Nacktem Staatsminifter Ewald sich mehrmals für die Be Tallinn her Rücküuße, iingcu ausgesprochen und gegen den völltg zwecklosen Protest de.) VIbß. Ulrich sich gewandt hat, schließt die GeschäftSordnungsausspraclie. „ , _
VJbn. M o l I ha n (Zentr.) berichtet baraui, das; bic 1. Kammer beim srnp 10 bco Voranschlags, Eisenbahnen, ben Antrag br-3 Vlbn. M/aob, aOOO Mk Wolmungsgeldzuschuß an bie Beamten her Hessischen Lnduügsbalni in den Boranschlag cinzustellen, nbr qelehni habe Auch der Anssckmß der 2 Kammer habe sich schon trüber gegen Iben Antrag Naab ausgesprochen unb beantrage jebl, tnnn Beschlich der 1. Kammer beizntretcn.
Mg Raab iSoz.) beharrt auf seinem Antrag unb betont, das; es sich Iricr um hessische Staatsbeamte handle.
Mrl). Oberfinanzrat Huchs tritt ebenfalls für die Ablehnung des Antrags Raab ein, worauf dann mit allen gegen die Stimmen der Abg Dr. Osann, Bach, Wolf-Gonsenheim, Damm und der vier Sozialdemokraten beschlossen wird, dem Antrag der I. Kammer ans Ablehnung des Vlntragö Raab einzugchcn.
Bei SVot> 30. P r o v i n z i a l d i r e k t i o n e n und Kreis- ä m ter, hat die I. Kammer beschlossen, nur drei Kreisamt' männer, und zwar ie eineir bei den Provinzialdirektioncn Darmstadt, Mainz und Gießen, auf den Znl-aber zu bewilligen. Be richterstatter Abg. Dr. Weber beantragt Beitritt zu diesem Be sclilnst iinb das Haus beschließt demgemäß.
'Iki Kapitel LaudesuNiversität, hat bie Erste Kammer beschlossen, der Streichung von 800 Mmck für die Seel- sorge ui beit Kliniken nicht beiiutreten, sondern bie Regierungs Vorlage wieder .herziirstz'llen.
Mg. Brauer (Bd.) beurntragt als Mtsschußbenchters-attev Beitritt zu diesem Besckiiuß.
Abg. Best lnatl.s wiederholt feinen frül>ercn Protest gegen diese Forderung und meint, baß man auS Sparsamkeitsgründen, auf der Streirlmng beharren miiffc.
Minister v. Hontvergk ipcitbct sich! geaen beu BorrrLuer unb besürwortet die Fordern na, desgl. Abg. M olthan (Zentr.) wo raus mit erheblicher Mehrheit der Beitritt zu dem Beschluß der Ersten Kammer erfolgt.
Die letzte Rückäatßeiimg betrifft ben Beschluß ber Evsten Kampier, ben Ueberschuß von zrrlla 2 072 000 Marl nicht an ben MisgleickBfonds abzustchren, foiibcrn an einen befonberen Fonds.
Geh. Rat Dr. Becker legt bar, daß dieser Beschluß einen AnStveg bcrrstiellc. Vlinstatt beit UcbersMlß in die Staatskasse abzuslihren, solle er in. einen befonberat Fonds gelegt werben., über heften Per Wendung, bie igesehgebenben Faktoren zu bestimmen haben Die Regiennig halte diesen Weg als bad kleinere von zwei liebeln und er sei iusoscru zu empfehlen, als das (Held schon 1912 flüssig gemarkst werden Änne. Er wolle aber nochmals betonen, haft es sich hier nicht mm einen Ueberschiß aus laiifcnbcn Eüi^ nahmen handele, auf die man dauernde Ausgaben Wen könne.
Dm AtlöfchnßMitvag auf Beitritt zu diesem Beschluß der Ersten Kammer wird angenommen. Die Sitzung schließt als- bann nach ’/s2 Uhr.
Nächste Sitzung: ^Mttwoch früh 9 Uhr. ......... ......... ........... . ■ wandern und Reisen.
