Ausgabe 
4.10.1911 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Zweites Blatt

Nr. 255

Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags.

ver.

v'/.°

in Ottakring wurde der Sozialdemokrat

e r

VI:

der 51.

TieItfoencr tfamilienblätter werden dem .Anzeiger' Sienna! wöchentlich beigelegt, das Kreilblati ISr bcn Kreis Gicfoen" zweimal wöchentlich. Die£anbrotrtfd)ailltd}en 3cU- Iragen erlchemen monatlich zweimal.

chvieh

jnichzentrifnge

Lever mit 9883 Stimmen gewählt. Der .Christlichsoziale, Hcigl, erhielt 2132 Stimmen.

In der Sitzung des dänischen Folketings am Tiens- tag brachte Finanzminister Meergaard den Voranschlag für 19 12/13 ein. Tic Gesamteinnahmen werden darin mit 102 700 000 Kronen aufgeführt, die Gesamtausgaben mit 114 300 000 Kronen, so daß sich ein Defizit von ca. 11 Vs Mil­lionen Kronen ergibt. Tas Defizit des lausenden Finanzjahres ist auf 21 Millionen Kronen festgestellt, so daß das neue Finanz­jahr einen Fortschritt von 10 Millionen Kronen aufweift. Ter Finanzminisler wird in allernächster Zeit dem Hause eine Reihe Gesetzentwürfe betr. die Erhöhung verschiedener Steu­ern und Abgaben vorlegen, wodurch die Staatseinnahmen derart vermehrt werden sollen, daß das Gleichgewicht im Budget wieder hergeftellt wird. Tiese Gesetzentwürfe foerben sich haupt­sächlich beziehen auf die Erhöhung der Abgaben aus die B i e r - und Branntweinproduktion und die Zigaretten­fabrikation sowie auf eine Erhöhung der Vermög ens- und Einkommensteuer. Bei den Einnahmen werden die Erträge an» den .Steuern und Abgaben auf etwa 84 Millionen veranschlagt.

In Toulon fanden am Tienstag in Gegenwart des Präsi­denten der Republik Falliöres, der Minister, zahlreicher Ver­treter des Heeres und der Flotte und der fremden Marrne- Attach6s die L e i ch c n f e i e r l i ch k e i t c n für die bei der Kata­strophe derLiberte" um gekommenen Seeleute statt. 24 Geschütze, deren Rohre abgenommen waren, trugen je sieben

, Sandory unter n Cornell.

Eintritt frei

uhauses

München

-1911 mit dem

fix =

lächerlich genug, und jede kleine Ueberhöhung ist hier vom liebel. Herr Kaiser streifte da einen Augenblick an den Grenze. Herr Kurt Gühne schuf als Dr. Rank einem Menschen voll packender Innerlichkeit, zitternd in verhal­tener Sehnsucht und ergreifend in seiner tapferen Erwar­tung des nahen Todes. Fräulein Bettina Brehm war als Frau Linden schlicht, treu und nüchtern, ganz im Sinne der Rolle, voll sorgender Liebe, nur anfangs vielleicht etwas zu unbeweglich. Herr B a k o f spielte eindrucksvoll und lebenswarm. Sein schiffbrüchiger Günther war ebenso brutal in seiner feigen und doch dreisten Bosheit, als rührend in seiner ängstlichen Besorgnis um seine und seiner ftinber Zukunft. K. N.

Als Vertreter des Kultusmiiüfteriums wohnen der Tagung bei: Wirtlicher Geheimer Oberregierungsrat Tr. Koepke, Geheimer Oberregierungsrat Reinhard und Geheimrat Tr. Klappe. Nach einer Begrüßungsrede des Vorsitzenden, Prof. Lehmann (Posen) sprach Oberstudienrat Kerschen ft einer (München) über Charakterbildung und öffentliche Schulen.

Er fühtte aus: Ter Begriff Charakter als ein Merkmal der menschlichen Seele hat eine zweifache Bedeutung. Einmal ver- stehen wir barunter jene beharrliche Eigenschaft der Seele, wo­nach jeder Willensakt durch bauernb in ihr ausgerichtete Grund­sätze eindeutig bestimmt ist. Stimmen diese Grundsätze mit bene Sittenkodex der Zeit überein, so nennen wir den Charakter

Arbeiterbewegung.

