w. Zahrgcmg
Drittes Blatt
M. 55
Erscheint tögrich mit Ausnahme de» Sonntag«,
15 Minuten.
in
Der mnifflrefaf.
(Achter Tag.)
Die ,,-keßener ZamMendlStter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, da- '.Lreisblott fflr den Kreis Hießen" zweimal wöchentlich. Die „canöwirlfchaftttche« Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftrahe 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 112. Tel.-Adr^AnzelgerGieben.
trag aus Errichtung eines Fuhrparkcs Nicht vor. Es ist nur in der Baudevutation angeregt worden, sich über die etwaigen Vorteile einer solchen Ernnchtung zu unterrichten. Der Baudeputatwn soll auch diese Eingabe überwiesen werden. ..... .
Von dem Ehrenbürger Gcheiwerat Tr. Gaff kN ist ein Dankschreiben für die Uebersendung des Verwaltungsberichts rur 1909 eingegangen, in der er seine Freude über die vortreffliche Entwickelung der Stadt Ausdruck gibt.
Baugesuche und dergl.
Heinrich Horn will an seinem Neubau in der Bleichstraße einen Erker anbringen. Man ist damit unter der Bedingung einverstanden, daß der Erker nicht mehr als 40 Zentimeter Ausladung erhält. t• c-
Auch das Gesuch des K. D. H e n r i ch , bie Ernsrledigung seiner Grundstücke Rodheimer Straße öl und 53 anstatt mit Etscn- mit Holzgittern auszusühren, wird befürwortet.
Städtische arbeiten und Lieferungen.
Mr die Verlegung des Brausebades im Schulhaus an der West-Anlage wurden früher schon 3800 Marr roilligt Es soll nun auf Wunsch des Schularztes manches an der Anlage anders und auch mehr Brausen eingerichtet werden. Die erforderlichen Mehrkosten von 800 Mark werden bewilligt.
Srettag, 3. März 19fl
Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen UnwctfitätS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
etwas mehr an!
Abg. tVrljr. v. Richthosen (Kons.):
Auch wir schätzen die Turnerei hoch. Durch sie hrirb d i e volkstümliche Gesinnung gefordert. Die Resolution der Volkspartei aber geht zu wett. Der Kriegsminister hat ja idion die Gründe dargelegt. Tüchtige Leute werden sich schon von selbst durchsetzen. Freilich bat sie sich auch einmal politisch betätigt. DaS war freilich nickt recht. Auch beim Militär wollen wir keine Privilegien haben.
Abg. Dr. Müller-Meiningen (Vv.):
Gerade auf diese Seither politischen Betätigung ist die Turnerschast stolz, und uns i't sie deswegen besonders wert. Sic bat wesentlich den Einbettsgcdanten gefördert. Die Rechte will feine Privilegien haben? Das wollen wir uns merken! Um alle Bedenken zu beheben, wollen wir unsere Spezialsordc- rungen: „Kürzere Dienstzeit, Begünstigung im Avancement" streichen.
Abg. Schopflin (Soz.)r
Ich habe den Verdackt. daß die Volkspartei mit ihrer Resolution nur ihre Vis'tenkarte bei der Turnerschaft abgeben wollte. .C-err Cuno sprach ja, als ob er auf dem Festkommerse eines Turnvereins wäre Wir wollen keine Vergünstigung für die Turner. Tie freien Turnvereine haben sich nicht der Unterstützung zu erfreuen wie die deutsche Turnerschaft.
Verkauf von Grundstücken.
Der Besitzer des Hauses Asterweg 44 hat der Stadt früher 12 Meter Gelände zur Anlage eines Brunnens vertäust. Tu Der Brunnen icnt entfernt ist und der Matz nicht schön aussieht, wünscht der Besitzer des Hauses den Plan zurückzukaufen. Man ist damit einverstanden, daß er das Gelände zum Ankaufspreis (52 Mark) wieder bekommt.
Der Berkaus von 1475 Luadratmtr. AktienLrauereigelände zum Preise von 16 Mark für den Meter an Herrn Ikausbach wird genehmigt. _ _ , . .
