Die heutige Nummer umfafot 12 Seiten.
gar nicht an; er sagte bei der ch durchaus fort haben, aber man
Vereinfachung
-er württembergijchen 5taat§verwaltnng.
Stuttgart, 27. Febr. Der „StaatSai^etgcr" ver- öffentlich! heute die von der Regierung dein Landtage unterbreiteten Vorschläge zur Vereinfackumg der Staatsverwal hntfl. 'Sollten die Vorschläge verwirklicht werden, so wird sich insgesamt eine jährliche Ersparnis von 2,9 Millionen Mart ergeben, von d-enen 1,3 Millionen auf die Berkehrs- änstalten entfallen. Besonders umfaffenb ist die Neuorganisation in den Departements des Innern. Die d t e r Kreisregierungen sollen aufgehoben werden, ihre Geschäfte an das Ministerium, die Oberinstanz und an zwei im Ministerium neu zu schaffenden Abteilungen für Gemeindeaufsicht und für Gewerbe» und Wasserpolizei über- gehen. Das Medizinalkollegium soll in eine Miniftertal- abteilung für das Gesundl>eitswesen umgewandelt werden. Von den Oberämtern sollen 21 zusammengelegt werden, ehenfo im Finanzdepartement 21 Kameralamter. Im Kull- devartement sollen kleine Pfarreien allmählich vereinigt, werden, ebenso kleine, hähere Schulen. Das Prüfungswesen soll vereinfacht, die Schulgelder für die höheren -chulen erhöht werden. Die Zahl der Generalsuperinten- deuten wird um eine vernrindert. Für die Neuerungen, die im Interesse der Beamten und der beteiligten Orte möglichst schonend durchgeführt werden sollen, sind größere Fristen ,dis zu zehn und mehr Jahren) vorgesehen.
. I Summe von 1049 000 Mk. für die Einkommen unter 900 Mk nur auf die Steuerzahler von 4000 Mk aufwärts ausschlagen
Schiller und der KarneüaL
Der Faschingsjubel schwingt sich in diesen ^^en wied« zu ferner höchsten Ausgelassenheit empor, bevor nut ber fahlen Dämmerung btt Aschermittwochs die Zeit der Fasten und dcr innt^n Einkehr beginnen soll. Da wird manch fröhlicher Besucher prächtiger Redouten gern daran erinnert werden, er in jemer Freude am bunten Narrentand des Lcbats emen ha ,
den er vielleicht am wenigsten als Bemcher vonM^lenstiten ve muten wird, nämlich Friedrich schiller. In der.^nen^an Tung von Schillers Gesprächen, bte Iullu,- ^wren un Infelvcrlog herausgegeben HU und die uns da- intimste und lebendigste Bild von der Jndivibualltat unseres sstohen MuonU dichters vcrmitteU, werden eine Reihe von Berichten Egcfuhrll die Schiller auf der Redoute zeigen. Aus der großen .^resdrner 7raschingsmaSkerade von 1787 lvar es, wo er dtc so in i 2eben eingreifende Bekanntschaft der schönen, .koketten Äenriette von Arnim machte, die ihm Seele und Sinne tn all die -Analen einer unwürdigen Liebe verstrickte. Marie Körner, bte Frau von Schillers Freund, erzählt davon: „Unter dem tobenden Lärm und Geschwirr der hier aus allen Ländern und Vollem Vers am» melten, ausgelassenen Narrenwelt wurde mir ganz urthetmita) iu Mute, ich ließ den Arm meines Mannes nicht los, ©über führte Dotchen, und so war SckftXer auf sich und sein gutes Gluck angewiesen. Nach einigen Stunden verließ ich mit ftörner mw Schwester den Redoutensaal, und wir fuhren nach Haus. Schiller und Huber blieben .och da, und von letzterem erfuhr ich, daß Freund Schiller von der Maskenfreiheit sehr ungenierten Gebrauch und eine ihm sehr zusagende Bekanntschaft gemacht habe. Aus diesem Maskenbälle befand ftch Frau von Arnim, Gardedame der Smfbamcii, mit ihren drei Docht em, von denen die zweite für aus- gezeichnet schön imd — kokett galt. Sie hatte die Maske einer Zigeunerin gewählt: dies gab ihr die Freiheit, einem leden ihre fünfte und Dienste als Wahrsagerin anzubieten. Sobald Frau von Arnim davon Kenntnis erhalten hatte, daß Scklller, der berühmte Dichter der „Räuber", sich gegenwärtig befinde, veranlaßte sie ihre schöne Tochter Natalie (Henriette), ihm allerhand schmeichelhafte Prophezeiungen zu sagen. Lcknller nahm dies sehr wohl aus und blieb die ganze Ballnacht hindurch ihr unzertrennlicher Gefährte." Selbst in Weimar nochmals er sich bereits ganz in die grandiose Einsamkeit seiner heroischen Ideenwelt einge- fDonnen hatte, ließ er 'ich noch zu einem solchen ,T;ubeltiagft verlocken imb folgte bisweilen der Einladung zu Maskeraden, ^wte sie ihm von seinen jungen Freunden, —-
.etwa dem jüngeren Boß, zuteil wurden. Boß har sich denn auch
Einzelstaaten.