Der Tarifausschuß der deutschen Buchdrucker

hat den Einigungsvorschlag des Einigungsausschusscs, in dem bezüglich Lohn und Arbeitszeit und auch bezüglich der Bestimmungen für Maschinensetzer und Drucker, soweit es sich hierbei um die Hauptfragen handelt, die berechtigtest Wünsche beider Parteien soweit als möglich Berücksichtigung gefunden haben, mit 32 gegen zwei Stimmen an­genommen.

wühle

klar. Ruf 43-

Yervenstärken!. von 4

, uennann SW on . Oktober ld wcb-den^ubr

Ausland.

Aus Wien wird gemeldet: Bei der durch den Mandats, Verzicht Schumeiers notwendig gewordenen Reichsrats -

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e^ö51. Redaktion:«^ 112. Tel.-AdruAuzeigerGieben.

Aus Hessen.

,ur Landtagswahl in Nierstein-Nieder- heim. Ein im.Auftrag der Vereinigung zur Wahl

Mittwoch, 4- Moder

$Rotahon6bnid und Verlag der Brühl'schen UuwcrsnälS-Buch- und Sieindruckerei.

R. Lange, Dießen.

id

der UkgVich.

5s. Hauptversammlung der deutschen Philologen und Schulmänner.

~ Posen, 3. Ott.

Mit einer außerordentlich zahlreich besuchten Festsitzung in Aula der Akademie begannen heute die Beratungen der Hauptversammlung deutscher Philologen und Schulnränner.

S

Särge mit den Leichen der bisher erkannten 168 Opfer, unter ihnen drei Offiziere. Tie Toten, bereit Persönlichkeit noch nicht feftgesteltt ist, werden später beerdigt. Unter den zahlreickxn Kranzspenden war ein aus Chrysamhemeit gebundener Kranz Kaiser Wilhelms, auf einem weißen '.'.Uoiräebanb ein V. mit der Kaiserkrone zeigend. Nach der kirchlichen Feier ergriff Präsident Falliöres das Wort. Er wies auf den Gegensatz zwischen dem heutigen unvergleichlichen Jammer uno der kürz­lichen Flottenschau hin, drückte den allgemeinen Schmerz sowie das unermeßlich Mitleid für die mitten im Frieden so tragisch zu Tode getommenen Solbaten aus und rief den Opfern den letzten Gruß des trauernden Vaterlandes nach. Marineminister D e l e a f f 6 versicherte, er werde alles hin, um die Ursack>cn der Katastrophe zu ermitteln uno sie zu unlcrbrüden. Tie Marine müsse beitrcbt sein, vorwärtSzuschreiten. Bei dem Leichenbeganz nis durchbrach ein scheu geworbenes Pferd das Trnppenfpalier. Tie Menge stürzte von allen Seiten durch die Truppen herbei. Eilte bei- improvisierten Tribünen war zusammengeftürzt und hatte das Pferd scheu gemacht. Plötzlich ertönte der RufEine Bombe!" Ein furchtbares Stoßen und Drängen führte zur zeu- luctiigeit Auflösung des ganzen Zuges. Soldaten liegen ihre Gewehre fallen und liefen davon. Es dauerte einige Zeit bis Ruhe und Ordnung wieder hergeftellt war.

Aus H e l s i n g f o r s wird gemeldet: Der Präsident des Hofgerichts Hellens, wurde in £eni Augenblick er * * schossen, als er aus seinem Hause auf oie Straße trat. Ter Täter ist an den Schußverletzungen, die er sich als dann bei brachte, int Hospital gestorben. Tie Zeitungen in Helsinsors vertreten die Annahme, daß bad Verbrechen nicht auf politische Beweggründe zurückzusührcn fei, sondern einem Anfall von Geiste, geftörtheit zugeschri.eben werden muß. Ter Mörder war bic 24jähr:§r Äsenhandlnngskommis Bruno Forsftroem.

