Ausgabe 
4.9.1911 Zweites Blatt
 
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Zweiter Blatt

16b Jahrgang

Ausnahme der sonntags.

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rankfurter Landstraße abzweigt, ereignete sich kurz nach ö Uhr ein gräßlicher Unglücksfall.

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ich. Die ..laadwirilchastlichea itlU kN" «Schemen monatlich zweimal.

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Diana. bv?( t'nij- m-Pension. Zur Natt- gtc Preise, Mk.U0-<' kl. Zimmer.__

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-^^amllteadlLNrr" werden dem nermal wöchentlich beigelegt, daß fit bei Kreis -letzen" zweimal

Montag, V September (9U

Notattonsdruck und Vertag der vrüblichen Universität-- Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion. Espeditton und Druckerei: Schul« Kraße 7. örpebitien und Verlag: tM>5L Redaktton: e^-nr. TeL-Adr^ AnzeigerG'eben.

ilt Edelweiss r, Giessen Krofdorf« Str. C ei für Herren-

uchl und militärischer Tüchtigkeit nutzbar machen und sich um Ltc Sache der Union große tfcrtncmre erwerben. Spater legte er als rrralstabSchel Washingtons- und sodann als Generalquarticr- iftei Greenes so hohe Führereigenschasten an den Tag und |te unmittelbar in bedeutsamer Weise mit an der sieg-

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as Leinen j, lch mi 1et,

AIS der D-Zug, der um 5.37 Uhr den hiesigen Bahnhof verläßt, den Bahnübergang passierte, rannte ein mit drei Personen besetztes Automobil, aus der gleichen Nichtuna kommend, gegen die Schranke, hob diese in die Löhe und wurde von dem drittletzten Wagen des Zuges ersaßt. Ter Anprall war so l-cftig, daß das Trittbrett des Eisenbahn­wagens mitsamt den EUenteilen glatt abgerissen wurde. Bon den Insassen deS Automobils erhielt nur der Werk­meister Kühn von der Firma Dürkopp in Dielefeld schwere Verletzungen. Tie übrigen Insassen waren unver­sehrt geblieben. Wie aus den Spuren ersichtlich ist, hat das Auto 25 Schritte vor dem Uebergang gebremst, die Bremse muß jedoch versagt haben. Tas stark befdxibigtc Auto wurde heute abend auf einem Rollwagen nach Gießen gefahren.

Jchen Durchführung der Unabhängigkeit-- Im ps e. Wir in Deutschland verstehen wohl den besonderen hlz, mit dem unsere LtammeSgciwssen, die jenseits des Ozcan- je zweite öcimat gefunden haben, auf den uns gemeinsamen :rvorragenden Landsmann bilden und wir empfinden Hobe Be- ,-iedigung über die Ehrung, die die ganze amerikanische Ration bajn aus deutschem Stamme entsprossenen Führer und Mitbürger, setmer Verdienste in ernster Zeit emgedenk, nun zuteil werden laßt.

G«»ru gil8'

, Potsdam, 2. Sept, za» Mitgtieb oev üincritani- schen Kongresses, £crr Richard Bartholdt, übergab heute dem Kaiser das tm Garten der Kommandantur ausgestelltc Steuben-Tenktnal mit folgender Ansprache:

Euere Ma,estät! Im Auftrage deS Präsidenten der Ver­einigten stauten surd wir überS Meer gekommen, um in Voll­ziehung eine» Uongreßbeschlusses Sr. Slajeftütbem Teutschen Kaiser unb dem deutschen Volke da» von Jaeger- Meisterhand ge- schasse ne Standbild des GerreralS von öteuben, eines großen Teutfdxn, BüraerS und Del den zweier Wellen, als Geschenk des amerikanischen Volke- darzubieten Wenn ich in Erfüllung dieser ehrenvolle,! Mission der Dolmetsch der Gedanken und Gefühle des anicrilanu'cuen Volke- sein darf, so freut es mich, im Namen der Sonderbotschasl de- Präsidenten versichern zu können, daß das dargebotene Geschenk ein Unterpfand de- Friedens und der Freundschaft sein soll und zugleich eine eherne Bürgschaft für die Aufrichtigkeit des von uns Amenkanern gehegten heiligen Wunsches, daß die Bande tradi­tioneller Freundschaft, ivelche, gefestigt durch den Kitt der Blutsverwandtschaft, das große Deutsch­land st cts so innig mit den Vereinigten Staaten verknüpft haben, sich immer enger um die beiden Kultur­völker schlingen mögen.

