Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen.
Wetter
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28.
Niederschlag
Kein Gichtiker versäume
Sero. Himmel
Klarer Himmel
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Jan.
1911
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Erngesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Zur Richtigstellung.
Der Einsender St. schreibt im Gießener Anzeiger vom 28. Jan.: „Der Alld. Verb, zeigt nicht an, daß er es (das Knote- Rieinann-Konzert) zu seinen Gunsten veranstaltet". . . . „Ta der etwaige Ueberschuß des Konzertes dem A. V. zugute kommen soll, dies aber nirgends ausdrücklich gesagt ist usro. .
In Wirklichkeit sprach die erste Ankündigung im Gießener Anzeiger von fmun etwas anderem. Es wird darin ausdrücklich betont: „Kammersänger H. Knote, der weltberühmte Münchener Tenor, ist von der hiesigen Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes emgeladen worden . . . ." „Ter Reinertrag des Abends wird den Zwecken des Alld. Verb, zu gute kommen."
v. Liebig,
1. Vorsitzender der Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes.
biS 29. Januar = -j- 6,9 0 D.
„ 29. , = 0,0 "C.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 30. Januar 1911.
Vogelsberger Typen.
Man schreibt uns:
Richtige urwüchsige Vogelsberger, d. h. bescheidene, anspruchslose Männer sind die fünf Gebrüder Müller in Rudingshain. Ich habe mir dieser Tage das Vergnügen gemacht, die Herren aufzusuchen, bei welcher Gelegenheit mir die fünf Gebrüder gern zu fciner photographischen Aufnahme Modell standen (Das Bild befindet sich in «unserem Schaufenster. Red.) Das Alter der fünf Männer beträgt zusammen 390 Jahre; noch befinden sie sich bei völliger geistiger Frische, beim besten körperlichen Wohlbefinden. Die Eltern der Männer waren ebenfalls alte Leute geworden, sie 'hatten mit ihrer Familie in einem Häus- chen, bestehend aus einer Stube, Hausgang und Stall, gewohnt, das an der Stelle neben der Nidderbach stand, wo jetzt des Bürgermeisters Haus steht. Der älteste und größte der Brüder, Henry Müller V., ist geboren am 24. Juni 1825, also jetzt 85 Jahre alt; er hat nicht beim Militär gedient, war wie alle seine Brüder Bauer und betreibt heute noch die Imkerei. Er hilft aber auch (noch -bei der Landwirtschaft, mäht wie ein Junger und sagt, es sei ihm ein Leichtes, seinen Vordermann aus dem Mahden zu treiben (d. h. zu überholen, was beim Mähen im Vogelsberg zur Heuernte gern geschieht — die Städter überbieten sich im Sport, die Ländler in der Arbeit). Die Wcibsleut, sagt Henry, sind heutzutage nichts mehr nutz, seit sie Vorhäng an den Fenstern haben und feit das Kochen in den Haushaltungsschulcn gelernt wird, gibt es keine Bmiernweiber mehr. Keiyen Flachs wollen sie mehr brechen Und spinnen, weiße gekaufte Schürzen und Blusen haben die Mädchen an. Das Geld war früher rarer, aber doch hatte man Mehr wie jetzt an den verdienten Groschen. Die Nachkommen Henrys sind 3 Kinder, 11 Enkel, 7 Urenkel. Der zweite Bruder Heinrich Müller IX. ist geboren am 8. März 1828, also jetzt 82 Jahre alt; er hat gedient in Offenbach beim 4. Regiment, 2. Komp., machte den badischen Aufstand mit; seine Nachkommen sind 2 Kinder, 7 Enkel, 1 Urenkel. Der dritte und vierte sind Zwillingsbrüder: Georg Müller II. und Johannes Müller III., ersterer geboren am 12. Dez., letzterer am 14. Dez. 1834, beide sind also 76 Jahre alt, der Johannes ist aber zwei Tage jünger als Georg: gedient haben beide in Worms bei dem 3. Jnf.-Regt., 4. und 6. Komp., Georg hat 4 Kinder, 5 Enkel, 3 Urenkel, Johannes 2 Kinder, 9 Enkel; letzterer ist ein eifriger Jagdliebhaber, er befand sich am Tage der Aufnahme aus der Treibjagd im tiefen Schnee, es galt, einen Fuchs ausfindig zu machen. Der fünfte und jüngste der Brüder, Johann Müller, ist geboren am 12. Juni 1839, also 71 Jahre alt, hat gedient bei der Leibschwadron des 2. Reiter- Regiments in Darmstadt und den 66 er Feldzug mitgemacht. Seine Nachkommen sind 1 Kind und 4 Enkel. — Noch sind diese Männer rüstig und tätig, obwohl ihnen in ihrem Leben nichts geschenkt worden ist; sie leben glücklich ihr Leben im stillen Vogelsberger Dorfe, ihr Verkehr mit der Welt ist die heimatliche Zeitung. Die neuesten Errungenschaften der Kultur werden von ihnen mit großem Interesse gewürdigt, und wer vermag dem zu Widersprechen, daß ihr Leben dis (dato trotz mancher Entbehrungen ein glückliches war? Wenn im Frühling wieder draußen die Sonne scheint, dann sind die fünf Männer Hinterm Pflug oder auf der Weide zu finden, die Abendglocke ruft sie zum heimatlichen Herd. Ein Kranz von Poesie windet sich um die Häupter dieser Fünf, möge, bis wir sie zur letzten Ruhe begleiten, jeder neue Tag für sie ein weiterer .Glückstag an ihrem Lebensabend und tatenreichen Leben sein.
