161. Jahrgang
Zweiter Blatt
Nr. 75
Erscheint ISgNch mit Ausnahme deS Sonntag».
Tie „Gietzener KamiNenblLUer"' werden dem viermal wöchentlich beigelegt. da»
„Krtlsbloti für bei Kids Gieße," zweimal wöchentlich. Di« „Landwirtschastlicheu Lett-
fragen^' erscheinen monatlich jroeunaL
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheilen
montag, 27. Mmz (<)H
SiotationSdruck und Verlag der Brükl'srhen UnwersuälS - Buch- und Srcindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion. Expedition und Druckerei: kchul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaklwme^S ILL. T«l.-2lbruAnzeigerGießen.
Sic erfordert Muße, Süh-Bersenie», Nacttfühlen. So dachte man ehedem. Aber da gibt cs Kostproben, Breviere, Auszüge. Hier findest du alles gruppiert, vorgclaut und verdaut. Davor wird noch eine Einleitung gestellt, und so kannst du nicht irren. Und dann kommen d,c Trauen ja selbst. Meist haben sie keine Ahnung von Rezitation. Aber das macht nichts. Sie bieten im besten Fall Fragmente und sind oes naiven Glaubens, der Zuhörer nriub. nun eines ihrer Bücher Taufen und sich darin vertiefen. Dabei hat man kaum verstanden, was da vorgelesen wurde. Tas macht ja auch nichts. Mair hat den Auroc gehen, stehen, fitzen sehen, ist man damit zufrieden Man weiß nun, wie er aus sicht. Künstlich Nahrung, das ist die Losung. Statt deinen Körper zu trainieren, schluckst du Präparate aus der Küche des Chemiker-'. Und ebenso machst du es mit deiner geistigen Nahrung. Tu läßt dir von andern dosierte Pillen reichen, schluckst iic gläubig hin unter und glaubst deine Seele damit zu bereichern Tabei, wenn jemand die Zeil zusammenrechnet, die er bet solchen An - sammlungen verbringt, würde er gut ein schönes Buch lesen, einen Vormittag im Museum zubringen können. Aber freilich — da würde er vielleicht ratlos fein; der geistige Stoffwechsel langt dazu nicht.
— Wie Richard Strauß komponiert. Richard Strauß ist ein großer Verehrer des Ballspiels und huldigt diesem Sport mit Leidcmcha'c in seinem schönen Sommerrcim zu Garmisch, in dem der größte Teil seiner Kompositionen wahrend der Muße - zcit narb den Anstrengungen der Saison entsteht. Ein Freund, der sich öfters mit ihm zusammen an diesem gesunden Zeitvertreib erfreut hat, erzählte einem .Korrespondenten des Neuhorker Musical Courier, daß so manche musikalischen Themen, die dann im „Nosen- lavalier" Verwendung gefunden haben, Straus; während des Spiels zuerst durch den Kopf gegangen sind. Ter Sckövser der „Elektra" ist während des Ballsviets eifrig bei der kompositorischen Arbeit. Tann und wann HSic er plöhlich au:, läßt den Bail achtlos zu Boden fallen, nimmt sein Notizbuch hervor und schreibt die Idee nieder, die eben in seinem Geist entstanden. Einige der schönsten Meldoicn des „Rosentavalicr" sind auf dieser Weite in feiner Phantasie geboren worden. Wenn Strauß diese ersten Einfälle dann später am Klavier ausarbeitet,-so geht es manchmal reckst langsam vorwäts; er t'drreibt eine Stelle nm oder feilt an ihr wohl ein halb Tutzendmal: ia gelegentlich hat er schon eine ganze Komposition vier oder fünfmal völlig umgearbeitet. Bei einer io sorgfältigen und mühsamen Arbeitsmethode, fügt d:c Musical Courier hinzu, muß man sich nur wundem, daß der Komponist überhaupt solch ein Werk wie den „Rosenkavalier'" zustande gebradn hat, dessen Partitur mehr Noten enthalten soll, als die der „Götterdämmerung".
yaupwersninmlung öes Verbandes Deutscher Diplomingenieure.
~ Berlin, 26. März.
