Ausgabe 
28.2.1911 Drittes Blatt
 
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fdjett Erlaß Webet kefMiMs^tt mcTnle, 5a8 sek eTnif Mobil, machung gegenUnbekannt", und das sei doch in der preußischen Armee nicht üblich. Diese Äeußerung zeigt, daß der Abgeordnete doch keine Ahnung von den Sachen hat. (Sehr richtig! rechts.) Denn was treiben wir denn überhaupt im Frieden in unseren Bureaus: die Mobilmachungen gegenUnbekannt", gegen Pen äußeren Feind. Wir wissen nicht, gegen wen wir den näch­sten Krieg führen, trotzdem muffen wir ihn borbereiten, und eS wäre eine Pflichtverletzung, wenn wir nicht auch gegen eventuelle Aufstände überlegen würden, waS zu tun ist. Die betreffenden Vefehlshaber würden dann Werrascht werden, und e3 würden viel mehr Mißgriffe gegen die Bevölkerung vorkommen. Der AL- geordnete hat bemängelt, daß der Passus über die Im­munität der Abgeordneten überhaupt im Erlaß drin war, ja, daS bedauere ich auch Aber eS wird ihm vielleicht nicht unbekannt sein, daß in weiten juristischen Kreisen Zweifel dar. über bestehen, ob unter dem Artikel 81 der Verfassung nur die Strafhaft -er Abgeordneten oder auch die Präventivhast zu ver­stehen ist.- Im vorliegenden Falle handelt es sich um Präventiv- haft,, und wenn Zweifel bestehen ich spreche gar kein eigenes Urteil aus da sind doch auch einmal praktische Irrtümer mög­lich. Ich für meinen Teil würde eS lieber gesehen haben, wenn ein solcher Erlaß lediglich praktische Gesichtspunkte behandelt hätte. ' Der Kommandant hat das dann aber eingesehen und eS ist sofort redreffiert worden. Der Abgeordnete hat mit großem Pathos gefragt, wer der Man» sei, der in Baden diesen Aufruf ^verbreitet har. Es ist der Erdarbeiter Ludwig Pfeil aus Weila. Im übrigen geht die Militärverwaltung die Sache zurzeit gar nichts cm, die Untersuchung wird vom Zivilgericht geführt.

WaS Mißhandlungen anlangt, so wird jeder Offizier durch solche Vorfälle gewiß schmerzlich berührt werden. Der Abgeordnete braucht mich an meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit gar nicht zu erinnern. Ich tue sie auch ohne seine Ermahnung. (Lebh. Beifall.) Gewiß sind solche Schindereifälle auf daJ ent­schiedenste zu mißbilligen. Aber derartige Mißhandlungen gehen in der Armee doch dauernd zurück. 1896 hatten wir noch 0.95 Pritzent und jetzt nur 0,93 Prozent, also um zwei Drittel redu­ziert. Ich muß aber wiederholen, die Armee enthält keine Engel, sondern fehlende Menschen und zwar von recht energischem Tem­perament, und da kommt daS noch vor und wird sich schwerlich ganz überhinden lassen. Verlassen Sie sich darauf, wir sind ehrlich bestrebt eS einzuschränken, und eS wird scharf eingegriffen, mag eS nun ein Regimentskommandeur oder Leutnant oder Ulsteroffizier sein, wo ent Vorgesetzter seine Pflicht und Schuldig­keit nicht getan hat. Die Vorbereitung der Rekruten! Auch mir ist eine konfessionelle Unterscheidung der Soldaten nicht angenehm. Wir haben weder katholische noch evangelische noch jüdische Sol- daten als Stafte, sondern deutsche Soldaten. Aber eine Vorbereitung, wie sie die sozialdemokratische Partei für unsere Rekruten uns angedeihen läßt, für die danke ich noch vielmehr. Ich kann Ihnen beweisen, tote sie an unseren Leute Hetzen. Sie begleiten unsere Rekruten bis an die Kasernentür und empfangen sie mit genau derselben Agitation. Der Minister verliest einige Proben au- derDeutschen Bäcker-eitung":Mit geballten Fäusten und Zähneknirschen werden die Befehle befolgt." Aus einem Polizeibericht aus Hamburg:Im allgemeinen ist der Mensch beim Militär ein Tier." (Pfui-Rufe rechts.) Ein andermal wird der Vergleich des Loser eines Soldaten im Kriege mit dem Lose einer SchwemS gezogen. (Pfui-Rufe rechts.) DieGleich- beit" in Stuttgart schreibt in einem Briefe an die Mutter:Der Vorgesetzte, der Teufel in Menschengestalt." Wenn Sie sowas schreiben, dann wollen Sie nachher sagen, Sie animieren unsere Rekruten, ihre Pflicht und Schuldigkeit zu tun? Wie das zu ver. stehen ist, darüber kann niemand im Zweifel fein. (Sehr richtig!) Ich erinnere Sie an ein Theaterstück, aus der Kasernenstube, da? auf derFreien Volksbühne" in Remscheid aufgeführt ist, ein Machwerk schlimmster Art, das schildert, wie ein Rekrut zum Selbstmord, unb ein sich zur Sl^ialdemokratie rechnender Unter- offtzier getrieben wird, sich am KorporalschastSführer zu ver­greifen. Ich verweise sie auf etwas ganz N-ueS, auf das Hnter- haltungSlatt des .Vorwärts vom 8. Januar 1910. Soll da der

