Der Ansatz erfolgt ohne Rücksicht auf bie Tilgung selbst von dem Etatsjal/r ab, das unmittelbar auf den Bücherschlnst folgt.,
3-ür die Tilgung nach Artikel 9, Abs. 3, werden ersparte Zinsen nicht gerechnet.
Artikel 12.
Die für das einzelne Etatsjahc verfügbaren Tilgungsmittel sind spätestens bis zum Wlauf des dritten auf den Bücherschluß folgenden EtatsjahreS zu verweirdcn.
Artikel 13.
Dieses Gesetz tritt am 1. April 1912 in Kraft."
Die Ausbildung der hessischen volksschnliehrer.
rb. Darmstadt, 28. Dez. Bezüglich der Ausbildung der hessischen Volksschullehrer soll im nächsten Jahre eine wesentliche Verbesserung eintreteu insofern, als die schon seit einer Reihe von Jahren angcstrebtc C i n sü hr u n g eines sechsten Seminarjahres in die Wege geleitet und gleichzeitig die Prästaranden-Änstalten mit den Seminarien vereinigt werden sollen. Dieser Ausbau der Seminarien zu sechskl-assigen Anstalten stellten sich seit- her finanzielle Schwierigkeiten und der seit etwa 1901 einsehende, rasch zunehmende Lehrermangel hindernd in den Wog. Nachdem nunmehr aber der Lehrermangel überwunden und der Seminarneubau in Bensheim, sowie die Erweiterungsbauten in Alzey und Friedberg fertiggestellt sind, soll die Seminar- re form zu Ostern 1912 in den vorhandenen Räumen durchgeführt werden. Es ist dies nur möglich, wenn man ein P a r a l l e l s e m i n a r e i n g e h c n läßt und auf die in erster Linie zu empfehlende Aushebung d e r P r ä para n d e n a n ft a l t e n vorläufig verzichtet. An Stelle der Präparandenanstalten sollen später zwei- llässige Vorseminarien eingerichtet werden, die, wenn auch vorläufig von der Hauptanstalt räumlich noch getrennt, doch in organischem Zusammenhang mit dieser stehen. An den drei Hauptseminarien wären die vier oberen blassen je eines Hauptseminars von dem einen noch bestehen bleibenden Parallelseminar je zwei Klassen so lange unterzubringen, bis der fehlende vierteSeminarbau fertig- gestellt ist. Mit der Einführung eines sechsten Ausbildungs- jahres in den Lehrerseminaricn muß auch die Ausbildungszeit im Seminar für Volksschullehrerinnen um ein Jahr verlängert werden. Dadurch wird die Anstellung je zweier weiterer Lehrkräfte erforderlich. Auch der pädagogische Kursus soll später, wenn der neue Seminar- iehrplan voll durchgeführt ist, d. i. in etwa fünf Jahren, auf zwei Jahre ausgedehnt werden. Nach Umwandlung der Präparandenanstalten in Vorsemiuarien sollen die Vorsteher und Lehrer die gleichen Gehalte beziehen (B b 11 der Be- soldungsordnung) wie die Seminarlehrer haben.
Mit dem Seminar zu Bensheim soll auch eine Uetz ungs s ch u le verbunden werden, in der den Seminaristen Gelegenheit gegeben wird, unter .Anleitung das praktische Unterrichten zu erlernen. Diese Uebungsschule erfordert vier Lehrer, einen davon provisorisch. Neven den Gehalten sollen dem Lehrpersonal besondere Vergütungen gewährt werden, die für den Leiter der Uebungsschule 300 Mk. und für jeden Lehrer 200 Mk. betragen.
Die Reichstagswahlbewegung.
