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Nr. 237
Erstes Blatt
16V Jahrgang
Montag, 9. Gttober 1911
General-Anzeiger für Gberhefsen
Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'fchen Univ. Buch und Zteindruckerei R. Lange. Nedaltion, Erpedition und Vruckerei: Zchulftrahe 7 Büdingen: Zernfprecher Nr. 269 SeschäftLstclle Bahnhofstraße 16a.
Der Gießener Anzeiger erlcheinl täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SirtzenerZamillcnblStter; zweimal ivöcbcntl.Kteis» blatt für ten KreU ®ießcn (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land» wirtschaftliche Seit,ragen flerniprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. (Expedition 51 Adresse tiir Depeschen: Anzeiger «testen.
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Die heutige Nummer umfafet 10 Seiten.
Der itaiiemich-türrijche Krieg.
Vom Kriegsschauplätze darf mau auch für die Zukunft keine großen Lchlachtenverichte erwarten. Tie türkischen Truppen in Tripolis haben sich ins Innere zurückgezogen. Ferner ist durch das österreichische Dazwifchentrcten den Italienern die Möglichkeit genommen worden, die Küste von Albanien und Epirus zu beunruhigen. Tie heute zur Veröffentlichung kommende interessante Tarstcllung über oad Gefecyt tm Hafen von San Juan di MeDua betrifft das Ereignis, das einige Tage zurüä'liegt und von Oesterreich vielleicht schon mit zur Sprache gebracht worden ist.
Zur Begrenzung des Kriegsschauplatzes kommt sodann noch hinzu, daß es noch gar nicht-so sicher ist, ob die Türkei ihr angedrohtes schärfstes Mittel, die Ausweisung aller Italiener, voll zur Amvendung bringen wird. Der deutsche Botschafter in Konstantinopel soll dem Großwesir geraten haben, davon AbstanD zu nehmen, da die Türkei sonst die bisher auf seiner Seite gewesenen Smnpa- rhien der Völker verlieren werde. Eine solche Maßregel sollte, so meinte der Botschafter, wohl überlegt werden. Es wäre unseres Erachtens aber kein großes Wunder und müßte verständlich gesunden werden, wenn Sie Türkei die Ausweisung doch durchführt oder, bei einem letzten Ver- inittlungsversuch androht. Tenn Herr Giolitti, der in Turin eine große Rede gehalten hat, mag so schön sprechen wie er will — er kann Die Tatsache nicht verdrehen, daß Italien lurzerhand einen Raubzug unternommen hat. Zu den äußeren Schwierigkeiten, die die Türken durchzulämpsen liaben, ist nun auch noch eine innere Krisis hinzugekommen. Ter Wiener Botschafter will den zurzeit allerdings schr undankbaren "Posten eines Ministers des Auswärtigen nicht annehmen, und es schweben über die Besetzung des Postens noch Perhandlungen. Man kann es Raschid Pascha wahrlich nicht verübeln, daß er sich gegen ein Amt sträubt, dessen erste Tat vermutlich die Abtretung einer türkischen Provinz jein sollte. Tie Türkei ist schlecht gerüstet,mnd das Komitee 'iir Einheit und Fortschritt ist nicht einmal mehr in sich 1 elbst einig. ®
Am Samstag soll, nach einer VLeldung der „Franks. Ztg.", die italienische Torpedobootflottille zwei weitere tüi> iische Torpedoboote in den Grund gebohrt haben. Ob das »aljr ist, ist noch unbestätigt.
Wir erhalten folgende Meldungen:
Die Italiener in Tripolis.
