Ausgabe 
28.12.1911 Erstes Blatt
 
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gewarnt wird.

Landkreis Gießen.

es über raß eine

§Gelnhaar,27. Dez. Der hiesige Gastwirt Heinrich Beck wurde einstimmig zum Beigeordneten gewählt.

*ri ***** *:" w Zeichen jiii unsere sonst von Wahl- gespaltene Gemeinde.

Zeitpunkt der Kündigung übersehen haben. Es toirb mit Recht als eine unbillige Härte angesehen, jemanden an ein Versicherungsverhältnis von längerer Dauer, vielleicht unter wesentlich veränderten Umständen, aufs neue zu binden.

Stadttheater. Am nächsten Sonntag, 31. De­zember, findet nur eine Vorstellung statt, und zwar wird abends bei kleinen Preisen der Schwank von Carl Laufs .Ein toller Einfall" gegeben. Das lustige Stück, das ich in flotter Handlung in zwei Stunden abspielt, dürfte sich ehr gut als ^Sylvestervorstellung" eignen. Das neue Jahr bringt am Montag gleich eine Neuheit, und zwar die jetzt überall mit außerordentlichem Erfolg gegebene große Posse mit Gesang und Tanz .Bummelstudenten^. Der Erfolg dieses neuenSchlagers" scheint sich auch hier zu bewähren, da zahlreiche Vorbestellungen vorliegen. Für Montag, 8. Januar, ist die bereits mehrmals verschobene Aufführung von AristophaneS .Frösche' mit den drei Darmstädter Herren (Hacker, Jürgas und Lehrmann- als Gästen angesctzt. Da an diesem Tage im Darmstädter Hoftheater Konzert ist, dürste diesmal ein Hindernis nicht eintreten.

** Militär-Konzerte an den Feiertagen. 91m ersten Festtage spielte unsere Militärkapelle in Wetzlar im Schützengarten. Trotz des schlechten Wetters war der Saal aus­verkauft. Das dem Weihnachtsseste angepaßte Programm wurde recht gut zu Gehör gebracht und ein dankbares Publikum spendete eifrigen Beifall. Für den zweiten Feiertag hatte Obermustk- meister Löber zum Konzert inSteins Garten" eingeladen. Der Besuch war nicht so gut, wohl wegen des Wetters. Die Zu­sammenstellung des Programms war sehr geschickt und dürfte jeden Musikenthusiasten befriedigt haben. Das Konzert wurde von einem Frübschoppentrio unterstützt. Dieses Ensemble brachte es schließlich soweit fertig, daß der Dirigent mitten im Stück ab- brcchm mußte. Bei einem Konzert beiWein" sollte doch soviel Rücksicht herrschen, daß man den anderen Gästen ihren Kunst­genuß nicht raubt. Das am dritten Feiertage auf der Liebigshöhe abgehaltene Konzert war sehr gut besucht. Die Kapelle leistete Vorzügliches. Eine recht nette GavotteEhestandsfreuden und -Leiden von Herrn Löber, wurde .recht beifällig ausgenommen. Noch eine weitere KompositionEin Weihnachtsmärchen" mit Comettquartett in der Entfernung, war recht ansprechend. Der Schluß davon scheint aber etmad an den Haaren herbeigezogen zu sein. Als weitere Folge waren zwei Walzer im Programm verzeichnet, komponiert von zwei hiesigen Kunstjüngern. Die gute Meinung, den Landsleuten eine gute Hausmannskost zu servieren, ist ja lobenswert, wir Gießener )inb aber doch verwöhnter. Und wenn auch die Titel noch so gut gewählt sind, die Hauptsache bleibt doch wohl die Musik, in sinniger Weise auf die. einzelnen In­strumente verteilt. Während die Lahntalklänge eine wunderbare Verwandtschaft mit dem alten Waldteufel in Dresdener Verpackung aufweisen, fann man von dem anderen WalzerMein Engelchen" überhaupt nichts angenehmes sagen.