Aus dem Wahlkreis Darmstadt-Groß-Eerau wird uns geschrieben:
bs. Darmstadt, 28. Dez. Kaum ist die Kandidatur Werner zurückgezogen, so stellt flugs das Zentrum hier einen eigenen Kandidaten auf. Daß auch hier nur eine zwecklose Zählkandidatur vorliegt (wenn nicht andere Gründe für diese Aufstellung maßgebend waren), geht aus der Person des Kandidaten selbst hervor. Ausgerechnet den Frecheren von Hertling hat man sich erwählt mit der weisen Begründung, weil er ein geborener Darmstädter sei. Das Zentrum erreicht durch sein Verhalten nur, daß unter Umständen der fortschrittliche Kandidat Dr. Strecker und der Sozialdemokrat Dr. Quessel in die Stichwahl kommen. Dann hat die Sozialdemokratie ein leichtes Spiel, da das Zentrum sich bei der Stichwahl der Stimme enthalten wird, weil ihm ja Dr. Strecker aus mancherlei Gründen besonders unsympathisch ist. Fast will es scheinen, als folgten die Vertrauensmänner der Darmstädter Zentrumspartei einem Winke von oben. Wenn man sich die Person des Kandidaten ansieht, gewinnt diese Annahme sehr an Wahrscheinlichkeit.
Die Reformen in China.
Peking, 28. Dez. Die Kaiserin witwe!, Duan- schikai und die Mandschu-Prinzen verbrachten den ganzen Vormittag damit, die von der Friedenskonferenz in Schanghai gemachten Vorschläge zu beraten. Prinz Äulang und Prinz Tsaitao traten dem Plan entgegen, eine zahlreichere und mehr repräsentative Konferenz als die in Schanghai einzuberufen. Prinz Ching sprach sich dagegen für den Plan aus. Der Thron wurde schließlich dahin schlüssig, den Vorschlag anzunehmen. Infolgedessen ließ der Thron dem Kabinett die Weisung -ukommen, das iwtwendige Reglement für die Einberufung einer neuen Konferenz auszuarbeiten und die Delegierten der Friedenskonferenz in Schanghai davon zu verständigen, daß der Thron die Entscheidung dieser neuen repräsentativen
in unseren Mittelgebirgen vorhanden, aber er genügte nicht dem Schiläufer. Doch ist unter dem Einfluß des abziehenden Luftwirbels — die West-(Rück-)seiten der Wirbel werden von falten, die Ost-(Vorder-)seiten von warmen Luftmassen gespeist — in den letzten Tagen iin Mittelgebirge neuerdings Schnee gefallen, der die Ausübung des Wintersports ermöglicht. So melden Hoherodskopf etwa 20 Ztm., Feldberg ^Taunus) 7—10 Zentimeter, Westerwald etwa 15 Zentimeter bei leichtem Frost in den Morgenstunden. Die allgemeine Wetterlage ist jedoch der Erhaltung dieser Schneedecken zunächst nicht günstig. Wenn auch ein von den Azoren her vorgedrungenes Hochdruckgebiet eine Unterbrechung der Niederschläge gebracht hat, so deutet sich doch an den Westküsten Irlands wieder fine nahende Zyklone an, die bald im Flachlande Regen und Erwärmung bringen dürfte. Die A u s s i ch t e n aus F r o st in den Niederungen während der Feiertage sind noch immer äußerst uugünstig. Dagegen darf damit gerechnet werden, daß in den Mittelgebirgen die Erwärmung nur rasck vorübergehender Narur ist, und daß am Sonntag und Montag wieder eine neue Schneedecke sich biildet. Denn die Südseiten vorüberziehender Luftwirbel rufen (in der freien Atmosphäre meist nur bis 500 Meter Höhe Erwärmung hervor, während die höheren Luftschichten gerade von Ablühlungserscheinungcn belro,sen n-erben, mit zunehmender Erhebung in steigendem Matze. Für Ausübung des Wintersports im Mittelgebirge durften die Feiertage wohl Gelegenheit geben, wenn auch teilte idealen Schnee^Verhältuifie zu erwarten sind. In den höheren alpinen Lagen sind die Verhältnisse natürlich wesentlich günstiger.
Konferenz annehme, welche Regierungsform sie auch beschließen möge.
Angesichts der Tätigkeit der Aufständischen in Schanghai fragen die Regierungsbehörden, ob die Aufständischen die lange Verzögerung, die bei der Einberufung der neuen Konferenz unvermeidlich ist, annehmen werden, obgleich die Haltung des Thrones keinen Zweifel darüber gelassen hat, daß er bereit ist, abzudanken, wenn die Abdankung das einzige Mittel ist, die gegenwärtige Krisis zu beseitigen.
