Ausgabe 
30.11.1911 Erstes Blatt
 
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von sieben Sol baten gefunden, die lebend eingegraben worden waren, so daß nur der Kopf aus der Erde hervorragte. Einem Leichnam, der identifiziert wurde, waren die Augen herausaeris- s e n und an der Stirne angenäht. Durch die krampf­hafte Zusammenziehung der Augenlieder konnte festgestellt werden, daß der Soldat noch am Leben war, als er diese Grausamkeit erlitt. Ein anderer Leichnam war kastriert. Bei einem weiteren war einem aus der Erde hervorragen­den Arm die Hand abgeschnitten. Andere Leichen wiesen Spuren anderer schändlicher Mißhandlungen auf. Die Mili­tärbehörde und das Geniekorps haben photographische Aufnahmen gemacht. Ein Korporal, dem es in dem .Kampfe vom 26. Oktober gelungen war, das Gros, der Truppen zu erreichen, hatte bereits diese Grausamkeiten, die nicht nur von den Arabern, sondern auch von regu­lären türkischen Truppen und Frauen begangen waren, gemeldet. Aber die italienischen Behörden hatten Beweise abwarten wollen. Die Persönlichkeit mehrerer Opfer ist seftgestellt worden, doch werden die Namen aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht veröffentlicht. In der letzten Nacht wurde auf dem Kirchhofe im Innern der Stadt die eingegrabene Leiche eines Artilleristen gefunden, der an- schemend in Gegenwart eines Gendarmen oder Lar von ihm selbst ermordet worden ist. Der Gendarm rst verhaftet worden.

Das Neueste aus Tripolis.

Tripolis, 29. Nov. (Agenzia Stefani.) Abgesehen vön einigen Gewehrschüssen ans der Oase, die die Arbeiten der italienischen Truppen stören sollten, ereignetesichnichts Neues. iTre Arbeiten sclneiten rüstig vorwärts. Durch mehrere Rekognoszierungen der Truppen und Flaggschiffe wurde eine Ver­schiebung der feindlichen Streitkräfte festgestellt. Es laufen Mel­sungen über Unzuftiedenheit und Desertion der Araber ein. Von den im letzten Kampf Verletzten sind italienischerseits vier schwer verwundet, der Zustand der anderen bessert sich.

Ein italienischer Erfolg bei Bengljast.

Aus B e n g h a s i trifft die amtliche italienische Nachricht von einer glänzend durchgeführten Operation eines S t r e i f k o r p s unter General D a m i c o ein. Eine am Abend des 27. November aus.Rekognoszierung begriffene Kaval­lerieabteilung wurde von einer größeren Beduinenbande mft leb­haftem Gewehrfeuer empfangen, wodurch ein Italiener getötet wurde. Unter dem Kommando des Generals Damioo wurde ein aus drei Waffengattungen zusammengesetztes Streifkorps ge­bildet, um die Beduinen, die in beträchtlicher Anzahl sieben Kilo­meter von den vorgeschobenen italienischen Stellungen sich be- sanden, zu züchtiaen. Das Korps ging sofort zum Angriff auf die überraschten Beduinen über. Es kam zu einem lebhaften längeren Gefecht, das mit einer vollständigen Niederlage der Beduinen, die fast alle tot auf dem Platze blieben, endete. Darauf ließ General Damico das Gebiet, wohin sich die Ueberlebenden geflüchtet hatten, beschießen, bis jeder Wider­stand gebrochen war. Er traf nach Sonnenuntergang in Ben- ghasi wieder ein. >Tie Verluste italienischerseits sind noch nicht genau festgestellt. Zwölf wurden getötet und etwa 30 verwundet. Die Haltung der Truppen ist musterhaft, die Stimmung sehr gehoben.___________________________________________

Aus Hessen.

Aus dem Wahlkreis Friedberg-Büdingen.