Rom, 8. Eft (Agenzia Stefani.) Nachrichten, die Schiffe aus Tripolis nach Augusta überbracht haben, besagen: Tie Beschießung von Tripolis erfolgte am Dienstag. Tie folgenden Tage wurde mit der Zerstörung der Forts Hamidie und Sultania fortgefahren. Am selben Tage durchsuchte man die Batterie von Hamidie und machte die Geschütze unbrauchbar. Am Tonnerstag erfolgte westlich von Tripolis die Ausschiffung von ALa- trosen, die Sultania und Hamidie besetzten. Tie italienische Flagge ist auf Fort Sultania gehißt worden, zur selben Zeit wurden auf der Batterie Hamidie die Mu- nitions- und Pulverlager in die Luft gesprengt, da diese für die Türken ein Grund, die Rückkehr zu versuchen und Mittel zur Verteidigung bilden könnten. Untcrbeffen schritt man zur Durchsuchung der Leuchtturm-Batterie, die die anderen Batterien der Stadt beherrscht. Nachdem die Möglichkeit der Besetzung festgestellt wurde, wurde diese Batterie von Matrosen besetzt. Inzwischen erschienen an Bord des Panzerschiffes „Bcnedetto Brin" drei Araberhäuptlinge, um ihre Unterwerfung anzuzeigen. Als Vertreter des Konsularkorps erschien der deutsche Konsul, der den Kommandanten bat, die Stadt zu be- schen. Ties geschah.
Wie dem „Messagero" aus Augusta gemeldet wird, erzählen Dort aus Tripolis eingetroffene Flüchtlinge, die Türken hätten aus Mutlosigkeit oder aus Mangel an Lebensrnitteln sich ins Innere zurückgezogen. Die Araber lassen sie vollständig im Stich; sie verkauften dem Kommandanten Cagni für wenige Franken vorzügliche Flinten. Aus Terna wird gemeldet, daß Die Türken insbesondere wegen Mangels an Lebensmitteln sich werden ergeben müssen.
Eine Rede des italienischen Ministerpräsidenten.
Turin, 7. Oft. Heute abend fand im Königlichen ern Drner von elfhundert Gedecken zu Ehren d«es Ministerpräsidenten .Giolitti statt. Anwesend waren ^zahlreiche Minister, sämtliche Unterstaats- tekretare, viele Senatoren und Deputierte, die Bürgermeister von ganz Piemont und hervorragende Persönlichkeiten ganz ötalten5. Juf Dem Platze vor Dem Theater wartete eine gewaltige Menschenmenge auf Giolitti, Der aber Durch eine Hintertür Da» Theater betrat. Hier wurde er von einer großartigen HulDigungskundgebung empfangen. Alle An- loesenden erhoben ,tch und riefen: Es lebe Giolitti' Tie Beifallskundgebungen dauerten mehrere Minuten.
l i^tt i Dankte in einer Rede, Die er beim Bankett im ^mgltchen ^Heater hielt, zunachit Dem Bürgermeister von Turin w rur dte Veranstaltung des Banketts und drückte
L Stadt -rurin unD den Veranstaltern Der Ausstellung seine Mttkcnnung aus. Tie .Ausstellung liefere Den Beweis, daß fein oi-ifHn?1 ,Dx»Ut% ^,lt< Cm<n 10 .gründliche Umwandlung seiner uiw wirtichastllchen Venauung erfuhr, wie das italienische, ^.er Mintsterprüttdenr wandte |id> Fragen der inneren PoU- ! ö.u und betonte, die vebung Des vierten Standes einen höheren ^tard der Kultur, fei das Dringendste Problem Gründen der Gerechtigkeit, sondern auch vom wirl- ’S Standpunkte, denn nur die tätige Teilnahme an jeber Form öo^ Fortschritts von weiten des ganzen Volkes könne Den Reich.
hrm des Landes hervorbringen. Giolitti erörterte und verteidigte die Gesetzentwürfe bertessend Das L c b e n s Versicherungsmonopol und das allgemeine Wahlrecht. Tie Reform des Wahlrechts werde am Anfang der neuen gesetzgeberischen Periode es ermöglichen, die großen Reformen ausznführen. Denen Italien zu strebe. . ..
