man noch den Erlös für Tafeläpfel und Birnen, so kann man bic Einnahme der Borsdorfer Landwirte für Obst aus Lut 19—20000 Mark schätzen. Auch Michelnau, Unter- Vchmitten, Fauerbach und Rabertshausen hatten eine vor- Lüaliche Obsternte; zahlreiche Landwirte dieser Orte haben über 1000 Mark aus Obst gelöst. Auch die Kartoffeln sind viel besser geraten, als früher angenommen wurde. Während die Erträge in trockenen Lagen gegen sonst zurück- blieben, waren sie auf feuchten Aeckern desto besser und alle Knollen gut; faule Kartoffeln findet man fast gar nicht. Zieht man weiter in Betracht, daß auch die .Heu- und Getreideernte eine sehr gute Qualität geliefert haben, so können unsere Landwirte trotz der geringen Grummeterntc recht wohl zufrieden sein.
----- Aulendiebach, 2. Okt. Heute fand hier eine sozialdemokratische Versammlung statt, in der Reichstagsabg. Busold-Friedberg und der Landtagskandidat Schanb-BüdeSheim Vorträge hielten.
Starkenburg und Rheinhessen.
ch. Bingen, 2. Oktober. Wie das letztemal berichtet wurde ist das im Blindenheim gestohlene Bild wieder ausgcfunden worden. Am Samstag traf der Untersuchungsrichter aus Mainz hier ein. Der unter dem Verdachte des Diebstahls verhaftete Raab leugnete trotz allen Vorstellungen. Als ihn jedoch das Bild gezeigt wurde, gestand er den Diebstahl ein und beschuldigte eine hiesige >Altbändlerin der Hehlerei. Die Händlerin gab zu, am 11. September das Bild von Naab für 2 Mk. gekauft zu haben, doch meinte sie, daß sie weder wußte, daß das Bild ans Elfenbein geschnitzt war, noch hatte sie den Wert des Bildes gekannt. Ebenso unbekannt wäre ihr gewesen, daß das Bild aus dem Blindenheime gestohlen sei. Erst kürzlich habe sie davon erfahren und sie habe das Paket gemacht und es in die Anlagen an der Ilmtsstraßc niedergelegt, damit es von einem ehrlichen Finder gefunden würde, Raab wurde aus der Untersuchungshaft entlassen.
Hessen-Nassau.
{. Marburg, 2. Oktober. Seit gestern wird hier das Wahres fest des Kurhessischen Hauptvcreins des evang. Bundes unb' die 21. Hauptversammlung abgehalten. Ms Einleitung fanden vormittags in der lutherischen und der reformierten Kirche Festgottesdicnste statt. In ersterer predigte Pfarrer D. Dr. Gerbert-Biebrich und in letzterer Konsistorialrat Dr. Dechent-Frankfurt. Bei beiden Gottesdiensten wirkten die Kirchenchöre mit. Es schloß sich eine Sitzung des Hauptvor- standes und der Festkommission, sowie ein Gang durch die Stadt an. Im Hofe des alten Landgrafenschlosses fand nachmittags um 3 Uhr eine volkstümliche Versammlung statt, die gewissermaßen eine Huldigung für den Landgrafen Philipp den Großmütigen bildete. Im Anschluß an den mit Musikbegleitung vorgetragcncn Gesang des ersten Verses des Lutherliedes wie? Superintendent Wissemann-HofgeiSmar darauf hin, wie die Geschichte des Schlosses mit der Reformationsgeschichte im Zusammenhang steht. Er verband damit eine Schilderung des Lebens und Wirkens Philipps des Großmütigen für die Reformation und wie dieser edle Hcssen- fürst für seinen Glauben gelitten und gestritten habe. Unter Mitwirkung des lutherischen Kirchenchors schloß sich nachmittags