Zu der gestrigen Notiz, wonach die Einigungskandidatnr Strack in Frage gestellt sei, wird uns von genau unter­richteter Seite mitgeteilt, daß dies vollständig ans der Lust gegriffen sei. Die Notiz war durch eine bekannte Korrespondenz auch in anderen hessischen Blättern ver­breitet worden.

tum annehmen dürfen, weniger als Vierzehnjährige mit Erlaubnis der Eltern orthodox werden können. In besonderen Ausnahme- ällen bedarf der Beschluß des Heiligen Synods dieser Erlaubnis nicht. Tic Gesetzesvorlage wurde wegen bedeutender^ Meinungs­verschiedenheiten zwischen dem Reichsrat und der ^uma einem besonderen Vereinbarungsausschuß von vierzehn Abgeordneten der beiden Körperschaften übergeben.

Die Botschaft Tafts, die am Montag an den ameri­kanischen Kongreß geht, rourbe am Dienstag abend fertig i estellt. Sie ist der Trustsrage gewidmet. Wenn auch die Emzel- ! leiten noch nicht veröffentlicht sind, so heißt es doch, datz dn bundesgerichtliche Inkorporation, wie sie Taft vor zwei Jahren entwarf, neuerlich als Methode für die Lösung des Trustprvblems vorgeschlagen werden soll. Eine Anregung betreffs Abänderung des Shermanschen Antitrustgesetzes soll die Botschaft angeblich nicht enthalten. i2er Präsident gedenkt die Tariffrage m einer Sonderbotschaft nach dem 12. 'Dezember zu behandeln, sobald »as Tarifamt die Berichte über die Woll- und Daumwollpreise veröffentlicht hat.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 30. November 1911.

Besorgt rechtzeitig die Weihnachtseinkäufe!

Sehr viele Leute denken an die Weihnachtsgaben wochen­lang vor dem Fest, können sich aber nicht zu dem Entschluß aufraffen, das, was sie für das Richtige befunden haben, auch rechtzeitig, bereits geraume Zeit vor dem Weihnachts­este, zu kaufen. Daraus, daß mit dem Einkauf der- igen Sachen zu lange gezögert und oft erst kurz vor dem Weihnachtsfeste ein Entschluß gefaßt wird, was für das Weihnachtssest gekauft werden soll, entstehen den Handel- und Gewerbetreibenden allerlei Schwierigkeiten, so daß sie während der letzten Tage vor Weihnachten die Nacht zum Tage machen und aus Sonntagsruhe ganz und gar ver­zichten müssen. Wir möchten deshalb im Interesse der Geschäftsleute einer gleichmäßigeren Verteilung des Weih­nachtsgeschäftes das Wort reden, indem wir an alle die- enigen, welche dazu in der Lage sind, die Bitte richten, )ie Weihnachtseinkäufe nicht auf die letzten Tage vordemFeste auszuschieben, sondern ihren Bedarf für Weihnachten, soweit das irgend möglich ist, chon jetzt bei den Geschäftsleuten zu entnehmen. Llber ruch im Interesse der Käufer und Besteller liegt es, mit ren Weihnachtseinkäufen und Weihnachtsbeftellungen nicht bis unmittelbar vor dem Feste zu warten. Kurz vor Weih­nachten wird der Andrang in vielen Geschäften so groß, raß die Geschäftsleute den Wünschen der Kauflustigen bei dem besten Willen nicht immer ganz gerecht werden kön­nen; kurz vor Weihnachten ist aucy das Lager zumeist nicht mehr so gut sortiert wie vorher. Jetzt können die Käufer und Besteller von Sachen auf alle Fälle in Ruhe ihre Auswahl treffen, während sie später sich rascher ent» chließen müssen, als ihnen lieb sein wird. Und Arbeiten, die in Bestellung gegeben werden sollen, können nur besser ausfallen, wenn ihre Bestellung nicht bis zum letzten Augen- rlick verschoben wird. Es kann deshalb jedem nicht dringend genug ans Herz gelegt werden, seine Weihnachtseintaufe zur rechten Zeit, schon einige Wochen vor dem Weihnachts- ?e]"te, zu machen. Bei dieser Gelegenheit sei auch un- ere schvn oft ausgesprochene MahnungKauft am Platze!" wiederholt. Damit Dienen die Käufer nicht nur den hie- igen Geschäftsleuten, sondern in erster Linie ihrem eigenen Interesse. Sie brauchen keine Reisespesen und^Portokosten ür ihre Einkäufe, können nicht gefallende Sachen leicht rmtauschen und schonen mit der Siärkung der Steuerkrast )er Geschäftsleitung ihre eigene.