** Der GesangvereinHeiterkeit" bewies , durch seine Weihnachtsfeier, welch großer Sympathie er sich er­freut, denn eines solchen Zuspruches kann man sich kaum erinnern. Die Männerchöre und das schön gespielte Theaterstück ent­fesselten Beifallsstüvme. Nach der Vertoiung hielt ein frischer Tanz die Anwesenden bis, in die frühesten Morgenstunden zu-

= Eber stabt, 26. Dez. Am Samstag abend hielt unser GesangvereinLiederkranz" im Gasthaus zum Adler seine Weihnachtsfeier ab. Nach einem Pro­log, gesprochen von Frl. Vorbach, hielt der Vorsitzende Hch. Gorlach X. eine kernige Ansprache. Den Glanzpunkt des Abends bildete ein WeihnachtsstückChristrosen", das un­geteilten Beifall sand. Danach gedachte der Vorsitzende des Wettstreites in Lang-Göns, bei dem der Verein einen ersten und Ehrenpreis errang. Er überreichte aus diesem Grunde dem Dirigenten Musiker Görlach ein wertvolles Diplom, wofür dieser in bewegten Worten seinen Dank abstattete.

= Reiskirchen, 26. Dez. Der Gesangtterein Har­monie hielt heute abend im Saale des Ferd. Gundrum seine Weihnachtsfeier ab. Der Saal war überfüllt und auch aus umliegenden Ortsc^rsten waren viele Besucher da. Nachdem das BegrüßungslicdGott grüße dich", gesungen und der Präsident des Vereins einige Worte gesprochen, hielt Pfarrer Gornbel eine Ansprache über die Bedeutung der Weihnachtsfeier. Sodann wurden Theaterstücke ausgeführt, darunter Robert und Bertram. Das letztausgeführte Stück, eine länd.liche Konzertprobe, hatte einen nicht endenwollenden Beifall zur' Folge. Dem Dirigenten des Vereins, Lehrer Schaf, der auch die Theaterstücke leitete, wurde großer Beifall zuteil. Ein Tänzchen hielt die Jugend bis zum frühen Morgen beisammen.

Kreis Büdingen.

Ans Stadt und Land.

Gießen, 28. Dezember 1911.

Unsere Universität im Staatsvoranschlag.

Die LandesuniversitätGießen weist im Jahre 1912 eine Gesamteinnahme von 614937 Mk. und eine Ge­samtausgabe von 1628 536 Mk. auf, erfordert mithin einen Staatszuschuß von 1013599 Mk.; er ist um 7235,Mark niedriger als im laufenden Rechnungsjahr. Auch für die Universität sind naturgemäß die Ausgaben im Laufe der Jahre größer geworden und die Staatszuschüsse stark ge­stiegen. Während der Zuschuß im Rechnungsjahr 1882/83 nur 322 205 Mk. betrug, und sich bis zum Jahre 1888 auf fast der gleichen Höhe hrelt, stieg er 1889/90 auf 367 513 Mk., 1891/92 auf 510 493 Mk., 1895/96 aus 641040 Mk., 19.00/01 auf 808 561 Mk., 1906 aus 883 165 Mk., 1908 auf 954 930 Mk. und 1910 gar auf 1042 332 Mk., während er 1911 auf 1020834 Mk. verringert werden konnte. An außerordent­lichen Ausgaben für die Landesuniversität werden im neuen Etat 194000 Mk. angesordert und zwar als erste Rate für Erbauung einer Klinik für Ohren-, Hals- und Nasenkrankheiten 96000 Mk. (die Gesamtkosten des Gebäudes sind auf 199 700 Mk. berechnet) und für Erbauung einer Klinik für Haut-undGeschlechtskranke98 000 Mark (Gesamtkosten 198800 Mk.). Der Neubau der erst­genannten Klinik ist südöstlich der chirurgischen Klinik mit 25 Betten vorgesehen, der Oieubau für die zweite Klinik soll auf dem Gelände der medizinischen Klinik errichtet und mit 30 Betten ausgestattet werden. Den Universitäts- kliniken wird jetzt auch im Staatsvoranschlag im weiteren Maße Rechnung getragen. Bisher erfolgten alle Anforde­rungen für sie im allgemeinen Voranschlag der Landes­universität. Im neuen Voranschlag ist zum erstenmal das Kapitel 36, Landesuniversität in zwei Teile getrennt und der zweite Teil mitSondervoranschläge der Universitäts­kliniken" bezeichnet worden. Nach diesen Voranschlägen stellt sich der Staatszuschuß für die Kliniken wie folgt: Ml- gemeine Verwaltung für die Medizinische und Frauenklinik 79 645 Mk., Medizinische Klinik 42 261 Mk., Frauenklinik 48428 Mk., Chirurgische Klinik 65 763 ML, Augenklinik 57 208 Mk., Klinik für psychische und nervöse Krankhetten 72172 Mk., Poliklinik für Ohren-, Nasen- und Halskrank­hetten 19142 ML, Poliklinik für Haut- unb Geschlechts­krankheiten (besteht noch nicht für sich). Chirurgische Vete- rinärklinik und Lehrschmiede 3850 Mk. und Medizinische Veterinärklinik 6130 Mk.