Gestern abend wurde das kaiserliche Edikt bekannt- gemacht, in dem der Thron seine Zustimmung ausspricht zu der vorgeschlagenen repräsentativen Konferenz, die über die .Regierungsform Chinas entscheiden soll.
In einer gestern abgehaltenen Versammlung mongolischer Fürsten wurde beschlossen, die Unabhängigkeit der Mongolei zu erklären, wenn China Republik würde, andernfalls aber die Mandschus zu unterstützen.
8rhr. DAehrenihal über öle auswärtige Politik.
Wien, 28. Dez. Die-Delegationen zur Erledigung des viermonatigen Budgetprovisoriums sind zusammengetreten. Im Vierer-Ausschuß der ungarischen Delegation führte der Minister des Aeußern, Frhr. v. Aehrenthal, über die auswärtige Politik aus:
Wir wünschen einen baldigen A b s ch l u ß des Kriege s, weil es sich um einen Waffengang handelt zwischen einer uns verbündeten Macht und einem Staate, mit dem wir freundschaftliche Beziehungen unterhalten. Unser Interesse an einer baldigen Herstellung des Friedens ist um so intensiver, als bei einer längeren Kriegsdauer G e fa h r für die Erhaltung des S ta t u s q u o am Balkan entstehen könnte. Wir hegen die Zuversicht, daß die Gefahr nicht gleich eintritt. Die italienische Regierung,erklärte gleich beim Beginn des Krieges in unzweideutiger Weise öffentlich, daß sie an dem politischen Prinzip, welches die Erhaltung des Statusguo am Balkan zum Ziele hat, bestimmt festhalten wolle. Diesem Entschluß paßte Italien seine Haltung an.. Es ist zu wünschen, daß durch den Friedensschluß die Kraft und die Autorität der Türkei ungeschwächt erhalten wird. Darin wäre eine neue Bürgschaft für ein friedliches Nebeneinanderleben der Türkei und der Balkanstaaten gelegen.
Der Minister besprach bann die Marokko-Angelegenheiten, wobei er indessen nichts neues vorbrachte, und puhr fort:
Unsere Wehrmacht bedarf zur Durchführung ihrer auf den Schutz des Friedens und der Interessen der Monarchie gerichteten Aufgabe dringend der Kräftigung durch Erhöhung des personellen Bestandes. Diesem Bedürfnis soll durch die Wehrvorlagen abgeholfen werden, welche den Parlamenten seit geraumer Zeit vorliegen. Gestatten Sic, daß ich vom Standpunkte der überaus verantwortungsvollen Leitung der , österreichisch-ungarischen auswärtigen Politik die Ansicht ausspreche, daß durch die rasche Verabschiedung der Wehrvorlagen die eminent friedlichen Ziele der Politik der Monarchie eine wesentliche Förderung erfahren würden.
Auch bei* Kriegsminister von Auffenbera trat für bie Wehrvorlagen ein. Der Ausschuß nahm fobann bas Bubgetprovisorium au unb beschloß, ein Vertrauensvotum für ben Minister bes Aeußern, Grafen von Aehrenthal, tu ben Bericht bes Ausschusses aufzunehmen. Morgen vormittag findet eine Plenarsitzung ber ungarischen Delegation zur Entgegennahme bes Berichtes bes Ausschusses statt.
Nach ber Plenarsitzung trat ber Finanzausschuß ber österreichischen Delegation zur Vorberatung bes Bubgetprovisoriums zusammen. Minister des Aeußern Graf von Aehrenthal gab bie gleiche Erklärung ab wie in ber ungarischen Delegation, unb der Ausschuß genehmigte ebenfalls bas Bubgetprovisorium.
Der italienisch-türkische Krieg.
Rom, 28. Dez. Die Agenzia Stefani meldet aus Beng- hasi vom 27. Dezember: Aus zuverlässiger Quelle stammende Nachrichten geben die Verlufte bes Feindes während der W e i h n a ch t s t a g e aus ü tz e r 5 0 0 Verwundete an, unter denen sich auch einige Führer besanden. Ein Geschütz sei unbrauchbar gemacht worden. Einige Stämme verließen das türkische Lager.
