Ausgabe 
30.5.1911 Zweites Blatt
 
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Nr. 125

Zweites Blatt

161. Jahrgang

Erscheint täglich mit Abnahme bei konntagR.

TieGteheuer LamittendlStter" werben bem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, bal ..Kreisblatt fir les Kreis -letzen" zweimal wöchentlich. Tie ..randwlnschaftlichen Seit- fragen erscheinen monatlich zweimal.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Dienstag, 50. Mai 1911

Rotationsdruck und Verlag der 551 üb Heben Universltäts - Buch- und GteinbrucfereL R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:«^ 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.

kzaupwerfammlung der hessischen Bürgermeister.

R B. Darmstadt, 29. Mai.

Der Landesverband der Bürgermeister in Hessen trat heute zu feiner Hauptversammlung zusammen Vorsitzende, Bürgermerster Metzger» Langen, gedarbte des ver­storbenen Trüberen tzorstandSmitgliedeo, Bürgermeister Höhn- Heppenheim. Jn seinem Tätigkeitsbericht führte er aus, daß der Vorstand aus Anregung der Mainzer Hauptversammlung an zuständiger Stelle wichtige Entscheidungen veranlaßt habe, so über tue Beglaubigung von Rcntenauittungcn, daS Wegfällen der öffentlichen Belobigung von Standesbeamten, die Gülcrvcr Ittigerunfl und anderes mehr Es schloß sich eine eingehende Besprechung an. Herr LberregierungSrat Gräf bk

richtete über den Stand und die Verwaltung der Für forgekasse. Tic Waffe hat sich tm Laufe der Jahre gut ent wickelt, wenn auch über einzelne Punkte noch Unklarheiten vor Händen find. Am Schluß des ersten RechnungsiabrcS zählte die Waffe 1988 Mitglieder, mit einem ruhegehaltsfähigen Dienst einkommen von 3 200000 Mark. Am 31. März 1911 belief sich die Mitgliederzahl auf 3020 mit 3 225000 Mark. 1910 hatte die Waffe 54 Pensionäre, die eine Ncftopcnsion von 32 500 Mark erhielten. 1910 war die Zahl der Pensionäre auf 130 angewachsen, die 71 000 Mark Ncltopension bezogen zuzüglich der Znualidcn reute 91000 Mark). 1911 mußten bereits 53 Witwen und 28 Waisen mit über 12 000 Mark versorgt werden. Ta3 Bei- mögen, das bald eine Million überschritten hat, ist in Wert papieren, Sparkassengnthaben> Moinmimalbarleben angelegt.

Die Umlage betrug im ersten Jahre 10 Prozent. Für 1910 sind 9 Prozent beantragt und auch genehmigt worden. All­mählich wird wohl die Umlage auf 7 Prozent herabgesetzt werden lönnen. Der Verwaltuiigsral geht hierbei von dem Gedanken aus, die Gemeinden vor unliebsamen Ueberraschungen zu be- ivahren. Es muß bei Bemessung der Umlagen daraus Rücksicht genommen werden, daß sich mit Ende der Rückzahlungsfrist, Te- zember 1911, die Peiisionierungcalilrage mehren werden. Bon Den 3020 Mitgliedern sind 1151 über 50 Jahre alt. In 14 Fällen stehl einer Gesamtleistung an Jahresbeitrag, Eintritt» gelb usw von 17 400 Mark eine Gegenleistung von 25 700 Mar! entgegen. Tic Gemeinden sind auch Tür die Gebühren der Fleuch beschaucr und Hebammen uinlagcpflichtig Unter lebhaftem Beifall schloß der Redner seine Ausführungen. Bürgermeister N u,ß - Gernsheim wünscht Drucklegung der Zahlen. In der nun sol genben Besprechung wird Herabfetzung der Umlage angeregt, wozu der Vortragende Stellung nahm.

Eine nochmalige längere Beivrechung über den Beglaudigungc zivang für die Quittungen der Rentenempfänger, schließt itd) an.

Es wird vollständige Anshcbung oder Uebenragung an Post, Polizei oder Geineindcdiener beantragt. Es wird der Beschlug gefaßt, der Vorstand solle hierüber bei der Regierung vornellig werden.

