir ungenau unterrichtet ist. «onst wurde das päpstliche Schreiben sich doch nicht so unbesorgt aus dieses schwere und gefährliche Gebiet begeben haben. Ge- ährlich deshalb, weil unsere heutige politische Lage solche Belastungsproben nicht mehr verträgt und weil die kirchen- einbliche Stimmung im Volke dadurch vermehrt und g<> teigert wird. Und an die Masse des Volkes muß sich doch owohl die staatliche Regierung wie die kirchliche Ober­leitung halten. Unsere Zeit verlangt -r- Vertiefung, und die Periode eines flachen / ist eher im Schwinden als in der Ausbreitung begriffen. Eine Kulturkampfstimmung aber dient dieser Entwickelung schlecht. Dabei spinnen fanatische Eiferer die Wolle und der religiös wirklich Bedürftige wendet sich voll Unmut und Zweifel ab. Diese Ueberzeugung scheint bei uns auch in vielen katholisch-theologischen Kreisen zu herrschen. Professoren von Münster haben an ihren Oberhirten ge meinsam ein Schreiben gerichtet, das sich zwar nicht deut­lich gegen denModernisteneid" richtet, aber doch die ganze Qual verrät, in der die katholischen Gelehrten ob des neuen Vorgehens seufzen müssen. Die folgen, der jüngsten Kulturkämpfe in Frankreich und Spanien scheinen im Vatikan weniger gründlich studiert worden zu sein, als die großen Zeiten der päpstlichen .Hierarchie im Mittel-

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Samstag, 4- Zebruar 1911

BezugSvrei 6: monatlid)751'i^DicrteI- jäbrltdi Äk. 2.20; durch lbbole- il Zweigstellen monatlich 65 Pi.: durch

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In die deutschen Parteiverhältnisse ist durch den auch m der deutschen Presse veröffentlichten Brief des Papstes .in Kardinal Fischer neuer Konfliktstoff gekommen, T-ie Mahnung des Papstes galt diesmal bekanntlich den an den staatlichen Hochschulen angestellten katholischen Theologen. Es ist bekannt, wie schwierig gerade auf diesem Gebiete die friedliche Regelung der staatlichen und kirchlichen An­sprüche gewesen ist, auf wie große Bedenken die kirchlichen Voraussetzungen im Unterrichts- und Forschungsleben an unseren Universitäten immer gestoßen sind. Run kam die Forderung des sogenannten Modernisteneides, und die staat­lichen Autoritäten sahen sich genötigt, neue Befürchtungen zu zerstreuen. Man kann sich dem Eindruck nicht ver­schließen, daß die päpstliche Politik über unsere deutschen

Fraktion würde ein solcher Mann, der dem Mittelstand., offenbar ein großes Interesse widmck, zweifellos emc t'.ich- tiqe Arbeitskraft, vielleicht ein Mitführer werden.

Pfarrer Korell ist dem Wahlkreise von früher her bc- kannt, und wir haben uns oft gegen manche seiner An- schauungen wenden müssen. Seiner ehrlichen Uebcrzeugung und seiner im Grunde vornehmen Persönlichkeit, Die er in gleicher Weise wie der nationalliberale Kandidat besitzt, bringen auch wir Achtung und Sympathie entgegen. Wir hoffen auch den Kandidaten der wirtschaftlichen Vereinigung, Derrn Dr. Werner, als eine innerlich gleich hochstehende Persönlichkeit und einen ebenso sachlichen Kämpfer kennen zu lernen. Er ist bis jetzt in Gicyen selbst noch nicht ausgetreten, hat dagegen auf dem Ede schon gesprochen. Wir werden demnächst wohl auch sein Programm ausführlich mitteilen können. Da wir mit zwei Wahlen zu rechnen haben, ist die bisher geübte Sach lichkeit im Wahlkampf doppelt freudig zu begingen.

die Post Mk.2. viertel- jährt, ausfcht. Beilellg. Zeilenvrcis: lokal 15P'., ausivärtS 20 P'ennig. Ehekredakle»ir:A Goetz. Pcrco»livorllich kür den politddjcn Teil: August Goetz; kür .Femlle- touF.Dei.nilcMes- und .GenchisiciabftK.Ncu- ratb; kür .Stadt und Land-: E.Hcn.iür den Anjeigenteil: H. Beck.

