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Ausland.
Nach einem Bericht der französischen Militärbehörden Betrug die Zahl der Anwerbungen für die Frern- benlcgion int vorigen Jahre 2118, 279 weniger als im Jähre 1909. Es sei dies hauptsächlich darauf zurück- zuführen, daß den Rekrutierungsämtern der Auftrag erteilt wurde, Leute, die offensichtlich zu jung oder zu schwächlich seien, zurückzuweisen.
Am Donnerstag konstituierte sich in Bern der h i st o r i s ch c Und ökonomische Ausschuß der Carncgic-Fric densstiftung. Zu dieser ersten Konferenz waren 20 Ab- geordnete erschienen. Zum Vorsitzcnben wurde Professor von Phil ippov i ch-Wien gewählt. Es wurden vier Ausschüsse gewählt. Der erste beschäftigt sich mit den Ursachen und den Wir- Tungcn des Krieges; der zweite untersucht die finanziellen Fragen, die mit den Kriegsrüstungen zusaunncnhängen; der dritte Ausschuß wird sich mit den Problemen der internationalen gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen beschäftigen, welche durch den Krieg gestört werden Tönnen. Der vierte Ausschuß behält die dauernde Geschäftsführung in Händen.
Reinhold Begas f.
— Professor Reinhold Begas, der gelegentlich seines 80. Geburtstages am 15. Juli u. a. durch die Verleihung des Prädikats Exzellenz ausgezeichnet wurde, ist am Donnerstag abend gegen 10 Uhr in Berlin gestorben,
Ueber den Verlauf seiner Krankheit wird uns noch gemeldet: Begas hatte am 15. Juli seinen 80. Geburtstag noch in verhältnismäßiger Frische verbracht, wonach er von der Atemnot viel gequält wurde. In den nächsten Tagen war anscheinend eine kleine Besserung cingetrctcu. Der Erkrankte konnte eine Ausfahrt unternehmen, die ihm gut bekam, aber bald ging es wieder bergab. Die ,Atemnot wurde stärker und stärker und erst Anfang dieser Woche fing das Leben zu erlöschen an. Die Nächte wurden recht unruhig. Der Kranke fand nur wenig Schlaf und fühlte sich an jedem Morgen matter. Seit gestern hatten seine Freunde jede Hoffnung aufgegeben. Ein schwerer Erstickungsanfall hatte seine Kräfte arg mitgenommen. Professor Schleich, sein treuer Hausarzt, der gestern wiederholt am .Krankenlager erschien, konnte keine Hilfe mehr bringen und um 9% Uhr schlummerte der große Künstler hinüber.
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Die deutschen Studenten in Hom.
iRom, 3. Aug. Heute morgen sand ein feierlicher Empfang der deutschen Studenten im großen Saale der
Universität in Gegenwart des Unterstaatssekretärs im Unter* richtsministerium Vioini, deS Bürgermeisters Nathan, des Rektors Tonelli, vieler Professoren und zahlreich erschienener Studenten, die die deutschen Kommilitonen mit großer Begeisterung empfingen, statt. Der Rektor hieß sie in deutscher Sprache willkommen, ein Student sprach namens der römischen Studenten. Hierauf erwiderte ein deutscher Student auf italienisch, indem er der Freude Ausdruck gab, die Kommilitonen des verbündeten Italiens besuchen zu können.
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einem englischen Seeoffizier geführt wurde, einen Aufstieg von der Dauer einer Viertelstunde. Eine weitere Meldung aus Eastchurch besagt: Prinzessin Heinrich von Preußen, Prinzessin Ludwig von Battenberg mit ihrer Tochter Prinzessin Luise, sowie eine ihrer Hofdamen unternahmen am Montag abend auf englischen Zweideckern Flüge, die je 15 Minuten währten und bet denen eine Höhe von 500 Fuß erreicht wurde. Die Flugzeugführer waren englische Seeoffiziere.
” Sonderzüge. Zur Bewältigung des Personen- Verkehrs anläßlich der Katholiken-Versanunlung am 6. August in Mainz fährt u. a. auch ein Sonderzug von hier, Abfahrt 545 vorm
mit Aufenthalt in Butzbach 617 bis 618, Bad-Nauheim 632 bis 633, Friedberg 640 bis 702, Rieder- Wöllstadt 718 bis 714, Vilbel Nord 730 bis 732, Bocken-
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^August
Heer und Flotte.