Deutsches Reich.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Der Kaiser beglückwünschte den Reichskanzler zu seinem Geburtstag (am 29 Nov. ist der Reichskanzler 55 Jahre alt geworden) in gnädigen Worten und machte ihm eine Vase mit dem kaiserlichen Namenszug zum Geschenk.

Das Arbeitskammergesetz, das im Reichstage nicht mehr zur Erledigung kommen wird, dürfte, so schreibt man uns aus Berlin, als vollständig gescheitert betrachtet werden, da die Regierung beabsichtigt, diese Materie dem Reichstage nicht mehr vorzulegen. Es ist möglich, daß diese Materie den Reichstag später einmal in anderer Form be­schäftigen wird. Die dem Reichstage vorliegende kleine Strafgesetznovelle soll aus den Wunsch des Reichs­justizamts in der nächsten Woche noch in dritter Lesung verabschiedet werden.

Die nationalliberale Fraktiondes Reichs­tags hat einen Initiativantrag eingebracht betreffs An­nahme eines Gesetzentwurfs über das Verdingungs­wesen für das Deutsche Reich. Durch diesen Entwurf soll das Submissionswesen reichsgesetzlich geregelt werden. Zu Grunde gelegt ist dem Anträge der vom Hansabund seinerzeit ausgearbeitete Gesetzentwurf über das Verdingungswesen. An eine Verabschiedung dieses Antrags ist bei der Geschäfts­lage des Reichstags nicht mehr zu denken.

In derVoss. Ztg." wirbt Generali eldmarschall Freiherr von der Goltz in einem langen Artikel Mitglieder für den Jung-Deutschland-Bund. Dieser werde die Volks! caj: und Wehrkraft stählen mrt der E Wartung der Jugend und damit dem rapioen Rückgang der Geburten­ziffern entgegenwirken. Ter ganze Bau des Jung-Deutsch- land-Bundes solle von der Mitgliedschaft getragen werden. Diese solle sich aus allen gebildeten Ständen rekrutieren. Frauen seien als Mitglieder sehr willkommen. Politische und Parteiinteressen würden von den Bestrebungen des Jung-Teutschland-Bundes streng ferngehalten werden.

Die badische Zweite Kammer wählte zum ersten Präsidenten Rohrhurst (natl.) mit 39 Stimmen, zum ersten Vizepräsidenten Gei je (Soz.) mit 38 Stimmen und zum zweiten Vizepräsidenten M u s e r (Fortschr. Volksp.) mit 41 Stimmen.

Der PariserTemps" veröffentlicht heute die offen­bar durch Indiskretion in den Besitz seines Straßburger Korrespondenten gelangte Liste der vom Kaiser in Die erste Kammer für Els-Lo thringen Beru­fenen. Es seien dies die Herren: Weihbischof Zorn von Bulach, General von Moßner, AbgeorDneter Rechtsanwalt Tr. Vonderscheer-Straßburg, Mgeordneter Dr. Hoeffel- Buchsweiler, Staatsrat Exzellenz Dr. Wack, Altbürgermeister von Straßburg, Professor Labaud, Baron von Türckheim, Graf von Andlav, Abgeordneter Gregoire, Seminardirektor Rech, Professor Adtr-lliohrbuch, Rechisanwalt Ruylant-Eol- mar, Fabrikbesitzer Bian-Sentheim, Baron von Reinach, Hüttendirektor Miethe-Rohrbuch. Tie Liste dürste, so fügt das Wolffsche Bureau hinzu, der Wirtlichkeit entsprechen. Die kaiserliche Genehmigung steht jedoch noch aus, oa die Angelegenheit zurzeit Den Bundesrat noch beschäftigt.

Ausland.

Der russische Reich-.>iat hak die Prüfung der Gesetzes- Vorlage über den Glauben s w c chs e-L abgeschlossen. Para­graph 3 wurde dahin abgeändert, Dai, über 14 Jahre alle Nicht­christen und Heidey vor .Erreichung Dee Volljährigkeit das Ehri|len-

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Tageskaleudcr für Donnerstag, 30. Nov. Vortrag des Kaufm. und des Ortsgewerbevereins: Rechnungsrat Harth- Darmstadt: Die Reichsverjicherungsordnung. Abends 8l/2 Uhr imEinhorn".