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'"Veränderungen im 18.Armeekorps, v. Altrock, Oberstlt. beim Stabe des Füs.-Negts. v. Gersdorff (Kurhess.) 9?r. 80, unter Versetzung zum 1. Bad. Leib-Gren.-Regiment Nr. 109, mit der Führung dieses Negiments — beauftragt, v. Stockhausen, Obersilt. im Füs.-Regt. v. Gersdorff (Kurhess.) Nr. 80, unter Enthebung von der Stellung als Bats.-Kommandeur zum Stabe des Regiments übergetreten. — Transfeldt, Major beim Stabe des Füs.-NegimentS v. Gersdorff (Kurh.) Nr. 80, zum Bats.-Kominand. ernannt. Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe, Durchlaucht, Major und Kommandeur des Kurhess. Jäger-BatS. Nr. 11, zum Stabe des 3, Thüring. Jnf.-Regts. Nr. 71 versetzt, v. Buttlar, Major und BatS.-Kommandeur im Jnf.--Regt. v. Wittich (3. Kurhess.) Nr. 83, zum Kommandeur deS Kurhess. Jäger-Bats. Nr. 11 ernannt. Frhr. v. WeiterS- Hausen, Hauptm. und Batterie-Chef im 2. Großh. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 61, kommandiert zur Dienstleistung beim Kriegsministerium, in das Kriegsministerium versetzt. Versetzt die Majore: Fischer im Generalstabe des Gouvernements von Mainz, in den Großen Generalstab; derselbe ist gleich, zeitig zur Dienstlcistuug beim Generalstabe des 16. Armee- korps kommandiert; v. Ramm im Generalstabe der 11. Div. in den Generalstab des Gouvernements von Mainz. — Ein vordatiertes Patent seines Dienstgrades verliehen den, Haupt, mann und Battr.-Chef Becker im 2. Großh. Hess. Feld- Art.-Regt. Nr. 61, vom 26. September 1901. — Düring, Hauptm. und Battr.-Chef im 1. Westpreuß. Feld-Art.-Regt. Nr. 35, in das 2. Großh. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 61 ver- setzt. — Zu überzähl. Hauptleuten befördert: die Oberlts.: v. Wienskowsksl im 2.Großh. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 61, Groos im 2. Nassau. Feld-Art.-Regt. Nr. 63 Frankfurt, kommandiert als Assistent bei der Art.-PrüfungSkommission. — v. Elern, Oberlt. im 1. Garde-Feld-Art.-Regt., in das 2. Naffau. Feld-Art.-Regt. Nr. 63 Frankfurt versetzt. — Neumann, Major und Bats.-Kommandeur im Westfäl. Fuß-Art.-Regt. Nr. 7, zum Ersten Art.-Offizier vom Platz in Mainz ernannt.