Die Reformen im französischen Heer.
Der „Matin" richtete an den Kriegsminister ein offenes Schreiben, in welchem erklärt wird, daß die K'riegsverwal- tung trotz der ihr seit Jahresfrist zur Verfügung stehenden bedeutenden Summen es nicht verstanden habe, den Flugzeugdicnst zu organisieren. Es sei furchtbar viel Papier verschrieben worden, aber sonst fast nichts geschehe n. An der Grenze seien keine Schuppen vorhanden, cs gebe keine Werkstätten für etwaige Ausbesserungen, keine Vorratsmagazine, um die Flugzeuge mit dem erforderlichen Bedarf an Benzin und Oel zu versorgen; es herrsche ein heilloser Wirr war, dem ein Ende zu machen cs höchste Zeit sei.
Mehrere Pariser Blätter wollen wissen, daß der frühere Ministerpräsident Monis sich bei der Regierung sehr entschieden dafür verwendet habe, daß der Exkriegsministcr General Goiran an Stelle des demnächst in den Ruhestand tretenden Generals Durand zum Mitglied des Ober- iricgsrates ernannt werde. Monis habe angedeutet, daß er die Angelegenheit vielleicht im Parlament zur Sprache bringen werde. Gleichwohl halte mau es für wahrscheinlich, daß nicht General Goiran, sondern General Ba illaud, der Kommandeur des 19. Armeekorps in Algerien, diesen Posten erhalten werde.
Urlaub deshalb iintcrbrodx'ii, lucil er es in Den nicörigcn jimnicrn seines ©ontmerquartictö nicht au shalten konnte und sich nach den' höheren und luftigeren Räumen seiner Stadtwohnung sehnte.
Wir hoffen also, daß uns der August, der das seltsame Recht beansprucht, daß man seinen Namen entgegen allem sonstigen Brauch auf der zweiten Silbe betont, Kühle und Regen bringt. Tie Erde schmachtet und verlangt das Naß, das ihr so lange versagt blieb. Die Flüsse fangen an auszutrocknen, die Dürre droht und jinfcrc schönen Wälder werden durch Brand heimgesucht. Besser wäre es freilich gewesen, der Juli hätte ihn in dieser Beziehung entlastet, denn Den Erntemonat wünscht man sich sonst trocken. Bald wird der Wind über die Stoppelfelder wehen und der Herbst seine ersten Vorboten senden.
*
” Tageskalendcr iür Freitag, den 4. August: Konzert auf der „Liebigshöhe". Anfang 8'/., Uhr.
" Ehrendoktor. Die philosophische Fakultät der Universität Breslau ernannte den hiesigen Professor der Theologie Dr. Gunckel ziim Ehrendoktor.
"Auszeichnung. Der Groß Herzog hat dem Oberbriefträger Ludwig Haberkorn in Ehringshausen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen.
" Erledigt ist die Stelle eines HauptsteueramtS- Assistenten bei dem Hauvtsteucramt Mainz.
*♦ Ein bemerkenswerter Erlaß. Ein recht interessanter Fall hat sich kürzlich in Elsaß-Lothringen ereignet. Die Dortige kaiserliche Generaldirektion der elsaß- lothringischenEisenbahueu hat einen Eisenbahnsekretär wegen bet in tendenziöser Form erfolgten Besprechung dienstlicher Angelegenheiten zur Rechenschaft gezogen und gleichzeitig folgende Bekanntmachung erlassen: „Em Eisenbahnsekretär hat wiederholt rein interne Dienstangelegenheiten in der Tagespresse erörtert und die Veröffentlichungen überdies in einer Form abgefaßt, die durch mannigfach entstellte Wiedergabe des Sachverhalts, sowie durch eine gehässige Darstellungsweise darauf abzielte, das Ansehen der Verwaltung in der Öffentlichkeit herabzusetzen und die Zufriedenheit der Beamten und ihr Verbrauen zu den Vorgesetzten zu untergraben. Durch diese Handlungsweise hat er nicht nur gegen das Verbot der Amtsverschwiegenheit verstoßen, sondern vor allem auch die ihm als Reichsbeamten obliegende Verpflichtung ider Treue aufs gröblichste verletzt und sich dadurch der Achtung, die der Beruf der Beamten erfordert, unwürdig erwiesen. Wegen dieser groben Pflichtverletzungen ist über den Beamten eine Geldstrafe im vollen Betrage seines monatlichen DicnsteinkommenS verhängt worden. Nur mit Rücksich! auf seine bisherige vorwurfsfreie Dienstfüh-runa ist bou der Einleitung des förmlichen Tif- ziplinärverfahrens mit dem Antrag auf Dienstentlassung abgesehen worden. Wir bringen diese schwere Verfehlung und Bestrafung allen Beamten zur Kenntnis."