In Neuyork ist im Alter von 71 Jahrim Konter- ad m i r a l S ch l e y gestorben. Winsield Seott Schlcy iil auch in Europa durch die Rolle, die er im spanisck)-amerikanischen Kriege (1898) spielte, sowie durch seinen späteren Prozeß gegen den Admiral Sampson bekannt geworden. Schlei; beseitigte vor Santiago auf Cuba, wo die spanische Kreuzerslotte eingeschlossen war, das sogenannte fliegende amerikanische Geschwader, während Admiral Sampson den Oberbesehl sührte. Als bann die spanische Flotte bei ihrem Ausbruchsversuch vernichtet wurde, schrieb Schley sich selbst das Hauptverdienst des Sieges zu, woraus Sampson mit heftigen Angriffen gegen den ihm untergebenen Koltterabmiral antwortete. Taraus cntipann sich ein langwieriger Prozeß vor­dem Militärgerichtshof, der von beiden Seiten mit größter per­sönlicher Erbitterung geführt wurde und schließlich mit der Zurück­weisung der Ansprüche .Schleys auf das. Hauptverdienst am Siege bei Santiago endete.

Milch P'®' ,en «ta* S, . kirchen LWJJp

*

ff. Cooks Reisewerk ist erschienen! Eine eigene! Verlagsgesellschaft ist unter der FirmaThe Polar Publiihingi Company" zur Veröffentlichung des Buches gebildet ivorden, das als ein Prachtwerk von 604 Seiten großen Formats sich dar­stellt. Auf dem Umschläge sieht man Cool und seine beiden Eski­mos, und das Buch ist reichlich mit Abbildungen versehen, dar­unter ist eine Photographie des Berichtes, den Cook in einem! kleinen Eisenfutteral am Pol selbst niedergeschrieben zu haben behauptet diese Photographie wird hier zum ersten Male bekannt gegeben. Tas Buch beginnt mit einer Widmung im heroischen Stile:Ten Indianern^ die den Pemmikan und den Schneeschuh erfunden haben. Ten Eskimos, die den Schlitten erfanden, gebührt die erste Ehre. Ten vergessenen Pfadfindern, deren Bücher meine Anleitung waren. Ten Helden, die in Der arktischen Nacht fielen, find diese Seiten zugeeignet." Ncu. ist ein Brief des Leiters der Balbwin-Ziegler-Polarexpedition^ Kapitäns Evelyn Brigge Baldwin, der Cooks Beweise mit eenen Pearys vergleicht uno zu dem Ergebnisse gelangt, daß Cook 350 Tage früher als Peary zum Noropole gelangt fei. Neu ist ferner, Daß Cook in diesem Buche nunmehr scharf gegen Peary Stellung nimmt und heftige Angriffe gegen ihn und ;cine Partei­gänger richtet. Auch widerspricht er ganz entschieden der Aus­lassung, daß er zugeftanden habe, betrügerisch verfahren zu sein Zugeftanden habe er nur, daß er nicht den mathematischen Punir des Nordpols erreicht habe; dagegen behaupte! er nach wie tor oem Pole so nahe gekommen zu jein, daß er sein Entdecker genannt zu werden verdient.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- lchast. Aus Münfter wird uns gemeldet: Ter Direktor des ^rtadttheaters in Münster i. W Leopold Sach , e, «der seit Mai 1909 den Auftrag hatte, Vorlesungen über Technik des sprechens und Vorttagskunst an der Universität Münster zu halten, wuxde zunx Lektor ebenda ernannt^

em' .ileSen-oo"

HB

<6 2**#^

Monats-

M

1 Mück dieses m Gebrauch, isultat beweist aufs ch sparsamen Brenn- ladiehervorragende heses Ofensystems, nrazitkohlc für rderlich.

