Ausgabe 
30.1.1911 Erstes Blatt
 
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allezeit einig zu sein, weihte der Redner das erste Glas dem Vaterland. Der folgende Redner, Prinz Alfred zu Isenburg-Büdingen, Oberstleutnant ä la suite der Armee, sagte, es sei ihm vergönnt gewesen, an der denkwürdigen Kaiserproklamation zu Versailles (18. Jan. 1871) teilzunehmen, außer ihm sei nur noch ein Zeuge jenes weltgeschichtlichen Ereignisses, nämlich der Wacht- meister Seppel, hier; er betrachte sich deshalb als Mit­begründer des Reiches und als solcher fordere er die An­wesenden auf, mit ihm einzustimmen in den Ruf: Se. Majestät der Kaiser Hurra! Die Versammlung stimmte hieraufHeil dir im Siegerkranz" an. Kammerassessor

dantt, übertrug er den Vorsitz dem Oberlehrer Kraft, unter dessen Leitung sich die Fidulität fortsetzte, bis schließlich I auch die Ausdauerndsten denBierknactern" folgen mußten.

-l- Bud i ng en, 28. Jan. Heute vormittag i/2ll Uhr gingen am Bahnhof die dem Landwirt Geb von Bonhauscrn geljöcigeni Pferde durch. Hierbei prallle das mit Mttchkannen beladene Gefährt an der Bahnhvfsttaße gegen einen steinernen Laternen- sockel. Die Pferde setzten darüber hinweg, doch geriet das eine mit dem Hinterbein zwischen deui Sockel und dem nachfolgenden Wagen es stürzte und brach den Huf glatt vom Beine weg. Das noch junge wertvolle Tier mußte längere Zeit liegen bleiben, ehe es an Ort und Stelle abgeschlachtet werden konnte. Das Pferd war versichert.

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Die pest in China.

Peking, 29. Jan. In der Mandschurei fordert du Pest noch immer zahlreiche Opfer. Dagegen ist im Norden, mit Ausnahme von SchaMung, eine bemerkenswerte Besserung zu bemerken. In Tsingtau sind gegen das Eindringen der Seuchc sowohl auf der Lanüseite wie zur See umfassende Vorsichts­maßregeln getroffen.

C har bin, 29. Jan. In den letzten 48 Stunden sind hier 40, unter denen ein Europäer, an der Pest geworben. Im Chinesenviertel Fudsiadian starben während dieser Zeit 149 Chinesen. Auf Befehl der chinesischen Regierung sind 2 00 0 Särge mit Pestleichen verbrannt worden. Der Boden ist derart gefroren, daß man nicht einmal mit Dynamit- Patronen Gräber einsprengen kann. Spaten und Schaufel zer- plitterten wie Glas an der Erde.

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Amtlicher Wetterbericht. ~

Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen 4>e,|Cn °m D'-n-.ag, d°m 31. 3an.' 1911:

21«$ itaöt unö LcrnH.

Gießen, 30. Januar 1911.

Tageskalender für Montag, 30. Jan. Wagner-Liszt- Abend: Kammer,änger Knote und Hospianist Ernst Riemann. Abends 8 Uhr im Stadttheater.

*

Zur Reichstags-Ersatzwahl. Im heutigen amtlichen Teil ist eine Bekanntmachung des Kreisamtes über die Aufstellung und Auslegung der Wähler­listen für die am 10. März stattfindende Ersatzwahl im 1. hessischen Reichstagswahlkreis Gießen-Grünberg-Nidda ent- halten. Nach dieser Bekanntmachung ist die Aufstellung der Wählerlisten so zu beschleunigen, daß ihre Offenlegung zur Einsichtnahme am 10. Februar beginnen kann. Die Listen werden bis 17. Februar einschließlich aufgelegt und muffen auch am Sonntag, 12. Februar, offenliegcn. Alle Gemark­ungen des Kreises bilden mit den ihnen polizeilich zugeteilten Gemarkungen, Höfen usw. einen Wahlbezirk, nur die Stadt Gießen wird nach den reichsgesetzlichen Bestimmüngen, nach! denen kein Wahlbezirk mehr als 3500 Einwohner haben darf, I in eine Anzahl Wahlbezirke eingeteilt werden. Bei der letzten Wahl war Gießen in 8 Wahlbezirke eingetcilt, bei der nächsten müssen es mindestens 9 sein. Auch von den Ge­meinden, die außerhalb des Kreises Gießen liegen und nicht zu unserem Kreis gehören, zählt keiner mehr als 3500 Ein­wohner.

setzte Nachrichten.