~ Lauterbach, 27. Aiärz. Der hiesige Z w e i g v e r e i n des Vogelsberger Höhenklubs unternahm gestern seine dritte diesjährige Wanderung. Trotz des stlirinischen Wetters hatten sich etwa 65 Damen und Herren an der Wanderung beteiligt. Es wurde in zwei tthuppen aufgebrochen, die erste fuhr um 7 Uhr b8 Min. uorm. mit der Bahn bis Ober-Bimbach, von wo man bett Vtarfch unter Führung der Herren Kalbfleisch und Finger zu Fuß tortfctzte. Durch das Ltiderlal über Lüdermünd, Hirschkuppc und Michelsrombach crreid)tc man um etwa 1 Uhr Fraurombach, wo bei Gastwirt Altstalt der Kasfee eingenominen wurde linier der Führung des Lehrers Fischer, Jranrombach, stattete mau der dortigen Kirche einen kurzen Besuch ab und be. sichtigle die inleresfanten altenNcinälde und andcreAllertüiner. Unterdessen war auch die zweite Gruppe, die um 10 Uhr 18 Min. mit der Bahn nach Salzschlirf getahren und über den SengcrSberg und Worbt marschiert war, in Fraurombach angekommen. Nachdem
sich diese etwas gestärkt halte, wurde der Fußmarsch gemetnschafl- lich nach Schlitz, dem Ziel der Wanderung, angetreten. Vor der Stadt wurden die Teilnehmer von dem Schützer Zweigverein empfangen und in den Gasthof zum Deutschen Haus geleitet. Hier entwickelte sich nach dem Essen bald bei öfejang und Musik ein muiiteres Treiben. Leider mußte man sich schon um 6*/., Uhr wieder auf die Beine machen, da dies der letzte Zug ist, der von Schlitz nach Salzschlirf fährt, um ben dortigen Anschluß nach der Heimat zu erreichen. Um */28 Uhr waren alle Teilnehmer wieder am Endziele angekoinmen. Die nächste ziveitägige Wanderung am 29. und 80. April führt die Ortsgruppe nach dem Taunus.
Gießener Strafkammer.
)( Gieße», 28. März 1911.
9Üm Himmelfahrtstag e 1910
in achten der Gastwirt I. B. und der Schuhmacher H. N. von Tr. H. einen Ausflug und kehrten zum Schluffe in einer Gartenwirtschaft zu R. ein, wo sich eine fröhlich Gesellschaft beim .ftzegelspiel vergnügte. Als sich auch N. beim Kegelspiel beteiligte, wurde ihm von einem unbekannten Däter eine Bretzel, die er sich kurz vorher gekauft hatte, in offenbar scherzhafter Weise entwendet. N. verstand den Scherz jedoch falsch unb nannte den Täter einen Spitzbuben. Als auch diese Herausforderung ohne Erfolg blieb und N. seine Bretzel nicht erhielt, wurde er schließlich gegen die ganze Gesellschaft ausfällig unb erklärte, sie seien alle Spitzbuben. Dies batte zur Folge, baß N. in nicht gerader sanfter Weise zur Ofartvnnnrtfdiaft hinausbeförbert wurde. Da er sich zur Wehr setzte kam es auf der Straße, wohin die ganze Gesellschaft gefolgt war, zu einer größeren Rauferei. N. behauptet nun, er fei bei dieser Gelegenheit von dem ^Bergmann R. S. sowie von dem Landwirt K. Z. unb dessen Sohu, dem Weißbinder K. Z. von R. mißhandelt worden. Er bat gegen diese drei Strafantrag gestellt und erftrebt neben der Bestrafung der Täter Zuerkennung einer angemessenen Buße. Aber trotzdem in zwei Verhandlungen vor Dein Schöffengericht eine größere Anzahl Zeugen vernommen wurde, ist die Sache nicht aufgeklärt worden, so daß die drei Angeklagten freigesprochen wurden. N. sollst als Nebetikläger das Urteil an, hatte aber mit seiner Be rufung fein Glück. Auch bie heutige Verhandlung erbrachte nicht ben Beweis der Schuld ber Angeklagten, so daß das freisprechende Erkenntnis des Schöffengerichts bestätigt wurde.
Eine Anklage wegen falscher A n s ch u l d i g u n g.