"Die Prinzessin Heinrich im Zweidecker. AuS London wird gemeldet: Prinzessin Heinrich machte am Montag in Eastchurch mit einem Zweidecker, der von
Aus Stadt und Land.
Gießen, 4. August 1911.
August.
Der Juli hat den Leuten, die jahrelang gestöhnt und geklagt haben, daß es keinen richtigen Sommer mehr gibt, daß die liebe Mutter Natur aus bent Geleise gekommen ist und die Jahreszeiten durcheinander panscht, einmal gezeigt, daß sie noch über ausreichenden Sonnenschein gebietet. Die Garbenbündel von Strahlen die sie vom Morgen bis zum Abend unablässig herabscndel und die unsere dünnen Häuserwände zu Glutöfen gemacht haben, fallen nachgerade etwas auf die Nerven. Im Sommer gibt man sich naturgemäß in der Kleidung immer freier, aber doch zumeist nur auf dem Lande, während in der Großstadt sich Dame Gtif-'ttc immer noch zusaininemümint und äußerlich kaum spürbare Erleichterungen gestattet. In diesem Jahre achtel man ihrer nicht; es lösen sich alle Bande frommer Scheu: am Sonntag mittag gingen in Berlin, wie die „Deutsch. Tagesztg." schreibt, uüci Herren der Gesellschaft, ein Arzt und ein Justizrat, Unter'ben Liubeu mit ben Röcken über dem Arm. Unbekümmert schritten sie in Hemdsärmeln einher unb Westen hatten sie überhaupt nicht angelegt. In den Eisenbahnzügeu ist cs noch ungenierter zu* gegangen: in ben Fernzügeii hatten die Reisenden mir das Notdürstigite anbehoUcn und wollten doch umloinmen, weil Plüsch- unb Holzwündc unheimliche Hiyewcllen ausstrahlten. Und man kann sich Der Zeiten nicht entsinnen, wo Die Berliner vor der Hitze aus der Sommerfrische flüchteten unb nach der Hauptstadt frühzeitig heimkehrten. In diesem Jahre hat mancher seinen
heim 751 bis 752, Goldstein 804 bis 810, Mainz Hptbf. an 855. Der Hauptbahnhof Frankfurt wird nicht berührt. Die Rückfahrt erfolgt Mainz Hptbf. 1009 abdS., Goldstein 1053 bis 1055, Bockenheim 1104'/, bis 1105, Vilbel Nord 11^4 bis 1132, Nieder-Wöllstadt 1151 bis 1152, Friedberg 1206 bis 1207, Bad-Nauheim 1215 bis 1216, Butzbach 1237 bis 1238, Gießen an 1£5 nachts. Die Sonderzüge führen nur bie 3. Wagenklasse; bie Sonderzugfahxkarten berechtigen nur zur Fahrt in den Sonberzügen. Außerdem fahren am 6. noch Sonberzüge von Oberroben, Hanau, Homburg v. b. H., Limburg, Frankfurt, Offenbach, Westerburg-Siershahn, Bocken- heim, Hofheim, Höchst unb Fulba nach Mainz unb zurück. Van Frankfurt gehen noch einige Vorzüge über Hochheim nach Mainz.
