Ausgabe 
29.5.1911 Zweites Blatt
 
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Bedauern wird auch Von der Regierung geteilt. Der Reichs- kanzler spvach dabei seine Achtung vor der ernsten Ueberzeugung aus, von der der Widerspruch der konservativen Seite geleitet wurde, .irte auch in einer sachlichen Form ihre Opposition ausdruckte. Maßgebend für ihn war in allen Stadien der Be­ratung, daß die im Interesse eines positiven Ergebnisses er­forderlichen Zuge stä n dn i s s c im einzelnen nur gemacht werden durften, wenn die großen Grundzüge und der wesentliche Inhalt des Werkes unberührt blieb. Das ist geschehen, und es ist auch nicht zu verkennen, daß die Vorlage im Laufe der Verhandlungen in Mehreren Punkten verbessert wurde. Dahin rechnen wir auch die Einführung von den .Bundesrats st im men trotz der das Stimmenverhältnis im Bundesrat zahlenmäßig zuungunsten .Preußens verschiebenden und darum lebhaft angefochtenen Moda­lität, unter der sie gewährt wurden und gegen die Besorgnis, daß der preußische Einfluß dadurch verlieren würde. Die Sache Elsaß-Lothringens wird es nun sein, die gegebene Form mit Leben auszufüllen. Schließlich sei nach erwähnt, daß es» in den Verhandlungen zu einer scharfen Absage eines süddeutschen Zen- >trumsfühvcr an die nationalistischen Heißsporne in Elsaß-Lotl^ ringen gekommen ist. Auch luar es eine neue Erscheinung, daß bei dieser wichtigen nationalen Aufgabe die sozialdemokra­tische Partei positive Mitarbeit leistete. DerVorwärts" bemüht sich aber, heute bereits den Eifer derjenigen zu dämpfen, die aus der zustimmenden Haltung der Sr^ialdemokratie weit­gehende Folgerungen ziehen könnten.

Aus StaOt und Land.

Gießen, 29. Mai 1911.

* Universitätsbibliothek. Der bisherige Vo­lontär an der Großh. Univ.-Bibliothek, Dr. jur. Walter Rauschenberger, ist zum wissenschaftlichen Hilfsarbeiter an der Senckenbergischen Bibliothek in Frankfurta. M. mit Wirkung vom 1. Juli d. Js. ab ernannt worden.

* * B ü r g e r g e s e l l s ch a f t. Begünstigt vom schönsten Wetter und unter zahlreicher Beteiligung unternahm die Bürgergesellschaft ihre diesjährige Himmelfahrt Wan­derung ins Ohmtal. Mit der Bahn fuhr man mor­gens über Marburg bis Kirchhain, wo das Frühstück eingenommen wurde. Von da gings weiter nach Amöne­burg , nachdem vorher an einer alten, im freien Felde stehenden KapelleDich soll mein Lied erheben" gesungen wurde. Amöneburg wurde besichtigt, u. a. die Burg­ruinen sowie die dortige Kirche. Weiter gings dann nach Schweinsberg. Die Bahn brachte die Teilnehmer dann nach Homberg, wo längere Rast gemacht wurde. Nach gemeinschaftlichem Kaffee führte der Weg weiter nach Niederge münden und dann mit der Bahn nach Gießen, wo man gegen 8 Uhr abends anlangte.

* * Ueberfall. Am Freitag morgen gegen 7 Uhr wurde ein Mädchen aus Watzenborn (14 Jahre alt) von einem Unbekannten in der Nähe des Forstgartens in der Krückschneise offenbar in unsittlicher Absicht angepackt und ins Gebüsch zu ziehen versucht. Das Mädchen schrie und wehrte sich, so daß der Unhold von ihm abließ und sich schleunigst entfernte, namentlich als viele Leute im Wald durch das Schreien aufmerksam wurden. Die Gendarmerie nahm sich der Sache sofort an und ermittelte den Täter in einem Bergmann des hiesigen Braunsteinbergwerks. Bei der Gegenüberstellung erfamrte ihn das Mädchen als den Täter. Er wurde sofort der Staatsanwaltschaft zuaeführt. Zur Beruhigung des im Wald spazierengehenden Publikums kann versichert werden, daß für ausreichenden Schutz ge­sorgt ist, indem jeden Tag die hiesige Gendarmerie so­wohl in Uniform als auch in Zivilkleidung den Sicher­heitsdienst in den die Stadt Gießen umgebenden Wäldern ausübt.