Der Redner berechnete bann, daß Steffen int nächsten Jahre nicht weniger als 3 300 000 Mark durch Erhöhung der direkten Steuern decken müsse, tvenn gelegentlich der Reichsnnanztcform die fei' Jahren gestundeten Matrikularbeitrage nicht vorn Reich übernommen worden wären, und daß dies dann abermals em Mehr von LO Lro'.tni zu den bereits ft'ft cum Vonahr erhobenen la Prö sent Steuererbölmng bedeuten wurde. Seiner Erinnerung nack hätten- aud) die sozialdemokratischen Vertreter im Budgetausschutz des Reichstags die Notwendigkeit einer Mehraufbringung von 400 bi« 500 Millionen nicht verkannt und wenn die Summe nicht durch die Reform aufgebracht worden wäre, so hätte fic eben durch erhöhte Matrikularbc-iträge besckxnft werden 'missen; bet nits bebe ulen aber 1000 000 Mattikularbciträgc etwa 10 Prozent steuer- erhöhung. Es fei nicht nur feine eigene, fonbern audi bic M e i - „unn der hessischen Regierung, daß bte Reichsfiuanz reform den Bundesstaaten eine sehr erhebliche Erleichterung gebracht habe, wie dies auch jungst erst von der Wurttamb^r glichen fRc- gtcrung m der Kammer offen anerkannt wurde. Weiter führte der Redner aus- löerr Ulrich drack'e bann wieder ferne Vorschlag? aufs Davet die Not der Beamten und die> ganze Fmanzresorm überhaupt zu beseitigen dadurch, daß man die Vermögenssteuer und b;e Ein- tormnemieuer mogrcisiv Härter ausgeftattef und er hat jid), jou> das vielfach in solchen Dingen geschieht, in einer wntg burdv fiduigen Wolke allgemeine Redewendungen bewegt. ^,ch will deshalb'hier mit ein paar Zahlen aufwarten, die vielleicht auch Herrn Ulrich klar machen werden, daß man ja tbeoretli ch der Meinung sein kann: „Der reiche Mann kann viel mehr bezahl em Es zeigt sich eben auch hier, wie so oft tm Sebcfi, daß Theorie und Praxis Nicht tm stehen. Herr Ulrich führt aus, man muffe unter allen Urnltaittn,
Vie fo)ialöemotratifd)<n Steuerpläne.