tbb. ab 1905 itf>. ab 1906

Der Reichstagswahlkampf in Gießen hat begonnen. Am Mittwoch hat der Erlesene der fortschrittlichen Volkspartei, Pfarrer Korell, am gestrigen Freitag Professor Gile- v i u s, der Kandidat der nationalliberalen Partei, ge­sprochen. Beide Versammlungen waren überaus stark be­sucht und haben das ungewöhnliche Interesse der Wahl- berechtigteu gezeigt. Man kann die beiden Kandidaten nicht gut zwei feindliche Brüder nennen, denn ihre Wesensart ist zu verschieden. Hier, unter der Fahne der Fortschritts­partei, ein Mann, den, nach seinen eigenen Worten, religio,c Ucberzeugungen in die radikale Linke getrieben haben, ein Priester, der die Wirkung des gesprochenen Wortes aus die Massen kennt und der im politischen Kampfe das Schwert zu führen gelernt hat. .Herr Korell hat in seiner ersten Kaudidatenrede überraschend maßvoll gesprochen. Die Fort­schrittspartei scheint ihn auf ihren Schild erhoben zu haben nicht nur, weil er eine kampferprobte Persönlichkeit ist, sondern weil er in seinen zollpolitischen Anschauungen den ländlichen Kreisen näher steht, die in dem verstorbenen Abgeordneten Köhler den Bauernpvlitiker verehrten.

Dort -iuf der aubtteu li^ '.len Seite, etn Mann der

Auch in dem an anderer Stelle heute wiedergegebenen Irief derGermania", aus Jap datiert, wird bestätigt, mb die neuerdings mit größerem Eifer betriebenen Wege­ff Im Uten' die schon lange unzufriedenen und sremdensernd- I liehen Eingeborenen zur Mordlust aufgeftachelt haben. Waren I foefe neuen Kulturarbeiten dem Kolonialamt betarMt, so hätte unbedingt dafür gesorgt werden müssen, daß die I Außenwelt vom Stande und Fortschritt ^er Arbeiten öfter B unterrichtet wurde. Man durfte deii Lchisfsverkehr nrit ivnapc nicht auf den seltenen Besuch durch das PostschM tGermania" beschränken. Es wäre außerdem wohl auch angängig gewesen, die Wcgebauer zeitweise durch Landung j einer weiteren Besatzung zu unterstützen. Wenn der Brief- : »strecher derGermania" zuverlässig ist, so hat es sich auch ' M gerächt, daß unsere deutschen Kriegsschiffe rm dortigen, Aselgebiet so gut wie niemals zu »v"'''-" j;;;;

' Sonst hätten die Ponapesen nicht so übermütig der deut- j jen Schwäche gespottet. Ter Nachfolger Dernburgs hat

I alle Ursache, auch den deutschen Südicemseln einmal liebe- holle Aufmerksamkeit zu widmen., Dernburg schemt sie bei I i seinem überwiegenden Interesse für die afrikanischen Kvlo- uzen etwas stiefmütterlich behandelt zu haben.

Es hat sich gezeigt, daß die neugeborenen Kinder von normaler Konstitution insbesondere int Unterarm und in den Händen eine geradezu verblüffende Muskelkraft besitzen. Säuglinge, bi man wenige Stunden nach ihrer Geburt an einen Stab hängte, tonnten ihr eigenes Gewicht durchschnittlich zehn Stunden lang haltcu, ehe sie sich fallen ließen, ja bei kräftigeren Kindern dauerte es viel länger, als sie ihren Halt aufgaben. Von hundert Kindern, mit denen Versuchs in der ersten Stunde nach ihrer Geburt veranstaltet wurden, haben 98 sich zehn Sekunden lang festhalten und itr eigenes Gewicht tragen können, 19 von 100 dehnten die Kraft­probe sogar bis zu einer halben Minute aus, und 4 von 1OO selbst bis zu einer Minute. Im Verlause von vier Tagen hat die Kraft her Säuglinge erstaunlich'- Fortschritte gemacht: am vierten Tage können von 100 Kindern 93 e ne halbe Minute lang an der Stange itamntern. Ihren Höhepunkt erreicht die Muc-tettraft der Säug linge am 15. Tage. Ter größte Teil der kleinen Menschenkinder konnte sich dann nicht weniger als anderthalb Minuten lang an der Stange schwebend halten, und ein winziger .Herkules übertraf alle, indem er 2 Minuten und 38 Sefmitten lang sein eigenes Gewicht hielt. Tann ließ er, so berichtet der Eclair, mit der rechten Hand los, hielt sich aber noch 15 Sekunden lang mit der Linken, ehe er sich auf das bereit gehaltene Tuck) hinabgleiten ließ- , , ,

