G. 918. Am
nachmittag bür zur Freude Xr
Ausland.
Der kranke französische Ministerpräsident Monis liest am Sonntag morgen die alltäglich im Ministerium des Innern vor sprechenden Z c i t u n g s b e r i cht er st a t t e r in sein 5k r a n- kenzrmmer bitten, schilderte ihnen den Fall vom vergangenen Ssnntag uitb sagte schließlich: Alles in allem bin ich billigen ZlanseS d a v o n g e k o m m e n und, wie sie selbst sehen, gehl es mir so gut als ich nur wünschen kann. Monis scheint also Ministerpräsident bleiben zu wollen.
Bei Gelegcnlieil des Festes der Jungfrau von Orleans Ivurdcn, wie man aus Paris meltret, cur den Standbildern der Jungfrau Kränze niedergelegt. Da die Polizei Ansprachen verboten hat, laue cs auf dem Boulevard von Saint Marcel zu einem Handgemenge. Di» Polizei zerstreute die Menge und nahm 30 Verhaftungen vor. Mehrere Polizeiboamtc wurden verwundet. Auch in Eampiegnc kam cs zu Ausschreitungen. Die Camelots du Roi bewarfen das beflaggte Haus der Freimaurerloge jnit Steinen und richteten beträchtlichen Schaden an.
Der Albanese Hafid Ibrahim hat in deck t ür ki s ch en Ka m- Nrer eine Anfrage eingebracht, ob cs einem fremden Staate -gestattet sei, bei der Pforte einzuschreiten, wenn die Regierung «einen Aufstand in einer türkischen Provinz unterdrücken wolle. Der Minister des Aeußeren wird morgen oder übermorgen die Frage beantworten. Rach Mitteilungen der Pforte hat Montenegro der Pforte vorgcschlagen, eine neutrale Zone an beiden Seiten der (Grenze zu bestimmen, um Reibereien von Grenz- lpostcn vorzubeugcn. Die Pforte hat das abgclehnt, weil dres 21 neue Grenzposten notwendig rnndjo.
Das n o r weg ische V c r t c i di g u n g s m i n ist er iu m Hat bei ber German i a Werft in Kiel drei Unterseeboote bei einer Lieferungszeit von 20 bis 25 Monaten bestellt.
In der Nacht zum Sonntag wurden auf der Westbahnli-niej bci Vcrneuil 18 Telegraphcndrähte zerschnitten und der Rueü 500 Hol-schwellen mit Petroleum in Brand gesteckt.
"Die erslc Gießener Ballonfahrt. Tcr --rii Aufstieg der Ortsgruppe Gicstcn des Kurhessischcn Verein? Lustschiffahrt, von deren Beginn wir ain Samstag Mitteilurc machten, erfolgte unter den denkbar besten Fahrtbedingunari Die ursprünglich beabsichtigte Zahl von drei Mitfahrend^ mußte infolge zu geringer Tragkraft des Ballons aus zn? beschränkt werden. Mit frischem Nordostwind verfolgte d;i Ballon, dec sofort auf 900 m ging, in Gleichgewichtslage dL Lahntal bis Weilburg, überflog dann den südlichen Wester, ivald und ging südlich von Koblenz in 1700 in über b*t Rhein, um dem Lauf der Mosel auswärts bis Kochern \\ folgen, wobei er seine höchste Höhe von 2900 m erreich: Dort trat er in die Eifel ein und landete nach hcrrlickl. Fahrt über die Maare sehr glatt im Kylltal in der Nähe vs:i Kyll berg. Der Ballon legte in 6 Stunden 20 Minutn, 168 km. zurück.