Tie S tr aßetlb öschung 100 Quadratmeter- m der Schützenstraße, nächst der Rodheimer Straße, wird an bie beiden Käufer der dortigen Bauplätze zum Preise von 10 Mark für den Quadratmeter verkauft.
Stadto. Petri macht dabei darauf aunnerlfam, daß bei Hochwasser das vor bei Lahnbrücke au dem Sletnlagcrplatz angebrachte Geländer nicht groß genug ist, um Unglucksfällc zu verhüten. Es müsse wenigstens 3 Bieter langer sein.
Ter Vorsitzende sagt Abhilfe zu.
Ecke der Frankfurter- und Klinikstraße will Herr Maternus ui besseren Ausnutzung seiner Baupläne Gelände mit der Stadt lauschen. Ta die Stadt 110,92 Lluadratmtr. mehr Gelände ab gibt,.
Deutscher Reichstag.
139. Sitzung, Donn erStag den 2. März. Qm Tische des BundeSratS: Frhr. v. Heeringen.
Vizepräsident Dr. Spahn eröffnet die Sitzung um 1 Uhr
fordert weitere Lohnerhöhung für die Arbeiterschaft in den Straßburger Werkstätten. Straßburg sei eine der teuersten Städte. Der Redn erhält dem Zentrum vor, daß eine Eingabe der cknst. lich-nationalen Staats- und Gemeiudearbeiter ui der Budget- kommission durchweg von den Sozialdemokraten, nicht aber vom Zentrum vertreten worden fei.
Ter Redner bespricht weiter die Verhältnisse der weiblichen Arbeiterschaft und verlangt u. a„ daß die Arbeiterinnen nicht in den Privatwobnungen ihrer Vorgesetzten beschäftigt werden dürfen und demgemäß die älteren Vorarbeiterinnen nicht durch jüngere ersetzt werden. Tann erwidert der Redner auf die gestrige Erklärung de« Kriegsministers zu der von Boehlc vor einem Jahre erhobenen Beschwerde über die Begründung einer (strafgruppe :“ den Straßburger Werkstätten. Er hält seine vorjährige Beschwerde aufrecht. Ter Kriegsminister meine c§ sicher sehr gut. er werde aber von den unteren Verwaltungsbeamten über die Erfolge
Ich besitze den Mut, Sie zu bitten, der Resolution nicht zuzu- flinii'icn. Wir untersckäbcn die Bedeutung des TumwcsenS für das icecr fieber nickt Unsere neuesten Turnvorscknsten lausen daraus hinaus, deii Turnunterrickt auszugestatten und auf möglichst zwanglose Grundlage zu stellen, damit daö Turnen den Soldaten Freude macht. Aber man darf doch in der Bewertung des Turnens nicht zu weit gehen. Jnsbcmndere können wir eine
Verkürzung der Dienstzeit^
wie sie der fortschrittliche Antrag verlangt, nicht gewähren, selbst wenn der betreffende Soldat eine noch so große körperliche Leistungsfähigkeit besitzt. Zunächst möchte ick bezweifeln, daß jeder gute Turner auch intelligent sein muß. Dazu kommt, datz zu einem guten Soldaten noch verschiedenes andere gehört. Es fragt sich dock, ob ein guter Turner auch bester zielen kann als die anderen, ob er im Felddienst bester ist, ob er ein besseres militärisches Verständnis hat usw. Tas kann man doch nicht einfach mit der Behauptung erledigen, ein Turner kann alle? leisten. Tie einzelnen Jahrgänge setzen sich aus sehr verschieden- artigen Elementen zusammen. Nehmen wir die besten Elemente heraus, dann schädigen wir die Leisttlngöfähigkeit des einzelnen Jahrganges. Dre Aufgabe bet Vorge'ctztcn muß e« fern, einen Ausgleich in den Leistungen herbeizuführen. Deshalb warne ich davor, den besseren Elementen eine kürzere Dienstzeit zu ge- währen. Wer soll das übrigens bemesten, ob jemand ein guter Turner ist? Sollen die militärischen Vorgesetzten darüber urteilen oder soll ein Turneramcn cingcführt werden? DaS sind alles Schwierigkeiten, die man nickt ohne weiteres lösen kann. Vorteile ergeben sich für den guten Turner, wenn er intelligent ist, von selbst. Er wird Reserve-Unteros s iziers-Aspirant, er wird zum Vorgesetzten ernannt usw. Ick bitte also, wie im Vorjahre, die Resolution abzulehnen und betone dabei, daß dies keine ge. ringe re Bewertung des Turnens bedeuten soll, sondern daß wir ganz überzeugt find vou dem hohe» Wert gut ausgebildeter Turner füc die Armee. (Beifall.).