.,T as Leutnantsliebchen", eine Lpcrette, erzielte bei ihrer Uraufführung im Kölner Metropoltheater einen sehr starken Erfolg. Ter Verfasser des Textes ist der stomiker nnb Regisseur der Bühne, Josef Wiener, der Komponist Benno Sternberg, ein angesehener Kölner Tonkünuler, der sich bisher nur mit der ernstesten Musik befaßte. Tas Libretto ist sehr geschickt gemocht, arbeitet mit einer Fülle von Verwechs­lungen und Verwicklungen und fesselt bis zum Schluß des letzten Aktes, der keineswegs, wie üblich, rUr die Handlung unwAenGrn ist. Ter Held, ein Leutnant der franrömchen Fliegerdiva'ion, verliert seine Braut, eine reiche Baronesse, da sein verlassenes Liebchen sich an ihm rächt, nachdem es sich als unechte Baronin in der vornehmen Gesellschaft einzuschmuggeln gewußt bat, die weil die echte, die junge, leichtsinnige Frau eines alten '.Ofannes, die Rolle der Retoucheuse spielt. Aber das Leutnantsliebchen ist es denn auch, das das Paar wieder zusammenbri: t Tie : Musik Sternbergs ist äußerst flüssig und rnclod' nn. -nchäl- namentlich eine Fülle von Walzern, unter denen auch ein Aero- plan-Tstictt nicht fehlt.

ICitnfi, Winciiicbaft und Leben.

Shakespeare im Tingeltangel. In Eng­land trägt mau sich mit der Absicht, einzelne Auftritte aus Shalespeares Meisterdramen unter die Rummern der Sinas Pie Ibäuser aufzunehmen. Zu diesem Gedanken nehmen die britischen Mriliicr sehr verschiedenartiae Stellung. Wäh­rend die einen über Entweihung und Verletzung heiliger ^ationalgütcr zetern, begrüßen es andere, ernsthafte Schrift­steller als eine günstige Gelegenheit, um auf diese Weise wenigstens einen Abglanz des Shalespeareschen Genies den breitesten Massen des Volkes leuchten zu lassen. Wenn die fterschiebenenRummern" mit Geschmack ausgewählt urw in guter Darstellung vorgeführt werden, dann werden die Kielen, die nie das Theater, aber wohl das Tingeltangel besuchen, und nicht viel mehr als Shakespeares Namen wissen, eine Ahnung von seiner Dichtergröße erhalten.

Tienationale E i nka u f s w o ch e". Tie vor aUTgem geschilderten Leiden und Nöte der all-britischen Frau, die in London ausz.ig, nut britische Waran zu kaufen, und schließlich nach mübemüleT Wanderung mit einem Pfund sudfranzösischer Mo­naten l?.imtehrte, sind nicht ohne Echo geblieben. Tie Liga der -englischen Fabrikanten hat das Tl-cina aufgegrinen, an den Patrio­tismus aller Briten avvelliert und mit klugem Geschick eine '-oc* toegnng ins Leben gerufen, die schnell Fuß gefaßt zu haben scheint und sich immer weiter ausbreitet. Nun bat sich düse von den Interessenten klug geleitete Strömung zu einem Plane verdicht^, ter von dem patriotisck>en Pichlikum als eine willkommene Ab- vechslunq mit Begeisterung bewillkommnet wird und manchen anbcrcit Industiieläitdern zu lernen geben kann. Vom 27. März an soll in ganz London eine großeall-britische Einkamswoche" stattfinden, bei der das Publikum nur englische Ware kaufen ilind die Ladeninhaber nur englische Ware empfehlen sollen. Tie nötigen Mittel zur Turcküübrung^ des Planes strömten sofort hinzu und mit ihnen die Zustimmung der meisten großen Waren- bauSinbaber und Ladenbesitzer, die bereitwillig die von der natio­nalistischen Presse geleistete Reklame ausmünzen wollen, wirken doch derartige Veianstaltungen stets stimulierend auf die Neugier des Publilums und damit indirekt oder direkt aud; auf die Kauf-

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sS General-Anzeiger für Gberyefien

iw^meeMn®an& RofationsbruduitbVerlag dervttchllchen Univ.-Vach- and Stcinöruderci B. Lange. Bcbaftion, Lxpebition and Druckerei: Schulstrahc 7.