*

**Ordensauszeichnung. Der König von Preußen hat dem Staatsminister und Minister für Handel und Gewerbe ! S y d o w die Erlaubnis zur Anlegung des von dem Großherzog von Hessen ihm verliehenen Großkreuzes des Verdienstordens Phi­lipps des Großmütigen erteilt.

* Finanzpersonalien. Ernannt wurde der Finanz­referendar Otto Schaeg aus Grebenhain zum Finanzassessor. Der Großherzog hat den Ministerialsekretär bei der SSauabteilung des Ministeriums der Finanzen Bauinipettor Hch. B e )t aus Darm­stadt auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlassen.

** Bahnpersonalien. Der Großherzog hat die Re­gierungsbaumeister Dr.-Jng. Ang. Walloth zu Gießen und Aug. Hildebrand zu Bingen zu Vorständen eines Eisen- bahnbettiebsamtes in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemein­schaft ernannt.

sasmmen.

** Die Freiwillige Gailsche Feuerwehr feierte das Weihnachtsfest nach althergebrachter Sitte. Der Saal des Hotel Großherzog von Hessen vermochte kaum die Zahl der Er­schienenen zu fassen. Dieses sowie die Zahl der Stiftungen zur Gabenverlofung bewiesen, welcher Ansehen Die Wehr in der Bürger­schaft genießt. Für Unterhaltung war aufs beste gesorgt und die Veranstaltung warf einen hübschen Ertrag für die Wehrkasse ab.

** Der Hessische Fe chtver ein W a i s e n s ch n tz hält seine Bescherung armer hiesiger Halbwaisen am 1. Januar UN Einhorn ab. Dieses Jahr ist der Verein in der Sage, wieder eine größere Anzahl Halbwaisen eine Weihnachtssreude zu machen.

** Der Evang. Arbeiterverein beging gestern in der Turnhalle seine Weihnachtsfeier. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Dr. Heuser hielt die Begrüßnngs- und Prof. Schi an die Festansprache. Letzterer führte aus, daß das Christentum uns den Frieden auf Erden noch nicht gebracht habe, doch sollen wir nicht verzweifeln, noch schmollend an der Seite stehen, oder uns vom öffentlichen Leben zurückziehen, sondern mitarbeiten, Frieden zu bringen, zu schassen und zu halten. Einige Damen hatten ihr Können in den Dienst der Sache ge­stellt, indem sie Klaviervorträge zu Gehör brachten. Der Gemischte Chor sowie der Kinderchor leisteten Vorzügliches. In den Pausen wurden Lose vertrieben. Den Schluß des Abends bildete eine von einem Gießener Bürger verfaßte Weih nachts aufführungDas Christgeschenk". Dank der hervorragenden Leistungen einzelner Mitglieder des Vereins fand das Stück ungeteilten Beifall.

**SilberneH och zeit begehen heute der ehemalige Holzbildhauer Karl Schmidt und Frau. Leider hat der Jubilar sett etwa acht Jahren fast sein ganzes Augenlicht verloren, was allgemein bedauert toirb. Er war ein Meister seines Berufs und wird von hiesigen und auswärtigen Möbelfabrikanten und Schreinermeistern ungern entbehrt.

** Ein unbekannter Betrüger treibt in hiesiger Stadt seit einigen Tagen sein Handwerk. Er erscheint mit einem Palet in den Wohnungen, wo Die Herrschaft abwesend unö of­feriert ein angeblich von der Herrschaft bestelltes Paket gegen Herausgabe von 2,50 Mark, die das Dienstmädchen anstandslos bezahlt. Sodann steltt es sich heraus, daß das Paket wert­loses Briefpapier enthält, das nicht bestellt ist. Dem Betrüger gelang der Trick in einer Anzahl von Fällen, weshalb vor ihm

werden soll.