Ter Name Steul'en hat jenseits de- Meeres einen gar guten Klang. Sein Träger mar die Verkörperung deutscher Crbming und deutscher Manneszucht und icner Treue, von der der Dichter sagt, daß, wenn sie nicht so alt wäre wie die Welt, gewiß ein Deutscher sie erfunden hätte. Er war nicht nur der Ordnung schaffende Genius der Kolonial-Armec, sondern auch der unermüdliche Organisator des Sieges In ge­rechter Würdigung seiner großen Verdienste errichtete ein dank- darc- Volk, nationale Unterschiede hochherzig außer Acht lassend, feinen Manen vor dem Weißen Sxmfe in Washington ein Tenk- mal, welches jene Verdienste sowie Überhaupt den rühmlichsten Anteil der TeutsclKn an der großenFrei von England"-Bewegung versinnbildlicht und spateren Geschlechtern in dankbare Erinnerung rufen wird. Und die heutige Feier? Sie ist gewiß ein Akt internationaler Löslichkeit, aber dürfen wir die bereitwillige Au» nähme dieses Standbildes nicht auch dahin beuten, daß Steu­dens altes Vaterland und sein hoher Herrscher gerne Tiejenigen würdigen, rocldic dein beutfdxn Namen in der Fremde Ehre gemacht haben? Tie Tatsache, daß da» auf bcuticpeni Boden errichtete Steuden-Denkmal auch diese Sprache redet, wird von Millionen Herzen jenseits des Meeres, die anläßlich dieses Aktes heute an sich höher schlagen, mit Hellern Jubel begrüßt werden.

Bon der fachlitbcn zur politiscktcn und ideellen Bedeutung dieser Feier ist nur ein Schrm. Gibt es wohl zwei Völker, die, auf der Tradition Ungetrübter Freundschaft fußend unb einer Zukunft noch innigerer Beziehungen entgcgenblidcnb, besser be­rufen wären, in dem großen £i u m a n i sie t u n g swerk d er Zeit, in der Förderung von Kunst unb Wissenschaft und in allen auf die Hebung der Volkswohlfahrt gerichteten Bestrebungen ge- meinsameSache zu machen ? Wir leben in einer Zeit inter­nationaler Verständigung, ivelche die Erkenntnis ge­reift hat, daß die friedliche <introiddung wichtiger ist als Alles, was die Völker entzweit, und Deutschlands vierzigjähriger Friede bietet Amerika die Gewähr, daß es nur des Anstoßes bedarf, um die schon bestehende geistige Verständigung zur polittichen Tatsache werden zu lassen. Möge der heutige Tag zum geichicht- lichen Markstein solch glücklicher Entwidelung werden.

Als besonders Bevollmächtigte deS Präsidenten der Ver­einigten Staaten haben wir nun die hohe Ehre, 5e. Majestät zu bitten, dieses Tenkmal alS ein Zeichen der aufrichtigen Freund­schaft der Regierung unb des Volkes der Bereinigten Staaten für Se. Majestät und das deutsche Volk aus unserer Hand gütigst annehmen zu woNen.

Des Kaisers Aotwort.

Der Kaiser dankte dem Redner, vor dem er salu­tierte, und nahm dann aus der Hand des Adjutanten ein Blatt entgegen, von dem er folgende Erwiderungs­worte avlaS:

Mn ausrichtigein Dank nehme ich das Tenkmal in Empfang, das Sie im Auftrag des Herrn Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika in Vollziehung eine? hochherzigen Kvngreß- beschlusses mir und dem deuuchen Volk als Geschenk des amcnEa- Nischen Volkes übergeben. Als vor einigen Monaten das Steuben- b en final in Washington enthüllt wurde, hat man überall in deutschen Landen mit Interesse die Feier verfolgt unb mit leb­hafter Befriedigung gesehen, wie erhebend unb eindrucksvoll sie unter regster Beteiligung von Regierung und Volk verlaufen ist. Jetzt freuen wir uns, von diesem tüchtigen deutschen Mann, der in begeisterter Hingabe und vornehm schlichter Pflichterfüllung der Sache des amerikanischen Volkes seine Kräfte widmete, ein von Amerika gestiftetes 'Abbild auch auf deutschem Boden zu besitzen.