Bürgermeister S ck ä f e r» Dortelweil spricht über die Rech nung 1910. Tie Gesamteinnahmen belaufen sich aus 335,46 Mk, die Ausgaben auf 220,18 Mk. Es bleiben 145,28 Mk. zur Verfügung. Der Reservefonds beträgt 600 Ml Durch zwei der anwesenden .Vetren wird die Rechnung geprüft und für^ richtig befunden. Ais Lrt der nädifien Hauptversammlung wird Fried berg gewählt A des vcritorbeucn BpkMndsmitgliedes .Vöhn-Heppenheim ivirD BüigeiMiCister st arpp Sickenhofen gc wählt Ferner wurden noch einige Anträge gestellt. An die Vcr iammlung schloß sich eine gemeinsame Mittagstafel an.

50. Jahresversammlung des Vereins deutscher Sahnärzte.

Dresden, 29. Mai.

Tie Mitglieder des Zentralvereins deutscher Zahnärzte hatten sich bereits vor einigen Tagen in der ansehnlichen Zahl von mehr als 300 im ftongrcBiaal der Hhgiene Ausstellung iufammengc- Nmden, um ihre 50. Jahrcsvcrfammlnng abzuhalten. Ter Vor- iipenbe, Hof rat Tr. Walloff' München eröffnete die Beratungen mit einem Hoch auf den stönig und begrüßte die Erschienenen. Prof. Tr. I e s s c n - Straßburg hielt einen Vortrag über da.- Thema: Tie Aufgaben der ^niernaitoiialeu stommiffwn für bffent lidx Mundhygiene. Er betonte, daß die Zahnhygiene als die lüngflc medizinische Winensckwft Allgemciiigut der Menschheit wer­den müsse. Heute gelte es vor allem, praktische Erfahrungen zu sammeln und besonders in Stadt und Land für zahnärztliche Be­handlung der Schulkinder zu lorgcn. Tic nächste dringende Auf­gabe fei die Einführung einer geregelten Zahnpflege beim Militär: hierauf müsse bte Einführung der Zahnp'iege in die Mrantcn- bäufer, Mranfcnfaffcn unv. und damit m Die breiten Volks­schichten angestrebt werden. SÄulzahnarzt Schläger-Heidel­berg sprach überTer Schulzahnarzt und feine Beziehungen zu Lehrern und Eltern." Er betonte, daß für den Zahnarzt die Mit­wirkung der Eltern und Lehrer unerlätihd) fei und daß zwischen ihnen dauernde Beziehungen geschaffen werden müssen. DaS Zn- tcreffc an dec Zahnpflege werde am besten durch gemeinverständ­liche Vorträge gefördert. Zn einem Proieliionsvortrag zeigte Prof. Tr. Tieck - Berlin die Leistungen und Grenzen der Rönt­gendiagnostik in der Zahnhcilkünde, indem er den Wert der Röntgenphotograpdie für den Zahnarzt an sehr guten Bildern zeigte. Hieran fchloß fick noch eine Reihe von Vorträgen, zum £eil nut Experimenten. Der Vorsitzende fchloß die Sitzung mit einem Appell an die StaiideSangehörigen zu festem Zusammen- schloß im Interesse des Einzelnen wie aller Standesgenossen. Die Versammlung nahm folgende Entschließung an:

Ter Zentralvercin deutscher Zahnärzte, der größte wifien- schaftliche zalmärztliche Verein, uiniasfend etwa em Trittei sämtlicher deutschen Zahnärzte, hat nut tiefem Bedauern von der großen Verkennung ferner Wissenschaft durch Die (jammg des 8 136 R. V. £. seilens des Reichstags Kenntnis genommen. Er stellt fest, daß die wissenschaftliche Zahnheilkunde und Die hygienischen Bestrebungen Der Zahnärzte, von welchen gerade die weitesten und ärmsten Vollskreife Den größten Vorteil haben, nunmehr stark in ihrem Fortschreiten behindert werden Er gibt der Erwartung Ausdruck, daß noch in letzter gründe die Abgeoidneten die den Versicherten drohenden gesundheitlichen Nachteile beseitigen werden."