Der Taglöhner I. G. W. von Dl. war angeblich vom Schwager des dortigen Bürgermeisters beleidigt worden und wandte sich deshalb an einen Rechtsanwalt. Dieser beDeutete ihm, er möge sich zunächst ein Armutszeugnis ausstellen lassen, da er zur Bestreitung der Kosten des PrivatNageverfalirens nicht imstande sei. W. wandte sich nun an den Bürgermeister und Ortsgerichts- trorftelycr, der ihn aber belehrte, er müsse zunächst zum Sühneversuch laden und eine Bescheinigung darüber beibringen. W. begab sich darauf an das Amtsgericht und erhob Beschwerde gegen den Bürgermeister mit der Begründung, daß dieser sich weigere, ilstii eine Sühnebescheiniching auszustelleu. W. behauptet auch heute noch, der Bürgermeister „mache nichts". Er macht einen derartigen Eindruck, daß das Gericht es für leicht möglich erklärt, daß der Angeklagte die Ausstellung eines Armutszeugnisses mit ber einer Sühnebeselstinigung verwechselt habe. Er wird deshalb freigesprochen.
(Bericbtsfaal.
Berlin, 28. März. Der Reichstagsabgeordnete A m t s g e r i ch t s r a t D r. Kölle aus Zellerfeld wurde wegen Disziplinarvergehens vom Disziplinarsenate des Oberlandesgerichts Zelle zur Versetzung in ein anderes Richteramt mit dein gleichen Range ohne Erstattung der Umzugsfosten sowie zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt. Der große Diszipliuarsenat des K a mm e r g e r i cht s , bei" heute unter dem Vorsitz des Kaminergerichtspväsidenten Dr. Heinroth infolge eingelegter Berufung des Angeschuldigten sich mit der Angelegenheit zu befassen hatte, hob Die Gelbslrafe von 500 Mark auf; im übrigen blieb das Urteil bestehen.
Kleine Lageschrontt.
Beim Sechst agerennen in Berlin stürzte Arend durch Anfahren in der Kurve. Er brach das linke Schlüssel-- b e in und wurde hiermit außer Kampf gesetzt. Später brach Nahmen das Schlüsselbein und gab endgültig auf. In ber 70. Stunde waren 1 868 022 Kilometer zurückgelegt.
In einem Seitental der Mosel, sm sog. Goldbachtal, sind zahlreiche Goldfunde gemacht worden. Stücke im Werte von 50 bis 100 Mark wurden gefunden
Der Student ber -fachnheUttmde i.'lpt, der am 18. Februar in Berlin feine Geliebte durch Ausschneiden ber Pulsader tötete und bann Selb stmord versuchte, zerschlug im Untersuchungsgefängnis einen Wasserkrug und zerschnitt sich mit den «Scherben die Pulsadern und beide Schläfen. Er wurde schwer verletzt in die Eharit6 cingeliesert.
Der Löwenbräu-Prozeß in München wird noch eine Reihe von Nachspielen haben. Gegen zahlreiche Wirte ist Voruntersuchung wegen betrügerischen Einschenkens ciugelcitdi und gegen eine Anzahl von Zeugen au$ dem Prozeß soll Anklage wegen Meineids erfolgen.
Der „döordhäufer Zeitung" zufolge erschoß sich der Bürgermeister des Städtchens Stolberg, Dr. Pampcl, nach Unterschlagung von 127 000 Mark Sparkassengeldern. Durch Fälschung der Üntcrschristeit zweier Mitglieder des Kuratoriums erhob er seit etwa fünf Jahren beim Magdeburger Bankverein auf Konto ber Sparkasse Stolberg größere Beträge in Gesamthohe von 127 000 Mark. Die Fälschungen kamen zufällig heraus
In Bischberg bei Bamberg zertrümmerten in vergangener Nacht ausständige Arbeiter der Ton- und Ziegelwerke sämtliche Fensterscheiben der Fabrik und warfen Sterne in die Wohnung des Direktors, der mit feiner Familie uad) Bamberg flüchtete. Die ganze Gendarmerie wurde zusammengezogen und die Polizeistmnde^auf 9 Uhr feft- gesetzt. Die Gendarmerie feuerte, als sie mit Steinen beworfen wurde, blind. Die Bogenlampen der Fabrik sind durch Revolver- sckstisse zertrümmert worden. Hinzugezogene italienische Arbeiter haben bisher die Arbeit nicht auf genommen.
In dem Dorfe Hörsching bei Linz a. d. Donau brach Feuer aus. 23 Gebäude wurden vernichtet. Zwei Kinder werden vermißt.