Die Einigungsversuche zwischen den Liberalen in der Rheinprovinz. ,, c: ln, 30. Jan. (Privattelegramm.) Die Ver­handlungen zwischen den Vorständen der national- y.e.r\cn,u.ni) öer fortschrittlichen Partei der wegen eines Zusammengehens bei den

R^Magswahlen sind noch nicht abgeschlossen.

^^on vrelmehr in ein Stadium gelangt zu sein, das rl111- V+r Ausgang verheißt. Von der fort-

toir.b der Befürchtung Ausdruck ge- ber Verhältnisse der nationab- SnhhK1 C? ein?.m Pakt nicht kommen könne, btefe hqj1 fortschrittlichen vorwirft, daß die Sonder^ "Altenkirchen und Kreuznach Eroisen derart verschnupft habe, daß Ein ob cm Zusammengehen anzuraten ist.

Em allgemeines Abkommen mit dem Zentrum ist in» vorau^llchllich^b^lerseits nicht getroffen worden, es wird m kommen, daß m einzelnen Kreisen mit

Monden Parteien, m den anderen, in denen eine laug übe rate Bewegung entwickelt ist, ein Zusammen­gehen mit den linksstehenden Parteien ftattsinden wird.

Poster? Beituszelanii^mw^ Seinen

fnmibntn V ' a ? %l,t nur durch Boten möglich. Zur Be- C?Bra9 fnubrrn ?D^Ct?a grassierenden Krankheit, die Nicht dic ÄniÄUTeMenteriC ä6n,i*C M, wird »n n V *rin' * Regeitt wellt, durch u n g e -

Resckt 1 $ Eefall zurückgehalten, zurzeit in

Sg tu treten^ 3' b,C W mit ü)m in ba3? Ter Staatssekretär des Acker bie lur tT >lon0reB UM Bewilligung von Geldmitteln,

L nach etwaigen Lagern von Kali- ' a 1S < n verwandt werden sollen.

°!:uf/r30" S?n- ^opesche aus El Centre in

l ii t infolge nahmen die mexikanischen Revo- Ort MexLli.0^ Sonntag früh den nahe der Grenze gelegenen

"Die Eisbahn des Gießener EiLvereinS ist heute ab jeden Abend von 810 Uhr geöffnet.

'* Ueb erfahren. Der Rottenführer Ludwig Müller aus Dutenhofen wurde gestern nachmittag 5 Uhr, als er über die Geleiseanlagen nach dem Bahnhofe zu ging, von einem rollenden Wagen von hinten erfaßt und überfahren. Ec wurde arg verstümmelt und war sofort tot.

Landkreis Gieren.

. r-Obbornhofen, 30. Jan. Der Graf zuSvkms- HniU?nn^ JlirW0 Gut von der Gemeinde °1 hn: der Hofgebäude.

Das Gut halt 63a Morgen, so daß auf den Morgen einschl. Wegbauten und Verlust an Gebäuden usw. 1650 Wk. kämen Dre Unterhandlungen sind noch im Gange.

