trank aus das Wohl von Frankreichs Marine und Landheer, die ihren Mannesftolz dareinsetzten, der Nation zu dienen.
Der Präsident des Senats, Dubost, grüßte namens des Parlaments die Marine, die, indem sie alles »um Kriege vorbereite, Frankreich einen ehrenvollen und würdigen Frieden sichere. Der Präsident trat nachmittags die Rückreise nach Paris an.
Au» Hessen.
Gedern, 4. Sept. Am Sonntag wurde hier nach einem Vortrag von Professor Urstadt aus Gießen ein Der- ein der fortschrittlichen V o l k s p a r t e i für Gedern und Umgegend gegründet. Es traten sofort 19 Mitglieder bei. Am nämlichen Abend hielt der Verein eine öffentliche Versammlung ab, in der Professor Urstadt über „Liberalismus und Bauernstand" sprach Durch die Versammlung wurde noch eine Anzahl neuer Mitglieder gewonnen. Professor llrstadt führte etwa folgendes aus:
Die Behauptung der Agitatoren, der Liberalismus habe nie etwas für den Bauernstand getan, während der Bund der Land- wirte aufs beste für ihn sorge, ist falsch. Die Vorfahren der Leute, die jetzt im Bunde der Landwirte die Richtung angeben, haben einstmals die Bauern zu Hörigen imb Leibeignen gemacht, ihnen immer mehr Lasten und Frondienste aulerlegt, bis sie, zur Verzweiflung getrieben, Aufstände nrachten. Dann haben sie viele Bauerngüter eingezogen und sich grobe Latifundien gebildet zuin Nachteil des Bauernstandes und des ganzen Staates. Der Be> freiung der Bauern aus ihrer unwürdigen Lage haben sie sich aufs heiligste widersetzt und in Preußen eine weitere gewaltige Ver Minderung des Bauernstandes zugunsten des Großgrundbesitzes damit verknüpft. Die Befreiung der Bauern erfolgte durch da^ liberale Bürgertum. Das hat also dem Bauernstand Köstlicherem gegeben als Geld imb Gut, nämlich bie Freiheit, und damit erfi ein menschenwürdiges Dasein und staatsbürgerlübe Rechte. In bei Gegenwart haben die Konservativen, der Bund der Landwirte und ihr Anhängsel, die Antisemiten, ihre geringe Bauernfreundlichfeu gezeigt durch die Reichsfinanzresorm. Sie zeigen sie ferner bei den Futtermitteln, dem Kali und den Fideikommissen. Gerade jetzt bei der Futternot will der Bund der Landwirte die wirksamste Maßregel nicht, nämlich die Aufhebung der Futtermtttelzölle. — Der Redner erläutert dann die Stellung der fortschrittlichen Volkspartei zur Zollirage. Die Herabsetzung der Zölle müsse mit den Industrie zöllen auf Rohmaterialien und Halbfabrikate beginnen. An ben landwirtschaftlichen Zöllen dürfe nicht gerüttelt werden. Aber sie dürsten auch nicht weiter erhöht werden, weil man den Konfumenteu nicht allzu große Opfer zuwuten könne, besonders da der Löwenanteil von den Zöllen den Großgrundbesitzern zusiele. Die Ämter* Mittelzölle, die müßten allerdings gerade im Interesse der Viehzucht treibenden Bauern fallen. Der Redner besprach schließlich noch die politische Seite der Reichsfinanzreform.
n. Lauterbach, 4. Sept. Erne zahlreich besuchte Vertrauensmännerversammlung des Reichstagswahlkreises Alsfeld - Lauterbach - Schotten fand am vergangenen Sonntag in der Bnrglv-irtfchaft von Köh-ler hier statt. Nach einem Vortrag des Landwirtschaftslehrers H eck- Alsfeld über „Nationalliberale Mittelftandspvlitik", wozu in der Aussprache auch zwei Vorstandsmitglieder des hiesigen liberalen Vereins ihre Zustimmung erklärten, faßte sodann die geschlossene Vertrauensmännerversammlung folgende Entschließung:
„Die nationalliberale Vertrauensmännerversammlung des 3. oberhessischen Reichstagswahlkreises stellt einstimmig Landwirtschaftslehrer H eck - Alsfeld als nationalliberalen Reichstagskandidaten auf. Mit Rücksicht auf die bisherigen Verhandlungen mit der Fortschrittlichen Volkspartei erfolgt die offizielle Proklamierung der Kandidatur .Heck erst am 25. September."