Tie Worte, mi. betten Sie der» u:ung des Standbildes und der heutigen ncujr bereiten Ausdruck verlieben haben, finden im Deutschen Reich lebhaften Widerhall. Mit Recht

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Die Lander-heil- und Pflegeanstalt Siesten.

In. Gießen, 4 Sept.

Im breiten Publikum herrscht im allgemeinen eine abergläubische Scheu vor den sog Irrenanstalten, die für einen glücklicherweise nur geringen Teil unserer Mit­menschen von außerordentlichem Segen sind Die Unkennt­nis der Einrichtungen und des Betriebes dieser Anstalten mag daran ebensoviel Schuld haben, als die Scheu vor allem, was mit staatlicher Fürsorge zusammen hangt. Wie unheilvoll eine derartige Abneigung aber oft wirkt, davon wissen die Aerzte zu erzählen Ein großer Teil der «'Geistes­kranken wird von den Angehörigen, meist mit ünzureichen- den Mitteln, zur Last der ganzen Familie im Hause ge­pflegt, bis man sich schließlich nicht immer, ohne dauern­den Schaden genommen zu l-aben doch dazu entschließen muß, die Kranken in einer Anstalt unterzubringen, wo am besten für sie gesorgt wird.

Welche Mittel der Staat hierfür aufwendet, wie sehr er für das Wohl seiner geisteskranken Bürger besorgt ist, das beweist schon ein flüchtiger Blick auf die neue Heil- und Pflegeanstalt an der Licher Straße, zu deren Besich­tigung am Samstag die Presse eingeladen war Unkr der liebenswürdigen Führung des Direktors, des Medizinal- rateS Dr. Ostwald, wurden die einzelnen Ge.> iuiich. teilen, soweit sie fertig gestellt sind, eingehend bisichligl und auch durch die anderen, die erst späterhin bezogen werden, ein Rundgang gemacht

Im G^ensatz zu den sonstigen Anstalten ist man hier, teils aus Mckficht auf die Bodengestaltung, teils aus an­deren Gründeri, von der feufrer üblichen Bauweise solcher

Zum Cn bn nädmiäbnflen Hauptversammlung wurde Binae n gewLdU Den SkrMnNunoen. htc fub In- nach 3 llbr auM'chntrn. folgte im selben Lokal ein gemeinsame MmsA-madi Im Anschluß an die VauMwriammluna wählte der au-sck us. noch zu Mitaliedern die ixnen Professor Bau, iarm- ftabt, Übemiker 1t Kastner- Dannstad! Lehrer Kcil^clein- Linden und t'auptlebrer Rudolph- Alsfeld Zum ersten -c d»ab- meister wurde wiederum i'auptmann a D Volkmar, zum ersten Schnfifübrer fcerr Rat Lonne und jum zw'ten -chrift-

Anstalten abgewichen. Man hat davon abgesehen, die Wirt­schaftsgebäude als Längsachse und rechts und links davon die L'tanner- und Frauenabteilungen unterzubringen, son­dern legte die Wirrschastsgcbäude zusammen in Die Nähe des Eingangs, so daß aller geschäftliche Verkehr und die damit verbundene Unruhe von den Krankenhäusern ab­gehalten sind. Man ging auch sowohl aus pspchologtjck- hygienischen als auch ästhetischen Gründen - - von dem seither üblichenKorridorM" dem -tasernenba.i und wählte dafür den gefälligen, in jeder Beziehung ovi leilhafteren, wenn auch etwas kostspieligere u i'üüil'.v.mi Tadurch wirkt die ganze Anstalt viel mehr ul:- Jiilcr Io Lome denn als Krankenhaus. Tic Anstalt, die naui ihre: endgültigen Vollendung neben den 100 Angestellten 43o Patienten aufnehmen kann, erstreckt sich ut> . ein uc- lände von 95 Morgen und wird nach ihrem völligen Aus-

Ein (olgtnfdimcrer XutomobilunfaD.