Landkreis Gießen.

Grünberg, 26. Mai. Der hier stationierte Weichen­steller Konrad Wahl erhielt aus Anlaß seiner am 1. Mai erfolgten Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehren­zeichen mit der InschriftFür treue Dienste".

- m. Hungen, 29. Mai. Gestern feierte der Kirchen­gesang v erein Hessen hier sein 32. Kirchenge- sangsfest, zu dem die Vereine aus Gambach, Holzheim, Lich, Langd, Rodheim, Södel und viele Festgäste aus Nah und Fern erschienen waren. Zwar machte der Himmel in der Frühe zeitweise ein trübes Gesicht,'aber am Nachmittag heiterte er sich auf, so daß rechte Festfreude einziehen konnte. Unser Städtchen prangte im Festschmuck, ebenso war die Kirche schön geschmückt. Um i/z3 Uhr begann der Fest- gottesdienst und eine dichtgedrängte Menge wogte schon vorher der Kirche zu, diese bis auf den letzten Platz füllend. Wiele Besucher mußten sich deshalb außerhalb der Kirche aufhalten, um wenigstens etwas von den prächtigen Chor­liedern zu hören. Den liturgischen Teil hatte Dekan Hai­ner übernommen. Zum Vortrag kämen nach einem Orgel- präludium des Reallehrers Müller- Friedberg dieMassen- chöre:Jauchzet alle Lande, Gott zu Ehren",Die beste Zeit im Jahr ist mein",Meine schönste Zier und Kleinod", Wenn alle untreu werden",Komm, o komm, du Geist des Lebens",Herzlich tut mich erfreuen",Allein Gott in der Höh sei Ehr", die von Kirchenmusikmeister Professor Arnold Mendelssohn-Darmstadt dirigiert wurden. Diese Masfenchöre zeugten von vorzüglicher Schulung und präziser Vortragsweise. Auch die Schulkinder fangen zwei zu Herzen gehende stimmige Lieder. Die Festpredigt hielt Dekan Wa g n er-Grünberg. Nach der kirchlichen Feier fand anschließend eine Nachversammlung im Gasthaus zur Traube statt, wo Saal und Garten wieder dicht besetzt waren. Dekan Hainer begrüßte nach Vortrag eines Massenchors die Anwesenden und dankte den auswärtigen Vereinen für ihr Erscheinen. Superintendent Dr. Peter­sen hielt eine humorvolle Ansprache, in der er den Glück­wunsch des Oberkonsistoriums übermittelte und ein Hoch auf die Stadt Hungen und ein solches auf den Kiri^en- musikmelfter Mendelssohn ausbrachte. Dieser dankte hieraus Reallehrer Müller und den einzelnen Bereinsdiri- genten für die vorzügliche Einübung der Chöre. Organist Müller sprach namens des Organistenvereins seinen Tank ans für die Worte der Anerkennung. Abwechselnd brachten die einzelnen Vereine noch recht hübsche Lieder zum Vortraa und ernteten allseitigen Beifall. Dekan Hainer verlas noch ein inzwischen eingetroffenes Glückwunschtelegramm vom Dekanat Erbach, an das wieder ein Danktelegramm zurück- gesan'dt wurde.

Kreis Schotten.

ft. Sch otten, 28. Mai. Gestern abend fand in der Turnhalle eine sehr gut besuchte allgemeine Versamm­lung statt, in welcher über den Anschluß an die Heber- land zentrale Wölfersheim verhandelt wurde. Es waren erschienen die Landtagsabgeordneten, Forstmeister Dr. Weber und Bürgermeister Stöpler, sowie Vertreter von Elektrizitäts- und Gasfirmen. In der bis nach 12 Uhr -dauernden Versammlung entspannen sich sehr lebhafte Aus­einandersetzungen zwischen den Anhängern der Elektrizität und des Gases. Die Abgg. Dr. Weber und Stöpler führten der Versammlung in klarer Weise die Vorteile vor, die der Anschluß an Wölfersheim der Stadt und namentlich den Gewerbetreibenden bringe; auch aus den Kreisen dieser

