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7.10.1911 Erstes Blatt
 
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161. Jahrgang

Chefredakteur: A. Goch. Verantwortlich für den politischen Teil: August

Nr. 256

Der «iehener Anzeiger erscheint täglich, anher EonntagS. - Beilagen: viermal wöchentlich

Erstes Blatt

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Samstag, 7. Oktober M

VeingSpreiS: monatlich75M.,viertel« jährllch Dik. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePosl Mk.2.viertel- jädrl. auöschl. Bestell«. Zcilenpreiü: lokallöPf, auswärts 20 Pfennig.

SiebenerZaniilienblätter; iweimal ivöchentl.Nreir-. .lattfürdenNreirSiehen (Tienslag und Freitag); zweimal monatl. Land­wirtschaftliche Seitfragen Ferniprech - Anschlüsse: rWW General-Anzeiger für Gberhessen LNZL 2tnnohm" w« »njeigen Rotationsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. lange. Redaktion, Srpcdition und Druckerei: Schutftrahe 7. d"n

bt! ^rmUtagiTui)" viidingen: zernsprecher Nr. 269 Seschästrftelle vahnhosftratze 16a. Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfaht 20 Seiten.

politische rvoehenschc^u.

Gießen, 7. Oktober.

Die Tagung des österreichischen Reichsrates hat am Donnerstag keinen rühmlichen Anfang genommen. Ter Sozialdemokrat Adler füllte die erste Sitzung des Ab- geordnetenhcnrses mit einer donnernden Anklagerede gegen die Regierung aus. Während er über die strengen Maß­nahmen gegen die Unruhestifter und Umzügler vom 17. Sep­tember wetterte, hat einer seiner Parteigenossen die Ge­sinnung in die Tat übersetzt und die Mordpistole gegen den Justizminister erhoben, glücklicherweise ohne jemanden zu treffen, .höchstens die sozialdemokratische Aktion selbst hat durch diesen Streich eine Niederlage erlitten, denn cs ist damit erwiesen worden, welche Früchte aus der Saat blinden Hasses aufgehen. So kaltblütig und gesinnungs­tüchtig der Täter Njegur sich gcberdete kein Mensch wird ihn für einen Staatsrcttcr halten. Die schlimmsten Ausschreitungen vom 17. September mußten gesühnt wer­den, und der Justizminister hat nichts als seine Schuldigkeit getan. Eine andere Frage ist es, ob die bisherigen Maß­regeln der österreichischen Negierung zur Abwendung der Lebensmittelteuerung ausreichen. Verneint man diese Frage, dann gibt es freilich andere Mittel und Wege als Nevolverschüssc, um zum Ziele zu gelangen. Doch mit diesen ernsten Ucberlegungcn hat das österreichische Ab­geordnetenhaus sich vorerst noch nicht befaßt. Tie Regie­rung hatte gleich einer zweiten Anfrage zu begegnen, die womöglich noch nebensächlicher abgetan wurde als die Be­schwerde über die Folgen der Teuerung. Wie der Minister­präsident Frhr. v. Gautsch den bekannten Fall Cartwright ignorieren zu können glaubte, wird in der deutschen Bevölke­rung kaum Verständnis Und Zustimmung finden. Daß der englische Botschafter Cartwright iu Wien öffentlich Stim­mung gegen Deutschland machte, daß er sich dabei dreister Verdrehungen der marokkanischen Sachlage bediente, das ließ den Ministerpräsidenten anscheinend ganz kalt. Er nahm den deutschfeindlichen Engländer alsVertreter einer befreundeten Macht" in Schutz und leugnete, daß durch den Fall Cartwrigbt die inneren oder äußeren Verhält­nisse der österreichisch-ungarischen Monarchie berührt wor­den seien. Wir halten diese Erklärung für ein bedeut­sames Zeichen der Zeit. Wenn man auch vom österrcichi scheu Ministertische keine scharfe Zurückweisung des Cart- wrighischen Vorgehens erwarten durfte, so konnte die ministerielle Erklärung doch auf die deutschen Gefühle Rücksicht nehmen und bei diesem Anlaß im Gegensatz zu den hämischen Aeußerungcn des Engländers der deutschen Politik Gerechtigkeit widerfahren lassen. Tenn schließlich war es doch nicht ausgeschlossen, daß durch ein Zerwürfnis in der Marokkofrage auch die Verhältnisse Oesterreichs sehr wesentlich in Mitleidenschaft gezogen werden konnten. Daß man in Wien amtlich kein Interesse daran zu haben glaubt, böswilligen Ausstreuungen gegen den deutschen Bundesgenossen zu begegnen, ist für uns Deutsche sehr bedauerlich und berührt uns nicht gerade liebenswürdig. Auch dieser Vorfall freigt wieder, daß wir einigermaßen ins Hintertreffen geraten sind, und daß über unsere Inter­essen, mehr als dies unter Bundesgenossen billig ist, zur Tagesordnung übergegangen wird. Tas Berliner aus­wärtige Amt läßt heute in einer Notiz des Wolffschen Bu­reaus die Antwort des Herrn v. Gautsch alskorrekt" be­zeichnen. Dabei stützt sich die Norddeutsche Allgemeine Zei­tung wieder darauf, die englische Regierung habe ja erklärt, daß Cartwright die bekannten Aeußerungen nicht getan habe. Wie das amtliche Blatt heute noch so etwas schreiben kann, nachdem weitere Veröffentlichungen in Wien unzwei­deutig die Autorschaft Cartwrights festgestellt haben und die ganze deutsche Presse die amtliche Londoner Erklärung über­haupt nicht ernst genommen hat, ist sonderbar. Dabei haben englische Minister und Staatsmänner auch in dieser Woche fortgefahren, über die Marotkofrage der Welt Sand in die Augen zu streuen.