Gießen, 4 Sept lieber einen schweren Äntomobilunfall, der sich gestern früh bei Niedcrweimar ereignete und dem ein Men­schenleben zum Opfer fiel, wird un» berichtet

Einen folgenschweren Aiitomobilunsall erlitt gestern der Automobill)äiidler Kronenberg von hier. Er kam gestern früh mit seinem Automobil von Marburg. Ms Insassen befanben sich bei ihm der Werk­meister Kühn von den Fahrradwerken Dürkopp in Biele­seid und ein Kind des Kronenberg Bei N i e d e r w c i m a r wollte Kronenberg den Bahnübergang passieren und fuhr in bat gerade vorüberfahrenben D-Zug KusselGicßai hinein. Werkmeister Äübn erlitt derart schwere Ver­letzungen, bay er bereit# tm Zuge, in dem man den­selben mit hierher nahm, verstarb Die Leiche wurde tn die Leichenhalle am Friedhof hier verbracht und zunächst der Kgl. LtaatSanwaltschait Marburg, die die Untersuchung zu führen hat, von dem Unfall Mitteilung gemacht Kro­ne n b c r g unb b n 6 Kind blieben unverletzt Ob die Schranke am llebergang geschlossen war und wen die Schuld am Unfall trifft, muß durch die Unter­suchung noch ausgeklärt werden.

Zu dieser Nachricht, die wir mit anderer Teuerung bereits gestern durch Aushang bekannt gemacht haben, er­halten ivir heute noch folgende Nachrichten.

Kronenberg hatte am Lamstag avcnd 10 Uhr mit einem neuen Automobil die Fabrik in Bielefeld verlassen und der Werkmeister Kühn, dessen Frau hier bei Kronen­berg au Besuch weilte, fuhr mit ihm rt'roncnberg hatte nach feiner Darstellung etwa 50 Meter vor dem Bahn­übergang anscheinenb die Gewalt über oaS Automobil bei* loren, weil eS mit dem Hinteren Teil schleuderte. Er fuhr so gegen einen Prellbock an, K uhn tvar nach feiner An- fichl dabei entweder auS dem Auto gefprungat oder heraus geichleudert worden. Tas Auw wurde vom D-Zug nur am Verdeck gefaßt und so blieb Kronenberg und fein SVinb unbeschädigt.

Zu dem Unglück wird uns noch berichtet: [] Marburg, 3. Sept. Etwa eine Stunde südlich unserer Stadt, wo dicht hinter dem Dorfe Gisselberg die Herborner Straße sich

[aushaltungen, 3 und Hotels.

te Schonung usfühmng - d meine Abteilung Nasswäsche richtnngeo.

durch meine Vu»

Die Übergabe des Steubenbcntmals an den Kaifer.

Mm Samstag sand in Potsdam die llebcrgabc jener Äopt® des im Jahre 1871 in Washington errichteten Steuben- tzvchWnalS statt, die von den Vereinigten Staatat als eine SeEengabe für das vom Kaiser sür Washington gestislete Menkmal desAltcm Fritz" dem deutschen Volke gespendet Nvorden ist. Friedrich Wilhelm v. Steuden, der 1730 in »Magdeburg geboern wurde, war 1777, nachdem er al: Ssfizier Lntcr Friedrich dem Großen g«*bient und mehrere Schlachten ^iritgemacht hatte, nach Amerika gegangen Seine Ver- Idienste werden in derNordd. Mlgem Ztg." wie folgt Iskizziert:

U General von ber als junger Offizier unter Fiied-

4 ch dem Großen gefochten unb seine reisen Mannc-jahre dem Mienstr für den jungen Freistaat jenseit- de- Ozeans gewidmet Kat, vertritt für seine Peaon uno Tur ungezäluu- namgefolgte MStammesgenoiien den Anteil, den da- Deutschtum zu dem «I u f b a u des großen amerikanischen «Semem- Nvesens beigetragen hat, das letzt al- Weltmacht in die.Gescbich M»er Völker mubestimmend angreist. Als Generalinspekteur des Mmenkanischeu .»ecres tonnte « 'eneral v St uben die un Lieben- Uährigen StTiegt gewonnenen Ersahrungen für die Organisation Iber amerikani'chkn Truppen und ihre Erziehung zur Mannes-

baben Sie aus bie blutsverwandten Beziedungen und :i u n t f r b r o d) e n e Freundschaft

die deutichc unb die amerikanische Nation mnr.ranber^ verbinden unb de» beuiidxn VolkcS Tank entgegen zn nehmen, daß Sie hierher gekommen sind unb uns dieses schöne Tenkmal übergeben

1- bars der (rrmaruir ::d geben, daß Sie sich auch bei dem Herrn Präsib.niten unb bem amenfannrfxn Volk zum Dolmetsch dieser unserer Gefühle machen tvollcn."