„ ** Besondere Gcschäftsformulare mit an- \rt er Zahlkart c werden vom 1. September 1911 ab im Postscheckverkehr cingeführt. Die Neuerung, die einem Wunsche der Geschäftswelt entspricht, bietet den Borteri, daß die einer Rechnung beigefügte Zählkarte dem Empfänger der Sendung zur Hand bleibt, während die Zählkarte gegenwärtig, wo Rechnung und Zählkarte nicht .eulandcr zusammcnhängen, vielfach beiseite gelegt unb ci Irrt oxCnul;'t mird. Die von der Postverwaltung ruf hellblauem Papier hergestcllteii neuen Formulare wer* bcn An den Postscheckämtern Dom 20. August ab zum Preise °01L $2 Pfg- für ie 00 «tüd an die Kontoinhaber vcrabsolgt. Das Bebrucken bes eigentlichen Geschäftssormulars unb die JMuln-una von Vordrucken auf ber Zahlkarte bleiben der Privatindnstrie überlassen. Aus Wunsch der Kontoinhaber besorgen auch die Postscheckämter solche Druckarbeiten gegen Erstattung der Kosten. J ö
rtJfÄ0?r?iterl5ei:eilL Nach den bis jetzt " getroffenen Vorbereitungen verspricht das am 13. August L" ; "Ä der Lrebigshohe geplante Gartenfest einen N ." Tülaus zu nehmen. Tragen schon die auf dem Ä!. ^trsten<n T^ch.^n aus der Umgegend wesentlich
?e<anJ aBun^ ein festliches Gepräge zu Der- LclJle|lz so wird doch die in Aussicht genommene Ausstellung hauswirtschaftlicher Neuheiten, die von hiesigen und auswärtigen Firmen reich beschickt wird q?1. ?Cr ^eben praktischer Vorführung der Erzeugnisse q?en- Umsonst zur Verabreichung kommen, ganz bc- ondere Anziehungskraft ausüben. Auch die Aufführungen ^^^mberchorS, der die Festtcilnehmer diesmal in die fuhren wird, werden für jung und alt Jnter-
1 ^eten. Um das Fest auch bei ungünstiger Witterung ^A.lenkönnen, ist die Aufstellung Don größeren Wirt- chnftSzelteii in Aussicht genommen.
, $ eniaIiaer 116er. Der hiesige Äer-
«Sem- Angehöriger des Kaiser-Wilhelm-Regiments, ber int Jiai d gegründet worden ist, ist auf sein Gesuch hin V,1 be Krlcgci-t a nie r a d s cha f t Hassia ausgenommen worben. Um nächsten <201111105 feiert der Verein sein erstes Famllien-
in Gestalt eines Sommerfestes auf der Lieb-igsW^
Das Pv jährige Jubiläum ber Breslauer Universität.
Breslau, 3. Aug.
Heute, am cigcntlicheu Stistungstagc ber Universität, fand vormittags 10 Uhr in bem auf beni Palaisplatz erbauten, 8000 Personen fassenbcu Fcstzelt der zweite Festakt statt. Lange vor Beginn war bas weite mit Tannengrün, Fahnen unb Flaggen reich geschmückte Zelt bis auf bcn letzten Platz besetzt. Em- geiunben hatten sich u. a. neben bcn auswärtigen Ehrengästen ber Minister bes Innern D. Dallwitz, die Ministerialbirektorcin. Naumann unb Elster, Obcrprändent v. Günkhcr, ber komman- bicrcnbe General mit einer Anzahl von Offizieren, sowie ein größerer Kreis von Vertretern ber staatlichen Provinzial- unb stübtifchen Behörden, bie Stubcntenschaft, Stubentinnen unb weite Schichten ber Bevölkerung. Das Podium, hinter dem bie Orgel eingebaut ist, füllten das Orchester, Sänger unb Sängerinnen. Vor Dem Podium und zu bellen Seiten halten sich bie slnbentische Fahncnbepination und die Ehargierten in Wichs gruppiert. Punkt 10 Uhr ertönten die Famarcn und in feierlicher Weise hielten die Fürstlichkeiten unb Lehrkörper ihren Einzug mit Orchesterbegleitung, bas unter ber Leitung von Professor Dohrn bcn Kronungsanthem von Hänbel spielte; sobann hielt ber er wählte Nebner Professor Siebe bic Festrede. Hierauf sang ber Chor mit Orchester- unb Orgelbegleitung das Sanktus und Hosiarma ans ber H-Moll-Messe von Bach. Tann nahm ber Rektor bas Wort, um noch einmal seinen herzlichen Dank auszusprechen, für alle Glückwünsche, bie ber Universität bargebracht worben sinb. Dann gaben bie Dekane die erfolgten
Ehrenpromotionen bekannt.
Es würben zu Ehrendoktoren ernannt:
Uirche «uv Schule.
Jatho unb Harnack.