Solbak, btt feint Pflkchk und Gchukdlgkelt fn der Kaserntat

soll, mit besonderer Lust hineinkommerr?

Auf dem sozialdemokratischen Parteitage in Essen 1907 ist ausgesprochen worden: .Im übrigen wollen wir allerdings dem Proletariat den Kaiernendrill verekeln! (Hört! Hört! rechts.) In derJungen Garde" vom 2. September 1906 wurde, tote mein Amtsvorgänger hier vor zwei Monaten schon mitgeteilt hat, die Frage aufgeworfen.

was das Vaterland für den Sozialdemokraten bedeute.

Wenn Sie zu dem noch bedenken, wie viel Vorbestrafte sich unter den Rekruten befinden, so können Sie sich vorstellen, tote schwierig daS Material ist, das wir in kurzer Zeit zu brauchbaren Sol- daten verwandeln und zu selbstdenkenden Menschen erziehen sollen. (Lachen bei den Soz.) Können Sie glauben, daß heute ein Feld- soldat brauchbar ist, der nicht denkt! Ich weiß nicht, warum der Abg. Schoepflin auch solle Fälle vorgetragen hat, in denen nach seiner Ansicht eine genügend schwere Strafe ausgesprochen wurde, wenn man überhaupt diesem Waschen der schmutzigen Wäsche in der Ocffentlichkeit eineBedeutung beilegt. Wir begrüßen jede Kritik, so weit sie sachlich und nicht aus grundsätzlichen Gesichtspunkten an un- geübt wird. Wenn es sich aber lediglich darum handelt, eine

zersetzende Kritik

<tn der Armee zu üben, so werden nur böse Folgen gezeitigt. Solche Schilderungen, wie sie hier z. B. von dem Abg. Noske vorgctragen wurden, daß unsere Mannschaften wie die Hunde behandelt werden, haben die Folge, daß man namentlich im Aus­lande die Auffassung bekommt, daß die deutsche Armee nicht mehr so schlagfertig und tatkräftig wie 1871, sondern, um einen drasti- schen Ausdruck zu gebrauchen, eine verlotterte Bande ge- worden sei, der keine derartigen Erfolge wie damals mehr zu- zutrauen waren. Wenn man solche Anschauungen hervorruft, dient man nicht der Erhaltung des Friedens und nicht dem Wohle des deutschen Vaterlandes. (Lebhafter Beifall rechts.)