Lrzähiungen des Ingenieurs Richter.
Einige Blätter, so die „Köln. Ztg.", „Voss. Ztg." und >,Frankf. Ztg.", bringen endlich einige authentische Aeuße- rungen Richters über seine Schicksale in der Gewalt der Räuber. Wir entnehmen zunächst einige Stellen aus der -Mln. Ztz.":
Ms Richter im Wald von Kokinvple plötzlich von den Räubern überfallen wurde und ihnen nicht mehr entrinnen konnte, mußte er noch der greulichen Szene der Tötung des zweiten ihn begleitenden Gendarmen zusehen, dem man durch Tritte mit den Stiefelabsätzen auf den Kopf den Garaus machte, dann ging es in rasender Eile fort. Im Vorgefühl des Schrecklichen, was da kommen mußte, stets gehetzt von den Räubern, verlor Richter bald die Orientierung. Wo man ihn hinschlcppte, wußte er nicht, und was sich nach der Tat vollzog, wurde ihm erst jetzt bekannt. Er tritt wieder ins Dasein ein, wie aus einer fremden Welt kommend. Die drei Monate seiner Gefangenschaft deuchten ihm eine .Ewigkeit, schon hatte er daran gezweifelt, je wieder jenen Mord- gesellcn zu entrinnen, die sich seiner so plötzlich bemächtigt hatten.
Ter Aufenthalt bei den Räubern war schrecklich. Sie wurden verfolgt, mußten fliehen und ihren Gefangenen mitschleppen. Die Verfolgung gestaltete sich immer gefährlicher, man fand endlich jenen sichern Schlupfwinkel, wo man sich dauernd niederließ. Wer welche Behandlung wurde da dem Gefangenen zuteil. Er versuchte sich Aufzeichnungen zu machen, um sich wenigstens zu zerstreuen, man vernichtete das Geschriebene; seine Karten, seine Instrumente wurden ihm weggenommen, er war zur
esse erweckt. Es ift die Darstellung eines menschlichen Gesichts, die auf dem Bruchstück eines Schenkelbeins eingeschnitten ist. Das Gesicht ist nur mit einfachen, flach eingerrtzten Strichen en face dargestellt, ein einfaches Oval, das unten am Kinn spitzer zuläust. Die Augen sind richtig unter einer ziemlich niedrigen Stirn einge^erchnet und werden durch zwei kleine Vierecke wiedergegeben, die eine kleine Vertiefung umgeben. Die Nase ist mit einer ziemlich langen braunen Linie, die augenscheinlich durch einen heißen Körper in den Knochen eingebrannt ist, dargestellt; die beiden Nasenflügel sind wenig deutlich; um sie zu erkennen, muß man das Licht unter einem bestimmten Winkel auf die Fläche fallen lassen. Der Mund ist groß, durch zwei tiefe, fast parallele Striche bezeichnet, das Kinn ist lang antb spitz. Zwischen der Nase und dem Munde sieht man zwei Striche rechts und links, die man vielleicht als Schnurrbart deuten kann. An der linken Seite treten sieben lange Striche deutlich aus der Umrißzeichnung des Gesichts hervor, in denen man wohl die Haare erblicken muß. Auch ein Ohr ist deutlich zu erkennen. Das Ganze erweckt den Eindruck eines sehr regelmäßigen Gesichts von guten Verhältnissen, mit niedriger, breiter Stirn, erscheint doch aber zu allgemein und schematisch, als daß man die Merkmale einer bestimmten Menschenrasse darin erkennen könnte. Jedenfalls läßt es sich^wenig mit der prähistorischen Rasse, wie man sie nach den Schädelsunden retonftruieren muß, in Einklang bringen. Es ist also kein individuelles Porträt das bestimmte Züae wiedergibt, sondern es stellt einen allgemeinen menschlichen Typus dar. Dubalen ist aber überzeugt, daß es sich um eine Zeichnung eines prähistorischen Men ich en handelt, der sein eigenes Bild wiedergeben wollte. Freilich sind Zweifel dagegen laut geworden, und ine französische Prähistorische Gesellschaft hat eine genaue Untersuchung des Stückes vorgenommen, deren Ergebnis in nächster Zeit bekannt werden wird.