O Climbach, 29. Jan. Unser allseits beliebter Lehrer Aletter wird zum großen Bedauern der Bevölkerung unseren Ort arn 1. Februar verlassen. Nachdem er 8 Jahre lm Volksschuldienst an verschiedenen Orten des Kreises tätig, gewesen ist, ist er um seine Entlassung aus dem Staatsdienst j eingekonimen, um, da er einziger Sohn ist, das Geschäft seines Vaters in Bad-Nauheim übernehmen zu können Neben seiner Tätigkeit als Lehrer hat sich der Scheidende auch um das Veremswesen unseres Ortes sehr verdient ge­macht. Er i|t der Gründer unseres noch jungen Gesang­vereins. ä

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Schaden wirb auf 5060 000Mark veranschlagt, die Braue­rei ist versichert.

d. Marienborn b. Mainz, 30. Jan. Ein Auto- mobilunglück ereignete sich am Samstag abend auf der Chaussee Klein-WinternheimMarienborn. Als eine Mainzer Automobildroschke den Ktein-Winternheimer Berg herab fuhr, verlor der Chauffeur die Herrschaft über j)te Steuerung und das Automobil fuhr gegen das eiserne Brückengeländer der Bahnunterführung. Der Chauffeur wurde von seinem Sitze herabgeschleudert und erlitt bedeutende Verletzungen, dagegen wurde der Fahrgast, der Mainzer Weinkommissionär L e k i s ch, durch die Fenster­scheibe des Automobils geschleudert und ihm das Gejichl furchtbar zerschnitten. Tie Automobildroschke ging voll, ständig in Trümmer und wurde auf einem Wagen nach Mainz gefahren.

Hessen-Nassau.

0 Kirchhain, 29. Jan. Wegen der Gefahr des Ein- schleppens der Maul- und Klauenseuche fällt der für den 31. Januar angesetzte Viehmarkt aus.

... --------, oft vergeblichen Kämpfen zu seiner heutigen

- 'C.. ,r , . . gleichzeitig zu Machtstellung emporgearbeitet und nun einer in der Ge-

L^5/uu^chutzgeietz macht da auch die Umgebung der schichte beispiellos dastehenden vierzigjährigen Friedens- un\ Naturdenkmäler geschützt werden, zeit erfreuen konnte. Mit der eindringlichen Mahnung, und trotz 1 einer einschneidenden Bestimmungen wirkt es - 7 ~y-'

segensreich, da ungerechte Belästigungen oder gar materielle Schädigungen der Besitzer von Denkmälern ausgeschlossen sind. Von seinen allgemeinen anerkannten Erfolgen legt der unlängst erschienene Bericht über die Jahre 1902 bis 1907 beredtes Zeugnis ab. Daß eine Pflege der Denkmäler in Hessen nicht überflüssig ist, zeigten die zahlreichen vor- gefuhrten Lichtbilder, ausschließlich nach Bauten und anderen Denkmälern Oberhessens, darunter manche mit Beeinträchtigungen, die sie vor dem Eingreifen der Denk­malpflege erlitten haben, und manche mit glücklichen Wieder-

Uch« ©esenffanbe in Hesse., »it leiten hatte, verstand es ^triottsche Feste dm aes-FalE

durch die Warme seiner interessanten Ausführungen die Teil unter Leituna des Ntusikdirektors

Wrer M lefseln und für die Sache zu begeisterm. Äe An- gewohntes

Legungen, die durch diesen Vortrag, rote durch den voraus- ben lauten Beifall zu mehreren '3uaaben veranlaßt oberhelsische Bau er nbau/ii? reickein Maße bienten Verfall ernteten auch die Turner, die unter Leitung

Äfc ÄÄÄÄÄl ^M-Nde, Pv-s. Dr.ferner allen Mitwirkenden doppelt wird ihnen der Genuß sein, dem das Wandern in jener prächtigen Gegend chnen nun bietet.