Aus Tripolis wird unter 27. Dez. gemeldet: Zahlreiche Gruppen von Arabern sammeln sich int Süden von Ain- zava. Nach einem Gerücht ist Munir Pascha und der frühere Chef der Gendarmerie in Tripolis in Gharian geswrben. — Ein Araber, der aus Accara in der Nähe von Birtobras zurück- kehrte, erklärte, bie Araber hätten beschlossen, die italienische Fahne aufzuziehen, sobald die Italiener sich der Ortschaft näherten. Tatsächlich gaben die Araber, sobald sie die Italiener bemerkten, Zeichen, daß sie sich unterwerfen wollten. Als die Türken dies erfuhren, seien sie mit anderen Arabern in das Dorf eingedrungen, hätten mehrere Männer, Frauen und Kinder getötet und die Ueberlebenden zerstreut.
Ausland.
Aus Frankreich wird von einem Aufsehen erregenden Bestechungsversuch eines — Staatsanwalts gemeldet: Der sozialistische-radikale Abgeordnete Ceecaldi erstattete dem Juslizminister bie Anzeige, daß ber Staatsanwalt Terror be la Valette ihn gebeten habe, seine Versetzung von Aix nach Tiemean in Algerien rückgängig zu machen unb versucht habe, ihn mit t au f en b Francs zu bestechen. Der Ministerrat beauftragte ben Justizminister, bie entsprechenben Stras- maßnahmen zu ergreifen. Cs heißt übrigens, daß Ceccalbi bie Angelegenheit auch in der Kammer zur Sprache bringen wolle. Staatsanwalt Terrol be la Valette leugnet ent- schieben den ihm zur Last gelegten Beftechnngsversuch.
Die „Berliner Morgenpost" meldet aus Chriftiania: König Georg von England wird int nächsten Sommer, voraussichtlich zur selben Zeit wie Kaiser Wilhelm, eine Nordland r e i s e unternehmen. Ob eine Begegnung der Monarchen stattfinden wird, ist noch zweifelhaft.
Lin romantisches Abenteuer des russischen Sesandten in Peking.
Die „Berliner Morgenpost meldet aus Petersburg: Der hiesige französische Geschäftsträger übermittelte eine amtliche Beschwerde an den Minister des Aeußern gegen ben russischen Gesandten in Peking, Koro st owe tz. In der Beschwerde wird ausgeführt, der Gesarldte habe bie 16 jährige Tochter bes s r a n z ö s i s ch e u P o st ch e f s in Peking, Pirier, die Freundin seiner eigenen Tochter, verführt. Als sich die Folgen nicht mehr verbergen ließen, wollte Korvstowetz die Geliebte als chinesische Dienerin verkleidet nach Europa entführen. Der Vater des Mädchens ließ ben Eisen- bahnzug in Tientsin an halten unb reiste mit einem Extrazug mit seinem Schwiegersohn, beide mit scharfen Revolvern bemannet, ben Flüchtlingen nach. Inzwischen war das Mädchen nach Taku geflüchtet, wurde aber bei ihrer Einschiffung nach Tschifu angehalten uno heimgevracht. Der Ge,anbre verstellte sich mehrere Tage in Mutoen bei Verwandten uno reifte bann nach Petersburg ab. Der Vorfall ruft in ber Petersburger Gefelstcyasr ungeheure Sensation hervor. Tie Entlassung ttorostoweü' aus den Staatsdiensten fleht bevor. |
Aus StcrSt uhO LairS.
Gießen, 29. Dezember 1911.
** Tageskalender für Freitag, 29. Dez. Stadttheater: Das kleine Schokoladenmädchen. Anfang 8 Uhr.
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** Der Kalender des Gießener Anzeigers für das Jahr 1912 wird morgen an unsere Abonnenten ausgeliefert werden. Wie es schon seit Jahren unsere Gepflogenheit ist, waren wir auch diesmal luieber bemüht, unseren Lesern einen Kalenber von Künstlerhanb zu bieten, ber auch als besondere Truckleistung Beachtung verdient. Der Entwurf stammt votr dem als Lehrer aus Wien an die Kunstschule in Frankfurt a. M. berufenen Herrn Jung- uickel, der aus der Schule Orliks hervorgegangen ist und sich seither namentlich in ber Holzschnetbekunft hN4 vorgetan hat.