R. B- Darmstadt, 27. Febr.
Wie im trorigeii Jahr, so hat auch bei der diesjährigen Hauptaussprache über den Staatshaushalt Geheimrat Dr. Becker, der als Vertreter des Finanzministers auf die von den Rednern der verschiedenen Parteien vorgetragenen Anschauungen und Wünsche erwiderte, auch zugleich wieder Anlaß genommen, sich mit den von Herrn Ulrich vorgetragenen Steuerplänen der Sozialdemokratie etwas näher zu beschäftigen. Wir haben schon in unserm Kämmer- bericht vom vorigen Freitag die Hauptpunkte dieser Rede angeführt, wollen uns aber nicht versagen, yach unfern stenographischen Auszeichnungen hier noch einige weitere Ausführungen des Regierungsvertreters wiederzugeben, die zweifellos ein weitgehendes, allgemeines Interesse beanspruchen können. Geheimrat Dr. Becker sagte u> a.:
Bezüglich der Reichsfinanzreform lehne ich das Prophezeien darüber ab, wie die Quittung, die durch den Stimmzettel dem- nächst gegeben wird, etwa cmssallen dürfte für die eine ober tue anbere Partei. Ich glaube aber, das ist etwas, was nicht recht ziehen tarnt, denn die 5 in ans reform müßte noch er st gemacht werden, von der die Herr«! auf der^lmksfeftm Seite nicht glauben, daß die Quittung durch die Stimmzettel zu ihren Ungunften ausfällt. Es war ja erfreulich, wie Herr Ulrich gestern die ursprünglichen Vorlagen der Reichs regierung in Schutz genommen hat, insbesondere, mit welcher Darme er für die Erbschaftssteuer eingetreten ift und was damit lufammenhängt. Ja, tvenn man sich darauf verlassen könnte, daß diese Wärme aud) bis zum entscheidenden Moment anhält (Heiterkeit und Rufe: Sehr gut!), bann wäre bas etwas aiweres. Nach oen Auseinandersetzungen der Herren unter sich wird man aber rcchl kaum den richtigen Schluß daraus ziehen komien, wie die Sache gehen würde, wenn es zum Klappen tarn:, l^ehr richtig!' Das muß aber hier dock gesagt werden: daß di? Reichs- fmanzresorm zustandcgekommen ist, das ist eine erfreuliche Tatsache und eine dankenswerte Tat, insbesondere tm ^ntereffe der
5entrumsanträ9C im Reichstag.
Das Zentrumhat zur zweiten Beratung des Haushalts f ti r das Rcichsa m t des Innern tut Reichstage folgende Entschließungen beantragt:
1. die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Vorschriften der Gewerbeordnung über die Detail- reisenden und Hausierer dahin abgeänbert werden, daß die Einzelstaaten nach Lage ihrer Verhältnisse weiter- gehende Einschränkungen treffen können;
2. die verbündeten Regierungen zu ersuchrn, dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Var- schirften einer Gewerbeordnung über die Wand erlag er und Wanderauktionen erheblich verschärft werden; den heimlichen Warenhandel durch scharfe Durchführung der bestehenden Gesetze (Gewerbeordnung, Nahrungsmittel- gesctz, einzelstaatliche Steuergesetze usw.) zu unterdrücken;
3. die verbündeten Regierungen zu ersuchen, einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die sogenannte Abonnenten Versicherung (jede Art Verbindung von Zeittingsabonnement und Versicherung) verboten wird.
Zur zweiten Beratung des Etats für den Reichskanzler beantragt das Zentrum, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, die Zusammenstellung der Entschließungen des Bundesrats auf die Beschlüsse
molllen, so würde das für diese wieder einen Zuschlag von 20 Prozent bedeuten und wenn wir die -stemvelcinnahmen von 3 755 000 Mk. aus sie ausschlagen wollten, io würde daS einen rocitcrcn Zuschlag von 60 Prozent erfordern. Wit tarnen allo bann zu noch ganz anberen Summen als bic vorder genannten ,Abg. Ulrich ruft, das find SelbstverständlichkeiienEs Ot nur merkwürdig, Herr Ulrich, locnn tas ^IbinmfianNtcbfeUen fuih, daß Sie diese nicht erwähnen (Heiterkeit, ionbem öte Wremen immer mir: Wir können den großen Steuerzahlern mehr ab nehmen Es scheint Tür die anderen Herren hier im Dame dock ein gewisses Interesse gehabt zu haben, d,ew Tinge einmal etwas näher zu erwähnen. (Heiterkeit und Benall.)
dieses Bild Schillers auf der Redoute besonders lebendig em-- geprägt, und in seinen Briesen und Erinnerungen kommt er immer wieder daraus zurück, wie unendlich liebenswürdig und überirdifch heiter der große Mann hier war. Ein Jahr vor feinem Tobe waren sie das leptemal so ausgelassen fröhlich zusammen. -Lchiller war mit ferner Frau da, aber er suchte sich bald ent gemütliches Plätzchen au« baä „mit neuen Champagnerflaseben, Rotem und Weitzern, bepflanzt" war. „Tie schillern" wollte.schließlich noch Dame gehen und schickte nacheinander drei Abgesandte an ihren Mann.