sehr interessierten Geschäftsleute wurde der Anschluß unter allen Umständen gefordert. Dem kleinen Handwerk müsse durch Beschaffung billiger Arbeitskraft unter die Arme ge­griffen uni) die kleinen Gewerbetreibenden konkurrenzfähig gemacht werden. Hieran in erster Linie zu denken, sei Pflicht und Schuldigkeit der Stadtvertretnng. Der Vertreter der Gasfirma suchte diese Ausführungen zu widerlegen, indem er versuchte, nachzuweisen, daß Elektrizität dreimal so teuer sei wie Gas. Aus die Beschaffung von Kraft durch Gas gab er nur ungenügende Auskunft. Er führte noch aus, daß seine Firma bereit sei, ein Gaswerk für Schotten auf eigene Rechnung zu bauen. Nach den allgemeinen Er­örterungen und der tn der Versammlung zum Ausdruck gekommenen Stimmung der Einwohner zu urteilen, dürfte Die Frage, ob Schotten sich dem Elektrizitätswerk Wölfers­heim anschließen, oder ein eigenes Werk bauen soll, bis zu der nächsten Donnerstag stattftndenden öffentlichen Ge­meinderatssitzung, von dem Stadtrat sehr zu erwägen sein; es wird sich jeder Stadtverordnete wohl überlegen, ob er mit die Verantwortung übernehmen will, für die Nachteile, die der Stadt und den Gewerbetreibenden durch eine Ab­lehnung des Anschlusses an die staatliche Zentrale entstehen werden, zumal Abg. Dr. Weber zum Schlüsse bemerkte, daß ein späterer Anschluß wenn auch nicht ganz unmöglich, so doch aber mit großen Kosten für die Stadt verbunden sei. Dr. Weber führte noch aus, oaß zur Errichtung eines eigenen Werkes, gleich welcher Art, die Genehmigung der Regierung erforderlich sei und wenn diese dem Stadtvorstand die Bedingungen vorlege, würden die Herren schon leicht einsehen, daß die Erbauung einer eigenen Anstalt für Schotten unmöglich sei, wenn anders nicht die Abnehmer das Licht und die Kraft gar zu teuer bezahlen wollten.

Kreis Friedberg.

x Bad-Nauh einr, 26. Mai. Größere gesang­liche Veranstaltungen stehen in dieser Saison schon zwei in Aussicht, beide im Juni auf der Terrasse. Das eine ist ein Konzert des Gesang­vereinsFrohsinn" von hier, das andere ein Konzert des GesangvereinsOrpheus" aus Manchester. Es wird viele Musikfreunde interessieren, einmal englische Sanges- kunst kennen M lernen, soweit diese in Vereinen gepflegt wird.

Starkenburg und Rheinhessen.

-0. Mainz, 28. Mai. Am Freitag abend genoß die hier in der Quintinsgasse wohnhafte Familie Ehrhardt, bestehend auS der etwa 50 Jahre alten Mutter und den 24 und 15 Jahre alten Tächtern, zum Abendessen Konserven. Alsbald nach dem Genuß der Konserven stellten sich bei allen drei Personen starke Vergiftungserscheinungen ein, die sich durch heftiges Erbrechen äußerten. Am gefährlichsten äußerten sich die Vergiftungssymptome bei der Frau Ehr- yardt, die besinnungslos wurde. Alan holte schleunigst den Arzt, der die sofortige Ueberführung der Fran ins Rochus­spital anordnete, während die beiden Töchter zuhause bleiben konnten. Durch Auspumpung des Magens wurde im Krankenhaus die Lebensgefahr für Frau Ehrhardt beseitigt. Im Verlauf des heutigen Tages ist bei den Erkrankten eine Besserung eingetreten.

Kreis Wetzlar.

---Greifenstein, 26. Mar. An Pfingsten hält der Wandervogel" hier seinen Gautag ab. Während die Studenten eine 8 tägige Wanderung durch den Westerwald, Rheintal und Taunus planen, wird für Schüler die Tour nur auf 3 Tage ausgedehnt.