Am Abend sand ein Festkommers statt, woran ,tch am nächsten Morgen weitere Vorträge reihten.

verbündete tiausmännische vereine für weibliche Angestellte,

Sitz Frankfurt a. M., denen auch Der Gießen.. üaufm. Verein für weibl. Angestellte angehört, .netten vorn 24. bis 25. Mai ihre Hauptversammlung in Dresden ab, zu der aus allen Teilen Deutschlands Vertreterinnen erschienen waren. Zn ge- schlossener Sitzung wurde außer internen Angelegenheiten, wie Satzungsänderungen, Stellenvermittelung und Propagand:, auch die P e n s i o n s v e r s i ch e r u n g s frage bA-and-'tt. Nach langer Aussprache einigte man sich auf folgende Entschließung:

Die Stellungnahme des Entwurfes gegenüber den weib­lichen Privataiigestellten ist eine unbefriedigende. Trotzdem diese die gleichen Beiträge wie die Männer entrichtest müssen, er­halten sie nicht gleichwertige Leistungen. Tie ihnen gewährten

Sondkrentschädigungen find kein genügender Ausgleich für die ihnen zu Gunsten der Witwcnversorgung auferlegte höhere Bc lastung

Daher fordern dieVerbündeten Vereine": nach dem Tode einer ucriitberten Person ist Hinterbliebencn-Rente zp zahlen 1. an den überlcbcnben erwerbsunfähigen Ehegatten, 2. an die hinterlassenen Kinder unter 18 Zähren, 3 falls HiiUerbliebene .ii 1. und 2. nicht vorhanden sind, an Eltern, wenn Die Der sicherte Person deren Ernährer war. Ferner verlangen sie: 1. keine weitere Erhöhung der Beiträge, bic her Entwurf vorsieht, 2. Erweiterung der Selbstverwaltung, 3. Wählbarlcit der Frauen zu allen ürganni Der Reick-sversicherungsaiistalt."

Tie Verbündeten haben einen Mitgliederzuwachs seit dem Voriahl? zu verzeichnen: sie umfassen letzt 48 Vereine mit über 17 000 Mitgliedern Es folgte dann ein Bericht über wichtige Fragen deS iwiblidien BildungcwesenS. Forlbildungs- und Han­delsschulen betreffend. Taran schloß hm eine kurze Erörterung her Eingabe Der Verbündeten zum preußischen FortbildungsscknU- gesetz, in her verlangt wird: Ausdehnung des fiaatlidien Fort- bildungsschiilzwanges auf die kaufmännisch tätige weibliche Zagend, Festlegung alS Hauptziveck her Fortbildungsschule Die fachgewerb­liche Ausbildung, Ausschaltung des Religionsunterrichts aus der Fortbildungsschule.

Zn erwähnen ist stoch der Beitritt der Verbündeten zur deut­schen Gesellschaft für KaiismannsErholungsheime, da man hierin einen Schritt vorwärts auf dem Wege zur Einführung des gesetz­lichen Urlaubs erblickt. Ter Tagung voran ging eine öffent­liche Abendversammlung, in der Frau Bardorff - Frankfurt am Main überBerufsarbeit und Familie" sprach.__________

Au» Stadt und Lano.

Gießen, 30. Mai 1911.

" Die VerkehrS-Einnahmen ans dem Per­fon en» und Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung für die Eisenbahndireltionsbezirke Frankfurt a. M. und Mam; un Avril 1911: 11292000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 376 000 Mk. = 3,44 Proz.; in der Zeit vom Beginn dcS Rechnungsjahres 11 292 000 Mk. oder gegen daS Vorjahr mehr 376 000 Mk. 3,44 Proz.; für die Preußisch Hessische Eisenbahngemeinschaft im April 169 681000 Mk. ober gegen daS Vorjahr mehr 12 534 000 Mk. 7.98 Proz., in der Zeit vom Beginn des RechnungS- jahrcs 169 681000 Mk. oder gegen daS Vorjahr mehr 12 534 000 Mk. 7,98 Prozent.

** Vom Schlachthos. Am Samstag Haben 3000 und am Sonntag 6000 Personen die neue Sch lacht Haus an tage besichltgt. Tie alte Schwcinescblachthalle ist nunmehr ge­schlossen und der Betrieb in der neuen Schlachtballe int vollen Umsaug eröffnet worden. Die Kühlzellen stehen feit heute den Pachtern zur Verfügung Ein Versuch Hal ergeben, dast ein Schiulen in wenigen Stunden vollständig durch- gelühlt wurde.

Landkreis Gießen.