Tas stand ober dem Schiller gar nicht an; er sagte bei der letzten Botschaft: „Man wül mich durchaus fort haben, aber man soll durchaus seinen Willen nicht haben." Ta haben mir zusammen qesessen bis gegen drei Uhr, um unseren Trinkkönig herum, den herrlichen Schiller. Du glaubst nicht und kannst es auch gar nicht begreifen, wie liebenswürdig der Mann war Denke dir, wir tranken unsere neun Flaschen richtig aus, ,chwel<tt<m ui Wonne Ich wollte, daß ich dir eine gewisse Miene von Schiller beschreiben könnte, die ihm in herzlichen Augenblicken eigentümlich ist und den Abend gar nicht verließ. Em eignes Gemisch von Schalkhaftigkeit, Wohlwollen und das mit unendlicher Armut verbunden Doch wer beschreibt so etwas. Um drei Uhr gingen wtt nach Hause, und ich war Schillers, oder wenn du willst, er mar mein Führer. Tenn als die kalte Luft uns anblies, hatten
S änen notig," Mit Freude dachte Schiller an diesen letzten ausgelassenen Wend, ,cher ihn ganz, in leine ^aendiahre versetzt habe Noch in den ichweren Anfällen feiner Krankheit, die ihn tun vor feinem Tode ans Lager fesselten, schwebte ihm die Erinnerung an so manche Redoute vor die er nut seinem getreuen Pfleger Doß zusammen verlebt hatte. Ernes Tages wollte er Voß durchaus nicht erlauben, um neun Uhr Wieden urfonrmen und die Nacht bei ihm machen mußte nickt warum. CSntMüb erfuhr ich, es fei Maskerade, und Schüler wollte mir, deni ästigen MaskerodeTigMiger, nicht diese Freude.rauben. Diese <Hefc rührte mich zu Tränen. „Mern bester Hofrat/ sagte ich, "Sie miiicn nicht, welch ein Vergnügen es für mich ist, beii Ihnen '' »„neben " Als er mm meinen Vorsatz sah, nicht auf bte Redoute iu geben reichte er mir freundlich die Hand, und ich durfte bei ihm bleiben Nun fing er wieder an zu scherzen. „Sie hätten/ fnSc er mir auf die Maskerade gehen sollen, vielleicht wäre rfi cNmen'nachgeschlickien"; woraus er nach einer kleinen Pause läcbdnb hinzufügte: „nicht wahr, dann würden, Sre doch er- ühreefen und glauben, uh fct gefwrben, imb es wäre mein Geilt, 1 her Sie heimsuchte?"