** Arbeitsjubiläum. Auf eine 50jährige Tätig feit bei ber Firma Georg Philipp Gail in Gießen tonnte dieser Tage der Meister der Taoaffabrik-Abteilun^ Georg Mandler aus Klein-Linden, zurückblicken. Schon mit 14 Jahren kam er als Arbeiter in die Fabrik und fyit seitdem seine Dienste ausschließlich der Firma Gail gewidmet, wofür ihm gestern abend durch den Chef, Ge>. Kommerzienrat Wilhelm Gail, im engsten Kreise der Familie und im Beisein der älteren Beamten sowie Vertretern der Arbeiterschaft eine Ehrung zuteil wurde, bet auch Herr Bürgermeister Schaum von Klein-Linden bci- wohnte. Dem.Jubilar wurden von allen Seiten Herzlühe Glückwünsche bärgebracht, auch durch Regierungsrat Welcler das ihm von dem Großherzog verliehene Baud des Verdienstordens Philipp des Großmütigen, zu dem ihm bereits vor 6 Jahren verliehenen „Ehrenzeichen für treue Tu beit" mit anerkennenden Worten und Glückwünschen überreicht. Geh. Kommerzienrat Gail dankte dem Jubilar besonders für seine treue und ^aufopfernde Tätigkeit, die er während dreier Generationen — in guten und schweren Zeiten — ununterbrochen der Firma widmete, beschenkte ihn mit wertvollen Andenken (goldene Uhr mit Kette, Gedenktafel, Ruhesessel u. a. mehr) und überreichte ihm eine Urkunde, wonach ihm sein volles Gehalt bis an sein Lebens- ende ausgezahlt wird, dabei der Hoffnung Ausdruck gebenb, daß der Jubilar sich noch recht lange der Früchte seiner Arbeit im Kreise der Seinen erfreuen möge.
" Fahrradmarder. Emern Bahnarbeiter rourbt gestern sein Fahrrad vom Bahndamm an der Ha mir. straße weg gestohlen. DaS Nad trägt die Marke „Görikr'
mit Fabr.-Nr. 193 025 und die Poliz.-Nr. Ankauf sei gewarnt.
Landkreis Gietzen.
hessischer Nichtertag.
-- M ai n z, 27. Mai. Der Hessische Richt erv ere i n hielt beute seine Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Oberstaatsanwalts von Hesfert hier ab. Als Vertreter des Staats- und Justizministers war Gehcimerat Dr. Best erschienen: er betonte, das; die Justizverwaltung den Besttcbungen des Vereins freundlich gegeuüverstehe, und wünsche der Tagung einen guten Verlauf. Der Vorfibende erstattete den Geschäftsbericht. Ein Wachsen der Mügliederzahl ist nicht sestzustellen, denn schon lauge geboren sämtliche Richter und Staatsanwälte mit verschwindenden Ausnahmen dem Verein an. Auf dem letzten Anwaltslage >var Klage darüber geführt worden, daß die Gerichte vielfach diesen Tag von Terminen nicht frei hielten und die Amvälte dadurch am Besuch des Anwaltstages gehindert würden. Der Richtervcrcin bat bei sämtlichen KollegialgerickKen imb den größeren Amtsgerichten Ertiiiidigungen eingczogen, diese haben ergeben, daß cS sich um Verallgemeinerung ganz vereinzelter Fälle 1>andell. Der Vorstand des Richtervereins hat dafür gesorgt, idaß seine Mitglieder rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht wer- iben, wann der AnwaltStag stattsindet, und hiervon sowie von dem Ergebnis seiner Ermittelungen dem Vorstand der Anwaltskammer jKenntrriS gegeben. Zu bedauern war, daß das vom Richterverein wrstrebte passive Wahlrecht der Lolälbcamten dem Wahlrcchts- «Üompromiß sinn Opfer fiel. Erfreulich war es, daß diesmal die 'Beratung des Justizwescms der Zweiten Kammer sachlich und ohne Angriffe auf die Richter verlief. Auch an dieser Stelle wurde dem Ministerium der Dank' dafür ausgesprochen, daß es eine ‘ lAbordrnmg des Vorstandes zur Darlegung der Wünsche des Vereins empfangen hat.
Kugelwechsel wurde ein bulgarischer Soldat verwundet. Der Kriegsminister gab den Befehl, das Feuer einzustellen; auch der Kommandeur des türkischen Korps ordnete an, die Feindseligkeiten an der bulgarischen Grenze einzustellen. Es soll eine gemeinsame Untersuchung ein geleitet werden.