um '4 Uhr eine gleichfalls stark besuchte öffentliche Versammlung im großen Stadtsaale an. Prof. Hüveden-Kassel sprach über das Thema: „Der Protestantismus und der Staat." Er wies darauf hin, wie Luther bei seiner Romreise die Empfindung mit nach Hause gebracht habe, daß eine Reformation der christlichen Kirche nötig sei. Luthers Verdienst sei cs gewesen, daß er den Staat vom kirchlichen Bann wieder frei gemacht habe. In seinen weiteren Ausführungen meinte er, daß der politische Ultra- nwntanismus unzulässig sei. Justizrat Büss-Kassel stellte sich als alter Hesse vor. Er schilderte den hohen Wert der Kirche, die Pflichten, die man gegen diese habe und schloß mit einem Hinweis auf die Aufgaben der Kirche. Weiter sprach Pfarrer Dithmar-Altenburschla zu dem Thema: „Der Protestantismus und die Familie." Einen besonders glanzvollen Verlauf nahm die Abendversammlung. Begrüßungsansprachen hielten hier der Verbandsvorfrhende, Oberlehrer Hoffmann-Kassel, Oberbürgermeister Trvje im Namen der Stadt, Pros. Budde als Rektor der Universität, Geheimrat Mirbt als Vertreter des Kgl. Konsistoriums, Prof. Bornhäuser als Dekan der theologischen Fakultät, Superintendent Happich im Namen der Pfarrer uno Gemeinden der Diözese Marburg, Pfarrer Heermann für den Gustav-Adolf-Ver- tiit, Pfarrer Griesebach als Vertreter für den Hauvtverein für deutsche Ansiedler im Auslande zu Witzenhausen, Landgerichtsbirektor Schmeckenbecher-Gießen für den Hauptverein Hessen-Darmstadt, Exzellenz Generalleutnant v. Henning namens des Hauptvereins Wiesbaden-Frankfurt, Oekonomierat Dr. Hesse sm Namen des Marburger Zweigvereins. Der geschäftsführende Vorsitzende des evangelischen Bundes, Reichstagsabg. Sie. Ever- ling - Halle, wies auf das Wachstum des Bundes hin und freute sich besonders, daß in Hessen der Bund auf dem Lande so festen Fuß gefaßt hätte. Pfarrer Aßmann-Bromberg schilderte den „deutsch-evangelischen Vorpostenkampf in der Ostmark". An der Hauptversammlung nahmen etwa 130 Vertreter teil. Die erste Ansprache hielt Reichstagsabg. Lic. Everling-Halle. Oberlehrer Hoffmann-Kassel betonte dann, daß der Bund in Hessen letzt Über 18 000 Mitglieder zähle. Pfarrer Horst-Niedenstein sprach „über Pflege der evangel. Festspiele in den Gemeinden^ und .dann nahm man als nächstjährigen Versammlungsort Witzen- hausen in Aussicht. Ein Festmahl beschloß die Tagung.
<l> Rodheim a. d. Bieber, 2. Oktober. Infolge der Teuerungsverhältnisse sind heute selbst gutgehende Wirtschaften nicht Mehr sonderlich begehrt. Die frühere Stvrksche Wirtschaft, Ecke derBieberer-Fellingshäuser Straße, die einst für 48 000 Mk. verkauft wurde, ging gestern zum Preise von 2 8 0 0 0 M a r k in den Besitz der Brauerei Jhring-Lich über.
(Ein deutscher Dampfer gestrandet.
London, 2. Okt. Beim Sturme im Kanal strandete bei Boulogne gestern der Dampfer »König Friedrich August* von der Hamburg-Amerika-Linie. Er wurde gegen einen Wellenbrecher getrieben und liegt noch dort. Zahlreiche Schleppdampfer kamen, um Hilfe zu bringen. »König Friedrich August* hat mehrere hundert Passagiere für Amerika an Bord, außerdem Offiziere und Mannschaft.