Sächsischer Bundesbevollmächtiqter Generalmajor Frhr. v. Salza:

Der König von Sachsen, der sich jedes halbe Jahr über die Militärmißhandlungen Bericht erstatten läßt, hat in einem Er­laß seine allerhöchste Mißbilligung über die Vorfälle im Oschatzer Ulanenregiment ausgesprochen. Gegen die beteiligten zwei Eskadronschefs wuroe das Verfahren eingeleitet. Der eine wurde freigesprochen, gegen den andern schwebt daS Ver- fahren noch. Die Angriffe aus den Regimentskommandeur muß ich als ganz unberechtigt entschieden zurüawcisen. Der Prozentsatz der Soldatenmißhandlungen in Sachsen geht ständig zurück. Er ist von 1899 bis 1909 von 1,02 auf 0,28 Proz. zurückgegangcn und im Jahre 1910 trptz der bedauerlichen Vorfälle in Oschatz auf 0,25 Prozent.

Bayerischer VunöesratZbcvalkmächtiqter Generalmajor Frhr. v. Gebsattel:

Es ist behauptet morden, daß in Landau L Pfalz Dorberei- ungsunterricht für katholische Rekruten von Jesuiten erteilt wird. Er handelt sich dabei um junge Leute, die der Armee noch nicht angehören, und die Heeresverwaltung steht diesem Unterricht ganz fern. Ihrs Beteiligung beschränkt sich auf die Lieferung von Strohsäcken und Wolldecken. (Große Heiterkeit.) Im übrigen halte ich die Nachricht schon deswegen für falsch, weil, soviel ich weiß, Jesuiten in Deutschland nur ganz vorübergehend anwesend smd. ( Stürmisch? Heiterkeit.)

,5, Abg. v. Oertzen (Np.) :'

v Ich toeife entschieden den Borwurf zurück, als ob wir bei der. Besprechung der Soldatenmißhandlungen gelacht hätten. (Beifall rechts.) Gerade wir verurteilen diese Mißhandlungen aufs schärfste, weil sie dem Ansehen des Heeres schaden. Die Ehrengerichts sind notwendig. Hätten wir sie nicht, so müßten

ste Neugeschaffen werben. ssSehr rlchttgl recht,.)' Auch das btsherige System der Offizierswahl ist im Interesse der Einheitlichkeit unseres OffizierkorpS notwendig. Man sollte endlich aufhören, ftnmer von der

Bevorzugung des Adels

zu reden. Ich behandle jeden Menschen nach dem Grundsätze: Wenn er anständig ist, dann ist es ganz gleich, ob er Jude oder Christ ist! Ich bin in meinem Leben mit einer ganzen Reihe von Juden zusammengekommen, die durchaus an* ständige Men schen sind. Auch als Beamten und Soldaten haben sie sich bewährt. Ich hatte im Kriege in meiner Schwadron Zwei sehr tüchtige Juden. Es ist also nicht richtig, daß die Juden allgemein nicht fähig sind, Offiziere zu werden. Freilich ist für den Offizier eine besonders

gute und taktdosse Erziehung notwendig. Zweifellos gibt eS auch viele taktvolle Juden, aber vielen fehlt cs auch daran. Geld allein macht es nicht. Es liegt daran, daß die Juden so lange unterdrückt waren. Die konfessionellen Unterschiede werden jedenfalls übertrieben. Tie Militärverwaltung ist auf dem richtigen Wege. Der Redner spricht dann dagegen, daß Sozialdemokraten Offiziere werden.

Kriegsminister b. Hceringen:

Ich bube gehört, daß über die Resolution der DolkSpartei schon hetite abgestlmmt werden soll. Ich bitte Sie, die Reso- lution abzulehnen.

Abg. Raab (Wirisch. Dg.)