Hessen-Nassau.

O Espa, 27. Mai. In unserem am Hallsberg, dicht an der hessischen Grenze gelegenen Walddorf nimmt die Einwohnerzahl beständig ab. Diese Erscheinung ist auf die Auswanderung zurückzuführen, die früher auf die ganze Umgebung ausgedehnt war. Die hiesige einklassige Schule, die noch vor 10 Jahren eine Frequenz von 42 hatte, zählt heute nur 26 Schüler.

Frankfurt a. M., 28. Mai. Trocadero-Jntirncs Theater beginnt -am 1. Juni d. Js. sein letztes diesjähriges Saisonprogramm, um am 13. Juni seine Tore zu schließen. Im Intimen Theater gastiert vom 1. bis 12. Juni das Kabarett Fledermaus, Wien, das zurzeit mit großem Erfolg in Köln auftritt. Im Trocadero sieben am 1. Juni wieder ganz neue Tanzattraktionen ein, die alles bisher Gebotene übertreffen. Vom 7. bis 12. Juni finden in allen Räumlichkeiten des Unter­nehmens große Blumenfeste (Blumenschlachten usw.) statt.

X. Hanau, 28. Mai. Bei dem Versuche, seinen Hund vor dem Heber fahren durch die Straßenbahn zu retten, geriet der 38 Jahre alte, fast erblindete Korbflechter Richard Bütten­klepper selbst unter einen Wagen der elektrischen Straßenbahn und erlitt schwere Verletzungen am Kopfe und einen Unterschenkelbruch des linken Beines. Es ist zweifelhaft, ob er mit dem Leben davvnkommen wird.

b. Diez, 28. Mai. Zugunsten un) eres Auguste Viktoria- Krankenhauses, des Vaterländischen Frauenvereins und bei" Veteranensürsorge wurde heute ein M a r g-u e r i t c n t a gl abgehalten, der einen schönen Erfolg hatte. Bereits um 8 Uhr vormittags begannen 65 Damen mit dem Verkauf der Blumen und überall fand man freudige Abnehmer. Der Nachmittag brachte einen starken Zustrom Auswär­tiger, die alle ihr Scherftein beisteuerten. Nachmittags sorgten zwei Kapellen in den Straßen für Volksunterhal- tung. Der Reinertrag der Wohttäftgkeitsveranstaltung be­trägt rund 1200 Mk., verkauft wurden 15 000 Margueriten.

Hauptversammlung der Ausschusses der Deutschen Curnerschast.

> Leipzig, 27. Mai.

In der heutigen zweiten Sitzung wurde über Anträge zum Deutschen Turntag in Dresden beraten; die Verhandlungen hatten nur internen Charakter. Es wurde beschlossen, daß die Deutsche Turnerschaft und namentlich der Ausschuß bei der vom 17.19. Juni stattfindenden großen Jahn-Feier in der Hasenheide zu Berlin möglichst zahlreich erscheine. Zu dieser Feier soll auch das Banner, das seinerzeit von den Frauen Frankfurts gestiftet wurde, nach Berlin gebracht werden.

Sodann wurde die Frauenfrage in der Turnerschaft be­sprochen. Es lag eine Anzahl von "Anträgen vor, wonach den Frauen wenigstens teilweise die gleichen Rechte und Pflichten zuteil werden sollen, wie den Männern. Es wird nach längerer Aussprache beschlossen, lediglich eine Erklärung abzugeben, daß der Aufnahme selbständiger Frauen in die deutsche Turnerschaft nichts im Wege stehe, da das Grundgesetz feine entgegenstehenden Bestimmungen enthalte.