„König Friedrich August" war nach Boulogne gekommen, um dort feine französischen Passagiere an Bord zu nehmen. Er geriet dabei in den Bereich der Brandung. Ein gewaltiger Sturm und furchtbare See gingen über da§ Schiff hinweg. Es gelang dem Dampfer, glücklich durch die Brandung durch, zukommen und zunächst Anker zu werfen, doch saß er alsdann fest. ES scheint, daß an Bord Ruhe und Ordnung herrscht.
Zurzeit ist man dabei, den Ballastraum leer zu pumpen, um da? Schiff zu erleichtern. Vier englische und französische Schlepper haben sich bisher vergeblich bemüht, das Schiff abzuschleppen. Die durch die Deckkabinen gebildeten hohen Ausbauten auf dem Dampfer fingen der, Wind wie große Segel auf. Dies bewirkte, daß das Schiff hin und her ge» warfen wurde und heftig an seinen Ankern riß.
Der Dampfer ist am Montag früh ohne Schaden wieder flott geworden.
Lristschöstahrt.
Traue r feier für .Kapitän Engelhardt.
Johannisthal, 2. Olt. Heute mittag fand auf dem Flugplatz eine Trauerfeier für Kapitän Engelhardt statt, der die Witwe des Verstorbenen, sämtliche in Berlin weilenden Flieger, die Direktion der Flugplatzgesellschast, die Direktion der Wright-
Gesellschaft, sowie zahlreiche Armee- und Marineoffiziere beiwohnten. Der schwarze Eichensarg war, von einer Kriegsflagge bedeckt, vor dem Flughause aufgebahrt, v. Nieder, der Vor- itzende des Deutschen Lustschisferverbandes, widmete, dem Ver- torbeuen einen herzlichen Nachruf. Nach der Trauerfeier wurde her Sarg zum Leichenwagen getragen, den zwei umflorte gekreuzte Schraubenflügel schmückten. Hierauf erfolgte die UÜberführung zum Lehrter Bahnhof, von wo die Leiche nach Bremen kommen soll.
Eine Probefahrt des L. Z. 9.
Friedrichshafen, 2. Okt. Der für die Militärbehörde bestimmte Luftkreuzer „L. Z. 9" ist heute nachmittag unter Führung des Grafen Zeppelin zu seiner ersten Probefahrt um 3 Uhr 30 Min. aufgestiegen. Nach verschiedenen Uebungen und Manövern über dem See ist das Luftschiff nach ’/< stündiger wohlgelungener Fahrt um 4 Uhr , 15 Min. wieder gelandet. Die zur Uebernahmekommission hierher beorderten Offiziere haben an der Fahrt noch nicht teilgenommen.
Neupork, 2. Okt. Nach einer Meldung aus Spokane ist der Flieger Cromwell Dixon abgestürzt. Er war so- ort tot.
Sport.
Vereinsdauerfahrten zum Frankfurter Bundestag. Das amtliche Ergebnis der Vereinsdauerfahrten zum 28. Bundestag des D. R-B. unter den erfolgreichen Beteiligungen ist nachstehendes: Gruppe 1. (625 Kilometer unb mehr) 1. R.-V. „Wanderer" 1889 Schwerin, 637 Kilometer mit Stundendurchschnittsleistung von 10,926 Kilometer; 2. V.-R. 1899 Friedrichsfelde bei Berlin 642,8 Kilometer : 10,162 Kilometer; 3. R.-V. „Flott" 1897 Breslau 631,1 Kilometer : 9,048 Kilometer. Gruppe 2. (425—625 Kilometer) 1. Berliner R.-Klub „Defekt" 606,4 Kilometer: 11,245 Kilometer; 2. R.-Klub „Kondor" Dresden 475,6 Kilometer: 12,693 .Kilometer; 3. R.-V. „Schwalbe" Zehlendorf 577 Mometer : 10,955 Kilometer; 4. R.-Klub „Sturmvogel" Rathenow 584,8 Kilometer : 9,708 Kilometer. Gruppe 3. (290—425 Kilometer.) 1. R.-Klub „Normania" Halle 387,3 Kilometer : 11,452 Kilometer. Gruppe 4. (190—290 Kilometer.) 1. R.-V. „Rad- freunde" Tüsfeldorf 267 Kilometer : 15,7 Kilometer. Gruppe 5. (100—190 Kilometer.) 1. „Germania Gießen 103 Kilometer : 24,426 Mometer; 2. „All Heil" Frankfurt a. M. 110 Mometer : 23,741 Kilometer; 3. Erstes Frankfurter Radfahrer- Quartett 106,8 Kilometer : 22,967 Mometer; 4. „Germania" Bornheim 151,9 Kilometer : 20,163 Kilometer; 5. Radsportklub Heilbronn 167 Kilometer: 18,905 Kilometer; 6. R.-V. Limburg 123 Mometer : 19,421 Kilometer; 7. Radtourenklub Darmstadt 148 Kilometer : 18,423 Kilometer; 8. R.-V. 1891 Marburg 107,6 Kilometer : 18,067 Kilometer. Nr. 1 in allen Gruppen erster Preis und Bundesehrenurkunde, Nr. 2 in Gruppe 2 und 5 zweiter Preis und Bundesehrenurkunde, alle übrigen Bundesehrenurkunde.