bic kleinen Einkommen gänzlich frcilaffen, nickt nur bon~ Steuererhöhung, sonderil von feder Einkommensteuer für den etaat. Es liegt ja auch ein diesbezüglicher fozialbemokratlicker Anttag . vo». Die Einnahmen, um die es sich hier Handeln mürbe, roenn : mir die Ausschläge auf alle Einkommen über 900 Mark verteilen ' müßten, beziffern sich auf 1 049 000 Mark, fic mürben allo eine StcucTcrliöhrung von 10".» erfordern. Ich rneitz nun Nicht, ob bm Leuten mit einem Einkommen von, lagen mir, ctma >0U Mart bis 2600 Mark, damit gedient fein würde, roenn man ihnen . roeiterv 10»/» Steuern aufschlagen molltc. (Herr Ulridi rurt: das braucht man nicht! und? Cbcn!) Wenn roü bat ^eilten nach oben mehr aufladat roollai, dann kommen rotr noch zu ganz andern Sätzat (Wg. Ulrich ruft: das macht doch nichts! Dar Ulrich, das „Machen" an herantroortlidxir stelle ut cnxh viel schwerer, als solche miverantmörtliche Vorschläge lZusttmmung). Sie wollat ja aber nickt nur diese Steuerbefreiung, londern Sie wollen auch unferc Stcmvel beseitigt wissen und den Betrag dafür cbemälls durch Erhöhung der direkten Steuern auibnngen. Das sind weitere 3 755 000 ?Jiarf, die also das Budget belasten würden. Es würde weiter das einer Erhöhung von 3an» der Steuern bedeuten, mit den vorhin erwähnten W"o und den seit dem vorigen Jahre erhobenen 15"/» also int ganzen 6 0,» .31 c u e r c r h ö h u n g Hört, hört). Wir fwöen juricü cuiai Maximalsteueriatz von 5° > für den Staat, dazu nach illnci-5 Vorick'.lägen 60°u Zuschlag, würde 8"b Steuer vom Ein- lommen für Staat und Gemeinden bedeuten. Nehmen ne iiim die Steuerverhältnisse in Offenbach nnd rechnen ^tc sich bas fefber aus! «Große Heiterkeit.) Abg. Ulrich rurt: ^tc lachen. Ruse rechts: Eine teure Wirtsckmtt daS! ^er Redner fährt fort: Meine Herren, ich führe hier .nur d,e Tatsachen an, und enthalte mich jeder Kritik. Wenn cs fick um Mainz handelte, würde ick «ruck' Mainz genannt haben. Es ist aber zufällig .Derr Ulrich von Osienbach. Rechnen Sie fclbcr aus, um .wieviel sich die Steuern erhöhen würden, wenn cs nach seinen Vorick'lageii ginge. UnD dann möchte ich doch fragen.^wurden wenn
Sie etwa tn Offenbach an verantwortlicher Stelle stunden, Ihren Steuerzahlern eine derartige Steuer zumuten fönnen ? joerr Ulruli nnb feine Freunde gehen aber noch weiter, sie sagen: r.en kleinen Leuten wollen wir das nicht zumuten, die Großen können aarr mehr bezahlnt! ?si, meine Herren, dann erhöben ^ic diefe 8co Gesamtbelastung der großen Steuerzahler, noch mehr Ul'.r Ulrich: das will ich auch!) glauben Sie denn, Herr Ulrich — tm fprcl-c hier nicht davon, ob die Leute, das Mehr zahlen tonnen, sondern ich frage: glauben Sie, daß ne das zahlen wollen (Heiterkeit. Ist denn her Weg von Offenbach nach Frankfurt wirklich so weit, daß m.in nickt annehmen muß daß jemand, der von Frankfurt aus sein Geickfast tn Cifcnbad betreiben kann, lieber in Frankfurt roohneit wird, roenn. ci dort, einige te"st."d M / /nlliger wohmm kann? Die Ersabrungen, die wir bisher auf diesem i «niet gemacht yaven, spreckkir bodf eine deutliche Sprache «Rufe: sehr richtig.) eie
ah Ulridi gewandt) sprechen immer nur von dem einen Mann in Mainz? Fragen sie doch nur einmal Ihre Kollegen von Mainz, die auf Ihrem Parteistandpunlt stehen, ob es lick da wirklich nur 'um den einen Mann in Mainz handelt! fönntai Ihnen Tutjenbc von bort genannt werben. Ick» führe Ihnen z. V. eine große Gesellschaft von dort an, die lediglich deshalb, weil man sie bezügl. der Gemeindesteuern etwas unsanster airfaiien wollte, als man in Preußen allen Ernstes damit umging, nicht ihren Betrieb aus Hessen zu verlegen, denn das geht ,a nicht so leicht, die aber ihren Sitz nach ncsien-Nassau verlegen