Untätigkeit, zu tödlicher Langeweile verurteilt, halte keinen Spielraum zu freier Bewegung, die geringste Unvorsichtigkeit konnte die Bande verraten. Tag um Tag verstrich, Richter wartete auf Erlösung. Wie und woher sie kommen sollte, wußte er nicht, er konnte nur Vermutungen hegen. Inzwischen wurde selbst den Räubern das Warten zu lang, sie behandelten ihren Gefangenen schlechter uiib ließen ihn täglich fühlen, daß sie mit seinem Leben spielten. Die Seelengual, die Richter dabei aus- stand, ist unbeschreiblich, kein Wunder, wenn er dabei den Verstand verloren hätte. Endlich bemerkte er ein Kommen und Gehen von Leuten, die stets Griechisch sprachen, er verstand, daß etwas vorgehe, und eines Tages sagten ihm die Räuber, er sei frei. Er wollte seinen Ohren nicht trauen, denn von all dem. was sich unterdessen zugetragen hatte, hatte er keine Kenntnis. Die Räuber machten wieder freundliche Gesichter und schüttelten Richter die Hand, gaben ihm neun türk. Pf. auf den Weg mit, und er, der ganz erschöpfte, physisch und moralisch gebrochene Mann, der manchen Tag keine Nahrung erhalten, konnte gehen. Sein Erscheinen an der türkischen Grenze bei Miluna, im sammetnen Touristenanzug mit Kniestrümpsen, nägelbeschlagenen Bergschuhen, den von einer mächtigen Haar- und Bartfülle umgebenen Kopf mit einem Hut bedeckt, erregte sofort die Aufmerksamkeit der türkischen Wache, er stellte sich vor, ja, die Gendarmen errieten sofort, das konnte nur der viel und langgesuchte Allamanli Professor sein, und brachten ihn sofort nach Elassona. Hier löste sich der erste Bann von seiner Seele, die türkischen Behörden waren freundlich und zuvorkommend, er fand wieder Nahrung, sand Ansprache — Ruhe, die er so sehr benötigte, sein Kopf war wirr, er mußte sich erst mit dem Gedanken abfinden, daß er wieder sich selbst gehöre, deshalb der Aufenthalt in Elassona, wo er auch die ersten Notizen zu seinen Erlebnissen machte.
Bon Elassona gelangte er unter sicherer Obhut nach Selsidsche und Kosani. Leutnant Wahyd Bei war ein wackerer Gefährte; des Deutschen mächtig, war er Richter eine unschätzbare Stütze. Von Kofani konnte der Weg nach Karaferia nicht fortgesetzt werden, denn die Straße erwies sich für den mit vier Pferden bespannten Wagen als zu schlecht, man mußte den Weg über Sorowitsch nehmen, um dort die nach Salonik führende Bahn zu erreichen. In Ostrowo, der nächsten Station, harrte seiner zunächst eine unangenehme Ueberraschung, so wie die aus Monastir kommenden Reisenden, wurde auch er einer 24stündigen Quarantäne unterworfen, die am folgenden Tage auf 48 Stunden erhöht wurde. Inzwischen waren in Salonik Telegramme aus Selsidsche, Kosani und Ostrowo eingetroffen, wodurch endlich die Möglichkeit gegeben war, Richter entgegenzufahren.
Die „Franks. Ztg." hat noch einiges über den Ueberfall erfahren:
Weil ich mich im Olympgebirge des gefallenen Neuschnees halber zwei Tage in Kokinople aufhalten mußte, benutzte ich den 27. Mai zu einer Rekognoszierung in die Umgebung, wobei mich vier Gendarmen begleiten sollten. Zwei derselben spielten indessen Karten. Schließlich verlor ich die Geduld und unternahm den Ausstieg östlich von Kokinople mit zwei Gendarmen, den andern überließ ich, nachzukommen. Während des Rückwegs, 300 Meter oberhalb des Dorfes, erfolgte der Ueberfall der Räuberbande, wobei die beiden tödlich getroffenen Gendarmen doch noch jeder vier bis fünf Schüsse abgeben konnten, leider erfolglos. Die Räuber nahmen sodann den Leichen und mir die Waffen und das Geld ab. Einer derselben, den ich später als Strati kennen lernte, geendete einen scheinbar schon borbereiteten Brief, der meine Gefangennahme anzeigt. Die Räuber glaubten, ich sei ein Oesterreicher. Als sie hörten, daß ich ein Reichsdeutscher sei, meinten sie, es sei um so besser sie Tonnten deshalb ein höheres Lösegeld erlangen. Sodann rastete man fünf Minuten an einer nahen Quelle. Die Räuber reinigten die blutigen Waffen, stärkten sich und boten mir Essen und Trinken an.