Es folgt der Bericht des Landgcrichtsrats Schudt über das aktuelle Thema: Die Vorbildung der Juristen. Der Redner trat ein für eine Erweiterung des Kreises der obligatorischen Vorlesungen auf der Universität und größere Rücksichtnahmc ans den praltischen Zweck deö Rechts. Weder die Unterbrechung des Stiudinms durch einen praktischen Vorbereitungsdienst noch die Einleitung des Studiums durch einen solchen, ist zu empfehlen, wohl aber die Einführung einer Zwischenprüfung, die den Studenten mehr wie bisher schon in den ersten Semestern zur Arbeit erzieht, ungeeignete Elemente zu ilyrem eigenen Vorteil möglichst frühzeitig ansscheidet und die späteren Prüfungen entlastet. Der Vorbereittingsdienst wäre auf 3 oder 3Vs Jal-re -zu bemessen. Für die Airwaltsstation, die nirgends so lange dauert wie in Hessen, genügen 6 Monate. Die kleinen Amtsgerichte sind zur Ausbildung weniger geeignet wie die großen: der Schwerpunkt muß in der Einzelausbildung liegen. Die praktische und theoretische Ausbildung der Referendare hat durch besonders geeignete Beamte zu erfolgen, die sorgfältig auszuwählen lunb von anderen Gcsckväften zu entlasten sind. Staats- und rechtswrssenschaftliche Fortbildungskurse sind von den Regierungen einzurichten. Hierfür sollte der Staat reichliche Mittel zur Verfügung stellen. Für den Juristen ist die höchste Mlgemeinbildung nötig, die reine wifsensttwftliche Ausbildung tut es nickst allein. Die Persönlichkeit des künftigen Richters oder Staatsanwalts ist mindestens ebenso wichtig. Der Assessorismus muß auch im In tcresse der Verjüngung des Rickstcrstandes beseitigt werden: die besten Anwälte müssen dem Staat erlmlten werden. Wenn die Rechtsprechung ans der Höhe bleiben soll, so muß die Rickster- schaft die Blüte der Justiz enthalten.
An die trefflichen Darlegungen des Redners schloß sich eine lebhafte Ausfprack>c. Die Versammlung sckstoß sich den Lcüsätzen des Vortragenden grundsässtich an.
Nach Schluß der ungewöhnlich zahlreich besuchten Versamm hmg bereinigten sich die Teilnehmer zum gemeinsamen Mittags nrabl im GuUmbcrg Kasino. Eine Rheinfahrt, die von herrlichem Wetter begünstigt war und an der auch,Damen teiümlnncn, bildete den ylbschluß. Die nächste Hauptversammlung wird in Gießen tMttfiudeu. _
Bezirksturnsahrten der Turngaues heften.
*♦ Gießen, 29. Mai.
Gestern veranstaltete der Turngau Hessen in seinen fünf Bezirken Bezirksturnfahrjen, die auf Beschluß des Gau turntages an die Stelle der Gauturnfahrt getreten sind. DerlBezirk Marburg — Kirchhain -^Franken berg —<Bieden köpf wanderte nach Wetter, der Bezirk Gießen — Wetzlar —Grünberg—Lich nach Wetzlar — Niedergirmes, der Bezirk Friedberg—Bad-Nauheim—Butzbach nach Lang- Go n s, Der Bezirk Alsfeld—Lauterbach nach Alsfeld und der Bezirk Nidda—Schotten nach dem H o h e r o d s k o p s. In allen Bezirken fanden nach der Turnfahrt, für 'Hie eine zweistündige Dauer vorgeschrieben war, volkstümliche Wettturnen statt, die bei recht reger Beteiligung recht gute Ergebnisse hatten. Wettübungen waren Hiudernislaufen, Frei- hochsprung, Freiweitsprung, Gewichtheben beidarmig und eine Freiübung. Die höchsterreichbare Punktzahl war 90 und die Hälfte davon berechtigte zum Sieg.