" Stadttheater. Maria NehoffS Ibsentheater, das von seiner vorzüglichen Aufführung des „Baumeister Solncß" im Jahre 1908 hier noch im besten Andenken steht, wird Dienstag den 7 Februar ein einmaliges Gastspiel absolvieren. Gegeben wird Ibsens letztes Werk „Wenn wir Toten erwachen" mit Frau Maria Rehoff und Herrn Fritz Wolter in den Hauptrollen. Bestellungen für diesen interessanten Abend werden schon jetzt im Theaterbureau entgegen genommen.
könne. Durch Vernehmung des Nickel gewann der Provinzial- Ausschuß in der heutigen Sitzung den Eindruck, daß er vollkommen in der Lage ist, sich einen Aufenthaltsort selbst wählen zu können. Der Paragr. 12 des Unterstützungswohnsitz-Gesetzes komme deshalb nicht in Betracht. Ober-Eschbach hat neben den Unterstützungskosten die Kosten des Verfahrens und eine Ber- handlungsgebühr von 5 Mk. zu zahlen.
** Heinrich Knote in Gießen. Man schreibt ^^Ei^rgc kurze Erläuterungen zu den Lisztstucken, die ytiemoim heute abend Vorträgen wird, werden viel- lercht manchem dienlich sein. In der Dante-Phantasie wollte Liszt wohl die Stimmung wiedergeben, die ihn nach oem Lesen von Dantes Göttlicher Komödie gefangen hielt. rt%.5rnt9t ,QTTJnn95 die auch der Lisztschen symphonischen Achtung gleichen Namens vorausgesetzten Klänge, wahr- sehernlrch den Versen „Lasciate ogni speranza" entsprechend, Schilderung des Inferno, der Francesca da Rimini episode, und klingt uns in Erlösungsstimmung unter Beibehaltung der (umgedeuteten) ALotive. ........ ....
Handel.
Berlin, 28. Jan. In der heutigen Sitzung des Zentral ausschusses der Reichsbank teilte das Reichsbank-Direk- torium mit, daß es wegen des bevorstehenden Ultimos noch nicht in der Lage sei, eine Diskontermäßigung in Vorschlag zu bringen. Ter Präsident führe: aus, daß die Verhältnisse bei der Reichsbank sich normal gestaltet hätten. Tie Rückflüsse im Januar seien stark gewesen, ähnlich wie im Vorjahre. Am 23. Januar wären zwar die Wechsel und Lombarden zusammen noch um 114 Millionen gegenüberJ>em 23. Januar 1910 höher gewesen, dagegen sei der Bestand au Schatzscheinen am 23. Januar um 200 Millionen Mark kleiner gewesen als im Vorjahre. Bis zum 25. Januar hätten die Reserven weiter zugenommen. An diesem Tage bestand eine steuerfreie Notenreserve von 337 Millionen gegen 194 Millionen im Vorjahr unter Berücksichtigung der Erhöhung des Notenkontingents. Auf diese Weise entstand gegenüber dem Vorjahre noch eine Besserung um 68 Millionen.
„Räuberhauptmcmn" Kat! Mohr vor dem Schwurgericht.
Vor dem Schwurgericht des Landgerichts Berlin II begann am Samstag die Verhandlung gegen den vielgenannten Tischler Karl Mohr, dessen Verbrechen seinerzeit viel beimachen wurden; er hat auch einige Zeit im Verdacht gestanden, im September 1909 das Pastor Vermehrensche Ehepaar aus Rügen in der Nähe von Stubbenkammer ermordet zu haben. Tie in dieser Beziehung erhobenen Beweise reichten iedoch zur Eröffiiung des Hauptverfahrens nicht aus. Er hat sich jetzt wegen Bandendiebstahls,
An st iftungzumRaubeundver suchten Morde, wegen Diebstahls und Unterschlagung zu verantworten. Der Mitangeklagten Metallarbeiterin Frida Ladewig ivird vorgeworfen, daß sie es unterlassen habe, von dem ihr bekannt gewordenen Vorhaben eines Verbrechens rechtzeitig Anzeige zu erstatten. Den Vorsitz int Gerichtshöfe führt Landgerichtsdirektor F o rft m a n n n , die Anklage vertritt Staatsanwalt Corwegh; der Angeklagte Mohr wird von den R.-A. Dr. I a f f e und Dr. Puppe, die Angeklagte Ladewig vom R.-A. Meyer ft ein verteidigt. Als Sachverständiger ist der praktische Arzt Dr. Hinze-Friedenau geladen.