In den Bergen wurde eine Höhle bezogen, von der Richter dann weiter erzählt:
Mein Aufenthalt in der wilden Höhle gestaltete sich entsetzlich. .Ich mußte den ganzen Tag liegen. Als die Gefangenschaft immer länger währte, wurde ich immer zaghafter; schließlich zur Verzweiflung getrieben, unternahm i ch zwei Selbstmordversuche, die mißlangen. Darauf folgte dumpfe Resignation. Das Ungeziefer schien mich zu verzehren und die schreckliche Langeweile erdrückte mich schier. Ein Bote brachte nachts die Nahrung. Als er erschossen worden war, mußten die Räuber selbst Speise und Trank besorgen. Trat man aus der Höhle heraus, so sah man die nach dem Milunapaß führende Straße und das Dorf Ligaridia, südlich die thessalische Ebene.
Nach fünf- bis sechswöchentlicher Gefangenschaft entnahm ich den Reden der Räubgr, daß diese beschlossen hatten, mich zu töten, selbst wenn ein Lösegeld bezahlt worden sei. Manchmal waren sie im Begriff, sich auf mich zu stürzen, mich zu ermorden selbst wenn ich schlummerte. Strati schlug vor, mich zu betäuben und liegen zu lassen. Er wurde aber überstimmt. Zwei Räuber, darunter ein Junge, wurden ausersehen, mich umzubringen. Nach erfolgtem Mstieg setzten wir uns nachts am Wege hin. Es war ein wunderschöner Wend. Mir war ganz feierlich zu Mute. Auch die Räuber waren in ähnlicher Stimmung. Man sprach wenig, niemand wagte mich anzurühren. Plötzlich tauchte in der Ferne eine Patrouille mit Laternen auf. Wir mußten wieder fliehen, verließen den griechischen Boden und überschritten die türkische Grenze. Ein Kilometer jenseits derselben rasteten wir in der Nacht vom 22. zum 23. August.
Infolge der Anstrengung und des Mangels an Wasser sowie der großen Hitze, Aufregung und dreimonatlicher Bewegungslosigkeit war ich zu Tode erschöpft. Strati stützte und trug mich mehr als ich ging. Ein junger Räuber, der mich mit umbringen sollte, war inzwischen entflohen.
Endlich zeigte man mir in großer Entfernung die Lichter einer großen Ortschaft; dort würde ich Wasser bekommen. Man gab mir acht Goldstücke und ein Silberstück, die Raub er drückten mir die Hand und sagten Adio. Ich war frei, und meine letzten Kräfte einsetzend, gelangte ich in beklagenswertem Zustande nach Elassona.
Arbeiterbewegung.
Hamburg, 5. Sept. Gestern abend nahm eine Versammlung der im Deutschen Metallarbeiterverband organisierten Elektriker mit 504 gegen 37 Stimmen den Antrag an, die Arbeit am Dienstag in allen Betrieb en niederzulegen, da die Arbeitgeber es ablehnten, mit dem Deutschen Metallarbeiterverband wegen des Wschlusses eines Tarifvertrages in Verhandlungen zu treten.
In Düsseldorf hat die Metallarbeit rlewegung zu einem Nach geben der A rbeitgeber geführt. 40 Betriebe mit 7000 Arbeitern bewilligten die gestellten Forderungen. In mehreren Werkzeugmaschinenfabriken streiken nur noch 680 Mann
Nürnberg, 4. Sept. Im Speditionsgewerbe ist heute morgen der A u s st a n b ausgebrockwn. Auch in Fürth legten sämtliche organisieren Transportarbeiter die Arbeit nieber.
Hauptversammlung des verbände; deutscher Apotheker.
G. Hamburg, 4. Sept.
Die achte Hauptversammlung des „Verbandes deutscher Apotheker", die aus allen Teilen Deutschlands und der Schweiz außerordentlich stark besucht war, tagte vom 2. bis 5. September im Festgebäude des Zoologischen Gartenszu Hamburg. Als Ehrengast war außer anderen au5 Hessen Medizinalrat Dr. Vogt erschiene. Von den Anträgen, die allgemeines Interesse haben, rief ein Antrag — Berlin — einen Entwurf zur reichsgesetzlichen Reaeluna des Apothekenwesens auf der Grundlage der Niederlassungsfreiheit auszuarbeiten, eine äußerst lebhafte Aussprache hervor, fand aber feine Annahme mit großer Stimmenmehrheit.