:/: Heuchelkei m, 29. Mai. jBci der zurzeit ftatt- siudeudeu Kanalisation eines Teiles der Brauhaus­straße mürben heute mittag von den Arbeitern Knochen eines Menschen a u s g e s u n d e u. Vor dem Hause der Pflastermeister Heinrich Rinn Witwe lag das noch teilweise erhaltene Skelett nur fünfundsechzig Zentimeter tief unter der Erde, ganz ausgestreckt in der Richtung von Süd- roeiten nach Nordostcn. Ter Schädel ist ziemlich lang; die Stirne sedoch niedrig. Lehrer Schmidt hat ihn einfhueilen zur Aufbewahrung' übernommen. Tic zutage geförderten Arm- und Beinknochen sind, wie auch oer Schädel, schon ziemlich mürbe. Tas ist ein Beweis, daß der Tote ichou lange dort vergraben sein muß. Znterefsant ist, daß die Knochen so hoch lagen und dazu noch mitten im Torf in einer her ältesten Straßen. Man kann sich nicht leicht cr- tiären, wie und wann die Leiche dort hingekornrnen ist. Viel­leicht wird die Sache von sachverständiger Seite untersucht, um eine Klärung des interessanten Fundes yerbeizuführen.

Kreis Schotten.

= Rainrod, 27. Mai. Heule wurde der in dem ganzen oberen Riddagebiet bekannte Heu Händler H von hier nach Giejzen in hie Mlinif verbracht. Er war bei einer Schlägerei in Eichclsdors lebensgefährlich verletzt worden. Die gerichtliche Unter­suchung der Sache ist eingeleitet.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 28. Mai. Tie Erbauung eines neuen Schlachthauses steht bevor Nachdem der einstige Gememdc- rat und nach Einführung der Städteordnung die Staotverordncten sich dafür erklärt halten, war nur die Platzfrage noch nicht ent­schieden. Zctzt, nachdem der neue Bahnhof im Entstehen begriffen ist, ist man sich darüber klar, das Schlachthaus m die Nähe des neuen Gülerbahnhofs, in die Gemarkung Fauerbach, zu legen. Ein Bauplatz ist in Aussicht genommen.

x Bad-Nauheim, 29. Mai. Heute nachmittag traf der Bischof Tr. Kirstein von Mainz, der morgen hier die Firmung vornehmen wirb, am hiesigen Bahnhof ein, wo er vom Kirchenvorstaub empfangen würbe. In ber Bonifacioslirche fanb barauf bie Begrüßung durch bie katho­lische Gemeinbe statt. Tr. Kirstein hattet bie)en Besuch alle brei Zahre ber hiesigen katholischen Kirchengemeinbe ab.

l. Münster b. Butzbach, 29. Mai. Bei günstigem Wetter veranstaltete heute bie Krischona hier auf einem nahe gelegenen freien Platz ein Fest. Zahlreiche Zuhörer waren aus ben umliegenben Dörfern Fauerbach v b. H., Lstheim unb Nieberweisel erschienen. Zwei Prebtger, einer aus Gießen unb einer aus Meberweisel hielten Ansprachen, bie gemeinsam gesungenen Lieber würben von einem Po- faunendwr begleitet. Sin gemischter Chor trug einige Lieber zur Verschönerung ber Feier bei.

1. Niederweisel, 29. Mai. Gestern fand ein Fest unseres Radfahrvereins statt. 13 Vereine bildeten ben Festzug, ber sich um 2 Uhr nachmittags burch bie fest­lich geschmückten Ortschaften bewegte. Pfarrer Sack von hier hielt bie Festrebe. Leiber würbe bas Fest burch ein heftiges Gewitter am nachmittag etwas gestört.

Starkenburg und Rheinhessen.

F. C. T a r m ft a b t, 29. Mai. Zn ber bereits gestern gemelbeieit Aubienz, bie ber Großherzog von Hessen bem Präsidium berTeutschen Gesellschaft für Kaufmanns-Er­holungsheime" gewährte, übernahm ber Großherzog das Protektorat über das hessische Heim, welches zuerst unb zwar entweder in Bad Salzhausen ober in Linbensels errichtet werben soll. Nach der .Audienz bei dem Landesfürsten empfing der Minister des