Jahrelang haben wir geschwiegen. Erst jetzt, als ein be- stimmtet: Antrag vorlag, Haber wir Stellung genommen. Also nicht Nur haben angefangen. Ich bleibe dabei: christliche Soldaten soll man nicht jüdischen Vorgesetzten unterstellen. Warum bringt der Krtegsminister nicht amtliches Material. Jetzt sind eS schon 387 Juden mit dem eisernen Kreuz geworden; noch einige Zeit, dann wird eS heißen: Teilgenommen haben am Kriege eine Million Soldaten, davon neunmalhunderttausend Juden und von diesen haben elfmalhundertausend daS Eiserne Kreuz erhalten. (Heiterkeit rechts.) Herrn Osann bemerke ich, daß eine ganze Reihe von nationalliberalen Männern, und zwar solchen, die dasnational' betonen, auf unserem Standpunkt ftefjen. Auch dieTägliche Rundschau", obgleich sie jetzt'mehr zu Ihnen gehört, steht in dieser Frage auf unserer Seite. Herr Schöpflin meinte, meine Rede hätte ins Deutsche Wirtshaus ge- paßt; nun, ein ganz Teil netter und vornehmer geht es dort noch zu als auf Ihrem Magdeburger Parteitag. Sie sprechen von unserem geschäftlichen Sinn; nun, ich lebe noch heute von meiner gewerb­lichen Arbeit; aber wie viele von Ihnen sitzen nicht an der Parteikrippe? Es gibt nicht nur Antisemiten unter den Antise. miten, es gibt allenthalben welche, auch links, und ist im Wahl- lantof ein Gegner Jude, dann zeigt es sich auch öffentlich. Herr Ko p s ch meinte, ich sei wohl stolz darauf, überhaupt einer Ant­wort gewürdigt zu werden. Nun, seine Partei hat mir ihre Mißachtung deutlich genug bekundet, indem sie Herrn Kopsch mir entgegenschickte. (Gr. Htk^ lebh. Seif, rechts.) Tie heutige Tebatte war wirklich keinen ganzen Verhandlungstag wert; die Juden­frage tft nicht zu ihrem Recht gekommen. Der kreisende Berg vom Sonnabend hat einen Kopsch geboren. (Große Heiterkeit, Beifall rechts.)

Die Aussprache schließt. Das Gehalt des Kriegs- Ministers wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten genehmigt. Die Resolution der DolkSpartei Wer die Be- setzung des OffizierkorpS mrt nach der Tüchtigkeit, wird, nachdem der von der wirtschaftlichen Vereinigung beantragte Zusatz über dieEignung zum Vorgesetzten" gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt war, abgclehnt. Für die Resolution tjmmt die gesamte Linke.

Dienstag 1 Uhr: WeUerberatuna.

Schluß 7 Uhr.,

CanOwirt$d?afh

= Darmstadt, 27. Febr. Am gestrigen Sonntag hielt btt Landespferdezuchtverein für das Großhrrzogtum Dessen hier seine Jahresmrtgliederversammlung ab, die Don etwa 60 Personen, barunter auch dem Vertreter der Re­gierung, Herrn Ministerialrat Dr. Hölzinger, besucht sein mochte. Neben dem Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr und Vor­lage der Jahresrechnung standen auf ber Tagesordnung die Vor­standsneuwahlen. Nengewählt wurden dabei Maior von Stark als Vizepräsident, Freiherr von Neufville als 2. Schriftführer, Guts Pächter Fendt-Hof Rheinfelden, Gutsbesitzer Rullmann-Mrttel- gründau und Gutsbesitzer Otto Dettweiler-WiMersheim. Letzter an Stelle des Herrn Oekmwmierat Dcttweiler-Wintersheim, der aus Gesundheitsrücksichten gebeten hatte, von feiner Wieder!vahl Abstand zu nehmen. Die übrigen Vorstandsmitglieder, Oekonomie- rat Fritsch-Dilshosen, Oekonomierat Veil-Habitzheim und Freiherr von Riedesel-Stockhausen, verblieben im Vorstand. Aus dem Ge­schäftsbericht sowie dem Voranschlag für 1911 interessiert besonders, daß das Schlvergewicht des Vereins mehr und mehr auf den Pferdemarkt Darmstadt Derlegt werden muß, da die Mitglrederzahl und damit auch die Summe der Mitgliederbeitrage in den letzten Fahren ständig zurückgegangen ist. Zurzeit gehören etwa noch 1650 Mitglieder den: Landespserdezuchwerein an. An Einnahmen steht der Voranschlag für 1911 insgesamt 10 850 Mark vor, darunter 4500 Mark Mitgliederbeiträge und 6012 Mark Znschuß aus dem Reingewinn des Pferdemarktes. Die Ausgaben betragen ebenfalls 10 850" Mark. Unter ihnen sind besonders die 33er» waltungskosten mit 1700 Mark, Beihilfe für Fohlenweiden und Tummelplätze mit 3000 Mark und Prämrierungszuschüsse mit insgesamt 4750 Mark zu erwähnen.