Unter zahlreicher B cciligiing von nlu.t Purgierten aus allen Teilen des Rciäzes trat heute vormittag nn Mottvhaus zu echar- 1 ottcuburg die .Hauptversammlung des Verbandes Teusicher Diplom 3ugcnicurc jiiiaujinen. Ter sicllvertretende Bornvenbc von anbori (Mülheim Ruhr- trölfnne die Versammlung an Stelle des durch Kranll-cit verhinderten ersten Vorschenden Pros. ^r. :Jicid)cl ^Charlottenburg) mit Bgrüßungsworten und erlnlte sodann zur Crsta.'.ung des Jahresbcrici.tS das Wort dem Schrist- führet Diplom Zngcnieur Lanz (Berlins 9i<ul> dem Geichasts- bcruv.t Hal iid) im lebten Jahre die Mitgl t c d e r z a h l des Verbandes verdoppelt: iic betrug am 1. März d. >> rund •2300. Anck) dir .iaht der Drzirlsverrine Hot sich in ersreulicher Weise von 14 auf 30 m rmehrt, der jüngste Brzirksverein i|t Zanzig; iteitere Gründungen stehen bevo, Die Hock'slut der loiialpoli-
An» Stadt 31116* Land.
Gießen, 27. März 1911.
- Stadttbcater. Nochmal« sei auf die heutig Ben efizvorstellung für Regisseur Kurt Buhne, die Flachsmann als Erzieher' bringt, h'nqew.esen — Die Aiistührnnq von «Herr und Diener' am lomnicnden Freitag muß voraussichtlich die letzte deS interessanten Werkes bleiben.
•• Vom V. H.-C. Der Zweigverein (sau an, bei vor noch nicht Jahresfrist unter dem Vorsitze deS Kaufmanns Heinrich Heusohn, gebürtig aus Wenings, gegründet wurde, zählt nunmehr 130 Mitglieder, wovon über 20 auf do.- nahegelegene Langenselbold entfallen. Auch m der Hanauer Hühnerbergverein in dem dortigen V. H.-C. ausgegangen. Nunmehr wurde in dem Zweigoerein auch eine Manner- gesangSabteilung ins Leben gerufen.
Kreis Alsfeld.
tischen (besetze, so führt der Redner weiter aus, hat^uns mt lebten Jahre drei neue wickuigc Vorlagen gebracht, äo lollten die Diplom-Ingenieure in die Rcichsver'ick»erungsordnung mit ein- bezogen werden. Wir Irabcn ab-r an den Reick tagsansickmß, der sich mit dieser Vorlage beschäftigt, eine Ein gäbe gerichtet, in der zum Ausdruck gebracht wurde, daß den o.iplotn Ingenieuren mit den unteren tcchnischai Angestellten keinerlei Jntereisen gc- meinsam sind. Sic jeicn datier ai6 der Rei ck s v e r liche - rungsordnung auszusclxilten. Erireulrck-erweiie hat sich der Ausschuß unseren Tarlegungcn angcschlogcn und entiprechendc । Entschlüsse gefaßt, so daß man annehmcn darf, bai> sich auch das Plenum den Ausschußbcschlüsscn anschließcn wird. .
Ferner ist dem Reichstage das A r b c 11 c r k a m m c r g c | e tz vorgelegt worden, narb welchem in die Arbeitskammcin neben die Tcckmiker mich die Diplom-Ingenieur- gesetzt werden tollten, -ähr würden in diesem Falle aber stets von den .tedmilern maioniiert werden, daher haben nur an den Reichstag entiprechende Eingaben gerichtet, und nach den Beschlüsieii des Ausickuncs kann man das Arbeitslammcrgesctz als gefdteitert betrachten was wohl die beste Lösung wäre. In der Prioatbcamtenvirticherung, die dem Reichstage ebenfalls vorlicgt, sollten die in der ^.echnik beschäftiglcn, akademisch gebildeten Tiplom-Jngenicurc mit den niederen Angestellten in der Technik zuiammen vcrsicktert werden. Wir erklären noMmalS, daß wir mit den Pcrionen aus dem Handwerkerstand keine gemeinsamen Interessen haben und stimmen daher mit diesem nicht überein. Es muß Wert bar au r gelegt roerben, daß eine Ölegenorganisation der Akademftrr entlieht. ■t’ic .Ifabcniucr besitzen gemigenb SelbstverantwortliLkeitsgcsuhl; das darf man ihnen nicht dadurch nehmen, daß man sie in ein Zwangsgcsctz einbezieht. Cs erscheint ferner zweckmäßig, dem Diplom Ingenieur in unserer allgemeinen RcckstSordnung eme solche Stel- lnng zu geben, die ihn aus der Milke der niederen technnchcn Angestellten heraushebl. In diesem Sinne sind wir dafür eingctrcten, den Diplom-Ingenieur aus dem § 133 a der Reichsgewerbeordnung auszuschalten, denn er ist kein Gewerbetreibender, sondern Angehöriger eines wiiseni'dxntlidxm Berufes.