Im 2. Bezirk, der von Dutenhofen aus nach Wetzlar- Nieder-Girmes wanderte, war die Teilnahme am Wetturnen besonders stark. 185 Wetturner traten an und 60 errangen die zur Auszeichnung erforderliche Punktzahl. Der Turnverein Wetzlar-Nieder-Girmes hatte den Turnplatz sehr gut hergerichtet und unter Leitung des Bezirksturnwartes Schüler-Wetzlar klappte alles so vorzüglich, daß schon nach nicht vierstündiger Dauer das Turnen beendet war. Anschließend an das Wetturnen wurden allgemeine Freiübungen vorgeführt und der Vorsitzende des Wetzlarer Kreisverbandes für Leibesübungen, Prof. Hippe n st i e l, hielt eine Ansprache, in der er den Wert der Leibesübungen, besonders des Turnens darlegte und zum Schluß ein Gut Heil auf das Vaterland ausbrachte.
Die Preisverteilung nahm der stellv. Gauvertreter Eid- mann-Gießen vor. Es erhielten:
1. Preis Hans Thöt, Gießen (M.-T.), mit 76 Punkten, 2. Hch. Blank, Wetzlar, 74)4, 3. Hch. Schneider, Wetzlar, 73, 4. Wilh. Volk, Großen-Lindcn, 63, 5. I. Fischbach, Wetzlar-Nieder-Girmes, 61%, 6. Herrn. Leidots, Naunhenn, 61, 7. W. Gerlach, Großen-Lmden, 60>£, 8. W. Leib, Krofdorf, und Max Gärtner, Steinberg (To. Gut Heil), je 60, 9. Hch. Hammel, Gießen (To.), 59, 10. A. Braun, Hochel- heim, und Phil. Schwab, (Sieben (Tv.), je 57, 11. Karl Mayer, Grünberg, und M. Schirmer, Gießen (To.), je 5612. H. Rohrsheim, Krofdorf, 56, 13. W. Erb, Daubringen, uud W H o m uth, Güßen (M.-Tv.), je 55'/,, 14. Hch. Braun, Daubringen, imb Oskar Terbeck, Wetzlar, je 54'/?, 15. W. Volk, Hörnsheim, imb Herrn. Bender, Kroidorf, je 54, 16. Karl Textor, Leihgestern, W. Schari, Lallbach, und F. Möglich, Lützellinden, je 53, 17. Paul Langer, Gießen (M.-To.), H. GrLlz, Daubringen, C. Leib, Kroi- dori, und Peter Dietz, Burgsolms, je 52, 18. Werner Schulte, Großen-Lmden, 51'/,, 19. A. Dtandler, Kroidori, und Th. Witten- b e ch e r, Vließen (To.), je 51, 20. Wilh. Jung IL, Lützellinden, 50'/,, 21. Hch. Schäfer, Steinberg <Tv. Gut Heil), Hch. Kämpfer, Wetzlar- Nieder-Girmes, und Hch. D e ch e r t, Gießen (M,°Tv.), je 50, 22. W. Lenz, Gießen (Tv.), 49'/,, 23. Wilh. Luh, Allendors a. d. L., E. Günter, Laubach, H. Lang, Klein-Linden, und Wilh. Engel, Wetzlar-Nieder-Girmes, je 49, 24. Karl Fey, Lich, C. Lamm, Laubach, Karl Volk, Klein-Linden, und Jakob Bill, Nannheün, je 48'/,, 25. Wilh. Rinker, Wetzlar, 48, 26. H. Schweitzer, Hochel- heim, 47'/,, 27. Gg. Dreher, (Sieben (M.-Tv.), und Wilh. Spengler, Lützellinden, je 47, 28. Wilh. Degen, Großen-Linden, 46'/,, 29. G. Alb old, Gießen (Tv.), H. Becker, Gießen (Tv.), H. Schneider, Rodheim (M.-Tv.), Hch. Reinhardt, Wetzlar-Nieder- Girmes, u. Fr Schmitz, Wetzlar-Niedergirines, je 46, 30. F. Bello f, (Siegen, (Tv.), W. Gerhard, Gießen (M.-Tv.), und Fritz Reinhardt, Wetzlar-Nieder-Girrnes, je 45'/,, 31. Preis H. Schneider, Krofdorf, Peter Ritsert, Gießen (M.-Tv.) und Karl Schmidt, Krofdorf, mit je 45 Punkten.