Llnivevsitäts-Nachricyten.

de. Mar b u rg, 26. Febr. Auf eine 2öjährige Tätigkeit als ordentlicher Universitcitsprofessor kann dieser Tage der Vertreter der tlassischen Philologie Dr. Ernst Ai a a ß hier zurückblicken. Prof. Maaß sieht int 55. Lebensjahre, ©ein Geburtsort ist Kolberg. 1883 erhielt er die venia legendi in Berlin, im Februar 1886 eine ordentliche Professur in Greifswald und siedelte 1895 nach Mar­burg über.

LuMchchahrt.

Chemnitz, 27. Febr. Bei sturmartigem Winde stieg gestern der BallonC h e m n i tz" ui einer Weitfahrt auf. Nach 78 Minuten befand er sich über Prag und landete glatt in Libvch bei Prag. Die Strecke beträgt 130 Kilo­meter.

Kleine Cageschronik.

Der Direktor der in Liquidation befindlichen Vereins­bank in Frankfurt a. Oder Schumann wurde am Samstag nach gerichtlicher Vernehmung in Frankfurt a. O. in Untersuchungshaft genommen. Tie Verhaftung ist au Veranlassung der Liquidatoren und des Aufsichtsrates wegen Bilanzverschleierung und Untreue erfolgt.

Frau Maldwin Drummond wurden auf dem Dampfer Amerika" während der Ucbersahrt ihre Schmucksachen ün Werte von 130000 Dollars geraubt. Sie gibt an, sie habe die Juwelen in der Schublade ihrer Kabine auf­bewahrt. Die Schissahrtslinien lehnen bclanntlich jede Ver­antwortung für Diebstähle von Wertsachen ab, wenn sie nicht dem SchifsSzahlmcister zur Aufbewahrung übergeben wor­den sind.

In einem Pavillon ans der Schli(tsck)uhbahn bei der Äimjonowbrücke in Petersburg, in dem 29 Arbeiter übernachteten, brach durch eine umgefallene Lampe ein Brand ans. 15 Arbeiter kamen dabei ums Leben.

Rechtsanwalt Dr. Forst ist dem Vorschlag des Ge- merndcrats entsprechend durch landesherrliche Verordnung des Statthalters zum Bürgermeister der Stadt Metz er­nannt w ordern

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter Oiejer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Die Wasserleitungsfrage in Heuchelheim.

Vor etwa drei Wochen wurde von einer Anzahl Bürger ein mit etwa 60 Unterschriften versehenes Gesuch bei der Bürger­meisterei eingereicht, in dem gebeten wurde, bei dem Großh. Zkreisamt AMrag auf Entsendung eures Sachverstan d i g e n zu stellen, der einen Vortrag über die wirtschaftlichen und gesundheitlichen Vorteile einer Wasserleitung in einer Bürgerversammlung halten sollte.