lieber die auswärtige Lage tagte Mmisterpraiident Giolitti: Tie großen Fortschritte Des italienischen Volkes, von Denen ich gesprochen habe, nuiiien uns gerade, weil sie zeigen, welche bcivunderungcwürdigen verborgenen Strafte Das italienische Volt besitzt, Die lleberzeugung verschaffen, daß wir erst am Anfang einer neuen Periode unserer Geschichte sind, in welcher dec höchste Grad der Slultur, des Wohlstandes, der wzialen Gerechtigkeit im Innern und eine Stellung in der Welt, Die der ruhmreichen Vergangenheit der italienischen Waffe mehr entspricht, abhängen werden von der Art, in welcher Regierung und Volk es verstehen, ihre Pflichten gegen das Vaterland zu erfüllen. Als das gegenwärtige Ministerium sich dem Parlament rwrstellte, erörterte cs in allgemeinen Umrissen Das Programm für die innere und äußere Politik.' Tie auswärtige Politik ist ein Stofs, Der nicht geeignet ist für zu genaue Erklärungen, Da sic sehr oft in ihrer Entwicklung Er- eigniffen unterworfen ist, die nicht von unserem Willen abhängen. Ich persönlich bin öfters beschuldigt worden, mich nicht genügend mit ihr zu befassen, das rührt Daher, daß ich mich immer bestrebt habe, so wenig als möglich über Die auswärtige Politik au sprechen, da mich Die Erfahrung gelehrt hat, daß es keinen Minister Des Äußern jemals gereut hat, geschwiegen zu haben. Es wäre jedoch nicht richtig, zu behaupten, daß das gegenwärtige Ministerium nicht klar in seinem Programm Die Bahn vorgezeichnet hätte, die zu beschreiten es vorhätte. Als sich Das Ministerium dem Parlament vorstellte, beabsichtigte cs eine Politik absoluter Bündnis treue zu befolgen und eine Politik herzlicher Freundschaft mit allen M ä ch- t e n, die dahin zielte, den Frieden aufrecht zu erhalten, aber bei eifersüchtiger Wahrung unserer Interessen und Der nationalen Würde.
Der Schluß Des Passus über auswärtige Politik lautete:
In solchem Augenblick ist es Pflicht Der Regierung, alle Verantwortung auf sich zu nehmen, weil ein Zögern oder ein Aufschub Den Anfang des politischen Verfalls bezeichnen können, Der Folgen nach sich zieht, die Das Volk während vieler Jahre, bisweilen IahrhunDerte, zu bedauern hat. Tas Ministerium fühlte Die ganze Verantwortung, Die cs in Dem gegenwärtigen Stampfe Dem LanDc gegenüber übernommen hat, aber es hat sie mit ruhigem Geiste übernommen, weil cs überzeugt ist, daß gegenüber Der Hartnäckigkeit und Feindseligkeit, Die seit Jahren unsere wirtschaftliche Tätigkeit in Tripolis hinderte, und gegenüber Den fortwährenden Provokationen der türkischen Regierung jedes Zögern ober jeder Aufschub zu gleicher Zeit die Ehre des Landes, feine Politik und feine wirtschaftliche Sage gefährdet haben würde. Wir werden ruhig das Urteil Des Parlamentes und des Landes abwarten, inzwischen wollen wir unserem Heere und unserer Flotte einen Gruß schicken. Der das vollständige Vertrauen des italienischen Volkes zu ihnen zum Ausdruck bringt. Tic auswärtige Politik kann nicht Parteispalmngen Hervorrufen, weil sie allein von dem Gedanken an das Vaterland beherrscht wird, der uns alle eint,
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Das türkisch-italienische Gefecht im Hasen von Juan di Mcdua.
Konstantinopel, 8. Okt. Der Wali von Skutari meldet über das Vorgehen des italienischen Tor- pedobootzerstorers „Artiglieri" bei San Juan di Medua: Der Zerstörer sandte eine Barke mit einem Effilier und sechs Matrosen in den inneren Hasen, um einen Lloyddampfer und einige türkische Segler zu durch- suchen. Tie türkischen Truppen eröffneten ein Artil- leriefeuer gegen die Barke, welche darauf mit den Insassen unterging. Nunmehr bombardierten die Italiener San Giovanni di Medua, wobei sie das Regierungsgebäude und das Hafenkapitanat leicht beschädigten. Ein türkischer Soldat wurde getötet. Auf dem „Arttglieri" wurden ein Schornstein und ein Mast abgerissen. — Ter Sultan empfing heute nachmittag den österreichisch-ungarischen Botschafter in Audienz.