Znnern von Hombergk zu Bach unb her Fincmzminister Tr. Braun bic Teputation. Die beiben Minister sagten d e weif- gcbcnbftcn Unterstützungen zu. Auch wurde bic Frage, an welchem Crtc das Heim am zwcckcnlfpreckieubstcu zu er- richten wäre, cingeheud erörtert. Am 30. Mai wirb bas Präsibium sich nach Bab Salzhausen begeben, um eine Besichtigung an Crt unb Stelle vorzunehmen Minister Tr. Braun und Geh. Obersorstrat Tr Waller werben ber Besichtigung anwohuen

h. Mainz, 29. Mai. Schon seit einigen Zähren ver­staub cs eine Frau in Mainz, Wiesbaden, Frankfurt uiid Darmstadt größere 'Betrügereien unter allerlei Namen, besonders unter den Namen Schulte unb 5ehr ö b c v, zu verüben. Bcsonbcrs Labcuinhaber unb Privatlogisleutc beschwindelte sie um Waren und bare Darlehen. Seit Jahren wurde bte Schwuiblcrin steckbrieflich verfolgt. Zhre letzten Betrügereien verübte sie kürzlich in Sonnenberg bei Wiesbaden. Tie Mainzer Fabnbungspolize, machte nun gestern bic Betrügerin aussinbig unb nahm s i e f e st. Tie Schwinblerin vcnociacrt aber hartnäckig ihren wahren Na­men zu neunen, sie behauptet, Schulte zu heißen.

d. Mainz, 28. Mai. Der Mi 1 tc l r he i n isch e Schützen du nd hielt heute hin seinen Schützentag ab. Es waren 35 Vcrtteter anwesend. Rotl^F-ranksurl war der Ansicht, haß eine bessnc Betciligung nur dadurch Herdnyesührt^ werden könne, roenn die Mitgliedschast ;um MittelrHeiniichcn Schützcn- unb hcutschen Schützenbunh obligatorisch gemacht nnirbc. Zn den Vereinen müßte nach dieser Richtung Hin gearbeitet werden, damit etwas mehr Zntercsse an den Schützentaacn erreicht würde. Der Vorsitzende war der Meinurig, daß dies nicht gut zu machen jci, da man den älteren Mitgliedern, die nur aktiv Den Vereinen angehönen, nicht zumuten könne, noch mehr Beiträge zu zahlen Der Vorsitzende M ü l l e r - Lffenbach erstattete Den Zahres- und Rechenschaftsbericht. Zm abgelausenen Fahr bestand Die Mit­gliedschaft aus 52 Vereinen, zwei haben sich dem Pfälzer Verband ang.schlosscn. Neu cingetrcten sind die Vereine Groß-Umstadt und von der Hehdt bei Saarbrücken. Bundeskarten sind 2929 gegen 2874 im Voriahr gelöst lockideii. Tie Einnahmeu betrugen 915.07 Mk., die Ausgaben 512.71 Mk, das Vermögen 6827.73 Mark. Ter Verein Wiesbaden halte beantragt in den Verbands- satzungen die Bestimmung auftunehmen, daß bei jedem Verbands schießen dem Pistolenschießen Rcchnuiig getragen werde, nas einstimmig angenommen wurde. Ter Vorort Ottenbach balle beantragt, ben Vereinen des Bundes zu ihren öOiäbrigen Grün- dluigssetern je eine gestickte Fahnenschleife zu bewilligen und eine bereits dem Frankfurter Verein gestistele -schleife nachträglich zu genehmigen. Tie Versammlung war damit einverstanden und beschloß dem Wiesbadener Verein; her im vorigen Jahre sein äüjährtgcd Zubiläum begangen, noch nachträglich bei Einweihung seiner neuen LchützenhaUe eine Fahnenschleise zu stiften. Für das Verbandsschießen in Landau wurden zwei Ehrenpreise in Gesamthöl)c von 300 Mark bewilligt. Jung- Frankfurt teilte mit, daß nächstes Jahr in Frankfurt das Bundesfchießen ftattfinbe, mit dem gleichzeitig das 50jährige Bestehen des Frankfurter Ver­eins verbunden werde. Krauß-Mainz beantragte eine Ehren­gabe von 1000 Mark zum Bundesschießen zu stiften Tic Verv iammlung war damit einverstanden, daß die 1000 Mark Frankfurt für zwei Standfest- und zwei Feldfestscheiben erhält. Tic Wahl des Festortes für das 26. Verbands schießen im Zahre 1913 fiel auf s))l ain z. Zm schüyenhauS fand anschließend ein gemeinschaftliches Mittagesfen statt.