Dbg. Dr. Goercke (9?otL):
Bisher ist der Wert der turnerischen Ausbildung viel zu gering cingesck'ätzt worden. Darum ist auch der Grundgedanke der fortschrittiichen Resolution durchaus gesund, aber eine Der- kürzung der Dienstzeit wäre dock bedenklich. Es genügt doch, wenn wir die Heeresverwaltung bitten: Nehmt Euch der Leute
Abg. Dr. Pfeiffer (Senk.):
Ich will mich nickt weiter an dem Lobe der Frisch-Fromm- Fröhlich-Freien Turnerei beteiligen. Die modifizierte Resolution ist iinfgratloS. Man rennt damit offene Türen ein.
Abg. Dr. Müller-Meiningen (93t).):
Die Herren vom Zentrum sind sehr feinfühlig, wenn sie meinen, irgendwo werde Agitation betrieben. Bei ihrer eigenen Agitation sind sie nicht so zan. (Abg. Pfeiffer (Zeutr.). Dav ist ja Qrlatsch!)
Die fortschrittliche Resolution wird, auch in der mod" feierten Form, gegen Nationalliberale und Freisinnige abge- lehnt. e
Beim „Artillerie- und Waffenwesen" fordert
Abg. Dr. Wcbcr (Natl.)
für die Handwerker in Spandau eine Teuerungszulage, wie sie den Betriebssckreibern gewährt wird. -er Redner fuhrt Beschwerde, daß ältere Beamte, die schon 15 Jahre im Dienste sino. veranlaßt werden, ein zweites Examen nachzumachen, wie es letzt von den jungen Beamten gefordert wird.
x Ava. Schirmer (Senk.)«
begründet eine Resolution, in der um weiteren Ä uS ba u der Arbciterauöfckü sse in den Mttttärbetricben gebeten wird. Tie Arbeiter der Militärbctriebe sollten auch in die ArbcitL- fammern cinbezogen werden. Die Mitglieder der Urbeiterausschüsse müsteu während ihrer Amtsdauer gesickert werden und die Möglichkeit erhalten, in wichtigen Fällen die Wunsche der Arbeiter den höheren Dienststellen vorzutragcn. Ferner begründet der Redner Mine zweite Resolution, wonach die L o h n c der in den Militärbctriebcn beschäftigten Arbeiter allmählich aber stetig aufgcbestert werden tollen, bis sie den Löhnen von Privataibcitern aleidjarliger Gewerbe gleichkommen. Ten Arbcitcrausschusscn muß bei der Gestaltung der Lohn, und Arbeitsbedingungen eine geeignete Mitwirkung ermöglicht werden.
Abg. Pauli-Potsdam (Kons.) spricht für die Handwerker in den Span dauer M i l i t ü r. w c r k st ä t t e n. Die Straßenfeger werden bester bezahlt als sie. Tie Organifationcn innerhalb der Werkstätten sollte man anerkennen. Eine Aussprache zwischen Vorgesetzten und Arbei.ern kann nur im Interesse dec Verwaltung hegen. Der Redner stimmt den ZentrumSresplutionen zu.