Die „Kölnifche Zeitung" veröffentlicht einen offenen Brief Jathos an Harnack, bem wir folgende Stellen entnehmen :
„Ich lese heute in zwei so ziemlich übereinstimmenden Berichten der „Germania" unb ber „Köln. Ztg.", baß auch Sie Derdjrter Herr Professor, Ihre Ansicht über meine Verurteilung Tunbgcgebcn haben und zwar im Kolleg am 27. Juli vor Ihren Hörern. Was Sic über meinen Fall unb meine Person insonderheit Jagen, bedarf einer ausführlichen Erwiderung. Zwei Vorwürfe besonders erheben Sie gegen mich: Gott dürfe nicht als das Naturgesetz aug cs eh en werden nnd nicht als Geist der Weltentwicklung, und ferner müsse I e s u s C h r i st u s seine nnverschiebbare Rolle behalten. Ansichten wie, er habe nicht gelebt, ober, wenn er gelebt habe, so sei das gleichgültig, seien unvereinbar mit ber christlichen Lehre. Wann, verehrter Herr Professor, habe ich jemals ferne historische Existenz für etwas Gleichgültiges angegeben? Ich habe die geschichtliche Wirklichkeil Jesus jederzeit auch in össentlicher Diskussion mit Herrn Professor Drews als eine unerläßliche Forderung logischer Geschichtsbetrachtung bezeichnet unb habe burch 37 Jahre pfarramtlicher Tätigkeit in Prebigt und Unterricht auf btefer Grunblage ber Annahme bes historischen Jesus meine Arbeit getan. Wie soll ich aber aus Ihrem Munb, verehrter Herr Professor, die Forderung verstehen, Jesus Christus müsse seine unverschiebbare Rolle behalten? Ich brauche Ihnen, dem Kenner ber Dogmcngeschichtc, boch nicht zu sagen, baß es eine solche „unverschiebbare" Rolle gar nicht gibt. Vabcu Sie uns nicht selbst gelehrt, daß bic Verschiebung ber Zolle — ober sagen wir besser: ber religiösen Bedeutung — Jesu schon tnt Zeitalter der Entstehung des neuen Testaments Lcgmut und seitdem nie wieder zum Stillstand gekommen ist? IWollim Sic, verehrter Herr Professor Harnack, der Vertreter -einer Forschungsmethode, die sich mir von Gründen innerer Wahrhaftigkeit und sachlicher Nötigung bestimmen läßt, wollen Sie auftreten unb sagen: Bis hierher unb nicht weiter? Nimmer- melir ? Dann bitte ich Sie aber um der wissenschaftlichen Gerechtigkeit willen: Stellen Sie keine Maßstäbe auf, bic burch Ihre eigene gesauite wissenschaftliche Lebensarbeit als illuforisch erwicscii find. Erklären Sic nicht eine Christusausfassung für unerträglich ui ber evangelischen Kirche, welche Sic selbst nicht nur im Wesentlichen teilen, fonbern auch als akabemischer Lehrer unb theologischer Forscher vertreten. Die Stellung, welche ich in meinem Wirken als Pfarrer ber Person Jesu gebe, ist genau so berechtigt nnc Diejenige, bic Sic ober Herr Professor Loofs ober Exzellens Drpanber ober- Herr Prosesior Hansleitcr biefer Personllchkett anweisen. Wer smb Sic, wer sinb bic dreizehu föerren ocö Spruchkollegluins, baß einer sich unterfangen dürste zu fagen: Jathos Gott ist kein Gott? Was bedeuten gegenüber der allunisassenben unb alles burchbringenben Lcbcnsfülle ber Gott- 'ow bie von Ihnen angeführten? Unb wenn nun S ob0& Naturgesetz, doch der Geist Der Weltcntwickluug
Wollen Sie es beweisen, baß er's nicht ist? Wollen Sie ernein Prebiger bie christliche Kanzel versagen, ber Gott gcrabc l11 r^unb ohnlicheii Vorstcllungsformcln als bic ewige Kraft ber Erlösung, Heiligung unb Besclignng erfahrt? Einem fBrc» Wege seiner Gemeinde Jahrzehnte hindurch wirkliches Lebensbrot bargeboten hat? Seit Christus 7cm übernatürliches Wissen mehr hat, kann er uns auch nichts Maßgebendes mehr über Gott sagen, er ist ja selbst ein Gottsucher geworben wie wir, wenn mich einer ber erfolgreichsten. Stetn, verr Professor, wir Zweifler, Sic unb ich die wir an alle Christologie nicht mehr glauben, wir bürfen nicht mehr versuchen, über Gott etwas objektiv Gültiges auszusagen, wir
Ar *nnen Prediger mehr von ber Kanzel stoßen, ber wirklich erlebt. Für Sic unb mich gibts feinen n n - deren Gott mehr als den persönlich erfahrenen. Mrnm helfen Sie uns, bau wir im evangelischen Prcbigtbicnst ^s^mmeii vom objektiven GvlleSbcgrisf unb immer tiefer hinein- ivachsen in baS subjektive Gottesleben.