Nach Erstattung des Kassenberichts und Zustimmung zum Voranschläge nahm Diplom-Ingenieur Wilhelm v. Pasinsli (Mfclborf) das Wort zu seinem Vortrag ucker „Das Versicherungsgesetz für Angestellte". Er führte aus, daß die Versicherung nicht mehr leisten kann als eine private Versicherung, da ihr jeder Reichszuschuß fehlte. Sie wird togar noch weniger leisten, da sie eine bureaukratiscye Verwaltung haben wird Vor allem aber werden die tüchtigsten und streb,amsten Elemente schlechter gestellt als die weniger tüchtigen, die höher besoldeten müssen mit ihrem Beitrage für die unteren Mai t en sorgen Das Gesetz ist wenig geeignet die soziale 0rage zu losen, es wird im Gegenteil den Klassenkampf schüren. Daher lehnt der Redner die Vorlage entschieden ab. ,
In der Aussprache sprachen die meisten Redner der einzelnen Bczirksvereinc sich gegen den Gesetzentwurf aus Ter als Gast anwesende Professor Tr. Manes vom Deutschen Verein für Versichcrungswissenschast hebt dagegen hervor, daß der Entwurf aus vielen Gründen nicht brauchbar sei. So müßten vor allem ‘ die Ersatzeinrichtungen eine zweckmäßigere Berücksichtigung Nnden. Man solle auch die Bedeutting der sozialen Gesetzgebung nicht in der Weise unterschätzen, wie dies hier geschcl-en sei. Jeder lolltc so viel soziales Gefühl in sich haben, daß er sich nicht weigert, auch Lasten für die soziale Gesetzgebung zu tragen. Wir tollten vielmehr dafür sorgen, daß das Ausland mehr und mehr unsere sozialen Einrichtungen nachahmk. Schließlich gelangte folgende Entschließung zur Annahme: 3 «* t -
„Da der vorliegende Entwurf nach Ansicht des Verbandes Deutscher Diplom-Ingenieure in vollem Umfange für die Verhältnisse der nntcren Gruppen der Angestellten zugcschnttten ist, demgeniäß die Leistungen nicht entfernt der Lebenshaltung akademisch gebildeter Personen genügen, da iveiterhin das Gefühl für die Selbstveramwortlichkeit in atabcmiid) gebildeten Kreisen vorauszusetzen ist und durch Zwangsgesetze nicht geschwächt werden soll, so besteht der Verband daraus, daß die Dipiom->zn- genienre dem vorliegenden Gesetzentwurf nicht eingereiht werden."