1er Kaiser sah sehr gut auS und sprach mit kräftiger Stimme. Am Schluß feiner Worte gab der Kaiser das Zeichen zur Enthüllung, und unter den Klangen des Präsen­tiermarsches sicl die Hülle vom Dvnkmal. W<ihrend die Kapelle den Präsentiermarsch intonierte, stand der Kai)er grüßend vor dem Denkmal, die Hand am Helm Hierauf begrüßte er mit Handdruck die beiden amerikanischen Lpczialaesandten des Kongresses und zog sic m ein längeres Gespräch Ter Kronprinz unterhielt sich lebhaft mit dem ReichskanAler v. Bethmann-Hollweg und dem General v. Lötvenscld, ferner auch mit dem General­obersten v. Pletten. Der Kaiser wandle sich dann dem Schöpscr be-? Denkmal#, Bildhauer Albert Jäger, zu und gratulierte ihm zum Roten Adlerorden 4. Klasse, den der Bildhauer angelegt hatte.

Im Potsdamer Stadtschloß empfing darauf der Kaiser den B o t s ch a s t e r Hill in A b s ch i e d s a u d i e n z. Die Kaiserin, welche int Stadtschloß anwesend war, empfing die Gemahlin des Botsck>afters, welche der Feier von einem Fenster des Schlosses aus zugesehen hatte.

Bei der Fruhstückstafel erhob sich der Kaiser und brachte den Dank an Amerika in einem Tnnkspruch auf das Wohl der amerikanischen Nation und des Präsidenten Tast mit einem dreimaligen Hurra aus. Wahrend der Tafel trank der Kaiser dem bisherigen Botschafter Hill freundlich zu Der Kaiser richtete an den Präsidenten Taft jolgendcs Telegramm: 2tcubcn-1enfinal soeben enthüllt In meinem Namen, wie im Namen des deutschen Volkes sänke ich Ihnen herzlichst für das schöne Gcjchenk, das ein so erirculicheS Zcugnrs ist für die Freundschaft zwischen der deutschen und amerikanischen Nation.

Eme Veröfsentlichullg des Botschafters Hill.

Der:litt, 4 Sept. Der fcheidcndc amerika­nische Botschafter Hill hat Pen amerikanischen Blättern folgende Mitteilung gemacht:

Ich lam: Deutschland nicht veruiifcn, ohne auszusprechen, teie ,ehr ui» bic FrcuiwUchkeiten würdigc, die mir hier zu teil geworden stnd, besonders von feiten Seiner Majestät des Kaiser-, ber in hulbvollcr Weise bat Wunsch angebaitct hat, mir eine Auszeichnung zu ertvemn, berat Annahme mir jebod) tue Gesetze meines Landes verbieten. Dagegen habe ich von Seiner Majestät als Erinnerung an unsere angenehmen Bezieh­ungen eine Porzellanvasc aus ber Kömgiichcu Manufaktur annebmeii können unb ich bringe meinen Tank für dieses Freunb- schaftszeichcii gern zu öfscmlichem AuShrud.