Ter alte Respekt ist eben fort. Auch den gestern ge­meldeten Zwischenfall in Agadir, wo Franzosen die dort ansässigen Tentschen verhöhnt und bedroht haben, nimmt man in der Wilhelmstraße wieder auf die leichte Schulter. Es soll sich nur um ein paar übermütige Franzosen ge­handelt haben. Und eine Notiz des Wölfischen Bureaus stellt die Sache wiederum so dar, als ob alles korrekt zugcgangen sei. Wenn es richtig ist, daß der französische Konsul zugunsten der Deutschen eingeschritten ist, so ist das ja erfreulich. Aber wir glauben der rosigen Dar­stellung unserer amtlichen Autoritäten nicht so recht. Und das bittere Gefühl über den zunehmenden Hohn unserer Feinde und die wachsende Gleichgültigkeit unserer Freunde bleibt besteben. So hatte Herr Bassermann ganz recht, wenn er in denLeipz. Reuest. Nachr." darauf hinwies, daß das Volk erregt sei über die lare Wahrung der deut' scheu Interessen. Wenn wir Pflichten gegen uns selbst versäumen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn unsere Freunde es mit ihrem Eintreten für uns auch nicht so genau nehmen.

Zurzeit füllen wir den Italienern in der Türkei dienst­fertig ihre Pässe aus. Es soll für die deutschen Behörden in der Türkei eine heillose Arbeit sein. Wir haben auch Schritte zur Anbahnung des Friedens zwischen Italien und der Türkei getan. Sie haben aber keinen Erfolg gehabt. Nur der Ratschlag an die Türken, Tripolis endgültig auf­zugeben, |cf)eint übrig ckeblieben zu sein. Wenn wir nur nicht zu eindringlich mft dieser Natserteilung sind! Nie­mand wird es uns sinken, am wenigsten natürlich die Türken, die, mit cincli Kabinettswechsel, sich schon nach 'oesseren Freunden uii3 Beschützern umgesehen haben. Tie