Wieder eine türkische Minifterkrifis.
Konstantinopel, 7. Okt. An der Pforte verlautet, der Minister des Aeußern Reschid Pascha demissionierte. Der frühere Minister Noradughian, dem das Portefeuille des.Aeußern angeboten war, lehnte ab.
Tie türkischen Verluste.
Konstantinopel, 8. Eft. Nach einer hier verbreiteten Tepesche des Kriegsministeriums hatten die Tür- k e n infolge des Bombardements der Küstenbatterien von Tripolis durch die italienische Flotte am 3. Oktober zwölf Tote und 23 Verwundete. Einige italienische Kriegsschiffe sotten durch die Geschosse der türkischen Batterien beschädigt worden sein.
K o n st a n t i n o p e l, 8. Eft Durch die Demission des Ministers des Aeußern Reschid Pascha, die peinlich überraschte, wird die Stellung des Kabinetts von verschiedenen politischen Kreisen als erschüttert betrachtet. Reschid Pascha, der morgen hier erwartet wird, soll auch nicht nach Wien zurückkehren. Ter zum Botschafter in Rom ernannte frühere Gesandte in Belgrad AliFuadhifmet Bei soll zum Botschafter in Wien ausersehen sein. Es verlautet, daß das Portefeuille des Ministeriums des Aeußern dem Gesandten in Sofia Mustapha AssimBei angeboten ist. Der Ministerrat dauerte bis ein Uhr früh. Wie es heißt, wurde beschlossen, durch Vermittlung der türkischen Botschafter den Großmächten eine neue Note zu
überreichen, in Der um Vermittlung zugunsten des.Friedens und der sofortigen Einstellung der Feindseligkeiten gebeten wird.
Ter türkische Nuf nach Vermittlung
Berlin, 9. Okt. Ter Konstantinopeler Vertreter des „Lofalanzeigers" hört, daß es sich bei dem neuen Heran-- treten der Pforte an die Mächte nicht um eine regel • r e ch t c Note handelt, vielmehr sandte der Ministerrat Instruktionen au die türkischen Botschafter bei den Großmächten, sie sollten diesen auseinandersetzen, daß durch die Landung der italienischen Truppen in Tripolis der Sloiiflitt in jene neue Phase getreten fei, Die Die Mächte in ihrer früheren Antwortnote für die Basis einer Intervention als geeignet erklärt hätten. V o n W i e n ist, wie der Korrespondent hört, gestern am 8. Oktober eine Interventionszusage in Konstantinopel eingetroffen, nachdem noch in Der Nacht ein scharfes Wiener Telegramm gegen Die Ausweisung Der Italiener protestiert hatte. Wie es heißt, wünscht Die Türkei eine Intervention auf folgender Basis: Anerkennung der Souveränität des Sultans in Tripolis, erkennt aber den Statusquo von heute und Die in den letzten acht Tagen in Tripolis gc-t jchaffene Lage an.
Ter deutsche Botschafter und der Großwesir
K o n st a n t in o p e l, 9. Eft. Ter deutsche Botschafter Freiherr von B i e b c r ft c i n besuchte den Großwesir und sprach mit ihm über Die Ausweisungsfrage. Der Botschafter hat geraten, man möge einen, so schwerwiegenden Schritt nur nach reiflicher Erwägung tun. Bisher habe die Türfei die öffentliche Meinung Europas für sich gehabt, durch die Ausweisung der Italiener könne sie viele Sympathien verlieren. In den Streifen der Pforte scheint Der Beschluß des gestrigen Mi^ nisterrats, der vorläufig nicht durch eine Jrade sanktioniert ist, mehr als ballon d essay auf gefaßt zu werden. Man wolle den Eindruck einer solchen Maßnahme sondieren.