Weiter berichten Dr. Waldemar Koch (Berlin) über Die staatswisfenfck-aftlichen Vorbildung der Diplom-Ingenieure und Rechtsanwalt Dr. Runkel (Langsdorsf, über die rechtswitsentchaft liche Vorbildung der Tiplom-Jngenieurc. Nach der Erledigung von Anträgen und Den Wahlen fand npd? eine Ausschußsitzung
— D i e Vortragswut. Es wird augenblicklich sehr viel geredet ui Deutschland. Ich weiß nicht, ob es in andern Ländern auch der Fall ist. Aber ich nehme es an; denn ich glaube, das ist eine Entwicklungskrankheit, die sich in einem bestimmten Stadium einstellt. Manche Leute halten das für einen Beweis von Kultur; iic prophezeien ein goldenes Zeitalter. Ich kann mich diesen Optimisten nicht anschließem Es gibt kein Thema, das nicht brcitgctreicu wird Literatur, Kunst, Politik, Sozialismus, Theater, nichts wird verschont. Was früher Eigentum der wenigen war, die ein eigenes Interesse dafür hatten, das wird vor das Forum der Cef reinlich reu sck)amlos geschleift, und gerade die Schamlosigkeit bereitet ein eigenes Vergnügen. Die beliebte historische Me.qode, so schreibt die Köln. Ztg., bietet für einen Vortrag die besten Handhaben. Da wälzt man einige dicke Schmöker, ftugs hat man ein lückenloses Material, und mit beljäüiger Schwere doziert der Vortragende seine Weisheit herunter und geleitet die erstaunten Zuhörer durch die Jahrhunderte. Gibt es etwas einfacheres? Ich glaube nicht. Tie Masse soll es bringen, die Fülle imponieren; dasür ist diese Methode die praktischste! Man lieft kein Buch mehr. Tu lieber Gott, warum auch? Man hat das viel bequemer. Man hört einen Vortrag über das Buch nnd sawn roeiu man, was man davon zu halten hat. Man eignet sich auch teinc eigene polnische Meinung an. Man läßt sich den Redner lommen, der cin- geschwcrenermaßen das sagt, was man schon längst weiß, und der der Partei angehört, in die einen irgendeine unbeiin urbare Verquickung trabnoneder Umstände versck lug, und das beglückende Gefühl von Zujammengehörigieit und Ucbereinftimnumg schwellt die Brust. Plan sieht sich auch lein Bild mehr an. Das erfordert viel zu viel Zeit. Lieber geht man in einen Vortrag un läßt )id) einflößen, was man davon zu hallen Hal. Nnd wenn man gründlich ist, hört man ganze Kurse mit Lichtbildern. Zwar hängen nicht weit vom Vornagssaal in einem Gebäude, das man Museum nennt die Originale. Aber das Skiopiikon ist viel moderner. War^m soll man U c.nc eigc. c .üns.lerische Ansch_uunz rr ngen?
fünf Minuten sagt dir der rllhctor ..ft'p uno uar, unter rocldjem Gesichtswinkel Du Das alles zu betrachten hast. Und die Dichtung?
Friedrich Zpielhagen als Schauspieler.
Wir erwähnten bereu?, daß sich ispielöagcn in^seinen srturm- tmb Drangjahrcn "mit Der Ide? getragen Hai, Lchauivieler zu werden, >a kurze Zeit tatsächlich der Buhne angehorle. Die,e Episode fällt unmittelbar vor seine Leipziger^ Gymnanallehrcr- zeit, also in den Ansang der fünfziger Jahre, ^viclhagens Vaterstadt Magdeburg, sollte der Sck-auplatz sein, an dem er Die tfeuer orobe bestand. Das Eramen vor dem Direktor des Magdeburger Sommertheaters fiel zwar gerade nickn überraschend gut aus. Wenn der junge Spieltagen Probe sprach, glaubte er, wie er in seiner Autobiographie erzählt, eine fremde stimme zu Horen, Die ihm gar vielst gefiel, ja ihm auss äußerlte unihmpathisch war. Nach dieser Leistung — Spielhagcn sprach den Rtinyold m W; (iki, „Badekuren" nnd den Bruder in Gntzww „Fremdes Glück S erklärte ihm t>.*r Direktor mit vollendeter Höflichkeit, Daß von einem Engagement vrrläufig nicht die Rede sein könne. „Ich halte es damit umso weniger zurüch als ick, weist, dai; Sic es nicht anders erwartet haben. Wollen si-' aber als V o loiu t ä r bei niriitrr GeicUsch-ast eintreten, so wird es mir eine Ehre und eine Freude sein."