«Bübingen: 5-rniprecher Br. 50 6efd|äftsftcUe B-hnhoiftratze 16a.

bem Käufer veranschaulichen, in den Schaufenstern .ollen wahrend dieser all-britischen Wockie nur englstche Erzeugniue ausgestellt 1 werden, und während der acht Tage und tremdlanduche Waren s nur auf besonderes Verlangen zu verabfolgen und ledemalls m beit Hintergrund zu drängen, ^/tese Idee, die w gcfchtckt die Instinkte der Käufermasse und deren Verlangen nach besonderen ; Gelegenheiten in Rechmung setzt, hat uberalldas^lebhasteite Echo gefunden, und wie klug der Plan der engluchen Fabrikanten auf- gebaut ist, mag man daraus erleben, daß aus einer Reihe anderer englischer Großstädte, aus Manchester, Liverpool und Leteester, sofort Anregungen eingmgen, die aut dte Einrichtung emer all- britischen Einkaufswoche in ganz Eni land abzielten. -leHandelS' lamm er n haben die Förderung die.er Beitrebungen.ubernomm^ gr[[c Qäben und Geschäfte, die an bieiem patnotiicken und nicht weniger geschäftlich aussichtsreichen Unternehme teilnehmen, toer- dcm ^von der Liga englischer Fabrikanten ein Abzeichen ersten, das in den Schaufenstern aus gelangt wird, um ^:n britischen Käufern zu zeigen, welche stamleute in .lener Woche nurall- britische Waren" aus stellen und wo der Kauser Ausucht hat, durch sein Geld die heimische Industrie zu fördern.Tas wird rur das Publikum eine unschätzbare Lehre |ein über all das, wa^ das Vaterland zu leisten vermag."

VomGrasenHaeseler. Während eines Promenadew- konzerts auf der Esplanade in Metz, fo wird erzählt, lieht sich ein junger Offizier, der .'ich mit stchrbarem^ Wohlbehagen in den Reiben äus- und abbewegt und die Metzer schonen muttert, vlotz- lidi von Exzellenz Gottlieb angeredet und mit dem AuNrage be­dacht ^Bn'es in die Nähe eines Gehöfts etwa drei ^tun- d<m von Metz, zu bringen, wo angeblich em LniZier den Brie, verdamm.- Geschichte! Ter L-utn-M geht zu dem Feldwckel leiner^Kompagnie, stellt chm den Fall vor und meint, einMann der Kompagnie" könne den AuNrag jur ihn besorgen Ta ihn der Feldwebel aber daran erinnert, bau Erzellenz Haeseler unberechenbar sei, entschließt er uch am Ende . doch, den Gang selbst zu tun. Nach dreiitündigem Manche gelangt er an den Ort der Bestimmung und Tinbet aus ihn wartend bett Grasen Haeseler! hoch Zu Pferde.

Tie Kraft der Neugeborenen. Eine Reihe außer» ordentlich interessanter Experimente über die Muskelkraft neu­geborener Säuglinge ist von Paruer Aerzten antenmmmen^ worden und das Ergebnis bietcr Vertuche, die erstaunliche Fetntellungm gebracht haben, wird jetzt in einer Monographie veroixautlicht.

eine ehrliche Begeisterung für seine Sache im Herzen tragt: ein Mann von ebenso achtenswerter und redlicher Ueber- reuauna wie der andere. Steckt der Kandidat der Fort- Ichr'ittspartei mit allen seinen Wurzeln im Tageskampfe, tu der leidenschaftlichen Verfolgung der Kämpferziele aus dem verflossenen Rcüchsfinanzstrcit, so hat der neu auf den Schauplatz tretende Politiker in einem größeren Rahmen die Struktur und die Fortschritte unseres deutschen Rei­ches studiert, um darauf nicht minder beredsam und überzeuqunosvoll vorzutragen, was uns für die Zukunft not tue. Beide Redner gingen davon aus, daß man an­erkennen müsse, was der Staat geleistet habe: Professor Gisevius schuf dabei eine Grundlage, von der aus er zu einem größeren Optimismus gelangte .Herr-Korell, der an dem Aschenhausen der abgelehntcn Erbschaftvsteuer g.- lobt hat,mit furchtbarem Eidschwui^', das; feines nächsten Schusses erstes Ziel das Herz des schwarz-blauen Blockes sein solle. Herr Gisevius- aber vertritt auch nachdem die Verhandlungen zu einem^Zusammenschluß gescheitert sind mit Temperament und Schwung das Programm, der

Einigung und Sammlung. Er ist ein Mann ohne Vor eingcnommenheit und Vorurteil. Seine wirtschaii.-vo.i l scheu Ausblicke zeigten, daß er sich nicht nur oberflächlich und phrasenmäßig die Ucberzeugung von einer enmni unq aller bürgerlichen Politiker zu eigen gemacht hat unter stützt wird sein Bemühen durch gediegene voll'wirtschaft­liche Kenntiiisse. Wenn er ein besonderer Kenner der land- wirtschaftlichen Verhältnisse ist, so hat das gerade in der

Die Reise der deutschen Kronprinzen.