Engländer werden freilich dem kranken Mann auch nicht aus der Patsche knckfen. Aber die jahrelange, mühsame deutsche Arbeit scheint fruchtlos vertan zu sein. Heute wird zwar halbamtlich versichert, unser Botschafter Frhr t>. Marschall genieße bei den leitenden Persönlichkeiten in Konstantinopel noch das alte Anseben, aber gleichzeitig wird zugegeben, daß die türkische Rolksstimmung heute g e g e n uns ist. Und das kann uns sehr leicht unsere wirtschaftlichen Fortschritte im Osmanenrciche wieder verkürzen. Daß der Krieg für die Türkei mit dem völligen Verlust von Tripolis endet, darüber gibt cs kaum noch einen Zweifel. Die gelandeten Italiener haben in Tripolis bereits einen Gouverneur ernannt und die gesamten Hafenbcfcstigungcn der Provinz Cvrenaika ge­nommen. Sic werden dafür die nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Rache der Türken zu spüren haben. Viel wesentlicher als die inhaltlosen Vermittclungsvcrsuche nützen der Türkei gegenwärtig die Rtaßnahrnen Oesterreichs, die es bewirkt haben, daß Italien mit seinen Schiffen die Küsten von Albanien und Epirus verschont. Der Herzog der Abruz­zen hatte ja, wie auch aus den neuesten Meldungen hervor­geht, die beste Absicht, auch in Albanien vorzugehen. Oester­reich hat seine Mahnung freilich nicht um der schönen Augen der Türkei willen nach Wien gerichtet. Ueber Krieg nnd Frieden entscheiden heute wie immer nur die nackten realen Interessen. Und nur der Starke und Mächtige kann im Wettstreit der Völker seine Rechte durchsetzen.

Der italienisch-türkische Krieg.

Tripolis militärisch beseht!

Nach zweitägigem, allerdings oft unterbrochenem Bombardement der italienischen Kriegsschiffe auf das im Westen der Stadt gelegene Fort Sultanje und die beiden, den Hafeneingang schirmenden anderen Forts ist es nun den Italienern gelungen, die Stadt Tripolis zu besetzen.

Ueber die Vorgänge bei der Landung in Tripolis meldet die amtliche Agenzia Stefani noch folgende Einzelheiten:

Rach der Landung der Matrosen in Fort S u l t a n i a begaben sich die Araber, die zu den Stämmen aus der Umgebung von Tripolis gehören, au Bord des Admiralschiffes und gaben ihre Unterwerfung fimb, indem sie gleichzeitig um Einstellung des Bombardements baten. Der deutsche Generalkonsul als Doyen des Konsularkorps, begab sich ebenfalls an Bard und bat den Admiral, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und den Schutz der Personen und des Eigentums der fremden Kolo­nien in der von den türkischen Truppen verlassenen Stadt über­nehmen zu wollen. Man landete darauf noch weitere Kompag­nien Matrosen mit Kanonen und Schnellfeuergeschützen und be­setzte die Stadt Tripolis militärisch. Auch im Fort Sultania blieb ein Posten. Die Besetzung ging ohne Zwischen­fälle vonstatten. Tie gelandeten Truppen wurden unter den Be­fehl des Kapitäns zur See C a g n i gestellt. Kontreadmiral Borsadolmo wurde zum Gouverneur ernannt. Der deutsche Generalkonsul hat dem Admiral Färavelli mitge­teilt, daß während des Bombardements kein Schaden weder an Personen noch an Häusern in den europäischen Niederlassungen zu beklagen ist.

Rom, 6. Okt. Tie B lütter besvrechen die Besetzung von Tripolis.Giornale d'Jtalia" sagt:

Nach fast dreizehn Jahrhunderten sieht Tripolis neuer­dings römische Embleme. Tie italienischen Farben, die über der Stadt wehen, bezeichnen das Ende einer langen Periode der Barbarei. Tie Araber von Tripolis blicken neidisch auf das Gedeihen Aegyptens und Tunesiens. Wir dürfen ihre Hoff­nungen nicht enttäuschen.

(Sortiere d'Jtalia" schreibt:

Tie Einnahme, die uns keinen Mann und kein Schiff kostet, klug vorbereitet und mit seltener Energie durchgeführt war, bedeutet eine Verwirklickmng der Wünsche der Nation und hat eine hohe moralische Bedeutung, von der ganz Italien durch­drungen ist.