Ferner wurde beschlossen, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln auf eine gerechtere Verleihung von Neukonzessionen lnn- zuwirken. Ein Antrag, nochmals geeignete Schritte zwecks Ein-- yltzrung des SlatUKumS zu tun, fand einstimmige Annahme
Weitere Anträge betrafen votanbe^eiueiuug, Privatbcamrcu sicherung, Gehaltsreform, Apothekenbetrieb und vor allem soz ^. Fürsorge. Am Sonntag abend versammelten sich die Teilneh» zu einem Festessen im Palast-Hotel, während der Montag-Ab-r einer eindrucksvollen Huldigung am Grabe Bismarcks galt. £,u nächstjährigen Versammlungsort wurde München g wählt.
Aus Stabt und Land.
ließen, 5. September 1911. Schlechte Beschaffenheit der Eier.
In der „Hannoverschen Land- und Forstwirtschaftlichen hing" wird berichtet, daß die Klagen der l'lbnehmer über schiele Beschaffenheit der Eier in diesem Sommer häufiger laut locrjq als in anderen Jahren. „Wenn es sich um ausländische Wa t handelt, die einen weiten Weg zurücklegen muß, so wird irrta dem Einfluß großer Hitze, auch bei bester Verwahrung, eine £<e> schlechterung der Eier nicht zu vermeiden fein. Die aus bei Jnlande an den Markt gebrachten Eier dürfen aber bei sor> faltiger Behandlung vom Legetag an bis zur Musterung an dir Abnehmer in ihrer Beschaffenheit keine Beeinträchtigung erleiden. Und gar bei den Lieferungen der Gncrocrläufigenofien» schäften müßte jede Möglichkeit zu Beschwerden ausgeschtosiai sein, wenn von den Mitgliedern die auf Grund langjähriger Erfahrungen gegebenen Vorschriften für die Behandlung der Ea gewissenhaft erfüllt würden Vor allem kommt es darauf an, daß ptan die Eier jeden Tag aus den Nestern nimmt. Wenn bit Eier in den Legenestern wiederholt von Hennen bebetft werden, so tritt namentlich in der heißen Jahreszeit rasch eine Verschlechterung ein. Während es in den Wintermonaten genügt, die Eier einmal in der Wock^ zur Ablieferung kommen, so mutz int Sommer mindestens zweimal in der Woche mit dem Eiere rat geräumt werden. Auch bei allen Eierverkaufsgenossenschastei! ist jetzt für die Zeit vom Frühjahr bis in den Herbst hinein eutt zweimalige Ablieferung in der Wocke vorgesehen. Sodann bongt für die Erhaltung der guten Beschaffenheit der Eier außerordentlich viel davon ab, dai; die Gier vom Legetag an bis zur A- tieferung in einem kühlen, bunftfreien und gelüfteten Ramm aufbewahrt werden Auch dürfen die Eier in dem Raume nicht der Sonne ausgesetzt sein, da die Verdunstung des Eiinhaluz sonst beschleunigt wird und Zersetzungsvorgänge im Ei eintreten. Bei den Giern, die als sogenannte „Fleckeier beanstandet tva> den, handelt es sich oft um Gier, die der Sonnenbestrahlung tmj. gesetzt waren. Vorn Abwaschen schmutziger Eier muß man in bn heißen Zeit Abstand nehmen, wenigstens dürfen gewaschene Gin nicht 5um Versand kommen, da sie erfahrungsgemäß außerordentlich leicht dem Verderben ausgesetzt sind. Wenn die Nester imb der Stall gut reingehalten werden, darf cs eigentlich, namentlia wenn trockenes Weiter herrscht, gar keine schmutzigen Eier geben. Finden sich aber solche doch vereinzelt vor, bann verwende man sie in der eigenen Haushaltung, zu welchem Zweck sie abgewaschen werden können"
• • Vom hessischen ©enbarmertetorpS. Frhc. v. 91 ormann, Oberst und Kommandeur des Großh. Hess. Gend.-KorvS, in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit] der gesetzlichen Pension, unter Anerkennung seiner lang- jäbriaen, treuen und ersprießlichen Dienste unt Verleihung des Charakters als Gen.-Major in den Ruhestand verseh!. Schmidt, Oberstlt. im Großh. Heff. Gend.-KorpS, unter Beförderung zum Oberst, zum Kommandeur dieses Korps ernannt.