Generalmajor Wandcl:
Der gute Wille für die Arbeiterschaft ist vorhanden und wird auch betätigt. Aber wir müssen trachten, eine gleichmäßige Entlohnung herbeizuführen. Wir folgen der Konjunktur nach oben, aber nickt nach unten. Tie Löhne steigen andauernd, und Die Ausgaben für Wohlfahrtseiiirichtuugeu, Versicherungen usw. steigen von Jahr zu Jahr. Eine Teuerungszulage können wir oen Handwerkern nicht gewähren. Die Wünsche nach Etatisierung verschiedener Kategorien von Handwerlern wollen wir erfüllen aber die Vorarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Der General erörtert die Arbciterverhältniste und Arbeitsordnung.
Abg. Döhle (Soz.):
" Abg. Dr. Paasche (Natl.)?
Da, wo die Warmblutzucht bodenständig ist, wo die Be- völkerurig sich daran gewöhnt hat, mit diesen Pferden umzugehen, sollte man sie lasten.
Reichsschatzsekretär Wermuth:
Auch ich will noch einmal bie Zusicherung geben, baß beim Ankauf von Remonten daS In te r e sse d er Rei chsv er- waltung sorgfältig gewahrt wird. Das ist auch reckt Nötig, denn es handelt sich um iebr bedeutende Au^aben. Str haben nod) in den neunziger Jahren dafür einen Posten von sechs Millionen Mark int Etat gehabt, und nun ut er auf über elf Millionen gestiegen. (Hört! Hört!) Es hat also eine nicht geringe Bedeutung für die Gesamtgestaltung unsere-^ Etats, und wir haben die größte Leranlastung, ihm alle Aufmerk,amkett zu schenken.
Beim „Militär.Erziehunas- und Bildung.«- wesen' befürwortet Abg. Dr. MUller-Meinmyen (Vp) eine Resolution, Erwägungen anzustellen. wie denjenigen Militär- pflichtigen, die eine hervorragende turnerische Ausbildung besitzen. Vergünstigungen bei der Erfüllung ihrer militärischen Dien st p flickt be- willigt werden können. (Kürzere Dienstzeit, Vergünstigungen ,m Avancement usw.),
Abg. Enno (Vp.)'. hebt ebenfalls die Bedeutung einer guten turnerischen Ausbildung für die Erfüllung der Dienstpflicht hervor und bclampft jebe Ver- lnüpfung der Bestrebungen zur Förderung des TurnwcicnS mit parteipolitischen oder konfessionellen Fragen. Eine Erhöhung der kürperlicken Ausbildung wird unser Volk arbeitsfähig«: macken und die sozialen Lasten verringern. Die in einem Erlaß des preußischen Kultusministers empfohlene Verbindung der Unter- Weisung in Kriegsgeschichte und der Turnerei lehnen wir ab. Von diesen Fragen der körperlichen Ausbildung füllte der preubifdie slultukminister lieber seine Hände lasten.
Kriegsminister Frbr. b. Heeringen:
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Dbg. Fegtet (Vp.):
Die Ein führ Mig der Kaltblutzuckt an Stelle der Warmblut- zücht ist e i n e A r t M o d e k r a n k h e i t. Wir haben immer die- selbe Haltung eingenommen wie der Abg. Gyßling, und ich mochte betonen daß mein FraktionSkollege durchaus nicht eine Wahllrett-- rede gehalten bat. Die Erhöhung der Remontepreise ijt eine Folge der Zolltarifpolitik der Rechten. Wir weisen eS cntfdhcben , zurück, daß Herr v- Gamp jetzt versuchen will, es so darzustellen, als ob wir an einem Strang ziehen.
Abg. b. Bieberstein (Kons.):
Gerade der kleine Besitzer hat den größten Vorteil von den hohen Remontepreisen. nicht der Großgrundbesitzer. Tatsächlich macht die Kaltblutzucht bedeutende Fortschritte. Wenn die Er. Höhung der Remontepreise eintreten sollte, bann ist Herr Noske das Karnickel. (Sehr gut! und Heiterkeit recht».)