Spielhagens kurze Dübnenlausbahn verlief in Ubrocicnhcu des Dii-eliors und beschränkte itö* im wesentlichen auf Statisten- rollen. Ein Lsfizier in Gottschalks^ „Karl XII." gehört schon zu seinen bedeutenderen Leistungen. Schließlich tarn aber doch einmal der Tag lferan, wo er dank der Protektion des Regisseurs in einer größeren Rolle herausgestcllt werden sollte. Es handelte lieh um ein Pariser seniationsstück, das nun auch über die deutschen Breiter gehen sollte, spielhagcn hatte cüien jungen Marquis zu spielen, den eine blutarme Näherin zur Erkenntnis seiner Sck'lcck '.igkcir unb damit zum Selbstmord treibt. Schon, das Memorieren l atte ihn Schwierigkeiten bereitet. „Das cnt- setzliche Gewas.l' wollte in meinem Gedächtnisse nicht haften. Ich ver'ausck-'e Worte, verwechselte die Sätze; sprang aus der ersten S^euc des zweiten Aktes in die dritte des vierten, oder umgekehrt, um endlich, nach un-äglidjer Mühe, doch Trdnung in das Ehoas ju bringen und wenigstens nach dieser Seite dem herciudrohenden Unheil mit Ruhe entgegensetzen zu können." Und cs kam, roic ed komvien mußte. An diesem imglüa'clrgcn -tbeatcrabenb wurde bürd, ent Znsammeittrcffen der ver'dtzcdcnstcn Zufalle der an sich gewisse llntcroaug des Stückes nod) befcblcumgt. Infolge eines Jrrtttms des Jnsvizicntcn starb um er .ugcndlichcr Liebhaber, durch- ein Schießgewehr, »vätzrend er sta> noch mit dem Scifnen einer wider'pen in gen Dur abquüitc. seine saaujbicler- (arrieve ipar an dicicm '.-toenb beendet. „Eines stand fest: Nie wieder würde ich Die Bretter betreten. Ick habe fie nicht wieder betreten, wenigstens als schauspieler nid>t. Meine theatralische Laufbahn endete, nachdem sic kaum begonnen. Den-
Alsfeld, 26. März. Am Samstag, 25. März, and im Kreisamtsgebäude her orden tliche Kreis tag des Kreises Alsfeld statt. Die 11 Punkte um fassende Tagesordnung wurde erledigt, bangere Zeit nahm )ic Beratung des Voranschlags der Kreiskasse für das Reckmunasjalir 1011 /12 in Anspruch Ter Vorauschlaa nrurbi in Einnahme und Ausgabe mit 311976.50 Mk. ftftlgesetzl Ebenso wurde der Verwaltungsrechenschaftsberim. für da-.> Rechnungsjahr 1909 genehmigt. Die erforderlich flcliroi^ denen Neuwahlen für die Veranlaguiigskommiision der 1. Steuerabteilung, Ersatzkommisfion, KöriommiUion, Wut- den durch Zuruf vollzogen. Bon den drei aitssaieidenden Kreisausschußmilgliedern, Arnold, Bauer, Simon, wurden die beiden letzteren wiedergewählt. An stelle des eine Wiederwahl wegen seines hohen Alters ablehnenden .111- Büraermeisters Arnold wurde Bürgermeister Dr. Vo l) rng Alsfeld gewählt. Nach der Sitzung versammelten sich die Teilnehmer -n einem gemeinsamen Essen tnt Hotel „Zur Krone".
Kreis Lauterbach.
~ Maar, 26. März. Unsere fast 1200 Einwohner zählende Gemeinde strebt schon feit Jahren eine bessere Verbindung mit der Bahnstation Sauter bach- Al t an und zwar soll diese durch eine neu anznlegende Kreisstraße direkt nach dein Bahnhvs hergcstellt werden. Hierdurch würde eine 51'ürzung des Weges um ama 20 JJtm. bewerkstelligt, was für die Landwirte, die täglich nach dem Bahnhof und der nebenliegenden Molkerei fahren, eine große Zeitersparnis bedeutet. Zwar besteht für das Publikum ein burü) einen Wiesengruud führender direkter Fui;- wea. der aber nur in den Sommermonaten bei an halten» t roden er Witterung passierbar ist. Auch der Weg über Lauterbach ist beit Fuhrwerksbesitzern, abgesehen von dem Umwege, wenig einleuchlenb, ba bas unebene Lauterbacher Skraßeupslaster Tieren wie Fuhrwerken itachtcilig ist und letztere seither schon lieber einen vor der Stadt ab^weigen den Feldweg benutzten. Jetzt ist man dem neuen Straßen Projekt wieder näher getreten und hat bereits bei der durch geführten Feldbereinigung das StraßengZände vorgesehen. Leider hat sich die Stadt Lauterbach scicher wenig ent gegenkommcnd gezeigt, da die straße durch einen -teil dieser Gemarkung geführt werden muß unb befürchtet wirb, bei Verkehr würbe vom Zeiitrum der stabt abgelenkt Tiefe Befürchtung ist jedoch keinesfalls zutreffend, ba die an der Bahn bezw. Molkerei verkehrenden Landwirte ihre leiblichen Bedürfnisse dock) größtenteils in der dortigen Wirt schäft erledigen und andere Artikel nach wie vor in der Stadt gekauft werden müssen. Hoffentlich führen die neu
Die künftigen Handelsverträge.