Gesellschaft für Erd- und.Völkerkunde unD Oberh. Gesellschaft ür Natur- und Heilkunde: Vortrag von Professor Fraas- Stuttgart: Die Saurier-Lagerstätten in Dcutsch-Ostafrika und deren.Ausbeutung. Abends Uhr in der Universitätsaula,

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* * L.U. Nach vorläufiger Feststellung sind im laufen­den Semester 1276 Studierende an der Landesuniversität immatrikuliert, gegen 1243 im Wintersemester 1910/11.

* * P f a r r p er s o n a l i e n. Der Gro scher zog hat dem Pfarrverwalter Wilh. Drautmanli zu Appenheim die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen.

* * Erledigte L e h r e r st c l l c n. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein- Krotzenburg. Tie mit einem cvang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Geincindcschule zu Kaul sto s. Dem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden.

Die Wahlen zur Hessischen Landwirtschaft§. kammer werden voraussichtlich gleich nach den Reichs. tagSwahlen stattstnden; man ist zurzeit mit der Aufstellung der Wahllisten beschäftigt. Die 1906 gegründete Kammer hat eine fünfjährige Daiier und nach Ablauf dieser Zeit müssen für sämtliche Wahlbezirke, deren es in jeder Pro­vinz 15, also zusammen 45, gibt, Neuwahlen stattfinden. Streng genommen ist die Gültigkeit der Mandate abgelaufen, da die 5 Jahre um sind, doch hat man mit Rücksicht auf die seitherige Krankheit des 1. Präsidenten, Geheimrat Haas, bisher von einer Neuwahl abgesehen. Die Wahl ftndet in- direkt statt. Es sind für jeden einzelnen der 45 hessischen Wahlbezirke je 15 Vertrauensmänner zu wählen, die dann den Abgeordneten zu wählen haben.

Stadttheater. Die zu kleinen Preisen am nächsten Sonntag nachmittag stattstndende Aufführung des erfolg­reichen Schwankes .Meyers" ist die unbedingt letzte des Stückes. Auch »Polnische Wirtschaft wird am Sonntag zum letzten Male in einer Abendvorstellung gegeben, doch sind noch einige Nachmittagaufführungen des beliebten Baude- villes beabsichtigt.

Frauenvortrag. Einen Rückblick in die An­fänge der modernen Frauenbewegung will der Vor- trag bieten, den Frau Wolff-Jaffö aus Mannheim am 5. Dezember auf Veranlassung des hiesigen Frauen- slimmrechtsvereins halten wird. Tie edle, Willensstärke Persönlichkeit von Luise Otto-Peters, die mit sicherem Blick die soziale und politische Seite einer Bewegung erfaßte, deren Bedeutung heute in allen Bevölkerungsschichten an- erkannt wird, soll im Mittelpunkt stehen. In einer Zeit wie der heutigen, die für die Frauenbewegung voll von (Segen» wartskampfen und ZukunftSzielen ist, tut man gut, sich ein­mal an die stillere Vergangenheit zu wenden und dort der Quelle nachzuforschen, die einen so breiten Strom in die Zu­kunft sandte. In unserer Stadt, in der der Frauenbetäligung so viel Raurn gegeben wird, kann es an allgemeinem In­teresse für das Thema nicht fehlen, für das der Verein in Frau Wolff-Jafjs eine hervorragende Referentin gewonnen hall

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** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwil­liger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung des Großherzogs an Ludwig Keitz zu Landenhausen.

Dienstjubiläum. Der Lokomotivführer Georg Behling in Gießen feiert am 1. Dezember sein 25jähriges Dienstjubiläum.