Hierauf wird einstimmig beschlossen, es sei dem Deutschen Tumtag der Antrag vorzulegen,es solle künftig auf 3000 Mit­glieder ein Abaeordneter kommen, während jetzt auf 2000 Mit­glieder ein solcher trifft". (Derselbe Antrag war bereits in Straßburg gestellt, aber abgelehnt worden.) Ten Turnaus­schußbericht erstattete Prof. Dr. Ke ßl e r - Stuttgart. Hier­aus ist zu erwähnen, daß dem Deutschen Turntag in Dresden folgende Abänderungen zur Turnfestordnung unterbreitet werden sollen: Die Turnordnung soll durch textliche Aenderungen über­

sichtlicher gestaltet werden. Abgeändert werden einzelne Befkn. mungen über das Richten und Springen. N^u aufgeuomv- werden Bestimmungen über die Durchführung von Mannfchar. wettkämpfen im Tauziehen und Eilbotenlaufen, über Sertfarcr- im Schwimmen, Einrichtung von Sonderwettkämpsen in eigev- volkstümlichen Hebungen, im Diskus- und Speerwerfen, Qi», richtung von Sechsspielen usw. Abgelehnt werden die Anttcr eine Persönlichkeit anzustellen, die die turnerischen Nachrickt - von allgemeiner Bedeutung sammeln und durch Vermittlung y\ Vertrauensleuten an einzelnen Orten der Tagespresse zugäncl,^ machen sollen, sowie einen Hnterausschuß zu wählen, dem t( künstlerische Ausgestaltung von Drucksachen usw. obliegen soll.

vermischter.

* Eine chinesische Reichsdruckerei. Die chiness^ Regierung hat mit der Errichtung einer modernen Druckanstalt Papiergeld in Peking begonnen, die einen Kostenaufwand von ettoe 8 Millionen Mark erfordern wird. Die Ausführung des Gebäukd- und die Einrichtung der Druckerei ist amerikanisehen Architekt übertragen worben. Das gegenwärtige chinesische Geldsystem ist i- I verwickelt, daß es für die Entfaltung von Handel und Jnduslrii I ein schweres Hindernis bedeutet. Nach dem heutigen System cib; I jede einzelne Provinz ihre eigenen Umlaufmittel aus, und Sj( | Währung ist in jeder Provinz eine andere. Man strebt daher fei' I längerem danach, eine einheitliche Währung für das ganze Rn? I zu schaffen, und die Errichtung der Truckaustalt in Peking ist öet I Beginn einer Umwälzung in dem gesamten Geldsystem des diine-- | sifchen Reiches. Die Regierung hatte vor zwei Jahren Dr. | nach Europa und Amerika entsandt, um die entsprechenden tzm- i richtungen dieser Länder zu studieren, und nach dessen Berck ' wurde die Druckanstalt in Washington zum Muster genommen In etwa zwei Jahren hofft man die chinesische Reichsdruckcu fertigstellen zu können, so daß sie ihre Arbeit ausnehmen tann. | wenn im Jahre 1913 das Parlament eröffnet wird. Zwei amtrv I konische Kupferstecher find bereits angestellt, die Einrichtung ju überwachen und die Chinesen in der Stecherkunst zu unterweisen.

* In der Löwen-Apotheke. Der Provisor Saueüre ; hat Nachtdienst. Um Mitternacht k'lingelts. Unwillig stehl er auf Der nächtliche Ruhestörer verlangt für 20 Pfennig Brausepulver Entrüstet fährt ihn der Provisor an:Das hätten Sie boa auch morgen holen können. Es ist doch eine Gemeinheit, mich d«- wegen zu wecken!" Der Käufer wendet sich zum Gehen und jagt; Sie haben recht, Herr Provisor, ich werde morgen wiederkonrmcn/ >

* Annonce. Gestern abend im RestaurantSchwirl | vertauscht ein Zigarren-Etui mit einem Violinkäste». :

Vllchertisch.

Die Internationale Hygiene-Ausstellung in Dresden wo­von allen kompetenten Beurteilern als eine der wertvolllten Aw stellungen anerkannt, die je veranstaltet worden sind. Ihr dv pclter Zweck, die Bevölkerung hygienisch aufzuklärw und da systematische lieberficht über die bisherigen Leistungen der Hc- giene zu geben, ist in vorbildlicher Weife erreicht worden. SSet: bis jetzt die Erkenntnis der hohen Kulturbedeutnng des geroal^ tigen Unternehmens noch nicht aufgegangen fein sollte, denk iuftirtt