Dieses Gesuch ist nun wie bestimmt verlautet mit sechs gegen fünf Stimmen abgelehnt worden und hiermit die so wichtige Wasserleitungsfrage in eine dunkle Zukunft verwiesen.

Zieht man in Betracht, daß es sich zunächst 'noch gar nicht um die Erbauung der Wasserleitung, sondern nur um eine fach­männische Belehrung der OrtSbürger handelte, so findet man den Standpunkt der sich ablehnend verhaltenden Ortsvorstände unerklärlich.

Jedenfalls wäre eine solche Aufklärung für das Zustande­kommen eines derartig kulturfortschrilllichen Werkes von weit­tragender Bedeutung gewesen und die heutigen Gegner würden dann zu den eifrigften Förderern zählen.

Die Tatsache, daß im Vorwinter und zum Teil wohl auch jetzt noch schauerliche Verimreinigungen der in den meisten Fällen unsolid ausgeführten Brunnen vorgekommen sind unb daß ferner schlimme Jnfektionstrankheiten in solchem Brunnenwasser gute Träger zur Verschleppung ftnben, könnte sclwn allein den Grund zur Emftchrung einer Wasserleitung bilden. Auch öürfte bei den meisten Bewohnern die Notwendigkeit und Zweck- mäßigleit einer Wasserversorgung bei den vorgelommenen Brän­den erkannt worden sein.

Die Kostenfrage tarnt nicht als berechtigter Hindertmgsgrund angeführt werden, da in einer Gemeinde wie Heuchelheim, mit weit über 500 Haushaltungen, jede einzelne Haushaltung ün Falle eines gemeinschaftlichen Wasserbezugs, weniger Kostenaufwand hätte wie ihr durch die, Unterhaltung des Brunnens entsteht.

Diese Ausführungen mögen deshalb dazu beitragen, daß ohne Eigennutz und in objektiver Weise die Angelegenheit weiter be­sprochen wird. Es kann bann nicht aus bleiben, daß twch in nicht allzuferner Zeit die Wasserleitung zum Segen aller ©in» wohner erbaut wird und ber Zweck dieses Artikels ist erreicht.

Spielplan öes A. Schumann-Theaterr in Hranksurt a. M.

Kiuematographische Vorführung des Vorkämpfers Zohnson Jeffries. Gastspiel Lotte Sarrows in dem Mimodrama Die Ehebrecherin." Außerdem weist der März-Spielplan acht Varists-Nummern auf.

Märkte.

Gioßeu, 38. Febr, Tiarttberlebt. Auf heutigem Wochen- matrte kostete: Butter pr. Pfd. 1,001.10 Ulf., Hühnereier 1 St. 78 Pfg., Enteneier 1 Stück 0 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf Kasematte pr. St. 56 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Ulf., Hühner pr. St. 1,001,60 Alk., Hahnen pr. Stück 0,801,80 Ulk, Enteil pr. St. 1,80-2,20 Ulf, Gänse daS Pfd. 75-80 Pfg., Ochsen! fleisch pr. Pfd. 8492 Pfg., Rindfleisch pr. Pfund 8488 Pfg.. Kuhfleisch 70 Pfg., Schweinefleisch pr. Pslmd 8096 Pfg., Kalb- fleisch pr. Pfd. 8488 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 60-84 Pfa., Kartoffeln pr. 100 Kg. 7.50 bis 8.00 Mk., Weißkraut das Stück 20 bis 30 Pfg., Zwiebeln per Ztr. 8,0010,00 Alt., Milch das "iter 20 Pfa., Birnen per Pfd. 00 -00 Alk., Aepsel per Ztr. 10 btd 20 Mk., Rüsse 100 Stück 5060 Pfg., per Ztr. 000 Mk, Dohnen per Pfd. 00-00 Pfg. Marktzeit von 82 Uhr.