Wir lesen in der ?eui' i)cn Volksw. Korresp.:
In weiten Kreisen besteht die Meinung, daß der im nächsten Herbst oder Winter zu wählende Reichstag über unsere künftige Zoll- und .Handelsvertrag-. Politik zu entscheiden haben werde. Diese Ansicht stützt sich auf die latfadfe, daß die bestehenden Handelsverträge bis Ende 1917 laufen. Man glaubt nun, bis zu diesem Zeitpunkte würden neue Handelsverträge abgeschlossen werden und =jU diesem Zwecke müsse unser Zolltarif vorher wieder eine gründliche Umarbeitung erfalyren. Richtig ist, daß die Handelsverträge mit usw
bis zum 31. Dezember 1917 Gültigkeit haben, sic können frühestens Ende 1916 gekündigt werden und treten dann nad) Ablauf her Kündigungsfrist, d. i. nach einem Jahr, außer Kraft Eine Ausnahme macht nur der Handels- nertran mit Ocsterreich Ungarn, dieser kann, wegen der in Aussicht genommenen Zolltrennung LesterreichS und Ungarns, schon Ende 1914 gekündigt werden und tritt alsdann am 31. Dezember 1915 außer Kraft. Tie Kündigung der Verträge kann also zu den genannten Zeitpunkten erfolgen, aber es ist nirgends gesagt, daß sie erfolgen muß. Das Recht der Kündigung steht in Deutschland dem Kaiser zu. Solange weder von deutscher noch von ausländischer Seite eine Kündigung erfolgt, laufen die Verträge eben weiter. Es steht also durchaus nicht fest, daß unter dem neuen Reichstag eine Erneuerung unserer Handelsverträge notwendig wird. .
Aber gesetzt den Fall, die Vertrage werden |o frühzeitig wie möglich gekündigt und laufen während der nächsten Legislaturperiode ab, so ist damit noch nicht die Not- wcnbigkeit für eine Umgestaltung unseres Zolltarifs gegeben Neue Handelsverträge können natürlich aud) auf Grund unseres jetzigen Zolltarifs abgeschlossen werden. Ter Tarif kann entweder völlig unveranbert bleiben, ober es werden, falls dies zweckinäßig erscheint, einige wenige Positionen iimgeändert. Sollten alsdann neue Handelsverträge nicht zum Abschluß kommen, so tritt eben der allgemeine Tarif an Stelle des jetzigen VertragStariss. Serben aber neue Handelsverträge mit den betreffenden Staaten vereinbart, so hat der Reichstag nur über diese abzustimmen. Er kann sie entweder unverändert anneh- men ober sie avlehncn. Lehnt er sie ab, so treten die Sätze unseres allgemeinen Zolltarifs in Kraft, und diese sind bcfanntlia) in zahlreichen Positionen viel höher als Die jetzigen Veriragszollsätze. Dem Milbeslimmungsrccht neS Reichstags über unsere künftige Zollpolitik sind also feste Grenzen gezogen. Verhält sich der Reichstag ableh- iicnd zur ivnstigen Zollpolitik und HanbelsvertragSpolitik her Regierung, so bewirkt er zunächst damit nicht etwa eine Herabsetzung, sondern eine wesentliche Erhöhung der Zollschrailkcit gegen das.Ausland.
statt. ________________________ _____
noch ist sie feine Epifobc, Die aus Der Geschickte meines Lebens <xud) ebenso wohl hätte weg bleiben können. Dieser Versud), wie lächerlich überflüssig er m"d>eini, war für mich eine NotwenDigkcil. Hätte üb ihn nicht angestellt — noch Jahre lang, vielleicht mein ganzes Leben lang würde ich den Gedanken nicht losgeivorDen ein: llnD Doch hast Du unrecht getan, Daß Du nicht Schauspieler nmrDcst! Was du aua) auf anderen Gebieten erreich!, auf diesem hättest du cs weiter, hättest du cs zur vollen Entsaltimg deiner Kraft, deiner Fähigkeiten gebracht!"