1-Verkaufsliste Aus- 'tenhandlung, oder mania Ofen-und

trotz aller Kunst, mit der das Werk aufgebaut und ge­gliedert ist, nicht zu vermeiden gewußt, und das nur, weil er seine Nora nicht als reines Kunstwerk gestaltete, sondern eine Tendenz hiueinzwängte, und zwar eine Tendenz, die an den Schluß des Stückes ein großes Fragezeichen setzte, das nicht nur schwarz auf weiß dasteht. Nun ist zwar Ibsen nie ohne Tendenz, aber keines feiner Werke wird am Schluß so sehr Leitartikel wie Nora; was

diese' Frau sagt, das ist nicht ihre Ansicht, das ist ein Programm, das ganz andere geistige Kräfte voraussetzt, als der Nora Helmer zur Verfügung stehen, und nur Fragen aufwirft.

Dieser Eindruck blieb auch nach der gesttigen Auf­führung. Wohl verfolgte man atemlos die Entwicklung, aber als am Schlüsse statt der Antwort eine Frage auf­tauchte, senkte man den Kopf und ging grübelnd davon. Und wie immer bei der Nora, vernahm man manche derbe Aeußerung. Aber das sollte nun doch nicht sein, denn neben dem vielen Unbegreiflichen und Verfehlten steht so viel echte, lautere Kunst, steht eine so seine Menschenschil­derung, daß der große Dichter immer noch aus jedem Zuge erkennbar ist, selbst da, wo er für unser Gefühl sehl- gegriffen hat.

Die Aufführung, von Herrn Bakof geleitet, folgte den schwierigen Gedankengängen des Dichters mit liebevoll cindringendem Verständnis und fand mit Glück den rechten Ton für das bedeutsame Geschehnis. Fräulein Mila de la C h a p e l l e spielte die Nora, das süße, oeriveichlichte Püpp­chen, das sich mit so überraschender Behendigkeit zum ziel- bewußten Weibe entwickelt, und sie spielte sie mit so viel überraschender Natürlichkeit, mit so viel liebenswürdiger Schalkheit und tragischer Kraft, daß sie bedeutend war und einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Siegreich überwand sie die tiefe Kluft in der Seele dieser Frau und blieb natürlich, was das höchste Lob bedeutet. Den seltsamen Helden Robert Helmer, der mit gespreizter Würde seine Tadellosigkeit zur Schau trägt und sich im entscheidenden Augenblick als schwächlicher Egoist entpuppt, gab Willy Kaiser mit ebensoviel salbungsvollem Anstand als klug gezügeltem Maß. Tie leidenschaftliche Erregung nach dem Fest gelang ihm glänzend, aber die überhebliche Lehrhaftig- teit schien mir etwas übertrieben. Helmer, an sich ein tüchttger Mann^ wirkt in diesem Augenblick an sich schon

Kohlenvei- Richten bei beheizen

Deutsches Reich.

Auf Veranlassung des R.i.yst.ig...^geordneten Vogt (Crailsheim) haben Mitglieder derWirtschaftlichen Vereinigu ng" untcrm 30. September an den Reichs­kanzler folgende Eingabe gerichtet:

Tie ungewöhnliche Trockenheit dieses Jahres hat, Ivie all­gemein anertannt wird, im besonderen den Ernteertrag an Futter­mitteln so erheblich verringert, daß daraus die schwersten Sorgen sowohl für die Viehhalter als auch für die Fleischverbraucher ent­stehen. Tie Anwendung besonderer Maßregeln erscheint durchaus berechtigt und notwendig. Unbeschadet der bereits vorgenommenen Erleickfterunaen für die Futterbeschaffung sowie anderer noch zu erwägender Mittel bitten die Unterzeichneten, eine zeitweilige Rückvergütung der Mais- und Futtergerstcn- zölle unmittelbar an die Viehhalter ein treten 5 u lassen. Tie Unterzeichneten bitten ganz ergebens!, wenn irgend möglich die zur Turchführung dieses Vorschlages erforder­lichen Vorlagen dem Reichstage schon vor seinem Zusammen­treten zugehen zu lassen.

Unter den Unterzeichnern befindet sich auch der Ab­geordnete des Gießener Wahlkreises, Tr. Werner.