durch die als Hygiene-Nummer herausgegebene Nr. 354» derIllustrierten Zeitung" (Leipzig, Verlag van I. Weber, Preis des Einzelheftes 2 Mark) vom 25. Ä?ai b- Augen geöffnet werden. Diese prächtig ausgestattete Sonda. nmnmer, an deren textlicher und bildlicher Ausgestaltung ola- erste Kräfte mitgemirt't haben, wird als ein zuverlässiger Führe durch die reich ausgebauten Gebiete der Hygiene und als r. sachverständiger Wegweiser für die Besichtigung der s'ttisstckbm- selbst, jedem Besucher der Ausstellung willkommen sein. Nich minder vermag die Nummer denjenigen, die keine Gelegmlrr haben, die Ausstellung kennen zu lernen, als Ersatz dafür ü dienen und in besonderer Weise ist sie geeignet, eine Fülle tx>n Belehrung und Aufklärung in jedes Haus zu tragen unb da5 Wer­der Ausstellung durch Verbreitung der ihr zu Grunde [iegettixa, Ideen weiter fortzusetzen. Die Titelseite der Numtner ziert vornehm ausgefaßte, lebensgetreue Porträt des Schöpfers mn Präsidenten der Ausstellung, Geheimen Kontmerziemats K 'L Lingner nach einem Gemälde von Professor Sterl in Tresnn. Heber die Vorgeschichte, die Organisation und die äußere Ge't^ der Ausstellung gibt Hoftat Toenges in einem mit vielen hiftrationcn geschmückten Aufsatz erschöpfend Auskunft. Die at- schichtlickw Entwicklung der Hygiene schildert Professor Karl hoff-Leipzig in einem interessant illustrierten Artikel. Wei:crc, ebenfalls reich illustrierte Aufsätze beljaitMn die Hygiene bei ba Naturvölkern, die Entwicklung der hygienischen Wissenschaft. 9e> sonders wertvoll ist etine populär gehaltene Artikelserie ita hygienische Zeitftagen, in der Professor Czerny die skrtchsforschrn» Hofrat Pros. Raydt die Volks- und Jugendspiele im hygieniickn Lichte, Professor Dr. Weygandt die Hygiene der Nervenkrark- heitcn, Prof. Dr. Muguft Forel die Hygiene der geistigen Ackr und Prof. Dr. Albrecht die Arbeiterwohlfahrt behandeln. rabeju erzieherischen Wert besitzt einHygienisches Bilderbick benannter Beitrag, der typische Darstellungen aus dem Grde der populären Hygiene enthält und aufs arrschaulichste die B deutung hygienischer Kenntnisse .für das tägliche Leben de»w* ftriert. Sehr reichhaltig sind auch die Abschnitte über©täte und Siedelungen",Wohnung und Einrichtung", und die sül h Hygiene arbeitende Industrie ausgestattet. Heber den Sporte- Förderer der Hygiene plaudert Prof. Dr. F. A. Schmidt-Mi in einem mit instruktiven Abbildungen versehenen Aussatz, ec* fesselnde Lektüre bieten auch die aus der Feder erster AuM täten stammenden Aphorismen. Die Bedeutung der Hygiene das private und öffentliche Leben führt die Hygienei-Nummer Illustrierten Zeitung eindringlich vor Augen, darum sollte W mand versäumen, sich die darin in edler, kunstvoller Form cf> botenc Belehrung zu Nutze zu machen.

Meteorologische Beobachtungen der Station Sieb«

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Höchste Temperatur am 27.

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Niederschlag: 1,4 mm.

Verantwortlich fürFeuilleton" undVermischtes": I. V.: A u g u st G o e tz.

Müller'sche Badeanstalt.

Wasserwärme der Lahn am 29. Mai: 15 ° K

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bis 28. Mai = + 21,0 'L , 28. , = + 10,9 *0,

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schallt laut und frei und sie war tn Tage vorher so überanstrengt wor­den, dass am Abend kein Ton null heraus kam. Ein paar AXybeii Tablett en haben die btimn wieder rein, den Hals frei geroaca Sie sind für niemanden zu cntbeni a ---------- der viel und laut zu sprechen < Eine Schachtel mit ca. 400 Tabletten kostet in allen Apotnek-; nur 1 Mark. Depot in Giessen: Pelikan-Apotheke,Kien ss%