** Vom Teufelslustgärtchen. Tie Aussprache über die Mühlgasse, deren Anwohner mit der Bezeichnung Gasse für diesen Straßenzug nicht einverstanden sind, hat auch die Anwohner des Teufelslustgärtchens mobil gemacht. Sie wollen bei der Stadtverordnetenversammlung bean- waaen, das alte Teufelslustgärtchen in Kleine Löwen­gasse umzutaufen. Der Antrag lag übrigens vor 10 bis 12 Jahren schon einmal dem Stadtparlament vor und wurde >amals damit begründet, daß neuerdings unsere ÜNusen- öhne an dem Namen, der an den leibhaftigen Belzebub zu sehr mahne, Anstoß nehmen und insotgedeffeu die Zim­mer rn dem Sträßchen sich nicht mehr vermieten ließen, wodurch den Bewohnern der Gasse ein großer Schaden er­wachse. Ter Antrag, den alten historischen Straßennamen, -er allerdings recht originell ist, auszumerzen, wurde ein- timmig von den Stadtvätern abgelehnt. Stadtv. Dr. Schaefer machte damals die Mitteilung, Daß es sich bei dem Straßennamen nicht etwa um ein ehemaliges Lusrgärtchen des leibhaftigen Teufels oder der Sünde handelt, sondern daß da, wo heute Teüfelslustgärtchen sich befindet, srüher, als diese Gegend noch wenig bebaut war, ein Regierungsrat Teufel, ein Häuschen, von einem schön gepflegten Blumen­garten umgeben, besessen hat. Die Gießener nannten dar- . nach die Gegend und diese Bezeichnung aus früheren Jahr­hunderten ist spater haften geblieben und auf ben Straßen­zug übertragen worden.

* Ein Gnadengesuch für den Raubmörder Erbe hat nunmehr auch dessen Verteidiger, Rechtsanwalt Kauf­mann, beim Großherzog eingereicht. Wenn auch Erbe selbst ein Gnadengesuch einreichen wollte, so glaubte Rechtsanwalt Kaufmann doch dazu verpflichtet zu sein, um bei der maß­gebenden Stelle auch die Zweifel, ob Erbe die Tat wirklich mit Ueberlegung ausgeführt hat, vor der Entscheidung zu Wort kommen zu lassen.

Preisgekrönt. Auf der Kanarien-Ausstellung in Koblenz erhielt Herr Louis Petri, Mitglied des Kanarien- zucht- und Vogelschutzveceins, für seine Vögel unter starker Konkurrenz die goldene Ülledaille.

Aufgegriffen wurden hier im Walde durch die hiesige Gendarmerie zwei Zöglinge, die aus der Erzieh« ungsanstalt Wabern bei Kassel entsprungen sind.

Lanvkreis Gießen.

= T aubringen, 29. Nov. Dieser Tage feierte unfet. Bürgermeister Wilh. Walter VI. sein 25jähriges Dienst-, jnbiläurn. Am Abend des Festtages wurde ihm von sämt- ichen Vereinen des Ortes ein Fackelzug gebracht. Hierbei hielt >er Vorsitzende des Kriegervereins, Schuhmacher Ludwig Grölz, eine Ansprache, in der er im Namen der Einwohnerschaft deren Glückwünsche zum Llusdrnck brachte, und die selbstlose, segensreiche Amtstätigkeit des Bürgermeisters hervorhob. Ter Redner übet* reichte dem Bürgermeister eine von sämtlichen Vereinen der Ge-. meinde gestiftete Ehrenurkunde. In bewegten Worten dankte Walter dem Redner und der Einwohnerschaft für die ihm ent­gegengebrachten Ehrungen. Rcallehrer Stahl aus Offenbach sprach der Gemeinde Anerkennung für ihre Eintracht aus. Gesang- unb Turnvereine verschönten die Feier mit Liedervorträgen und Pyramiden. Zum Schluß gedachte Herr Grölz des Großherzogr. Tas Hoch auf den Landessüftten wurde von Der ganzen Gemeinde begeistert ausgenommen. Hierauf bewegte sich der Zug durch ben Ort, wonach sich die Vereine in ihren Vereinslokalen zu einem gemütlichen Beisammensein zusammensanden.

Kreis Bübingen.

0 Blofeld, 30. Nov. Ein hiesiger Unternehmer hat von dem Forftsiskus einen größeren Geländekomplex käufq lich erworben, um auf demselben ein Bas altw er k zu er­richten. Das Material ist hauptsächlich zu Pslasterfteinen geeignet.