"ch- Hungen, 29. Jan. Auf Einladung des hiesigen Kriegervereins und des Gemeinnützigen Vereins fanden sich am Freitag abend die Einwohner unseres Städtchens ^rr eier ^d es Geburtstages des Kaisers im Saale derTraube" zahlreich zusammen. Ter Präsident des Kriegervereins Karl Schmidt V. hieß die Erschie­nenen herzlich willkommen. Hierauf hielt Dekan Hainer uet cr bec schweren Zeit, die der Einigung Deutschlands voranging, und der vielen Opfer gedachte, durch Die das Reich erstanden ist. Seine Rede klang in einem Hoch auf den Kaiser aus. Rechtsanwalt Sand- ^^i^^tz lodann Schilderungen von der Entstehung und ^butschen Reiches folgen. Sein Hoch galt dem Vaterland. Spater kam Dekan Hainer noch auf unser engeres Heimatland zu sprechen und brachte ein Koch aus Den Gro sch erzog aus Lehrer Staub ach ge- ^chte dann derer, die guf den Schlachtfeldern Mut und

Kreis Friedberg.

Aus der Welterau, 29. Jan. Tie Bäche bringen! gegenwärtig vom Vogelsberg große Wassermassen mit. In der südlichen Wetterau sind die Nidda und ihre Zuflüsse an vielen Stellen übers Ufer getreten. Das Wasser tritt an einigen Plätzen bis an Den Bahndamm der Strecke VilbelStockheim heran. ! Auch die U sa, die den größten Tell des Jahres nur ganz un­bedeutende Wassermengen führt, hat einen so hohen Stand, wie selten den letzten Jahren erreicht. Entgegen einer Notiz in der Samstagskrummer, hat das rapide Wegsterben der Feld­hasen nichts mit dem allenthalben gelegten Mäuse gift zu tun. wie von Jägern milgeteilt wird, handelt es sich um eineL u n g e n- seuche, die sich sehr rasch vechrellet hat. In Nieder«, Weisel wurde Beigeordneter Winter wiedergewahlt mit 175 gegen 102 Stimmen. Bei der Verpachtung der Frhrl. von Ritterschen Jagd in Ockstadt machte ein Frankfurter Jäger mit 805 Mark das Höchstgebot.

Starkenburg und Rheinhessen.

d. Weisenau, 29. Jan. Hier brach am Samstag abend gegen 7 Uhr in der Rheinischen Bierbraue- reiGroßfeuer aus. Die Mainzer BerufSfeuerwchr war sofort mit ihrer Automobilspritze zur Stelle, ebenso die freiwilligen Nachbarfeuerwehren. Ter Brand war in einem Seitengebäude in der Lackierwerkstätte ausgebrochen und brannte das Gebäude vollständig bis auf die lllnfassungs- mauern aus. Hauptsächlich ist Wirtfchaftsmöbel und einige Betten der "Fuhrleute, die in dem Gebäude chre Schlaf­stellen hatten, verbrannt. Es gelang der Feuerwehr, die Brauerei und die an das abgebrannte Gebäude stoßenden Bureaurüumlichteilen vor dem Feuer zu retten. Um 10 Wir abends könnten die Feuerwehren wieder abrücken. Der

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Tie Stimm^l namen, Alter, § alphabetischem tragen. Das For :>ürzc in doppelte Zahl zugehen. Di Ausfertigung schließen. Einlag mit der Feder h

Die Worberei daß die Auslegn unfehlbar beginnen kann.

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N.Februar auf dem Gemeinde ten Lokal zu jede Einsprachen gegen Liften innerhalb bei MeLung bei meiftereien Vvrzu ÄahlerHen hat V- den für die finden.

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der heidnischen BorAeschichte, Urknnd'en mtS Murrzen. ÖtTLeben gelassen Haben. Er g<G eine Rezitation von ber» erläuterte dann, daß .Heimat im Sinne der Heimatschutz-! schiedenen oramatischen, Gedichten, die durch ihre vorzüg- bestrebungeil, die gesamte Eigenart von Landschaft und Orts- liche Wiedergabe reichen Beifall fanden. Referendar bild, von Straßen und Bauten, von Feld und Wald, von R. Bender richtete noch einen lebhaften Appell an die Sitten und Gebräuchen, von Tracht und Sprache umfaßt. jüngere Generation, die auch des Kaisers Rock getragen Er wies daraus hin, daß die Bestrebungen zur sxrhältung habe, und forderte zum Anschluß an den Kriegerverein der Denkmäler und zum Schutze der Heimat sehr wohl verein- auf. Seine Ansprack)e schloß mit einem Hoch auf die bar sind mit der Riicksicht auf die Förderungen der Neuzeit, Veteranen und den Kriegerverein. Die beiden Gesang- ja daß die ricbtige Kenntnis und Würdigung der erhaltenen vereineEintracht" undLiederkranz" trugen gemeinsam Bauten und Anlagen für die Jetztzeit die beste Schule ist, einige wirkungsvolle Chöre vor, die mit schönen Konzert- um Geschmackvolles und Schönes zu schaffen. Dann folgte stücken einer Musikkapelle abwechselten.