Dr. Decker (Zentr.):
Höhere Löhne für die ländlichen Arbeiter verlangtHerr RoSke schon: aber woher sollen die Landwirte die Mittel nehmen, wenn sie nickt entsprechende Preise erzielen. Herr Noske wem gar nicht, daß die Pferdezucht sowohl int Lsten wie int Westen in der Hauptsache in den Händen der kleinen und mittleren Bauern liegt. (Abg. 6 u c: Sie meinen wohl Ziegenzucht?) Unsere Kriege und vor allem jetzt der südwestafrikanisckc Aufstand haben bewiesen, was für uns eine gute Rcmontezucht bedeutet.
8lbg. NoSke (Soz.):'
Soviel ick weiß, ziehen die kleinen Leute nickt Pferde, sondern Karnickel und Stegen, und die stehen nicht zur Debatte. (Heiterkeit.) Nicht ich bin daS Karnickel, son'e?rn der Antrag, der in der Kommission gestellt und hier im Pleniim nickt wiederholt wurde, weil der Kriegsminister Erklärungen gegeben hat, die die Rechte befriedigten, unS aber nicht. Im übrigen beweisen die gestiegenen Remontepreise, daß der Zolltarif der Rechten materielle Vorteile bringt.
Generalmajor Wandel:
Im Jahre 1910 ist ein Heber Weiten deS Etats nicht einge- treten. Wir hoffen, daß auch 1911 die Preise nickt gesteigert werden. Sollte es aber notwendig sein, dann werden wir im Interests unserer Landcspferdezuckt die erhöhten Preise zahlen mästen. Betonen will ich, daß die Pferde unS meist von kleinen Züchtern geliefert werden, nicht von großen. (Beifall rechts.)
Abg. Fcgter (Vp.):
Die Beratung wird fortgesetzt beim „Ankauf der Remontr pferde".
Abg. NoSke (Soz.) wendet sich gegen die Forderung ber höheren Preise für Remonte- pferbe. Abgeordnete, die finanziell habet interessiert sind, sollten bei dieser Frage nicht mitftimmen. DaS ist in jeder Stadtverordnetenversammlung so.
Abg. b. Bieberstein (Kons.):
Ich weise diesen Vorwurf, der sich gegen einen bestimmten Abgeordneten richtet, zurück. (NoSke: Ich habe keine Namen genannt!) Ich auch nicht! Die Regierung muß bie höheren Preise zahlen, sonst geht die Warmblut-ucht noch mehr zurück.
Abg. Gyßling (Dv.)ö .
Die höheren Preise sind gerechtfertigt. Bedenken Sie das große Risiko der Pierdczückterl Qstpreuhen hat em Recht daraus, unterstützt zu werden. Eine Schädigung der Warmblutzucht kann im Kriege sehr gefährlich werden.
Abg. Barenhorst (Rv.)k
Diese Ausführungen kann ich nur unterschreiben. Herr Noske hat keine Ahnung. Die Remontezüchtcc kommen kaum noch aus bie Kosten. Der Redner verweist auf die Verhältnisse in H a n n o v e r. Eine gute Remontezucht sichert auch einen guten Kavallerieersatz, weil die jungen Leute, die von Jugend an mit Pferden zu tun fciben, in Sdtaren als Freiwillige bei der Kavallerie eintreten ES sollte noch mebt gezahlt werden als bisher.
Abg. Noßke (Soz.): .
Es war keineswegs meine Absicht, hier eine Menge Redner herauözulockcn, die nur noch mehr fordern. Der Redner wendet sich nockmals gegen die Forderung der Erhöhung der Remonten- Preise in Cftprevfccn. (Abg. v. lieber itein (Kons.): Sie hoben ja keine Ahnung!) E? ist bedauerlich, daß die Agrarier noch Untersttitzung vom Abg. Gvßling erfahren.
Abg. Fstbn. b. Gamp (Nv.):
ES ist unrichtig, daß die Remontezu-bt besonders rentabel ist. Ich habe selbst auf meinen Gütern die Rcmontezucht aufgegeben, weil ich sie für durchaus unrentabel halte. Die Rede des Abg. Gyßling bat uns allerdings Freude gemacht. Hoffentlich wird er veim nächsten Zolltarif auch feinen Standpunkt bcibehalten und für Erhöhpng ber Pferdezöllc cintrcien.
seiner Vorschriften nicht richtig informiert.