Ein Ballon puS Mailand Mit drei Insassen, ixtruutep eine Dame, blieb in den Graubündener Bergen in 2000 Meter Höhe an einem Baume hängen. Die Insassen konnten sich jedoch retten. Sie erreichten gestern abend nach einem anstrengenden Marsche durch Neuschnee das Dors Filisur.
Der Expreßzug Barcelona—Madrid ist bei. Tarrasa cutgleift. Dabei wurden drei Personen getötet und sieben verletzt.
IKärfte.
fc. Frankfurt a.M., 28. März. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren 4 Wagen Heu und 3 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 8,10—3,50 Mk., Stroh (Kornlangstroh) 2,50 bie 2,70 Mk., Wirrslroh 0,00-0,00 Alk. Alles für 50 Kilo. Geschäft flau. Die Zufuhren waren aus Oberhessen und den Kreise Hanau.
Meteorologische Beobachtungen der Station fließen
23
Wetter
S
t- -i
72 I NNW ' 2
Sonnenschein
Höchste Temperatur am 27. bis 28. März — -4-
Niedrigste . , 27. , 28. , — 4-
2 2
85
96
NNE NNE
8
4
10
13,2 '
10,4
6,5 |
März
1011
144,6
744,1 1
743,9
if 8«
28.'
28.'
29,1
14,5'0.
3,8 °0.
8,1
8,0
6,9
K2
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Bekanntmachung.
In unserem Geuosseuschastsregister wurde bei der Korn-- lfauöstetwsseiischgft, c G. in. b. H., zu Hungen, critgetraqcn: Die Liquidation ist beendigt. Die Vertretunqsßefugnis ber Liquidatoren ist erloschen.
Hungen, 11. Mär^ 1911. B”/s
________________Grosch. Amtsgericht.
Bekanntmachung.
Wegen bie am 25. Februar dS. As. oorncnommcitc Wahl ber Beisitzer beim NausuiannSacricht finb in ber gesetzlichen Frist Eiuweubutigeu nidn erhoben worben. ES sind daher auf drei Jahre als Beisitzer gewählt
n. auS ber Habt der wählbaren Kaufleute
bie Herren
l. Franz Holterhoff,
2. Adolf Nolt,
8. August Noll,
4. Moritz Strauß:
n. auS der Zahl ber wählbaren Haubluugügehtlfen die Herren
l. Karl Schwarz,
2. .Heinrich Emrich,
3. Heinrich Wahl, I. Emil Abert.
Bw[j
Gießen, 28. März 1911.
Grvßhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen.
I. D.. Keller.
IergkbuU von WOckitUMbeiteil.
Für bie 'JVaHccüerforgitngtfanlngcu Ulfa, Kreis Schotten und Heimertshausen, Kreis -llsfeld, sollen durch schriftliches?lngcbot nachstehende Arbeiten und Lieferungen vergeben werden.
A. Wasserversorgung lttsa, Kreis Schotten.
Los 1. Hochbehälter von 200 cbm Nutzinhalt:
Los II. Rohrgräbeu und Rohrliefennig rd. 11 km (Guß- oder 5chniiedeeisen, Röhren werden nicht getrennt vergeben).
B. Wasserversorgung Heimertshausen, Kreis Alsfeld. LoS 1. Sammelkammer und Hochbehälter (60 cbm Nutzinhalt). Loö 11. Rohrgräben u. Robrlieferung 4,2 km (Guß- oder Schmiedeeisen, Röhren werden nicht getrennt vergeben).
Pläne und Bedingungen liegen bei der unterzeichneten Behörde offen, wo ^IngebotSvordrncke gegen ganz freie Eursendung des Betrag« (nicht in Briefmarken) zu haben sind und zwar für Los II Mfa 3. Mk., für Heimertshausen 2.50 Mk., Los I je 1.50 Mk. Angebote sind oersthiossen mit Aufschrift der LoS-Nummer und de« Anbieters versehen, bis spätestens Samstag den 8. April 1011, vormittags 10 , Uhr, für Ulfa und II Uhr für Heimertshausen auf Ziuuner Nr. t, Frankfurter Str. 29, abzugeben. Es werden nur 2lnqeboie auf Vordrucken ohne jede Textänderung berücksichtigt. Die Eröffnung sindel in Gegenwart der erschienenen Bieter statt, freie Auswahl bleibt ausdrücklich Vorbehalten. Zuschlagsfrist 14 Tage.
Gießen, den 22. März 1911.
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