Der Angekl. Karl Franz Mohr aus Steglitz ist am 26. September 1890 in Berlin geboren. Im Jahre 1908 ist er wegen chweren Diebstahls zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden; es wurde ihm damals Strafaufschub gewährt, der aber nach Bekanntwerden seiner neueren Straftaten zurückgenommen worden ist. Er hat inzwischen seine Strafe verbüßt. — Der Angellagte gibt auf Vorhalt zu, daß er dem Ingenieur Boelk'e Metallabfälle, insgesamt etwa 30 bis 40 Pfunden, gestohlen, ferner daß er dem B. den Betrag von 47 Mark, den er zum Einlösen eines Wechsels erhalten hatte, unterschlagen habe. Ebenso gibt der Angeklagte zu, den strafmündigen Sohn der Eheleute Simon be- timmt zu haben, den Eltern die Geldschrankschlüssel, em Armband, ein 20 Markstück und drei Flaschen Wein zu stehlen und ihm zu bringen. Nachdem die dem Angeklagten zur Last gelegten Einzel- älle von Pompadourdiebstählen erörtert worden sind, wird der Angeklagte zu dem Hauptfall Rösener vernommen. Vors.: Wer ist denn von Ihnen zuerst auf den Gedanken getonmien, den Küster Rösener zu überfallen? Angell.: Das war Kawitzki, der früher schon einmal bei dem Küster gearbeitet hatte. Als er dort Monteurarbeiten ausführte, hat er den Geldschrank gesehen. — Vors.: Sie sollen aber zuerst beit Vorschlag gemacht haben, ihn zu überfallen? — Angekl.: Jawohsh. t chschlug vor, ivir wollten den Küster mit Chloroform betäuben
und dann den Geldschrank ausrauben. Einer sollte hineingehen und sich jum Beitritt zum Jünglingsverein melden. Es sollte dann der zweite Komplize hinzukommen und den Küster mit einer eisernen Stange niederschlagen. Später bin ich aber davon wieder abgekommen. Da mir die Sache zu gefährlich schien. Ich schlug deshalb vor, nach Dresden zu fahren, wo ich auch eine „gute Sache" vorhatte. — Vorst: Sie wollen also jetzt behaupten, daß die Tat ohne Ihr Wissen ausgeführt ist? — Angell.: Ja. — Vors.: Sie haben aber früher gesagt, daß Sie den Kawitzki dazu bestimmt haben, den Schlag zu führen, weil er, wie Sie agten, der kräftigste von ihnen war. — Angell.: Das glaube ich, habe ich teilweise gesagt. Kawitzki rühmte sich noch damit, daß der Küster nicht so leicht wieder aufstehen würde, wenn er
rieselnden, rauschenden und sich überstürzenden Wassers. Wie ßifit sich aber in allen seinen Sachen — abgesehen von reinen Virtuosenstücken — nicht mit der äußeren Wirkung Genüge sein läßt, hat er, seinem damaligen Seelenzustano entsprechend — Priesterweihe! er war damals als Gast bei Kardinal Hohenlohe — dem Stück den Gedanken aus dem Evang. Joh.: „Sed aqua, quam ego dabo ei, fiel in eo fons aquae salientis in vitam aeternam" untergelegt. Das Stück klingt aus in innerer Ruhe und Abgeklärtheit. — „Sposalinio" ist entstanden unter dem Eindruck, den Liszt durch Raffaels bekanntes Gemälde (Vermählung Mariäs) erhielt. Er sah sein Ideal in der Einheit aller Künste. In einem Brief an Berlioz schreibt er darüber: „Jeder Tag (in Italien) befestigte in mir das Bewußtsein der Verwandtschaft aller Werke der schaffenden Geister. Raffael und Michel Angelo verhalfen mir zum Verständnis Mozarts und Beethovens." In „Sposalinio" gab er diesen Kunst- betrachtunaen feste Gestalt. (Nach Kapp, Lisztbiographie, Verlag Schuster u. Löffler 1909.) Die E-Dur-Polonaise ist Virtuosenstück und bedarf als solches keiner weiteren .Erläuterung.
*• Niaul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Elberfeld (Viehhof); Traar, Kreis Krefeld-Land; Vluynbusch, Regierungsbezirk Düsseldorf; Geislar, Regierungsbezirk Köln; Inden, Regierungsbezirk Aachen, und Waigolshausen, Unterfranken.
Landkreis Gießen.