Ter zweite Teil des MemoirenwerkesAus meinem Leben" von August Bebel ist soeben herausgekommen (Ver­lag von Tietz Nachf. in Stuttgart). Der Band reicht nur, so entnehmen wir derFrtf. Ztg.", bis zum Sozialistengesetz und ist doch weit stärter gewvrven, als der Verfasser anfangs beabsichtigic, denn das Buch ist ihm, wie er im Geleitwort sagt, zu einer Art Geschichte der Partei geworden. Ter dritte Band, der die Zeit des Sozialistengesetzes umfassen soll, wird erst nach längerer Zeit erscheinen. Der vorliegende Band behandelt recht ausführlich die Periode Schweitzers, dann den deutsch-franz^i.che'.l Krieg, die parlamentarische Tätigkeit, verschiedene Gefängniszellen, schließlich die Gothaer Vereinigung und was ihr bis 1878 folgte.

<8ietzener Stadttheater.

Nora.

Schauspiel von Henrik Ibsen.

.Gießen, 4. Oktober.

Seitdem Ibsens Nora oder richtiger Ein Puppenheim, vor beiläufig zweiunddreißig Jahren, zum erstenmale über die Buhne ging, hat es die Gemüter in Spannung erhalten und heute noch muß jeder literarisch Interessierte Stellung dazu nehmen. Zwar die Zeit ist längst vorbei, wo man die Nora als Sturmsignal der Frauenfrage verwendete und auch die äußerst hitzigen Fehden, die sie bei ihrem Er­scheinen veranlaßte, sind einem friedlichen Zwist gewichen, aber die Meinungen haben sich nicht geändert und bis zur Stunde ist sie das meistumslrittene Werk Ibsens geblieben. Der Name eines hochbedeutenden Mannes, der hinter dem Stücke steht, bindet heute vielen die Zunge, und dieser Name ist schon so sehr Schlagwort geworden, daß sich die meisten etwas zu vergeben fürchten, wenn sie sich ihm nicht beugen. Und doch gibt es Fragen, die die Menschheit schon viel länger beschäftigen, ohne daß sich die Gelehrten darüber einig geworden wären, aber anstatt kräftig anzupacken, geht man lieber brumjjcrum und sucht zu erklären, wo Be­weise versagen. _ So schlägt man denn auch fast kein Buch über Ibsen auf, ohne darin eine Erklärung für Noras Tun undMüssen" zu finden, aber dadurch wird nicht der Beweis geliefert, daß Nora so handeln muß, wie sie sie es tut. Und das muß sie keineswegs. Im Gegenteil: das Stück enthält so viel Widersprüche, so viel psychologische und äußerliche Gewalttätigkeiten, ohne die ein ganz an­deres Werk hätte entstehen müssen. Aus einer notwendigen Entwicklung heraus ist die Nora nicht zum Schluß gediehen. Diese Frau ist in den ersten Auszügen eine ganz andere als im letzten, und wenn das durch nichts anderes zu beweisen wäre, dann würde der Dichter selbst gegen sich zeugen, der es vermocht hat, einen zweiten, versöhnlichen Schluß zu schreiben allerdings nicht gern, aber daß er sich dazu bewegen ließ, das beweist, daß er sich wohl der geringen -Notwendigkeit des ersten bewußt gewesen ist. Zum Ueber- jsluß hat. er in einem Briefe an Laube vom 18. Februar 1880 iüe zwecke Fassung nur als eineAbschwächung" bezeichnet. .So muß denn auch der Eindruck auf die Zuschauer not» rgedrungen zwiespältig |einz und. diese Klippe hat Ibsen

des Abg. Wolf-Stadecken von dem Gr. Beigeordneten Raab-Schwabsburg unterzeichnetes und von den Abgeord­neten des Hessischen Bauernbundes gegengezeichneles Zir­kular tritt in energischer Weise für die Wahl des Abg. Wolf ein, der während 12 Jahren seiner Abgeordnetcntaligkcll sich gut bewährt habe und nur durch die von dem nalional- libcralen Abg. Winkler geschaffene Wahlrreisgeometrie aus dem Landtag verdrängt worden fei.

ebinben oon208tte ter grossbandlg

e Nr. 7 Tel S

slvärts. i3

161. Jahrgang

Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen

Pas lHaroftoabfommen.