** Vom Alldeutsch en Verband wird uns ge schrieben: Der Münchener Privatdozent Dr. Albrfthr Wirth, der erst kürzlich aus Marokko zurückgekehrt ist uÄ die marokkanischen Verhältnisse genau kennt, ift von her hiesigen Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes zu einem Vortrag über Marokko gewonnen worden, der im Laufe bet- September stattsinden wird. In den verschiedenen Städten, in denen Dr. Wirth bis jetzt gesprochen, erzielte er groß.-n Erfolg; handelt es sich doch babei um eine Frage, in r. für unser Vaterland außerordentlich viel auf dem SM steht.
* • Eise n bahnnns all. Von dem Stuckgüterzug, du fahrplanmäßig gegen 3V2 Uhr nachmittags von Gelnhausen hier eintrifft, entgleisten gestern auf dem Bahnhof Büdingm der Lokomotiv-Tender und der Packwagen. Personen rourbtn nicht verletzt. Tas Gleis wurde gesperrt und der Personen« verkehr durch Umsteigen an der Unfallstelle aufrecht erhalten. Gegen 12 Uhr mittags fuhr der Hilfsgerätewagen von f)itt nach Büdingen.
* 2000 Mark Belohnung. Die Firma Opel in Rüsselsheim ist jetzt zu der Ueberzeugung gelangt, der große Brand, der am 20. August einen großen Teil btt Fabrikanlagen in Asche legte, von verbrecherischer Hon- angelegt worden ist und setzt einen Preis von 2 0 00 Mail auf die Ermittelung der Brandstifter auS. Anfänglich hatte man den AuSbruch des Feuers auf Selbst- entzündung zurückführen zu müssen geglaubt.
Landkreis Gießen.
— Staufenberg, 3. Sept. Gestern nachmittag mt- stand auf dem in unserer Gemarkung liegenden Inden- kirchhof auf unaufgeklärte Weise Feuer, das den dürm Rasen, die Heckeneinfriedigung und Bäume vernichtete. Bei entgegengesetztem Wind wäre Kirchberg bedroht gewesen. Dr Feuerwehr von Staufenberg löschte den Brand.
Kreis Büdingen.
x Nidda, 4. Sept. Der heute hier abgehalftft Herbst - und Kirchweih markt, sonst der bcdeutenbft aller hiesigen Märkte, wurde durch den Ausfall des Rrü» Viehmarktes und der Prämiierung stark beeinträchtigt. Infolge der in der Wetterau herrschenden Maul- und Mauen- feuche hatte das Kreisamt Büdingen erst in den letzte« Tagen noch verfügt, daß der Markt nur mit Schweinen ob ! Ziegen befahren werden dürfe, die aus unverseuchten ob nicht zum Beobachtungsgebiet g-hörigen Orten des Kreist Büdingen stammten. Daher mußte auch die Preisverteilung ausfallen. Sogar die sonst mit dem Markte verbundene Verlosung fand insofern eine Abänderung, als an Stelle der 10 ersten lebenden Gewinne, Kälber und Rinder, int auf dem Markt angekauft werden sollten, 10 Geldpreise wn 300 bis 70 Mk. ausgesetzt wurden. Der Austrieb auf bei Schweinemarkt war sehr stark, namentlich wurden Ferkel , in Menge zum Verkauf gestellt. Die Preise dafür rotier aber infolge der immer teurer werdenden Futtermittel niedrig. Es wurden 4 bis 5 Wochen alte Ferkel i)d Stück zu 3 Mk., 8 bis 9 Wochen alte das Btil ! ziH 6 bis 8 Mk. und etwa 10 Wochen alte Ferkel mit 12 ßW [ bezahlt. Dagegen waren die Preise für Einlegefchtveint ber geringerem Auftrieb recht hoch; sie kosteten 55 bi- 60 Mk. Auf dem Ztegennmrkt fand nach stattgeha.bter Sb rung eine Versteigerung von Zuchtböcken des Kreiszieg^- zuchtvereins Büdingen statt. Die Preise hielten sich stk schöne diesjährige Tiere zwischen 35 bis 41 Mk. Der Zie^st- markt war schwach befahren. Der Krämermurkt am W? mittag war sehr gut besucht.
Kreis Lauterbach.
R Lauterbach, 4. Sept. An dem gestrigen Herlp ausflug des hiesigen Zweigvereins des V. H.-Klub^ «ach Schott«!, wvtzjzi gleichzätig eine Gsjamüvmw«r»g