** L e h r e r p e r s o u a l i e u. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Theodor Loos aus Gießen die zweite Lehrer- ftelle an ber Gemcindeschule zu Eckartshausen; dem Lehrer Wilh. Ri ö r s ch c l zu Viernheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Garbenteich.
** Uebertragen wurde dem Joh. Adelberger aus Michelstadt die Stelle eines Schreibgehilfen bei der Großherzogl. Brandvcrsichermtgskammer zu Darmstadt, dem Jak. Eckart aus Darmstadt und dein Ernst Lehleitner aus Rödgen die Stelle eines Schreibgehilfen.
** N e u j a h r s na ch t. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Schutzmannschaft angewiesen wurde, in ber Silvesternacht gegen groben Unfug unb Abbrennen von Feuerwerks körperst mit aller Strenge vorzugehen und die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten.
** Rohrbruch. Im Neuenweg entdeckten heute nacht bie Schutzleute einen Rohrbruch der Wasserleitung. Die alsbald veranlaßten Herstellungsarbeiten waren bis heute früh beendet, so daß eine Verkehrsstörung unterblieb.
Landkreis Gichen.
△ Klein-Linden, 28. Dez. Eine wohlgelungene W^e i h- n a ch t s s e i e r veranstaltete unser K r i e g c r v e r e i n im Saale der „Deutschen Eiche". Die Schulkinder ftihrlen unter Leitung des Lehrers Keil vier sttmmtmgsvüle Weihnachtsspiele vor, während andere Kinder passende Gedichte vortrugeu. Dazwischen sang inan schöne Weihnachtslieder und Choräle. Am Schlüsse wurden die mitspielenden Kinder von dem Weihnachtsmann beschenkt.
— Hausen, 29. Dez. Am 2. Weihnachtsfeiertag hielt der hiesige Turnverein seine Weihnachtsfeier ab. Ter Schardt- sche Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, unb auch in den Gängen ftfiiiben Gäste. Nach einer Begrüßungsansprache des 1. Sprechers K. Engelhardt trug Fräulein Zöller einen Prolog vor. Dank, der Hingabe des Lehrers Zöller und aller Mitwirkendeu, konnten einige gutgcspielte Theaterstücke folgen, die von allen Zuschauern großen Beifall ernteten. Die Panse füllten Konzertstücke und gemeinsam gefangene Lieder ans. Nach Beendigung der Theaterstücke hielt ein flotter Tanz viele Gäste bis zur frühen Morgenstunde zusammen.
-4 Lich, 28. Dez. Große Wassermassen führt infolge des anhaltenden Regenwetters eben die Wetter mit sich. Vielerorts ist sie über bie Ufer getreten, so daß der Wiesengrund zwischen hier und Bessingen auf wette Strecken unter Wasser steht. Die Alb ach oder das Hohlwasser, einer der stärksten Zuflüsse der Wetter, ist zu einem reißenden Pach geworden. Auch der sog. Weidgraben, der im Schloßgarten der Wetter zufließt und im Sommer fast trocken bleibt, ist riesig angeschwollen und hat bereits die Ufer verlassen.