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-m. Hungen, 29. Mai. Bei dem auf b'ent H-oherods- köpf stattgefundenen Bezirksturnfeft rourbt ber hiesige Turnverein mit vier Preisen ausgezeichnet. Es errangen: Karl Erb ben 1. Preis mit 691/2, Ernst Schmalz den 6. Preis mit 59, Herrn. Walz ben 13. Preis mit 52 unb Herrn. Ebersohn ben 17. Preis mit 45 Punkten. An bem Wetturnen beteiligten sich 54 Wettbewerber. Am Abenb würben bie Turner an ber Bahn empfangen unb mit Sang unb Klang in bie Stabt geleitet.
B. Lo nborf, 28. Mai. Das für heute geplante Mi s f i 0 ns fest, bas erste das hier „ Bevölkerung unter freiem Himmel abgel)ülten. wurde, nahm einen schönen Verlaus. Um i,'-2 Uhr setzte sich cm swülicher FesiM von ber Schule aus unter Vorantritt des Posauneuchors E W-ettcrselb nach dem int mchen herrlichen Buchctrwald, im W „Schlappsloch", hergerichteten Festplcrtz in Bewegung, wo er reits von einer säst tansendköpstgen Versammlung erwartet Irm't, bie von hier unb bett umliegenbcn hessischen unb prcußiscktn Ortsckmften herzugeströmt war. Nach einer 'Jüilpradje bcs Pfaners Hofmann-hier prebigte Missionar G u t e k ü n st aus Klmiemi Über bcn Kampf, bcn bist ÄMwtt in ber Heibenioelt grtrn Aberglauben, Bosheit unb Roheit zu Uhren habe, um dem bellen Lichte des Ev-augeliurns, das allein wahre Kiilttrr unb Memch- lichkeit mit fick; bringe, bei den. Leuten zum Eingang zu vcrhckfni Nach einem von ijem Posamtenchor begleiteten Gesang ber env dächtig lauschenden Festgcrneiudc und einem prächtigen Chargestn', unseres Ktrck-cnchors unter der Leituirg von Lclp-er Lrmkrts verbreitete sich ber Missionar in einer zweiten, längeren, ifcrt interessanten Ansprache über bie Art unb Weist, wie er bcn Hciben predige unb brachte einige ergreifenbe Proben batron *u Gehör. Nach einem zweiten Lieb ber Okmernbe unb einem weiteren schönen Worttag des Kirchenchors schloß Pfarrer Hofmmm uLter Dmikesworten an alle Mittvirkcnbc nnb Zuhörer das schö" Fest mit Gebet unb Segen. Die zum Schluß für die Bipela Mission erhobene Kollekte betrug nahezu 120 Mark.
Aus Stadt und Laus.
Gießen, 29. Mai 1911.
*♦ Ans dem Militär-Wochenblatt. Hauptmann und Kompagniechef Chytrneus im Jnf.-Regt. von Stülp- nagel (5. Branbenburg.) Nr. 48, unter Stellung zur Disp. nut ber gesetzlichen Pension, zum Bezirksoffizicr beim Lanbw-Be- zirk I Darmstadt, ernannt, v. H 01leuffer, Feuerwerkslt. beim Art.-Depot in Darmstadt, zur 20. Fclbart-Brig., unb S) c I b, Feuerwerkslt. beim Art.-Depot in Spandau, zum Art.-Depot tu Darmstabt ernannt. Die Unteroffiziere Rossi, Sümm ermann im Jns.-Leib-Regt. Grvsst)<rzogin (3. Hess.) Nr. 117, Bieber im Jnf.