Berlin, 9. Okt. Das „Tageblatt" behauptet nach einem Telegramm seines Konstantinopeler Vertreters, daß Reschid Pascha, der aus Wien heute mittag in Konstantinopel eintraf, trotz der vvrgesttigen Demission das, Portefeuille des Aeußern angenommen habe. Demi gegenüber läßt sich die „Vossijche Zeitung" aus Sofia unter dem 8. ds. telegraphieren: Gestern nach Mtttemacht während eines Tiners erhielt der türkische Gesandte M u st a- v h a A s s i m - B e i ein Telegramm, das Portefeuille des Aeußern zu übernehmen. Heute reifte ep bereits auf feinen Posten ab. Affim-Bei galt hier als ehrgeiziger Politiker von aufbrausendem Temperament.
Konstantinopel, 8. Eft. Es verlautet, die Pforte hob infolge von Schritten von den Botschaftern das Verbot der Kohlenverforgung fremdländischer Schiffe an den türkischen Sküsteu auf. — Die Blätter melden: drei in Ben-GHafi ansässige Stämme rüsteten eine Schar von Freiwilligen zum Kampfe gegen Italien aus.
Einige Blätter melden: Gestern bombardierte ein italienischer Kreuzer den kleinen Hafen von Sneidije im Wilajet Aleppo, ohne Schaden anzurichten. Gleichzeitig wird eine Tepesche aus London veröffentlicht, nach der die dort ansässigen Mohammedaner den Erlaß eines IradeS betreffend den Boykott der Italiener verlangen.
Montenegros und Bulgariens Absichten.
Konstantinopel, 8. Eft. Auf Anfrage des türkischen Geschäftsträgers in (Set in je wegen der montenegrinischen m i l i t ä r i f ch e u M a ß n a h m e n erwiderte Montenegro, daß es sich um keine kriegerischen Absichten handle, sondern um gewöhnliche Garnisonsveränderungen. Montenegro werde die Neutralität wahren. — Auch der bulgarische Gesandte erklärte dem Großwesir, Bulgarien werde strenge Neutralität beobachten.
Eine französische Protestversammlung.
Paris, 8. Eft. Gestern abend fand unter dem Vorsitz von' Francois Pressense eine große Protestver- s ammlung gegen den italienischen Feldzug gegen Tripolis statt. Eine Tagesordnung wurde angenommen, in der den konstitutionellen Ottomanen, die allein fähig seien, das Land au retten, dessen Bestehen für den Frieden und das europäische Gleichgewicht notwendig sei, die Sympathie der Versammelten ausgesprochen und an die an dem Streitfall nicht beteiligten Großmächte der Appell gerichtet wurde, den Frieden durch Aufrechterhaltung des Rechts wiederherzustellen. Ter ehemalige Minister Haladjian wohnte Der Versammlung bei.
Aus Hetzen.
Landtagsabgeordneler Pennrich
Im Alter von 62 Jahren ist am Sonntag früh Der seit dem Jahre 1879, also seit 30 Jahren, dem hessischen Landtage angehörende Abgeordnete Jacob Pennrich in Bingen einem Schlaganfall erlegen. Pennrich gehörte dem gemäßigten Flügel des Zentrums an und war Senior und Präsident der Landtagsfrattion. Sowohl von seinen Partei genossen, wie von allen Fraktionen und Mitgliedern Der Kammer war Pennrich als sachlich und vermittelnd wirkender Politiker geehrt und geschätzt. Zahlreich sind seine Anregungen und Anträge, die während seiner langjährigen Täligieit zum Wohle des Landes zur Turchführnng kamen. Mit großer Energie verfocht er die von ihm für gut erachteten Pläne. Hervorragend war er um Die Abschaffung Der Weinsteuer bemüht. Er ist Der Anreger Der H e s |. Landeslo11erie, Die Dem Staut jetzt jährlich etwa eine Million Mart einbringt. Mit großer Zähigkeit trat er immer wieder .für eine Ueberbrüctung Des Meins bei