ein kurzer Rückblick auf die Geschichte derDenkmalpflege" Kreis Büdingen.

in Deutschland, die den Idealen der Romantik chre ersten -l- Büdingen, 28. Jan. Gestern abend fand im Anregungen verdankt und nach der Gründung des neuenFürstenhof" die vom Veteranen- und Militär- Kayerrerches mit dem wachsenden Natwnalgefühl und mit verein Büdingen veranstaltete Feier des Ge­ber zunehmenden Erkenntnis von der Schönheit des Er- burtstages des Kaisers unter Teilnahme und Mtt- haltenen immer mehr erstarkt ist, und der Hinweis darauf, Wirkung anderer Vereine und der Einwohnerschaft statt daß manche auslandiiche Staaten, z. B. Italien, Schweden Der Vorschende des Militärvereins, Prof. Dr. Kraemer' und Norwegen, sogar Portugal seit Jahrhunderten schon begrüßte die Erschienenen und widmete unserem auf der

förmliche Denkmallchutzgesetze haben. Dteran fchloß sich Höhe des Mannesalters stehenden Kaiser und den während

eine Er^uterung der grundlegenden Besttmmungen des seiner Regierung erziellen reichen Erfolgen seiner Friedens- ty?H1.1 Ae? D en tm al > chu tz g es etz e s von 1J02, des arbeit treffliche Worte. Der Redner zeichnet ein kurzes ^^ordnung von 1818 den un da- Bild der zweitaufendjährigen Geschichte des deut,chen maligen Deutschland einzigen Vorläufers, und das brs fetzt Vaterlandes, das sich wahrend dieser langen Zeit unter

kerne Nachfolger in gleichem Umfange gesunden hat. schweren, oft vergeblichen Kämpfen zu feiner heutigen

^rotz seines umfassenden Charakters, der es gleichzeitig zu Machtstelluna emvoraearbeitet uub nun einer in hpr 1

O Selters, 28. Jan. Unter dem Vorsitze des Lehrers Stork-Altenstadt fand hier die Hauptversamm­lung desNidder-Seemental-Sängerbundes" statt. Die reichhaltige Tagesordnung beschäftigte sich auch mit dem Anträge eines Vereins über Abhallen von Wer­tungssingen auf Sängerfesten, jedoch konnte hierüber noch kein endgültiger Beschluß gefaßt werden und auf einer | anderen Versammlung soll über diesen Antrag to,eiter ver­handelt werden.

Kreis Lauterbach.

^. Lauterbach, 29. Jan. Die heute nachmittag erfolgte Beerdigung der beiden Dienstmädchen des Kaufmanns W. Möller hier, die an den erlittenen Brandwunden bei der ge­meldeten Benzinexplosivn gestorben sind, gestaltete sich zu einer trauerfunbgebung, wie sie wohl seit Jahren in Lauterbach nicht gesehen wurde. Alle Schichten der Bevölkerung waren in dem endlosen Trauerzug vertreten und viele hatten sich nod) auf dem Frieds versammelt. Zuerst erfolgte die Beerdigung der 21jähr. Luise Dechert, wobei Dberpiarrer Müller, bei der nach­folgenden Beerdigung der 15jährigen Elise Stöppler Stadt- Pfarrer Schlösser die Grabrede hielt. Beide Geistlichen wußten in ihren zu Herzen gehenden Grabreden alle Teilnehmer zu rühren. Nicht mierwähitt mag bleiben, wie Stadtpfarrer Schlösser auch in seinem Texte anführte, daß der Vater der Elise Stöppler, der neben dem Möllerschen Hause wohitt, einer der ersten war, der mit einer Bettdecke auf die Straße eilte und der bremienden Luise Dechert die Flammen erstickte, während sein eigenes Kind, ohne daß er eine Ahnung hatte, ebenfalls brennend und bewußtlos im Hause lag und erst nachttäglich gefunden wurde. Beide Opfer fanden ihre letzte Ruhestätte nebeneinander.