Tie Blockadeerklärnng Italiens.

Berlin, 6. Okt. DerReichsanzeiger" meldet: Tie italienische Negierung erließ nachstehende B lockaPe­er klärung, die sie der deutschen Botschaft in R o m be­kanntgab: Tie italienische Regierung erklärt im Hinblick auf den Kriegszustand und gemäß der Grundsätze des Völkerrechts, insbesondere der Regeln der Pariser Deklara­tion vom 16. April 1856 und der Londoner Erklärung vom 26. Februar 1909, daß seit dem 29. September die zwischen dem 11. Grad 32 Minuten nnd dem 27. ctrab 54 Minuten östlicher Länge von Greenwich liegende Küste von Tripoli- tanien und Cyrenaica in ihrer Ausdehnung von der tunesi­schen bis zur ägyptischen Grenze mit ihren Häfen, Flut- häfen, Reeden, Buchten usw. durch ihre Seestrcitkräfte lvirksam blockiert wird. Befreundete und neutrale Schiffe erhalten zum Auslaufen aus dem Blockadegebict eine vom Beginn der Blockade laufende Frist, welche vom kommandierenden Admiral der italienischen Seestreitkräfte festgesetzt wird. Gegen alle Schiffe, welche die Blockade zu brechen versuchen, wird gemäß § 575 des Völkerrechts und den mit den neutralen Mächten bestehenden Verträgen verfahren.

Die Küstenbefestigungen von Eyrenaika bombardiert.

Berlin, 7. Okt. TieMorgenpost meldet aus Chiasso: Aus Malta wird gemeldet, daß Cyrenaika besetzt worden ist. Außer den Häfen von Benghazi und Terna sind auch die Küstenbefestigungen von Bomober, Urzia und Tobruk bombardiert worden. Italienische Matrosen wurden in diesen Häfen ausgeschifft, die Forts besetzt und auf den höchsten Punkten die italie­nische Flagge aufgepflanzt. In Benghazi wurde sehr er­bitterter Widerstand geleistet. Tie italienischen Schiffe hatten keine Verluste.

Ein Seegefecht an der albanischen Küste.

Rom, 6. Okt. (Agencia Stefani.) Heute früh 5 Uhr wurde unerwartet verräterisch von der Küste von San Gio­

vanni di Mcdua (Albanien) auf ein italienisches Schiff, das die weiße Flagge zeigte, gefeuert. Der italienische TorpedobootszerstörerArtig!iara", der den Uebcrwachungsdienst ansübt, um zu verhindern, daß Kriegs- kontrebande nach Albanien gelangt, und der vermutlich noch nicht den Befehl, sich von der albanischen Küste zu entfernen, erhalten hat, erwiderte, angesichts des Angriffes notgedrungen das Feuer zur Rettung des Schiffes. Die Artigliara" wurde leicht beschädigt, der Komman­dant am Fuß verwundet. Der Schaden auf feindlicher Seite ist unbekannt.

Ein Bombardement von Hodeida?

London, 6. Okt. Dem Reuter Bureau geht aus Ho­deida über Perim folgende Nachricht zu: Am 2. Oktober feuerten zwei italienische Kriegsschiffe 21 Granaten über die Stadt, von denen eine ein Beglcitboot der im Hasen liegenden englischenGuildhall" zum Sinken brachte.

Massaua, 6. Okt. (Agenzia Stefani.) Die Forts von Hodeida und ein türkisches Kanonen­boot feuerten mehrere Schüsse gegen das italie­nisch e K a n o n e n b o o tA r e t u s a" ab, ohne zu treffen. DieA r e t u s a", die zum Schutz des italienischen Handels den Ueberwachungsdienst im Roten Meer versieht, er« widcrtedas Feuer und brachte das feindliche Kanonen­boot zum Sinken.