0 Aus dem Seeutale, 29. Nov. Obschon die Preise für die fetten Schweine schon geraume Zeit abgeschlaaett sind, so daß das Pfund Lebendgewicht nur noch 44 Pfg. kostet, steht der Verkaufspreis für das Pfund F l e i s ch n o ch auf 7 0 bis 75 Pfg., für das Pfund Wurst auf 80 Pfg Dieser Preis ist für ländliche Verhältnisse zu hoch und steh' nicht im Einklang mit den Einkaufspreisen.

Kreis Alsfeld.

0 Ruppertenrod, 29. Nov. Ter älteste Mann unserer Gemeinde, der Gastwirt Johannes Geiß, wurde hier zu Grabe getragen. Ter Verstorbene stand im saft voll­endeten 84. Lebensjahre. Dreißig Jahre lang war er Mit­glied des Gemeinderats. In seinen jüngeren Jahren wcv er ein vortrefflicher Jäger und erst Die Bürde des Alters nahm ihm die Flinte aus der Hand. In seiner Lebe.is- weise war der Verstorbene von einer geradezu seltenen Anspruchslosigkeit. Krieger- und Gesangverein, beten Vereinswirt er lange Jahre gewesen, nebst einer großen Zahl Leidtragender folgten dem Sarge des Greises.

§Ober-Ohmen,29. Nov. In großer Gefahr schwebte ein hiesiger Landwirt durch das Durchgehen seiner Pferde Er hatte Pfuhl auf den Acker gefahren, als Sie Pferde scheuten und durchgingen. Der Besitzer suchte mit aller Kraft die Zügel zu halten, wurde zu Boden geworfen um eine Strecke geschleift. Dann mußte er die Zügel fahren lassen, und die Pferde rasten weiter. Sie kamen daheim an mit nur noch drei Rädern am Wagen. Daß weiter kern Schaden geschah, ist ein Wunder.

Kreis Lauterbach.

~ Schlitz, 29. Nov. Siachdem die im Frühjahr d. In. in zwei Gemeinden des SchlitzerlandeZ ousgebrochene Maul- unb Klauenseuche als erloschen zu betrachten war, i|t sie erneut und zwar diesesinal in einem Gehöft zu Pfordt zum AuSbruch gekommen. Durch eiten hiesigen Viehhändler soll die Seuche dorthin verschleppt worden sein. Tie kranken Tiere sollen vorher in seiner hiesigen Stallung untergebrackk worden sein, so daß die Gefahr besteht, daß die Seuche auch hier zum Llusbruch kommen kann. Die nötigen Sperr- maßregeln wurden angeordnet.

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I Landesverbandes F Miin zu Solms-Hohe

Laubach, die Gr |(, Frau Staatsmin Ltt aus Gießen war S Faste durch die Sol

Pfarrer Werne l den Begründer dck fcnbinnen junger L, Der einzige Sa I Redner für die sei Ijeri, von Damen bei MüßungSabend.

I ch. Aus Rheins Irischen $ ein ad I )agd gepaßte! un Iffmutzll Run siel Üische Jagdpä Iroiiyroieienen Jagd/ 50 Mark an die hesfisc

1. Mainz, 29, S Tladverordaetett 'undes trab des Stritt) üiitjUiruBg her B ucmwn. - Sei ocrstt ÄM ein geboren, ck vermacht. - Es Sermig von handel, tz schuf; soll aus fünf delskammn und vier

Kreis Schotten.

Ulfa, 28. Nov. Am 16. Ottobev begann hier auf Veranlassung des Kreisamtes Schotten ein Haushal­tungskursus, der heute mit einer Prüfung ge­schloffen wurde. An dem tiursus beteiligten sich 22 Mädcheilf im Alter von 15 bis 20 Jahren. Der Unterricht erstreckt- sich auf alles, was von der künftigen Hausfrau und Mutter gefordert werden muß: Kochen und Backen, Waschen un> Putzen, Weißzeugnäher und Flicken, Bügeln u. a. m. Außer«' dem erhielten die Modchen durch Medizlualrat Tr. Köuiger- Schotten Unterweisung in der ersten Hilfeleistung bei ipiöy Lichen Unglücks f alt en, im Krankentransport, in der Krönten« pflege und endtich in der Behandlung und Psiege der Säug^ iInge. Tie Prüfung, zu Der außer Kreisrat Tr. Strang 1 buijicr, Schulrcu Feuerbach und Oberamtsrichter Nisp^ l