Vermisstes.
* Rettung aus Seenot. Tic Rettungsstation Helgoland der Deutschen Gesellschaft zur, Rettung Schiffbrüchiger meldet: Am 30. September vom Fischkutter Nr. 238 drei Mann durch den Raketenapparat und von dem Fischkutter „Senator von Mells" drei Mann durch das Rettungsboot „Claus Dreyer" der Station gerettet. Das Rettungsboot war in der Nacht vier Stunden unterwegs. — Tie Rettungsstation Cuxhaven der Gesellschaft meldet: Am 30. September von dem Krabbenkutter „Schiffer Junge", gestrandet bei Kaiser-Wilhelms- koog, mit Krabben nach Neufeld bestimmt, eine Person durch das Rettungsboot „Oberarzt Mayer-Glückstadt" der Station Neufeld gerettet. — Die Rettungsstation Horumersiel der Gesellschaft telegraphiert: Am 30. September von der.hier gestrandeten deutschen Tialk „Diene" aus Carolinensiel zwei Personen durch das Rettungsboot „Meta Hartmann" der Station gerettet. — Von der Rettungsstation Labbe ist die aus z e h n Personen bestehende Besatzung des auf der Kolberger Heide gestrandeten deutsck-en Fischdampfers „August", Kapitän Härme- ning, der nach Geestemünde bestimmt wat, gerettet worden. Die Bergung geschah durch das Rettungsboot „Oberinspektor Pfeiffer". — Der norwegische Dampfer „Sverre", von Lulea nach Rotterdam gehend, rettete neun »Personen von der Mannschaft des deutschen Dampfers „Gladiator", von Rostock nach Brügge unterwegs, der auf der Höhe von Ymuiden gesunken ist. Drei Mann, namens Reimer, Saager und Wieffer, sind ertrunken.
Kleine Tagerchronik.
Im ganzen Riesengebirge fällt bis auf 800 Meter herab andauernd starker Schnee. Bei der Hampcl- baube erreicht die Schneehöhe bereits 25 Zentimeter.
In den Tegeler Gaswerken entstand am Montag früh 5 Uhr eine Kesselexplosivn, durch die große Kvhlenvorräte entzündet wurden. Ein Gebäude wurde auf eine Länge von 15 Metern und eine Breite von 6 Metern ht Trümmer gelegt. Drei Arbeiter, die dckbei verschüttet worden sind, wurden gerettet, erlitten aber zum Teil schwere Brandwunden. Das Feuer wurde gelöscht.
In Ischl erschoß sich der 67 jährige bayerische Kammerherr Fürst Alfred von Wrede, der hier mit seiner Gemahlin im Sommeraufenthalt weilte. „
In Kronstadt (Rußland) schoß der G Y m n a s i a st Gawrilow während der Unterrichtsstunde zweimal auf seinen Lehrer Bielowin, ohne ihn zu treffen, worauf er sich selbst durch einen Schuß in den Mund tötete.