Berlin, 7. Okt. DerLokalanzeiger" meldet aus London: Aus Chiasso wird gemeldet: Nach einem Telegramm vom Noten Meer richtete das italie­nische KriegsschiffAretusa" schweren Scha­den an den Befestigungen von Hodeida an. Bei der Vernichtung des türkischen Kanonen­bootes wurden ungefähr 20 Mann getötet und verwun­det. Viele türkische Matrosen, darunter mehrere Verwundete, stürztensichinsMeer,ehe das Kanonen­boot unterging. Der Kapitän derAretusa" befahl, die Boote herabzulassen, und es wurden so viel als möglich ge­rettet.

Das Reutersche Bureau meldet aus Hodeida vom 25. September: Mit Jmain Jahia, dem Führer der Aufständischen, ist ein befriedigendes Uebereinkommen getroffen worden, das auf den dauernden Frieden im Jemen abzielt. Man erwartet, daß die Hauptmasse der türkischen Verstärkungen unverzüglich nach Konstantinopel zurückkehren wird.

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Tie Beschränkung der italienischen Tätigkeit zur See Wahrscheinlich haben Oesterreichs Vorstellungen in Rom eine nachhalitge Wirkung ausgeübt, denn es wird gemeldet:

R o m, 6. Okt. TieTribuna" erinnert bei Besprechung des Gefechts des TorpedobootszerstörersAr- tigliere" bei San Giovanni di Medua daran, daß die italienische Regierung während des Aufstandes in Al­banien, von dem lebhaften Wunsche beseelt, eine schnellere Beruhigung der Provinz herbeizuführen, strenge Maß­nahmen zur Verhinderung der Einfuhr von Waffen und Munition ergriffen habe. Diese Maßnahmen seien nicht nur nach Ende des Aufstandes, sondern sogar noch während des jetzigen Krieges aufrechterhalten worden. Trotz der Feindseligkeit sei der entschiedene Wunsch der Regierung; und das Interesse Italiens, daß die Unruhen in Albanien sich nicht wiederholten. Trotzdem hätten einige fremde Blätter Italien angeklagt, daß es den Waffenschmuggel begünstige. Am 2. Oktober seien daher die U eber- wach ungsbefehle bestätigt und erneuert wor- den, immer in dem Wunsch, alles zu vermeiden, was zu Verwicklungen auf dem Balkan führen könnte. Es sei Zweifel entstanden, ob nicht die Operationen-der italie­nischen Schiffe an den Küsten Albaniens und im Jonischen Meer Veranlassung zu Mißverständnissen geben und die dorrige'Bevölkerung in Aufregung versetzen könnten. Es sei also der Flotte erneut Befehl gegeben worden, aller Operationen an den Ottomanischen Küsten Albaniens und von Epirus sich durch­aus zu enthalten und die im Adriatischen Meere kreuzenden Schiffe nach den italienischen Häfen zurück­zubeordern. Diese Maßnahmen seien von dem Bestreben eingegeben, die politischen Interessen Italiens und Europas zu sichern.

R o m, 6. Okt. Der HerzogderAbr uzzen ist heute nachmittag, nachdem seine Schiffe zurückbemfen worden sind, in Tarent eingetroffen. Er wurde von der Bevölkerung mit ungeheurer Begeisterung begrüßt.

ßiolitti in Turin.

Turin, 6. Okt. Ministerpräsident Gioli11i ist hier ein- getroffen. Am Bahnhof und auf der Fahrt durch die Stadt wurde er mit begeisterten Kundgebungen und den RusenHoch Giolitti'"Hoch das italienische Tripolis!" empfangen.

Tie wirtschaftlichen Maßregeln der Türkei.

Rom, 6. Cft Wie die Agencia Stefani aus Salo­niki meldet, sind am Dienstag auf Befehl der türkischen Behörde sämtliche italienische Handelshäuser und Warenniederlassungen, ebenso wie die größteitalienischeBankModianoge schlossen worden. Infolge der Tätigkeit des Komitees für Ein­heit und Fortschritt sind in Saloniki weit schärfere Maßnahmen gegen die Italiener ergriffen wordeii als anderswo. In dem jetzt für türkisch erklärten italienischen Hospital ist allen Italienern, selbst dem Leiter.