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. . Fall Kraatz. Tas Kv nsistorium der Pro- r a u d e n b n r g lehntc es ab, bei der Militärbehörde d? Namen der Offiziere zu ermitteln, die die vielerörterte Storung des Gottesdienstes in der L u i f e n k i r ch e zu Charlottenburg hervorgerufen haben.
von ber evangelisch-theologischen Fakultät: Direktor v. Chappuis int Kultusministerium, Geheimrat Professor Otto v. Gierke-Berlin, F. C. Burkitt, Professor Der Theologie in Cambribge, Benjamin W. Bacon, Projesjor ber Theologie in New Havcn (Gonncctifut);
von der ka t ho li,sch-theologischen Fakultät: Monsignore Mcrkati-Rom, Skriptor der Vatikanischen Bibliothek, Knaben Han er von der Gesellschaft Jesn in Valkenberg (Hol' taub), ber Wcihbisäwf A u g u st i n - Breslau, Probst K lein- c i da m-Berlin, Professor v. P a st o r-Innsbruck und der Vizc- präsibent bes Abgeorbuctenhauses Geheimrat Dr. Porsch:
von ber philosophischen Fakultät: Professor Paul Ehrlich-Frankfurt a. Main, Charles W. Eliot, der frühere Präsibent ber Harvarbuniversität, Professor Paul F. Girard- Paris, Professor D. theol. Gunckel-Gießen, Maler Prv- cssor Haider- München, Verlagsbuchhäudler Arnold Hirt Leipzig, Bildhauer Hugo Lederer -Charlottenburg und Ernst Freiherr v. Plener-Wicn;
von der medizinischen Fakultät: Geheimrat Prof. Dr. F e l i x T a h u - Breslau, Obcrpräsibent v. G ü n t h c r - Breslau, Geheimrat Prof. Dr. Elster-Berlin, Oberbürgermeister Dr. Bender- Breslau, Prinz Alexander von Olden- burg-Petersburg, Professor Dr. Starling von der Universität College-London, Charles Richet, Professor der Physiologie in Paris, Staatsminister v. D a l l w i tz-Berlin und Theobald Smith, Professor der Harvarbuniversität in Boston;
von der juristischen Fakultät: Kultusmiuiftcr von TrottziiSolz, Ministerialdirektor v o n B r e m e n im Kultusministerium, Nicolas Murray Butler, Präsident der Co-- lumbiauniversität in Ncuyork, Kardinal Fürstbischof Dr. Korp- Brcslan, Ernst Trölt sch, Professor ber Theologie in Heidelberg, Johannes Conrad, Professoren Halle, Clemens B a e n m- ter, Professor ber Philosophie in Straßburg, Geheimrat Karl von Hergel, Präsibent der Akademie der Wissenschaften in München, Titrich Schäfer, Professor ber Geschichte in Berlin und Professor Aloys Schulte in Bonn.
Nach den Promotionen wurde der 150. Psalm Von Anton Bruckner unter Leitung des Professors H i n k e l d e y gesungen, womit die Feierlichkeit ihr Ende erreicht hatte.
Am Nachmittag fand die Fortsetzung ber Feier der beutsch- akabemischen Olympia in Grüueichc statt. Für ben Abeub war ein großer Kommers im Festzelte auf dem Palaisplatze vorgesehen. Die Umgebung der Universität und die Hauptstraßen durchzog noch immer eine festliche Menge. Trotz der großen Hitze hat man bisher nicht gehört, daß Unfälle, die mit dem Fest int Zusammenhang stehen, vorgckommen sind. Den Abschluß der gesamten Feierlich- kciten werden Ausflüge bilden, die in den kommenden Tagen nach den schlesischen Bergen geplant sind.
ten Nacht machten es notwendig, daß auf verschiedene Plünderer geschossen wurde. Insgesamt sollen ivährend der Besetzung der Stadt unb der folgenden Unruhen 40 Personen getötet worden sein. Simon erwartet die Ankunft eines Frachtdampfcrs, um seine Reise nach Kingstown auf Jamaica fortzusehen.