Aus Jekaterinoslaw wird gemeldet: Zwischen den Stationen Illarionow und Ssinelnikowo entgleiste ein Kurierzug infolge böswilligen Losschraubens des Gleises. 20 Personen wurden leicht verletzt.
In Abo (Finnland) wurde der Präsident des Hofgerichts, Akermann, durch einen Revolver schuß getötet. Der Täter verübte Selbstmord.
Bei einer Ueberschwemmung in Angol Hiss ar, einem Vorort Konstantinopels, an der asiatischen Küste, sind etwa 2 0 Häuser unb Villen, herunter eine Mühle zerstört worden.
ICunji und Wissenschaft.
— D i e k i r ch e n m n s i k a l i s ch e Ausbildung her Pfarrer war auf dem 23. deutsch-evangelischen Kirchengesangvereinstag zu Hannover, der am 2. Oktober begann, der Gegenstaich eingehender Beratungen. Nachdem Pfarrer Glebe- Bochum einige Leitsätze vorgelegt und begründet hatte, fand eine längere Aussprache statt, die bann mit der Annahme her folgenden bedeutsamen Entschließung endigte: „Der 23. deutsche Kirchengesangstag richtet unter dankbarer Zustimmung zu den Ausführungen des Pfarrers Glebe-Bochum über „Die kirchenmusikalische Ausbildung und Fortbildung der Pfarrer" an bic künftigen Diener der evangelischen Kirche die dringende Bitte, sich möglichst früh, vor allem aber auf den Universitäten und Pretigerseminaren, diejenige Vertrautheit mit den Schätzen unserer kirchlichen Tonkunst zu verschaffen, bereit sie später im Pfarramt zur Pflege der Musica sacra unb bamit zur Belebung nnb Bereicherung des, christlich kirchlichen Lebens in der Gemeinbe be- büricit. Zugleich bittet der Kirchengesangstag bic berufenen staatlichen und kirchlichen Behörden auf daö dringendste, dahin wirken zu wollen, das- auf den Gymnasien unb den Universitäten, sowie auf den Predigerseminaren, im Lehroikariat unb in Stimmbil- bung5iurfcn den künftigen Pfarrern zu solcher Ausbildung jede erwünschte Gelegenheit geboten, in den theologischen Prüfungen der Erfolg dieser Bemühungen scstgestellt, unb auch die Pfarrer zu fortdauerndem Wachstum in Verständnis unb Hebung der heiligen Tonkunst durch geregelte Teilnahme an Lchrkursen, Konferenzen unb Kircyengesangstagen angehalten werden." Zum
Schlüsse sprach Pfarrer Glebc warme Worte des Tankes für die lebhafte und dauernde Anteilnahme an der Besprechung unb bat herzlich um kräftige Mitarbeit an der Sache.
— Das Königliche Münzkabinett in Berlin,- das bestrebt ist, seine wertvollen Sammlungen fortgesetzt zu vermehren, hat jetzt wieder eine außerordentliche Bereicherung erfahren durch den Ankauf der größten Sondersammlung Karolingischer Münzen eines Pariser Sammlers. Durch diesen reichen Zuwachs, in dem sich viele hervorragende Seltenbeiten und geschichtlich bedeutsame Stücke befinden, ist der Bestand des Kabinetts an Karolinger auf über 1500 Stück Geprägen an- gewachsen, worunter sich 56 Denare Pipins, 180 Karls des Großen, 8 Karlmanns, 224 Ludwig des Frommen und 303 Karls des Kahlen befinden. Die Sammlung ist auf dem Gebiet der Karolinger Münzen durch die Erwerbung an die erste Stelle gerückt. Der Ankauf wurde dadurch ermöglicht, daß der Kaiser bic Mittel bewilligte.