wollte und Damit der Gemeinde einen Verlust an steuern jugefuat hätte, der in die Zebntausende gegangen wäre. Es ift damals Den vereinten Vermittelungen aller Beteiligten Zellingen, eine Verständigung zu treffen, die beiden Teilen gerecht wurde, und damit der Gemeinde diese Steuerkraft zu erhalten. Ick meine, meine Herren, nach derartigen praktischen Erfahrungen wird man etwas vorsichtiger, im Handeln und *im' Ausfuhren, wenn aud) nickt immer im Verlangen (Heiterkeit.) Herr Ulridi hat geftern aud) davon gesprochen, man könnte bic Einkommen-bis zu 4000 Mark von icber Iuschlagssteuer freilassen. Die Einkommen über 4000 Mk. bringen zurzeit eine Einkommensteuer von zmommen 6 900 000 Mk. ober mit anberen Worten, icdes Prozent Steuererhöhung für diese bringt uns 60 000 Mk. Wenn wir alw die
— Bon der deutschen Südpolexpedition. Am «ülantag nachmittag fmtb durch einen kleinen Kreis geladeneck Gäste, darunter Herzog Emst von Sachsen-Altenburg, präsidieren - ber Bürgermeister Dr. Predöhl imb bayerischer Gesandter Graf Lerckumscld, eine Besichtigung des für die deutf ch e Südpolexpedition bestimmten Schiffes „Deutschland" statt. Das Schiff, das eine elektrische Licht- imb Telcftrnken-Anlage erhält, wird nack dem auf der Werft von Blohm imb Doß erfolgten Umbau einen Ramngehalt von etwa 600 Tonnen haben. Die Kosten bar Erpeoition i'inb auf 1400000 Mark veranschlagt. Die Ausreise soll Anfang Mai erfolgen. Am Wend fand zu Ehren des Leiters der Expedition, Oberleutnant Filchners, ein lleines Festessen statt.
— In dem Aufsatz „Die Ausstellung des Kunst>- V er ein»" ist durch Verheben einer Zeile bei der Korrektur eine «Störung entstanden, Durch die der Satz unverftänblid) wurde. Es muß beißen Spalte 1 Zeile 9 von unten: Eng miteinander im Motiv und in ber Technik verwandt, aber dock in unendlich« feinen Nüancen verschieden und dämm besonders bantbare Studien- ob,ekle sind die beiden Darstellungen eleganter Innenräume, die auf der Stellwand hängen. Ferner muß es in der zweiten Spalte, Zeile 3 von unten Vorgang anstatt Vorrang und Zelle 14 von oben Gotik anstatt Ootck.
— Eine gute Fastnachtsreklame, die zweifellos für manchen sehr verlockend ist, erläßt ein Gasthofbesitzer in Darmstadt : Hotel „Prinz Earl". Während der Fastnachtstage hübet in meinem Hotel fein Konzert statt. Wer die Fastnachtstagc angenehm imb ruhig verbringen will, hat im Hotel „Prinz Csat!" bic beste Gelegenheit, aufmerksam unb gut bedient zu werden. Gleichzettig empfehle ich meinen werten Gälten unb Gönnern meine wo hl gepflegt en Biere, vorzügliche Weine unb gute Küche H. E.
— Kurze Nachrichten a"s Kunst u. Wissenschaft. D-eni Verlagsbuchhändler Dr. pbil. PaulSiebeckinTübingen wurde vorn König von Württemberg die große goldene Medaille für Kirnst unb Wissenschaft am Bande des Kronenordens verliehen. - Durck rmat Leipziger Großtäufmanii wurde dem Kulturhistorischen Institut an der Unwern tat Leipzig eine Schenkung, gemacht, die in einer Sammlung von 30 000 un veröffentlichten Briesen unb Manuskripten neuerer Autoren besteht Es finden sich hunderte von lebenstrotzenden Briefen Lllien- erons, die aufgeregten Nachrichtm Hermann Conradis unb groß Teile seines Nachtasses, Briefe von Theodor Fontaue unb vieles andere. Es handelt sich um die «Sammlung des früher M Leipziger Verlegers Wilhelm Friedrich.
Nr. 50 Erster Blatt M. Zahrgang Dienstag, 28. SOna m
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Fernlprech-Anfchlüfte: vrjr pollttschen Teil: August
»«gS General-Anzeiger für Oberhessen SegS Botationsöm« MI» Verlag der vniheichen Unio.vuchr lind Steinörudtrti H. Lange, «edaltion, LrpedMsn an» vruSerei: Schulftratze 7.
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