Zur Seit meines Diiidtrittü im vcrgangenai 2kpril wurde viel nad) dem Grunde geforscht. ES wurde eine sorgfältig vorbereitete Legende in Umlauf gesetzt, die meine Haltung bei den deuljäi-amerikanischcii Virhaiidlungen über den ftalijireit be­traf. Man luollte angeblich zu der Versicherung ainoiuicrt fein, daß meine Haltung dem Staatsbepartement mißfallen hätte In- bem ich jetzt sechs Monate, nachdem über meinen Rücktritt be­schlossen wurde, mein Amt verlasse, wird es, meint ich, dem Präsidenten lieb sein, wenn ich nunmehr eine eigenhändige Aeußcrung von »hm vcrossemliche, die er vor einigen Monaten getan hat, unb die geeignet ist, jene Legende, die einige Blätter aufrecht zu erhalten gesucht haben, zum Schweigen zu bringen unb auszurotlen. Er faßt:Ich iiürcibe letzt, um Ihnen zu versichern, daß ich niemals den geringsten Grund halte, Ihre Haltung unb Tätigkeit auf dem so nichtigen Berliner Posten zn kritisieren. Eie iinb Ihrer Ausgabe in jeder Weise gerecht gcivordcn, und ich habe gerne Gelegenheit genommen, nachdrücklich uno kategorisch zu bcitrcitcn, daß Ihr Rücktritt wegen irgend einer Unzufriedenheit der Regierung mit Ihrer Führung der Geschäfte in ber Mali- oder irgend einer andern. ön;gc erfolgt fei. Ich schreibe Ihnen dies, denn Sie haben Anspruch am eine klare Aeuyerung über Ihre gefriedigte Grschäfts- mhrung, unb zwar von ieiten dessen, den Sie gut unb würdig in der großen Hauptstadt Berlin vertreten haben."

Hauptversammlung der hessischen Landesverbandes ces Deutschen zlottenoereins.

R. B. A u e r b a ch, 3. Sept.

Ter hessische Landesverband d-es Teurichen Floitenoereins hielt heute im Saal des GasthausesZur Bergstraße" in Auer­bach seine diesjährige Hoiimv'.rsammlung ab, bie von Ver­tretern der ÜD:is- unb Ortsgruppen aus allen Teilen bei Groß- herzogtumS zahlreich besucht war. Der Vorsitzende des Lanbes- verlHinbe», Herr 1r. D. Merck, begrüßre die Teünebmer unb gab bekannt, daß General z. T. Korwan fein Amt als zweiter Vorsitzender mcbcrgclcgt habe, weil er zum ersten Vorsitzenden bei LandesvereuiS vom Sloten Kreuz gewählt wurde. Er habe sich um die Bestrebungen deS FLoucirverems sehr verdient ge­macht unb zum Dank sei ihm auch von Berlin das Ehrendiplom verliehen rooroai. An Stelle deS Ausgescknedenen hat ftxmire» Admiral Westphal- Tran'a den ftellomrercmben Vorsitz über­nommen. Die Ansprache bes Borsipeyben schloß mit einem drei­maligen Hoch auf den Kaiser unb Den Großherzog.

Kreisrat Eckstein begrüßte die Scriammiung namenS des Grotzh. Kretsamts Bensheim. Daraus erstattete KoMre-Admiral Westphal den Jahresbericht, wobei er besonders aut die Notwendigkeit einer intensiveren Werbetätigkeit hmwieS und über die Schul- unb GeseUschastSfahrten berichtete Der vom Schatzmeistei, Hauptmann a. D. voll mar, erstattete Rcchen- schastsberich: balanjtert in Einnahme und Ausgabe mit 15152 Mk. In dem Voranschlag für 1911 wurde die Einnahme auf 14 '.MO Mk. und die Ansaabe aus 14 100 Mack festgcstellt. Bei der bann ab- gehalten en Neuwahl des D'anbeeauSichusies wurden die Herren Tr. D. Merck und Kontrc-.'ldmiral Westphal einstimmig wieder zn Vorsitzenden gewählt. Die bisherigen Beisitzer wurden zumeist nncöeigeioäblt. An Stelle mehrerer ausgeschiebener Beisitzer wur­den ncugewählt dir Herren Oberstleutnant M o o tz - Aurrdach und Oberstabsarzt Tr. Lolkenra:-Maiiiz. Heber den Verlaut der HauvN'ersammlung in ^Nürnberg ematteic £ berbürgermrifter a. D. Schäfer einen längeren Berichi. Dre Versammlung beschloß einstimmig, der ui dtürnbcrg gefaßten Entschließung, wonach der Bou der Ersatzkreuzer anstatt m sechs, in Drei Jahren erfolgen soll, bcizutreten. An den .:)roßherzog und den Lraiidemen deS Deutschen Floltenvercins^Adm.ral Koster, wurden Begrüßung-' tclegrammc abgesandt Der Großh^rzog erwiderte ufort mit folgendem Telegramm:Sprechen Sie bem Hessischen Landes­verband des Dcutschen Flottenvcreins meinen besten Dank für feine treue Huldigung aus. Ernst Ludwig."