Ober-Roden, 27. Dez. Eine schwere Bluttat ereignete sich am ersten Weihnachtsfeiertage. Der bei der Offenbacher Firma Jakob Mönch angestellte, 35 Jahre alte Schleifer Fritz Rupp besuchte mit feinem Schwager, dem Schleifer Franz Frank aus Heusenstamm, eine hiesige Wirtschaft, wo sie mit dem eben­falls bei Diönch beschäftigten, 27 Jahre alten Schleifer Jak. Hitzel aus geringfügiger Ursache in Meinungsverschiedenheiten gerieten. Der Streit nahm schließlich ein Ende, und als Hitzel das Lokal verlassen hatte, wollten auch Rupp und Frank nach Hause gehen. Als sie kaum beit Rückweg angetreten hatten, kam ihnen Hitzel wieder entgegen und rief aus geringer Ent­fernung :Fritz, bist düs?" Als Rupp mitJa" antwortete, knallte plötzlich ein Schuß und streckte ihn zu Boden. Hitzel war der Täter. Er hatte sich in seiner Wohnung mit einem Flobertgewehr versehen und den Rupp mit einer 9 Millimeter^ kugel ins Herz getroffen, so daß der Tod alsbald erfolgte.

Mainz, 27. Dez. Steckbrief.Am Samstag nachmittag gegen 2 Uhr wurde hier an der Ehefrau des Zigarrenhändlerc- B. Lieb in g, Schillerplatz Nr. 18, ein Rau b mo r dv e r > u verübt Der Täter, der es anscheinend auf die Beraubung Der Ladenkasse abgesehen hatte, schlug die Frau mit einem Jnstrumem zu Boden und verletzte sie schwer am Hinterkopfe. ^s Jnsttu ment ist jedenfalls ein stumpskantiger Gegenstand gewesen, wer Täter hat auf die Frau noch eingeschlagen, als sie bereits oc wußtlos am Boden lag; bei der Ausführung der Tat wurde ei gestört und ergriff die Flucht. Ter Verbrecher nxrb beschrieben etwa 35 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß, blasses Gencm, brauner, nicht sehr starker, buschiger Schnurrbart, tragt Dunld grauen Ueberzieher und dunklen, weichen Filzhut mit Längsschnw elleicht dunkelbraun)." Nach den bisherigen (Ermittelungen

mt her 42 Jahre alte Schneider Martin Anton Bueler au-; Schwyz in der Schweiz in Betracht, der hier in Dkainz, Weiher garten 20, gewohnt hat. Auf die Ergreifung des Täters ist eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt.

ch. Bingen, 27. Dez. Am letzten Samstag ist aus der Büdesheimer Straße ein Raubansall vorgekommen. Ein in einer dortigen Fabrik beschäftigtes Mädchen begab |ia) nach Feierabend auf den Heimweg und zählte unterwegs teuien Wochenlobri nach. Plötzlich schlug ihr ein vorübergehender Un-

KreiS AlSfelö.

X Kirtorf, 27. Dez. Der Postwagen, der um 12 Uhr in Kirtorf nach Ehringshausen abgeht, geriet gestern an einer abschüssigen Stelle, angeblich infolge eines Riemen- bruchs des Geschirrs auf der grundlosen, im schlechten Zu- stände befindlichen Straße ins Nutschen, so daß die Pferde stürzten. Das eine Pferd rollte die ziemlich hohe Böschung hinab und riß den mit fünf Personen besetzten Wagen mit auf das eine im Graben liegende Pferd. Tie Personen brachten sich bis aus eine Frau, die sich am Kopfe verletzte, in Sicherheit und auch dem Kutscher passierte nichts, während das eine Pferd sofort tot war. Ein Glück, daß das Unglück bei Tage passierte. Dieser Fall gibt Veranlassung, daß in dieser Gegend ebenso wie in der Wetterau für Auto- Postverbindungen und besseren Straßenbau etwas getan werden sollte.

Kreis Schotten.

----- Lardenbach, 26. Dez. Dieser Tage hielt Lehrer Schmidt aus Lardenbach den Kriegervereinen Lardenbach und Klein-Eichen einen recht interessanten Vortrag über: Die französische Fremdenlegion. In verständlicher Weise verstand es dec Redner, den zahlreichen Zuhörern die Werbung, Behandlung und den Dienst in der Fremdenlegion klar zu machen; er mahnte ganz besonders unsere Jugend vor den Werbern der Fremdenlegion, wofür ihm am Schluffe lebhafter Beifall gezollt wurde. Mit dem allgemeinen Wunsche, daß solche Vorträge noch öfters gehalten werden, verlebte man noch einige fröhliche Stunden.