Kriegsminister b. Heeringen' verliest nochmals die Protesterklärung der gesamten sogenannten „Strafgruppe" gegen die vorjährige Behauptung Boehles. In der gerichtlichen Untersuchung haben die Arbeiter einschließlich der Vorarbeiter — wie ich dick unterstreichen will — beschworen, day sie zu ihrem Protest nicht von ihren Vorgesetzten genötigt worden seien, sondern ihn freiwillig unterschrieben haben. Während also im vorigen Jahre Herr Doehle der Beamtenschaft des Bc- kleidungsamts Mißbrauch der Dienstgewa.lt vocwarf, wirft er jetzt der Arbeiterschaft Meineid vor. Ich protestiere dagegen auf das Entschiedenste.
Abg. Dr. Potthosf (Dp.):
Von den vorliegenden Resolutionen ist trotz der pa- thetisd)cn Ausführungen des Abg. Eckirmer die der Sozialdemokraten die beste. Wir haben schon beim Marineetat dahin ge- stimmt und tun es auch hier. Das Zentrum hat gleich drei Resolutionen auf einmal ciugebracht. Es wird natürlich protestieren gegen den Verdacht, daß dabei gewisse Agitatioltsrücksichten mit- spielen: aber Zweifel drängen sich doch auf. Ganz merkwürdig ist die Resolution de? Zentrums, mit dem Reichskanzler in Erwägungen darüber cinzutreten, in welcher Weise die Versorgung der Witwen und Waisen der in den Mlitärbetrieben beschäftigten Arbeiter besser ausgebaut werden kann. Das ist ein ganz inhaltloser Reklame- und Agi- t a t i o n s a n t r a g. (Lebb. Zustimmung link'. Zuruf vom Zentrum: Und Ihre?) Tie haben wenigsten« einen Inhalt! Der Redner vertritt Wünfche der Kanzleibeamten in den militärischen Betrieben.
Weiterbcralllng Freitag 1 Uhr.
Schluß 7 Uhr.
Wir konnten unsere Pferdezucht am besten dadurch heben, daß bie Großbetriebe aufgegeben und die mittleren und kleinen Betriebe bedeutend vermehrt werden; dann brauchen wir keine hohen Pferdezölle. Natürlidi müßte man zuerst die Fideikomtmste aufheben, die sich in letzter Zeit bedenklicki vermehrt haben. Das Volk hat diese Entwicklung längst erkannt.
Dbg. b. Bieberstein (Kons.):
Mit diesen Ausführungen bin ich run gar nicht einverstanden. Das Volk hat jedenfalls erkannt, daß -- Herr Noske von der Sache gar feine Ahnung hat.
Sitzung Ser StnStverordneten.
Gießen, 2. März.
Hu nächst erfolgt die Einführung und Verpflichtung des Beigeordneten Kommerzicnrat
Emmelius.
Nach seiner Vereidigung sprach Beigcordn. Emmclius,seinen herzlichsteu Dank aus für das Vertrauen, das ihm durch bie Wahi erwiesen worden sei. Es sei dies die höchste Auszeichnung, die die erwählten Vertreter ber Bürgerschaft einem Mitbürger bitten erweisen können. Er werde sich bemühen, das ihm g> schenkte Vertrauen in jeder Weise zu rcdfifettigcn, uni stets bestrebt sein, objektiv und gerecht zu hanbeln, bas Gemeinwohl zu fördern und die Interefsen ber Stadt- zu wahren.
Mitteilungen.
Ter Bor sitzen de teilt mit, daß ber Mniksvertrag vom Ministerium genehmigt worden sei. .
Er macht ferner auf das Probeküchen aufmerfjani, das.demnächst auf Veranlassung des Gaswerks auf Gasherden veranstaltet wird, und lud zu dessen Besuch ein.
Von hiesigen Fuhrleuten ttt eine Eingabe cingegangen, die sich gegen die Absicht der Errichtung eines si-ad tisch en ?y n 1} r - parks wendet. Wie der Vorsitzende imttcilt, liegt ein An?