-Regt. Prinz Earl (4. Hess.) Nr. 118 zu Fähnrichen beförbert. Dem Mafor v. Plönnies beim Stabe bes 5. Bab. Fcldart.-Ncgts. Nr. 76, mit ber Erlaubnis zum Tragen ber Uniform des Großh. Art.-Korps, 1. Hess. Feldart. NegtS. Nr. 25, der Abschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt. Zum Assistenzarzt befördert wurde der Unterarzt Dr. Nemcrtz beim 2. Hess. Feldart.--Regt. Nr. 61. Der Stabs- unb Bataillons arzt Dr. Mohr bes 3. Bals. Jnf.-Negts. Prinz Earl (4 Hess) Nr. 118, würbe zum 3. Bat. 2. MasiM Jnf.-Regts. Nr 147, unb Dr. S ch wa h u beim Jnf.-Regt. Hessen-Homburg, Nr. 166, zum Sanitätsamt bcs 18. Armeekorps versetzt. Zum BatS.-Arzt ernannt unter Bcförberung zum Stabsarzt wurde ber Oberarzt Dr. Krankenhagen beim Füst-Regt. Königin Viktoria von Schweben <Pornrn.) Nr. 34, bei dein 3. Bat. Jnf.-Negts. Prinz Earl (4. Hess) Nr 118. ZuM Stabsarzt beförbert würbe her Oberarzt b. Res. Dr. von Hyrnrnen (Mainz): ber Abschied bewilligt bem Oberarzt ber Lanbwehr 2. Aufgebots Dr. Walbeck «Mainz). Zum Leutnant ber Res. befördert ber Vizefelbwebel im Lanbwehr-Bezirk I Kassel Schrader bes Lcrbgarbe-Jnf.- Rcgts. (1 Hess) Nr. 115; 31t Oberleutnants beförbert bie Leut nants Schro cter Mainz), Stammler (Worms) ber Landw.- Jnf. 1. Aufgebots: zu Leutnants ber Res. beförbert bie Vize- Wachtmeister Deinhard, Pfarr (I Darmstadt) des 2. Hess. Fclbart.-Regts. Nr. 61: zum Oberleutnant befördert Leutnant Grossart jKorlj «Mainz) ber Reserve des Bab. Fußart.-Ncgts. Nr. 14 Im Benrlaubtenstanbe ber Abschied bewilligt: Güngerich «Mainz), Lciitnont der Landw.-Felbatt. 2. Aiifgcbvts. Wittrieu, Jiltcndantur-Rcgistrator von ber Int end. des 18. Armeekorps, zum 1. Juli 1911 zu der Jntend. des Gardekorps versetzt.
•• Erledigt ist eine Oberlehrerstelle an der Viktoriaschnle zu Darmstadt mit Wirkung vorn 1. August 1911. Lehrbefähigung in Mathematik und Naturwissenschaft. Meldefrist 2 Wochen.
** Vom Gießener Konzertverein schreibt man uns: Den Mitgliedern, bie für sämtliche Konzerte bes Konzert- vcrcins abonniert haben, gingen an Stelle ber bcn Abonnements bcigcgebcncn Karte für bie Kirche zum zehnten Konzert, zweiten Eborabcnb, bie Karten für ihre Abonncmcntsplätze im Theater zu. Wir weisen im Interesse ber Mitgliebcr hiermit nochmals barauf hin, baß nur biese neuen Karten Gültigkeit haben. Das Text > buch zu La vita nuova mit Einführung in bie Dichtung, vielen Bemertuugen unb der genauen Wertangabe der Gesänge, wozu teilweise die Uebersetzung von Dr. Karl Febern benutzt ist, sowie bas Programm, enthattenb bie Texte von Liszt „Die Glocken bcs Straßburger Mtünstett' mtb zu den Liebem, bie Fräulein Gcrttub Geycrsbach singen toirb, ist in ber RLujikalstirhandlung Don Ernst LhaUtcr zu haben.
Kreis Büdingen.