△ Harbach, 20. Dez. Fast hätte sich dieser Tage hier ein schweres Bahnunglück äugetragen. Das Fuhrwerk eines Gießener Geschäfts geriet an der Kolbenmühle auf der alten Straße in einen tiefen Graben und die Pferde stürzten auf die Gleise der Bahnstrecke Grünberg — Lich. Es war ein Glück, daß kurz vorher der letzte Zug die Stelle passiert hatte. Der Knecht rief um Hilfe, unb Leute aus der Kolbenmühle eilten nach Ettingshausen, um Hilfe herbeizurufen. Nach zweistündiger Arbeit gelang es, bie Pferde aus der gefährlichen Lage zu be* freien und das Fuhrwerk flott 511 machen. Die Pferde erlitten nicht unerhebliche Verletzungen. Warum ist auch die alte Straße nicht abgesperrt? ,
= Allertshausen, 27. Tez. Ter Kr i eg erver ein „Ernst Ludwig zur Treue" beschloß am 2. Weihnachtstag, daß das Fahnenweihfest am 9. Zuni stattfinden soll. Ter Kriegerverein besteht int Januar drei Jahre. Er erhielt 1909 ichon eine Fahne ohne Wappen für den Preis von 200 Mk., in bie jetft das Wappen des Großherzogs kommt.
Kreis Büdingen.
8 Büdingen, 28. Dez. Die diesjährige Spielzeit des Kappenmacher'fchen Theater-En,embles geht heute zu Ende. Als letztes Stück wirb „MeyerL* gegeben. Man wird bie Künstler mit Bedauern scheiden sehen, da auch dieses Jahr einige recht hübsche Stücke gegeben wurden.
KrriA Alsfeld.
8. Burggemünden, 28. Dez. Ein bedauernswerter Unglücksfall ereignete sich in der Nacht zum dritten Weih- nachtSfeiertag. Schreinermeister Theis fiel so unglücklich, daß er sich eine schwere Gehirnerschütterung zuzog. Dr. Kißner aus Nieder-Ohmen leistete die erste Hilfe und veranlaßte die sofortige Ueberführung des schwer verunglückten Mannes zur Klinik nach Gießen. Der Bedauernswerte ist nun noch gestern abend bei der Operation in Gießen seinen Verletzungen erlegen.
Kreis Lauterbach.
~ Dirlammen, 28. Dez. Einen plötzlichen Tod hat ein hiesiger in ben siebziger Jahren stehender achtbarer Bürger erlitten. Als er nach dem Besuch einer Theatervorstellung, die unter Leitung des Lehrers Schmidt durch die hiesigen Schulkinder aut 2. Weihnachtsabend veranstaltet war, nach Hause gehen wollte, wurde er unweit seiner Wohnung von einem B l u t st u r z befallen. .Nur mit Mühe konnte er noch seine Wohnung erreichen, wo er alsbald starb.
= Wallenrod, 28. Dez^ Dummejungenstreiche sind einem hiesigen Dienstmädchen sehr verhängnisvoll geworden. Ms das Dienstmädchen eines hiesigen Bäckermeisters mit Austragen von Brötchen in Strondors beschäftigt war, wurde es dort durch schulpflichtige Kinder mit Steinen beworfen, tvovon einer das Mädchen derart ins Auge traf, daß es in bie Augenklinik nach Gießen verbracht werben mußte. Es. besteht Gefahr, baß bas Dlädchm das Auge verlieren wird.
Krets Friedberg.
L. Bad-Nauheim, 28. Dez. Das letzte seither noch offene Badehaus VIII. ist nun auch geschlossen worden. Btttte Niärz 1912 werden sie wieder geöffnet. Jetzt können nur noch im Elisabethenhaus und im Konitzkysttft Bäder verabfolgt werden. In letzterem werden von nun an Bäder aller Formationen gegeben. Ltoch sind über hundert Kurgäste hier.
m. Ober-Mörlen, 28. Tez. Mit großer Freude wurde es begrüßt, daß neben der Fahrstraße nachdem Winterst ein von utr Gr. ^oriwerwattuug Dap-Nauhmut vin P r 0 111 c- nadenwcg angelegt wurde. Ter Weg soll jetzt nach mmislerttner Verfügung wieder verschwinden. Tie Forstverwaltung har nämlich, ohne die Gemeindevertretung Ober-Mörlen, deren Cigcittum der Wald ist, zu fragen, den Weg Herstellen lassen (etwa 145 000 Quadratmeter), Bäume gefällt u)to„ bis die Gemeinde Einspruch erhob. Nachträglich sucht nun die Forstbehbrde die Genehmigung nach und bot 50 Mk. Entschädigung für das Gelände. Der Gemeindevorstand war damit nicht zufrieden und. wandte jich^
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