△ Klein-Linden, 29. Jan. Der Geburtstag des Kaisers ist gestern abend vom Kriegerverern in schöner Weise und bei sehr starkem Besuch gefeiert worden. Zur Errn- nerung an das 40 jährige Bestehen des deutschen Reichs wurde ein schönes Gruppenbild „Barbarossas Erwachen". vorgeführt. Daran schloß sich das lebende Bild ..Germania huldigt dem Kaiser". In der Festrede erinnert der Vorsitzende an die traurigen Zetten vor jetzt hundert Jahren und an das Wieder erwachen des deutschen Volksgeistes. Auf das Hoch auf Kaiser und Reich fang man ..Heil dir int Siegerkranz". Zwei Mädchen sprachen das Festgedicht „Hoch der Kaiser", und zwei Knaben trugen vor „Ein Hurra den Veteranen". Ein abwechslungsreiches Programnt wickelte, sich nun rasch ab. Einzelstücke wechselten mit Unteren Zwiegesprächen und anderen theatralischen Darbietungen, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Eine Verlosung und die Einrichtung einer Saalpost sorgten für Unterhaltung. Schließlich ging man zum Tanz über. In den Zwischenpausen wurden vaterländische Lieder und Volkslieder gesungen. Die Kapelle Harnisch-Watzenborn-Steinberg konzertierte.
Kreis Wetzlar.
Lützellinden, 27. Inn. Kürzlich hielt der Gesangverein seinen diesjährigen Jahres schluß ab. Tie Rechnungen wurden geprüft und für richtig befunden und dem Rechner Entlastung erteilt. Ter Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. £er langjährige Vorsitzende Gilbert, der dieses Jahr auf sein --chähriges Vereinsjubiläum blicken taun, wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt. Temnächst wird ihm ein Ehrendiplom überreicht werden.
Hessen-Naffau.
[1 Marburg, 27. Jan. Ein alter bekannter kurhessischer Offizier, Generalleutnant z. D. Karl K l e i n h a n s , hat heute hier im Alter von 75 Jahren das Zeitliche gesegnet. In Neuhofs in Kurhessen geboren, trat General Kleinhans 1854 in oas 3. Jn- anterieregiment ein. Im Jahre 1866 Tarn er zum 75. Jnf.-Regt. in Bremen und den Feldzug gegen Frankreich machte er als Hauptmann im Jnf.-Regt. 9er. 66 mit. Später kam er nach Königsberg und Neisse und schließlich als Regimentskommandeur nach Frankfurt a. b. Oder, 1890 wurde er Generalmajor und zum Kommandeur der 7. Infanterie-Brigade in Bromberg ernannt. 1893 trat er in den Ruhestand.
andere sollten sie dagegen beftreiten, insbesondere auch daß sie die Namen der Komplizen kennen. Woher haben Sie den dies.- Weisheiten? — .Angell.: Von Hermann Liska. — Vors.: Uso auch aus der
Verbrecherschule.
Bors.': Haben Sie der Ladewig etwas von Ihren Planen erzählt? — Angell.: Jawohl, sie hat mir deshalb auch Vorwürfe gemacht. — Auf eine Frage des Staatsanwaltes Corwegh erklärt Mohr noch, daß er sich ein Jahr in der Erziehungsanstalt befunden habe. Auf eine Anregung des Rechtsanwalts Dr. Jaffs soll sich Mohr über seine Eltern äußern. Der Vorsitzende bemerkt, daß die Mutter eine Dienstmagd Mohr sei, mit der der Angellagte nie zusammengewesen sei.
Die Angell. Ladewig war vorübergehend als Kassiererin in einem „Kientopp" in Steglitz tätig und hat den Angeklagten dort kennen gelernt. Nach ihrer Behauptung hat ihr Mohr eines Tages erzählt, er brauche Geld, sei in Not und er müsse jetzt einen Raubanfall auf den Küster Rösener ausführen. Sie habe das nicht geglaubt. Aus Befragen des Staatsanwalts bestätigt die Angellagte, daß Mohr ihr einmal gesagt babe: er würde sie totschießen, wenn sie mit einem anderen verkehren würde. Sie habe auch dies nicht ernst genommen. — Auf eine Frage eines Geschworenen teilt der Vorsitzende mit, daß Kawitzki bereits »u 7 Jahren 6 Monaten, Lösche zu 4 Jahren 6 Monaten und Bohl- mann zu 2 Monaten Gefängnis vor Der 4. Strafkammer des Landgericht II als Jugendgerichtshof verurteilt worden ist. — Nach Verlesung des Strafkammerurteils gegen Kawitzki und Lösche erllärt Mohr nochmals auf Befragen des Vorsitzenden: er sei das Haupt der Bande gewesen und gebe alle Straftaten zu mit der Einschränkung, daß er im Falle des Küsters Rösener den Kawitzki nicht angestiftet, aber allerdings dem Lösche zugeredet habe, sich an dem Attentat zu beteiligen.