Die Pariser Blätter lassen leinen Zweifel darüber, daß das Marokkoablommen mit Deutschland unmittelbar vor dem Abschluß stehe. Merkwürdigerweise spricht man da­von, daß dann erst unsere Entschädigung im Kongo fest­gesetzt werden solle. Das würde dann in der Tat wie ein Trinkgeld aussehen.

Paris, 3. Lkt. DerPetit Parisien" erwähnt die Punkte, in denen gestern Beschlüsse gefaßt worden find. Danach solle Deutschland der Achchasiung d.r Madrider Kon­vention zustimmen, soweit sie sich auf die Zrage der Schutz­befohlenen erstreckt, während die Konvention im übrigen bestehen bleiben soll. Tie gegenwär.igen Schutzbefohlenen sollen ihre Rechte behalten, aber es dürfen keine neuen Schutzbefohlenen ernannt werden. Ferner werde die Ab­schaffung der Konsulargerichtsbarkeit verlangt mit der Maß­gabe, daß eine Uebcrgangsperiode eintreten soll, bevor die neuen Gerichte funktionieren In diesem Puntte beständen noch Heine Abweichungen in Bezug auf bic Form. Schließlich lieh f o l l e D e u (s ch l a n d darin willigen, daß Frank­reich eine Förderungsabgabe aus Erzen erhebe. In diesem Punkte habe ein .Mißverständnis bestanden, et­waige Streitig feiten würden wahrscheinlich durch den Haager Schiedsgerichtshof geregelt werden.

DerMatin" schreibt:

Die beiden Regierungen werden sofort nach Abschluß des Marottoabfommens die Verhandlungen über die Entschädig­ungen wieder aufnehmen, die Teutschland in K ongv bewilligt werden. Es handelt sich nicht um die Redaktion von Sätzen und Formeln, es handelt sich darum, eine Quantität zu bestim- m e n. Wir kennen diese Quantckät, Teutschland kennt sie ebenfalls. Bei gutem Willen kann man rasch vorankommen.

DerFigaro" sagt:

Es besteht nur noch eine leichte Differenz in der Form bezüg­lich eines Punktes. Da es unmöglich ist, daß die beiden Regierungen dieser Differenz wegen, die einen ganz unwesentlichen Puntt betrifft, die Frucht ihrer Verhandlungen verlieren loerden, so kann mit Bestimmtheit versichert werden, daß der Akkord in einigen Tagen Wirklichkeit sein wird. Man hätte diese An­gelegenheit rasck>er führen sollen. Wir wollen nicht streng 1 c i n und uns auf den Wunsch beschränken, daß der zweite und letzte Teil der Verhandlungen schneller vorankommt.

Deutschland und die iniernationale Ausstellung in Turin.

Dur in, 3. Okt. Das iCberj'te ,Preisaeri^cht der Internationalen Industrie- unb Gewerbe-Ausstellung 1911" hat soeben seine Arbeiten beendet. Das Ergebnis ist für die deutsche Industrie überaus glänzend. Es wurde erreicht durch die hervorragenden Errungenschaften und Vorzüge der deutschen Erzeugnisse, welche die der an­deren Nationen auf den gleichen G.evieten vielfach in den Schatten stellen.

Von den 857 deutschen .Ausstellern hatten sich 38 außer Wettbewerb stellen lassen. An die sonach 819 Beurteilten fielen 408 Große Preise, 130 Ehrendiplome, 172 Goldene Medaillen, 89 Silberne Medaillen, 23 Bronzene Medaillen, 9 Ehrenvolle Erwähnungen, zusammen 831 Aus­zeichnungen.

Ferner wurden Mitarbeitern deutscher Aussteller zu­erkannt: 134 Ehrendiplome, 233 Goldene Medaillen, 202 Sil­berne Medaillen, 180 Bronzene Medaillen, 23 Ehrenvolle Erwähnungen, zusammen 77 2.Auszeichnungen. End­lich sind 2o Deutschen Verdien st diplome für hervor­ragende Bemühungen uni das Zustandekommen der Aus­stellung und deren künstlerischen Aufbau verliehen worden. Insgesamt entfallen somit auf Deutschland 1628 Auszeich­nungen, t________