Kreis Friedberg.

L. Bad-Nauheim, 27. Dez. Unser Bahnhof wird zum Sommer des nächsten Jahres elektrisches Licht erhalten, das er von der Stadt beziehen wird.

-l- Pohl-Göns, 27. Dez. Heute nachmittag wurde die Leiche des Bürgermeisters Konrad Sch epp VIII. auf dem hiesigen Friedhöfe zur letzten Ruhe bestattet. Ter Verstorbene war 12 Jahre Beigeordneter und 24 Jahre Bürgermeister, gehörte als Abgeordneter der Dekanats- synode an, war Mitglied des Verwaltungsrates des Ma- thildenstists Butzbach und bekleidete außerdem noch ver­schiedene Ehrenämter. Trotz seines schweren Leidens ver­richtete er seine Amtsgeschäfte mit großer Gewissenhaftig­keit, bis ihn am Sonntag, 24. Dezember abends der Tod ereilte. Er starb im 64. Lebensjahre. Die zahlreichen Kranz­spenden und die zahlreich von nah und fern erschienenen Leidtragenden, Freunde und Bekannte, die einen großen Leichenzug veranstatteten, bewiesen, daß er eh} allseitig beliebter Ehrenmann war.

----- Wölfersheim, 27. Dez. Die Eheleute Kreis­straßenwärter Konrad Ulrich und Frau Elise, geb. Bast, feierten am Sonntag ihre silberne Hochzeit, aus welchem Anlaß ihnen der TurnvereinFrisch auf" ein Ständchen dar­brachte und mehrere Geschenke überreichte.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 27. Dez. Am Samstag abend wurde im oberen Stock des Ständehauses vor den Bureaus ber 1. Kammer eine zweifelhafte Persönlichkeit entdeckt, die sich zu nächst schlafend stellte. Der ziemlich kräftige Mann hatte die Sttestt ausgezogen und wehrte sich Energisch, als man den Hausverwalter geholt hatte, der einen energischen Kampf mit dem Eindringling führte, bis er ihn vor die Tür schaffen konnte. Wie man fest­stellte, hatte er versucht, die Füllung der Türe zum Direktorzimmer zu durchschneiden. Allerdings hätte er keine große Beute machen können, da die von ihm vermutete Kasse dort nicht aufbewahrt wird. Es handelt sich um einen aus der Strafanstalt Entlassenen, der auf dem im Vorderh ms der Standetamun r mlinoau/en yureau des Vereins für entlassene Sträflinge die übliche Unterstützung in Empfang nehmen wollte. Leider ließ man den Burschen entweichen. Angeblich entführt wurde die 19 Jahre alte inSteinau bei Michelstadt in Dienst befindliche Anna R o ß m a n n aus Lützel­bach durch den 21 Jahre alten Steinhauer Wendel Mach aus Steinau, der in der letzten Zeit bei Wetzlar tätig war. M. hat dem Mädchen, das ihn angeblich nicht leiden mochte, nachgestellt und beide, die man kurz vorher iwch zusammen sah, sind feit dem ersten Feiertag verschwunden. Die Eltern des. Mädchens haben die Hilfe der Staatsanwaltschaft angerufen.

Darmstadt, 27. Dez. 2im Dienstag ent, chlies nach kurzen Leiden im Alter von 85 Jahren hier Generalmajor z. D. Gustav Gerl ach. In dem Verstorbenen, der namenttich als früherer langjähriger Präsident des Landeskriegerverbandes Hassia" weiteren Kreisen bekannt geworden ist, ist wieder ein tapferer Soldat und ein tüchtiger Offizier zur großen Armee ver­sammelt worden. Gerlach, der auch an den Kriegen 1866 und 1870/71 mit Auszeichnung teilgeiiommcn hat, war im Besitze zahl­reicher Orden und besaß u. a. auch das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

K. Offenbach, 27. Dez. Nach dem Beschluß des städtischen VersassungSausschuffes ist der Besuch deS Kine- matographen Kindern ohne Begleitung er­wachsener Personen verboten worden. Jedoch sollen besondere Kindervorstellungen gestattet werden, deren Spiel- plan von einem aus Lehrern bestehenden Ausschuß geprüft