Hierauf findet eine Pause statt.
In der Beweisaufnahme wurde feftgeftellt, daß Mohr schon als junger Mensch mit Vorliebe Verbrechergeschichten las und auch mit Verbrechern Umgang hatte. — Der aus dem Gefängnis vorgeführte Zeuge Kawitzke bestätigt, daß Mohr zwar die meisten der zur Anllage stehenden Verbrechen inszeniert habe, bei dem Ueberfall auf den Küster aber nicht beteiligt gewesen sei. — Der Wahrspruch der Geschworenen lautete auf einfachen und schweren Diebstahl, schweren Raub und Anstifttmg dazu. — Ter Gerichtshof verurteilte baraufljin Mohr zu fünfzehn Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. — Die Angeklagte Labewig würbe frei- gesprochen.
(Nachträglich eingegangen.)
Schotten.
Eheschließungen: Januar 22. Karl Schmidt, Dienst- 'knecht m Schotten, mit Emma Rinkenberger in Einartchausen 'Sterbefälle: Januar 19. Katharina Pröscher, geb. Schlörb, 61 Jahre alt.
Spielplan der vereinigten Srantfurter Ztadttheater.
Opernhaus.
Montag, 30. Jan.'): „Tannhäuser." Dienstag, 31. Jan.' „Die Judin." Mlltrooch, 1. Februar, nachmittags 3*1 Uhr: „Aschenbrödel." Abends 7'/, Uhr: „Die geschiedene Frau." Donnerstag, 2. ^ebr.: „Figaros Hochzeit." Freitag, 3. Febr., abends 71/, Uhr: „Ter Graf von Luremburg." Samstag, 4. Febr., nachmittags 37, Uhr: „Aschenbrödel." Abends 7 Uhr: „Tosca' Sonntag, 5. Febr., nachmittags 37, Uhr: „Aschenbrödel." Abends 7 Uhr: „Undine." Montag, 6. Febr., abends 71/, Uhr- Der Zigeunerbaron." Dienstag, 7. Febr.: „Madame Butterfly." "
Schauspielhaus.
Montag, 30. Jan.'): „Die Macht der Finsternis." Dienstag, 31. Jan. : „Glaube und Heimat." Mittwoch, 1. Febr.: „Elektra." Hievauf : „Dre zärtlichen Verroandten." Donnerstag, 2. Febr., abends ni9 ‘ In, c Freitag, 3. Febr., abend-
77, Uhr: „Glaube und Hermat." Samstag, 4. Febr.: Analol- Zyklus. Sonntag, o. Febr., nachmittags 37, Uhr: „Tie drei 6>razien." Abends 7 Uhr: Anatol-Zyklus. Montag, 6. Febr.: „G^ube und Hermat." Dienstag, 7. Febr.: Anatol-Zyklus. Mittwoch, 8. Febr.: A,ratol-Zyklus.
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
I I I
höchste Temperatur am 9hebvig|te
zuschlage. — Vors.: Es hat ben Anschein, als ob Sie ganz absichtlich immer fern vorn Schuß geblieben waren. — Angell. : Ms ich bas bem Bölke gehörende Gelb unterschlagen hatte, fuhr icf)_ nach Saßnitz, dort habe ich erst aus der Zeitung erfahren, daß der Ueberfall von Kawitzki und Lösche verübt worden sei. Auf wiederholten Vorhalt des Vorsitzenden erklärt Mohr schließlich, I eine häusliche Trinkkur mit
baß er bestreite, ben Kawitzki angestiftet zu haben, dagegen habe Assmannshauser natürlichem Gichtwasser.
a qyX9 I ev den Lösche überrebet, baran teilzunehmen. — Vors. i Ist i e ? iill un«, mit natürlicher Kohlensäure ancereichert
~ ety?te^L J?er I richtig, baß Sie Ihre Genossen instruiert haben, stets nur das ein I Badesaison Mai bis Ende, Sept
bringen Mnächift etne realistische Darstellung des, I zu gestehen, wobei sie abgefaßt würden und nicht zu leugnen. Alles I Depot ^ür Giessen* Jean^ Weise? Te^““"n^-auscn
4.9
4,7
71
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3,5
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