ic. Frankfurt a. M., 27. Lebr. fOrig.-Telegr. desGieß. Jnj.*) Bmtliche Notierungen ber heutigen Frucht Marktpreise. Weizen Rlk. 20. 020.10, tturhess. Mk. 20.0020.25, nordd. 00 Mk. La Plata Kansas 'Ulf. 00.0000.00, Roggen (hiesiger) Ulk. 16.00 bis Mk.16.lo, Gerste (Wetteraper) Mk.18.0019.00, Gerste Franken Pfälzer 2ued Ulf. 18.u0-lU.50, Kleie Ulf. 00.0000.00, Hafer Mk. 15.50 bis Ulf. 17.00, Mais Ulf. 13.6014.00, Weizenmehl u Ulf. 29.50 dis 00.00, 2. Qualität Ulf. 23.7500.00, 3. Qualität Uck. 22.25 dis Mk. 00.00, 4. Qualität Ulf. 00.00-00.00, Roggenmehl 0

Ulf. 22.5023.00, 1. Qualität Ulf. 00.0000.00, 2. Qual. Ult 00 00 bis 00.00, Wetzenkleie Ulf. 8.75 bis Ult 9.00, Weizenschale Ult 9.259.50, Roggerckleie Ult 9.00 bis Ult 9.60, Ulahfeime Ulf. 00.0000.JO, Raps Ult 23.00-00.00; Biertreber 12.0012.60. Alles per 100 Kg. ab hier.

fc. Frankfurt a. M., 27. Febr. (Orig.-Telegr. der .Gieß. Anzeigers'.) Rartoffelmarft. Man notierte: Kartoffeln in WaggoirS Mt 6.508.00, ün Kleinhandel Ult 9.000.00 für je 100 Rg.

le.Fraukfurt a.M. Viehh of-Markt bericht vom 27. Febr. Auftrieb: 1215 Rmder, 390 Ochsen, 36 Bullen, 789 Kühe und Färsen, 270 jiälber, 338 Schafe, 240ti Schweine.

Tendenz: Rinder flott, geräumt, Kälber und Schafe ruhig, Schweine gedrückt. Preis für 100 Pfd.

Lebend- Schlacht-

Vollfleischige, auSgemäftcte, höchsten Schlacht­

wertes, 47 Jahre alt - . 5051 9193 die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . 4049 8389 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere

ausgemästete 4145 7583

Bullen.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 4446 7680

Vollfleischige, jüngere 4044 6673

Färsen, Kühe.

Vollfleischige audgem. Färsen höchst. Schlachtw. 4446 7986

Vollfleischrge ausgemäsleleKühe höchslenSchlacht-

wertes bls zu 7 Jahren 4346 8083

wenig gut entwickelte Färsen 4045 7783

ältere ausgemästete Kühe 3340 6174

Mäßig genährte Kühe und Färsen 2832 56-64

Gering genährte Kühe und Färsen .... 2025 4450

Kälber.

Feinste Mastkälber ....... 5660 93100

Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... 5155 8693

Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 4550 7685

Schafe.

Stallmaslschase:

Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . 4041 8486 ältere Masthammel, gut genährte junge Schafe

und geringere Mastlämmcr 3100 7400 Seb roe ine.

Vollfleischige Schweine von 80100 kg

Lebendgewicht 47.0050.00 60.00- 62.00

Vollfletschige Schweine unter 80 kg

Lebendgewicht 47.0049.00 58.0060.00

Vollfleischige Schweine von 100120 kg

Lebendgeivicht 47.00-49.00 56.00-60.00

Vollfletschlge Schweine von 120150 kg

Lebendgewicht 47.0049.00 57.0060.00

wemeinoe.

3n der Stadtkirche.

Mittwoch den 1. März, abends 6 Uhr: 1. P a s s r o n s a n d a cy t Pfarrer Schwabe.

Meteorologische Beobachtungen ver Station Siehe».

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