** Kündigung v o n Versicherungsverträ­gen. Tie nachstehende gesetzliche Bestimmung ist für die Mndigung von Verträgen bei Versicherung gegen Feuer-, llnfall-, Haftpflichtgefahr usw. überaus wichtig und von allgemeinem Interesse. Im § 8 des Reichsgesetzi * den Versicherungsvertrag wiro vorgeschrieben,o Vereinbarung, nach welcher ein Versicherungsver­hältnis als stillschweigend verlängert gilt, wenn es nicht vor dem Ablauf der Vertrags- zeit gekündigt wird, insoweit nichtig ist, als lich die jedesmalige Verlängerung mehr als . .. . .. . .........

ein Jahr erstrecken soll". Praktische Bedeutung Es ist dies ein ichöne erhält diese Vorschrift für die Versicherungsnehmer, die den j kämpfen gespaltene 0

** Die Verkehrs-Einnahmen ans dem Per­sonen- und Güterverkehr betrugen nach vorläufiger Fest­stellung: für die Eisenbahndirektionsbezirke Frankfurt a. M. und Mainz: im Monat Oktober 12 521000 Mark oder gegen das Vorjahr mehr 112 000 Mark = 0,90 Pro-., in der Zeit vorn Beginn des Rechnungsjahres 88 205 000 Mark oder gegen das Vorjahr mehr 3 285 000 Mark ----- 3,87 Proz.; für die Preußisch- Hessische Eisenbahngemeinschaft: im Oktober 193 434 000 Mark ober gegen das Vorjahr mehr 10 114000 Mark = 5,52 Proz.; in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 1302 484 000 Mark oder gegen das Vorjachr mehr 86 038000 Mark = 7,07 Pwz.

** Der Verwaltungsbericht der land - und f o r st w. B e r u f s g e n o s s e n s ch a s t für das vorige Jahr enthält nachstehende Angaben: Die Zahl der angemeldeten Unfälle betrug 2997. An Entschädigungen für Renten an Verletzte, Kosten des Hettverfahrens usw. wurden 997 252 Mark bezahlt. Die Summe der erstmalig im Rechnungs­jahre gezahlten Entschädigungen betrug 184 710 Mk. Der nach den gesetzlichen Bestimmungen anzusammelnde Reserve­fonds beziffert suh auf 1904 015 Mk. Erstmalig entschädigt wurden 1785 Unfälle, davon entfallen auf Rhemhessen 457, auf Starkenburg 595 und auf Oberhessen 733. Insgesamt wurden an 10 028 Verletzte Entschädigungen geleistet. Die der Berufsgenossenschaft angegliederte Haftpflichtversiche­rungsanftalt, zu der der Beitritt freiwttlig ist, hat sich weiter günstig entwickelt. Ueber 9000 land- bezw. forst­wirtschaftliche Unternehmer sind bei ihr versichert. Das Vermögen der Anstalt beträgt zurzeit 63 882 Mr.

des freisinnigen Wahllomitees unterzeichnete Beschwerde, in Melcher zwöls Gründe mit Angabe der einzelnen Ortschaften und Fälle angeführt werden, nach welchen gegen wesent­liche Vorschriften für das Wahlverfahren verstoßen wor­den sei.

Ein Zeutrnmskandidat in Darmstadt-Groß-Gerau.

bs. Darmstadt, 28. Dez. Das gestern in Bischofs­heim versammelte Bezirkskomitee der Zentrumsparter für den Bezirk Darmstadt-Groß-Gerau hat den bisherraen Reichstagsabgeordneten Freiherrn von Hertling, der ein geborener Darmstädter ist, als Kandidaten ausgestellt.

Deutsches Reich.

Der Kronprinz ist, wie aus D a n z i g gemeldet wird, jetzt den größten Teil des Tages außer Bett.

DerReichsanzeiger" meldet: Die Prinzen August Wilhelm und Oskar wurden zu Ehrenrittern des Johannitterordens ernannt.

Nachdem der Reichstag dem vom Bundesrat mit Wir­kung vom 17. Juli ab in Kraft gesetzten neuen deutsch- japanischen Handelsvertrag ^gestimmt hat, sind zwischen dem Auswärtigen Amt und der japanischen Bot­schaft Noten ausgetauscht worden, nach welchen beide Re­gierungen von dem Recht, das dem Vertrag zugebörige Zollabkommen zum 31. Dezember 1912 zu kündigen, feinen Gebrauch machen.

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