— Kurze Nachrichten au 5 Kunst und Wissenschaft. — Otto Ernst's Traoikomödie „Die Liebe höret nimmer auf" hatte bei der Uraufführung im Breslauer Lobetbcater bei ausgezeichneter Darstellung sehr freundlichen Erfolg. In Mannheim wurde die gleichzeitiae Uraufführung des Werkes anfangs mit zweifelndem, später sich etwas steigerndem Eindruck aufgenommen. - Die Vereinigung mitteldeutscher Psychiater und Neurologen hält am 21. und 22. Oktober 1911 in Leipzig ihre 17. Versammlung ab. Geschäftsführer sind die Universitätsprofessoren Geh. Rat Dr. Flechsig unb Dr. Georg Koste r-Leipzig. — Dr. phil. Paul I a n n a s ch , etatsmäßiger a. o. Professor unb Ab° teilnngsvorsteher am chemischen Laboratorium der Universität Heidelberg, feierte am 2. Oktober seinen 70. Geburtstag. — Der Pertreterder praktischen Theologie an der Universität Rostock, Konsistorialrat Prob Dr. tlieol. Johann Friedrich Hashagen, feiert am 4. Oktober seinen 70. Geburtstag.
Eingesandt.
(Für Form unb Inhalt aller unter dreier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
G i e ß e n , 2, Oktober.
Seit wann ist die Wiese an der Wilhelmstraße unterhalb der ehemaligen Aktienbrauerei der städtische Lebrichtabladevlatz geworben ober will die Stadt vielleicht da Rattenzüchterei anlegen ? Man sollte doch mehr Rücksicht auf die Anwohner nehmen unb ihnen nicht die Luft verpesten. Zur Verschönerung trägt es sicher auch nicht bei.
Gin Anwohner bet Wilhelmstraße. Märkte.
F.0. Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 2. Okt. Austrieb: Rinder 31 (Ochsen 23, Kühe 8, Bullen 0), Kälber 25, Schafe l 7, Schweine 396.
Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine ruhig.
Preis Durch« pro 100 Mo. schnittsvrei; Lebend» 2 hla-:» pro 100 Pfund
Ochsen. von-bisvon-bir Uebe”$u)f£t8
Voklsleischige, ausaemästete. höchsten
Schlachtwertes höchstens 6 Jahre alt 48—51 85—89 491/, 87 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und
ältere auSgemäftete 44—47 82—84 45'/, 83 Ungejochte.......... 50—52 87—90 51 88'/,
Bull en.
Vollfleischige, ausgewachsene, Höchsten
Schlachtwertes 44—46 73—78 45 75'/,
Iars en. Kühr.
ll'oflfleischige auSgemästete Färsen Höchst.
Schlachtivertes 48—50 78—87 47'/, 827,
Vollftelschige ausgemästete Kühe Höchst.
Schlachtwertes dis zu 7 Jahren . . 38—42 73—76 40 74'/,
Altere ausgemästete Kühe und wenig gut
entwickelte jüngere Kühe und Färsen 33—37 65—73 85 69
K äl b er.
Feinste Mastkälber ...... 62—63 103-105 62'/, 104 Mittlere Mast- und beste Saugkälber. 55-58 92-97 56'/, 94'/,
Geringere Alast- unb gute Saugkälber 48—52 80—89 50 84'/'
Geringere Saugkälber . . .... 44—48 73—80 46 76
S ch a ’e.
Weidemastschafe ..... 43-00 84—00 43 84
Schweine.
Vollflcifchige Schweine bis zn 2 Zentner
Lebendgewicht........ 53—54 68—69 53'/, 68'/,
Vollfleischige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht 53-54 68—69 53'/, 68'/,
Vollfleischige Schweine über 2'/, Zentner
Lebendgewicht 51—52 66-67 51*/, 66'/, Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend
gewicht 52-53 67—68 51'/, 67'/,
Ueberstand: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine langsam geräumt.
Briefkasten der Bedaktioir.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
N. £>. Es war uns nicht möglich, aus Ihre Fragen eine 9Int“ wort zu erhalten.
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