Kreis Schotten.

§ Götzen, 28. Jan. Ein hiesiger Landwirt war mit Herunterwerferi von Stroh vom Gerüste seiner Scheuer beschäftigt, glitt aus und stürzte in die Tenne, woselbst er schwerverletzt liegen blieb.

Vermischtes.

* Ein neues Grubenunglück ereignete sich am Sams­tag un Industriegebiet. Auf Schacht drei der GewerkschaftDeut­scher Kaiser" hat abends gegen 6 Uhr auf Sohle fünf eint Explosion schlagender Wetter stattgefunden. Tie herbei- geeilten Hilfsrnannschaften führen sofort ein. Ein Mannwurde getötet, die befreit wurden, sind mit geringen Ausnahmen nur leicht verletzt. Im Laufe des Sonntag sind sechs weitere Bergleute ihren Verletzungen erlegen. Als Ur­sache der Katastrophe wurde festgestellt, daß kurz vor der Veiperpauie ein -schuß im Nebengestein abgegeben wurde, bei wahrscheinlich einen kleinen Bläser freigelegt hat. Als dann nach der Pause der Schießmeister den Ort auf Schlagwetter uiiternichen wollte, haben sich nach Angabe des schwer verletzten Meßmeisters die angesammelten Gase auf bisher unaufgeklärte Weise entzündet.

Kleine Tagerchronlk.

Der Kupferstecher Eustav Eilers, Mitglied der Akademie der Künste, ist im 71. Lebensjahre in Berlin gestorben.

In Berlin ist der Gründer der bekannten Gasthäuser August Asckinger gestorben.

Prinz Heinrich übernahm den Ehrenschntz über die im Ium m K l e l statlfindende Flugwoche, die nut einem Fernstuc KielHamburgBerlin enden soll. ° b

Der Bonner Universitatsprofessvr Wilmans wurde von der Darnpfstratzenbahn üb er fahr en, schrecklich ver­stümmelt und tofort getötet.

In Bochum verletzte der Stukkateur Breitenbach ferne Fr au durch mehrere Messerstiche in den Kopf und öffnete ihr bte Pulsadern. Dann erhängte er feine oier tfinöer und sich fe 1 bft. Die r§rau wurde, noch schwache Lebenszeichen von sich gebend, ins Krankenhaus gebracht. Der Dtanu und die Kinder sind tot.

Durch einen Erdrutsch ist ein großer Teil des vor den Toren von Co n ft a n t i n e (Algerien) gelegenen Ar a- b e r d o rfes verschüttet worden. Infolge der von den Behörden getroffenen Vorsichtsmaßregeln, denen zufolge dic tz»auser rechtzeitig geräumt wurden, ist niemand ver­unglückt.

Wie das Reutersche Bureau aus Halifax (Neuschott- land) meld et, ist fast das ganze Geschäftsviertel der Stadt Middleton vom F e u e r z e r st ö r t worden. Der Schaden beläuft sich auf 150 000 Dollars, wovon 55 000 durch Versicherung gedeckt find.

t Kaukasus herrschen Schnee stürme' mehrereMen» Ichen und umgekommen Aus der Linie Poti-Batum sind mehrere -3uge steckengeblieben; die ausgesandten Schneepflüge o^uuen Nicht durch den ^chnee dringen. Das Schicksal einiger mit Lebensmitteln ausgeiandler Züge ist unbekannt.