-o. Westhofen, 28. Mai Der Gutsbesitzer Felix Orb ans Westhofen hat mit der Kgl. Ansiedelungskommission für Westvreußen und Posen einen Vertrag abgeschlossen, wonach das an der Bahnlinie L ch n e i d e m ü h l2 - a r n i ka u ge­legene, dein Kreis Mol mar in Polen zugehörige, 7 00 Morgen umfassende Rittergut Usch mit allen Einrichtungen und Vorräten um den Kaufpreis von 280 000 Mk. an ihn über* gegangen ist. Herr Orb ist nut den dortigen Verhältnissen gut vertraut, denn er war zwei Zahrc lang auf den Gütern des ver- iwrbenen Großgrundbesitzers und Vorstandes des Deutschen Ost- markenvereins, Landcsökonomicrats Kennemann, angestclli Es handelt sich bei dem GutUsch" um ehemals polnischen Besitz.

Kreis Wetzlar.

C Dutenhofen, 29. Mai. Zur Frühjahrskonferenz war heute bie Lehrerschaft nebst vielen Geistlichen in unserer i Schule zusammengekommen Nach bem Bericht bes Kreis- schulinspektors (Seibel wirken im Schulaufsichtsbezirk Wetzlar 62 vollbeschäftigte Lehrkräfte. Tie Zahl ber rtinber hat um 86 zugenommen, es sinb jetzt insgesamt 3835 Schuler unb zwar 1939 Knaben unb 1896 Mäbchen. Ueberfüllte Klassen bestehen in Wetzlar, Krosbors, Wißmar, Salzböben usw. Zn Wetzlar-Niebergirmes unb Lüycllinben würbe mit gutem Erfolg ber Hausyaliungsunterricht für bie ältesten schulmäbchen eutgeführt Turch ben Vorttag bes Rektors R ich ar b-Wetzlar unb bie Lehrprobe von Haupttehrer Nt ü beten-Wißmar würbe ben Konferenzteilnehmern reiche Anregung geboten. Am 19. Zuni beginnt unter Lei­tung des Herrn Rinn-Wetzlar ein Zeichenkursus für fünf- unbzwanzig Lehrer bes Kreises.

Groß-Rechtenbach, 29. Mai. Bei großer Be­teiligung würbe gestern bic Weihe ber neuen Schule vorgenommen Sic ist nach Plänen bes Kreisbaumeisters Witte unb unter seinem Nachfolger, Kreisbaumeister Eich- Hoff, ausgeführt worben. Währenb Lehrer M e s s e r - jdimieb am allen Schulhause bie Abschicbsrebc hielt, erfolgte burch Bürgermeister Golbmann bie Schlüssel­übergabe unb Pfarrer Cappeln hielt bic Weihercbe unb Kinbergesang verschönte bie Feier Tas stattliche Haus enthält brei Unterrichtsräume unb 2 Lehrerwohnungen unb auch die Schulgärten fehlen nicht. Tie alte Schule würbe ;u 11000 Mk. verkauft, bazu steht ein erheblicher Staats­zuschuß in Aussicht, so baß bie Gemeinbe für verhältnis­mäßig wenig Geld ein stattliches Werk erhält.

< Groß-Rechtcnbach, 29. Mai. Ein großes Po­saunenchorfest findet am Pfingstmontag hier statt. Aus der preußischen und hessischen Umgebung sind 17 Chöre mit 235 Bläsern gemeldet.

Hessen-Nassau.

x Wetter, 29. Mai. Ter erste Bezirk des Turn- gaues Hessen, dem insgesamt 36 Turnvereine der Kreise Marbura, Kirchhain, Frankenberg und Biebeutopf angehören, hielt gestern unb heute hier sein erstes Be­zirksfest ab. An dem damit verbundenen Wetturnen beteiligten sich etwa 120 Turner, wovon 67 mit Preisen ausgezeichnet werden konnten. Wenn auch bte Hauptsieger den Marburger Turnvereinen angehörten, so zeigten boch bie Mttglieber ber neugearunbeten ländlichen Turnvereine, baß sic sich mit Lust und Liebe ber Turnerei wibmen Den 1. Preis erhiell Textor, T.-V. Marbura mit 79 Punkten