<=!=•. Büdingen, 27. Mai. Jm^ „Füvstenhof" heute vovmitkag die Hauptversammlung des latt b- wirtschuftl. Bezirksvereins B ü d i ngen stack Kreisamtmann B 0 e ck m a n n gab nach Begrüßung der Erschienenen einen Ueberblick über das Jahr IM
In drei Ausschußsitzungen und zwei .Hanpv»l^
sammlüngen würben eine Reihe wichtiger. Frog^r erledigt. Der Bezirksverein Büdingen weift 3- Mitgliedes auf. lieber die Frage, ob nach Ernsetvor der Landwirtschaftskammer der Provinzialverein aufgck' werden soll, soll im Herbst nochmals beraten werden. M Auszeichmtng landwirtschaftlicher Dienstboten für lorg- jäljrige Dienste, die der Bezirtsverein Büdingen beim vinzialverein angeregt hat, ist Gegenstand eingehender U- örterungeu gewesen. Das Einvernehmen zwischen Landwirtschaftskammer, dem Provinzialverein unb beitSk- zirks verein en kann als sehr gut bezeichnet werden. —/'"■ Generalsekretär der Landwirtschaftskammer, >OekononrvnL Leit Higer, sprach über die Mittel und Wege zur Steigerung des Futterbaues imb der Viehzucht, f Anlage von Viehweiden und die Melioration von W weiden. Zunächst verbreitete sich der Redner über bre>' ben letzten 20—30 Jahren zu Tage getretenen Beübungen, die Erträge der Landwirtschaft zu steigern. Ö- Versuche, durch Rasscnkreuzung (bei uns Vogelsberger rr. Simmenthaler) Ijätten nicht den erwünschten Erfolg gehM aber auch nicht die Zucht des Vogelsberger Schlages, dc inbezug auf Leistungsfähigkeit (Fleisch- und Milcherwic den heutigen Anforoernngen nicht mehr entspricht, iv^- halb empfohlen wird, die Simmenthaler Rasse beizubew- ten. Der Rindviehbestand in Hessen ist seit 30 Jo!)^ von 280 000 Stück auf 330 000 Stück gestiegen. Die Frae- ob ber Viehstand noch mehr gehoben werben kann, glwi. der Rebner unter Hinweis auf bie BevölterungszunalM ben Mehrbebars an Fleisch unb Milch, unb bie Möglrchkru den Futterbau durch sachgemäße Düngung ber Wiesen Urbarmachung von Oeblänbereien zu steigern, planmoy^ Anlage und ^Ausnutzung ber Hutweibcn usw. bejahen ü können. Die viel beachtenswerte Fingerzeige enthalteiwa., durch Zahlen und Beispiele aus den verschiedensten W* ■ ben Deutschlands erläuterten Darlegungen des Redners den allgemeinen Beifall und führten zu gegensertiger rui- spräche, iu deren Verlauf der Vorsitzenbc, Krersrat 2®» mann, die Grundsätze darlegtc, nach denen bie Oiemeuu« Staatszuschüsse bei Ausführung von Melioratwnen teil. — Die Rechnung des Bczirksvereins für 1910 tt)®> oorgelegt unb genehmigt, ebenso ber Voranschlag ' in ben ein Betrag für bie Auszeichnung von Tumftt eingestellt wirb; wogegen ein Antrag auf Bmrnlligtti^^. Zuschusses zu dem um 5 Mk. für jedes aus bie yiMOTl weide kommende Stück Vieh dem Ausschuß überwrescn — Dem verslMLeAüü MAMchuiLtgÜLdc t&iXQgQBMi
Mus den NeichstagsansschUften.
:: Berlin, 27. Mai.
Der SchiffahrtSabgabenansschuß
hat bisher in der zweiteu Lesung nur den ersten Artikel beraten. Er vertagte sich heute auf den Herbst, ohne in die Verhandlung des zweiten Artikels einzutretem.
Der tzandelsvertragsausschuß
erteilte gestern abend mit 11 gegen 5 Stimmen (in der Minderheit drei Zentrumsmitglieder, das Mitglied ber wirtschaftlichen Vereinigung und ein Nationalliberaler) bem deutsch-schwedischen Handelsvertrag seine Zustimmung unb gab ber Regierung die nachgesuchte Vollmacht zur Erneuerung des zum 16. Juli b. Is. von Japan gekündigten Handelsabkommens.
Zusammenstotz englischer 5chlachtschisfe.
London, 27. Mai. Die Schlachtschiffe „Bellerophon" mb »Inflexible" sind gestern abend bci der Einfahrt in den Hafen von Portland zusammengestoßen, wobei die „Inflexible" ein großes Leck 7 Fuß unter der Wasserlinie bekam. Die „Bellerophon" wurde nur leicht beschädigt. Beide Schisse gingen sofort ins Dock.