Der deutsche Kronprinz hat in Indien noch einmal bic Freude gehabt, bei feierlichem Einzug außergewöhn­liche Ehrungen und Begrüßungen zu ersahrem Ta? amt liehe Wolffsche Bureau ergeht sich in folgenden ^childe- r^Kmlkutta, 3. Febr. Ter deutsche Kronprinz ist heute nachmittag um 4 Uhr aus der Station S? a u r a eimic troffen. Auf bem mit deutschen und englischen flaggen geschmückten Bahnhof fand festlicher Empfang statt, zu bem sich der Vizekönig mit feinem gesamten istabe, der Gouverneur von Bengalen, der Magistrat von Haura, die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden, sowie der deutsche Generalkonsul in Kalkutta, Prinz Heinrich XXXI. von Reust, eingefunden hatten. Unter Salutschüssen schrill der Kron­prinz in der Unfform der Pasewalker Kürassiere die von englischer Infanterie und Eingeborenen-Freiwilligen ge­stellte Ehrenkompagnie ab und fuhr dann, zur Rechten des Vizekönigs sitzend, zum Palais. Die nach Tausenden zah lende Menge, die die Einzugsstraße besetzt hielt, begrüßte den Kronprinzen mit lebhaften Hurrarufen. Vor dem Palais standen ebenfalls Ehrentruppen. Auf der Freitreppe waren zahlreiche Geladene, darunter die Mitglieder des gesetzgebenden Rates, die diplomatischen Vertreter fremder Nationen, zahlreiche Eingeborenensürsten in ihren prunH vollen Festgewändern, ljowie £ fixiere und Beamte in grvi,cm Gala versammelt. Für die Mitglieder der deutschen Kolonie war ein besonderer Raum freigehalten. Der Kronprinz, bei dessen Ankunft die MusikHeil dir im Siegertranz" spielte, nahm die Vorstellung zalflreicher Anwesenden ent gegen. Als er die Freitreppe hinaufschritt, brache die deuffche Kolonie ein dreisaches Hurra aus, wofür der Kron« prinz erfreut dankte. (Sin kleines deutsches Mädchen über­reichte einen Blumenstrauß. Nachdem der Vizekönig die . Damen des Hauses vorgestellt hatte, empfing der Kro:' prinz im Festsaal den Magistrat von Kalkutta, der eine ; kunstvoll ausgearbeitete Begrüßungsadresse überreich'-/. : Heute abend findet ein Festbankett statt.

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ifiation Häujerhof c.; l Uhr.

Die heutige Nummer umfafct 16 Seiten.__

politische Wochenschau.

Gießen, 4. Febr.

Die aus dem Auffkandsgebiet in der Südsee gekom- uenen Nachrichten zeigan, daß das dortige deutsche Schutz- .e'diet bis heute noch gar stiefmütterlich behandelt worden ,'t Am is. Oktober geschah die Ermordung des Bezrrks- umtmannos Böder und seiner Getreuen, und bis Ende lh»aemher mußten die wenigen Weißen der Insel Ponape -i den größten Nöten verharren, da erst dann dieGer- -iania" erwartet werden konnte, das einzige Schiff, das jonapc regelmäßig anläuft. Und wieder verging dann (Ute Wottfe', bis der Postdampfer aud Neuguinea die erste Süe gebrackit hatte. Die Eingeschlossenen in Ponape blreben m tum 10. Januar auf die zweifechaste Unterstützung iaLb Großmut schwarzer Stämme angewiesen xieic Zu- Unbc bebiirfen zweifellos einer grünblichen Befterung. Es ä iq bekannt, daß das Leben der Kolonisten auf den Sudsee- nseln nickft gerade mühelos und sorgenfrei ist, btnui die -riaeborenen Insulaner sinb wenig von Kultur beleckt, zum 7»st sogar noch Menschenfresser. Dazu kommt, wie wir .ris bent Bericht bes beutschen Befehlshabers bei ber Er- itjrmun(3 bes Lagers ber Dschokabschleute vernahmen, hinzu, taft bas'Laub unwegsam unb zerklüftet ist, daß seine zahl- ^ichen Höhlen ben Aufftänbischen Unterschlupf gewahrten, io c> bic vereinigten Lanbungstruppen ber SckfiffeEm- ich",Nürnberg", Kormoran" unbPlanet" nur Mit schwerer Mühe unb mit Verlust die 2.50 Aufständischen aus- mnandertreiben konnten.